Datenschutz & Sicherheit
WinRAR: Codeschmuggel-Lücke wird attackiert | heise online
Im Packprogramm WinRAR klafft bis zur Version 7.12 Beta 1 eine Sicherheitslücke, die Angreifern das Einschleusen von Schadcode erlaubt. Attacken auf diese Lücken wurden nun beobachtet. Wer WinRAR einsetzt, sollte daher zügig auf eine neuere Version aktualisieren.
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Die US-amerikanische IT-Sicherheitsbehörde CISA hat die Schwachstelle in WinRAR in der Nacht zum Mittwoch in den „Known Exploited Vulnerabilities“-Katalog aufgenommen, also die Sammlung der bekannt angegriffenen Sicherheitslücken. Die Lücke wurde gegen Ende Juni des Jahres bekannt, als WinRAR sie in der Version 7.12b1 geschlossen hat.
Schwachstelle erlaubt Einschleusen von Schadcode
WinRAR beschrieb die Sicherheitslücke: „Beim Extrahieren von Dateien kann WinRAR, RAR, UnRAR, portable UnRAR sowie die UnRAR.dll dazu gebracht werden, einen Pfad zu nutzen, der in einem manipulierten Archiv vorgegeben wird, anstatt einen Nutzer-vorgegebenen Pfad zu verwenden“. Die Zero-Day-Initiative von Trend Micro (ZDI) präzisierte hingegen: „Der spezielle Fehler besteht im Umgang mit Pfaden innerhalb von Archiv-Dateien. Ein präparierter Dateipfad kann dazu führen, dass der Prozess in nicht vorgesehene Verzeichnisse wandert (traverse). Angreifer können das missbrauchen, um Schadcode im Kontext des aktuellen Users auszuführen“ (CVE-2025-6218, CVSS 7.8, Risiko „hoch“).
Weder Rarlabs noch ZDI präzisieren, welche Dateitypen betroffen sind. Jedoch können Angreifer das offenbar mit manipulierten Dateien ausnutzen – und machen das auch. Die CISA verrät jedoch nicht, wie Angriffe aussehen und in welchem Umfang sie stattfinden. Daher gibt es auch keine Hinweise dazu, wie sich herausfinden lässt, ob man selbst betroffen ist. Abhilfe schafft auf jeden Fall die Aktualisierung auf eine neuere Version des Packprogramms für Windows.
Auf der Download-Seite von WinRAR steht als aktuelle stabile Version WinRAR 7.13 zum Herunterladen bereit. Wer WinRAR einsetzt, sollte mindestens den Stand 7.12b1, besser jedoch die aktuelle stabile Fassung einsetzen.
(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Pwn2Own-Automotive-Wettbewerb: Ladesäule geknackt, um „Doom“ zu spielen
Für Autohersteller wie Tesla war der diesjährige Pwn2Own-Automotive-Wettbewerb ein Debakel. Schließlich haben die teilnehmenden Teams zahlreiche Schwachstellen erfolgreich ausgenutzt und unter anderem „Doom“ auf einer Ladestation gezockt.
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Hintergründe
Bei Pwn2Own-Wettbewerben treffen Sicherheitsforscher auf Computer, Technik und Autos, um diese zu knacken. Klappt das, gibt es ein Preisgeld und im besten Fall liefern die betroffenen Hersteller zügig Sicherheitspatches aus. Nach dem Pwn2Own Automotive 2026 haben sie auf jeden Fall viel zu tun. Insgesamt haben die Teilnehmer 76 Zero-Day-Sicherheitslücken aufgedeckt. So bezeichnet man Software-Schwachstellen, für die es noch kein Sicherheitsupdate gibt. Ob mittlerweile Patches erschienen sind, ist bislang nicht bekannt.

Nach einer erfolgreichen Attacke läuft „Doom“ auf dem Bildschirm einer Ladesäule für E-Autos.
(Bild: Trend Micro Zero Day Initiative)
Den Wettbewerb veranstaltet Trend Micros Zero Day Initiative. In ihrem Blog haben sie die Ergebnisse zusammengetragen.
Erfolgreiche Attacken
Die Veranstalter geben an, insgesamt knapp über 1 Million US-Dollar Preisgeld ausgeschüttet zu haben. Auf Platz 1 in der Gesamtwertung hat es das Team Fuzzware.io geschafft. Das hat ihm 215.000 US-Dollar eingebracht. Dafür haben sie unter anderem die Ladestation ChargePoint Home Flex (CPH50-K) erfolgreich attackiert.
