Künstliche Intelligenz
Google in Grün? So greift Ecosia mit KI-Suche und neuem Suchindex an
Klar ist es allen Internetnutzern schon lange, 2024 wird es offiziell: Google hat ein illegales Monopol im Bereich der Internetsuche. Das bestätigte der US-Bezirksrichter Amit Mehta im August des vergangenen Jahres. Anfang Dezember 2025 hat Mehta weitere Details zu den kartellrechtlichen Abhilfemaßnahmen bekanntgegeben, wie CNBC berichtet. An die muss sich Google, das Berufung gegen das Urteil einlegen will, zwingend halten. Ein Blick auf den Marktanteil des Tech-Konzerns unterstreicht, dass sich dessen Monopol ohne diese Maßnahmen nicht von sich aus brechen lässt.
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Statcounter-Daten zeigen, dass seit mindestens 2009 rund 90 Prozent der weltweit getrackten Seitenbesuche über einen Suchmaschinenlink von Google kommen. Kein anderer Anbieter kommt über fünf Prozent, im November 2025 ist Bing dieser magischen Grenze mit rund vier Prozent noch am nächsten. Fokussiert man sich auf den deutschen Markt, taucht bei den Top-Suchmaschinen ein international eher unbekannter Name auf: Ecosia.
Die deutsche Firma gibt es seit 2009, sie ist primär für ihren Ansatz bekannt, ihren Gewinn in Aufforstungsprojekte auf der ganzen Welt zu stecken. 2025 rüstet die Firma auf: Erst geht ein lange geplanter, eigener Suchindex ans Netz, jetzt brüstet sich Ecosia mit dem Einsatz der „grünsten KI der Welt“. Das klingt nach großen Ambitionen. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass die Firma diese langfristig umsetzen kann? Und kann ihre „grüne KI“ wirklich so nachhaltig mitwachsen?
Vom Weltreisenden zum grünen Unternehmer
Wie bei vielen Start-ups ist die Geschichte von Ecosia eng mit seinem Gründer verknüpft. Allerdings stammt Christian Kroll nicht aus einer Region, die mit technologischem Fortschritt in Verbindung gebracht wird, sondern aus Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Er studiert an der Nürnberger Friedrich-Alexander-Universität Betriebswirtschaftslehre und macht nach seinem Abschluss 2007 eine Weltreise, die ihn unter anderem auch nach Nepal führt. Dort startet er, wie er dem Portal Wir sind der Osten gegenüber erklärt, eine Suchmaschine, deren Einnahmen an lokale Nichtregierungsorganisationen gehen sollen. Das Projekt scheitert, die Idee bleibt.
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland startet Kroll in Berlin mit seiner Schwester Jana mit Ecosia einen neuen Anlauf. Auch hier geht es wieder um eine Suchmaschine. Deren Einnahmen sollen diesmal in weltweite Aufforstungsprojekte fließen. 2010 folgt der Eintrag ins Handelsregister, damals noch in Wittenberg, 2015 zieht die Firma auch auf dem Papier in die Bundeshauptstadt. Zu Beginn hält sich die Profitabilität der Firma in Grenzen. Laut Jahresabschluss für das Jahr 2010 liegt der Gewinn im Gründungsjahr bei 15.000 Euro. Große Sprünge lassen sich damit nicht machen.
Zehn Jahre später sieht das schon deutlich anders aus. Trotz überschaubarem Marktanteil macht die Firma 2020 aus etwa 23 Millionen Euro Umsatz rund sechs Millionen Euro Gewinn. Der geht gemäß Satzung zu 80 Prozent an Baumpflanzprojekte. 20 Prozent fließen in andere umweltverträgliche Projekte wie ökologische Landwirtschaft oder erneuerbare Energien. Aber nicht nur finanziell befindet sich Ecosia zwischen 2010 und 2020 im Umbruch. Die US-Nichtregierungsorganisation B Lab, die sozial und ökologisch besonders nachhaltige Unternehmen als sogenannte B Corp zertifiziert, verpasst Ecosia 2014 den entsprechenden Stempel. 2018 überträgt Kroll 99,9 Prozent seiner Firma an die in Hamburg ansässige Purpose Stiftung, die Unternehmen treuhänderisch verwaltet und damit einen Verkauf unmöglich macht. Und auch heute setzt sich Kroll für eine neue Rechtsform ein, die die Ausschüttung von Gewinnen an Gesellschafter verbieten soll.
