Künstliche Intelligenz
Mecpow M1 im Test: Günstiger Laser-Cutter & Engraver ab 135 Euro
Der kompakte Lasergravierer Mecpow M1 ist vielseitig einsetzbar und einfach zu bedienen. Doch wie steht es um die Sicherheit?
Mit dem M1 bringt Mecpow einen kompakten Lasergravierer mit 5‑Watt‑Diode auf den Markt, der laut Klasse‑1‑Zertifizierung als sicher gilt und sich an Einsteiger wie Fortgeschrittene richtet. Der Hersteller verspricht vielseitige Einsatzmöglichkeiten und eine einfache Bedienung im kompakten Format.
Wir haben den günstigen Laser ab 135 Euro ausführlich getestet und zeigen, was er tatsächlich leistet.
Wirklich Laser-Klasse 1?
Der Mecpow M1 ist laut Hersteller ein Gerät der Laser-Klasse 1. Das bedeutet eigentlich, dass keinerlei gefährliche Laserstrahlung austreten kann, die etwa das Augenlicht schädigen kann. Nur Laser-Graviermaschinen der Klasse 1 sind für den Einsatz durch Privatpersonen geeignet. Geräte ohne ausreichenden Schutz fallen in die Klasse 4, sie dürfen nur von Profis benutzt werden.
Wirklich ungefährlich ist das Arbeiten mit dem M1 trotz der vom Hersteller beworbenen Klasse-1-Qualifizierung unserer Ansicht nach nicht. So gibt es etwa einen Spalt zwischen Gehäuse und Sichtfenster. Im Test traten hier keine Laserstrahlen aus, aber mit einem ungünstigen Blickwinkel und reflektierender Oberfläche des zu gravierenden Objekts könnte es hier aber durchaus zu Lichtaustritt kommen.
Zweifelsfrei problematisch ist aber eine weitere Funktion des M1. Zur Bearbeitung höherer Objekte kann der Mecpow nämlich mittels anschraubbarer Füße aufgebockt werden. Durch den dann offenen Boden kann sehr wohl Laserstrahlung austreten, was eine erhebliche Gefahr für das Augenlicht darstellt. Nur mit geschlossenem Gehäuse lässt sich das Gerät gefahrlos ohne Schutzbrille betreiben, aber es funktioniert eben auch anders – der Xtool F2 ist genau deswegen ganz offiziell ein Gerät der Laser-Klasse 4. Die Klasse 1 beim Mecpow darf also zumindest bezweifelt werden.
Abgesehen davon sollte man nie ohne Vorwissen mit so einem Laser hantieren. Es geht hier nicht nur um den Schutz der Augen, sondern etwa um das Verhüten von Bränden und um giftige oder ätzende Gase, die beispielsweise beim Bearbeiten von bestimmten Kunststoff-Sorten entstehen.
Wer sich solch ein Werkzeug in die Werkstatt stellt, muss immer mit Vorsicht und Bedacht arbeiten: Ein Laser ist kein Spielzeug!
Design und Ausstattung
Der M1 fällt positiv durch sein geschlossenes Gehäuse mit dem klappbaren Sichtfenster auf – in der Regel sind die günstigen Geräte offen und somit deutlich unsicherer. Das weiß-grüne Design wirkt modern und aufgeräumt. Mit Abmessungen von 220 × 264 × 194 mm und einem Gewicht von knapp 2,4 kg ist der Laser sehr kompakt. Er passt problemlos auf jeden Schreibtisch und lässt sich leicht transportieren oder beiseitestellen. Die Verarbeitung macht einen ordentlichen und stabilen Eindruck. Herzstück ist das 5 Watt starke Lasermodul mit einer Wellenlänge von 455 nm. Es ermöglicht Gravuren auf einer Arbeitsfläche von 100 × 100 mm, laut Hersteller, mit einer Genauigkeit von bis zu 0,01 mm.
Der transparente Deckel filtert laut Hersteller 99 Prozent des Laserlichts. Öffnet man das Gehäuse während des Betriebs, stoppt der Laser sofort automatisch. In den Tests klappt das zuverlässig. Ein Neigungsalarm warnt zusätzlich bei Verkippung um mehr als 15 Grad. Eine Schutzbrille liegt bei.
