Datenschutz & Sicherheit
SPD-Politiker fordert Inhaltskontrolle auf allen Endgeräten
Der SPD-Politiker Sebastian Fiedler hat in einer Bundestagsdebatte zur Chatkontrolle am vergangenen Mittwoch gefordert: „Es darf kein Endgerät mehr auf dem europäischen Markt geben, das überhaupt in der Lage ist, kinderpornografisches Material anzuzeigen und zu verarbeiten.“ (Video)
Der Vorschlag würde eine extreme Form von Zensur und Inhaltskontrolle erfordern. Die Technologie und das Vorhaben wären noch weit eingriffsintensiver als die verpflichtende Chatkontrolle, die in Europa vier Jahre lang diskutiert wurde und nun vorerst vom Tisch ist. Zensurtechnologien auf Endgeräten, wie die von Fiedler vorgeschlagene Version, sind eher aus Ländern wie Nordkorea bekannt.
Der Innenpolitiker und Polizist Fiedler, der früher Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter war, fordert diese Form der Überwachung und Informationskontrolle nicht zum ersten Mal. Schon im Jahr 2024 hatte er seinen Vorschlag im Rahmen der Chatkontrolle-Debatte ins Spiel gebracht. Damals behauptete er im Interview mit WDR5, dass eine technische Umsetzung des Vorschlags möglich sei.
Wir hatten schon damals nachgefragt, wie dies funktionieren soll – und bedauerlicherweise keine Antwort von Herrn Fiedler erhalten.
Neue Fragen bleiben ebenfalls unbeantwortet
Weil er nun erneut diesen Vorschlag ins Rennen schickt, haben wir wieder nachgefragt. Wir wollten wir unter anderem wissen, wie die Technologie funktionieren soll, ohne dass es zu einer anlasslosen Komplettüberwachung aller digitalen Inhalte auf sämtlichen Endgeräten kommt.
Außerdem wollten wir von Herrn Fiedler wissen, ob ihm eine Technologie bekannt ist, die das leistet.
Und wir wollten wissen, wie Herr Fiedler ausschließen möchte, dass die Technologie in autoritären Ländern oder in Deutschland unter einer AfD-Regierung dazu genutzt wird, um unliebsame politische Inhalte zu sperren.
Auch dieses Mal hat Herr Fiedler auf die Presseanfrage von netzpolitik.org nicht reagiert.
Datenschutz & Sicherheit
Sicherheitspatches: Root-Attacken auf IBM Db2 möglich
Angreifer können Computer mit IBM Db2 attackieren, sich im schlimmsten Fall Root-Rechte verschaffen und Systeme im Anschluss kompromittieren. Sicherheitspatches lösen dieses Sicherheitsproblem und einige weitere. Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Lücken bereits ausnutzen.
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Patches verfügbar
Das Datenbankmanagementsystem ist insgesamt über 17 Softwareschwachstellen angreifbar. Zwei Lücken (CVE-2025-36384, CVE-2025-36184) sind mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft. Im ersten Fall können sich Angreifer mit Dateisystemzugriff höhere Rechte verschaffen. Im zweiten Fall ist das sogar bis zum Root-Nutzer möglich. In so einer Position ist davon auszugehen, dass Angreifer die volle Kontrolle über Systeme erlangen.
In diesen Fällen schaffen die Sicherheitsupdates Special Build #66394 für IBM Db2 11.5.9, Special Build #71609 für 12.1.3 und Special Build für 12.1.2 Abhilfe. IBMs Entwickler weisen darauf hin, dass davon wahrscheinlich auch Versionen bedroht sind, die sich nicht mehr im Support befinden. Diese Ausgaben bekommen keine Sicherheitsupdates mehr, sie bleiben deshalb verwundbar. Hier müssen Admins auf eine noch unterstützte Version upgraden.
Weitere Gefahren
Die verbleibenden Lücken sind mit „mittel“ eingestuft. An diesen Stellen können Angreifer etwa mit manipulierten Anfragen ansetzen, um DoS-Zustände auszulösen. Weitere Informationen zu den Lücken und Sicherheitsupdates finden sich unterhalb dieser Meldung in den verlinkten Warnmeldungen.
Erst kürzlich haben die Entwickler eine kritische Lücke in IBM Db2 Big SQL geschlossen.
Liste nach Bedrohungsgrad absteigend sortiert:
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(des)
Datenschutz & Sicherheit
OpenSSL: 12 Sicherheitslecks, eines erlaubt Schadcodeausführung und ist kritisch
In der quelloffenen Verschlüsselungsbibliothek OpenSSL haben IT-Forscher 12 Sicherheitslücken entdeckt, eine davon gilt als kritisch. Angreifer können dadurch etwa Schadcode einschleusen. Bemerkenswert ist auch, dass die IT-Sicherheitsforscher die Schwachstellen mit KI-Systemen aufgespürt haben.
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Das berichten die Mitarbeiter von Aisle in einem Blog-Beitrag. Ein Stack-basierter Pufferüberlauf kann beim Verarbeiten von „CMS AuthEnvelopeData“-Nachrichten mit bösartig manipulierten AEAD-Parametern durch verwundbare OpenSSL-Versionen auftreten. Das führt unter Umständen zu einem Absturz und dadurch zu einem Denial-of-Service; alkternativ kann jedoch auch Schadcode aus dem Netz zur Ausführung gelangen, erklärt das OpenSSL-Projekt in der Schwachstellenbeschreibung. Der Überlauf tritt vor einer Authentifizierung auf, es sind daher keine gültigen Keys oder Bestandteile davon nötig (CVE-2025-15467, CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). Die US-amerikanische IT-Sicherheitsbehörde CISA kommt zu der höheren Risikoeinschätzung – das OpenSSL-Projekt selbst stuft das Sicherheitsleck lediglich als Risiko „hoch“ ein.
