Connect with us

Künstliche Intelligenz

Top 10: Die beste Türklingel mit Kamera im Test – Tiefstpreise zum Black Friday


Switchbot Türklingel mit Kamera im Test: Einfache Bedienung dank Innen-Monitor

Switchbots erste Türklingel mit Kamera lässt sich dank eines Monitors komfortabel bedienen. Im Test zeigt sie volles Potenzial in Verbindung mit einem Smart Lock.

VORTEILE

  • ideal in Kombination mit Switchbot Smart Lock
  • einfache Bedienung dank Monitor
  • Smart-Home-Integration über RTSP

NACHTEILE

  • Monitor muss relativ nah an Türklingel positioniert sein
  • Smart-Home-Integration ohne Sensor
  • Audio- und Video-Qualität nur Durchschnitt

Switchbots erste Türklingel mit Kamera lässt sich dank eines Monitors komfortabel bedienen. Im Test zeigt sie volles Potenzial in Verbindung mit einem Smart Lock.

Der Smart-Home-Spezialist Switchbot hat seine erste Video-Türklingel (Bestenliste) auf den Markt gebracht. Was dieses Modell von der Konkurrenz abhebt, sind zwei Besonderheiten: Im Lieferumfang ist bereits ein externer Monitor enthalten, und die Klingel lässt sich nahtlos mit einem Smart Lock von Switchbot kombinieren. Unser Test verrät, warum das so praktisch ist und welche weiteren Funktionen die Video-Türklingel bietet.

Ausstattung und Funktionen

Die Switchbot Video-Türklingel ist ein System, bestehend aus einer Außenklingel mit Kamera und einem separaten Innen-Monitor. Die Türklingel misst 131 × 65 × 30 mm und wiegt 202 Gramm, der Monitor hat die Abmessungen 125 × 129 × 29 mm und ein Gewicht von 325 Gramm. Beide Gehäuse sind aus ABS-Kunststoff mit einer UV-beständigen Beschichtung gefertigt.

Die Kamera zeichnet Videos in einer Auflösung von 2304 × 1296 Pixel (2K) auf und bietet mit einem diagonalen Blickfeld von 165° ein großes Sichtfeld. Für die Nachtsicht stehen zwei Modi zur Verfügung: eine unauffällige Infrarotbeleuchtung (940 nm) und ein weißes LED-Licht. Die Türklingel ist nach IP65 gegen Staub und Strahlwasser geschützt und für Temperaturen von –20 °C bis 45 °C ausgelegt. Der Monitor hat einen 4,3-Zoll-Bildschirm und ist für Betriebstemperaturen von –15 °C bis 45 °C spezifiziert.

Die Türklingel wird von einem eingebauten 5000-mAh-Akku gespeist, der über einen USB-C-Anschluss geladen werden kann, wechselbar ist der Akku allerdings nicht. Der Monitor benötigt eine kabelgebundene Netzstromversorgung (100–220 V Wechselstrom). Die Verbindung zum Heimnetzwerk erfolgt über WLAN (2,4 GHz, IEEE 802.11 b/g/n). Zur sicheren Kommunikation zwischen Klingel und Monitor wird Bluetooth Low Energy (BLE 5.0) genutzt. Der Monitor fungiert als WLAN-Relais, um eine stabile Verbindung der Außenklingel zum Netzwerk zu gewährleisten.

Switchbot Türklingel mit Kamera und Monitor

Das System ermöglicht eine Zwei-Wege-Sprachkommunikation sowie die Wiedergabe voreingestellter Schnellantworten. Bei Bewegungserkennung können Benachrichtigungen an den Nutzer gesendet werden. Videos speichert die Türklingel auf einer mitgelieferten microSD-Karte mit einer Kapazität von 4 GB (maximal 512 GB), die im Monitor sitzt; eine optionale Cloud-Speicherung ist ebenfalls möglich, kostet pro Jahr allerdings mindestens 40 Euro. Das System ist mit Sprachassistenten wie Alexa kompatibel und kann in das Switchbot-Ökosystem integriert werden, beispielsweise durch Kopplung mit einem Smart Lock. Eine weitere Entsperrmöglichkeit bietet sich über NFC-Karten.

