Künstliche Intelligenz
Mittwoch: Microsoft-Milliarden für Portugal-Server, Softbanks KI-Investitionen
90 Kilometer südlich Lissabons entsteht ein Campus für KI-Rechenanlagen. Microsoft steigt groß ein. 10 Milliarden US-Dollar sollen in die insgesamt sechs geplanten Anlagen in Portugal fließen. Dabei ist bislang allerdings unklar, wann und wie viel Geld Microsoft wofür genau ausgeben will. Milliarden will auch Softbank ausgeben und hat sich dafür offenbar Kapital an der Börse verschafft. Die Aktienverkäufe befeuern Befürchtungen um ein Platzen der KI-Blase, denn der japanische Konzern hat sich von all seinen Nvidia-Aktien getrennt. Doch Softbank braucht wohl nur neue Finanzmittel für OpenAI und die Übernahme eines CPU-Herstellers. Derweil möchte die Wikimedia-Stiftung das Überleben der Wikipedia im KI-Zeitalter sichern. Die Profiteure sollen für den Aufwand zahlen, den sie verursachen. Denn KI-Firmen greifen mit Bots die Inhalte automatisch ab, um ihre Modelle damit zu füttern. Dadurch entstehen der Wikimedia erhebliche Kosten, die sie gern ersetzt haben will – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Auf der Suche nach Rechenkräften für Künstliche Intelligenz und die Cloud, ist Microsoft in Portugal fündig geworden. In der Hafenstadt Sines, etwa 90 Kilometer Luftlinie südlich der Hauptstadt Lissabon, entsteht ein Campus, der 1,2 Gigawatt Leistung ziehen soll. Eine von insgesamt sechs geplanten Anlagen steht bereits. Nun verspricht Microsoft, zehn Milliarden US-Dollar, rund 8,6 Milliarden Euro, beizusteuern. Wie viel des Geldes Miete oder Nutzungsgebühren sind, und wie viel Kapital in Aktien oder andere Beteiligungsformen fließt, ist undeutlich. Auch der Zeitraum für den Geldfluss ist bislang nicht bekannt. Nicht weniger als 12.600 High-End-GPUs der nächsten Generation Nvidias sollen eines Tages in Sines rechnen: Microsoft investiert Milliarden in portugiesisches KI-Rechenzentrum.
Für eigene Milliarden-Investitionen hat Softbank zuletzt all seine Nvidia-Aktien verkauft. Daraufhin ist der Börsenkurs des GPU-Herstellers gestern um knapp drei Prozent gefallen. Dass sich der japanische Konzern und Großinvestor etlicher KI-Firmen von den Nvidia-Wertpapieren trennt, weckt erneute Befürchtungen um ein mögliches Platzen der KI-Blase. Doch offenbar benötigt Softbank lediglich neues Geld für die Finanzierung von OpenAI und die Übernahme des Prozessorherstellers Ampere Computing. Zumal die Japaner auch Millionen Aktien von T-Mobile und der Deutschen Telekom verkauft haben. Das hat im letzten Quartal insgesamt 12,1 Milliarden US-Dollar in Softbanks Kasse gespült: Softbank verkauft Millionen Nvidia- und Telekom-Aktien für neue KI-Investitionen.
Künstliche Intelligenz ist hingegen ein Problem für Wikipedia, denn die Online-Enzyklopädie und verwandte Projekte der Wikimedia-Stiftung sind ein gefundenes Fressen für KI-Firmen. Sie grasen die wertvollen Daten laufend ab, um damit ihre großen Sprachmodelle zu füttern. Das verursacht Wikimedia erhebliche Kosten, weshalb sie die KI-Bots bremsen wollte. Da sich die Bots zunehmend als Menschen tarnen, hat das nur bedingt funktioniert. Jetzt drängt Wikimedia auf die Nutzung einer separaten Schnittstelle (API), die die automatisierte, strukturierte Abfrage der Inhalte erlaubt. Gelegentliche Nutzung ist gebührenfrei, für intensive Nutzung hingegen fallen Gebühren an. Diese Einnahmen sollen den Serverbetrieb und laufend notwendige juristische Verteidigung finanzieren helfen: Wikimedia bittet KI-Firmen zur Kasse.