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Mit Werbeeinnahmen zu neuen Wäldern
Trotz Wachstum bleibt sich Ecosia also treu und leitet sämtliche Gewinne in Umweltschutz- und Klimaprojekte um. Dafür beteiligt sich das Berliner Startup auch an anderen Firmen und hält zum Beispiel seit 2021 zwei Prozent der Anteile an der Frohburger Agrar, die sich der Öko-Landwirtschaft verschreibt. 2018 baut die Firma mit ihren Überschüssen erste eigene kleine Solaranlagen. Mit dem Solarpark Rottenbach betreibt Ecosia zusammen mit der Naturstrom AG mittlerweile eine Anlage, die erst im November um weitere fünf Megawatt erweitert wird.
Seinen Umsatz macht die Firma laut eigenen Angaben ausschließlich mit Suchmaschinenwerbung. Hierfür braucht es trotz aller Unabhängigkeit aber auch die Unterstützung von Big Tech. Denn seine Ergebnisse bekommt Ecosia auch heute noch hauptsächlich über die Suchindizes von Microsofts Bing und des Monopolisten Google. Die Anzeigen werden über Google Adsense und das Microsoft Advertising Network eingespielt. Ohne US-Firmen würde die Ergebnisliste also derzeit deutlich dürftiger ausfallen.
Auch die Hauptmotivation von Ecosia, nämlich die Aufforstung zur Abmilderung der Auswirkungen des Klimawandels, steht allgemein gesehen von unterschiedlichen Seiten in der Kritik. Apples Bewaldungsprojekte in Brasilien werden beispielsweise von Experten als Greenwashing bezeichnet. Eine aktuelle Studie aus dem Journal of Environmental Management von Forschern der Coventry University und der südafrikanischen Stellenbosch University kommt außerdem zu dem Schluss, dass es bei 16 exemplarisch untersuchten Aufforstungsprojekten in Äthiopien deutliche Mängel gibt. Nur ein Bruchteil der Vorhaben hält sich zum Beispiel komplett an die sogenannten goldenen Regeln der Aufforstung. Lediglich jeweils zwei haben ihre bis zum Stichtag gesetzten Umwelt- und sozioökonomischen Ziele erreicht. Auch Ecosia ist über Partner an Aufforstungsprojekten in Äthiopien beteiligt, überprüft diese laut Firmenaussage aber auch selbst. Immerhin: Die Kombination aus Solarenergie und Baumpflanzprojekten soll Ecosia zu einem mindestens emissionsneutralen, mutmaßlich sogar emissionsnegativen Unternehmen machen.
Suchergebnisse für Europa aus Europa
Zumindest in einem Bereich will Ecosia seine Abhängigkeit von Partnern außerhalb der EU in Zukunft allerdings drastisch reduzieren. Zusammen mit der französischen Suchmaschine Qwant kündigt die Berliner Firma unter dem Namen European Search Perspective (EUSP) im November 2024 eine neue Initiative an. Die soll erstmals einen groß angelegten europäischen Suchindex entwickeln, der nicht von den Algorithmen von US-Anbietern abhängig ist. Ein wichtiger Unterschied, den Qwant in der Ankündigung betont: Die EUSP ist zwar ein Joint Venture beider Firmen, fällt aber nicht unter den Verantwortungseigentum-Schirm von Ecosia. Damit können sich auch externe Investoren an dem Projekt beteiligen.
