Apps & Mobile Entwicklung
COD: Black Ops 7 im Benchmark-Test
ComputerBase hat die PC-Version von Call of Duty: Black Ops 7 im Technik-Test. Im Fokus stehen Grafikkarten-Benchmarks mit GeForce, Radeon und Arc sowie eine Analyse der Upsampling-Techniken DLSS, FSR 3, FSR 4 und XeSS sowie der Raytracing-Reflexionen. Letztere überzeugen sehr, haben aber trotzdem ein großes Problem.
Call of Duty: Black Ops 7: Die Technik der PC-Version
Call of Duty geht in die nächste Runde: Die 2025er-Ausgabe hört auf den Namen Black Ops 7, erst letztes Jahr gab es Black Ops 6. Während Black Ops 6 (Test) unter anderem wegen einer guten Kampagne zu gefallen wusste, gelingt dies dem neuen Teil nicht. Ganz im Gegenteil, Call of Duty: Black Ops 7 ist bei den Spielern großer Kritik ausgesetzt – vor allem die „Kampagne“ ist für viele eine herbe Enttäuschung.
Die Raytracing-Reflexionen sind sehr gut, aber trotzdem nicht sinnvoll
An dieser Stelle geht es wie üblich auf ComputerBase jedoch nicht um das Gameplay, sondern die Technik der PC-Version. Insgesamt gibt es hier wie so oft in der Call-of-Duty-Serie wenig Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger, eine große Änderung hat sich dann aber doch eingeschlichen. Sie hat einen großen optischen Einfluss, ist aber leider völlig fehl am Platz.
Die Rede ist von Raytracing, genauer gesagt Raytracing-Reflexionen. Bei diesen haben sich die Entwickler viel Mühe gegeben, der optische Einfluss des Features ist überraschend groß und auch überraschend hochwertig. Ein richtig großer Teil der Levels profitiert von den hübscheren Reflexionen, störende und kaputte Screenspace-Reflexionen gibt es nicht mehr. Doch kosten die RT-Reflexionen wirklich abartig viel Performance, sodass sie in dem Multiplayer-Teil von Call of Duty kaum sinnvoll zu gebrauchen sind. Und in der Koop-Kampagne gibt es die Reflexionen nicht. Verstehen muss das keiner.
AMD und Nvidia mit dem vollen Programm – Intel nicht
An den extremen Hardware-Anforderungen mit Raytracing ändert auch Upsampling nicht viel, wobei COD: Black Ops 7 mit allem ausgestattet ist: DLSS 4 ist mit dabei, dasselbe gilt für FSR 3.1, natives FSR 4 und XeSS. Darüber hinaus gibt es DLSS Ray Reconstruction und erstmals auch FSR Ray Regeneration (Test) – das ist eine Premiere von AMD FSR Redstone.
Und auch DLSS Frame Generation, DLSS Multi Frame Generation und FSR Frame Generation sind mit dabei. Das einzige, was fehlt, ist schlussendlich XeSS Frame Generation. Wichtig als Multiplayer-Titel ist darüber hinaus Nvidia Reflex und AMD Anti-Lag 2, beides ist mit dabei. Intel XeLL fehlt aber auch hier.
Upsampling (Nvidia DLSS / AMD FSR) in der Analyse
Call of Duty: Black Ops 7 bietet als Super-Resolution-Upsampling DLSS 4 (inklusive optionalem, altem CNN-Modell), FSR 3.1, natives FSR 4 sowie XeSS.
Wie sonst überall gilt auch in Call of Duty: Black Ops 7, dass DLSS 4 und FSR 4 die mit Abstand besten Upsampling-Techniken sind, die zumindest in hohen Auflösungen im Performance-Modus selbst der nativen Auflösung mitsamt TAA-Kantenglättung überlegen sind. Intel XeSS liegt im Vergleich abgeschlagen zurück, bietet aber eine durchaus brauchbare Bildqualität, während FSR 3.1 einen kompletten Absturz hinlegt.
DLSS 4 bietet mit einer Einschränkung die beste Bildqualität in Black Ops 7. Nvidias Upsampling bietet die beste Bildschärfe bei zugleich bester Bildstabilität. Nur sehr wenige Elemente flimmern geringfügig in Bewegung und das sind meist die, die mit nativer Auflösung regelrecht durchdrehen. Eins kann DLSS 4 aber nicht und das zeigt sich mittlerweile in vielen Spielen: Wasser. Wasser weist auch im neuesten Call of Duty unschöne Artefakte auf.
