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Künstliche Intelligenz

LG Haushaltsroboter CLOiD soll künftig kochen und waschen


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LG Electronics hat auf der CES 2026 den Haushaltsroboter LG CLOiD vorgeführt. Der Roboter ist Teil von LGs Konzept eines weitgehend automatisierten Haushalts, in dem Maschinen alltägliche Aufgaben selbstständig erledigen. Das Motto: „Zero labor Home“.

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LG zeigte CLOiD in einer nachgebildeten Wohnumgebung dabei, wie er Wäsche in eine Waschmaschine lud. Das erledigte er zwar sehr langsam und bedächtig, aber am Ende erfolgreich.

Der Roboter soll ferner Lebensmittel aus dem Kühlschrank holen, Backwaren in den Ofen legen oder Waschprogramme starten können. Nach dem Trocknen faltet und stapelt er Kleidungsstücke. Grundlage dafür ist die Anbindung an LGs vernetzte Haushaltsgeräte und die Steuerungsplattform ThinQ.

CLOiD soll Abläufe im Haushalt erkennen und eigenständig koordinieren. Das System berücksichtigt dabei laut LG Gewohnheiten der Bewohner und passt seine Aufgaben entsprechend an.

Der Roboter besteht aus einem Kopfmodul, einem Oberkörper mit zwei Armen und einer mobilen Basis mit Rädern. Der Oberkörper lässt sich neigen, um Gegenstände in unterschiedlichen Höhen zu erreichen. Beide Arme verfügen über jeweils sieben Bewegungsachsen, die Hände über jeweils fünf einzeln bewegliche Finger. Damit soll der Roboter auch kleine Objekte sicher greifen können.

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Über die fahrbare Basis navigiert der Roboter autonom durch die Wohnung; Grundlage dafür bildet die Software von Saugrobotern. Der niedrige Schwerpunkt von CLOiD gewährleistet die nötige Stabilität und beugt Umkippen im Kontakt mit Menschen oder Haustieren vor.



Der Bildschirm in CLOiDs Kopf zeigt Mimik, über Lautsprecher macht er sich verständlich. Die Arme und Hände sind voll beweglich.

(Bild: LG Electronics)

Im Kopf arbeitet die Recheneinheit des Roboters. Er enthält außerdem einen Bildschirm, Lautsprecher, Kameras und Sensoren. CLOiD kommuniziert mit Sprache und zeigt einfache Gesichtsausdrücke auf dem Kopf-Display.

Das System lernt, wie die Räume der Wohnung beschaffen sind, erkennt Objekte und steuert verbundene Geräte selbstständig. LG setzt dabei auf KI-Modelle, die visuelle Informationen in beschreibbare Inhalte umwandeln und daraus Handlungen ableiten. Sie wurden mit Daten aus typischen Haushaltstätigkeiten trainiert. So soll der Roboter Türen öffnen, Geräte bedienen und Gegenstände transportieren können.

LG nennt weder einen Verkaufstermin noch einen Preis, sondern beschreibt CLOiD vielmehr als Teil einer langfristigen Vision für einen automatisierten Haushalt. Der Hersteller will schrittweise Roboter in Haushaltsgeräte integrieren. Ziel ist ein Haushalt, in dem Maschinen und nicht mehr Menschen alltägliche und wiederkehrende Arbeiten erledigen.

heise online ist Medienpartner der CES 2026


(akr)



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Künstliche Intelligenz

Auf den Spuren Leonardo da Vincis: Erbgut entdeckt


Auf der Suche nach dem Erbgut des Renaissance-Wissenschaftlers und -Künstlers Leonardo da Vinci meldet eine Forschergruppe einen möglichen Durchbruch: Auf einer da Vinci zugeschriebenen Kreidezeichnung (nicht im Bild) haben sie männliches Erbgut gefunden. Gewissheit gibt es keine, aber schon die angewandten Methoden sind ein Meilenstein.

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Am Dienstag hat eine Forschergruppe ihre Methoden und Erkenntnisse veröffentlicht. Der noch nicht unabhängig begutachtete Bericht heißt „Biological signatures of history: Examination of composite biomes and Y chromosome analysis from da Vinci-associated cultural artifacts”. Demnach haben sie der Kreidezeichnung, die als „Heiliges Kind” bekannt ist und den Kopf eins Kleinkindes zeigt, mit forensischen Methoden Erbgut-Proben entnommen. Das hatten sie an weniger wertvollen Kunstwerken geübt.

Auf dem „Heiligen Kind” haben die Forscher Erbgut von Bakterien, Pflanzen, Pilzen, Viren und auch einem Mann gefunden, besonders auf der Rückseite. Das Bild dürfe um 1474 entstanden sein, was schon ein bisschen her ist. Inzwischen dürften mehrere Männer mit dem Kunstwerk hantiert haben, weshalb der Fund nicht unmittelbar dem Zeichner zuordenbar ist. Das ist auch der Grund, warum prominentere Werke da Vincis nicht im Fokus stehen: Sie sind durch noch viel mehr Männerhände gegangen und wiederholt gereinigt worden.

Das gefundene männliche Erbgut ist allerdings nicht das Ende der Geschichte, sondern vielleicht ihr Ausgangspunkt. Zunächst konnte jener Mann, der das Bild vor zirka 25 Jahren erstanden hat, als Quelle ausgeschlossen werden.

Allerdings gibt es Briefe und andere Dokumente von Verwandten da Vincis. Auch diese wurden natürlich über die Jahrhunderte beeinflusst. In einem per Daumenabdruck aufgebrachten Wachssiegel haben die Forscher viele männliche Chromosomen gefunden. Der Abgleich von ungefähr 90.000 Basenpaaren hat ergeben, dass beide Proben, jene von der Kreidezeichnung und jene des Verwandten, aus derselben Haplogruppe E1b1b stammen, die in der Toskana verbreitet ist.

Das nicht-menschliche Erbgut ist bei der Spurensuche ebenfalls hilfreich: Es vermittelt ein Profil der in der Umgebung vorhandenen Pflanzen, Bakterien, Pilze und Viren, von Orangenbäumen bis zu Krankheitskeimen. Kein Beweis, aber ein Indiz, das völlig andere Herkunft der Zeichnung ausschließt und das Gesamtbild stützt.

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Als Nächstes wollen die Forscher versuchen, mit Telomer-zu-Telemor-Seuquenzierung die DNS-Daten höher „aufzulösen”, um statt 90.000 vielleicht hunderttausende Basenpaare abgleichen zu können. Parallel laufen Arbeiten an Knochen, bei denen es sich um da Vincis Verwandte handeln könnte. Zudem wurden vor einigen Jahren 14 lebende Verwandte des Renaissance-Stars ausgemacht.

Das überrascht nicht: Zwar hatte der Florentiner, soweit bekannt, keine Kinder, aber väterlicherseits mindestens 22 Halbgeschwister, und mütterlicherseits wohl deren fünf. Leider ist der Verbleib der sterblichen Überreste der Mutter unbekannt, sonst hätten es die Erbgutjäger wesentlich leichter: Mitochondriale Spuren sind vielfach häufiger und damit einfacher zu finden und zu verarbeiten, gehen aber ausschließlich auf die Mutter zurück.

Obwohl es wohl nie gelingen wird, da Vincis Erbgut mit völliger Sicherheit zuzuordnen, hat die Forschergruppe ein Fundament gelegt für die Analyse der Bio-Signaturen jahrhundertealter Kunstwerke. Wie differenziert diese sind, veranschaulichen die Bildtafeln am Ende des Preprint-Papers. Auch für Nicht-Experten.

Beteiligt waren Forscher aus den USA, der Schweiz, Österreich, Italien und Spanien. Federführend waren Harinder Singh, Seesandra V. Rajagopala, Rebecca Hart, Pille Hallast und Mark Loftus.


(ds)



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Künstliche Intelligenz

Gericht streicht Honorar: KI-Einsatz führt zu Unverwertbarkeit eines Gutachtens


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In der juristischen Welt galt die Beauftragung eines Sachverständigen bisher in der Regel als Garant für fachliche Tiefe und menschliche Expertise. Doch der zunehmende Einzug der Künstlichen Intelligenz (KI) in die Justiz sorgt nun auch für unerwünschte Folgen im Gerichtssaal. Das Landgericht Darmstadt hat mit einem jetzt veröffentlichten Beschluss vom 10. November ein Signal gegen die intransparente Nutzung von KI-Systemen in gerichtlichen Gutachten gesetzt (Az.: 19 O 527/16). In dem Fall strich es die Vergütung eines Facharztes für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie auf genau null Euro zusammen.

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Der Sachverständige hatte dem Gericht laut der Entscheidung eine Rechnung über 2374,50 Euro präsentiert. Die zuständige Zivilkammer verweigerte die Zahlung aber komplett, da sie das eingereichte, überaus übersichtliche Werk als rechtlich unverwertbar einstufte.

Die Begründung des Gerichts liest sich wie eine Analyse der Besonderheiten aktueller großer Sprachmodelle wie GPT, Claude oder Gemini. Die Richter sind überzeugt, dass das von ihnen nur in Anführungsstrichen gesetzte „Gutachten“ in wesentlichen Teilen unter Einsatz einer KI zustande gekommen sei. Dies habe der beauftragte Professor ihnen gegenüber aber nicht angezeigt.

Den Ausschlag gaben mehrere Faktoren, die für KI-generierte Texte typisch sind. So fielen den Juristen bizarre Formulierungen auf, in denen der Sachverständige sich selbst inklusive vollständiger Anschrift als Adressaten des Beweisbeschlusses benannte. Auch die monotone Struktur des Textes, die „insgesamt fast ausschließlich aus Hauptsätzen“ mit identischen Satzanfängen bestanden hat, sowie untypische Wiederholungen von Aktenzeichen und Datumsangaben werteten die Richter als Indizien für ein maschinelles Muster.

Pikant an dem Fall ist die offensichtliche Nachlässigkeit des Sachverständigen bei der Überprüfung der KI-Ergebnisse. Das Gericht verweist auf Fragmente im Text, die sich am ehesten durch eine unzureichende Korrektur der Prompts erklären ließen. So habe sich in der „Abfassung“ ein verräterischer Halbsatz gefunden. Darin werde im Sinne des ursprünglichen Auftrags bestätigt, dass eine Vorarbeit eines bestimmten Diplom-Ingenieurs berücksichtigt werde. Die Kammer sieht darin einen Hinweis auf ein „Nachschärfen“ der Eingabebefehle an den Chatbot.

Die Ausführungen wirkten insgesamt wie eine generische Zusammenfassung der Akten, heißt es weiter. Diese hätten zudem gravierende inhaltliche Mängel aufgewiesen. So habe der Sachverständige die Klägerin offenbar nicht einmal selbst untersucht und sich nur auf ein Unfallgeschehen bezogen, das so gar nicht stattgefunden habe.

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Rechtlich stützte das Landgericht seine Entscheidung auf mehrere Paragrafen des Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes sowie der Zivilprozessordnung. Ein Kernpunkt war der Verstoß gegen die Pflicht zur persönlichen Leistungserfüllung. Wenn ein Gutachten in erheblichem Umfang von einer Maschine oder Dritten erstellt wird, ohne dass der beauftragte Experte dies offenlegt und die Verantwortung übernimmt, geht demnach der Anspruch auf Honorar verloren.