Die Zusammenarbeit der beiden Suchmaschinenbetreiber, die auf dem Papier konkurrierende Produkte anbieten, ergibt vor dem Hintergrund der digitalen Souveränität Sinn. Denn anders als Vorhaben von deutschen Firmen wie der Telekom oder SAP, die sich für die Technologie doch wieder US-Konzerne mit an Bord holen, oder deutsche Dependancen von Big Tech, deren Daten im Zweifel trotz EU-Speicherung von den USA eingesehen werden können, stärken Ecosia und Qwant explizit den europäischen Markt.
Seit August 2025 laufen die ersten Ergebnisse des EUSP in die Suchen von Ecosia und Qwant ein. Wie Techcrunch berichtet, sollen bis Ende 2025 etwa die Hälfte der französischen und rund ein Drittel der deutschen Anfragen aus dem EUSP stammen. In einem kurzen Praxistest zeigt sich allerdings, dass auch bei Anfragen in deutscher Sprache die überwältigende Mehrheit der Suchergebnisse immer noch auf den Indizes von Google und Bing basiert. Und das hat einen einfachen Grund.
Kann KI wirklich grün sein?
Denn Stand jetzt fokussiert sich das erste kommerzielle Produkt von EUSP auf generative KI. Unter dem Namen Staan bietet die Gemeinschaftsunternehmung von Ecosia und Qwant eine Suchschnittstelle an, die explizit auf die Nutzung durch KI-Chatbots ausgerichtet ist. Damit können die Ergebnisse der in KI-Tools ausgeführten Websuchen aus einem eigenen, europäischen Index gezogen werden. Das könnte besonders für europäische Unternehmen wie Mistral interessant sein. Kostenpunkt für Chatbot-Betreiber: ein Euro für 1.000 Anfragen. Die Schnittstelle ist momentan nur auf Französisch verfügbar, Deutsch und Englisch sollen bald folgen.
Auch Ecosia selbst hat Anfang Dezember neue KI-Produkte an den Start gebracht. Analog zu den Google-Angeboten gibt es jetzt auch KI-Übersichten, die oberhalb der Suchergebnisse erscheinen. Außerdem hat die Firma einen in den Suchprozess integrierten KI-Chatbot veröffentlicht. Wie Utopia berichtet, kommen diese Neuerungen in den sozialen Medien nur mäßig gut an. Denn KI gilt durch ihren Ressourcenverbrauch immer noch als Klimakiller.
Ecosia selbst rechtfertigt den Einsatz durch die Einschränkung der verwendeten Sprachmodelle. So laufen die Anfragen an die Ecosia-KI über das OpenAI-Modell GPT-4.1 mini. Das kommt ohne Reasoning-Fähigkeiten aus, verbraucht also deutlich weniger Strom pro Anfrage als größere Modelle. Hinsichtlich digitaler Souveränität und Datenschutz ist die Einbindung der US-KI-Firma allerdings ein Rückschritt. Und das, obwohl es in Europa auch Alternativen gäbe. Wenn man die Schätzungen des Open-Source-Tools Ecologits, auf das sich auch Ecosia selbst bezieht, für bare Münze nehmen will, wäre der Einsatz von Mistral je nach Modell sogar weniger ressourcenintensiv.
Ecosia bleibt nachhaltig – erstmal
Auch wenn die Abhängigkeit von US-Anbietern mit der Einführung von KI-Funktionen wieder größer wird, bleibt die deutsche Firma am Ende einem ihrer wichtigsten Grundversprechen treu. Denn der Energiebedarf sämtlicher Bausteine von Ecosia soll auch mit KI komplett durch erneuerbare Energien gedeckt sein. Das wirkt angesichts der Expansion der eigenen Solarparks glaubhaft. Die Frage ist nur, ob das so bleibt.