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Die deutsche Bundesregierung erachtet die Sicherheit der IKT-Systeme des Kanzleramts als Staatsgeheimnis. Sie weigert sich daher, wesentliche Informationen zur IT-Sicherheit der Regierungszentrale preiszugeben. Die Regierung begründet diesen außergewöhnlichen Schritt in ihrer Antwort auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion so: Sämtliche Auskünfte zu dem Thema berührten derart schutzbedürftige Geheimhaltungsinteressen, dass das Staatswohl dem parlamentarischen Auskunftsrecht überwiege. Nach Ansicht von Experten funktioniert Sicherheit durch Verschleierung aber nicht als primäre oder alleinige Sicherheitsstrategie, da sie Angreifer allenfalls kurzzeitig bremst. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt davor: IT-Sicherheit im Kanzleramt ist laut Bundesregierung über-geheim.
Im Jänschwalde bei Cottbus soll ein riesiger Stromspeicher entstehen. Er wird zu den größten Akkumulator-Anlagen dieser Art weltweit gehören. Die GigaBattery Jänschwalde 1000 soll Strom aus Solar- und Windkraftanlagen speichern und in Zeiten, wenn beide nicht zur Verfügung stehen, ins Netz speisen. Die Speicherkapazität soll vier Gigawattstunden betragen. Das reiche aus, um über 1,6 Millionen Haushalte vier Stunden lang mit Strom zu versorgen. Der Speicher soll eine Leistung von einem Gigawatt liefern, die Hälfte dessen, was das nahegelegene Braunkohlekraftwerk Jänschwalde bereitstellt. Baubeginn für den neuen Speicher ist voraussichtlich im Mai oder Juni 2026. Ende 2027 oder Anfang 2028 könnte der Speicher in Betrieb gehen: Gigawattstunden-Netzspeicher wird in Brandenburg gebaut.
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Google hat seine bislang größten Investitionen in Deutschland angekündigt: 5,5 Milliarden Euro bis 2029. Diese fließen in den massiven Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz, neue Rechenzentren sowie innovative Projekte für erneuerbare Energien und Abwärmenutzung. Philipp Justus, Deutschlandchef, hob die Dimension des Vorhabens hervor, denn es sind „mehr als fünfmal so viel als 2020“ bei der jüngsten Initiative. Öffentliches Geld sei nicht dabei. Er kündigte den Bau eines „hochmodernen Cloud-Rechenzentrum“ im hessischen Dietzenbach und den Ausbau des bestehenden in Hanau an. Der Einsatz bekräftige Googles Engagement für „langfristiges Wachstum in Deutschland“ und werde „insgesamt jedes Jahr 9000 Arbeitsplätze“ hier sichern: Googles 5,5 Milliarden Euro als „BIP-Booster“ für KI in Deutschland.
Auch noch wichtig:
- Der Bau an der 170 Kilometer langen Stadt The Line ist gestoppt. Von offizieller Seite wird aber an dem Megaprojekt festgehalten: Megaprojekt The Line ist wohl gescheitert.
- In Russland geht das mobile Internet der SIM-Karte Einreisender nicht mehr. Die Regierung erklärt nun, warum die Funktion beim Mobilfunk blockiert wird: Russland blockiert SIM-Karten für 24 Stunden nach Einreise.
- Kieler Forscher untersuchen in einem Forschungsprojekt, wie Naturfasern teure und umweltbelastende Verbundstoffe in Rotorblättern ersetzen können: Kieler Forscher entwickeln Rotorblätter für Kleinwindkraftanlagen aus Naturfaser.
- Milliardenprofite aus Verbrechen wurden über das Samourai Wallet verschleiert. Einer der beiden Gründer kennt nun sein Urteil: 5 Jahre Haft für Krypto-Mixer, denn Richterin erkennt keine Reue.
- Vor gut zehn Jahren verschwand E-Plus, es gab nur noch drei Handynetze. Inzwischen ist mit 1&1 wieder eine Nummer vier aufgetaucht: 1&1 hat seine Handykunden im eigenen Netz – überwiegend mit Vodafone-Roaming.
