Künstliche Intelligenz
Xplora-Kinderuhr: Sicherheitslücken erlaubten Zugriff auf alle Geräte
Nils Rollshausen von der TU Darmstadt hat auf dem 39. Chaos Communication Congress (39C3) in Hamburg gravierende Schwachstellen in Kinder-Smartwatches des norwegischen Herstellers Xplora präsentiert. Der Vortrag „Watch Your Kids: Inside a Children’s Smartwatch“ basierte weitgehend auf den Arbeiten eines Masterstudenten, der die Sicherheitsarchitektur systematisch analysierte. Die Uhren werden nicht nur in Norwegen, sondern weltweit verkauft – nach eigenen Angaben über 1,5 Millionen Stück. In Deutschland werden sie unter anderem von der Telekom in Bundle-Deals angeboten.
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„Wir sind eine kinderfressende Hexe“
Rollshausen wählte einen ungewöhnlichen narrativen Rahmen: „Für die Zwecke dieses Talks sind wir eine kinderfressende Hexe, die im Wald lebt.“ Das Problem der Hexe: Früher wanderten Kinder einfach zur Hütte, doch heute tragen alle GPS-Tracker und die Eltern können sie finden. „Wenn wir nicht verhungern wollen, müssen wir wohl etwas Recherche betreiben.“
Der Einstieg gelang über FCC-Zulassungsdokumente, in denen Fotos eines Entwickler-Ladegeräts mit vier statt zwei Pins auftauchten. Die Forscher bastelten einen Adapter – und tatsächlich meldete sich die Uhr als USB-Gerät.
Für den Debug-Modus fragten sie sich: „Was ist die dümmste mögliche Lösung?“ Mehrfaches Tippen auf die Versionsnummer, wie sonst auch bei Android. Es funktionierte. Dann erschien ein PIN-Feld. Während Rollshausen über automatisierte Angriffe nachdachte, ging der Masterstudent nach Hause und tippte zwei Stunden lang jede vierstellige Kombination manuell ein und fand die richtige Kombination.
Statische Schlüssel ermöglichen Vollzugriff
Da sich die Uhr mit aktiviertem Debug-Zugang wie ein normales Android-Gerät verhielt, konnten die Forschenden mit Standardtools als Hersteller-Apps extrahieren. Dabei fanden sie das Kernproblem: Die Authentifizierung basierte auf statischen Geheimnissen in der Firmware.
In Kombination mit öffentlich zugänglichen Daten wie Zeitstempeln und Seriennummern konnten Angreifer gültige API-Schlüssel für beliebige Uhren generieren – und damit alles tun, was die echte Uhr auch kann.
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Kinder virtuell nach Pjöngjang teleportieren
Live demonstrierte Rollshausen die möglichen Folgen – weiterhin aus Hexenperspektive:
- Nachrichten mitlesen: „Sehr nützlich für die Kommunikation“
- Gefälschte Nachrichten senden: „Damit die Kinder wissen, wo sie uns finden, denn sie sind so beschäftigt mit ihren Handys, dass sie den Wald nicht mehr finden“
- Standort manipulieren: Für dies Manipulation braucht es laut Rollshausen immer zwei Versuche. Doch dann klappt die „Teleportation“ – dann stand das Kind plötzlich in Pjöngjang, Nordkorea, oder einem anderen frei wählbaren Ort.
- Uhren aus der Ferne zurücksetzen: „Das sieht auf dem Bildschirm nicht sehr interessant aus“, räumte er ein, bevor die Uhr auf der Bühne herunterfuhr
„Das ist eine For-Schleife davon entfernt, alle Uhren mit diesem Modell zu kompromittieren. Und das sind viele Uhren“, so Rollshausen.
Zähe Kommunikation mit dem Hersteller
Die Offenlegung der Schwachstellen verlief zunächst holprig. Das Vulnerability-Disclosure-Programm auf der Website war falsch verlinkt, E-Mails blieben unbeantwortet – bis etwa eine Woche vor dem 39C3-Talk.