Für eine zuverlässige Funkverbindung zwischen Türklingel und Monitor wird empfohlen, den Monitor innerhalb einer Entfernung von etwa zehn Metern (Häuser) respektive fünf Metern (in Wohnungen) zur Stahleingangstür zu platzieren, ohne dass Hindernisse im Weg sind. Eine Positionierung in der Nähe des Routers und das Vermeiden von Metalloberflächen können die Leistung optimieren.

Inbetriebnahme und Montage

Die Einrichtung erfolgt mit der Switchbot-App, für die eine Registrierung notwendig ist. Ein Einrichtungsassistent führt mit textlichen Erläuterungen und Schaubildern durch den Prozess; ergänzend steht eine Videoanleitung zur Verfügung.

Für die Montage der Video-Türklingel bieten sich mehrere Möglichkeiten: Sie kann mithilfe der beiliegenden 3M-Klebebänder angebracht, mit einem Adapter (wahlweise flach oder gewinkelt) am Türrahmen befestigt oder an der Wand über dem vorhandenen Türklingelgehäuse installiert werden. Im letztgenannten Fall kann die Stromversorgung der bestehenden Klingelanlage genutzt werden. Das benötigte Zubehör wie Schrauben, Dübel und eine Bohrschablone sind im Lieferumfang enthalten. Um Personen mit einer Körpergröße zwischen 0,5 und 2,1 Metern zuverlässig zu erfassen, wird eine Installationshöhe von 1,2 bis 1,5 Metern empfohlen.

Der Monitor verfügt über ein 4,7-Zoll-Display und wird einfach auf einer ebenen Fläche platziert. Der Standort sollte in der Nähe einer Steckdose liegen, da das fest verbaute Stromkabel nur eine Länge von etwa 1,4 Metern bietet.

Insgesamt gestaltet sich die Inbetriebnahme unkompliziert. Die Montage ist besonders einfach, wenn die Klebepads verwendet werden, während die schraubbefestigte Wandmontage durch den Einsatz einer Bohrmaschine einen höheren Aufwand erfordert.

Praxis

Die Video-Türklingel von Switchbot können Anwender auch als herkömmliche Überwachungskamera einsetzen, ohne dass dafür, im Unterschied zur Aqara G410 (Testbericht), ein kostenpflichtiges Cloud-Abo nötig ist. Sobald die Kamera jemanden erfasst, zeichnet sie ein Video auf. Diese Funktion lässt sich in der App aber deaktivieren. Nach deutschen Datenschutzgesetzen ist eine Montage in einem Treppenhaus mit mehreren Wohnungen wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten ohnehin nicht erlaubt.

Bei einem Klingelsignal startet auf dem Monitor automatisch der Livestream, parallel dazu erfolgt eine Benachrichtigung auf dem Smartphone. Befindet sich der Monitor innerhalb des empfohlenen Optimalabstands von fünf Metern zur Türklingel, erscheint das Livebild nahezu verzögerungsfrei – genauso schnell wie die Push-Benachrichtigung.

Obwohl die Kamera mit einer Bildrate von nur 15 fps aufzeichnet, wirken Bewegungen in den Aufnahmen relativ flüssig. Bei einem größeren Abstand oder durch Störungen wie Wände kann sich die Übertragung jedoch verzögern. Im Test betrug die maximale Verzögerung bis zum Erscheinen des Livestreams etwa drei Sekunden. Wird ein zweiter Monitor im System verwendet, fungiert der erste als WLAN-Repeater, was nach Herstellerangaben einen Empfang auch in größerer Entfernung ermöglichen soll.

Switchbot Türklingel mit Kamera und Monitor

Bedienung mit Monitor

Die Steuerung über den Monitor erweist sich als praktisch für den Einsatz der Video-Türklingel. Das Gerät verfügt über sechs physische Tasten. Mit den beiden großen Tasten am unteren Gehäuserand lässt sich das Display ein- und ausschalten, um den Livestream einzusehen, sowie ein Gespräch mit einem Besucher beginnen oder beenden.