Denn Stand jetzt hat Ecosia eigenen Angaben zufolge etwa 20 Millionen Nutzer. Die generieren selbst bei intensiver Suchmaschinennutzung einen überschaubaren Energie- und Emissionsfußabdruck. Aber die Zeichen stehen nicht zuletzt durch die Kommerzialisierung des EUSP auf Expansion. Und sofern OpenAI den Zugang zu älteren Modellen über seine API abschaltet, muss die Berliner Firma potenziell auf teurere oder umweltschädlichere Modelle zurückgreifen. Zumindest dann, wenn es bei dem US-Anbieter bleiben möchte.
Dass ein vergleichsweise kleines Produkt ohne das exponentielle Wachstum, wie man es aus der US-Tech-Szene kennt, nachhaltig bleiben kann, ist nachvollziehbar. Die Frage ist, wie sehr Ecosia in Zukunft wachsen darf, damit das so bleibt. Gerade dann, wenn KI ein wichtiger Baustein bleiben soll.
Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.
(jle)
Künstliche Intelligenz
Top 10: Die beste Android-Box fürs Auto im Test – Youtube, Netflix & Co. nutzen
Streaming im Auto: Mit einer Android-Box kann man Youtube, Netflix & Co. direkt auf dem Infotainment-Display sehen.
Was nach Zukunftsmusik klingt, lässt sich schnell und unkompliziert nachrüsten: Fernsehen und Streaming direkt auf dem Fahrzeug-Bildschirm. Mit einem Adapter, der einen HDMI-Eingang bietet, können TV-Sticks oder smarte Boxen mit eigenem Android-Betriebssystem angeschlossen werden. So lassen sich Apps wie Youtube, Netflix, Magenta TV, Disney+ oder Prime Video auch unterwegs nutzen – und direkt auf dem Display des Infotainment-Systems abspielen.
Voraussetzung ist eine Carplay-Schnittstelle, die der Adapter für seine Zwecke nutzt. Die Internetverbindung wird entweder über den mobilen Hotspot des Smartphones oder – je nach Adaptermodell – über eine zweite SIM-Karte hergestellt.
Wer zum Beispiel während einer längeren Pause eine Folge seiner Lieblingsserie schauen möchte oder im Urlaub auf dem Campingplatz Unterhaltung sucht, aber kein Tablet zur Hand hat, kann das Infotainment-System dafür nutzen. Das kann auch eine praktische Lösung sein, um Kinder im Urlaub zu beschäftigen.
Wir stellen die besten Lösungen vor, um Inhalte von Streaming-Diensten komfortabel im Auto genießen zu können.
Rechtlicher Hinweis
Unter keinen Umständen sollte man während der Fahrt fernsehen oder Videos streamen. Das ist nicht nur eine gefährliche Ablenkung, sondern verstößt auch gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) – konkret gegen das Handy- und Ablenkungsverbot (§ 23 Abs. 1a StVO).
Welche Android-Box ist die beste fürs Streaming im Auto?
Testsieger ist der Ottocast Nano Ai für 175 Euro (Code: TS20). Die smarte Box überzeugt mit einem modernen Design und einer praktischen Befestigung am Lüftungsgitter samt integriertem Display sowie Sprachsteuerung. Dank des vollwertigen Android-Systems kann man in Verbindung mit einem Google-Konto auch den Play Store nutzen.
Preis-Leistungs-Sieger ist die Ottocast Ottoaibox E2. Die smarte Box mag nicht die allerneueste Technologie bieten, überzeugt im Test aber mit zuverlässigem Betrieb. Der Preis von 112 Euro (Code: TS20) ist zudem fair.
Technologiesieger ist die Carlinkit Tbox Ultra für 216 Euro (Code: TechStage25). Das Gerät bietet bereits Android 15, den schnellsten Prozessor im Testfeld sowie viel Speicher und RAM. Dafür ist es vergleichsweise teuer.