DLSS 4 und FSR 4 bleiben die Platzhirsche
Das, was DLSS 4 gut kann, kann auch FSR 4 gut, wenn auch eine Qualitätsstufe darunter. Die Bildstabilität ist auch in aggressiven Modi noch gut, aber eben nicht so gut wie mit DLSS 4. Die Bildschärfe ist ebenso gut und zum Beispiel in Bewegung selbst der nativen TAA-Kantenglättung noch überlegen. Aber eben weniger gut als bei DLSS 4. Einen großen Punktsieg fährt FSR 4 dagegen beim Wasser ein, das zwar nicht absolut scharf, aber dafür flimmerfrei dargestellt wird. Kein anderes Upsampling oder die native Auflösung kommen auch nur im Ansatz an dieses Ergebnis heran.
DLSS 4 und FSR 4 sind der nativen Auflösung mitsamt dem spieleigenen TAA im Quality-Modus durchweg überlegen und in hohen Auflösungen auch im Performance-Modus noch überlegen. Letzteres verliert gerade in Bewegung viel Bildschärfe, vor allem DLSS 4, aber auch FSR 4 haben das besser im Griff.
XeSS ist eine mögliche Alternative mit ordentlicher Bildqualität. An die Flaggschiffe von AMD und Nvidia kommt die Intel-Lösung aber nicht heran, vor allem das Bewegtbild ist unschärfer. FSR 3.1 hat einen Totalausfall: So eine Flimmer-Parade bei zugleich unscharfem Bild hat man schon lange nicht mehr gesehen. Inhaber einer Radeon RX 7000 oder älter sollten ganz klar Intel XeSS den Vorzug geben.
Raytracing in der Analyse
Call of Duty: Black Ops 7 bietet erstmals Raytracing für die Reflexionen, die jedoch aus unerklärlichen Gründen nur im Multiplayer, nicht jedoch in der Koop-Kampagne zur Verfügung stehen. Zwei Qualitätsstufen stehen zur Verfügung: „Hoch“ und „Gering“.
Die Raytracing-Reflexionen haben einen überraschend großen Einfluss auf die Grafik in COD: Black Ops 7. Das liegt daran, dass sie die Screenspace-Reflexionen komplett ersetzen, die üblichen kaputten Rasterizer-Reflexionen gibt es in dem Fall nicht. Darüber hinaus setzen die Entwickler einen überraschend geringen Roughness-Cutoff bei den Reflexionen an, sodass auch wenig spiegelnde Objekte dennoch eine Reflexion aufweisen. Damit gibt es eine Menge diffuse Reflexionen, auf Hochglanz-Reflexionen verzichtet das Spiel zu einem Großteil.
Richtig gut und mit viel weniger Bild-Artefakten
Optisch macht das richtig viel her. Nicht nur, dass für viele Oberflächen in dem Spiel die Raytracing-Reflexionen genutzt werden – in manchen Levels fast auch alle Oberflächen –, darüber hinaus sind die Rasterizer-Reflexionen sehr fehlerhaft in dem Spiel. Diese rauschen stellenweise extrem stark, was sehr störend ist. Die RT-Reflexionen beheben das Problem dagegen.
Die RT-Einstellungen Hoch und Niedrig beinhalten primär die Auflösung der Reflexionen, die mit Hoch deutlich höher ist als mit Niedrig. Niedrig umfasst zwar dieselben Objekte, die BVH-Struktur ist anscheinend identisch. Doch zeigen diese viel weniger Details und sind unscharf. Die Hoch-Einstellung ist optisch entsprechend deutlich besser.
Aber der FPS-Verlust ist einfach viel zu groß
Und nun kommt der große Haken: Auch wenn die Raytracing-Reflexionen in Black Ops 7 sehr gut aussehen, sinnvoll sind diese nicht. Diese benötigen wirklich extrem viel Leistung, ganz gleich welche Grafikkarte im Rechner steckt. Die Performance wird dabei schnell halbiert bis gedrittelt, was in einem Multiplayer-Spiel keine Alternative ist. Der Hauptgrund dafür ist vermutlich, dass wirklich sehr viele diffuse Reflexionen dargestellt werden, die immer deutlich anspruchsvoller sind als glasklare Reflexionen. Aber auch dann dürfte der FPS-Verlust eigentlich nicht so groß sein. Dieser entspricht viel mehr einem richtigen Pathtracing-Spiel.