- Das Landgericht München hat gegen OpenAI entschieden. Geklagt hatte die GEMA – es geht um Liedtexte von Helene Fischer und mehr: Niederlage für ChatGPT bei GEMA vs. OpenAI vor Münchner Gericht.
- Ein Gerichtsurteil in München könnte weitreichende Folgen für die KI-Branche haben. Das eigentliche Dilemma erscheint kaum auflösbar, analysiert Malte Kirchner zum GEMA-ChatGPT-Urteil: Das kann kein Zufall sein!
- Apps geräteübergreifend verwalten, Videos bei Notrufen teilen – Google liefert mit dem November-Update neue Android-Funktionen über Play-Store und -Dienste: Googles Android-System-Update für November mit Neuerungen.
- 15 Jahre lang gehörte der Like-Button von Facebook zu einem festen Bestandteil des Internets. Nun steht das Ende an, am 10. Februar soll er verschwinden: Facebook nimmt nach 15 Jahren externe Like- und Kommentar-Buttons offline.
- Um Badegäste an australischen Stränden zu schützen, wurden Drohnen zur Ortung von Haien eingesetzt. Die Studie sei ein Erfolg, das Programm wird ausgeweitet: Drohnen zur Haifischbeobachtung an Stränden sind effektiver als Netze.
- Mercedes erneuert nun zügig sein E-Auto-Angebot. Der GLB EQ stellt den noch aktuellen EQB in mindestens einer Hinsicht in den Schatten: Ein erster Ausblick auf den Mercedes GLB EQ.
- Flash-Speicher wird knapp und teuer, während die DRAM-Preise massiv steigen und Festplatten lange Lieferzeiten haben. Es ist eine Speicherkrise: Flash-Speicher für 2026 ist schon fast ausverkauft.
(fds)
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Top 10: Die beste Wärmebildkamera für das Handy im Test – Hikmicro, Flir & Co.
Wärmeverluste, Lecks und Störungen aufspüren: Wir zeigen die besten Wärmebildkamera-Adapter für das Smartphone.
Eine besonders einfache und platzsparende Lösung ist eine kompakte Wärmebildkamera, die die direkt ans Smartphone angeschlossen wird. Diese Modelle dienen als Dongle und ermöglichen eine kostengünstige Thermografie ohne separates Gerät. So lassen sich Wärmebrücken, elektrische Probleme und Wasserlecks schnell und zuverlässig aufspüren.
Im Vergleich zu klassischen Wärmebildkameras sind diese Nachrüstlösungen preiswerter und handlicher, weil das Smartphone zugleich Anzeige und Steuerung übernimmt. Dennoch liefern sie eine ausreichend hohe Bildqualität für viele Einsatzbereiche. Gerade für Heimwerker, Energieberater oder Techniker, die punktuell Messungen vornehmen, sind sie ideal. Durch die einfache Anbindung an das Smartphone wird die thermische Analyse nicht nur günstiger, sondern auch flexibler.
Welche ist die beste Wärmebildkamera für das Handy?
Testsieger ist die Wärmebildkamera Hikmicro Mini 2 V2 Plus ab 250 Euro. Als USB-C-Dongle ist sie schnell installiert und benötigt kaum Platz, zudem bietet sie eine manuell verstellbare Fokuslinse.
Wofür benötigt man eine Wärmebildkamera?
Eine Wärmebildkamera kann im Haushalt vielfältig eingesetzt werden, um verschiedene Aspekte der Gebäude- und Haushaltsüberwachung zu verbessern. Folgende Anwendungsbereiche sind denkbar:
- Energieeffizienz: Wärmelecks in Wänden, Fenstern und Türen finden.
- Elektrogeräteüberwachung: Früherkennung von Überhitzung oder Funktionsstörungen in Elektrogeräten.
- Heizung: Diagnose von Heizungsanlagen für Effizienzsteigerungen und gleichmäßige Wärmeverteilung.
- Rohrleitungen und Wasserlecks: Aufspüren von undichten Stellen in Rohrleitungen und Identifizierung von Wasserschäden in der Gebäudestruktur.
- Schädlingsbekämpfung: Suche nach Verstecken von Schädlingen, da diese oft als Wärmequellen erscheinen.
Ferner können Wärmebildkameras interessant sein für Naturfreunde, Jäger oder Förster, die nachts Tiere ausfindig machen wollen.