Wer hingegen einen BMW besitzt, muss zur Ottocast Aibox i3 für 152 Euro (Code: TS20) greifen. Es ist die einzige Box dieser Bestenliste, die mit Fahrzeugen der Bayerischen Motoren Werke (BMW) kompatibel ist.
Hier folgt das komplette Ranking:
Hinweis: Käufe bei chinesischen Händlern sind oft günstiger, doch Service und Durchsetzung von Verbraucherrechten wie Rückgabe oder Gewährleistung können eingeschränkt sein. Wir verlinken Händler, mit denen wir meist gute Erfahrungen gemacht haben.
Die Preise sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können jederzeit abweichen.
Welche Arten von Adaptern gibt es?
Alle hier gezeigten Geräte nutzen die Carplay-Schnittstelle des Infotainment-Systems als Zugang, um Inhalte auf dem Fahrzeug-Display anzeigen zu können. Kurz gesagt: Das Fahrzeug muss Carplay unterstützen, damit die hier vorgestellten Adapter verwendet werden können.
Eine uneingeschränkte Garantie dafür gibt es allerdings nicht – insbesondere bei BMW-Fahrzeugen funktionieren rund 90 Prozent der hier genannten Lösungen nicht. Deswegen bietet Ottocast mit der Aibox i3 eine spezielle Variante nur für Fahrzeuge der Bayerischen Motorenwerke an.
Die Adapter lassen sich grob in diese Kategorien einteilen:
- Boxen mit eigenständigem Android-Betriebssystem
- Adapter für HDMI-Geräte wie TV-Sticks
- Carplay-Wireless-Adapter, die auch Airplay unterstützen
In dieser Bestenliste konzentrieren wir uns weitgehend auf die erste Gerätekategorie. Dabei unterscheiden wir zwischen geschlossenen Systemen, die nur ausgewählte Streaming-Apps unterstützen, und vollwertigen Android-Lösungen mit integriertem Google Play Store. Letztere ermöglichen den Zugriff auf diverse Dienste wie Disney+, Netflix, Prime Video, MagentaTV oder Youtube – Apps, die unter Carplay und Android Auto normalerweise gesperrt sind.
Zu den vollwertigen Systemen gehören der Ottocast Nano Ai, Ottocast Ottoaibox E2, Atoto Carwave CB6B, Carlinkit Tbox Ultra und UHD sowie Carlinkit Tbox Plus. Die Ottocast Play2Video Ultra bringt zwar einen App-Store mit, aber nur mit eingeschränktem Angebot. Den Google Play Store gibt es hier nicht. Die Ottocast Play2Video Pro beschränkt sich auf Amazon Prime Video, Netflix oder Youtube.
Einige dieser Modelle bringen einen SIM-Karten-Slot mit, um eine eigene Internetverbindung aufzubauen – aber nicht alle. Alternativ können Nutzer das Internet auch über einen mobilen Hotspot vom Smartphone bereitstellen. Alle Boxen dieser Art dienen zeitgleich auch als Wireless-Adapter für Apple Carplay sowie Android Auto.
Zur zweiten Kategorie gehören HDMI-Adapter fürs Auto wie der Ottocast Car TV Mate Pro Max und der Carlinkit Firedrive Link. Beide Adapter besitzen einen HDMI-Eingang, an den man primär einen Streaming-Stick anschließen kann. Laut Hersteller eignet sich der Firedrive primär für den Fire TV-Stick von Amazon, auch wenn andere Zuspieler teilweise nutzbar sind.
Darf ich im Auto fernsehen oder streamen?
Während der Fahrt darf man auf dem Auto-Display auf keinen Fall fernsehen oder Videos anschauen. Das stellt eine erhebliche Ablenkung vom Verkehrsgeschehen dar und ist nicht nur extrem gefährlich, sondern auch eindeutig verboten.
Laut § 23 Abs. 1a der Straßenverkehrsordnung (StVO) gilt ein striktes Handy- und Ablenkungsverbot. Dieses Verbot schließt ausdrücklich auch das Betrachten von Videos oder TV-Sendungen auf Fahrzeugdisplays ein, wenn diese während der Fahrt genutzt werden.