Widescreen im Kurz-Test
Die meisten Spiele unterstützen heute die beliebten Widescreen-Formate, alle Titel dann aber immer mal wieder doch nicht – oder auch nicht korrekt. ComputerBase hat folgende 2 Screenshots in der Auflösung 3.440 × 1.440 (UWQHD) sowie 2.560 × 1.440 (WQHD) aufgenommen, was dem 21:9- und dem klassischen 16:9-Format entspricht. Daran lässt sich erkennen, wie das Spiel mit Widescreen-Auflösungen um geht.
Die offiziellen Systemanforderungen
Die Ladezeiten
Manche Spiele laden unglaublich schnell, andere wiederum benötigen eine schiere Ewigkeit. Mit einer Stoppuhr ausgestattet, misst die Redaktion die Ladezeiten ins Hauptmenü und dann von dort in die Testsequenz. Da Ladezeiten variieren können, wird dies insgesamt dreimal durchgeführt und dann ein Durchschnitt gebildet. Zwischen jedem Versuch wird der Rechner neu hochgefahren, sodass keine Dateien mehr im Cache vorliegen. Falls es abbrechbare Intros oder Videosequenzen gibt, werden sie weggeklickt, denn nur die reine Ladezeit ist wichtig. Sofern das Spiel bemerkbar einmalig Shader vorab kompiliert, wird dieser Lauf nicht in die Rechnung einbezogen. Die Zeit der Shader-Erstellung wird separat angegeben.
Dabei ist zu bedenken, dass ComputerBase einen High-End-PC besitzt, der unter anderem mit einem Ryzen 7 9800X3D und einer Seagate FireCuda 530 als PCIe-4.0-fähige NVMe-SSD ausgestattet ist. Entsprechend werden die Ladezeiten auf den meisten Systemen länger ausfallen. Die Werte hier sind nur zur Orientierung gedacht.
Offizielle Steam-Deck-Kompatibilität
Wenn Spiele auf der Plattform Steam erscheinen, laufen sie auch oft auf dem Steam Deck. Zwar hat die Redaktion bei Technik-Tests nicht immer die Möglichkeit, die Performance auf der tragbaren Konsole zu überprüfen, doch gibt Steam bei den Titeln auch stets eine generelle Einordnung der Kompatibilität an. Wie sie ausfällt, findet sich hier im Artikel.
Aktuell hat Valve aber noch keine Einordnung zur Steam-Deck-Kompatibilität für Call of Duty: Black Ops 7 bekanntgegeben.
Apps & Mobile Entwicklung
AMD Ryzen AI Max+ 395 im Test
AMDs Strix Halo war als die große AI-Lösung geplant, rückte zuletzt aber klar in Richtung Gaming. Kann das funktionieren? Im Test der Top-Konfiguration AMD Ryzen AI Max+ 395 geht es auch um die Antwort auf diese Frage – AI- sowie Benchmarks zur TDP-Skalierung und einen Ausblick gibt es aber auch.
Anmerkung der Redaktion: Ursprünglich war dieser Artikel als Test des Beelink GTR9 Pro mit Strix Halo geplant. In dem Mini-PC ist der AMD Ryzen AI Max+ 395 verbaut. Da dieser Mini-PC aber technische Probleme vor allem mit dem verbauten Intel-LAN ufweist, wurde das Test-Komplettpaket vorerst verschoben um dem Hersteller mehr Zeit einzuräumen die Probleme zu beheben.
Den AMD Ryzen AI Max+ 395 kann man im System von Beelink aber trotzdem auch separat betrachten, wenn beispielsweise das LAN deaktiviert ist und der eine oder andere Absturz mal beiseite geschoben wird. Denn an der APU von AMD liegt es nicht. Auf den Erfahrungen mit dem Prozessor ohne Probleme basiert nun entsprechend diese Auskopplung.
AMD Ryzen AI Max+ 395 mit Radeon 8060S
Der verbaute AMD Ryzen AI Max+ 395 bedarf trotz bereits lange bekannten technischen Daten noch zwei, drei zusätzlichen Erläuterungen. Hinter dem Codenamen Strix Halo verbirgt sich nämlich die eine oder andere Neuerung, die in Zukunft auch bei anderen AMD-Lösungen Einzug halten könnten. Allen voran geht das Packaging.