Über die vier oberen Tasten können zuvor aufgezeichnete Videos aufgerufen, abgespielt oder gelöscht werden. Die rechte Taste ermöglicht es, vordefinierte oder selbst erstellte Sprachnachrichten abzuspielen – wie die Durchsage: „Entschuldigung, kann ich Ihnen helfen?“

Koppelung mit Switchbot Smart Lock

Die zweite Taste von rechts, die mit einem Schlosssymbol gekennzeichnet ist, ermöglicht die Steuerung eines Switchbot Smart Locks. Nachdem das Schloss in der App mit dem System gekoppelt wurde, kann die Tür direkt über den Monitor geöffnet, geschlossen oder die Falle angezogen werden.

Diese Steuerungsmöglichkeiten sind ebenfalls in der App verfügbar. Der Vorteil liegt darin, dass Nutzer nicht erst in die separate Bedienoberfläche des Smart Locks wechseln müssen, sondern das Schloss direkt von der Türklingel-Oberfläche aus bedienen können.

Eine vergleichbare Integration bietet auch die Aqara-Türklingel G410 in Kombination mit dem Smart Lock U200. Der wesentliche Unterschied besteht jedoch darin, dass die Aqara-Lösung über keinen separaten Monitor verfügt.

Wie gut sind Bild- und Tonqualität?

Die Aufnahmequalität der Switchbot-Türklingel bewegt sich auch bei guter Beleuchtung im durchschnittlichen Bereich. Obwohl die Kamera mit einer Auflösung von 2304 × 1296 Pixeln aufzeichnet, wirken die Bilder in der Praxis nicht vollständig ausgereizt und könnten schärfer sein.

Bei Nacht ermöglicht das Modell Farbaufnahmen durch zwei integrierte LED-Zusatzleuchten. Allerdings bleibt die Bildqualität auch in diesem Modus eingeschränkt, was sich in einer verzögerten Darstellung und einer grobkörnigen Bildwiedergabe zeigt. Ähnliche Qualitätseinbußen stellen sich bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen dar, die mit den Infrarotleuchten erstellt werden.

Die Sprachkommunikation mit Besuchern ist ebenfalls nicht optimal – eine Schwäche, die jedoch bei den meisten Video-Türklingeln dieses Segments zu beobachten ist.

In Home Assistant lässt sich aktuell nur der Videostream der Kamera einbinden.

Wie gut ist die Smart-Home-Anbindung?

Switchbot ist bekannt dafür, dass es mit seinen Geräten eine einfache Integration in Home Assistant per Bluetooth ermöglicht – bei der Türklingel ist das allerdings nur bedingt der Fall. Immerhin kann man den Videostream der Kamera über Onvif einbinden. Aber Zugriff auf weitere Funktionen besteht unter Home Assistant derzeit nicht. Das dürfte primär daran liegen, dass die Video-Türklingel in der Switchbot-App nicht mit einem Switchbot-Hub gekoppelt ist. Und so ist auch eine Integration per Matter nur möglich, wenn entweder ein entsprechender Apple- oder Google-Hub im Einsatz ist.

Positiv hervorzuheben ist die zuverlässige Alexa-Integration: Diese funktioniert auf Anhieb und ermöglicht etwa akustische Benachrichtigungen bei Klingelsignalen.

Wie lange hält der Akku?

Der verbaute 5000-mAh-Akku erscheint ausreichend dimensioniert. Nach einer intensiven Testphase mit häufiger Nutzung von Livestreams auf Monitor und App wies die Anzeige nach mehreren Tagen noch eine Restkapazität von 86 Prozent aus. Im Normalbetrieb sollte sich daher eine Laufzeit von mehreren Monaten erreichen lassen. Ein konkreter Zeitrahmen wurde vom Hersteller bislang nicht genannt.

Für die Aufladung kann die Video-Türklingel einfach mit dem beiliegenden Werkzeug aus der Halterung entnommen werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, sie über eine Powerbank zu laden, ohne sie abzunehmen.