Ein Firmware-Update im August sorgte bei Rollshausen für Nervosität: Würde der Debug-Zugang weiterhin funktionieren? Vorsorglich installierte Rollshausen eine eigene App, die das Debug-Menü direkt aufruft. Diese Maßnahme erwies sich als sinnvoll, denn die bisherige PIN war anschließend ungültig. Die Analyse zeigte, dass die PIN nun sechs statt vier Stellen umfasste und das System nach drei Fehlversuchen gesperrt wurde. An den eigentlichen Schwachstellen hatte sich jedoch nichts geändert. „Sie haben nicht einmal die Zugangsdaten rotiert“, so Rollshausen.
Auch das Firmware-Update im Oktober erforderte lediglich minimale Anpassungen der bestehenden Exploits. Erst kurz vor dem Congress nahm Xplora direkt Kontakt auf. In einem Gespräch am 22. Dezember versicherte das Unternehmen, die Ursachen mit einem Update im Januar 2026 beheben zu wollen. Zudem wurde das Disclosure-Programm überarbeitet, und der beteiligte Masterstudent erhielt eine „ansehnliche“ Bug-Bounty-Vergütung.
Signal auf der Kinderuhr
Als ironische Zwischenlösung zeigte Rollshausen den Signal-Messenger auf einer Xplora-Uhr: „Ich musste alle Größenwerte durch zehn teilen, damit das auf den Bildschirm passt – aber technisch können Sie Signal auf der Smartwatch Ihres Kindes laufen lassen.“
Die Botschaft: „Wir können mit Herstellern zusammenarbeiten, um Dinge sicherer zu machen – aber wir müssen nicht. Wir können auch einfach unser eigenes Ding machen.“
(vza)
Künstliche Intelligenz
Das beste Zubehör für 3D-Drucker: Filament kleben, bemalen und bearbeiten
Wer seine 3D‑Drucke optisch verbessern will, findet zahlreiche Hilfsmittel und Werkzeuge. Wir zeigen, welche Methoden funktionieren und was man dafür benötigt.
Ein Nachteil vieler 3D‑Drucke aus Filament ist die raue, schichtweise Struktur. Zwar liefern moderne Drucker deutlich bessere Ergebnisse als noch vor einigen Jahren, doch für eine perfekte Oberfläche ist Nacharbeit meist nötig. Unser Ratgeber zeigt, worauf es ankommt und welche Werkzeuge und Hilfsmittel zum Ziel führen.
3D-Drucker-Voreinstellungen
Für alle Filamenttypen gilt: Die Slicing-Software muss vernünftig eingestellt werden. Die Nacharbeit an einem unsauber gedruckten Objekt ist deutlich aufwendiger als bei ordentlichen Drucken.
Je niedriger die Schichthöhe ausfällt, desto glatter ist das fertige Druckergebnis und desto weniger Nacharbeit fällt an. Die Druckzeit ist bei einer hohen Auflösung zwar deutlich länger, aber der Zeitaufwand lohnt sich. Das Ergebnis ist bereits ohne Nachbearbeitung deutlich besser. Wer besonders exakte Ergebnisse wünscht, sollte deshalb zu einer Nozzle mit einem Durchmesser von 0,2 mm statt 0,4 mm greifen. Diese muss natürlich auch zum eigenen Drucker passen, also Augen auf beim Kauf.
Für eine Nachbearbeitung muss der Druck außerdem ausreichend stabil sein. Dazu sind mindestens drei bis vier Außen-Layer und ausreichend Füllung (Infill) nötig.
Arbeitssicherheit
Beim Schleifen, Kleben und Lackieren sollte auch die eigene Gesundheit beachtet werden. Günstige Einmalhandschuhe schützen die Hände und erlauben sauberes Arbeiten ohne stundenlanges Händewaschen. Eine Staubmaske hält Kunststoffpartikel und Lackpartikel aus der Lunge fern.
Nachbearbeitung
Der erste Schritt nach dem Druck ist immer das Entfernen des Support-Materials, also der Stützen, die bei Modellen mit Überhang mitgedruckt werden. Wer die Slicing-Software ordentlich eingestellt hat, sollte dabei keine größeren Probleme haben. In der Praxis helfen etwa Spitzzange und Bastelmesser, das Stützmaterial und dessen Hinterlassenschaften zu entfernen. Seit einiger Zeit gibt es für solche Arbeiten auch die sogenannten Ultraschallschneider, welche mit einer Kombination aus feinen Schwingungen, Temperatur und einer scharfen Klinge arbeiten.