Bisher waren APUs bei AMD rein monolithische Chips, sprich alle Bestandteile waren in einem Die verbaut. Strix Halo wiederum setzt zwar auf zwei 8-Zen-5-Kern-Chiplets (CCDs), verbindet diese aber nicht über „lange“ Leitungen auf dem Package (wie bei Ryzen-Desktop-Chips), sondern nutzt das Integrated Fan-Out-Verfahren (InFO) von TSMC.
Genauer gesagt handelt es sich um InFO_oS (on-Substrate), welches beide Chips über Re-Distribution Layer (RDL) miteinander verbindet. Smartphone-Chips setzen in der Regel auf InFO_PoP (Package-on-Package) um dort primär DRAM auf den SoC zu stapeln. Sie alle gehören zur Familie des sogenannten Fan-Out Wafer Level Packaging (FOWLP), dessen Ziel es ist, mehrere Chips ganz eng zusammen zu packen.
Um die CCDs dafür fit zu machen, musste AMD noch einmal zurück in die EDA-Tools (Werkzeuge zur Chip-Entwicklung). Heraus ist so am Ende sogar ein CCD mit acht Kernen und 32 MByte L3-Cache gekommen, der etwas kleiner und kompakter ist als das eines klassischen Ryzen 9000, obwohl alle Bestandteile nahezu identisch sind. Eine große Anpassung gab es jedoch: die Verbindung zum direkt anliegenden 307 mm² großen IOD, welches die 40 CU große Grafikeinheit einschließt, wurde überarbeitet.
Die 40 CUs der Grafikeinheit belegen aber primär nur den mittleren Teil des IOD – und daran angeschlossen 32 MByte Infinity Cache, aufgeteilt in zwei 16-MB-Blöcke jeweils links und rechts der CUs. Im IO-Die ist zudem nämlich auch alles andere verbaut, was eine CPU benötigt, um mit der Außenwelt zu kommunizieren. Allen voran der 256-Bit-Speichercontroller um die acht LPDDR5X-Chips für 256 GByte/s Speicherbandbreite anzusprechen, aber auch die 50 TOPS starke NPU, Media Engine, Display-Anschlüsse, PCI Express, USB und so weiter.
Heraus kommt im Komplettpaket dann Strix Halo: Eine CPU mit 16 vollwertigen Zen-5-Kernen inklusive vollem 512-Bit-AVX-Datenpfad für bis zu 5,1 GHz Takt, die zudem eine 40 CU starke RDNA-3.5-Grafikeinheit mit bis zu 2,9 GHz Takt bietet und über ein Quad-Channel-Speicherinterface schnellen LPDDR5X-8000 anspricht. Dies alles ist offiziell für 45 bis zu 120 Watt TDP gedacht, Partner dürfen aber auch gern darüber hinaus gehen. Insgesamt ist Strix Halo die aktuell modernste Lösung von AMD – in technischer Hinsicht.
Benchmarks von der Stange, AI und Spiele
AMD Ryzen AI Max+ 395 zu testen ist erst einmal natürlich nicht kompliziert. Es ist die klassische x86-CPU mit angehängter Grafikeinheit, die in dem Fall in einem Mini-PC steckt. Deshalb ist der Mini-PC-Testparcours auch die Grundlage, wenngleich der Blick auch darüber hinaus geht.
Im Standard-Profil bei 120 Watt bringt Strix Halo rund 50 Prozent mehr Leistung als Strix Point im AMD Ryzen AI 9 HX 370 mit 65 Watt. Dies beschränkt sich aber auf den Multi-Core-Teil, in Single-Core-Szenarien rangieren Strix Halo und Strix Point auf gleichem Niveau.
Mit eingegrenzter TDP können sich die vollwertigen 16 Zen-5-Kerne hingegen kaum mehr von den vier Zen-5- plus acht Zen-5c-Kernen im HX 370 absetzen. Kombiniert man die Ergebnisse aus leichter und voller Last, bleibt sogar nur ein einstelliger Vorsprung für Strix Halo. Für geringe TDPs ist das Produkt schlichtweg „overkill“, AMDs TDP-Angabe von 55 Watt wird dem Produkt überhaupt nicht gerecht.