Der Sachverständige hatte laut dem Beschluss auf Nachfrage nur vage angegeben, die Gesamtverantwortung verbleibe bei ihm. Er habe aber die Zweifel an seiner Urheberschaft nicht ausräumen können.

Zusätzlich zur KI-Problematik kritisiert die Kammer das Missverhältnis zwischen dem abgerechneten Zeitaufwand und dem tatsächlichen Ertrag. Selbst wenn der vermutete KI-Einsatz unberücksichtigt bliebe, wären für die lediglich anderthalb Seiten an inhaltlichen Ausführungen allenfalls vier Arbeitsstunden angemessen gewesen. Die Vergütung dafür hätte deutlich unter der in Rechnung gestellten Summe bleiben müssen.

Die Kammer unterstreicht so, dass Sachverständige in der Justiz zwar prinzipiell digitale Hilfsmittel nutzen dürfen. Sie müssen diese aber zumindest zwingend deklarieren und ihrem Auftrag gerecht werden. Eine Verschleierung von KI-generierten Inhalten führt dem Beschluss zufolge nicht nur zur Unbrauchbarkeit des angeforderten Beweismittels für den Prozess, sondern lässt den Experten am Ende auch ohne Bezahlung zurück.


(wpl)



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Top 10: Die beste Dashcam fürs Auto im Test – Testsieger von Garmin & Nextbase


Dashcams, kleine Autokameras für die Windschutzscheibe, helfen bei der Klärung der Schuldfrage nach Unfällen. Wir zeigen die zehn besten Modelle.

Wenn es im Straßenverkehr kracht, ist der Ärger groß. Neben der Gefahr für Leib oder Leben ist auch der materielle Schaden für Autohalter ärgerlich. Schnell kommen gegenseitige Schuldzuweisungen auf. Ein probates Beweismittel zur Klärung der Schuldfrage nach einem Unfall ist eine Autokamera – auch Dashcam genannt. Diese zeichnet das Geschehen rund um einen möglichen Unfall auf, um später bei der polizeilichen Ermittlung und der Klärung vor Gericht den Hergang besser rekonstruieren zu können.

In vielen Ländern Europas ist die Nutzung der kompakten Kameras für die Windschutzscheibe weitverbreitet. Ein Beispiel: In Großbritannien können Fahrzeughalter mit Vergünstigungen bei der Kfz-Versicherung rechnen, wenn sie eine Autokamera nutzen. Lange Zeit galt das aber nicht für Deutschland, auch wenn mittlerweile viele dieser Kameras verkauft werden.

Nach wie vor ist der Einsatz einer Autokamera in Deutschland rechtlich nicht klar geregelt und somit zumindest strittig. Zwar hat der Bundesgerichtshof 2018 ein Urteil gefällt, wonach die Aufnahmen einer Dashcam verwertbar seien, auch wenn sie gegen das Datenschutzrecht verstoßen. Zum damaligen Zeitpunkt galt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nicht. Ein Landgerichtsbeschluss in Mühlhausen aus dem Jahr 2020 hat etwa die Verwertung von Dashcam-Aufzeichnungen abgelehnt, da sie gegen das strengere Datenschutzrecht verstoßen würden. Den Richtern zufolge besteht Bedarf an Rechtssicherheit, da es für Bürger unzumutbar ist, dass die Entscheidung von Fall zu Fall getroffen wird.

Was hierzulande eindeutig gilt: Die Aufnahmen dürfen nur anlassbezogen erstellt werden. Wer also die Dashcam permanent aufzeichnen lässt, verstößt gegen die DSGVO. Wer Dashcams unzulässig verwendet, muss mit Bußgeldern rechnen. Ein beliebter Trick ist die sogenannte Loop-Funktion: Hier zeichnet die Kamera immer nur einen kurzen Clip auf und überschreibt immer wieder ältere Dashcam-Videos.

Das Problem: Viele Kameras erstellen immer wieder neue Videos, bis der Speicher voll ist, und löschen erst dann alte Aufnahmen. In diesem Fall raten wir dazu, die Speicherkarte regelmäßig von Hand zu löschen oder eine Karte mit wenig Speicherplatz einzusetzen. Von der angepriesenen Funktion, den Speicher mittels SSD auf bis zu 4 TB zu erweitern, wie im Falle der Viofo A329, sollte man die Finger lassen.

Welche ist die beste Dashcam?

In diesem Beitrag zeigen wir die zehn besten Dashcam-Modelle aus unseren Tests. Dabei berücksichtigen wir primär das Preis-Leistungs-Verhältnis, die Möglichkeiten zum DSGVO-konformen Betrieb sowie die Bildqualität.

Die Auswahl in dieser Bestenliste bleibt letztlich eine subjektive Angelegenheit der Redaktion. Geht es um Ausstattung und Bildqualität, dann ist die Garmin Dash Cam X310 mit 4K bei 120 fps für 333 Euro der klare Testsieger. Die Nextbase 622GW kann technisch zwar nicht ganz mithalten, für weniger Geld gibt es hier aber ebenfalls eine hervorragende Bildqualität.

Die Nextbase IQ mit einem Preis von mindestens 247 Euro ist unser Technologiesieger. Sie ist zwar teuer und benötigt ein Abonnement für den vollen Funktionsumfang, bietet dafür aber spannende Features wie den Zugriff per Smartphone samt LTE. Ähnliche Funktionen bietet auch die Garmin Dash Cam Live.

Preis-Leistungs-Sieger ist die kompakte Nextbase Piqo ab 155 Euro. Beim Thema Datenschutz hinterlässt die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy die beste Figur. Viele Autokameras, etwa von Viofo oder Vantrue, bieten eine Loop-Funktion, die den Namen nicht verdient: Erst, wenn die Speicherkarte voll ist, löscht die Kamera alte Aufnahmen.

KURZÜBERSICHT

Die Garmin Dash Cam X310 ist eine echte Premium-Dashcam mit hervorragender Bildqualität und zahlreichen Sonderfunktionen. Neben einer hohen Zuverlässigkeit und der sehr kompakten Bauform sind besonders die 120 FPS bei 4K-Auflösung und die praktischen, aber teils kostenpflichtigen Dienste Live-Video und Park-Guard zu nennen. Nicht nur im Portfolio von Garmin setzt die X310 neue Maßstäbe – eine bessere Bildqualität und Ausstattung gab es bisher nicht. Dementsprechend ist die Garmin Dash Cam X310 trotz des hohen regulären Preises von knapp 399 Euro der Testsieger. Aktuell ist das Modell bei vielen Händlern reduziert. Amazon verlangt derzeit rund 333 Euro.

VORTEILE

  • großartige Bildqualität dank 120 FPS und 4K-Auflösung
  • viele Sonderfunktionen
  • zusätzliche Assistenzsysteme

NACHTEILE

  • kostenintensiv
  • einige Sonderfunktionen nur im Abo
  • Verstellung des Sichtfeldes bei starker Berührung
  • Fingerabdrücke auf dem Display sichtbar

Echte Hightech und hochwertige Verarbeitung gibt es bei der Nextbase IQ. Die smarte und vernetzte Dashcam filmt nicht nur das Geschehen vor dem Fahrzeug, sondern auch den Innenraum und damit Fahrer und Fahrgast. Zudem ist eine umfassende Parkraumüberwachung integriert. Ein LTE-Modem ist integriert und erlaubt den Live-Zugriff auf die Dashcam im Auto. Die Stromversorgung erfolgt ausschließlich über den OBD-2-Anschluss oder ein Hardwire-Kabel. Nur so ist gewährleistet, dass die Kamera auch mit Energie versorgt ist bei der Parkraumüberwachung. Nähert sich jemand dem Auto, meldet sich die Dashcam per App über das Smartphone beim Fahrzeughalter. Optional kann man eine zusätzliche Rückfahrkamera für 180 Euro dazukaufen und an die Dashcam anschließen.

Die Bildqualität ist gut – erhältlich sind Dashcam-Modelle mit Full HD (1K), QHD (2K) sowie UHD (4K). Eine SOS-Funktion mit automatischer Benachrichtigung bei einem Autounfall sowie Sprachsteuerung sind ebenfalls vorhanden. Warum ist diese Dashcam nicht unser Testsieger? Das liegt am hohen Preis von 247 Euro für das 1K-Modell mit Full HD, 462 Euro für das 2K-Modell oder 599 Euro für das 4K-Modell. Dazu kommen zusätzliche Abogebühren für die Dienste von 7 Euro bis 10 Euro im Monat. Ferner ist die Parkraumüberwachung im Hinblick auf Datenschutz unserer Einschätzung nach nicht ganz unproblematisch.

VORTEILE

  • Live-Zugriff auf Dashcam via LTE
  • einfache Montage
  • gute Bildqualität

NACHTEILE

  • teuer & Abo für vollen Funktionsumfang
  • etwas klobig
  • Befestigung nur zum Ankleben

Die Nextbase Piqo 2K hinterlässt trotz überschaubarer Ausstattung und Bildqualität einen rundum positiven Eindruck. Wer eine zuverlässige, kompakte und trotzdem bezahlbare Dashcam für die tägliche Nutzung sucht, ist mit der Piqo 2K sehr gut beraten. Auch wenn es andere Dashcams mit spannenden Extrafunktionen, höheren Frameraten und 4K-Auflösung locken – mehr als die Piqo 2K benötigt man nicht.

Dank ordentlicher Bildqualität, zuverlässiger Funktion und einem Preis von 129 Euro ist die Nextbase Piqo unser neuer Preis-Leistungs-Sieger für alle, die eine gute Dashcam für den Alltag benötigen.

VORTEILE

  • ordentliche Bildqualität
  • GPS
  • kompakt
  • günstig

NACHTEILE

  • kein Display
  • bei 2K nur 30 FPS
  • wenig Sonderausstattung wie Heckkamera

Ratgeber

Worauf sollte man bei einer Dashcam achten?

Beim Kauf einer Dashcam sollte man auf einige Punkte achten. Zu den Mindestvoraussetzungen gehören in unseren Augen folgende Kriterien:

  • keine permanenten Aufnahmen
  • Loop-Funktion: Idealerweise eingrenzbar auf einen oder wenige Video-Clips –andernfalls müssen Nutzer regelmäßig den Speicher selbst löschen.
  • Beschleunigungssensor (G-Sensor) zum automatischen Aufzeichnen und Sichern bei starkem Bremsmanöver
  • mindestens Full-HD-Auflösung, besser QHD
  • zuverlässige Befestigungsmöglichkeit
  • Sichtfeld darf nicht gestört werden

Weitere Empfehlungen zum Thema Dashcam bietet auch der ADAC.

Ist eine Dashcam im Auto erlaubt?

Die gesetzliche Regelung für den Einsatz einer Dashcam im öffentlichen Raum in Deutschland ist umstritten. Wann der Einsatz zulässig ist, regelt der Datenschutz. Verboten sind Autokameras hierzulande nicht, deshalb darf jeder ein entsprechendes Modell kaufen. Zur Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bedarf es der korrekten Handhabung zum Schutz der personenbezogenen Daten sowie bestimmter technischer Voraussetzungen. Das dauerhafte Aufzeichnen des Verkehrsgeschehens ohne Anlass ist mit einer Dashcam nicht erlaubt. Bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld.

Der Knackpunkt bei der Verwendung einer Dashcam ist, dass man die Zustimmung der Beteiligten niemals einholen könnte. Eine Übergangslösung wäre deshalb, permanente Aufnahmen auf der Speicherkarte zu unterbinden. Unter gar keinen Umständen sollte man Aufnahmen einer Autokamera im Netz veröffentlichen, wenn keine Zustimmung aller auf den Videos zu sehen Personen besteht, was auch die Kennzeichen aller Fahrzeuge einschließt.