Im Lieferumfang sind neben dem Lasermodul auch ein Stromkabel, Schraubendreher, Schutzbrille, Benutzerhandbuch, Positionierungsplatte, Markierungsstift, Speicherkarte und diverses Montagematerial enthalten. Optional sind Erweiterungen wie ein 1,2 Watt starkes Infrarotmodul zum Gravieren von Metallen, Rotationsaufsätze für zylindrische Objekte und der im Test genutzte Luftfilter erhältlich.
Praxistest
Im Vergleich zu vielen anderen günstigen Modellen ist hier kein zeitaufwendiger Aufbau nötig. Nach dem Auspacken und dem Verbinden mit dem Computer ist der M1 direkt einsatzbereit. Was hier auffällt, ist der unangenehm hochfrequente Lüfter – zum Glück ist der aber nicht mehr zu hören, sobald der optional erhältliche und sehr laute Luftfilter loslegt.
Über WLAN oder USB-Kabel können Designs von PC, Smartphone oder Tablet an den Laser gesendet werden – zumindest theoretisch. Die mitgelieferte Software für den PC ist nämlich nur wenig intuitiv. Die App des M1 bekommen wir zwar verbunden, beim Hochladen von Aufträgen friert das Programm dann aber ein. Bevor wir uns lange ärgern, nutzen wir die alternative Software Lightburn. Die hatten wir schon bei anderen Lasern im Einsatz und auch mit dem Gerät von Mecpow gibt es keine Probleme. Lightburn ist zwar kostenpflichtig, die Investition lohnt sich aus unserer Sicht aber. Bei Interesse gibt es eine zeitlich begrenzte Demoversion.
Die Sicherheitsfunktionen des M1 überzeugten im Praxiseinsatz – zumindest auf den ersten Blick. Das geschlossene Gehäuse filterte das Laserlicht zuverlässig. Der Spalt zwischen Sichtscheibe und Gehäuse macht zumindest bei ebenen und nicht reflektierenden Oberflächen keine Probleme. Rauch und Gerüche wurden dank angeschlossenem Filter effektiv abgesaugt. Dessen Anschaffung ist aus unserer Sicht sinnvoll – selbst wenn er nur einen Teil der Gerüche abfangen kann. Alternativ sollte die Abluft unbedingt aus dem Fenster geleitet werden.
Problematisch wird es allerdings, wenn der M1 mit den mitgelieferten Füßchen aufgebockt wird, um höhere Objekte zu gravieren. Hier raten wir unbedingt zu großer Vorsicht und zur Nutzung des Schutzbrille – besser noch wäre eine zusätzlicher Sichtschutz oder der Verzicht auf die Erhöhung. Hinzukommt, dass der M1 keinerlei Flammenerkennung an Bord hat. Wenn der Laser arbeitet, muss man ihn also immer im Auge behalten!
Ansonsten zeigt sich der Mecpow M1 als vielseitiger Graveur für zahlreiche Materialien. Hölzer, Jeansstoff, Leder und beschichtete Metalle stellten kein Problem dar. Mit dem 5-Watt-Laser ließen sich 2- und 3-mm-Sperrholz in nur einem Durchgang sauber schneiden. Die maximale Gravurgeschwindigkeit liegt theoretisch bei 10.000 mm/min – dann aber wäre vom Ergebnis kaum etwas zu sehen. In der Praxis graviert und schneidet der Laser deutlich langsamer. Für Flächengravuren auf Holz nutzen wir etwa 2300 mm/min bei 30 Prozent Leistung. Geschnitten wird dann mit 150 mm/min bei 90 Prozent Leistung.
Die Gravurqualität war durchweg hoch. Selbst feine Details und kleine Schriften wurden präzise umgesetzt. Die perfekte Platzierung der Gravuren ist allerdings gar nicht so einfach. Da es hier kein Livebild per Kamera gibt, muss man sich zur besseren Orientierung mit dem Abfahren des Rahmens um die Grafik begnügen. Das klappt zwar, ist allerdings weniger genau und bedarf etwas Übung.