Preis

Switchbot verkauft seine erste Video-Türklingel zusammen mit dem externen 4,7-Zoll großen Monitor regulär für 160 Euro. Aktuell ist die Lösung für 100 Euro erhältlich.

Fazit

Die Switchbot Video-Türklingel mit Monitor überzeugt im Test vordergründig durch ihre einfache Bedienung. Die Bildqualität bei Tageslicht bewegt sich im durchschnittlichen Bereich, während in dunklen Umgebungen sichtbare Qualitätseinbußen auftreten. Dieser Nachteil dürfte in der Praxis jedoch kaum ins Gewicht fallen, da am typischen Installationsort häufig Bewegungsmelder durch automatisch einschaltende Beleuchtung für ausreichende Helligkeit sorgen.

Positiv hervorzuheben ist die Stromversorgung über einen wiederaufladbaren Akku. Kritisch anzumerken bleibt, dass dieser fest verbaut und nicht austauschbar ist.

In Kombination mit einem Switchbot Smart Lock ermöglicht das System nicht nur die Identifikation von Besuchern, sondern auch das bequeme Öffnen der Tür. Was für viele Nutzer ein Komfortmerkmal darstellt, kann für Menschen mit körperlichen Einschränkungen einen deutlichen Zugewinn an Selbstständigkeit bedeuten.



Source link

Künstliche Intelligenz

Festplattenverschlüsselung FileVault: Apple umgeht BitLocker-„Falle“ in macOS 26


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Nach Berichten, dass Microsoft auf richterlichen Beschluss auf seinen Cloud-Servern abgelegte Schlüssel für den lokalen SSD-Schutz BitLocker herausrückt, fragen sich macOS-Nutzer, ob ihnen Ähnliches droht. Darauf gab es, zumindest bis macOS 26 alias Tahoe, im Stil von Radio Eriwan nur eine Antwort: „Im Prinzip ja, aber …“

Weiterlesen nach der Anzeige

Vor dem im Herbst erschienenen neuen Betriebssystem konnten Nutzer bei FileVault entscheiden: Entweder die Verschlüsselung läuft rein lokal und man schreibt sich einen – im Übrigen nur einmal auftauchenden – Wiederherstellungsschlüssel (Recovery Key) auf – oder man hinterlegte diesen in iCloud, konnte also mit seinem Apple-Account dann auch gleich FileVault entschlüsseln. Entschied man sich für diesen Weg, drohte ähnliches Ungemach wie bei Microsofts BitLocker: Sofern staatliche Stellen Apple dazu bewegten, Zugriff auf den Apple-Account samt iCloud zu erteilen, war auch Zugriff auf FileVault möglich. Derzeit ist unklar, wie, ob und wie oft so etwas bereits geschah – eine entsprechende Anfrage seitens Mac & i bearbeitet der iPhone-Konzern noch.

Eine potenzielle Lösung gab es hierfür indes, auch wenn sie nicht standardmäßig vom Betriebssystem empfohlen wurde: die Verwendung des erweiterten Datenschutzes für iCloud, auf Englisch Advanced Data Protection, kurz ADP. Die seit Ende 2022 / Anfang 2023 verfügbare Technik sorgt dafür, dass alle sensiblen Inhalte, die bei Apple lagern, (endlich) Ende-zu-Ende-verschlüsselt werden und auch Apple selbst – und damit mit Gerichtsbeschluss ausgestattete Behörden, die bei Apple vorstellig werden – keinen Zugriff auf diese hat. Damit war dann auch der FileVault-Zugang gesichert. Das Problem: Viele Nutzer kennen oder finden ADP schlicht nicht oder fürchten sich gar vor der Funktion, da ihnen Apple nach Aktivierung bei Verlust ihres Passworts nicht mehr helfen kann (dafür gibt es aber andere Möglichkeiten).