Während stationäre Geräte meist mehrere hundert Euro kosten, sind kompakte Handgeräte inzwischen ab 80 Euro bei etwa Amazon erhältlich. Der privat von uns genutzte Cutter mit OLED, Aufbewahrungstasche und Ersatzklingen kostet etwa 115 Euro, der Hozo Neoblade mit integriertem Akku kostet rund 150 Euro. Das ist zwar nicht gerade günstig, wer häufig an seinen 3D-Drucken arbeitet, sollte sich die Investition aber überlegen. Die ersten Praxistests zeigen, dass man mit solch einem Ultraschallschneider sehr bequem und präzise arbeiten kann. Die Arbeitserleichterung gegenüber einem klassischen Cutter ist gerade bei dickerem Material sehr deutlich.
Zusätzlich folgen die Beseitigung von beim Druck entstandenen Fäden (Stringing oder Oozing) und das Entgraten der Kanten. In der Praxis funktioniert das bei Objekten mit geraden Linien beispielsweise mit einem Entgratungswerkzeug ab etwa 9 Euro. Für Drucke mit vielen Rundungen eignen sich Schleifpapier, Ultraschallcutter mit Schleifaufsatz oder etwa ein Multifunktionswerkzeug mit Schleifaufsatz. Insbesondere bei letzterem muss man aber sehr präzise arbeiten und muss zudem auf die Temperatur des Materials achten. Wer mit zu hoher Geschwindigkeit oder zu lange an einer Stelle schleift, riskiert, dass der Druck weich wird und die Form verliert. Das spezielle Nachbearbeitungswerkzeug für 3D-Drucke, der Modifi3D, hat uns zumindest in der ersten Version nicht überzeugt. Bei der Nutzung haben wir damit mehr beschädigt als verbessert.
Bilderstrecke: 3D-Drucke aus Filament bearbeiten
Manche Projekte sind zu groß für den Drucker und müssen in mehreren Einzelteilen gedruckt werden. Hier eine Mondlampe.
Für mehr Tiefe haben wir die Oberfläche mit einer Wash-Farbe behandelt – ist diese trocken, kann man die Kanten noch mit der Dry-Brush-Technik betonen.
Kleinere Objekte lassen sich meist direkt nachbearbeiten. Bei mehrteiligen Drucken steht zunächst das sorgfältige Verkleben der Einzelteile an – hier ist präzises Arbeiten entscheidend. Nicht jeder Klebstoff eignet sich für jede Art von Filament. Besonders einfach funktioniert das Kleben von PLA, weil man hier auf handelsüblichen Sekundenkleber zurückgreifen kann.
Die Kombination mit PETG und normalem Sekundenkleber ist hingegen weniger gut geeignet. Hier lohnt sich aus unserer Erfahrung der Griff zu einem speziellen 3D-Druck-Klebstoff oder einem Zweikomponentenkleber für Kunststoffe. Diese halten an einer Vielzahl von Materialien und sorgen für eine zuverlässige und schnelle Verbindung auch unterschiedlicher Filamenttypen. Um überflüssigen Kleber nicht anschließend aufwendig abschleifen zu müssen, lohnt es sich hier sauer zu arbeiten und überschüssigen Kleber etwa per Spachtel zu entfernen.
Jetzt folgt das Feintuning der Oberfläche. Bei großflächigen Drucken kommt erneut Schleifpapier zum Einsatz, bei vielen ebenen Flächen empfiehlt sich ein elektrischer Handschleifer. Vorsicht: Wer zu lange auf einer Stelle bleibt, kann die hitzeempfindliche Oberfläche aufweichen. Für grobe Arbeiten eignet sich eine Körnung von 80 bis 140, für den Feinschliff etwa K400. Bei gleichmäßiger Struktur und insbesondere bei Holz‑Filament genügt das oft schon für ansehnliche Ergebnisse.
