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Partnerschaft besiegelt: Nvidia kauft Intel-Aktien


Intel hat am 26. Dezember rund 215 Millionen neue Aktien gedruckt und an Nvidia zum Vorzugspreis von fünf Milliarden US-Dollar verkauft. Das hat Intel am Montag der US-Kapitalmarktaufsicht SEC (Securities Exchange Commission) gemeldet. Damit ist die im September angekündigte Partnerschaft zwischen Nvidia und Intel besiegelt. Nvidia hält nun etwa 4,5 Prozent aller im Umlauf befindlichen Intel-Aktien, die Anteile bestehender Aktionäre wurden entsprechend verdünnt.

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Der teilstaatliche US-Konzern Intel soll nicht bloß Chips für Nvidia fertigen; beide Firmen wollen gemeinsam Kombiprozessoren entwickeln. Sie planen unter anderem Prozessoren mit x86-Prozessorkernen und GeForce-GPU (Graphics Processing Unit). Die GPU- und CPU-Chiplets werden per NVLink mit einander kommunizieren. Das ist ein von Nvidia entwickelter Hochgeschwindigkeits-Datenbus. Die jüngste NVLink-Version 5.0 kann, mit 18 Links und vier Lanes pro Link, bis zu 1,8 Terabyte pro Sekunden zwischen CPU und GPU schaufeln (beide Richtungen zusammengerechnet). Das ist viel.

Intel steckt in einer Krise. Das Management sah sich im August veranlasst, fast zehn Prozent der Firma der US-Regierung zu schenken. Im Gegenzug gab US-Präsident Donald Trump Subventionen frei, die Intel aufgrund geltender US-Gesetze zustehen, von Trump aber zurückgehalten wurden.

Nvidia hat jetzt 23,28 US-Dollar je Aktie an Intel gezahlt. Das liegt etwa 6,5 Prozent unter dem Schlusskurs vom Tag vor der Bekanntmachung der Übereinkunft. Diese hat Intels-Aktienkurs Auftrieb verliehen. Der Schlusskurs vor dem letzten Handelstag vor der Ausgabe der neuen Aktien liegt sogar mehr als 50 Prozent über dem von Nvidia gezahlten Preis.

Nvidia ist der bedeutendste Lieferant von Prozessoren für große KI-Systeme. Seit dem Sommer ist es der nach Börsenbewertung wertvollste Konzern der Welt. Nach der US-Regierung und den Finanzinvestoren Blackrock und Vanguard dürfte Nvidia nun der viertgrößte Intel-Aktionär sein.


(ds)



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Mehr Bodycams für Bahn-Mitarbeiter: Schutz vor Übergriffen im Fokus


Bahnchefin Evelyn Palla will noch in diesem Jahr alle Bahnbeschäftigten mit Kundenkontakt auch im Regional- und Fernverkehr sowie an den Bahnhöfen auf freiwilliger Basis mit Bodycams ausstatten. Das ist eine der Sofortmaßnahmen zum Schutz der Bahnbeschäftigten, die Palla in Berlin auf einem von ihr einberufenen Sicherheitsgipfel mit dem „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“ angekündigt hat.

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An dem Sicherheitsgipfel nahmen Vertreter von Bund und Ländern sowie Gewerkschaften, Verbänden und den Aufgabenträgern für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) teil. Er wurde nach dem tödlichen Angriff auf den 36 Jahre alten DB-Mitarbeiter Serkan Çalar in Rheinland-Pfalz einberufen.

Palla nimmt mit der Maßnahme eine Kernforderung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auf. Diese fordert flächendeckend den Einsatz von Bodycams, auch mit Tonaufnahme. Damit sollen auch verbale Übergriffe auf Mitarbeiter besser dokumentiert und nachverfolgbar werden. Schon jetzt können Beschäftigte mit Kundenkontakt im Regionalverkehr Bodycams erhalten und tragen.

Die EVG dringt zudem darauf, dass künftig flächendeckend stets zwei Zugbegleiter in den Regionalzügen Tickets kontrollieren statt wie bisher oft nur einer.

