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Entwicklung & Code

Machtwort: Yukihiro “Matz“ Matsumoto beendet Streit in der Ruby-Community


Nachdem ein wochenlanger Streit zwischen Ruby Central und Teilen der Community um die Herrschaft über das Paket-Repository RubyGems die Ruby-Gemeinschaft in Atem gehalten hat, zeigt sich nun eine Deeskalation.

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Am 17. Oktober 2025 veröffentlichte Ruby-Erfinder Yukihiro „Matz“ Matsumoto persönlich eine Erklärung auf der offiziellen Ruby‑Website: Das Ruby‑Core‑Team werde künftig die Verantwortung für RubyGems und Bundler übernehmen. Die Projekte würden unter das Dach der Sprache selbst zurückkehren, während Ruby Central als gemeinnützige Organisation den operativen Betrieb über Infrastruktur und RubyGems.org sicherstelle.

Diese Entscheidung brachte Ruhe in die Community. Viele sahen darin einen Kompromiss: Kontrolle und Stabilität bei Ruby Central, offene Entwicklung unter dem Dach des Core‑Teams. Ruby Central begrüßte den Schritt und sprach von einem „gemeinsamen Bekenntnis zur Zukunft des Ruby‑Ökosystems“.

Nach den hitzigen Wochen hat Ruby Central sich bemüht, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. In der Reihe Source of Truth legte die Organisation wöchentlich Berichte und Q&As vor, in denen sie Fragen der Community beantwortete. Die Betreiber räumten Fehler ein: Die Kommunikation sei zu langsam, die Tonlage zu formal gewesen. Nun wolle man „Sichtbarkeit und Beständigkeit schaffen“.

Ruby Central betonte mehrfach, dass Sponsoren – allen voran Shopify – keinen operativen Einfluss auf Entscheidungen gehabt hätten. Zugleich wurden neue Verträge für Maintainer und Betreiber eingeführt, um Zuständigkeiten eindeutig zu regeln.

Während Ruby Central an seiner neuen Governance arbeitete, gründeten ehemalige Maintainer das Projekt gem.coop – einen alternativen Spiegel‑ und später eigenständigen Gem‑Server. Damit entstand erstmals ein dezentraler Ansatz im Ruby‑Ökosystem: mehrere Orte, ein gemeinsames Ziel – Software sicher und offenzuhalten. Aktuell sieht es aber stark danach aus, als wenn weiterhin rubygems.org die zentrale Anlaufstelle für Pakete bleibt.

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Entstanden war der Streit, als Ruby Central Mitte September 2025 den langjährigen Maintainern der zentralen Projekte RubyGems und Bundler die Zugriffsrechte entzog. Damit begann einer der größten Konflikte in der Geschichte der Ruby‑Community. Die Organisation begründete ihren Schritt mit Sicherheitsbedenken und der Notwendigkeit, die Lieferkette des Ökosystems zu schützen. Doch für viele Entwickler klang das nach einem Vorwand – nach einem Machtwechsel hinter den Kulissen, nicht nach Sicherheit.

Seit Jahren ist RubyGems.org ein zentraler Bestandteil des Ruby‑Universums – hier liegen über 175.000 frei verfügbare Bibliotheken, ohne die viele Anwendungen nicht laufen würden. Hinter dem Dienst stand eine kleine, weitgehend ehrenamtliche Gruppe von Maintainern. Sie hielten Server am Laufen, schrieben Code und kümmerten sich um die Sicherheit. Ruby Central finanzierte Infrastruktur und Hosting, doch die operative Kontrolle lag bislang bei Freiwilligen.

Das änderte sich im September abrupt, als Ruby Central das GitHub Repository unter ihre Kontrolle brachte und den Admins sämtliche Rechte entzog. In der Community bekannte Namen wie Ellen Marie Dash, Samuel Giddins und André Arko verschwanden über Nacht aus den Organisationen. Die Erklärung: Man wolle „formale Zuständigkeiten“ schaffen und „kritische Schlüsselstellen absichern“. Doch in den Augen vieler war es eine Entmachtung.

Der Aufschrei ließ nicht lange auf sich warten. Entwickler Joel Drapper sprach von einer „feindlichen Übernahme“ und legte interne Abläufe offen, die Zweifel an Ruby Centrals Kommunikation aufwarfen. Arko selbst, seit Jahren Gesicht und Stimme von Bundler, reagierte empört.

Die Lage eskalierte, als neue Details ans Licht kamen. Nach internen Mails hatte Ruby Central schon Wochen zuvor erwogen, Zugriffe zu entziehen – aus Sorge, einzelne Maintainer könnten zu viel Kontrolle besitzen. Arko stand dabei im Fokus.