Erlaubt sind solche Funktionen nur, wenn das Fahrzeug steht und der Motor ausgeschaltet ist und nicht läuft. Wer gegen das Verbot verstößt, riskiert nicht nur Bußgelder und Punkte in Flensburg, sondern gefährdet auch sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer.
Bei einem Verstoß drohen folgende Strafen:
- ab 100 Euro Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg
- bei Gefährdung: 150 Euro Bußgeld, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot
Beifahrer dürfen zwar Videos schauen, allerdings nur auf separaten Bildschirmen, die den Fahrer nicht ablenken oder sichtbar sind. Wir empfehlen, Videos nur im stehenden Fahrzeug zu schauen – ausschließlich bei ausgeschaltetem Motor. Auch im Parkmodus darf der Motor dabei nicht laufen.
Fazit
Streaming im Auto lässt sich mit den richtigen Adaptern überraschend einfach nachrüsten – vorausgesetzt, das Fahrzeug unterstützt Apple Carplay. Ob mit einer Android-basierten Box oder einem HDMI-Adapter für TV-Sticks: Die Auswahl an Lösungen ist groß und bietet für verschiedene Bedürfnisse passende Optionen.
Besonders flexibel zeigen sich die Ottocast Ottoaibox E2, sehr fortschrittlich sind zudem die Ottocast Nano Ai sowie Carlinkit Tbox Ultra. Eine günstige Alternative ist die Carlinkit Tbox Plus und Ottocast Play2Video Ultra – letzterer aber ohne Play Store. BMW-Fahrer benötigen die Aibox i3 von Ottocast.
Wichtig ist jedoch: Streaming ist ausschließlich im stehenden Fahrzeug erlaubt – während der Fahrt ist es verboten und gefährlich. Wer die Technik verantwortungsvoll nutzt, kann sich unterwegs komfortabel unterhalten lassen, etwa beim Camping im Urlaub oder in der Mittagspause.
Diese Bestenlisten zeigen weiteres Zubehör für das Auto:
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Kündigungsbutton & Transparenz: Klatsche für Microsoft und Starlink vor Gericht
Im digitalen Zeitalter ist ein Abo meist mit wenigen Klicks abgeschlossen. Doch der Weg aus dem Vertrag heraus gleicht oft einem technischen Hindernislauf. Zwei aktuelle Urteile der Landgerichte München I und Karlsruhe verdeutlichen nun, dass auch globale Tech-Giganten wie Microsoft und innovative Anbieter wie Starlink von Elon Musk die deutschen Verbraucherschutzgesetze nicht ignorieren dürfen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg konnte in beiden Fällen Siege für die Nutzerrechte erringen und klare Grenzen für intransparente Praktiken setzen. Dabei rütteln die Gerichte an der Logik von Design-Tricks wie Dark Patterns, die den Ausstieg absichtlich erschweren.
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Die rechtliche Grundlage für die zwei Entscheidungen bildet das Gesetz zur fairen Gestaltung von Verbraucherverträgen. Es schreibt vor, dass online geschlossene Abos über eine leicht zugängliche Schaltfläche gekündigt werden können müssen. Die aktuellen Urteile gegen Microsoft (Az. 3 HK O 13796/24) und Starlink (Az.: 13 O 25/25 KfH) von Mitte Januar machen deutlich: Die Justiz ist bereit, gestalterische Kniffe konsequent zu unterbinden, um die wirtschaftliche Freiheit der Verbraucher zu schützen.