Wer kleinflächige und schwer zugängliche Stellen glätten will, kommt mit Schleifpapier schnell an Grenzen. In der Praxis hat sich die Nutzung eines Dremels (Multifunktionswerkzeug) mit entsprechenden Aufsätzen bewährt. Günstige Nachbauten des Original-Dremels sind bereits ab etwa 30 Euro erhältlich und für die Arbeit mit Kunststoff ausreichend. Bei der Arbeit muss aber vorsichtig vorgegangen werden: Zu hohe Umdrehungszahlen und starker Druck zerstören die verhältnismäßig empfindliche Kunststoff-Oberfläche oder bringen das Material zum Schmelzen.
Wer größere Lücken im Druckbild hat, etwa an Klebestellen, sollte die Flächen mit einer Kunststoff-Feinspachtelmasse bearbeiten und glätten. Dies erspart langwierige Schleifarbeiten und führt zu einem ordentlichen Ergebnis. Allerdings ist die Spachtelmasse sichtbar – wer damit arbeitet, sollte den Druck anschließend bemalen oder lackieren.
ABS glätten
Eine besonders komfortable Methode bietet ABS‑Filament: das Bedampfen mit Aceton. Das Lösungsmittel greift den Kunststoff an und löst die Oberfläche leicht an. Wird das Druckobjekt nur kurz bedampft, weichen die äußersten Schichten auf und die sichtbaren Layer verschmelzen. Zurück bleibt eine glatte, glänzende Oberfläche.
Der Nachteil dieser Methode: Sie funktioniert nur mit ABS-Filament, das günstige Drucker ohne beheiztes Druckbett nicht verarbeiten können. Außerdem ist Aceton-Dampf gesundheitsgefährdend.
Sprühspachtel
Wer kaum gerade Flächen in seinem Druckobjekt hat oder wem das händische Nachschleifen zu aufwendig erscheint, der kann mit Sprüh- oder Spritzspachtel aus der Spraydose arbeiten. Die Nutzung ist unkompliziert: Sprühspachtel wird gleichmäßig und schichtweise aufgetragen. Die einzelnen Schichten dürfen dabei nicht zu dick sein, da sich sonst Tropfen bilden. Je nach Oberfläche sind für ein ordentliches Ergebnis mindestens vier bis fünf Durchgänge nötig. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten muss das aufgetragene Material immer wieder trocknen, was jedes Mal mindestens 30 Minuten dauert.
Wer anschließend immer noch einzelne Schichten des Drucks erkennt, arbeitet mit Schleifpapier nach und trägt anschließend zwei weitere Schichten des Sprühspachtels auf. Das Resultat ist eine glatte und sehr gleichmäßige Oberflächenstruktur, die sich perfekt zum Lackieren oder Bemalen eignet. Details des Drucks bleiben hervorragend erhalten. Für sehr detailreiche Drucke eignet sich keine andere Methode besser.
Die Nachteile dieser Methode sind der hohe Zeitaufwand und das Hauptproblem von Spraydosen: Man kann nicht in der Wohnung arbeiten. Der Sprühspachtel verhält sich wie Lack: Er riecht und hinterlässt eine riesige Sauerei.
Epoxidharz
Arbeitsintensiv ist auch die Veredelung mit Epoxidharz. Das Zwei‑Komponenten‑Harz ist deutlich dickflüssiger als Sprühspachtel und wird etwa mit dem Pinsel aufgetragen. Meist genügen zwei Schichten für eine glatte Oberfläche. Entscheidend ist jedoch das exakte Mischverhältnis – eine günstige Feinwaage erleichtert das genaue Abmessen.
Neben Standard-Epoxidharz bietet der Handel spezielles 3D-Druck-Epoxy an. Dieses ist deutlich teurer, liefert aber fantastische Ergebnisse mit nur einem einzelnen Arbeitsgang. Das ebenfalls von uns getestete Standard-Harz ist ein wenig dünnflüssiger, sodass für ein perfektes Finish ein zweiter Arbeitsgang nötig ist.
Der Nachteil des Harzes: Kleine Details gehen verloren und werden glatt gebügelt. Wer das fertige Objekt nach der Glättung nicht lackieren oder bemalen möchte, ist mit dieser Methode trotzdem am besten beraten. Einzelne Druckschichten und Details sind zwar weiterhin sichtbar, die Oberfläche ist trotzdem perfekt glatt und glänzend.