Laut Ruby-Central‑Bericht vom 10. Oktober 2025 verfügte Arko auch nach seiner Abberufung noch über Root‑Zugriff auf die AWS‑Systeme von RubyGems.org. Der Account sei in den frühen Morgenstunden genutzt worden. Zwar habe es keine Hinweise auf Datenmanipulation gegeben, aber der Vorfall habe Sicherheitsprozesse offengelegt, „die dringend verbessert werden mussten“.

Arko wies die Vorwürfe zurück. Er habe gehandelt, weil er befürchtete, die Infrastruktur könne ohne seine Zugangsdaten kompromittiert werden. Nach eigener Darstellung habe er Ruby Central schließlich informiert und den Zugang geordnet zurückgegeben. Die Organisation sah wiederum darin einen klaren Verstoß gegen Verantwortlichkeiten.

Im Nachhinein wurde klar, dass beide Seiten Fehler gemacht hatten. Ruby Central hielt eine brisante Sicherheits‑ und Governance‑Frage zu lange intern; Arko handelte ohne Mandat, aber nach eigener Aussage mit der Überzeugung, Schaden abzuwenden.

Im Kern ging es um die Frage: Wer trägt Verantwortung für Open Source? Ruby Central hatte über Jahre Serverkosten getragen, Fördergelder verwaltet und Sponsorengelder akquiriert. Doch die Entwicklung selbst blieb ein Community‑Projekt – rechtlich, aber auch ideell. Als Ruby Central im September die Kontrolle übernahm, prallten zwei Selbstverständnisse aufeinander: Betriebssicherheit versus Gemeinschaftseigentum.

Die Debatte spitzte sich zu, als bekannt wurde, dass Arko den Namen Bundler zuvor als Marke registriert hatte. Damit wollte er verhindern, dass Ruby Central den Namen für eigene Forks verwenden kann. Aus juristischer Sicht war das legal, aus Community‑Sicht aber ein symbolischer Bruch. Ruby Central sprach von einer „inakzeptablen Vereinnahmung“.

Für normale Ruby-Entwickler ergab das alles über mehrere Wochen eine Situation, in der keiner sicher sein konnte, wie es weitergeht. Es fühlte sich oft wie eine dramatische Telenovela an, nur mit dem bitteren Beigeschmack, dass alle Ruby-Entwickler auf eine funktionierende RubyGems Infrastruktur angewiesen sind.

Als Besonderheit der Ruby-Community muss man auch die involvierten und sehr unterschiedlichen Kulturkreise betrachten. Ein bedeutender Teil der Community kommt aus dem asiatischen Raum und löst Probleme ganz anders als die nordamerikanischen Entwickler. Europa war und ist im Ruby-Core-Team eher unterrepräsentiert.

Als Besonderheit in diesem Universum gilt weiterhin die kanadische Firma Shopify, die von Anfang an ganz auf Ruby on Rails gesetzt hat. Selbst wenn die Firma an sich keinen direkten Einfluss ausübt, ist die schiere Anzahl an Ruby-Entwicklern dort schon ein wichtiger Machtfaktor. Außerdem ist Shopify aktuell der größte Sponsor. Shopify braucht Ruby und Ruby braucht Shopify.

Die RubyGems‑Affäre zeigte, wie fragil Open‑Source‑Projekte sind, wenn Vertrauen und Transparenz fehlen. Zugleich bewies sie, wie anpassungsfähig eine Community sein kann. Peter Zhu, Ruby Core Mitglied und selbst früher bei Shopify, brachte es auf den Punkt: Open Source sei „das zerbrechlichste und zugleich widerstandsfähigste Ökosystem“. Genau das hat sich hier bestätigt.

Heute, wenige Wochen nach dem Sturm, ist Ruby Centrals Kommunikationsfrequenz höher, die Dokumentation besser, und das Core‑Team hat die Codebasis übernommen. Die Maintainer, die einst gingen, arbeiten an neuen Projekten. Und die Community diskutiert offener über Finanzierung, Verantwortung und Governance.

Die Krise hat Spuren hinterlassen – aber auch Strukturen geschaffen, die künftige Konflikte abfedern können. Vielleicht war dieser Bruch schmerzhaft, aber nötig: ein Weckruf, dass Open Source nicht nur vom Code lebt, sondern vom Vertrauen zwischen denen, die ihn schreiben, finanzieren und schützen.