Wie funktioniert eine Wärmebildkamera?
Eine Wärmebildkamera erfasst die Infrarotstrahlung, die von Objekten emittiert wird. Das Prinzip basiert auf der Tatsache, dass alle Objekte mit einer Temperatur über dem absoluten Nullpunkt (–273 Grad Celsius oder 0 Kelvin) Infrarotstrahlung abgeben. Damit ist es möglich, die Wärme einer Oberfläche zu erkennen. Oft nennt man eine solche Linse einfach nur Infrarotkamera. Hier ist aber zwischen Wärmebild- und Nachtsichtkameras zu unterscheiden. Wärmebildkameras erfassen Temperaturunterschiede, während Nachtsichtgeräte Restlicht oder Infrarotlicht verwenden, um Bilder bei Dunkelheit sichtbar zu machen.
Beide Technologien haben unterschiedliche Anwendungen und ergänzen sich in verschiedenen Szenarien. Eine Wärmebildkamera soll primär Temperaturunterschiede von Oberflächen darstellen, während die Nachtsichtkamera die Sichtbarkeit bei völliger Dunkelheit durch vorhandenes Licht sowie reflektiertes Infrarotlicht gewährleistet. Letzteres kommt bei Überwachungskameras mit Nachtsicht (Bestenliste) zum Einsatz.
Das Bild einer Wärmebildkamera ist farbig dargestellt – man nennt das auch eine Pseudofarbdarstellung. Da Temperaturen selbst keine Farben haben, hilft die farbige Darstellung dem menschlichen Auge, Unterschiede einfacher zu erkennen. Das erleichtert die schnelle Identifikation von Unterschieden beim Temperaturbereich und Hotspots. Sie ist auch für den Benutzer leichter zu verstehen als eine Darstellung in Graustufen.
Warum ist thermische Empfindlichkeit so wichtig?
Ein zentrales Qualitätsmerkmal von Wärmebildkameras ist die sogenannte thermische Empfindlichkeit, auch bekannt als NETD (Noise Equivalent Temperature Difference). Dieser Wert gibt an, wie klein der Temperaturunterschied sein darf, den die Kamera noch zuverlässig erkennen kann.
Je niedriger der NETD-Wert (Beispiel: <40 mK), desto empfindlicher ist die Kamera – sie kann also feinere Temperaturunterschiede darstellen. Diesen Wert erreichen alle Adapter aus dieser Bestenliste annähernd. Das ist besonders wichtig bei der Detektion von kleinen Wärmelecks, leichten Überhitzungen oder in der präzisen Energieberatung. Kameras mit höherer thermischer Empfindlichkeit liefern klarere, kontrastreichere Bilder, insbesondere bei geringen Differenzen oder ungünstigen Umgebungsbedingungen.
Je nach Modell liegt der erfassbare Temperaturbereich meist zwischen –20 °C und +400 °C, was für typische Anwendungen im Haushalt, der Gebäudethermografie oder bei technischen Prüfungen vollkommen ausreichend ist. Manche Kameras messen auch darüber hinaus bis über 550 °C, was für industrielle Anwendungen relevant sein kann.
Auflösung und Bildqualität
Die Wärmebildkameras dieser Bestenliste bieten Sensorauflösungen von 160 × 120 bis 256 × 192 Pixel. Modelle wie die Infiray P2 Pro oder Topdon TC002C Duo liefern dadurch mehr Details als günstigere Einsteigervarianten. Eine höhere Auflösung erleichtert die Erkennung feiner Temperaturunterschiede, etwa bei der Lecksuche oder Elektrodiagnose.
Einige Geräte werben mit Auflösungen bis zu 512 × 384 Pixel. Dabei handelt es sich jedoch vornehmlich um digital hochgerechnete Werte. Durch Interpolation und digitales Nachschärfen wird das Bild optisch verbessert, die tatsächliche Sensorauflösung bleibt jedoch geringer. Für den Anwender wirkt das Bild dennoch schärfer und detailreicher.