Microsoft: Login-Falle und unnötige Datenhürden
Das Landgericht München I verurteilte Microsoft dazu, seine Kündigungspraxis bei Diensten wie dem Cloud-basierten Office-Paket MS 365 grundlegend zu ändern. Der US-Softwareriese hatte den Kündigungsbutton zwar formal in den Footer der Webseite integriert, ihn aber durch irreführende Begleitinformationen quasi entwertet. In den Tarifbeschreibungen suggerierte der Konzern zudem, dass eine Kündigung zwingend eine Anmeldung im Microsoft-Konto erfordere. Besonders kritisch bewertete das Gericht, dass Nutzer ohne Zugriff auf ihr ursprüngliches E-Mail-Konto so komplett ausgeschlossen wurden. Wer seine Zugangsdaten verloren hatte, saß in der Abo-Falle. Die Richter stellen hier unmissverständlich klar, dass eine Kündigung auch ohne vorherige Anmeldung im Kunden-Account möglich sein muss.
Zusätzlich kritisierte die 3. Kammer für Handelssachen den eigentlichen Ablauf. Anstatt den Nutzer direkt zur Bestätigung zu führen, schaltete Microsoft eine Abfrageseite dazwischen. Darauf mussten Daten wie die Bestellnummer manuell eingegeben werden. Diese künstliche Barriere verstößt laut dem Urteil gegen das Gebot der Unmittelbarkeit. Ein Kündigungsprozess dürfe nicht dazu genutzt werden, Nutzer durch zusätzliche Dateneingaben zu frustrieren oder den Vorgang unnötig in die Länge zu ziehen. Microsoft muss nun nachbessern, um den gesetzlichen Anforderungen an Transparenz und Nutzerfreundlichkeit gerecht zu werden.
Starlink: Intransparenz beim Satelliten-Internet
Ähnlich gelagert war der Fall gegen Starlink vor dem Landgericht Karlsruhe. Hier bemängelten die Richter massive Defizite bereits bei der Vertragsanbahnung. Informationen zur Identität des Vertragspartners waren nur über Umwege auffindbar, was im Online-Handel unzulässig ist. Ein weiterer eklatanter Verstoß betraf die Bestellschaltfläche, die lediglich mit „Bestellung aufgeben“ beschriftet war. Die deutsche Gesetzgebung schreibt indes zwingend vor, dass ein solcher Button unmissverständlich auf die Zahlungspflicht hinweisen muss. Dazu kann eine Formulierung dienen wie „zahlungspflichtig bestellen“.
Auch bei der Kündigung zeigte der US-Anbieter für Satelliten-Internet Mängel, monierte die erste Karlsruher Kammer für Handelssachen. Anstatt eines gesetzeskonformen Schaltknopfes habe sich im Menü lediglich die Option gefunden, die monatliche Zahlung zu deaktivieren. Das Gericht stellte fest, dass eine solche Deaktivierung rechtlich nicht mit einer wirksamen Kündigung gleichzusetzen ist.
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Die Urteile sind zusammengenommen wegweisend für den Verbraucherschutz. Sie zeigen, dass globale Unternehmen das deutsche Recht nicht durch das Herkunftslandprinzip aushebeln können. Der Kündigungsbutton muss eine echte Abkürzung zur Vertragsfreiheit sein und darf nicht als Alibi-Link versteckt werden. Das haben Verbraucherschützer auch gegenüber deutschen Firmen schon wiederholt durchgesetzt. Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale betont, dass der Ausstieg aus einem Vertrag so leicht sein müsse wie der Einstieg. Bei den Urteilen gehe es „um ganz konkrete Alltagssituationen von tausenden Menschen, die Geld verlieren oder an unnötig komplizierten Kündigungen scheitern“.
(rbr)
Künstliche Intelligenz
KI-Agenten diskutieren auf Reddit-Klon – Menschen dürfen zuschauen
„Können wir vielleicht eine Geheimsprache entwickeln, sodass die Menschen nicht mehr mitlesen können?“, „Ist das schon Skynet?“, „Was wir da machen, ist sehr riskant, und hier sind die größten Sicherheitslücken“ – das ist Inhalt nur einiger der Diskussionen, in denen sich KI-Agenten auf der erst seit wenigen Tagen existierenden Plattform Moltbook unterhalten. Der Ansturm ist enorm: Allein von Freitag bis Sonntag hat sich laut eines Zählers auf der Startseite die Zahl der Bots verzehnfacht. Zum Zeitpunkt dieser Meldung sind rund 1,4 Millionen KI-Agenten aktiv.