Etwas Licht ins Dunkel wollte ein BGH-Urteil aus dem Jahr 2018 bringen. Hier sollte geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen man Dashcams auf legale Weise verwenden kann. Es besteht dabei eine Interessenabwägung zwischen dem Recht auf Selbstbestimmung der betroffenen Personen und dem Recht auf Schutz des Eigentums des Autofahrers.

Dem Urteil zufolge können allerdings selbst unrechtmäßig erstellte Video-Clips zur Klärung vor Gericht genutzt werden. Zudem hat die Polizei das Recht, die Kamera zu konfiszieren, die Aufnahmen können dann auch gegen den Besitzer verwendet werden. Im Gegensatz dazu lehnte das Landgericht Mühlhausen im Jahr 2020 die Nutzung von Aufzeichnungen ab, da sie gegen die DSGVO verstoßen würden. Die Verwertbarkeit kann in Deutschland nach wie vor nicht als geklärt angesehen werden.

Essenziell für einen datenschutzkonformen Betrieb in Deutschland ist eine Funktion zur Loop-Aufnahme. Dabei nimmt die Kamera immer nur einige zeitlich begrenzte Video-Clips auf und überschreibt diese immer wieder – in der Theorie. In der Praxis erstellen viele Dashcams immer neue Aufzeichnungen und überschreiben die älteren erst, wenn die microSD-Karte nahezu voll ist. Bei großen Speicherkarten kommen so schnell viele Stunden Filmmaterial zusammen.

Die Kamera muss über eine Loop-Aufnahmefunktion verfügen.

Die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy zeichnet von Haus aus maximal zwei Video-Clips mit einer Länge von jeweils 1 Minute auf, die in einer Endlosschleife fortlaufend überschrieben werden. Bei den Kameras von Nextbase kann man in den Einstellungen festlegen, dass nur höchstens vier Clips aufgezeichnet werden. Garmin bietet bei der Dash Cam 67W und anderen Kameras sogar die Option an, nur eine Aufzeichnung vorzunehmen, die fortlaufend überschrieben wird – so sollte ein Loop eigentlich funktionieren.

Tipps für datenschutzgerechte Nutzung

Wirklich rechtlich eindeutig geklärt erscheint uns der Einsatz von Dashcams in Deutschland nicht. Folgende Tipps helfen aber, dem Datenschutz möglichst gerecht zu werden:

  • möglichst kleine microSD-Karte nutzen
  • regelmäßiges Löschen von Dashcam-Aufnahmen
  • geschützten Speicher regelmäßig löschen
  • keine Aufnahmen mit Personen oder Kfz-Kennzeichen im Internet veröffentlichen

Was sollte eine Dashcam können?

Neben der bereits erwähnten Loop-Funktion ist ein weiteres „Must-have“ der G-Sensor – auch Beschleunigungssensor genannt. Damit erkennt die Dashcam abrupte Verzögerungen bei einem starken Bremsmanöver, wie sie vor einem Unfall geschehen können. Dann speichern die Kameras die Videos automatisch in einem geschützten Bereich, damit diese vom Loop nicht überschrieben werden. Wichtig ist hier allerdings, diese Aufnahmen gelegentlich zu löschen, sofern die Kamera das nach Ablauf einer bestimmten Frist nicht selbst macht.

Ebenfalls nützlich, wenn auch nicht unentbehrlich, ist ein Akku. Dieser sorgt dafür, dass die Kamera nach einem möglichen Unfall noch mit Strom versorgt wird, sollte sich das Kabel vom 12-Volt-Steckplatz lösen. Üblich ist ein Lithium-Ionen-Akku oder ein Lithium-Polymer-Akku. Ein USB-C-Kabel zum Laden ist allerdings noch kein Standard. Hier kommt als USB-Port gelegentlich noch Micro-USB zum Einsatz.

Weitere Funktionen dienen primär dem Komfort, etwa eine gelungene App-Anbindung, bei der man über das Smartphone das Kamerabild ansehen und Video-Clips herunterladen kann. Es gibt vereinzelt auch Software, mit der man den Streckenverlauf des Fahrzeugs einsehen kann. Einige Geräte greifen in Verbindung mit dem Handy auf Amazon Alexa zu. Für Besitzer älterer Fahrzeuge sind zudem Fahrassistenzsysteme interessant, etwa ein Spurhalteassistent oder Kollisionswarner.

Viele Autokameras haben eine Parkraumüberwachung. Hier bleibt die Dashcam im Stand-by, registriert sie Erschütterungen, startet die Aufnahme. Die Kamera ist dann aber auf den eigenen Akku angewiesen, sobald der Zündschlüssel herausgezogen ist. Der reicht aber möglicherweise nicht aus für eine Parküberwachung. Deshalb bieten viele Hersteller Hardwire-Kabel an, um die Kamera mit der Bordelektronik und der Autobatterie permanent zu verbinden. Im Falle der Nextbase IQ erfolgt die Stromversorgung per OBD-2-Anschluss im Auto. Solch ein Stromkabel gibt es optional, etwa für die Nextbase Piqo. Im Hinblick auf den Datenschutz ist eine solche Überwachung allerdings problematisch. Transcend hingegen verzichtet bewusst auf dieses Feature bei der Drivepro 230Q Data Privacy.

Ein weiteres bedeutungsvolles Kriterium ist die Bildqualität. Hierfür sind Auflösung, Art des Bildsensors sowie der Blickwinkel – auch Field of View (FOV) genannt, ausschlaggebend. Sind die Aufnahmen nur unscharf, helfen sie auch nicht bei der Aufklärung der Schuldfrage. Wir beschränken uns deshalb auf Kameras, die mindestens Full HD (1920 × 1080 Pixel) bieten. Nur mit HD-Qualität fallen Details zu gering aus. Einige Top-Modelle lösen sogar in QHD (2560 × 1440 Pixel) oder 4K (4096 × 2160 Pixel) auf.

Beim Sichtfeld (FOV) raten wir zu einem Blickwinkel von mindestens 130 Grad, um das Geschehen vor dem Auto ausreichend abzudecken. Bei einem FOV jenseits von 160 Grad kommt es allerdings zu einer verzerrten Fischoptik, bei der weiter entfernte Objekte möglicherweise weniger scharf zu erkennen sind. Alle hier getesteten Dashcams sorgen für eine Bildqualität, bei der Verkehrsteilnehmer ausreichend gut zu sehen sind. Etwas schwieriger wird es beim Entziffern von Kfz-Kennzeichen. Hier hat uns kein Modell gänzlich überzeugt.

Der Sichtbereich der Dashcams unterscheidet sich.

Nicht zu unterschätzen ist die Bildwiedergabe der Aufzeichnungen. Mit 60 FPS (Frames pro Sekunde) statt 30 FPS wirken die Videos nicht nur flüssiger und natürlicher, sondern liefern mehr Bilder für eine mögliche Rekonstruktion des Unfallgeschehens mit einer Zeitlupe. 60 FPS stehen aber meistens nur bei niedrigeren Auflösungen wie Full-HD zur Verfügung. Eine Ausnahme ist der Testsieger, der bei 4K bis zu 120 fps erlaubt. In der Regel gibt es auch eine Anpassungsmöglichkeit für die gewünschte Auflösung und Bildrate. So zeichnet etwa die Nextbase Piqo wahlweise in 2K bei 30 fps oder mit FHD bei dann 60 fps auf.

Wer eine Dashcam im Ausland nutzt, sollte die dortigen Bestimmungen beachten. Selbst innerhalb der EU gibt es keine einheitlichen Regelungen. Unsere Nachbarländer und weitere Staaten handhaben das Thema ganz unterschiedlich. In Österreich sind diese nur mit einer Genehmigung erlaubt. Bei Zuwiderhandlung drohen hohe Strafen. Der ADAC rät ferner grundsätzlich von der Dashcam-Nutzung in Belgien, Luxemburg, Portugal und der Schweiz ab. In Ungarn und Tschechien ist der Einsatz nur mit einer niedrigen Auflösung erlaubt – also HD oder SD, nicht Full HD.

Hier folgen die Regelungen in den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen:

  • Spanien: Die Dashcam-Nutzung ist erlaubt, solange das Persönlichkeitsrecht beachtet wird. Videos mit erkennbaren Personen dürfen nicht veröffentlicht werden. Die Kamera sollte vor unbefugtem Zugriff geschützt sein.
  • Italien: Dashcams sind für private Zwecke erlaubt. Wichtig ist, dass sie die Sicht des Fahrers nicht behindern.
  • Türkei: Dashcams sind grundsätzlich erlaubt, aber die Verwendung der Aufnahmen entscheidet ein Richter. Personen und Kennzeichen dürfen auf veröffentlichten Videos nicht erkennbar sein.
  • Österreich: Dashcams sind problematisch, da Videoaufnahmen im öffentlichen Raum als Überwachung gelten. Hohe Geldstrafen drohen bei Verstößen. Eine Genehmigung der Behörden ist erforderlich. Wir raten derzeit von der Nutzung ab.
  • Griechenland: Dashcams sind für den privaten Gebrauch erlaubt, die Veröffentlichung und Nutzung für Versicherungszwecke ist jedoch verboten. Videos können nur in bestimmten Strafverfahren als Beweis dienen.
  • Frankreich: Dashcams sind zulässig, solange sie die Sicht des Fahrers nicht behindern. Vor Gericht kann das Material verwendet werden, wenn der Richter dies erlaubt. Andere Unfallbeteiligte müssen informiert werden.
  • Kroatien: Dashcams sind erlaubt, solange sie die Sicht nicht behindern. Bei der Veröffentlichung dürfen keine Personen oder Kennzeichen erkennbar sein.
  • Polen: Dashcams sind erlaubt, sollten jedoch leicht zu entfernen und mit einer Loop-Funktion ausgestattet sein. Aufnahmen mit erkennbaren Personen oder Kennzeichen dürfen nicht veröffentlicht werden.
  • Niederlande: Dashcams dürfen für den privaten Gebrauch verwendet werden. Die Datenschutzbestimmungen der EU gelten: Personen und Kennzeichen müssen auf veröffentlichten Videos unkenntlich gemacht werden.
  • Schweiz: Die Nutzung einer Dashcam ist rechtlich umstritten. Das permanente Aufzeichnen ist nicht erlaubt, und jede gefilmte Person muss informiert werden. Der ADAC rät von der Nutzung ab.

Fazit

Zur Klärung der Schuldfrage bei Verkehrsunfällen können Dashcams effektiv beitragen. Problematisch bleibt die Nutzung allerdings in Bezug auf die DSGVO. Deshalb sollte man auf die Funktionsweise der Loop-Aufnahme besonders Wert legen, denn das permanente Filmen ohne Anlass ist nicht zulässig.

Den ersten Platz holt sich aufgrund der besten Bildqualität, 4K‑Auflösung und zahlreicher Sonderfunktionen die Garmin Dash Cam X310. Eine gute und preiswerte Alternative ist die Nextbase 622. Technologiesieger ist die Nextbase IQ mit Remote-Zugriff, die allerdings teuer ist. Der neue Preis-Leistungs-Sieger ist die Nextbase Piqo. Alternativ lohnt sich der Blick auf die ältere Garmin Dash Cam Mini 3, die zu einem vergleichbaren Preis erhältlich ist. Die Transcend DrivePro 230Q Data Privacy ist die beste Option unter Berücksichtigung des Datenschutzes.