Unterstützende Technologien
Zur weiteren Bildoptimierung setzen Hersteller auf Funktionen zur Bildoptimierung. Flir nutzt zum Beispiel MSX (Multi-Spectral Dynamic Imaging). Dabei werden sichtbare Konturen aus dem Kamerabild mit dem Wärmebild kombiniert. So erscheinen Gebäudestrukturen, Kanten oder Beschriftungen deutlich klarer, ohne die Temperaturmessung zu beeinflussen.
Solche Technologien sind besonders hilfreich bei geringen Temperaturunterschieden oder schwachem Kontrast – etwa bei schlecht isolierten Fenstern oder verdeckten Leitungen. Sie verbessern die Lesbarkeit des Wärmebildes erheblich, selbst bei begrenzter Auflösung.
Welches Handy hat eine Wärmebildkamera?
Zahlreiche Outdoor-Handys (Bestenliste) verfügen neben einer Nachtsichtkamera auch über eine Wärmebildkamera. Teilweise gilt das auch in Kombination mit einer IR-Linse für Nachtsicht, wie einige der Modelle aus unseren Tests zeigen.
Fazit
Eine Wärmebildkamera ist sehr praktisch. So erkennt man damit zu Hause schneller eine schwache Isolierung, ein Leck in einer Wasserleitung oder Geräte, die möglicherweise zu überhitzen drohen. Zudem kann man damit in der Dunkelheit Säugetiere aufspüren.
Eine vergleichsweise preiswerte Möglichkeit ergibt sich mit einem Wärmebildkameramodul zum Nachrüsten. Das Modul wird einfach ins Smartphone gesteckt und per App genutzt. Diese Lösung ist zudem platzsparend.
Eine Alternative wären Outdoor-Smartphones mit eingebauter Wärmebildkamera. Stand-alone-Lösungen bieten mehr Komfort und oft eine höhere Genauigkeit, sind aber häufig teurer.
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Urteil: Meta muss Telekom 30 Millionen Euro zahlen
Im Streit um Nutzungsentgelte muss der Facebook-Mutterkonzern Meta der Deutschen Telekom einem Urteil zufolge rund 30 Millionen Euro zahlen. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht bestätigte eine Entscheidung des Kölner Landgerichts, dass die Zahlungspflicht Anfang 2024 auf rund 20 Millionen Euro festgelegt hatte. Da es in dem Berufungsverfahren um einen längeren Zeitraum ging, soll Meta nun rund 30 Millionen Euro zahlen (VI-6 U 3/24).
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Meta hatte den Bonner Konzern jahrelang für den Transport von Daten bezahlt – Internetnutzer haben über das Telekom-Netz Zugriff auf die Online-Dienste von Facebook, Instagram & WhatsApp bekommen. 2021 stellte Meta diese Zahlungen ein und die Telekom zog vor Gericht. Die Daten übermittelte sie weiter.
Das Düsseldorfer OLG entschied, dass die Telekom von der Meta-Tochter Edge Network zu Recht die Vergütung erbrachter Leistungen verlange. Die Meta-Tochter hatte argumentiert, dass es gar keinen rechtsgültigen Vertrag samt Zahlungspflicht gebe, etwa weil die Telekom gegenüber Meta gar keine Leistung erbringe, sondern gegenüber den Telekom-Endkunden, welche die Datenübermittlung ja veranlassten. Die Telekom erfülle bei der Datenübermittlung nur vertragliche Verpflichtungen gegenüber Endkunden.
Harsche Vorwürfe von beiden Seiten
In dem Rechtsstreit hatten sich beide Seiten vorgeworfen, marktbeherrschend zu sein und ihre Positionen kartellrechtswidrig zu missbrauchen. Mit Blick auf die Telekom ließ das Gericht diesen Vorwurf in dem Verfahren aber nicht gelten. Vielmehr verfüge die Meta-Tochter über eine erhebliche Gegenmacht, die ein Ausnutzen einer marktbeherrschenden Stellung in diesem Fall ausschließe, befanden die Richter. So hätte Edge Network die Datenübertragung an den Netzbetreiber Telekom beenden und die Daten stattdessen über Telekom-Konkurrenten leiten können, so die Kammer.