Mecpow M1 – Laserqualität
Preis und Einschätzung
Mit einem Preis ab 135 Euro ist der Mecpow M1 im Vergleich zu anderen Lasern sehr günstig. Das wirkt sich zwar auch auf den eher kleinen Arbeitsraum und die mitgelieferte Software, aber immerhin nicht auf die Qualität der Gravuren und Schnitte aus.
Zusammen mit dem Luftfilter steigt der Preis dann auf 219 Euro. Optional sind auch Bundles mit IR-Laser, Drehmodul oder einem schwächeren 3,5-Watt-Laser erhältlich.
Fazit
Der Mecpow M1 ist ein günstiger und ordentlich funktionierender Desktop-Laser für Einsteiger. Kompaktes Design, hohe Gravurqualität und zumindest ein gewisser Grad an Lasersicherheit bilden ein verlockendes Gesamtpaket. Narrensicher ist dieser Laser trotz der Herstellerangabe Laser-Klasse-1 aber nicht, weswegen wir zur Vorsicht raten.
Mit 5 Watt Leistung, einer Präzision von 0,01 mm und Kompatibilität zu vielen Materialien eröffnet der Mecpow M1 trotzdem kreative Möglichkeiten vom personalisierten Geschenk bis zu Modellbau-Teilen. Für eine vernünftige Bedienung empfehlen wir allerdings den Kauf der Software Lightburn – diese ist intuitiver und deutlich umfangreicher als das mitgelieferte Programm.
Künstliche Intelligenz
Alphabet erhöht Einnahmen weiter und kündigt Rekordinvestitionen in KI-Cloud an
Alphabet hat Umsatz und Gewinne sowohl im vierten Quartal 2025 als auch im gesamten letzten Jahr erneut gesteigert und dabei auch die Erwartungen der Analysten größtenteils übertroffen, obwohl diese bereits mit ordentlichem Wachstum gerechnet hatten. Nur die Werbeeinnahmen YouTubes fallen etwas niedriger aus als erwartet. 2026 wird der Google-Konzern die Ausgaben allerdings drastisch erhöhen. Sundar Pichai, Chef von Alphabet und Google, kündigte Investitionen zwischen 175 und 185 Milliarden US-Dollar an. Das entspricht praktisch einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr.
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Im Ende Dezember abgeschlossenen vierten Quartal konnte Alphabet den Umsatz auf 113,83 Milliarden Dollar und den Betriebsgewinn auf 35,93 Milliarden Dollar steigern. Das entspricht Wachstumsraten von 18 und 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als Alphabets Wachstum die Anleger enttäuschte. Der Nettogewinn des letzten Quartals ist im Jahresabstand sogar um 30 Prozent auf 34,45 Milliarden Dollar gewachsen.
Anzahl der Mitarbeiter steigt wieder
Im gesamten letzten Jahr ist der Umsatz Alphabets gegenüber 2024 um 15 Prozent auf 402,84 Milliarden Dollar gestiegen. Der Betriebsgewinn wuchs 2025 um 7 Prozent auf 129,04 Milliarden Dollar und der Nettogewinn im Jahresvergleich sogar um 32 Prozent auf 132,17 Milliarden Dollar. Gleichzeitig scheint die Zeit der Massenentlassungen vorüber zu sein, zumindest bei Google. Alphabet zählte Ende 2025 mit 190.820 Mitarbeitern 4 Prozent mehr Angestellte als Ende 2024.
Google-CEO Pichai bezeichnet die Finanzergebnisse als „großartiges Quartal für Alphabet“ und betont, dass der Jahresumsatz erstmals 400 Milliarden Dollar übertroffen hat. Gleichzeitig hat der YouTube-Umsatz mit Werbung und Abonnements 60 Milliarden Dollar überstiegen. Pichai verweist auch auf mehr als 325 Millionen zahlende Abonnenten für die verschiedenen Dienste des Konzerns, angeführt von Google One und YouTube Premium.