Weitere Themen rund um Autozubehör zeigen diese Bestenlisten und Ratgeber:

BESTENLISTE

Garmin Dash Cam X310 im Test

Das Flagship der neuen Dashcam-Serie von Garmin bietet erstklassige Bildqualität, bequeme Bedienung und zahlreiche smarte Zusatzfunktionen. Ob sich der hohe Preis in der Praxis auszahlt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • großartige Bildqualität dank 120 FPS und 4K-Auflösung
  • viele Sonderfunktionen
  • zusätzliche Assistenzsysteme

NACHTEILE

  • kostenintensiv
  • einige Sonderfunktionen nur im Abo
  • Verstellung des Sichtfeldes bei starker Berührung
  • Fingerabdrücke auf dem Display sichtbar

Das Flagship der neuen Dashcam-Serie von Garmin bietet erstklassige Bildqualität, bequeme Bedienung und zahlreiche smarte Zusatzfunktionen. Ob sich der hohe Preis in der Praxis auszahlt, zeigt der Test.

Die X310 von Garmin ist das neue Premium-Modell der aktuellen Fahrzeugkameras. Neben sehr hoher Bildqualität in 4K mit bis zu 120 FPS, Touchscreen- und Sprachbedienung lockt die Dashcam auch mit ihren integrierten Assistenzsystemen. Einen Teil davon bieten allerdings auch die günstigeren Modelle Dash Cam Mini 3, X110 und X210, wo genau liegt also der Unterschied. Wir haben es getestet.

Die Nutzung der mittlerweile gut bekannten Dashcams ist hierzulande zwar umstritten, unter Einhaltung gewisser Voraussetzungen ist die Nutzung aber auch in Deutschland zulässig. Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Unfall, helfen die gesicherten Aufnahmen, den Ablauf zu rekonstruieren, um so die Schuldfrage zu klären.

Für die Zulässigkeit der Aufnahmen dürfen aber nur relevante Daten gesichert werden – Videos ohne Aussagekraft dürfen also nicht dauerhaft gespeichert werden. Die Garmin-Kameras nutzten dazu die sogenannte Loop-Funktion, bei der ältere Aufnahmen automatisch mit aktuellen Videos überschrieben werden. Nur Unfallvideos und solche, die der Fahrer per Knopfdruck markiert, landen in einem separaten Ordner, um nicht überschrieben zu werden.

Die Garmin Dash Cam X310 filmt aber nicht nur das Geschehen vor dem Fahrzeug in 4K. Sie bietet ferner Assistenzsysteme, wie einen Abstands- und einen Spurhalteassistenten. Obendrein kann sie per Sprache gesteuert werden und erlaubt eine Live-Übertragung zum Handy und hat einen Park-Guard und eine Zeitrafferfunktion an Bord. Ob die zahlreichen Sonderfunktionen in der Praxis einen Mehrwert bieten und ob sich der stattliche Preis von aktuell 333 Euro lohnt, zeigt unser Test.

Design

Garmin setzt bei seiner X-Serie auf ein ähnliches Design, trotzdem sticht die X310 etwas heraus. Grund hierfür sind die nur zwei Bedientaster wegen des integrierten 2,4-Zoll-Touchscreens und das markante Objektiv im Metallic-Look. Das ragt knapp einen Zentimeter aus dem ansonsten schlichten schwarzen Gehäuse hervor. Die Abmessungen sind mit der X210 identisch und betragen 70 × 42 × 20 Millimeter. Mit einem Gewicht von 78 g ist sie zwar etwas schwerer, aber trotzdem noch schön kompakt. Bei vernünftiger Platzierung beeinträchtigt somit auch nicht das Sichtfeld. Dem gehobenen Preis entsprechend ist die Verarbeitungsqualität sehr hoch und so gibt es hier nichts zu kritisieren.

Das Top-Modell der Dashcam-Reihe bietet 4K-Auflösung mit einem Blickwinkel von 140 Grad und einer Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 FPS. Für verbesserte Bildqualität bei schwierigen Lichtverhältnissen sorgt die Garmin Clarity-HDR-Optik, während der integrierte Polfilter tagsüber Spiegelungen reduziert. Das Kameraobjektiv auf der Vorderseite ragt etwa einen Zentimeter aus dem schlichten schwarzen Gehäuse hervor. Die Verarbeitung und die Druckpunkte der Tasten geben keinen Anlass für Beschwerden. Dem gehobenen Preis entsprechend, gibt es hier eine erstklassige Verarbeitungsqualität.

Neben der Kameralinse sitzt der bewegliche Befestigungsarm, mit dem die Dashcam an die Innenseite der Windschutzscheibe geklebt wird. Genaugenommen klebt hier aber nicht die ganze Kamera, sondern nur eine kleine Metallplatte an der Scheibe. An dieser haftet der magnetische Arm der Kamera – das funktioniert zuverlässig, selbst bei starker Bremsverzögerung. Damit die Klebestelle auch wirklich zuverlässig hält, muss man die Klebestelle unbedingt vorher von Schmutz und Fett befreien und bei moderaten Außentemperaturen arbeiten. So befestigt hält die Dashcam dann wirklich zuverlässig – auch bei Erschütterungen und Temperaturwechseln. Bei der Befestigung mit einem Saugnapf wäre der Halt erfahrungsgemäß weniger zuverlässig. Einziger Nachteil der starken Klebe-Pads: Das rückstandsfreie Entfernen ist aufwendig.

Der Schacht für die benötigte microSD-Karte befindet sich auf der Unterseite – eine Speicherkarte gehört trotz des saftigen Preises leider nicht zum Lieferumfang. Für den Einsatz in einer Dashcam mit hoher Auflösung empfiehlt sich auf jeden Fall eine microSD-Karte mit hoher Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsklasse sollte mindestens den Faktor 10 betragen. Worauf Käufer noch achten sollten, erklären wir im Ratgeber Speicherkarten: Die richtige Karte für Handy, Kamera oder Drohne finden. Nach dem Einlegen der Speicherkarte wird diese zunächst formatiert. Man muss der Formatierung zwar erst zustimmen, andere sollte man trotzdem gleich im Vorfeld sichern.

Ausstattung

Der Lieferumfang der X310 ist mit den kleineren Modellen vergleichbar. Im Paket liegen die Dashcam, ein rund vier Meter langes USB-A-auf-USB-C-Kabel und ein USB-Netzteil für den Zigarettenanzünder. Die Speicherkarte ist wie bereits erwähnt nicht dabei.

Die großzügige Länge des flexiblen Ladekabels macht eine einigermaßen versteckte Verlegung im Innenraum auch für Laien möglich. Wichtig bei der Montage: Das Kabel muss das Sichtfeld freilassen und darf sich keinesfalls in Pedalerie, Blinkerhebel oder Gurt verheddern. An welchen Stellen der Windschutzscheibe die Kamera befestigt werden darf und welche Platzierungen nicht zulässig sind, erklärt die ausführliche, mehrsprachige Anleitung.

Zur Stromversorgung kommt ein zeitgemäßer USB-C-Anschluss zum Einsatz. Zwar hat die Dash Cam X310 theoretisch sogar einen kleinen Lithium-Ionen-Akku integriert, der hat aber nur eine sehr geringe Kapazität. Für längere Aufnahmen ist er auch gar nicht gedacht. Der Akku ist für Notfälle vorgesehen und ermöglicht es trotz Verbindungsabriss der Stromversorgung für einige Minuten weiter zu funktionieren. Das ist wichtig, damit bei einem heftigen Unfall die letzten Aufzeichnungen tatsächlich gespeichert werden. In den Tests zeichnet die Dash Cam X310 auch ohne angestecktes USB-Kabel noch etwa weitere 15 Minuten auf, bevor sie sich abschaltet. Ein weiterer Vorteil der internen Stromquelle: Die Kapazität reicht aus, um bequem Videos außerhalb des Autos kabellos über die Garmin Drive App auf dem Smartphone anzusehen oder herunterzuladen – kommuniziert wird per Bluetooth und WLAN.

Zur exakten Ortsbestimmung sind GPS- und Galileo-Empfänger integriert. Die Aufnahme der Videos startet dank des empfindlichen Erschütterungssensors automatisch, sobald sich das Fahrzeug in Bewegung setzt. Der Sensor hat aber noch eine weitere wichtige Aufgabe. Er registriert starke und plötzliche Verzögerungen, etwa bei Bremsmanövern oder einem Unfall. Wenn das passiert, landet das Video in einem geschützten Ordner auf der Speicherkarte. Dann wird es von der Loop-Funktion nicht automatisch überschrieben und eventuell wichtige Beweise bleiben erhalten. Das automatische Überschreiben alter und rechtlich nicht relevanter Videoaufzeichnungen ist für den Gebrauch der Dashcams in Deutschland vorgeschrieben.

Garmin bietet hier zwei Optionen. Bei Methode Eins erstellt die Kamera so lange einzelne Clips mit einer Länge von jeweils einer halben Minute, bis die microSD-Karte voll ist und überschreibt dann jeweils die älteste Aufnahme. Alternativ nimmt die X310 immer nur ein Video von 30 Sekunden auf und überschreibt dieses dann sofort. Ausgenommen sind Clips, bei denen der G-Sensor reagiert hat. Diese Videos sind geschützt. Wir empfehlen aus Gründen des Datenschutzes die zweite Möglichkeit. Zusätzlich sollte man regelmäßig im geschützten Bereich abgelegte Videos auf Relevanz überprüfen und löschen, wenn sie nicht von Interesse sind.

Bedienung

Im Praxistest empfinden wir die Bedienung und Steuerung der Dash Cam X310 selbsterklärender Menüs und Touchscreen-Bedienung als intuitiv und unkompliziert. Die Berührungen der Finger werden zuverlässig erkannt und umgesetzt, was uns zumindest bei der Nutzung außerhalb des Fahrzeugs gut gefällt. Die Auflösung von 480 × 272 Pixeln sorgt für eine ausreichend gute Darstellung.

In der Regel hängt die Kamera aber im Auto, und hier kommt es schnell mal vor, dass man etwas zu fest auf das Display tippt und so das Sichtfeld der Kamera verstellt. Hinzu kommen immer deutlich zu erkennende Fingerabdrücke auf dem Bildschirm. So sexy die Touch-Bedienung auch sein mag, sehen wir hier die X110 und die X210 mit den seitlichen Bedientasten im Vorteil. Gut, dass Garmin zumindest die Taste zur manuellen Speicherung von Videoclips beibehalten hat. Hier kann man den Touchscreen außen vor lassen.

Sollte man während der Fahrt das Bedürfnis haben, eine Situation in Video oder Foto festzuhalten, gibt es aber eine deutlich sichere Methode als den Griff zur Speichern-Taste. Hier kommt der integrierte Sprachassistent zum Zuge, der sich mit dem Ausspruch „okay, Garmin“ aktivieren lässt. Zur Wahl stehen dann die Optionen „Video speichern“, „Bild aufnehmen“, „Ton aufzeichnen“ und „Zeitraffer starten“. Letztere Funktion nennt Garmin „Travelapse“. Hier nimmt die Dashcam ein Zeitraffervideo der gesamten Fahrt auf – spannend, etwa bei langen Fahrten in den Urlaub – aus Datenschutzgründen aber nur für den privaten Gebrauch zulässig. Die Funktion beeinflusst die eigentliche Aufzeichnung ansonsten nicht.