Dass die Telekom bis 2020 im kleinen Rahmen Geld von Meta bekommen hat, ist gewissermaßen ein historischer Sonderfall – andere Netzbetreiber wie Vodafone bezahlt die Facebook-Mutter nicht. Der finanzielle Betrag, den die Telekom einfordert, spielt in der juristischen Auseinandersetzung letztlich nur eine Nebenrolle. Viel wichtiger ist dem Unternehmen die gerichtliche Feststellung, dass der Netzbetreiber einen grundsätzlichen Zahlungsanspruch hat.
Eine Telekom-Sprecherin sagte, man nehme das Urteil zur Kenntnis. „Das OLG Düsseldorf hat unsere Rechtsauffassung bestätigt, dass der Transport von Datenverkehr von Meta durch unser Netz eine werthaltige Leistung darstellt.“
„Fair Share“-Debatte
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Der Rechtsstreit zwischen der Telekom und Meta ist eine Facette der „fair share“-Debatte: Die großen europäischen Netzbetreiber fordern seit langem, dass große amerikanische Technologieunternehmen ihren „fairen Anteil“ an den Kosten von Übertragungsnetzen haben, schließlich sei der Betrieb der Netze teuer und ohne die Netze könnten „Big Techs“ wie Amazon, Google und Meta kein großes Geschäft machen mit ihren europäischen Kunden.
Mit der „fair share“-Forderung stoßen die Chefs europäischer Telekommunikationskonzerne aber immer wieder auf Granit, wesentlichen Rückhalt aus Europas Politik bekommen sie nicht. Die US-Technologieriesen argumentieren, dass die Nachfrage von Privatleuten nach Internetverträgen nur ihretwegen so hoch sei und davon auch die Netzbetreiber profitierten.
(vbr)
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Europäischer Aktionsplan gegen Cybermobbing | heise online
Die EU-Kommission will Opfer von Online-Mobbing in Deutschland und anderen Mitgliedsländern der Union künftig mit einer App unterstützen. Diese soll besonders Kindern und Jugendlichen ermöglichen, Vorfälle zu melden, Beweise zu sichern und Hilfsangebote zu bekommen, wie die Europäische Kommission am Dienstag in einem Aktionsplan gegen Cybermobbing ankündigte.
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Als Vorbild soll die bereits existierende französische App „3018“ dienen. Die EU-Kommission will die Vorlage dann den Mitgliedsländern zur Verfügung stellen, wo sie an nationale Gegebenheiten angepasst werden sollen. Die App soll dann auch auf großen Online-Plattformen zur Verfügung stehen. „Es muss einfacher sein, zu melden, als Menschen online zu mobben“, sagte der für Kinder und Jugend zuständige EU-Kommissar Glenn Micallef.
KI als Mobbing-Werkzeug
Rund jedes sechste Kind zwischen 11 und 15 Jahren in Europa berichtet nach Angaben der EU-Kommission, Opfer von Cybermobbing geworden zu sein. Besonders gefährdet sind demnach Mädchen und junge Frauen, Kinder aus einkommensschwachen Haushalten sowie Angehörige von Minderheiten.
Ausdrücklich thematisiert der Plan die wachsende Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI). Sie ermögliche neue Formen des Cybermobbings, etwa sogenannte sexualisierte Deepfakes. Das europäische KI-Gesetz soll im dritten Quartal 2026 solche Praktiken gezielter verbieten.
Die EU-Kommission will zudem verstärkt auf Prävention setzen. Noch in diesem Jahr plant sie etwa aktualisierte Leitlinien für Lehrkräfte vorzulegen, die Cybermobbing explizit in die Medienbildung einbeziehen.
EU-Verfahren gegen Online-Riesen
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Kern des Rechtsrahmens gegen Hass und Hetze im Netz soll der Digital Services Act (DSA) bleiben, der Plattformen zur sicheren Gestaltung ihrer Dienste für Minderjährige verpflichtet. Die EU-Kommission will die Regeln noch im laufenden Jahr überarbeiten, um Opfer von Online-Mobbing besser zu schützen.
Auf Grundlage des DSA laufen wegen mutmaßlich mangelnden Kinder- und Jugendschutzes bereits Verfahren etwa gegen den Facebook- und Instagram-Konzern Meta oder den Betreiber mehrerer Pornoseiten. Die europäischen Digitalregeln hatten zuletzt immer wieder zu Spannungen mit den USA geführt.
(vbr)
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