TDP-Skalierung von 45 bis 170 Watt in Anwendungen
Im Verlaufsdiagramm wird das noch etwas deutlicher. Zu bedenken ist dabei, dass Strix Halo aus einem 307 mm² großen IOD und zwei knapp 70 mm² großen CCDs besteht, zusammen so auf knapp 450 mm² kommt. Strix Point bringt es nur auf 233 mm² – gepaart mit einfacherem Packaging.
Bei 45 Watt ist Strix Halo gleich schnell wie Strix Point bei 65 Watt. Der Vorteil und damit auch das Einsatzgebiet von Strix Halo liegt in der Skalierung problemlos bis 100 Watt und auch darüber hinaus – dort kommt Strix Point eher nicht hin. Wobei dann wiederum schnell das Ende erreicht ist, da die Temperatur mitspielen muss, wie später deutlich wird.
Power/CB24-Skalierung
AI-Anwendungen funktionieren …
Dass das Testsytem von Beelink ausgerechnet bei großen AI-Workloads am dafür vorgesehen doppelt verfügbaren schnellen LAN-Anschluss abstürzt, überschattet die Sektion „AI-Leistung“. Dass im System mit 128 GB RAM davon 96 GByte Speicher problemlos als Grafikspeicher adressierbar sind, zeigt jedoch das Potenzial der Lösung.
Klar gestellt werden muss auch, dass Strix Halo allein eigentlich kein „AI-Chip“ ist. Er bietet eine NPU mit 50 TOPS, die direkt dafür ausgelegt ist. Die restlichen Bauteile sind eine klassische x86-CPU und RDNA-3.5-Grafiklösung. Nur zusammen mit (sehr) großem geteilten Arbeitsspeicher gibt es Szenarien, in denen das dann einen Vorteil bieten kann.
Strix Halo wird mitunter aber auch mit nur 32 GByte RAM ausgeliefert, wovon ein Viertel stets für das System reserviert bleibt. In einer solchen Konfig bleibt entsprechend für große AI-Workloads deutlich weniger übrig und ein gern beworbener Vorteil ist nicht mehr existent – denn 24 GB Grafikspeicher bieten auch eine RTX 4090, RTX 5090 (32 GB) oder RX 7900 XTX,. Angesichts explodierender Speicherpreise dürfte es Strix Halo mit weniger als 128 GByte Speicher in Zukunft vermutlich aber immer öfter geben.
… aber echtes Gaming rückt in den Fokus
Auch wenn AMD und die Partner Strix Halo gern als Lösung für AI und ähnliche Aufgaben bewerben und verkaufen (wollten), rückt zuletzt eigentlich fast nur noch das Gaming in den Fokus – interessanterweise genau so, wie es die ersten „US-Only-Reviews“ im Februar 2025 schon taten.
In fast jeder Woche gab es in den letzten zwei, drei Monaten Meldungen, dass sich wieder ein Hersteller in Asien Strix Halo geschnappt hat und die APU in einen Mini-PC oder Handheld einbaut, weitere Notebooks sollen zudem in Kürze folgen. HP hatte mit seinem Notebook möglicherweise auch einfach die Exklusivrechte im ersten Jahr, gesichert ist das aber nicht. Dazu passen die Meldungen, dass AMD auch zwei weitere Ableger plant, die explizit die volle integrierte Grafikeinheit bieten, aber dafür auf CPU-Kerne verzichten.
Am Ende kommt dies aber auch nicht überraschend. Denn Strix Halo kann was in Sachen Gaming, auch wenn 40 CUs für die WQHD-Auflösung mitunter nicht ausreichend ohne die Qualität einzuschränken oder eben zu Full HD zu wechseln – oder FSR zu nutzen, wobei Strix Halo mit RDNA 3.5 bisher FSR 4 verwehrt bleibt.
TDP-Skalierung mit 55, 85, 120 und 176 Watt in Spielen
Um zu zeigen, was beispielsweise mit einem der kommenden teuren Handhelds oder Gaming-Notebooks möglich ist, hat ComputerBase die TDP des Testmodells eingeschränkt. Das ist im BIOS über die PBO-Funktionalität möglich. Zum Einen sind das 85 Watt, die anstatt 120 Watt im Standard-Modus insgesamt zur Verfügung stehen, und dann auch noch 55 Watt – das ist die von AMD erklärte Standard-TDP.
Anders herum funktioniert das Spiel hinauf bis zu 176 Watt – auch der Wert ist mit dabei, geht dann aber wirklich ans Limit des Geräts sowohl thermisch als auch bei der Leistungsaufnahme, denn das integrierte Netzteil ist darüber hinaus nicht mehr dimensioniert.