Lackieren und Bemalen
Wer seine geglätteten 3D-Drucke bemalen oder lackieren möchte, sollte einige Dinge beachten. Die Objekte müssen vor dem Aufbringen der Farbe staub- und fettfrei sein. Epoxidharz-Oberflächen sollten zudem grundiert oder zumindest angeschliffen werden.
Wer seine Objekte bemalen möchte, sollte zu Acrylfarbe und Pinsel greifen. Die Verwendung ist unkompliziert und günstig, benötigt aber Zeit und Übung. Nach jeder Farbe sollte unbedingt eine kurze Trocknungszeit eingehalten werden. Wer die Farbe dick genug aufträgt, kann damit sogar kleine Unebenheiten in der Oberfläche ausbessern. Um eine gute Deckkraft zu erreichen, helfen eine Grundierung oder die Nutzung von Sprühspachtel. Acrylfarbe hält und deckt aber auch auf vollkommen unbearbeiteten Drucken.
Wer seine 3D-Drucke realistisch bemalen will, sollte hier zu speziellen Modellbaufarben greifen. Neben einer breiten Auswahl an klassischen Farben gibt es hier auch Spezialfarben, die etwa zur Betonung von Kanten oder Vertiefungen geeignet sind. Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich in die Techniken Dry-Brush und Wash-Farben einlesen. Hiermit lassen sich einfach und schnell unfassbar gute Ergebnisse erzielen.
Wer lieber mit der Spraydose statt mit dem Pinsel arbeitet, muss vorher gründlich vorarbeiten – Standard-Lack gleicht nicht mal kleine Unebenheiten aus. Außerdem sind nicht alle Lacke für Kunststoff geeignet. Im Zweifel hilft hier eine entsprechende Grundierung. Beim Lackieren muss man sich zudem viel Zeit nehmen. Die Schichten dürfen nur dünn aufgetragen werden und müssen immer ausreichend trocknen.
Neben Standard-Lacken erzielen auch Effekt-Lacke, beispielsweise im Stein-Look, sehr interessante Ergebnisse. Die glatte Oberfläche geht zwar verloren, Details sind aber dennoch gut erkennbar. In der Praxis kommen die Glitter-Lacke gut an. Die interessante Optik lenkt auch von nicht ganz perfekten Druckergebnissen ab.
Um eine hohe Haltbarkeit zu erreichen, sollte man das fertig bemalte Objekt mit einer Schicht Klarlack schützen. Das sieht auch noch besser aus.
Fazit
Wer eine perfekte, glatte Oberfläche für seine 3D-Drucke will, muss viel Zeit investieren und händisch nacharbeiten. Je penibler und ordentlicher die Vorarbeit ausfällt, desto schöner wird das Endresultat. Das beginnt bei den Druckeinstellungen und endet beim Bemalen.
Aus eigener Erfahrung lohnt es sich, Farben, Kleber und Spachtelmasse aus dem Modellbaubereich zu kaufen. Diese sind zwar häufig teurer, allerdings speziell für die Bearbeitung von Kunststoffen besser geeignet als Produkte aus dem Baumarkt oder Künstlerbedarf.
Künstliche Intelligenz
BSI und Schwarz Digits gemeinsam für souveräne Cloud-Lösungen
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, haben im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz eine strategische Kooperation vereinbart. Ziel ist die Entwicklung souveräner Cloud-Lösungen für die öffentliche Verwaltung, um Deutschlands technologische Unabhängigkeit zu stärken. Die Partner wollen sichere Cloud-Systeme und Kontrollschichten entwickeln, die auch kritische Daten schützen. Diese Infrastruktur soll die Handlungsfähigkeit gegen hybride Bedrohungen sichern und Vendor Lock-ins verhindern.
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Angesichts zunehmender hybrider Bedrohungen und geopolitischer Spannungen rückt die digitale Souveränität in den Fokus staatlicher Resilienz. BSI und Schwarz Digits setzen auf ein koordiniertes Vorgehen, um den Schutz kritischer Infrastrukturen und die Handlungsfähigkeit der Verwaltung zu gewährleisten. Sie planen, bestehende Lösungen weiterzuentwickeln und neue, souveräne Cloud-Infrastrukturen zu schaffen. Hierzu wird Schwarz Digits noch in diesem Jahr die „STACKIT Public Cloud Restricted“ einführen, die den Betrieb einer Public Cloud im Bereich VS-NfD (Verschlusssache nur für den Dienstgebrauch) ermöglicht. Darauf aufbauend soll die STACKIT Distributed Cloud eine skalierbare Infrastruktur bis zur Geheimhaltungsstufe geheim bieten.