Eine zweite Sicherheitslücke besteht in der fehlenden Überprüfung einiger Parameter in PKCS#12-Zertifikatsdateien. Sorgsam präparierte Einträge können einen Stack-basierten Pufferüberlauf oder eine Null-Pointer-Dereferenz mit anschließendem Absturz der Software auslösen oder möglicherweise eingeschleusten Schadcode ausführen. Da es unüblich ist, nicht vertrauenswürdigen PKCS#12-Dateien in Apps zu vertrauen, da sie in der Regel private Schlüssel beherbergen, stufen die OpenSSL-Entwickler die Lücke als moderat ein (CVE-2025-11187, CVSS 6.1, Risiko „mittel“).
OpenSSL: Viele Lücken mit niedrigem Risiko
Die restlichen zehn Schwachstellen wurden lediglich als niedriges Sicherheitsrisiko eingestuft: Die Sicherheitslecks mit den Schwachstelleneinträgen CVE-2025-15468, CVE-2025-15469, CVE-2025-66199, CVE-2025-68160, CVE-2025-69418, CVE-2025-69419, CVE-2025-69420, CVE-2025-69421, CVE-2026-22795 und CVE-2026-22796 können Angreifer im Wesentlichen für Denial-of-Service-Angriffe missbrauchen.
Die Sicherheitslücken stopfen die OpenSSL-Versionen 3.6.1, 3.5.5, 3.4.4, 3.3.6 und 3.0.19. Einige der als niedriges Risiko eingestuften Lücken betreffen auch ältere Versionen, dort sollen OpenSSL 1.1.1ze und OpenSSL 1.0.2zn für Premium-Support-Kunden bereitstehen. IT-Verantwortliche sollten aufgrund der kritischen Sicherheitslücke die Updates zügig installieren.
Dass die Schwachstellen mittels KI-Tools von Aisle entdeckt wurden, überrascht ein wenig. Das curl-Projekt hat etwa sein Bug-Bounty-Programm eingestellt, da es von unbrauchbaren KI-Schwachstellenmeldungen überflutet wurde. Der Aufwand, die teils plausibel klingenden Meldungen zu untersuchen und am Ende herauszufinden, dass es sich um Halluzinationen oder einfach erschwindelte Lücken handelte, uferte zu sehr aus.
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(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
KI-Bot: OpenClaw (Moltbot) mit hochriskanter Codeschmuggel-Lücke
Der dienstbare KI-Bot OpenClaw, auch als Moltbot oder ehedem ClawdBot bekannt, enthält eine schwerwiegende Sicherheitslücke. Angreifer können dadurch Authentifizierungstoken abgreifen und damit am Ende beliebigen Code auf dem Gateway eines Opfers ausführen.
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In der Schwachstellenbeschreibung erklärt der Entwickler Peter Steinberger, dass die Kontroll-Bedienoberfläche dem Parameter gatewayUrl einer Anfrage ohne Prüfung vertraue und beim Laden automatisch dorthin verbindet. Dabei überträgt sie den Zugriffstoken zum Gateway in den WebSocket-Verbindungsdaten. Dadurch kann ein Klick auf einen präparierten Link oder der Besuch einer bösartigen Webseite den Token an von Angreifern kontrollierten Servern übertragen, die sich damit auf dem Gateway anmelden können. Dort können sie die Konfiguration ändern, etwa bezüglich Sandbox und Tool-Richtlinien, sowie Aktionen mit höheren Rechten ausführen (CVE-2026-25253, CVSS 8.8, Risiko „hoch“).
Es handelt sich damit um eine 1-Klick-Codeschmuggel-Lücke. Da der Webbrowser des Opfers als Brücke diene, können Angreifer die Lücke auch dann missbrauchen, wenn das Gateway nur an das loopback-Interface angebunden ist. Betroffen sind Versionen von OpenClaw/Moltbot bis einschließlich 2026.1.28. Version 2026.1.29 dichtet das Sicherheitsleck ab. Wer sich den KI-Bot installiert hat, sollte daher so schnell wie möglich auf die fehlerkorrigierte Fassung aktualisieren.
Moltbot: Mächtiger KI-Bot
Der ursprünglich unter dem Namen „Clawdbot“ und aufgrund der Namensähnlichkeit zu Anthropics KI Claude dann in „Moltbot“ umbenannte entwickelte KI-Assistent hat einen extremen Hype ausgelöst. Allein auf Github hat er inzwischen fast 150.000 Sterne-Wertungen zum Meldungszeitpunkt – noch einmal ein großer Anstieg seit vergangener Woche. Der KI-Assistent ist sehr mächtig und kann viele Aktionen ausführen, auch mit hohen Rechten direkt auf dem System, auf dem er installiert ist. c’t 3003 hat sich in der jüngsten Ausgabe den KI-Bot genauer angesehen und mit dessen Wiener Entwickler Peter Steinberger gesprochen.
(dmk)
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