Bereits am ersten Tag des Wettbewerbs musste Teslas Infotainmentsystem dran glauben. Das Team Synacktiv hat zwei Sicherheitslücken miteinander kombiniert, um über eine USB-basierte Attacke einen Speicherfehler auszulösen. Ein derartiger Zustand ist oft die Basis für das Ausführen von Schadcode.
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Will it run „Doom“?
Mehrere Sicherheitsforscher haben sich die Ladestation Alpitronic HYC50 vorgenommen und am Ende lief darauf der Ego-Shooter „Doom“. Dafür gab es 20.000 US-Dollar. Aus Sicherheitsgründen gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine weiterführenden Details über die im Wettbewerb ausgenutzten Sicherheitslücken. Bleibt zu hoffen, dass die Auto- und Ladesäulenhersteller schnell reagieren und zeitnah Sicherheitspatches veröffentlichen.
(des)
Datenschutz & Sicherheit
Sparkassen stellen Passwort-Manager S-Trust ein
Der Passwort- und Dokumenten-Manager S-Trust der Sparkassen wird in Kürze Geschichte sein. Zum 31. März 2026 endet das Angebot. Es hat nicht die erhoffte Marktdurchdringung erreicht.
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Das kündigen die Sparkassen jetzt auf der S-Trust-Webseite an. Zu den Hintergründen findet man etwa bei der Sparkasse Hannover etwas mehr Informationen: „Trotz aller gemeinsamen Anstrengungen konnte sich S-Trust in einem stark umkämpften Markt mit internationalen Wettbewerbern nicht dauerhaft durchsetzen. Ein wirtschaftlich tragfähiger Weiterbetrieb ist leider nicht möglich.“
S-Trust-Nutzerinnen und -Nutzer müssen aktiv werden
Wer das Angebot nutzt, könne zum Anbieter der originalen Software wechseln – SecureSafe des schweizerischen Unternehmens DSwiss AG. „Nutzende können ihre Daten über eine von DSwiss bereitgestellte technische Transfermöglichkeit zu SecureSafe übertragen, sofern sie sich eigenständig für diesen Dienst entscheiden“, erklärt die Sparkasse. Dafür seien Nutzerinnen und Nutzer verantwortlich, das Angebot stehe ausschließlich bei DSwiss selbst zur Verfügung. Die Hannoveraner Sparkasse liefert in ihrer oben verlinkten Ankündigung die Anleitung zum Wechsel gleich mit.
Wer auf gänzlich andere Anbieter wechseln möchte, findet ebenfalls Hilfestellung dafür. Das ist möglicherweise eine gute Idee: Bei der Prüfung von Passwort-Managern durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Dezember vergangenen Jahres kam die IT-Sicherheitsbehörde zu dem Ergebnis, dass der Hersteller theoretisch auf die Daten zugreifen könne, da bei SecureSafe lediglich serverseitig ver- und entschlüsselt wird. Laut BSI muss man dem Hersteller daher vertrauen, dass die „kompensatorischen Maßnahmen“ effektiv derartige Zugriffe unterbinden. Hinter dem S-Trust Password Manager verbirgt sich die SecureSafe-App, lediglich mit Sparkassen-Logo versehen, sodass das auch beim Sparkassen-Abkömmling gilt.
Dokumente in Sicherheit bringen
Verknüpfungen mit dem elektronischen Postfach der Sparkassen müssen Nutzer auflösen und zuvor etwaige bei S-Trust gelagerte Dokumente ins Postfach zurückverschieben. Auch andere mit der Dokumentenverwaltung aufbewahrte Dokumente sollten Nutzerinnen und Nutzer woanders speichern, um den Zugriff nicht zu verlieren.
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An S-Trust nehmen etwa 80 Prozent der Sparkassen teil. Darunter auch die großen wie Haspa oder die Berliner Sparkasse.
(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Kritische Sicherheitslücke gefährdet IBM Db2 Big SQL
Angreifer können an einer Lücke in IBM Db2 Big SQL ansetzen. Eine dagegen abgesicherte Version steht zum Download bereit.
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Kritische Schwachstelle
Laut der Beschreibung der Lücke in einer Warnmeldung können Angreifer im Zuge einer HTTP-Parameter-Pollution-Attacke (HPP) Systeme über präparierte Anfragen attackieren. Die Auswirkungen solcher Attacken variieren. Oft sind unberechtigte Datenzugriffe möglich.
Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass Angreifer die „kritische“ Lücke (CVE-2025-7783) ausnutzen. Admins sollten sicherstellen, dass die gepatchte Ausgabe IBM Db2 Big SQL 8.2.1 oder IBM Cloud Pak for Data 5.2.1 installiert ist.
(des)
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