Als Gegenspieler kommt zudem kein klassisches Desktop-System zum Einsatz, sondern die Mischung aus Notebook-Lösung und Desktop, wie zuletzt beim Beelink GTi15 Ultra mit EX Pro Dockingstation (Test) gesehen. Hier wird ein Intel Core Ultra 9 285H über ein Dock mit einer diskreten GPU kombiniert. Das verbraucht mehr, aber leistet in der Regel dann auch mehr.
Neben der RX 9060XT als aktuelle Empfehlung in der Mittelklasse kommen auch zwei Karten aus der Vorgängergeneration zum Einsatz: Radeon RX 7700XT und auch 7600 setzen auch auf RDNA 3, die Radeon 8060S in Strix Halo ist zwar RDNA 3.5, die .5 beziehen sich aber primär auf Low-Power-Optimierungen, die Architekturbasis ist identisch. Die Radeon RX 7600 kommt so auf „quasi gleiche“ 32 CUs, die 8060S auf 40 CUs und die 7700XT auf 56 CUs.
Die Radeon RX 7600 zeigt ein Problem, in das in Zukunft auch weitere Grafikkarten laufen werden: 8 GByte VRAM sind ein Problem. In diesen Fällen gewinnt dann Strix Halo, denn VRAM hat dieser Chip genug zur Verfügung. Ansonsten ist die Radeon RX 7600 aber durchaus der realistische Gegenspieler aus dem Desktop-Bereich für die 8060S, modernere 9060XT spielen in einer ganz anderen Liga.
Dabei wird beim TDP-Wert von 55 Watt bei Strix Halo deutlich klar, wie niedrig diese Vorgabe von AMD gewählt ist – letztlich eigentlich zu niedrig ist. Die cTDP, die AMD dem Produkt mitgibt, die 120 Watt möglich macht, spricht dabei letztlich Bände. So viel muss es zwar nicht sein, aber die goldene Mitte zeigt sich letztlich als ziemlich guter wenn nicht sogar benötigter Wert. In Zukunft dürfte Strix Halo mit 85+ Watt also noch öfter zu sehen sein.
Apropos Verbrauch, der natürlich nicht unwichtig ist. Strix Halo hat zwar eine geringe TDP, aus der Steckdose zieht so ein Gesamtsystem dann aber durchaus einige Watt. Dabei rangiert natürlich ein System mit diskreter GPU noch stets davon, so ineffizient wie im Betrieb mit einer 9060XT sichtbar, ist das ganze aber durchaus nicht, schließlich bietet es auch mehr Leistung.
Gegenüber dem Standardprofil von Strix Halo, welches in Spielen in Form des gesamten System auch 200 Watt verbraucht, steht die Radeon RX 9060XT im Dock nebst Intel-Mini-PC mit einem Verbrauch von 308 Watt gegenüber – tauscht also etwas über 50 Prozent Mehrverbrauch gegen knapp 50 Prozent zusätzliche Leistung ein. Die älteren 7000er Modelle sind deutlich weniger effizient. Unter dem Standardprofil von 120 Watt ist Strix Halo letztlich sogar noch etwas effizienter, so zwischen 85 und 100 Watt dürfte der Spitzenwert in der Effizienz herausspringen. Dies wiederum deckt sich mit den anderen Erkenntnissen.
In der festen 85-Watt-Einstellung war in zwei der sechs Spiele erstmals zu beobachten, dass das Spiel etwas langsamer läuft. Die FPS spiegeln das nur bedingt wieder, als Tester, der die Benchmarks aber hunderte Male gemacht hat, fällt sofort auf, dass dieser an anderer Stelle endet – trotz gleicher 20 Sekunden Laufzeit wie immer. Dieses Verhalten ist typisch, wenn ein Titel eigentlich so nicht mehr gespielt werden kann; die Auflösung und/oder Details müssen runter. Bei 55 Watt wird das noch deutlicher ausgeprägt, hier werden Titel unspielbar, Strix Halo sollte in dem Umfeld nicht arbeiten.
Power/Anno-117-FPS
Leistungsaufnahme und Temperaturen
AMD Strix Halo ist eine APU, wenn auch eine große. Dennoch ist Strix Halo als APU dank niedriger Leistungsaufnahme auch für den Einsatz in Notebooks und Mini-PCs geeignet. Im Leerlauf kann der PC im „Mini-PC“ von Beelink auf einen Verbrauch von knapp 15 Watt aus der Steckdose gebracht werden, 4,6 Watt davon gehen an die APU.