Zusätzlich zu den Bodycams sieht der Aktionsplan weitere Maßnahmen vor. So plant die Bahn 200 zusätzliche Kräfte der DB-Sicherheit auf Bahnhöfen einzusetzen. Zudem soll die persönliche Schutzausrüstung von DB-Mitarbeitenden verbessert werden. Außerdem sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn noch mehr in Verhaltens- und Deeskalationstrainings geschult werden.

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Weiter sieht der Plan vor, dass ein schon vorhandener Hilferufknopf („Prio-Ruf“) weiter ausgerollt und auch weiterentwickelt wird. Mit diesem sollen DB-Mitarbeiter im Ernstfall schneller Hilfe bekommen.

„Unser Anspruch ist klar: Sicherheit braucht eine klare Haltung – personell, technisch und rechtlich. Deshalb handeln wir entschlossen und setzen mit konkreten Maßnahmen ein deutliches Zeichen für mehr Sicherheit im Bahnverkehr“, sagte Palla.

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Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte zu den neuen Maßnahmen: „Bahnhöfe und Züge müssen sichere Orte sein. Das gilt für Zugreisende und Zugpersonal in gleicher Weise. Daher müssen wir alles daransetzen, die Sicherheit auch in den Zügen weiter zu steigern.“

Den Angaben der Bahn zufolge kam es im vergangenen Jahr zu insgesamt rund 3000 körperlichen Übergriffen auf Beschäftigte des eigenen Konzerns. Das war zwar ein leichter Rückgang im Vergleich zum Jahr davor. Doch das Sicherheitsgefühl innerhalb der Belegschaft habe sich deutlich verschlechtert, betont die EVG und verweist auf eine eigene Umfrage unter rund 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem vergangenen Jahr.


(afl)



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Nachhaltige Baustoffe: Mit einem Pilz veredeltes Holz sieht aus wie Marmor


In Wald und Garten kann es jeder beobachten: Baumpilze zersetzen Holz zu unansehnlichen Resten. Wird der Prozess aber gezielt gesteuert und der richtige Pilz gewählt, kann ein edel aussehender Werkstoff entstehen: Holz mit Marmor-Look. Das ist, in Kurzform, die Geschäftsidee des Schweizers Jakob Koster. Unter dem Namen Myrai soll das Produkt schon bald zu kaufen sein.

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Als Grundlage dienen lokale Laubholzarten, die laut Koster üblicherweise verheizt werden. Das Produkt tauge zudem als nachhaltige Alternative zu exotischen Importhölzern, sagt er.

Die Idee dafür entstand durch einen Zufall. Koster, damals Chef der Schreinerei Koster Holzwelten in Arnegg bei St. Gallen, entdeckte auf einem Holzstück ungewöhnliche schwarze Linien. Er fragte bei dem Schweizer Materialforschungsinstitut EMPA nach und erfuhr, dass es sich um einen ganz besonderen Baumschädling handelte.

Der Schlauchpilz produziert das schwarze Pigment Melanin. Beim Besiedeln des Holzes erzeugt er ein marmorähnliches Muster. Koster hatte Glück, ihn zu finden, denn er ist selten. „Früher hat man Baumstämme für mehrere Monate in den Wald gelegt und gehofft, dass sie vom richtigen Pilz besiedelt werden“, erzählt ihm der Empa-Forscher Francis Schwarze.

Koster und Schwarze taten sich zusammen, um die „Holzmalerei“ des Pilzes gezielt zu steuern. In die luftige Schreinereihalle bei St. Gallen zogen Edelstahlcontainer mit Laboren und Klima- sowie Vakuumkammern ein. Die Agentur für Innovationsförderung Innosuisse unterstützte das Vorhaben.

Mittlerweile haben die Männer eine funktionstüchtige Vorgehensweise gefunden. Sie bringen bis zu zweieinhalb Meter lange Bretter in einer Klimakammer auf eine geeignete Feuchtigkeit. Anschließend werden die Bretter sterilisiert und dann mit Sporen des Schlauchpilzes geimpft.