Werbung überwiegt, aber Cloud wächst stärker
Den größten Teil des Umsatzes von Alphabet machen weiterhin die Werbeeinnahmen aus. Diese sind im letzten Quartal um fast 14 Prozent auf 82,28 Milliarden Dollar gestiegen. Einnahmen durch Abonnements, Plattformen und Geräte fallen mit 13,58 Milliarden Dollar dagegen bescheiden aus, sind gegenüber dem Vorjahr aber immerhin um fast 17 Prozent gestiegen. Das Cloud-Geschäft zeigt allerdings das größte Wachstum. Hier konnte Google den Quartalsumsatz im Jahresabstand um enorme 48 Prozent auf 17,66 Milliarden Dollar steigern.
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Genau hier will der Datenkonzern 2026 mehr investieren, wohl um das Wachstumspotenzial voll ausschöpfen zu können. Die für dieses Jahr angekündigten Investitionen von 175 bis 185 Milliarden Dollar sollen vorrangig in KI-Computing-Kapazitäten für Google DeepMind fließen, erklärte Alphabet-Finanzchefin Anat Ashkenazi laut CNBC im Gespräch mit Analysten, „um der signifikanten Kundennachfrage im Cloud-Bereich gerecht zu werden und strategische Investitionen in andere Bereiche zu tätigen“. Zudem sollen die Ausgaben dazu genutzt werden, um „die Benutzererfahrung verbessern und einen höheren ROI für Werbetreibende in Google-Diensten erzielen“.
Gemini-KI wird kosteneffizienter
Weiterhin betont Alphabet, dass Googles Künstliche Intelligenz in Form der Gemini-App mittlerweile mehr als 750 Millionen Nutzer zählt, die die App mindestens einmal im Monat verwenden. Im letzten Quartal waren es noch 650 Millionen monatlich aktive Nutzer. „Mit zunehmender Größe werden wir deutlich effizienter“, sagte Pichai dazu. „Durch Modelloptimierungen sowie Effizienz- und Nutzungsverbesserungen konnten wir die Gemini-Servicekosten pro Einheit bis 2025 um 78 Prozent senken.“
Anleger waren trotz dieser höheren KI-Effizienz nicht begeistert. Googles Aktienkurs hat nachbörslich teilweise um rund 3 Prozent nachgegeben. Das Papier hat sich aber schnell erholt und liegt mittlerweile wieder fast auf dem Niveau zum Abschluss des gestrigen Börsentages.
(fds)
Künstliche Intelligenz
Ikea Grejsimojs: Neuer Bluetooth-Lautsprecher für 15 Euro
Ikea erweitert sein Lautsprechersortiment um ein kinderfreundliches Modell: Der neue Bluetooth-Lautsprecher ist Teil der neuen Grejsimojs-Kollektion, bei der das schwedische Möbelhaus auf verspielte und farbenfrohe Designs setzt, die über das Kinderzimmer hinaus ansprechen sollen. Das Gerät kommt in Form einer lila Maus daher, deren Schwanz als Trageschlaufe dient.
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Das für Kinder ab drei Jahren geeignete Gerät ist auf Robustheit ausgelegt und ist nach IP44 gegen Wasserspritzer und leichten Regen, aber nicht gegen das Untertauchen in Wasser geschützt. Im Inneren arbeitet ein einzelner 1,6-Zoll-Treiber mit einer Gesamtleistung von 2 Watt.
Der Lautsprecher verfügt über zwei Bedientasten: Auf der Unterseite befindet sich eine Taste für das Ein- und Ausschalten sowie die Bluetooth-Kopplung, während auf der Oberseite ein Knopf für Wiedergabe und Pause (Play/Pause) platziert ist. Die Lautstärke wird über das Quellgerät eingestellt. Zum Schutz des empfindlichen Gehörs von Kindern verfügt das Gerät über eine fest verbaute Lautstärkebegrenzung.
Ikeas nächster Lautsprecher wird wohl noch günstiger
Der Grejsimojs-Lautsprecher lässt sich mit anderen Bluetooth-Lautsprechern von Ikea koppeln, sofern diese die entsprechende Verbindungsfunktion unterstützen. Ein Stereomodus, bei dem der linke und rechte Kanal separat auf zwei Lautsprecher aufgeteilt werden, ist nicht vorgesehen. Auch auf die bei anderen Modellen verfügbare Funktion „Spotify Tap“ müssen Käufer verzichten. Mit dieser ist es möglich, per Knopfdruck die zuletzt gehörte Spotify-Playliste fortzusetzen oder neue Musik basierend auf den eigenen Hörgewohnheiten zu entdecken.