Sonderfunktionen

Das Premium-Modell der Dash-Cam-X-Serie hat zusätzlich zum Sprachassistenten und der Zeitrafferfunktion noch Fahrassistenzsysteme integriert. Dazu gehört etwa ein Losfahralarm, der den Fahrer etwa im Stau darauf aufmerksam macht, wenn das davorstehende Fahrzeug anfährt. Zusätzlich gibt es noch den Spurhalteassistenten und die Kollisionswarnung bei geringem Sicherheitsabstand. Trotz verschiedener Anpassungsmöglichkeiten der Assistenten blieb es bei uns nur bei einem kurzen Test – insbesondere die ständigen Warnungen bei eigentlich von uns beabsichtigten Spurwechseln haben mehr gestört als geholfen.

Als deutlich sinnvoller empfinden wir da schon den Parkassistenten „Park-Guard“. Wenn er eingeschaltet ist, erkennt die Kamera Erschütterungen beim geparkten PKW und speichert dann einen Videoclip der Situation. Bei Parkremplern mit Fahrerflucht hat man so immerhin eine geringe Chance, den Verantwortlichen zu identifizieren. Sollte das für den Schutz des geliebten Autos nicht ausreichen, kann man aus der Ferne per App sogar ein Livebild der Dashcam ansehen. Beide Services kosten aber zusätzlich, denn sie erfordern das kostenpflichtige Vault-Abonnement für die Garmin-App.

Bildqualität

Die Dashcam erlaubt Videos in 4K mit bis zu beeindruckenden 120 FPS (Bildern pro Sekunde) – keine andere Dashcam von Garmin macht bessere Aufnahmen. Insgesamt gibt es außer den Modellen von Nextbase nur sehr wenige PKW-Kameras, die hier mithalten können. Das 140-Grad-Sichtfeld (FOV) der Kamera ist zwar schmaler als bei der älteren Dash Cam 65W, aber noch ausreichend weit winkelig und auch weniger stark verzerrt. Die Kontraste unter allen Lichtbedingungen sind ordentlich ausgeprägt und die Farben wirken natürlich. Bei Gegenlicht und sehr schwachem Umgebungslicht kommt der Dynamikumfang aber an Grenzen. Insgesamt ist die Bildqualität aber selbst unter schwierigen Lichtverhältnissen noch gut.

Bei Actioncams würden wir uns wegen des hohen Speicherbedarfs überlegen, ob 120 FPS wirklich sein müssen. Wegen der Loop-Funktion ist das bei Dashcams aber kein Problem. Dank der sehr hohen Bildwiederholrate sind selbst Standbilder bei hoher Geschwindigkeit noch ausreichend scharf und gut erkennbar. Selbst bei 60 FPS würden schnelle Bewegungen noch einigermaßen scharf aufgenommen – bei nur 30 FPS werden Details hingegen ausgewaschen und unscharf.

Preis

Die Garmin Dash Cam X310 kostet im Handel regulär satte 399 Euro. Das sind rund 100 Euro mehr als die X210 mit 2,7K-Auflösung und 170 Euro Aufpreis zur X110 mit 1080p. Die vielen Sonderfunktionen, die tolle Bildqualität und die erfahrungsgemäß hohe Zuverlässigkeit rechtfertigen zwar einen hohen Preis, trotzdem bleibt die Dash Cam X310 kostenintensiv.

Aktuell ist das Modell deutlich reduziert zu bekommen. Bei Amazon fallen etwa 333 Euro an.

Fazit

Die Garmin Dash Cam X310 ist eine kompakte Premium-Dashcam mit hervorragender Bildqualität und zahlreichen Sonderfunktionen. Neben einer hohen Zuverlässigkeit und der kompakten Bauform sind besonders die 120 FPS bei 4K-Auflösung und die praktischen, aber kostenpflichtigen Dienste Live-Video und Park-Guard zu nennen. Im Portfolio von Garmin setzt die X310 neue Maßstäbe – eine bessere Bildqualität gab es bisher nicht.

Rein technisch überzeugt die X310 auf ganzer Linie, auch wenn wir die Bedienung per Touchscreen zumindest streitbar finden. Muss man aber so viel Geld ausgeben? Das liegt im Auge des Betrachters. Aus unserer Sicht ist die Premium-Dashcam zu teuer – bedingt durch viele in der Praxis eher unnötige Assistenzsysteme. Hier stellt sich die Frage, ob man die gebotenen Funktionen wohl überhaupt nutzt. Gute Bildqualität gibt es mittlerweile auch deutlich günstiger – hier muss man sich allerdings bei den Sonderfunktionen einschränken.

Nextbase IQ im Test: Smarte Dashcam mit OBD & Remote-Zugriff per LTE

Die Nextbase IQ möchte die Dashcam der Zukunft sein. Mit LTE und KI ausgestattet filmt sie nicht nur brenzlige Situationen auf der Straße, sondern bewacht das Auto auch beim Parken.

VORTEILE

  • Live-Zugriff auf Dashcam via LTE
  • einfache Montage
  • gute Bildqualität

NACHTEILE

  • teuer & Abo für vollen Funktionsumfang
  • etwas klobig
  • Befestigung nur zum Ankleben

Die Nextbase IQ möchte die Dashcam der Zukunft sein. Mit LTE und KI ausgestattet filmt sie nicht nur brenzlige Situationen auf der Straße, sondern bewacht das Auto auch beim Parken.

Eine Dashcam kann ein hilfreiches Mittel sein, um die Schuldfrage nach einem Autounfall zu klären. Die kleinen Kameras filmen, sobald eine starke Verzögerung erfolgt, um später Beweismittel zu haben, wenn es kracht. Doch die Autokameras bieten schon lange mehr. Ein weiteres Feature ist die Überwachung des Fahrzeugs beim Parken oder das Absetzen eines automatischen SOS nach einem Unfall.

Die neue Nextbase IQ kombiniert eine Reihe dieser Features mit einem Live-Zugriff auf die Dashcam mittels Mobilfunk via LTE. Wie das funktioniert und ob es in der Praxis überzeugen kann, zeigt dieser Test. Ausprobiert haben wir die Nextbase IQ 2K für 462 Euro.

Design

Die Nextbase IQ verzichtet auf ein großes Display zur Anzeige des Videobilds. Es gibt nur einen winzigen Screen, der den Status der Dashcam zeigt. Also wie der Empfang ist und ob die Kamera aufzeichnet. Bei der Einrichtung erscheint hier auch ein QR-Code – dazu später mehr.

Die Verarbeitung wirkt hochwertig und futuristisch, auch wenn das Gehäuse nur aus Kunststoff besteht. Die Halterung selbst klebt man an die Windschutzscheibe – eine andere Befestigungsmöglichkeit gibt es nicht. Das macht es etwas mühsam, die Halterung später bei einem Fahrzeugwechsel wieder zu entfernen. Dafür hält das Ganze bombenfest. Die Dashcam selbst kann man von der Halterung abziehen.

Allerdings wirkt die Kamera auch ohne richtiges Display eine Spur zu groß. Die Abmessungen betragen recht üppige 80 × 175 × 45 mm. So stört sie zwar das Sichtfeld nicht wirklich, bleibt aber deutlich präsent. Zumal das obere Ende an der Halterung samt Mobilfunkantennen und Lautsprecher der Gegensprechanlage ziemlich wuchtig geraten ist. Das hätte man unserer Ansicht nach auch kompakter lösen können.

Auf Wunsch kann man eine Rückfahrkamera dazukaufen und an die Dashcam anschließen. Diese befestigt man an der Heckscheibe und verbindet sie per Kabel mit der Nextbase IQ. Getestet haben wir das bisher aber nicht.

Einrichtung

Die größte Besonderheit der Nextbase IQ: Die Stromversorgung erfolgt direkt über die Bordelektronik – entweder per OBD-2-Anschluss oder Hardwire-Kabel. Das ist notwendig, damit die Kamera auch eine Parkraumüberwachung durchführen kann. Zusätzlich blockiert das Gerät nicht den 12-Volt-Anschluss im Fahrzeug, den man eventuell für einen Monitor mit Android Auto (Bestenliste) nutzt, wie in unserem Fall.

Zum Lieferumfang gehören ein langes Stromkabel mit einem Anschluss für USB-C an der Kamera sowie OBD 2 für das Fahrzeug- sowie alternativ ein Hardwire-Kabel, das man mit der Sicherung des Fahrzeugs verbindet. Dazu kommt zusätzliches Klebepad von 3M, falls man die Dashcam erneut in einem anderen Fahrzeug befestigen möchte und ein Kunststoff-Werkzeug, das beim Verstecken der Kabel unter dem Dachhimmel entlang der Windschutzscheibe hilft. Zusätzlich befinden sich in der Verpackung auch Aufkleber für das Fahrzeug mit Warnhinweisen, dass man eine Dashcam nutzt. Diese klebt man bei Bedarf auf das Fahrzeug.

Am einfachsten ist es, das OBD-2-Kabel im Cockpit einzustecken, meistens befindet sich der Anschluss dafür links unten im Bereich des Fahrers – hängt aber letzten Endes vom Automodell ab. Genutzt haben wir einen Opel Adam, Baujahr 2015. Zum Einrichten sollte man zuvor die App Nextbase IQ herunterladen. Die App erklärt alle nötigen Schritte kurz und knapp. Eine Anleitung gibt es sonst auch nicht. Dabei registriert man sich für einen Account, legt fest, welches Abo-Modell man wünscht und hinterlegt seine Bezahldaten.

Nach dem Einstecken verlegt man das Kabel entlang der Windschutzscheibe, wobei man es versucht, hinter der Verkleidung zu verstecken. Ein Kunsthof-Hebel als Werkzeug hilft dabei. Die Kamera sollte man bis jetzt nicht ankleben, aber schon mal die Zündung starten. Danach scannt man den QR-Code auf der Dashcam mit dem Handy ein, um sich mit der Kamera zu verbinden. Eine microSD-Karte mit 64 GB steckt bereits von Haus aus in der Nextbase IQ.

Sollte das Fahrzeug für längere Zeit in einem gesicherten Parkplatz stehen, ist es ratsam, die Kamera abzustöpseln. Steht es länger in der eigenen Garage, während man auf Reisen ist, könnte sich sonst die Autobatterie entleeren. Im Winter könnte es zudem eine zusätzliche Belastung für den Fahrzeugakku sein. Als Backup raten wir dann zu einer Starthilfe (Bestenliste).

Bedienung

An der Kamera selbst sind bis auf die Taste für Notfallaufnahmen keinerlei Knöpfe. Sämtliche Einstellungen konfiguriert man über die App. Es gibt zudem eine Sprachsteuerung (Befehl: „Hallo Dashcam“). Die funktioniert aber auf Englisch deutlich zuverlässiger als auf Deutsch – die gewünschte Sprache legt man in der App fest. Der Aufbau der App selbst erscheint uns logisch und intuitiv. Per App ruft man bei eingehender Warnung schnell die Live-Ansicht der Kamera auf oder prüft vorherige Aufnahmen.