(who)



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Entwicklung & Code

Mehrere KI-Agenten orchestrieren mit der Codex-App von OpenAI


Die neue Codex-App von OpenAI bietet Entwicklerinnen und Entwicklern eine zentrale Bedienoberfläche für mehrere Codex-Agenten mitsamt Projekten, Fähigkeiten und Automatisierungen. Vorerst gibt es die App nur als Desktop-Anwendung für macOS. Der zentrale KI-Agent hinter der App ist das gleichnamige KI-Tool Codex.

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Parallel zum Launch der Codex-App ist Codex für einen begrenzten Zeitraum in den ChatGPT-Tarifen Free und Go enthalten. Wie lange genau, sagt OpenAI allerdings nicht. Für die Tarife Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu verdoppelt der Anbieter die Nutzungslimits. Diese sollen überall dort gelten, wo Codex zum Einsatz kommt, was neben der neuen App auch für IDEs oder die Cloud gilt.

Während das 2025 veröffentlichte AI-Tool Codex Softwareentwicklern einen Teil der Programmierarbeit abnehmen kann, verfolgt die jetzt vorgestellte App einen umfassenderen Ansatz. Sie soll Developer in die Lage versetzen, komplexe und langwierige Multitasking-Aufgaben über ganze Teams von Agenten hinweg zu bewältigen, ohne dabei den Überblick zu verlieren.

Für das Delegieren der Workflows stellt das KI-Tool neben automatischen Zeitplänen auch nach Projekten organisierte Threads zur Verfügung, sodass mehrere Agenten parallel laufen und Aufgaben austauschen. Hinzu kommt eine Unterstützung für Git Worktrees, was es Agenten erlaubt, gleichzeitig und konfliktfrei am selben Repository zu arbeiten. Um Entwicklerinnen und Entwicklern den Einstieg zu erleichtern, übernimmt die Codex-App Sitzungsverläufe und Konfigurationen aus der Codex-CLI und IDE-Erweiterungen.

Eine Bibliothek mit Funktionen (Skills) für Tools und Workflows gehört ebenfalls zum Umfang der App. Damit lassen sich beispielsweise Webapps auf Cloud-Hosts hochladen, Bilder generieren, Dokumentationen erstellen oder Designs umsetzen. Eine vollständige Liste findet sich im Repository von OpenAI.


Screenshot Codex-App

Screenshot Codex-App

Integriert: Die Codex-App kommt mit einer umfangreichen Funktionsbibliothek (Skills).

(Bild: OpenAI)

So wie die Codex-CLI verwendet auch die Codex-App systemweite und konfigurierbare Sandbox-Mechanismen. Die Agenten sind darauf beschränkt, Dateien nur innerhalb isolierter Kopien zu bearbeiten. Aktionen, die höhere Berechtigungen erfordern wie der Netzwerkzugriff, führen sie erst nach erteilter Erlaubnis durch. Zur Automatisierung lassen sich bestimmte Befehle mit erhöhten Berechtigungen ausführen. Geplant hat OpenAI, dass Codex künftig cloudbasiert kontinuierlich im Hintergrund weiter läuft, auch wenn die Anwender ihre Rechner ausgeschaltet haben.

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Als Beispiel für die Arbeit der Codex-App zeigt OpenAI ein Rennspiel, das Codex nach Prompt-Eingabe über mehrere Iterationen hinweg mit insgesamt 7 Millionen Tokens selbst entwickelt hat. Dabei ist das Tool auch in die Rollen von Designern und QA-Tester geschlüpft, und hat das Spiel selbst gespielt.

Windows- und Linux-User können sich bei OpenAI registrieren und sollen dann per Mail benachrichtigt werden, sobald die App für diese Plattformen erscheint.


(who)



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programmier.bar: Coding Agents mit Julia Kordick


Coding-Agenten wie GitHub Copilot und der Agentic Mode halten zunehmend Einzug in den Entwicklungsalltag. In dieser Podcastfolge spricht Julia Kordick, Software Global Black Belt bei Microsoft, mit der programmier.bar darüber, warum nicht die reine Codegenerierung, sondern vor allem der richtige Kontext über den Erfolg von AI Coding Agents entscheidet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich solche Systeme sinnvoll einsetzen lassen, ohne die Kontrolle über Code und Architektur zu verlieren.