Natürlich nehmen auch 128 GByte RAM und der Rest des Systems einiges an elektrischer Leistung auf, das integrierte 245-Watt-Netzteil versorgt sie. Im Beelink GTR9 Pro geht dabei der Lüfter nie ganz aus, auch wenn die APU nur 32 Grad aufweist.
Unter Last zeigt sich dann das Verhalten, welches die zugrunde liegende TDP widerspiegelt: Diese fungiert in der Regel als Deckel, höher geht es nicht. Mit Ausnahme beim PBO-Profil und theoretisch 176 Watt: Das wird im Mini-PC nichts.
CPU-Leistungsaufnahme in CB24 Multi-Core
Im Temperatur-Diagramm wird deutlich, welche Limitierung hier zuerst greift: die Temperatur. Der Mini-PC will nicht, dass die APU 90 Grad deutlich überschreitet und greift entsprechend ein. Da bei 120 Watt schon 80 Grad anliegen, wird auch klar, dass die von einigen Herstellern als Limit freigegebenen 140 Watt dann doch schnell das Maximum darstellen – darüber wird ohnehin quasi nur noch Wärme produziert, aber keine zusätzliche Leistung.
CPU-Temperatur in CB24 Multi-Core
Unterm Strich zeigen sich zwei Verhaltensweisen: Eine zu hohe TDP ist sinnlos, hier wird die APU ohnehin eingebremst. Eine geringe ist es wiederum aber auch, was im Zweifelsfall zeigt, warum Strix Halo in ganz kleinen PCs oder gar Handhelds mitunter wenig verloren hat – auch wenn es auf dem Papier gut aussieht. Die große APU will und muss eine gewisse Basisleistung erhalten, um auch Leistung liefern zu können. Sie an eine TDP-Kette mit mittleren zweistelligen Watt zu legen, ist nicht zielführend. 85 Watt als Minimum haben sich im Test als sinnvoll herausgestellt.
Fazit + Ausblick
Der AMD Ryzen AI Max+ 395 „Strix Halo“ ist ein wahres Biest und auch ein Jahr nach der Ankündigung die schnellste APU im Consumer-Geschäft, die es aktuell (lange hat es gedauert…) zu kaufen gibt.
Auf einem nicht übertriebenen TDP-Niveau betrieben, kann das Komplettpaket effizient mehr Leistung bieten als die Konkurrenz. Dabei umgeht die Lösung in Spielen dank geteiltem Arbeitsspeicher etwaige Speicherkapazitätsprobleme der per se vergleichbaren Radeon RX 7600, auch wenn sie in vielen Spielen aber eigentlich kaum schneller ist als diese – die Speicherbandbreite und die TDP der GPU bilden Flaschenhälse.
In AI-Anwendungen wiederum hilft nicht die verbaute NPU mit ihren 50 TOPS, sondern die GPU plus CPU und der große RAM, von dem sich letztlich 96 der 128 GByte zum Beispiel für LLMs nutzen lassen. Hier geht es digital zu: Reicht der Speicher, läuft das Modell, ist er zu klein, kann man es vergessen – auch mit einer RTX 5090 mit 32 GB.
Mit explodierenden Speicherpreisen dürften allerdings bald Strix-Halo-Systeme mit nur 32 GByte, die es auch jetzt schon gibt, immer mehr zur Regel werden, die 128-GB-Ausführung eher eine Ausnahme sein.
Interessante Erkenntnisse brachte die TDP-Skalierung hervor und zeigt, warum Hersteller bisher einen Wert zwischen 85 und 120 Watt als optimal erachten und ihre Geräte entsprechend klassifizieren. Optimale TDP heißt in dem Fall nämlich nicht der Wert von AMD, der mit 55 Watt viel zu gering gewählt ist und deshalb auch von keinem Kunden so umgesetzt wird. Denn im Worst Case ist Strix Halo dann nur noch so schnell wie Strix Point – bei viel höheren Kosten (und LLMs, die viel Grafikspeicher brauchen, einmal außen vor). 85+ Watt sind hingegen optimal. Mit mehr als 120 Watt muss das System wiederum auch nicht mehr betrieben werden, die Leistung steigt kaum.