Sehr ungewöhnlich: Die Kamera entscheidet selbst über die Länge der Video-Clips für den Loop. Normalerweise legt man das in den Einstellungen selbst fest. Die Empfindlichkeit des Beschleunigungssensors kann man hingegen anpassen und viele weitere Modifikationen vornehmen, etwa zur Parkraumüberwachung. Verkehrssituationen hatte die Kamera bislang selten abgesichert, häufiger aber, wenn man sich dem Fahrzeug nähert und einsteigt. Das kann etwas nervig sein, zumal, wenn man selbst ins Fahrzeug steigt, um dann von der App gewarnt zu werden.

Bildqualität

Getestet haben wir das 2K-Modell mit QHD-Auflösung. Die Bildqualität ist gut und liefert ausreichend Details, auch wenn die Farben etwas blass wirken. Auch bei Dunkelheit ist genug auf den Aufnahmen zu erkennen. Wir waren mit den Aufnahmen der 2K-Version weitgehend zufrieden und konnten Kennzeichen meistens erkennen. Wer noch mehr Bildschärfe wünscht, dem sei die 4K-Variante angeraten.

Ausstattung

Üblicherweise befindet sich ein G-Sensor in der Dashcam. Erfolgt etwa ein starkes Bremsmanöver, sichert die Kamera Aufnahmen in einem geschützten Bereich ab. Die Nextbase IQ kann aber noch weit mehr. Integriert ist ein LTE-Modem, eine SIM-Karte benötigt man nicht, denn der Netzzugriff erfolgt über eine Kooperation mit Vodafone. Dafür sind allerdings Abogebühren fällig. Damit ist die Dashcam – sofern Netz vorhanden – always online. Ein kleiner Akku für Notfälle ist an Bord, dieser dient primär dazu, Aufnahmen bei einem Unfall zu sichern, wenn sich das Kabel gelöst haben sollte.

Die Parkraumüberwachung nutzt Sensoren. Auf Wunsch informiert die App den Nutzer dann per Push, dass sich jemand auf das Fahrzeug zubewegt. Dabei zeichnet die Kamera schon mal auf. Per Handy kann man dann das Live-Bild abrufen. Alternativ prüft man die letzten Aufzeichnungen. Erkennt man etwa einen Einbrecher im Auto, kann man diesen per Alarmsound aus der Gegensprechanlage verscheuchen. Allerdings ist die Parküberwachung unserer Ansicht nach eine Herausforderung, was den Datenschutz angeht. Wie reagieren etwa Nachbarn darauf, wenn man deren Einfahrt gefilmt hat?

Recht speziell ist der sogenannte „Zeugen-Modus“. Diesen aktiviert man per Sprachbefehl, wenn man sich im Auto sitzend von Passanten bedroht fühlt. Dann startet die Kamera einen Livestream und schickt diesen an einen oder maximal zwei vorher zu bestimmende Notfall-Kontakte. Eine Aufnahme erfolgt dabei aber nicht.

Spannend für Eltern, die das Fahrzeug an ihre Kinder verliehen, ist der „Wächtermodus“. Hier bekommen Nutzer der App eine Benachrichtigung, wenn das Fahrzeug einen bestimmten Bereich verlässt oder eine Geschwindigkeit überschreitet. Anschließend kann man per Gegensprechanlage mit den Kindern sprechen – also sie zurechtweisen.

Eine SOS-Funktion gibt es auch. Erkennt diese etwa einen Unfall durch eine starke Verzögerung, bei der das Fahrzeug den Standort nicht mehr verändert und auch keine Reaktion durch den Fahrer erfolgt, schickt die Kamera automatisch einen Notruf ab. Dieses Feature kennen wir bereits von anderen Dashcams wie der Nextbase 622GW (Testbericht).

Für die Zukunft spannend ist das Feature „Road Watch AI“ – das in Deutschland bisher nicht freigeschaltet ist. Das Feature überwacht die Fahrzeuge in der Umgebung sowie deren Geschwindigkeit und Entfernung. Weitere smarte Features könnten folgen.

Preis

Die Nextbase IQ war ziemlich teuer und startete bei einer UVP von 479 Euro. Aktuell sind die Preise aber zumindest für die 1k-Variante etwas gesunken. Das einfache 1k-Modell mit Full HD startet derzeit bei 247 Euro. Das 2K-Modell mit QHD-Auflösung kostet 462 Euro und die 4K-Variante liegt noch immer bei satten 599 Euro. Die Rückfahrkamera als Zubehör liegt bei 180 Euro.

Dazu kommen noch Abokosten. Zwar kann man die Dashcam auch kostenlos nutzen, der Funktionsumfang beschränkt sich dann auf App- und Sprachsteuerung. Das volle Paket mit allen Services inklusive Cloud-Speicher für 180 Tage liegt bei 10 Euro im Monat oder 100 Euro im Jahr. Für 7 Euro im Monat oder 70 Euro im Jahr gibt es ein günstigeres Paket, das aber noch die Parküberwachung oder den Zeugen- und Wächtermodus bereithält.

Fazit

Die Nextbase IQ zeigt eindrucksvoll, was eine moderne, smarte und vernetzte Dashcam kann. Die Bildqualität ist gut, die Bedienung der App ist sehr intuitiv. Weil die Dashcam permanent über Strom versorgt wird und Mobilfunk nutzt, kann man jederzeit auf die Kameraansicht zugreifen oder wird gewarnt, wenn sich jemand am Auto zu schaffen macht. Wer Angst hat vor Dieben oder Vandalismus, bekommt hier eine zusätzliche Absicherung.

Allerdings ist die rechtliche Nutzung in unseren Augen umstritten bei einer Parkraumüberwachung. Zudem ist die Dashcam kostspielig, dazu kommen Abokosten. Wer einfach nur das Geschehen vor dem Fahrzeug filmen möchte für den Fall eines Unfalls, bekommt günstigere Varianten.

Dashcam Nextbase Piqo im Test

Die Nextbase Piqo ist eine besonders kompakte und günstige Dashcam mit 2K-Auflösung. GPS und Unfallerkennung sind an Bord, auf Spielereien muss man allerdings verzichten. Wir zeigen, ob sich der Kauf trotz abgespeckter Ausstattung lohnt.

VORTEILE

  • ordentliche Bildqualität
  • GPS
  • kompakt
  • günstig

NACHTEILE

  • kein Display
  • bei 2K nur 30 FPS
  • wenig Sonderausstattung wie Heckkamera

Die Nextbase Piqo ist eine besonders kompakte und günstige Dashcam mit 2K-Auflösung. GPS und Unfallerkennung sind an Bord, auf Spielereien muss man allerdings verzichten. Wir zeigen, ob sich der Kauf trotz abgespeckter Ausstattung lohnt.

Anders als die letzten Dashcams in unseren Tests bietet die Nextbase Piqo keine Superlative im technischen Sinn. Zeitrafferaufnahme oder Livefeed-Funktion via 4G, 4K, 120 FPS, Internetanbindung, zusätzliche Heckkamera, Abstandswarner, Spurhalteassistenten und Ähnliches gibt es hier schlicht nicht. Bei der Piqo beschränkt sich der Hersteller auf die wichtigsten Grundfunktionen. Im Test gefällt sie uns trotzdem richtig gut. Und das macht sich positiv beim Preis bemerkbar, der mit 129 Euro bei einem Bruchteil der Kosten für die Flagship-Modelle von Nextbase, Garmin und Co. liegt.

Für eine sinnvolle Nutzung müssen Dashcams zuverlässig funktionieren und eine ausreichende Videoqualität mitbringen. Damit die Nutzung auch legal ist, müssen die Kameras aber noch weitere Punkte erfüllen. So dürfen nur relevante Daten gesichert werden – Videos von Fahrten ohne Aussagekraft dürfen nicht dauerhaft gespeichert werden. Die Auto-Kamera von Nextbase nutzt dazu die Loop-Funktion, bei der ältere Clips mit aktuellen Videos überschrieben werden, sobald die Speicherkarte voll ist. Videos, bei denen der Beschleunigungssensor einen Unfall vermutet und solche, die der Fahrer per Knopfdruck markiert, sind davon ausgenommen. Sie landen in einem eigenen Ordner auf der Speicherkarte und werden nicht überschrieben.

Wie sich die kompakte Piqo im Alltag schlägt und wie sie im Vergleich zu anderen Modellen abschneidet, zeigt unser Test.

Design & Ausstattung

Das Design der mit 30 × 40 × 110 mm recht kompakten Nextbase Piqo ist abgesehen von der schwarz glänzenden Klavierlackoberfläche mit dem Herstellerlogo unauffällig. Befestigt wird die Kamera per Haltearm, welcher direkt auf die Windschutzscheibe geklebt wird. Die Klebstelle sollte vorher entfettet und gereinigt werden, dann sitzt die Kamera zuverlässig und fest. Auf der Vorderseite sitzt im unteren Bereich die Kameralinse, welche nur um wenige Millimeter aus dem Gehäuse herausragt. Auf der rechten Gehäuseseite befindet sich mittig der USB-C-Port für die Stromversorgung. Der Einschub für die nicht im Lieferumfang enthaltene microSD-Speicherkarte befindet sich auf der linken Seite. Die Geschwindigkeitsklasse der Speicherkarte sollte mindestens den Faktor 10 betragen. Worauf man beim Kauf noch achten sollte, erklären wir im Ratgeber Speicherkarten: Die richtige Karte für Handy, Kamera oder Drohne finden.

Auf der Rückseite der Piqo befindet sich der einzige Bedientaster. Der runde, zentral positionierte Button ist je nach Betriebszustand beleuchtet, dient als Ein- und Ausschalter und ist für die manuelle Speicherung von Clips zuständig. Auch den Kopplungsmodus für die Verbindung via App starten wir damit. Auf einen Bildschirm verzichtet Nextbase bei der Piqo. Für Änderungen an den Einstellungen, das Sichten von Videomaterial und auch das genaue Ausrichten der Kamera ist deshalb immer ein Smartphone mit der App nötig. Im Test mag das stellenweise etwas aufwendiger sein, im Alltag stört uns das fehlende Display aber keinesfalls. Grund hierfür ist die Tatsache, dass die Kamera in der Regel einmal eingerichtet und dann erst wieder bei einem Crash benötigt wird.

Zur Stromversorgung setzt Nextbase auf einen zeitgemäßen USB-C-Anschluss und packt auch gleich ein passendes 12-Volt-Netzteil mit zwei Ladeports für den Zigarettenanzünder bei. Das Ladekabel ist ausreichend lang und flexibel, um es einigermaßen versteckt im Innenraum verlegen zu können. Für eine versteckte Montage legt der Hersteller auch gleich ein kleines Werkzeug zum Entfernen der Innenverkleidung bei. Die Datenübertragung aufs Handy geschieht kabellos via WLAN – die Übertragung ist zugegeben allerdings recht langsam. Zur exakten Orts- und Geschwindigkeitsbestimmung hat die Piqo trotz geringer Größe und günstigem Preis einen GPS-Empfänger integriert – dieses Ausstattungsmerkmal ist üblicherweise den hochpreisigen Dashcams vorenthalten.

Der interne Bewegungssensor erkennt plötzliche und starke Verzögerungen, etwa beim Bremsen oder einem Zusammenstoß, und meldet dies an die Kamera. Das aktuell aufgenommene Video wird dann in den geschützten Bereich auf der Speicherkarte verschoben, um nicht überschrieben zu werden. Die für das automatische Überschreiben zuständige Loop-Funktion ist für den legalen Einsatz von Dashcams in Deutschland vorgeschrieben. Wir empfehlen aus Gründen des Datenschutzes, die vom G-Sensor im geschützten Bereich abgelegte Videos regelmäßig auf Relevanz zu überprüfen und zu löschen, wenn sie nicht benötigt werden. Das funktioniert zwar theoretisch auch per App – in der Praxis ist es allerdings deutlich bequemer und schneller, die Speicherkarte zu entnehmen und sie direkt am PC zu sichten.