Gemeinsam für digitale Souveränität
BSI-Präsidentin Claudia Plattner betonte die Bedeutung der Digitalisierung für Deutschland und Europa: „Mit Schwarz Digits haben wir einen Partner, der uns hilft, die Digitalisierung gezielt und strategisch voranzutreiben und abzusichern. Dies ist ein großer Schritt auf dem Weg zu einer resilienten Cybernation Deutschland.“ Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, sieht in der Partnerschaft ein starkes Signal für deutsche Innovationskraft und europäische Handlungsfähigkeit: „Souveräne Cloud-Lösungen machen unsere Verwaltung moderner, schneller und sicherer. Digitale Souveränität ist der Schlüssel für Zukunftsfähigkeit, Sicherheit, Freiheit und Wohlstand.“
Die Kooperation umfasst regelmäßige Hospitationen und fachliche Austauschformate. Sie deckt kritische Bereiche wie Monitoring, Forensik in der Cloud und Zulassungsabläufe für die Verarbeitung von Verschlusssachen ab. Zudem sollen Souveränitätskriterien und Interoperabilitätsstandards weiterentwickelt werden, um Anbieterwechsel zu erleichtern und Abhängigkeiten zu vermeiden.
Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits, betont: „Echte digitale Freiheit entsteht durch die Kontrolle über eigene Daten und Systeme. Diese Partnerschaft ist ein klares Signal für ein digital souveränes Europa.“ Sein Mitgeschäftsführer Christian Müller ergänzt: „Unsere technologische Antwort basiert auf der Entwicklung technischer Kontrollschichten und der Umsetzung des Zero-Trust-Prinzips. Wir schaffen Interoperabilität durch Open-Source-Technologien, um einen Vendor Lock-in dauerhaft auszuschließen.“
Die Partnerschaft adressiert auch strategische Fragen zur IT-Sicherheit von Produkten und Dienstleistungen. In Zeiten des demografischen Wandels und des Drucks auf die Verwaltung werden Technologien wie künstliche Intelligenz zum Effizienzmotor. Die Partnerschaft stellt sicher, dass solche Innovationen auf einem sicheren und souveränen Fundament zum Einsatz kommen.
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Die Schwarz Gruppe hat sich das Thema digitale Souveränität schon länger auf die Fahnen geschrieben. So hatte man erst im Januar die eigene Beteiligung am KI-Start-up Aleph Alpha auf 20 Prozent erhöht, um sich mehr Einfluss zu sichern. Man brauche starke deutsche KI-Player, sonst riskiere man die wirtschaftliche Kraft und damit den Wohlstand, nannte Co-CEO Schumann als Motivation für diese Investition.
(avr)
Künstliche Intelligenz
Sicherheit auf Schiene: Die Bahn rüstet auf – Datenschützer mahnen zur Vorsicht
Die Sicherheit in deutschen Zügen steht nach einer Reihe erschütternder Vorfälle weit oben auf der politischen Agenda. Insbesondere der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar bei Landstuhl hat die Debatte über den Schutz des Personals beschleunigt. Als Reaktion auf die Gewalt hat die Deutsche Bahn (DB) bei einem Sicherheitsgipfel in Berlin am Freitag einen Aktionsplan verabschiedet. Ein Element ist die Ausstattung aller Mitarbeitenden mit Kundenkontakt im Nah- und Fernverkehr sowie an Bahnhöfen mit Bodycams. Politik und das DB-Management sehen darin ein effektives Mittel zur Deeskalation. Doch Datenschützer warnen vor einer schleichenden Totalüberwachung im öffentlichen Raum.