Fast ein Jahr ist nun seit der Vorstellung von Strix Halo vergangen. Den anfangs (nicht ganz konsequent) anvisierten Profi-Markt hat AMD nur bedingt getroffen. Große namhafte Hersteller haben – wenn überhaupt – oft nur ein einziges Gerät im Portfolio, ein „(AI-)Mini-Workstation-Aushängeschild“ ist eigentlich nur der Framework Desktop.
Die zweite Welle, die seit Sommer anrollt, ist die der (Gaming-)Mini-PCs und Gaming-Handhelds. Anwendungen und AI rücken hier stetig weiter in den Hintergrund, Gaming klar in den Fokus. Auch die laut Gerüchteküche neu geplanten Strix-Halo-Varianten von AMD mit explizitem GPU-Vollausbau, aber kastrierter CPU sprechen diese Sprache.
Und das kann durchaus funktionieren: In einem kleineren Paket gibt es aktuell einfach nicht mehr Leistung und mobile Grafikkarten bietet AMD selber gar nicht. Nvidia hat für das eigene Arm-GeForce-SoC das Jahr 2025 verpasst.
Das größte Problem dieser Strix-Halo-Gaming-Systeme ist vermutlich der Preis. Und mit rapide steigenden Speicherpreisen wird es für das Paket Strix Halo inklusive verlötetem LPDDR5X nur noch teurer. Neue Produkte zur CES 2026 werden zeigen, wohin sich die Plattform im Jahr 2026 entwickelt und ob sie eine Zukunft und eventuell auch einen Nachfolger haben wird.
ComputerBase hat den GTR9 Pro mit AMD Ryzen AI Max+ 395 und GTi15 Ultra plus EX Pro Dockingstation von Beelink zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.
Apps & Mobile Entwicklung
Wenig Speicherplatz? WhatsApps neuer Hack löst endlich Speicherprobleme

– Geht Ihnen der Speicherplatz wegen WhatsApp aus? Meta experimentiert mit neuen Speicherverwaltungsfunktionen, die es Nutzern ermöglichen, bestimmte Medientypen zu löschen, während Konversationen erhalten bleiben – eine willkommene Lösung für Geräte mit geringerer Kapazität.
Der Beitrag Wenig Speicherplatz? WhatsApps neuer Hack löst endlich Speicherprobleme erschien zuerst auf nextpit.
Apps & Mobile Entwicklung
MSI MPG Ai1300TS & Ai1600TS: Neue Netzteile sollen Grafikkarten vor Kabelbrand schützen

Berichte über aktuelle High-End-Grafikkarten mit angekokeltem oder verschmorten 12V-2×6-Anschluss, darunter vorrangig Modelle der Serie GeForce RTX 5090, nehmen nicht ab. Zur CES stellt MSI jetzt Netzteile in Aussicht, die das „unsichtbare Problem“ aktiv beheben können sollen: MPG Ai1300TS und MPG Ai1600TS.
Teaser auf MSI MPG Ai1300TS & Ai1600TS
Wie genau das vonstatten gehen soll, darüber informiert der 13 Sekunden kurze Teaser auf X noch nicht, höchstwahrscheinlich aber werden die Netzteile die einzelnen Adern des 12V-2×6-Anschlusses überwachen und die Stromversorgung kappen, wenn definierte Grenzwerte nicht eingehalten werden. MSI spricht von einem „proaktiven, augenblicklichen Schutz“.
Die beiden neuen Netzteile verfügen dem Teaser zufolge über eine USB-Schnittstelle (USB-C), möglicherweise werden Nutzer die Grenzwerte per Software (unter Windows) somit auch anpassen können. Der Schutzmechanismus sollte allerdings auch ohne laufende Software funktionieren, doch auch hierzu fehlen Details.
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenIllustrierte Reise nach New York City › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenAus Softwarefehlern lernen – Teil 3: Eine Marssonde gerät außer Kontrolle
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenSK Rapid Wien erneuert visuelle Identität
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenNeue PC-Spiele im November 2025: „Anno 117: Pax Romana“
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommandozeile adé: Praktische, grafische Git-Verwaltung für den Mac
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenDonnerstag: Deutsches Flugtaxi-Start-up am Ende, KI-Rechenzentren mit ARM-Chips
-
UX/UI & Webdesignvor 2 MonatenArndt Benedikt rebranded GreatVita › PAGE online