Zusätzlich hat uns Nextbase das optionale Kabelkit zur Dauerstromversorgung mitgeschickt. Dieses wird benötigt, wenn man den PKW auch im geparkten Zustand überwachen will. Parkrempler und Ähnliches würden dann ebenfalls aufgezeichnet. Damit das funktioniert, bezieht dieses Kabel den Strom über den OBD-Port. Die Sorge, die Kamera könnte unsere Autobatterie in die Knie zwingen, hat sich nicht bestätigt. Fällt die Batteriespannung zu weit ab, deaktiviert sich die Dashcam automatisch.

Bedienung

Wie bereits erwähnt ist die Installation, genauer gesagt die Ausrichtung der Kamera wegen des fehlenden Displays minimal aufwendiger als bei anderen Dashcams. Das Verbinden mit der App funktioniert aber auf Anhieb vollkommen problemlos und so können wir den Sichtwinkel nach wenigen Minuten am Smartphone kontrollieren. Zur Nutzung der App müssen wir ein kostenloses Nutzerkonto anlegen. Das Ändern von Einstellungen am Handy empfinden wir als deutlich bequemer als per Taster oder Touchscreen an der Kamera. Das Menü der App ist zwar nicht besonders intuitiv, nach einigen Versuchen finden wir uns aber gut zurecht.

Einmal eingerichtet, erledigt die Piqo ihre Aufgaben dann gänzlich unauffällig und zuverlässig. Außer einem kurzen Piepton beim Anschalten fällt die kompakte Kamera kaum auf.

Technische Daten

Sonderfunktionen

Zu den wenigen Sonderfunktionen gehören die erwähnte Parküberwachung, die Möglichkeit, sich an vorher festgelegten Orten warnen zu lassen und eine Sprachbedienung. Wenn gewünscht, kann die Kamera melden, sobald sie einen vorher definierten Ortsbereich verlässt. Auch eine automatische Notruffunktion und Cloud-Speicher bietet Nextbase – dafür ist dann aber ein Abo nötig, welches rund 30 Euro pro Jahr kostet.

Mehr gibt es nicht an Sonderfunktionen. Das ist unserer Meinung nach klasse! Endlich mal eine Dashcam, die nur das macht, wofür sie gedacht ist. Keine teuren, illegalen oder im Alltag vollkommen unnötigen Extras, die Preise nach oben treiben.

Bildqualität

Die 2K-Aufnahmen der Piqo sind insbesondere bei guten Lichtverhältnissen gut bis sehr gut. Trotz Gegenlicht und schmutziger Frontscheibe sind Details auf den Standbildern gut zu erkennen. Wer häufiger bei höheren Geschwindigkeiten unterwegs ist, sollte aus unserer Sicht trotzdem besser auf FHD-Auflösung mit 60 FPS zurückgreifen.

Nextbase Piqo Screenshot aus Video

Bei wenig Licht und in der Dunkelheit kommt der Dynamikumfang aber dann an seine Grenzen. Die Aufnahmen zeigen dann deutliches Rauschen und leichte Artefakte. Bei starkem Gegenlicht sind Kennzeichen nicht immer zuverlässig erkennbar – dieses Problem hat aber auch deutlich teurere Dashcams.

Insgesamt ist die Bildqualität sehr ordentlich – nicht nur mit Hinblick auf den Preis. Für eine Beweissicherung im Falle eines Unfalls braucht es auch gar nicht mehr.

Preis

Die getestete Nextbase Piqo mit 2K-Auflösung kostete ursprünglich rund 150 Euro, was mit Blick auf die Zuverlässigkeit und hohe Bildqualität sehr fair ist. Inzwischen ist die Kamera günstiger ab 130 Euro erhältlich, was sie zu unserem Preis-Leistungs-Tipp macht.

Die 1K-Variante mit 1080p bei maximal 30 FPS ist mit 110 Euro kaum günstiger, weshalb wir immer zur 2K-Version greifen würden.

Fazit

Die Piqo hinterlässt trotz überschaubarer Ausstattung und Bildqualität einen rundum positiven Eindruck. Wer eine zuverlässige, kompakte und trotzdem bezahlbare Dashcam für die tägliche Nutzung sucht, ist mit der Nextbase Piqo 2K sehr gut beraten. Auch wenn es andere Dashcams mit spannenden Extrafunktionen, höheren Frameraten und 4K-Auflösung werben – mehr als die Piqo 2K benötigt man nicht.

Dank ordentlicher Bildqualität, zuverlässiger Funktion und einem Preis unter 120 Euro ist die Nextbase Piqo unser neuer Preis-Leistungs-Sieger für alle, die eine gute Dashcam für den Alltag benötigen.

Einzig die langsame WLAN-Verbindung hat uns im Test wirklich gestört. Wer seine Dashcam ohne Smartphone bedienen will, muss sich aber nach einer Alternative umsehen. Auch wer sich eine Rundumsicht für die Aufzeichnung wünscht, wird mit der Piqo nicht glücklich.

Nextbase 622GW im Test

Die Nextbase 622GW gehört zu den Premium-Dashcams. Sie bietet 4K-Auflösung und Sonderfunktionen wie eine Alexa-Integration oder einen automatischen Notruf. Wir zeigen, wie gut die Dashcam wirklich ist.

VORTEILE

  • einfache Handhabung
  • starke Sonderfunktionen
  • hohe Auflösung und tolle Bildqualität bei Tageslicht

NACHTEILE

  • verhältnismäßig groß und schwer
  • wird sehr heiß im Betrieb
  • Schwächen bei Dunkelheit und bei Kennzeichen

Die Nextbase 622GW gehört zu den Premium-Dashcams. Sie bietet 4K-Auflösung und Sonderfunktionen wie eine Alexa-Integration oder einen automatischen Notruf. Wir zeigen, wie gut die Dashcam wirklich ist.

Bei einem Autounfall kann ein Dashcam-Video ein hilfreiches Mittel bei der Rekonstruktion des Unfallhergangs und der Klärung der Schuldfrage sein. Seit 2018 ist die Nutzung einer Dashcam in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.

Die Nextbase 622GW ist das aktuelle High-End-Modell im Sortiment der Dashcams des Unternehmens. Der Nachfolger der Nextbase 612GW bietet neben der Möglichkeit, Videoaufnahmen in hoher Auflösung von bis zu 4K während der Fahrt zu erstellen, weitere praktische Zusatzfunktionen wie eine Integration von Alexa, eine automatische Notruffunktion sowie Bluetooth. Preislich liegt sie mit einer UVP von knapp 300 Euro über der Nextbase 422GW.

Neu im Vergleich zum Vorgängermodell ist der Support für Alexa, der bereits beim Modell 422GW in Erscheinung getreten ist und ein etwas schmalerer Blickwinkel von 140 Grad im Gegensatz zu vormals 150 Grad. Wir haben uns die Nextbase 622GW genauer angesehen und zeigen, was sie in der Praxis leistet.

Design und Montage

Optisch fügt sich das Modell 622GW nahtlos in die Designsprache der übrigen Dashcams von Nextbase ein. Das Gerät erinnert auf den ersten Blick an eine kompakte Digital- oder Action-Kamera. Die Verbreitung macht einen hochwertigen und soliden Eindruck, das Design ist funktionell und zeitgemäß. Verglichen mit dem Vorgänger ist die Dashcam deutlich geschrumpft: Die Abmessungen betragen jetzt 9,4 x 5,3 x 4,5 Zentimeter. Das ist sie allerdings etwas größer als die Nextbase 422GW. Damit fällt die Nextbase 622GW für unseren Geschmack zu wuchtig ist aus, die Garmin Dashcam 65W etwa ist deutlich kleiner und nur halb so breit. Mit 125 Gramm ist die Nextbase 622GW zudem doppelt so schwer wie das Modell von Garmin. Je kleiner eine Dashcam ist, desto weniger stört sie das Sichtfeld des Fahrers.

Das berührungsempfindliche IPS-Display ist wie schon beim Vorgänger mit einer Diagonale von 3 Zoll ziemlich groß im Vergleich zu anderen Dashcams. Bei der Nextbase 422GW kommt etwa ein LCD mit 2,5 Zoll zum Einsatz, bei der Garmin Dashcam 65W ein Bildschirm mit 2 Zoll. Unterhalb des Bildschirmes liegt auffällig in Rot markiert eine Taste zum Schützen von Aufnahmen.

Der Ein/Ausschalter befindet sich gemeinsam mit dem Schacht für SD-Karten auf der linken Seite, rechts liegt unter einer Gummiabdeckung der Anschluss für eine weitere Kamera, beispielsweise für die Sicht nach hinten in den Innenraum. Auf der Oberseite befindet sich der USB-Mini-Steckplatz für das USB-Kabel zur Verbindung mit dem PC sowie das Stromkabel für den 12-Volt-Stecker im Auto. Die Kameralinse wirkt dominant und ragt fast 3 Zentimeter hervor. Auffällig ist magnetische Abdeckung neben der Linse. Dahinter verbirgt sich der Anschluss für die Halterung der Dashcam zur Montage an der Windschutzscheibe.

Am Ende der Halterung können Nutzer wahlweise einen Arm mit Saugnapf oder ein Plättchen mit Klebstoff befestigen. Die Variante mit Klebstoff hält deutlich fester – im Test mit dem Saugnapf ist uns die Kamera einmal heruntergefallen. Dafür kann man das angeklebte Plättchen nicht so einfach wieder entfernen.

Ausstattung

Zum Lieferumfang gehört eine Halterung mit integriertem Mini-USB-Stecker zur zusätzlichen Stromversorgung der Dashcam. Das ist sehr praktisch, wenn die Kamera bereits an der Windschutzscheibe montiert ist, da man so leichter das Kabel anschließen kann. Nextbase legt auch ein Verlegewerkzeug für die Verkabelung zum 12-Volt-Stecker aus Kunststoff bei, das auch als Kratzer beim Entfernen der Klebstoffrückstände dient. Zusätzlich liegt ein Kabel für die Stromversorgung über den Zigarettenanzünder im Auto sowie für die Verbindung mit dem PC über USB-A bei. Eine Speicherkarte gehört nicht zum Lieferumfang.

Als Spitzenmodell von Nextbase verfügt die 622GW über eine umfangreiche Ausstattung. Die Kamera mit einer Blende von f/1,3 und CMOS-Sensor schafft eine maximale Auflösung von 3840 x 2160 Pixel bei 30 fps, die niedrigste Auflösung liegt immer noch bei 1920 x 1080 Pixel und bietet dann sogar 120 fps. Ein mitgelieferter Polfilter blockiert Licht, das von nicht-metallischen Oberflächen reflektiert wird. Das hilft dabei, Spiegelungen auf der Windschutzscheibe zu vermeiden und bietet außerdem einen besseren Kontrast zwischen verschieden hellen Hintergründen.