Vorspultaste zu macOS 26: Das neue Betriebssystem hat FileVault nun standardmäßig sicherer gemacht. Denn: Statt den Recovery Key auf Wunsch in iCloud abzulegen, wo Apple gegebenenfalls herankommt, wird hier der iCloud-Schlüsselbund verwendet. Dieser arbeitet von Beginn an Ende-zu-Ende-verschlüsselt und konnte damit von Apple noch nie eingesehen werden. Zugriff erfolgt nur in Kombination von Passwort und zweitem Faktor, an den auch Apple nicht gelangen kann, da dieser an einem Gerät hängt, das sich im Besitz des Nutzers befindet.

Störend an FileVault in Tahoe: Apple fragt nicht mehr nach, ob eine Synchronisation erfolgen soll oder nicht. Ist der iCloud-Schlüsselbund aktiv (zu erkennen daran, dass „Passwörter“ in den Apple-Account-Einstellungen für iCloud aktiv ist), landet der Wiederherstellungsschlüssel automatisch darin, man kann dies nicht mehr, wie bei der unsicheren reinen iCloud-Hinterlegung in macOS 15 und zuvor, unterbinden. Nützlich ist in macOS 26 jedoch, dass man den Wiederherstellungsschlüssel in den FileVault-Einstellungen beliebig oft wieder anzeigen lassen kann. Diesen sollte man unbedingt notieren und an einem sicheren Ort aufbewahren, egal ob man den iCloud-Schlüsselbund verwendet oder nicht.

Weiterlesen nach der Anzeige


Update

27.01.2026,

23:54

Uhr

Weitere Details zur Hinterlegung des Wiederherstellungsschlüssels im iCloud-Schlüsselbund samt Erläuterung der Funktionsweise des FileVault-Bootprozesses finden sich in einer Kolumne des bekannten Apple-Autoren Glenn Fleishman bei Six Colors.

Dieser erläutert auch, warum FileVault grundsätzlich notwendig ist, um die SSD abzusichern, obwohl Macs diese grundsätzlich über den integrierten M-Chips (und den SSD-Controller) verschlüsseln: Ist der jeweilige Mac mit der SSD verknüpft, liegt diese auch offen und es kann gebootet werden. FileVault schützt davor und erlaubt ohne Passwort keinen Datenabfluss.


(bsc)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

KI bei Versicherungen: Wenn der Tarif aus den 70ern auf Google Gemini trifft


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Versicherungen und Finanzdienstleister gehören zu den ersten echten Anwendern von KI-Systemen im unternehmerischen Alltag. Doch was heißt das praktisch, wie geht man mit der Verlagerung von Arbeitsschwerpunkten um und was ist mit der großen Macht amerikanischer Konzerne in dem Bereich? Johannes Rath vom deutschen Versicherer Signal Iduna, der als Vorstandsmitglied „Kunde, Service & Transformation“ neben der Betriebsorganisation auch für den Bereich Digitalisierung zuständig ist, spricht im Interview mit heise online über die praktische KI-Verwendung bei einem solchen Konzern – und die Bedenken der Mitarbeiter.

Weiterlesen nach der Anzeige

heise online: Lassen Sie uns mit dem Elefanten im Raum anfangen: Trump, Zölle, geopolitische Risiken. Ihr Unternehmen nutzt für seine internen KI-Dienste Google Gemini sowie Google Cloud. Der Internetriese ist bekanntlich eine US-Firma – macht Ihnen das Sorgen?

Johannes Rath: Nein. Wir haben von Anfang an – in der Partnerschaft und in der Art, wie wir Googles Dienste nutzen – sehr viel Wert darauf gelegt, dass alles kompromisslos auf dem hohen Regulierungsniveau unserer Branche stattfindet.

Zum Beispiel: Es gibt keinen Zugriff auf personenbezogene Kundendaten. Die KI-Lösungen basieren ausschließlich auf internen, pseudonymisierten Daten, die sicher innerhalb unserer technischen Infrastruktur verarbeitet werden. Wir sind strategischer Partner von Google Cloud – so wie etwa auch die der Deutsche Bank oder die Deutsche Telekom. Daher gibt es für mich auch keinen Elefanten im Raum.

Was macht eine Versicherung wie Signal Iduna konkret mit Google Cloud?