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Julia Kordick beschreibt, wie sie in ihrer Rolle die Brücke zwischen Entwicklungsteams und Management schlägt und den Einsatz von AI Coding Agents sowohl in großen Enterprise-Strukturen als auch in Start-ups begleitet. Sie erläutert, wie sich Workflows schrittweise aufsetzen lassen, wie Agenten-Personas definiert werden und wie mehrere Agenten sinnvoll orchestriert werden können.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

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Abschließend werfen Dennis Becker, Jan Gregor Emge-Triebel und Julia Kordick einen Blick auf die Zukunft der Softwareentwicklung. Sie diskutieren, wie sich Rollen verändern könnten, welche Chancen agentische Systeme bieten und wie Entwickler:innen ihre Expertise einbringen können, um die Zusammenarbeit von Mensch und KI sinnvoll zu gestalten.


GenAI Summit, Linien

GenAI Summit, Linien

(Bild: TechSolution/Adobe Stock)

GenAI verändert die Softwareentwicklung grundlegend und hat sich im Arbeitsalltag vieler Developer etabliert. Die KI-Tools übernehmen dabei nicht nur lästige Tipparbeit, sondern helfen bei komplexen Aufgaben. Um sicheren und effizienten Code zu erhalten, muss man aber auch ihre Risiken kennen.

Der betterCode() GenAI Summit zeigt am 11. Juni, welche KI-Tools für welche Aufgaben geeignet sind und wie die KI-Integration effizient funktioniert. Außerdem thematisiert er die Auswirkungen auf die Arbeit von Entwicklungsteams.

Die aktuelle Ausgabe des Podcasts steht auch im Blog der programmier.bar bereit: „Coding Agents mit Julia Kordick“. Fragen und Anregungen gerne per Mail oder via Mastodon, Bluesky, LinkedIn oder Instagram.

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(mdo)





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Xcode 26.3: KI-Agenten wie Claude und Codex direkt in der Entwicklungsumgebung


Apple erweitert mit Version 26.3 von Xcode deutlich die Möglichkeiten, mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu entwickeln. In einem am Dienstagabend veröffentlichten Release Candidate können in der Entwicklungsumgebung Coding Agents wie Claude Agent von Anthropic und Codex von OpenAI direkt in Xcode genutzt werden. Die neuen Funktionen knüpfen an die Integration von externen Large Language Models (LLMs) in Xcode 26 an, die es immerhin auch schon ermöglichte, Quelltexte automatisch ohne mühsames Copy & Paste an beliebte Chatbots wie ChatGPT und Claude weiterzugeben.

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Die bisherige Integration hat aber ihre Grenzen: Modelle können nicht den vollen Kontext einer Anfrage sehen und sie können in vielem auch nicht selbst aktiv werden und müssen den Entwickler darum bitten bzw. ihn instruieren. Für Entwickler war die Coding Intelligence in ihrem jetzigen Ausbaugrad gleichwohl schon eine deutliche Hilfe. Nachdem Apple im Jahr 2024 erst Pläne für ein eigenes LLM in Xcode verfolgt hatte, die jedoch nicht veröffentlicht wurden, stieß der iPhone-Hersteller mit dem neuen Ansatz, externe Modelle zu integrieren, auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni 2025 auf positive Resonanz.

Die Erweiterung in Xcode 26.3 schafft hier ganz neue Möglichkeiten. Apple hat seine Software dahingehend erweitert, dass jeder Agent, der das quelloffene Model Context Protocol (MCP) unterstützt, künftig mit Xcode arbeiten kann. Dadurch ist es KI möglich, auch die Projektstruktur zu untersuchen, Projekteinstellungen zu verändern, testweise einen Build zu erzeugen und automatisierte Tests vorzunehmen. Durch Auswertung von Build Logs kann die KI ihren Code automatisch weiter bauen, bis das Projekt fehlerfrei kompiliert. Auch auf die aktuelle Dokumentation Apples können die Agenten zugreifen, sodass sie besser als bislang auch neue APIs unterstützen sollen.

Die KI-Agenten können auch Bildschirmfotos von Xcode anfertigen, um das zu sehen, was der Entwickler gerade sehen kann. Dies alles soll überdies darauf optimiert sein, den Gebrauch von Token – und damit die Kosten – zu reduzieren.

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Die Installation ist einfach: Über die Einstellungen können die Agenten mit einem Klick installiert werden. Dort können derzeit schon ChatGPT, Claude oder andere Modelle aktiviert werden. Entwickler müssen also nicht wie zum Beispiel bei Claude Code das Terminal und die Kommandozeile bemühen. Vorgenommene Veränderungen werden in gewohnter Weise mit einer Markierung im Quelltext sichtbar gemacht und sollen sich leicht zurücknehmen lassen.

Xcode 26.3 ist zunächst als Release Candidate für alle Mitglieder des Apple Developer Program verfügbar. Die Veröffentlichung im App Store soll in Kürze erfolgen.


(mki)



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