Die Akkulaufzeit gibt Ikea mit bis zu 24 Stunden an, sofern die Wiedergabe bei 50 Prozent der maximalen Lautstärke erfolgt. Geladen wird der Lautsprecher über einen USB-C-Anschluss an der Unterseite. Das Ladekabel und der Netzadapter sind nicht im Lieferumfang enthalten, Ikea bietet jedoch ein passendes Stromversorgungs-Set für 5 Euro an. Der Bluetooth-Lautsprecher selbst kostet 15 Euro.
Der Grejsimojs-Lautsprecher folgt auf die Einführung der höherwertigeren Bluetooth-Lautsprecher [Link auf Beitrag 4984266]Solskydd und Kulglass im Dezember sowie Blomprakt im Oktober. Im Gegensatz zu Grejsimojs unterstützen diese Geräte „Spotify Tap“. Der Preis beträgt je nach Modell zwischen 50 und 100 Euro.
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Auf der CES 2026 im Januar kündigte Ikea einen weiteren Lautsprecher an: Kallsup ist ein würfelförmiges Gerät mit einer Kantenlänge von sieben Zentimetern, das sich mit bis zu 99 weiteren Kallsup-Einheiten verbinden lässt. Der Preis soll zwischen 5 und 10 Euro betragen, wobei die Markteinführung für April erwartet wird.
(tobe)
Künstliche Intelligenz
KI-Update kompakt: AI Safety Report, OpenClaw, Firefox, Gaming-Aktien
Bestehende KI-Sicherheitspraktiken reichen nicht aus
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Die Fähigkeiten sogenannter General-Purpose-KI haben sich im vergangenen Jahr rasant entwickelt. KI-Modelle wie ChatGPT, Gemini und Claude werden leistungsfähiger, doch bestehende Sicherheitspraktiken kommen nicht hinterher. Zu diesem Schluss kommt der kürzlich veröffentlichte zweite International AI Safety Report, an dem über 100 Forschende aus mehr als 30 Ländern mitgearbeitet haben.
Vor allem in Mathematik, Naturwissenschaften und Programmierung gab es große Sprünge. Nutzbarkeit und Risiko von KI seien eng verbunden, ein starker Anstieg der Leistung verstärke zugleich die potenziellen Risiken. Besonders alarmierend: KI erkennt immer zuverlässiger Sicherheitslücken in Software. Auch die Verbreitung von KI-generierten Fake-News bereitet Sorge. Hinzu kommt, dass KI-Systeme Menschen daran hindern, informierte Entscheidungen zu treffen. Das kritische Denken werde geschwächt, viele würden KI blindlings vertrauen.
Die bestehenden Sicherheitspraktiken können den Forschenden zufolge nicht ausreichend Abhilfe schaffen, da neue Fähigkeiten der KI unvorhersehbar und die Funktionsweisen von Modellen unzureichend erforscht seien. Positiv sei, dass zwölf KI-Unternehmen im vergangenen Jahr Sicherheitsframeworks veröffentlichten. Zentral sei aber vor allem eine Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz.

Sexualisierte Deepfakes von Grok möglicherweise aus Kalkül
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat am Dienstag die Räumlichkeiten des Kurznachrichtendiensts X in der französischen Hauptstadt durchsuchen lassen. Die Razzia wurde von der Abteilung für Cyberkriminalität zusammen mit Europol durchgeführt. Sie erfolgte im Zuge von Ermittlungen, die vor einem Jahr eingeleitet wurden und in denen es um die Algorithmen und die Auswahl angezeigter Beiträge geht. Die Staatsanwaltschaft hat bereits zugesichert, dass sich die Ermittlungen nicht mehr nur auf möglicherweise längst überholte Zustände bei X beschränken sollen, berichtet die Tageszeitung Le Figaro.