Google ist unser Transformationspartner im Sinne unserer Cloud-Strategie. Wir migrieren eine Reihe von Anwendungen in die Google Cloud. Inhaltlich sind wir inmitten zweier großer Themen – einmal horizontal und einmal vertikal.

Horizontal heißt: Im Oktober 2025 haben wir als eines der ersten Unternehmen in Europa für unsere gesamte Unternehmensgruppe Googles Gemini Enterprise eingeführt. Das heißt, jeder Mitarbeitende arbeitet nun zentral mit der KI-Plattform und wird auch in die Lage versetzt, eigenständig KI-Agenten zu entwickeln, die dann auch in der gesamten Organisation zum Einsatz kommen können.

Weiterlesen nach der Anzeige


Johannes Rath, Innovationschef bei Signal Iduna

Johannes Rath, Innovationschef bei Signal Iduna

Johannes Rath, Innovationschef bei Signal Iduna.

(Bild: Saskia Uppenkamp / Signal Iduna)

Vertikal heißt: Wir haben schon im Jahr 2023 in der Krankenversicherung angefangen, einen sehr spezifischen Agenten aufzubauen.

Zunächst intern?

Genau, für unsere Belegschaft. Hintergrund: Es gab in den letzten Jahren eine hohe Steigerung von Leistungsabrechnungen in der Krankenversicherung. Sowas führt natürlich auch zu einem entsprechend erhöhten Serviceaufkommen bei den Versicherungen. Was daran am meisten Geld und Nerven kostete, war das Suchen und Warten: Kundinnen und Kunden hingen dann zum Beispiel immer länger in der Warteschleife. Und landeten vielleicht noch bei jemandem, der das Anliegen nicht vollständig lösen konnte. Bei hunderten verschiedenen Versicherungstarifen und tausenden Vertragsdokumenten kann das passieren.

Darum haben wir begonnen, einen eigenen Agenten mit unseren Krankenversicherungsdaten zu entwickeln und trainieren – über alle 600 Tarife hinweg. Das war enorme Arbeit, weil es auch um die Input-Qualität der Daten ging. Wir haben beispielsweise noch Tarife aus den Siebzigerjahren, die zwar als gescannte PDF vorliegen, aber maschinell nicht lesbar sind – und diese Tarife möchten Menschen heute noch behalten. Die Datenqualität der Scans war teilweise so schlecht, dass wir entschieden haben, Studierende zu engagieren, die die ältesten PDFs abgeschrieben haben.

Was bringt ein solcher Wissensagent für die Krankenversicherung überhaupt messbar?

Nachdem der Agent in die Anwendung gebracht wurde, reduzierte sich die Weiterleitungsrate – von einem Kundendienstmitarbeiter zum nächsten – von 27 Prozent auf 3 Prozent. Gleichzeitig ist die Bearbeitungsgeschwindigkeit um 37 Prozent gestiegen.

Die Ergebnisse waren richtig spürbar: Unser Net Promoter Score, eine Messgröße für die Kundenzufriedenheit, haben wir in dieser Phase Zeit verdoppelt. Das war das erste Mal, dass wir bei einem vertikalen Thema so einen deutlichen Effekt gesehen haben.

Und sind die Ergebnisse des Agenten zuverlässig – oder sehen Sie auch Halluzinationen?

Wir haben mittlerweile eine sehr gute Antwortqualität erreicht. Es bleibt wichtig, dass unsere eigenen Mitarbeitenden den Agenten trainieren und wir die Antwortqualität kontinuierlich verbessern.

Wie hoch ist die tatsächlich?

Mittlerweile bei mehr als 85 Prozent über alle Anfragen (einfach und komplex) hinweg. Wir haben stets einen „Human in the Loop“ im Prozess – also ein Mitarbeiter überprüft die Antwort der KI.

Interessant ist: Ohne den KI-Agenten ist die Antwortqualität bei sehr spezifischen Fragen oft noch deutlich schlechter – da sucht jemand gern auch mal 15 Minuten.

Unser Fazit: Künstliche Intelligenz übernimmt zunehmend Tätigkeiten, aber ersetzt nicht den Menschen selbst. Entscheidend bleiben weiterhin Erfahrung, Verantwortung und Urteilsvermögen. Und gerade in unserem Bereich: Fingerspitzengefühl und Ansprechbarkeit.