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Der hessische Datenschutzbeauftragte Alexander Roßnagel, der für die in Frankfurt ansässigen DB-Tochtergesellschaften zuständig ist, betont die Gratwanderung zwischen Sicherheit und Grundrechtsschutz. Der Schutz von Leib und Leben sei ein hohes Rechtsgut, erklärte der Kontrolleur dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Aber die Nutzung von Körperkameras stelle gleichzeitig einen intensiven Eingriff in die Privatsphäre der Reisenden dar.
Aus Sicht der Aufsichtsbehörden ist eine flächendeckende Dauerüberwachung daher nicht zulässig. Vielmehr müssten die Aufnahmen streng anlassbezogen bleiben und auf das absolut notwendige Maß reduziert werden. Die Datenverarbeitung habe höchsten rechtlichen Anforderungen zu genügen, damit die Kameras nicht zu einem Instrument der allgemeinen Verhaltenskontrolle mutieren.
Zwischen Prävention und Überwachungsdruck
Ähnliche Bedenken äußert die Stiftung Datenschutz. Deren wissenschaftliche Leiterin Kirsten Bock reibt sich an „Beifang“ bei den Aufzeichnungen. Würden die Kameras permanent mitlaufen, gerieten unbescholtene Fahrgäste potenziell ohne Grund in den Fokus polizeilicher Ermittlungen. Dies könnte dazu führen, dass sich Unbeteiligte im Ernstfall gegen Indizien verteidigen müssten, nur weil sie sich zufällig im Blickfeld einer Kamera aufhielten.
Die Forderung der Experten ist daher unmissverständlich: Eine Aufzeichnung darf erst nach einer expliziten Ankündigung durch das Personal gestartet werden. Dieses Vorgehen hat sich in anderen Verkehrsbetrieben bewährt, da oft schon der Hinweis auf die startende Aufnahme eine deeskalierende Wirkung entfaltet.
Die Idee der Bodycam-Offensive ist nicht neu; bereits vor einem Jahrzehnt experimentierte die Bahn mit Pilotprojekten. Doch die technische Umsetzung bleibt komplex. Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs verweist gegenüber Spiegel Online auf das Modell des Ringspeichers, wie es bei der Hamburger Hochbahn zum Einsatz komme. Dort würden Aufnahmen nach 120 Sekunden automatisch überschrieben, sofern sie Mitarbeitende nicht manuell für eine dauerhafte Sicherung markierten. Solche kurzen Speicherfristen seien essenziell, um die Erstellung von Bewegungsprofilen der Fahrgäste zu verhindern.
Politische Debatte um Technik und Personal
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Innerhalb der Gewerkschaften und der Politik ist die Bewertung des Vorhabens geteilt. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft pocht zusätzlich auf die Aufzeichnung von Tonspuren, um auch verbale Aggressionen und Beleidigungen gerichtsfest dokumentieren zu können. Datenschützer wie der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann sehen darin eine Verschärfung des Eingriffs. Er schlägt stattdessen vor, den Einsatz der Kameras räumlich und zeitlich auf bekannte Problemstrecken zu begrenzen.
Auf der politischen Ebene erhält das Vorhaben Unterstützung, etwa von der CDU. Deren Innenexperte Alexander Throm drängt zudem auf eine Modernisierung des Bundespolizeigesetzes, um auch KI-gestützte Videotechnik zur Früherkennung von Gefahren nutzen zu können.
Kritik kommt von der Linken, die den Fokus stärker auf die personelle Ausstattung und die Finanzierung durch den Bund legen will. Sicherheit sei eine öffentliche Aufgabe, die nicht allein durch Technik gelöst werden könne, heißt es aus der Oppositionspartei. Auch Marit Hansen, die Datenschutzbeauftragte Schleswig-Holsteins, äußert Zweifel am rein technischen Ansatz. Keine Kamera könne einen gezielten Angriff auf Leib und Leben physisch verhindern. Sie bringt eine klassische Lösung ins Spiel: mehr Personal auf den Zügen. Ein Dienst in Doppelstreifen wäre aus ihrer Sicht oft effektiver als eine elektronische Aufrüstung.
Die Bahn steht nun vor einer Herausforderung. Sie muss die Initiative so gestalten, dass sie den Schutz der Mitarbeiter verbessert, ohne das Vertrauen der Fahrgäste in den Datenschutz zu verspielen.
(nie)
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