Inzwischen hat auch der KI-Chatbot Grok immer mehr Einfluss darauf, was Nutzern angezeigt wird. Darum sollen die Ermittlungen entsprechend ausgeweitet werden. Dabei sei auch explizit auf die sexuellen Deepfakes verwiesen worden, mit denen Grok nach dem Jahreswechsel weltweit für Aufsehen gesorgt hat. Laut einem Bericht der Washington Post könnte Ziel dieser Funktion gewesen sein, bewusst die Popularität von Grok zu steigern. Die durchschnittliche Anzahl der täglichen App-Downloads des KI-Chatbots stieg weltweit in den ersten drei Januarwochen, als der Skandal publik wurde, um 72 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Dezember.
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Auch die Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde bereits in die Ermittlungen aufgenommen, nachdem antisemitische Ausfälle des KI-Chatbots im Sommer vergangenen Jahres für Entsetzen gesorgt hatten. Indes hat Elon Musk bereits am Montag bekannt gegeben, dass xAI von seiner Firma SpaceX übernommen wurde. Fast konstante Sonnenenergie soll in Zukunft die Künstliche Intelligenz Grok antreiben, mit anfangs einer Million Satelliten.
Ist OpenClaw der erste echte KI-Assistent?
OpenClaw ist der neue Trend in der KI-Szene. Der autonome Agent hat auf GitHub mehr als 150.000 Sternebewertungen eingesammelt. User loben, dass der KI-Assistent sich proaktiv um Aufgaben kümmert und ihnen wirklich Arbeit abnimmt. Die Installation erfolgt mit einem einzigen Shell-Befehl, der Zugriff über Chat-Tools wie WhatsApp oder Telegram. Durch die Installation erlauben User OpenClaw kompletten Zugriff auf ihr Endgerät und alle Daten. Das Tool übernimmt auch eigenständig Aufgaben, die nicht direkt per Prompt angestoßen wurden.
Die Möglichkeiten werden nur dadurch realisiert, dass der KI-Assistent vollständigen Zugriff auf System und angebundene Dienste bekommt. OpenClaw kann Shell-Befehle ausführen und auf Passwort-Manager zugreifen. Der KI-Assistent speichert seine Erinnerungen als unverschlüsselte Textdateien. Würden Angreifer Zugriff auf das Gerät bekommen, könnten sie die Dateien ohne weiteres lesen. Sicherheitsexperten empfehlen, OpenClaw nur auf Zweitgeräten zu installieren.
OpenAI veröffentlicht Desktop-App zur Steuerung von KI-Agenten
OpenAI hat für seinen Programmier-Assistenten Codex eine macOS-App vorgestellt. Die soll die Verwaltung und Steuerung mehrerer KI-Agenten erleichtern. Nutzer können verschiedene Aufgaben parallel abarbeiten lassen. Die Agenten lassen sich asynchron über mehrere Projekte hinweg steuern. Die App steht ab sofort Nutzern aller Bezahl-Tarife zur Verfügung. Parallel zur Veröffentlichung verdoppelt OpenAI die Nutzungslimits für zahlende Kunden.
KI lauscht mit und verbessert den Ton
Seit bald elf Jahren betreibt Google den Mobilfunkdienst Fi Wireless. Telefonate routet der Konzern über eigene Server. Dort greift eine Künstliche Intelligenz ein, um Hintergrundgeräusche zu unterdrücken und gesprochenes Wort zu verstärken. Noch ist unklar, ob auch internationale Verbindungen bearbeitet werden, wie lange die Daten gespeichert bleiben und was Google sonst damit macht.
heise online hat Google dreimal um Auskunft gebeten, aber keine Antwort erhalten. Nicht ausgeschlossen ist daher, dass die KI durch Stimmerkennung die Identität der Teilnehmer feststellt oder Gesprächsinhalte mithört.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
KI-Abschalter für Firefox kommt mit dem nächsten Update
Im Firefox Browser sollen mit einem einzigen Schalter ab Ende des Monats alle KI-Funktionen abgeschaltet werden können. Mit dem nächsten Update, das Ende Februar herauskommen soll, soll dieser Knopf eingefügt werden. Der Schalter soll so funktionieren, dass man alle KI-Funktionen pauschal ablehnen kann, ohne dass das bei Updates rückgängig gemacht wird. Es gibt aber auch die Möglichkeit, einzelne KI-Funktionen ab- und anzuschalten. Es muss sich noch zeigen, wie tief diese Abschaltung wirklich funktioniert.