Mehrere Wochen dauert es, bis der Pilz die gewünschten Muster ins Holz gezeichnet hat. Unter anderem die Wahl des Holzes und Änderungen der Produktionsbedingungen beeinflussen das Aussehen der Marmorierung. Am Ende des Prozesses wird das Holz in einer Kammer getrocknet. Der Pilz stirbt ab.

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„Das Besondere an dem Schlauchpilz ist, dass er nur die stark lignifizierten Bereiche der Zellwand nicht abbaut und das Holz eine hohe Biegesteifigkeit beibehält“, berichtet Francis. Das marmorierte Holz eignet sich für den Innenausbau, für Möbel, Musikinstrumente und für Schmuck. Wann genau es zu kaufen sein wird, steht bislang nicht fest.

Die neue Holzveredlung erweitert das Potenzial von Pilzen für die Produktion nachhaltiger Baustoffe. Myzelien etwa, fadenartige Pilzzellen-Geflechte, eignen sich unter anderem als Dämmstoff und für Bauplatten. Auch Möbel sind daraus schon entstanden. Ob die Melanin-Malerei des Schlauchpilzes auch hier für Verschönerung sorgen kann, ist unbekannt.

Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.


(jle)



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Expertenforderung: OpenDesk sollte für Unis gratis sein


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This article is also available in
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der deutsche Hochschulsektor steuert im Bereich Office-Software auf eine strategische Sackgasse zu. Davor warnen zumindest führende IT-Experten in einem heise online vorliegenden Brief an Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU): Während der US-Gigant Microsoft seine Office-Suite für Studierende kostenlos anbietet, kostet die staatseigene deutsche Alternative OpenDesk 45 Euro netto pro Nutzer und Jahr.

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Dass eine Open-Source-Lösung teurer ist als das proprietäre Konkurrenzprodukt, liegt vor allem an den Kosten für den sicheren Betrieb und die Wartung in zertifizierten deutschen Rechenzentren. Während Microsoft den Gratis-Zugang als Marketinginstrument zur langfristigen Bindung nutzt, muss die souveräne Lösung ihre Infrastruktur real finanzieren.

Für eine mittelgroße Universität mit 30.000 Studierenden bedeutet dies jährliche Mehrkosten von über 1,6 Millionen Euro, geben die Autoren zu bedenken. Diese finanzielle Hürde mache den politisch gewünschten Wechsel zur digitalen Eigenständigkeit praktisch unmöglich. Die Unterzeichner, zu denen Torsten Prill vom Verband der Hochschulrechenzentren (ZKI) und Vertreter der Gesellschaft für Informatik (GI) gehören, kritisieren diesen Zustand als absurden Wettbewerbsnachteil für eine bundeseigene Entwicklung.

Dabei steht weit mehr auf dem Spiel als nur das Budget. Die Verfasser befürchten, dass Deutschland die Kontrolle über seine Bildungs- und Forschungsinfrastruktur an nicht souveräne Ökosysteme verliert. Während das vom Zentrum für digitale Souveränität (Zendis) bereitgestellte OpenDesk auf volle Datenhoheit und offene Standards setze, führe der Weg über Microsoft in einen „Cloud-Lock-in“. Selbst bei Speicherung in der EU unterlägen die Daten etwa durch den Cloud Act dem Zugriff von US-Behörden.

Der Appell erhält Brisanz durch den Verweis auf die nationale Sicherheitsstrategie der USA. Die zielt den Experten zufolge darauf ab, monopolistische Positionen für US-Technologien global auszubauen. Gleichzeitig explodierten die Ausgaben des Bundes für Microsoft-Produkte: Sie sind von 274 Millionen Euro im Jahr 2023 auf rund 481,4 Millionen Euro im vorigen Jahr gestiegen.

Die Forderung an das Ministerium lautet daher: Bis Mitte 2026 soll eine Lösung her, die OpenDesk für alle Studierenden kostenfrei verfügbar macht. Nur so könne sich digitale Unabhängigkeit im Bildungsbereich gegen die Marktmacht der US-Konzerne durchsetzen. Es sei an der Zeit, in die Souveränität künftiger Fachkräfte zu investieren, statt lediglich wachsende Abhängigkeiten zu finanzieren.

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(cku)



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