Künstliche Intelligenz
40 Jahre AVM/Fritz: Vom BTX-Bastelprojekt zur Router-Ikone
Was als Studentenprojekt in Berlin begann, ist heute Marktführer in deutschen Wohnzimmern: Die FRITZ! GmbH, manchen besser bekannt unter ihrem früheren Namen AVM, feiert ihr 40-jähriges Bestehen.
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Die vier damaligen Studenten Johannes Nill, Peter Faxel, Ulrich Müller-Albring und Jörg-Detlef Gebert gründeten AVM nach eigenen Angaben im Jahr 1986. Damals handelte es sich allerdings noch um ein Bastelprojekt. Erst am 26. August 1987 erfolgte die erste Eintragung im Handelsregister als AVM Projektvertrieb Kommunikationsysteme GmbH. Der Hauptsitz befindet sich seitdem in Berlin.
Vom BTX-Dienstleister zum ISDN-Pionier
Das Kürzel AVM war ein Überbleibsel aus den Anfangstagen als BTX-Dienstleister und stand für „Audiovisuelles Marketing“. Die vier Gründer wollten Mitte der 1980er-Jahre das damals neue Integrated Services Digital Network (ISDN) nutzen, um den Bildschirmtext (BTX) der Deutschen Bundespost dem damals noch jungen PC-Markt zugänglich zu machen. Nach den ersten Entwicklungsaufträgen wurden ab 1988 eigene Produkte entwickelt.
Mit ISDN-Profikarten wie der A1 und insbesondere der B1 gelang AVM der Durchbruch: Die aktive ISDN-Karte B1 wurde laut eigenen Angaben zum weltweit meistgekauften aktiven ISDN-Controller. Aktiv heißt, dass die Karte mit einem eigenen digitalen Signalprozessor (DSP) die Daten verarbeitet hat. Die passiven A1-Modelle waren dafür auf den PC-Hauptprozessor angewiesen. Zu den Kunden von AVM zählten namhafte Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Datev und Novell. Erste Karten kamen für den ISA-Bus (Industry Standard Architecture), spätere Ausführungen für den Peripheral Component Interconnect (PCI). Bis 2013 hat AVM B1-Controller produziert.
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AVM A1
heise medien
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1995 folgte mit der Fritzcard der erste Ableger mit Endkundenfokus. Kosteten die vorherigen Profimodelle teils mehrere tausend Deutsche Mark (DM), war die Fritzcard ab etwa 200 DM erhältlich. Ebenfalls mit dabei: eigene Fritz-Software. AVMs deutscher Marktanteil bei ISDN-Karten soll im Jahr 2004 auf einen Spitzenwert von 80 Prozent geklettert sein.
Die Fritzbox räumt auf
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Der eigentliche Wendepunkt in der Firmengeschichte kam 2004. Bis dahin brauchte man für Internet per DSL und Telefonie hinter der „Postbuchse“ noch einen Gerätewust: Splitter, Analogtelefon oder ISDN-Anlage mit Telefonen, für schnurlose Geräte eine DECT-Basis und als Internetzubringer ein DSL-Modem und einen einfachen Router.
Diesem Wirrwarr machte AVM in zwei Etappen ein Ende: Am 18. März 2004 kündigte die Firma auf der damals weltgrößten IT-Messe CeBIT die erste Fritzbox an. Sie integrierte Modem und Router und reduzierte so das Geraffel merklich. In den folgenden Jahren wanderten immer mehr Funktionen in die Box: die ISDN-Technik, WLAN für Mobilgeräte kam hinzu und später schluckte die Box auch die DECT-Basis. Am Schluss stand nur noch ein Gerät da, mit der Fritzbox 7270 war 2007 der moderne All-in-one-Router geboren. Moderne Geräte kommen zusätzlich mit Smart-Home-Integration, Mesh-WLAN und natürlich Glasfaser-Unterstützung.
Zeitstrahl mit den wichtigsten AVM- und Fritzprodukten. Fritzboxen sind seit Jahren das wichtigste Geschäftsfeld für die Firma.
(Bild: Fritz)
Der Erfolg gab dem Konzept recht: 2010 erreichte die Fritzbox in Deutschland mit 68 Prozent ihren höchsten Router-Marktanteil. Geholfen hat dabei das Geschäft mit den Internetanbietern: AVM vertreibt seine Router auch an Provider, die sie ihren Kunden gegen eine Monatsmiete oder gratis bereitstellen, mal als Original, mal als schwarzer „Homeserver“.
Im Jahr 2024 haben sich derweil die Besitzstrukturen geändert: Damals hat Imker Capital Partners über die Luxemburger Tochterfirma Rucio Investment die Mehrheit von AVM übernommen. Die Gründer haben sich aus Altersgründen aus dem Geschäft zurückgezogen. Unter der neuen Führung strebt Fritz unter neuem Namen auch die Internationalisierung an, inklusive eigenem Webshop. Dort soll es zum Jubiläum Rabattaktionen und Angebote geben.
(mma)