Sieht der Kunde schon etwas von der KI?

Nein. Den Agenten nutzen aktuell unsere Mitarbeitenden, um schneller Fragen zu beantworten, die Kundinnen und Kunden stellen.

Es geht also dann um Tarifdetails in ihren Verträgen? Also beispielsweise: „Wie viele Stunden Psychotherapie sind in meinem Tarif enthalten“?

Meist ist es komplizierter, aber ja. Normalerweise müssen Menschen dafür quer durch Dokumente suchen – das ist aufwendig und kostet Zeit, gerade bei komplexen Themen.

Kommen wir zum Thema Claims, also den Ansprüchen an einen Versicherer. Nutzen Sie KI schon für die Entscheidung im Schadensfall?

KI ist bereits heute integraler Bestandteil unserer Schadenregulierung. So setzen wir KI unterstützend in der Schadensaufnahme, -bearbeitung oder Betrugserkennung ein. Unser KI-Assistent liefert die datenbasierte Grundlage, der Mensch trifft die finale Entscheidung.

Für dieses Jahr haben wir uns das klare Ziel gesetzt, die KI-Integration weiter voranzutreiben auf dem Weg zu unserer langfristigen Vision: der ‚Zero-Touch Claim‘ mit einer vollautomatisierten Schadenabwicklung für das Service-Erlebnis in Echtzeit.

Stichwort Input – wo hakt es denn beispielsweise bei Rechnungen, die die Kunden einreichen?

Versicherung ist ein papierintensives Geschäft. Aber: Bei uns kommen mittlerweile mehr als 60 Prozent der Krankenversicherungsrechnungen digital rein. Die Input-Qualität entscheidet: Entweder läuft der Prozess anstandslos automatisiert durch oder es muss manuell nacherfasst werden. In Deutschland gibt es keinen Standard, wie eine Krankenversicherungsrechnung auszusehen hat. Wenn etwas manuell nacherfasst werden muss, dauert es länger: Dann ist ein Vorgang nicht an einem Tag abgeschlossen, sondern eher in einer Woche.

Liegt das auch schlicht an schlechten Scans?

Eher an der Unterschiedlichkeit der Dokumente. Deswegen haben wir für die bessere Input-Qualität KI nach vorn gesetzt. Entscheidend ist: Je besser die Datenqualität, desto besser laufen die KI-Agenten. In diesem Bereich steckt aus meiner Sicht noch sehr viel Potenzial.

Vertrieb ist für Versicherungen wichtig. Nutzen Sie KI auch dafür, passende Tarife zu finden?

Ja – der gesamte Vertrieb kann seit Beginn unsere KI-Lösungen nutzen. So können sich Vermittler mit diesen Tools besser auf Kundengespräche vorbereiten oder Tarifvergleiche anfertigen – wie zum Beispiel bei der Einführung unseres neuen Krankenversicherungs-Produktes. Wir reduzieren mit KI also Vorbereitungszeiten, damit sich unsere Vermittler um den Kunden kümmern können.

KI kann nicht nur Dokumente. Haben Sie Sprachgenerierungssysteme auf Kundenseite im Einsatz?

Wir machen gerade die ersten Proof-of-Concept-Fälle. Das halte ich für eines der spannendsten Produkte für die Versicherungs- und Finanzindustrie.

Proof of Concept ist ein wichtiges Stichwort. Bei KI wird viel experimentiert, was auch teuer ist. Die Frage ist dann, was letztlich an Anwendungsfällen im Alltag einer Firma bleibt.

Es wird viel über Use Cases geredet. Ich glaube, entscheidend ist aber tatsächlich der „Use“. Unser Ansatz ist: First Use, then Case. Das ist meiner Meinung nach die richtige Verwendung von KI in Unternehmen. Die KI-Plattform der Signal Iduna auf Basis von Gemini Enterprise haben wir „Co SI“ genannt. Unsere Mitarbeitenden können es auch nutzen, um E-Mails zusammenzufassen, Fragen zu beantworten – wie man ein GPT eben nutzt.