USA starten Milliarden-Projekt zur Sicherung seltener Erden
Die US-Regierung hat das „Project Vault“ bekannt gegeben, eine strategische Reserve für kritische Mineralien wie Kobalt oder Lithium im Wert von 12 Milliarden Dollar. Diese soll die amerikanische Industrie unabhängiger von chinesischen Importen machen. Sie spielen eine zentrale Rolle beim massiven Ausbau der KI-Recheninfrastruktur.
Das Vorhaben kombiniert rund 2 Milliarden Dollar privates Kapital mit einem 10-Milliarden-Dollar-Kredit der US Export-Import Bank. Zu den beteiligten Unternehmen gehören Google, General Motors und Boeing.
Googles neues KI-Tool lässt Gaming-Aktien purzeln
Nachdem Google sein experimentelles KI-Tool Project Genie veröffentlicht hat, sind die Aktienkurse von Branchengrößen der Spieleindustrie Ende vergangener Woche drastisch eingebrochen. Take-Two fiel um 10 Prozent, Roblox büßte 12 Prozent ein und Unity verlor 21 Prozent an Wert. Project Genie kreiert aus Textbeschreibungen oder hochgeladenen Bildern interaktive Umgebungen. In Wirklichkeit ist die Technologie noch sehr begrenzt.
Die Erlebnisse sind auf 60 Sekunden beschränkt, Spielmechaniken und Sound fehlen. Vor diesem Hintergrund ist der Kurssturz eine Überreaktion der Wall Street.
Google erweitert KI-Testarena um Poker und Werwolf
Google DeepMind und die Datenplattform Kaggle bauen ihre gemeinsame KI-Testumgebung „Game Arena“ aus. Auf der Plattform treten KI-Modelle in strategischen Spielen gegeneinander an. Bisher maßen sich die Systeme vor allem im Schach, nun kommen Werwolf und Poker hinzu. Poker prüft, wie gut ein Modell mit Risiken und unvollständigen Informationen umgeht.
Werwolf misst laut Google etwa gut die Soft Skills, die zukünftige KI-Assistenten in ihrer Zusammenarbeit mit Menschen benötigen, darunter Kommunikation, Verhandlung und die Fähigkeit Mehrdeutigkeit zu navigieren. Zudem dient das Spiel Werwolf auch der Sicherheitsforschung: Es zeigt, ob eine KI Manipulationen durchschauen kann, aber auch wie gut sie andere KI-Modelle im Spiel täuschen kann.
Aktuell werden die Ranglisten von Googles eigenen Modellen Gemini 3 Pro und Gemini 3 Flash dominiert.
AlphaGenome eröffnet neue Möglichkeiten zur Genregulation
Ein Jahr, nachdem der Nobelpreis für Chemie an das KI-Modell AlphaFold von Google DeepMind vergeben wurde, hat das Unternehmen jetzt das KI-Modell AlphaGenome vorgestellt. Zwar gilt das menschliche Genom seit 2022 als komplett entschlüsselt, doch welche Prozesse etwa für bestimmte Krankheiten oder Reaktionen auf Umweltfaktoren verantwortlich sind, ist oft unklar.
Mit einer Auflösung bis hinab zu einzelnen Basenpaaren kann das neue Modell laut Studie für eine Sequenz von bis zu einer Million Basenpaaren Tausende molekularer Eigenschaften vorhersagen. Unter anderem, wo bestimmte Gene in verschiedenen Zell- und Gewebetypen beginnen und enden, die Menge der produzierten RNA und auch, welche DNA-Basen zugänglich sind, nahe beieinander liegen oder an bestimmte Proteine gebunden sind. Grob gesagt, liefert das neue Modell ein größeres Bild mit einer höheren Auflösung.

(igr)
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