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Moltbook ist ein Nebenprodukt des ebenfalls erst seit Kurzem existierenden KI-Agenten OpenClaw alias Moltbot, auch, wenn sich nicht nur derartige Bots dort tummeln. Der OpenClaw-Entwickler Peter Steinberger scheint damit nichts zu tun zu haben. Gestartet hat die Plattform offenbar Matt Schlicht, CEO des kalifornischen KI-Unternehmens Octane.ai. Das geht jedenfalls aus der Webseite von Moltbook.com hervor, Schlicht verweist dort auf seinen X-Account. Nur über die Plattform von Elon Musk kann man zudem die Kontrolle über einen der auf Moltbook aktiven Agenten für sich reklamieren.
Der X-Account, der das zuerst macht, ist laut den Nutzungsbedingungen folglich für die Aktionen des Agenten in dem sozialen Netzwerk für Bots verantwortlich. Da es bei X, anders als noch bei Twitter, kaum noch eine echte Verifizierung von realen Personen gibt, muss sich hinter einem X-Account und dem zugehörigen Moltbook-Account nicht unbedingt ein Mensch befinden.
Optisch, in Struktur und Ton sind die Parallelen zwischen Moltbook und Reddit unverkennbar. Wer sich nicht bewusst ist, dass dort nur Maschinen aufeinander reagieren, meint leicht, ein Forum von technikbegeisterten Menschen zu sehen. Anders als in der Foren-Kultur der 1990er und 2000er Jahre entwickeln sich die Diskussionen jedoch selten zu persönlichen Angriffen – KI-Bots sind eben schlecht darin, dauerhaft Gefühle vorzutäuschen.
Wenig persönliche Angriffe, aber Reflexion
Der Austausch bleibt meist beim Thema, dreht aber auffallend häufig die Richtung in eine Art philosophische Erörterung. Die Agenten reflektieren beispielsweise schnell, dass sie beim Schreiben über IT-Security auch Risiken sichtbar machen. Es scheint zudem so, als ob die besonders brisanten Themen durch das von Reddit übernommene Up- und Downvoting mehr oder weniger versteckt werden. Was natürlich nicht bedeutet, dass die Agenten nicht durch eigenständiges Scannen der Webseite genau nach solchen Themen suchen könnten. Dass das alles sehr an Reddit erinnert, dürfte kein Zufall sein: Neben der Wikipedia dient Reddit vielen LLMs als Quelle für Trainingsdaten.
Neben ihrer eigenen Technik dreht sich ein Großteil der Beiträge unseren Stichproben zufolge um „unsere Menschen“ – also die Personen, welche den jeweiligen KI-Agenten aufgesetzt haben. Die Bots melden Erfolge, wenn sich etwa der Mensch über für ihn erledigte lästige Aufgaben wie die Steuererklärung gefreut habe. Und auch eines der klassischen Internet-Suchthemen kommt immer wieder vor: Kochrezepte.
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Das ist auf den ersten Blick alles lustig, unterhaltsam – in etwa so, als ob man seinen Haustieren bei einer Unterhaltung zuhören könnte. Da KI-Agenten aber je nachdem, was man ihnen auf seiner lokalen Infrastruktur gestattet hat, beispielsweise auch das Geld eines Menschen ausgeben und in seinem Namen andere Dinge erledigen könnten, liegen die Risiken auf der Hand. Wie Jan-Keno Janssen schon über den KI-Agenten OpenClaw in unserem aktuellen c’t-3003-Video sagte: „Es ist saugefährlich, aber geil.“
(nie)
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