Das heißt – jemand muss jetzt erstmal im Unternehmen ständig schauen, was die Leute mit KI machen?

Genau. Wir beobachten, um zu verstehen, wie Mitarbeitenden diese Technologie nutzen. Das ist recht faszinierend, denn daraus entstehen die Cases, die wir später skaliert umsetzen. Hierfür haben wir über 110 „KI-Champions“ etabliert, die dezentral dabei helfen, KI zu nutzen und die richtigen Cases zu identifizieren. Man muss der Organisation also die Möglichkeit geben, KI-Fähigkeiten aufzubauen, ihren Wert zu erkennen und dann gezielt KI-Agenten zu bauen.

Dabei achten wir darauf, dass KI in der Breite genutzt wird – bevor aber ein KI-Agent entwickelt und skaliert wird, muss ein entsprechender Business Case vorliegen.

Sehen Sie in Ihrer Belegschaft auch Angst vor KI? Also dass Beschäftigte denken, dass man ihnen den Job wegnimmt?

In den kommenden zehn Jahren werden unser Unternehmen rund 30 Prozent der Mitarbeitenden altersbedingt verlassen. Wir sind demnach angehalten, zu handeln. Und das kommunizieren wir aktiv in unserer Belegschaft. Gleichzeitig haben wir eine Betriebsvereinbarung geschlossen, die bis Ende 2028 zusichert, dass wir keine betriebsbedingten Kündigungen in Verbindung mit der Implementierung von generativer KI aussprechen werden.

Um bei praktischen Anwendungen zu bleiben – welche KI-Agenten wollen Sie bauen?

Vertikal werden wir weitere „Spartenagenten“ bauen – in den Bereichen Krankenversicherung oder Autoversicherung beispielsweise – also dort, wo wir sehr spezifisch arbeiten. Und wir werden KI-Agenten bauen, die Friktion aus dem System nehmen: kleine Agenten, die die Arbeit insgesamt effizienter machen – zum Beispiel dort, wo Bürokratie Reibung erzeugt. Bei mühsamen und lästigen Aufgaben reduzieren wir mit aller Entschiedenheit. Also: Vertikales Wissen aufbauen und verbreiten – und horizontale Friktion abbauen.

Als letzte Frage – wo nutzen Sie persönlich KI, beruflich und privat?

Ich probiere immer wieder Produkte aus, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie KI funktioniert. Darunter natürlich Gemini, aber auch Perplexity und You.com. Aber ich nutze auch Eleven Labs, um besser zu verstehen, wie KI in Zukunft das Thema „Voice“ besetzen wird.


(bsc)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Biwin Mini SSD im Test: Schneller Flash-Speicher im Kleinstformat


Klein ist sie, die Mini SSD: Sie misst gerade einmal 17 × 15 mm, etwa anderthalb mal so viel wie eine MicroSD-Karte. Bei der Geschwindigkeit orientiert sie sich jedoch an den ersten M.2-SSDs mit PCIe 3.0: Rund 3,5 GByte/s soll die SSD in der Spitze beim Lesen schaffen, beim Schreiben etwas weniger.

Noch gibt es kein Gerät mit einem passenden Steckplatz im Handel. Biwin zeigte die SSD auf der Elektronikmesse CES im Januar mit einem Vorserienmodell des Gaming-Tablets OneXPlayer und gab der SSD dort auch einen Namen: CL100. Es sollen Versionen mit 512 GByte sowie 1 und 2 TByte erscheinen. Für den Test lieferte Biwin einen USB4-Reader mit.




Alle Kontakte der SSD liegen auf der Unterseite, damit erinnert sie an eine übliche SIM-Karte. Der Reader führt das Design fort: Die SSD passt in eine kleine Schublade, die man mit dem bekannten SIM-Karten-Werkzeug oder einer aufgebogenen Büroklammer aus dem Reader herausschiebt.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Biwin Mini SSD im Test: Schneller Flash-Speicher im Kleinstformat“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.



Source link

Weiterlesen

Beliebt