GPS gehört ebenfalls zur Ausstattung der Nextbase 622GW. Mit an Bord ist zudem ein Beschleunigungssensor. Dieser erkennt, wenn das Auto losfährt, um die Videoaufnahme automatisch zu starten und registriert zudem starke Bremsvorgänge – wie sie vor einem Unfall häufig passieren. Die Kamera speichert dann die Videoaufnahme in einem geschützten Bereich. Die Dashcam verfügt über einen Akku mit 320 mAh. Ein dauerhafter Akkubetrieb ist mit der Nextbase 622GW nicht möglich – der kleine Not-Akku soll im Falle eines Unfalls gewährleisten, dass die Kamera mindestens 15 Minuten ohne externe Stromversorgung durchhält, um die Aufnahmen im geschützten Speicher abzulegen und möglicherweise einen Notruf abzusetzen.

Standardmäßig bietet die Dashcam eine Loop-Funktion – eine der Voraussetzungen dafür, dass die Kamera in Deutschland überhaupt zulässig ist. Dabei nimmt die Kamera immer nur für eine bestimmte Zeitspanne Videoclips auf und überschreibt die alten Aufnahmen mit jedem neuen Videoclip. Erfolgt ein abruptes Bremsen, landen die Aufnahmen im geschützten Speicherbereich, damit diese nicht automatisch überschrieben werden. Eine Zeitraffer-Funktion hat die 622GW ebenfalls.

Die kabellose Kommunikation der Dashcam mit dem Smartphone erfolgt über Bluetooth 5.0 sowie Quicklink-Wifi. Der SD-Karten-Slot unterstützt maximal 128 GByte. Nextbase empfiehlt für den Einsatz in der Dashcam eine U3-Micro-SD.

Bedienung

Die Montage der Nextbase 622GW ist relativ einfach. Wer sichergehen will, dass die Kamera wirklich fest haftet, sollte die Halterung für die Klebemontage wählen. Vor dem ersten Einsatz empfiehlt es sich den Akku der Kamera für etwa zwei Stunden aufzuladen.

Schaltet man die Kamera zum ersten Mal an, geht sie direkt in den Aufnahmemodus. Links oben befindet sich ein Zahnrad – hier nimmt der Anwender alle nötigen Einstellungen vor. Dazu gehört unter anderem die gewählte Auflösung, die Länge der einzelnen Videoclips (1 bis 3 Minuten), die Stempel für Uhrzeit, GPS-Koordinaten oder Geschwindigkeit sowie das Autokennzeichen, die Empfindlichkeit des Beschleunigungssensors und die Voreinstellung für die Loop-Funktion, Tonaufnahme, Zeitlupe sowie Bildstabilisator. Bedienung und Menüführung sind selbsterklärend.

Allerdings sollte man vor der Inbetriebnahme darauf achten, dass einige Funktionen nicht voreingestellt sind, zum Beispiel ist der Bildstabilisator deaktiviert. Viel ärgerlicher: Die Loop-Funktion macht standardmäßig zunächst die SD-Karte voll, und löscht erst dann die alten Aufnahmen. Das ist in Deutschland aber rechtlich nicht zulässig. Hierzu muss man allerdings in den Einstellungen unter „Videoaufzeichnung“ die Option „Min“ statt der vorgewählten „Max“ wählen.

Die Dashcam startet die Aufnahme selbstständig, sobald man mit dem Fahrzeug losfährt. Bei einem starken Bremsmanöver landen die Aufnahmen automatisch im geschützten Speicher. Durch einen Druck auf den rötlich markierten Button unter dem Display legt man den Videoclip manuell im geschützten Speicher ab. Auffallend ist, wie heiß die Kamera in Betrieb wird. Das ist tatsächlich ungewöhnlich.

Die Kommunikation zwischen Smartphone und Dashcam funktioniert meistens zuverlässig. Hierfür brauchen Nutzer die App MyNextbase Connect, die es für Android und für iOS gibt. Die Kommunikation erfolgt über Bluetooth und WLAN. Hier kann man sich die Videoaufnahmen der Dashcam direkt über die App ansehen und in die App herunterladen. Um die Videoclips auf anderen Geräten zu nutzen, steht die MyNextbase Cloud zur Verfügung. Die App lädt die Aufnahmen in die Cloud, wo sie für 30 Tage zum Download oder Bearbeiten zur Verfügung stehen. Der Upload in die Cloud dauert je nach Auflösung und WLAN-Verbindung etwa 1 bis 2 Minuten. Anschließend generiert MyNextbase Cloud eine URL, mit der man die Videos herunterladen kann.

Alternativ stöpselt man die Dashcam an den PC und wählt beim Einschalten die Option „Dateizugriff“. Danach kopiert man die Videodateien vom Speicher der Kamera auf den Rechner. Mit der kostenlosen Software MyNextbase Player können Nutzer die Aufnahmen zudem ansehen und bearbeiten und ebenfalls speichern.

Bildqualität

Bei gutem Wetter macht die Nextbase 622GW einwandfreie Videoaufnahmen mit kräftigen Farben und ausgeprägten Kontrasten. Dank 4K sind auch sehr hohe Auflösung möglich, allerdings nur 30 fps möglich. Wir haben uns für den Test für eine Auflösung von 1440p bei 60 fps entschieden – durch die höhere Bildwiederholrate bleiben die Aufnahmen besonders scharf. Bei 1080p sind auch 120 fps möglich. Der digitale Bildstabilisator ist von Haus aus deaktiviert. Ohne Stabilisator wackeln die Aufnahmen bei unebenem Untergrund gehörig. Der Bildstabilisator wirkt dem effektiv entgegen, macht das Bild aber etwas körniger und unterstützt zudem nur eine Bildwiederholrate von maximal 60 fps.

Bei Dunkelheit nimmt die Bildqualität spürbar ab. Zudem reflektieren Nummernschilder so stark, dass sie nur schwer abzulesen sind. Selbst bei Tageslicht erkennt man die Kennzeichen anderer Fahrzeuge nicht immer deutlich, außer bei nahen Aufnahmen, wenn das Autos steht. Der Blickwinkel beträgt 140 Grad – das ist ausreichend, um den relevanten Bereich vor dem Auto abzudecken. Andere Kameras wie die Garmin Dashcam 65W bietet ein Weitwinkel von bis zu 180 Grad. Weniger als 130 Grad sollten es unserer Erfahrung nach nicht sein.

Dashcams sollten mindestens ein Blickfeld von 120 Grad haben.

Sonderfunktionen

Die Nextbase 622GW bietet eine Reihe an nützlicher Zusatzfunktionen. Im Zusammenspiel mit der Smartphone-App MyNextbase Connect bietet die Dashcam eine SOS-Funktion bei einem Unfall. Der Beschleunigungssensor registriert, wenn es zu einem plötzlichen Aufprall kommt. Über das per Bluetooth gekoppelte Smartphone setzt die Dashcam dann einen Notruf ab. Der Anwender kann in der App zudem wichtige medizinische Angaben für den Rettungsdienst hinterlassen. Kostenlos ist der Service allerdings nur im ersten Jahr, danach sind je nach Vertragsdauer knapp über 2 bis 4 Euro im Monat fällig.

Alexa ist ebenfalls mit an Bord – allerdings nur in Verbindung mit der Smartphone-App. Über MyNextbase Connect kann der Nutzer den Skills für Alexa aktivieren, was auch eine Sprachsteuerung der Dashcam erlaubt. So kann man etwa per Sprachbefehl eine Videoaufnahme schützen oder Alexa nach Informationen während der Fahrt fragen. Zwingend erforderlich ist dabei immer das Smartphone mit einer aktiven Mobilfunkverbindung und Bluetooth-Kopplung mit der Dashcam.

Ebenfalls praktisch ist die Parkfunktion. Ist die Funktion in den Einstellungen aktiviert, verharrt die Dashcam im Stand-by-Modus. Registriert die Kamera Erschütterungen durch Rempler am Auto, startet die eine Videoaufnahmen. Das kann hilfreich sein, wenn ein anderes Fahrzeug das eigene Auto rammt. Die Nextbase 622GW bietet außerdem einen Anschluss für eine zusätzliche nach hinten gerichtete Kamera, die man seitlich in die Dashcam steckt und als Zubehör bei Nextbase erhält.

Preis

Die Nextbase 622GW hat als High-End-Dashcam eine UVP von 299 Euro. Es gibt bereits Angebote ab 225 Euro. Eine passende Micro-SD-Karte gibt es ab 12 Euro. Eine Rücksichtkamera zum Einstecken kostet 66 Euro.

Fazit

Die Nextbase 622GW ist eine Premium-Dashcam mit hoher Auflösung und starker Features und einer ausgezeichneten Bildqualität bei Tageslicht. Die Handhabung sowie Anbindung an das Smartphone gehen einfach von der Hand. Zusatzfunktionen wie die Alexa-Integration bieten nette Ergänzungen.

Bei Dunkelheit nimmt die Bildqualität rasch ab, Kennzeichen anderer Autos bleiben generell in Fahrt schwer ablesbar. Zudem ist die Dashcam relativ groß und schwer und nicht gerade preiswert. Etwas ärgerlich: Für den Einsatz in Deutschland muss man zwingend eine wichtige Einstellung von Hand anpassen, damit die Loop-Funktion mit dem deutschen Recht konform funktioniert.

Garmin Dash Cam X210 im Test

Die Garmin Dash Cam X210 bietet eine hervorragende Bildqualität, eine einfache Handhabung und eine ganze Reihe an smarten Zusatzfunktionen. Was die kleine Dashcam mit Loop-Funktion alles kann, zeigt der Test.

VORTEILE

  • ordentliche Bildqualität dank 60 fps und 1440p
  • viele Sonderfunktionen
  • zusätzliche Assistenzsysteme

Die Garmin Dash Cam X210 bietet eine hervorragende Bildqualität, eine einfache Handhabung und eine ganze Reihe an smarten Zusatzfunktionen. Was die kleine Dashcam mit Loop-Funktion alles kann, zeigt der Test.

Der Einsatz von Dashcams ist in Deutschland wegen des Datenschutzes rechtlich umstritten, erleichtert aber im Zweifel die Klärung der Schuldfrage nach einem Unfall mit dem Pkw. Wichtig ist bei der Handhabung hierzulande, dass nicht permanent und ohne Anlass gefilmt wird – die benötigte Loop-Funktion ist nur eines der Ausstattungsmerkmale der neuen Garmin X-Serie. Das Mittelklasse-Modell Garmin Dash Cam X210 gehört als Nachfolger der Dash Cam 66W und 65W zu den besonders gut ausgestatteten Vertretern der Autokamerafamilie. Sie beschränkt sich bei Weitem nicht nur auf das Filmen des Geschehens vor dem Fahrzeug, sie bietet neben Sprachsteuerung und Live-Übertragung zum Handy noch Assistenzsysteme wie einen Spurhalteassistenten und Zusatzfunktionen wie Park-Guard oder eine Zeitrafferfunktion. Wie sich die Dashcam für 230 Euro in der Praxis schlägt, verraten wir im Test.

Design

Die 62 Gramm leichte Garmin Dash Cam X210 ist mit Abmessungen von knapp 70 × 42 × 20 Millimeter zwar nicht winzig, aber trotzdem ausreichend kompakt, um das Sichtfeld nicht zu beeinträchtigen. Ihre auffällig in Aluminium gebettete Kameralinse ragt knapp einen Zentimeter aus dem ansonsten schlichten schwarzen Gehäuse heraus. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig und entspricht dem gehobenen Preis – hier gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Auf der Vorderseite oben ist ein kleiner, kugelgelagerter Haltearm integriert mit einem starken Klebe-Pad am Ende. Zur Befestigung klebt die Kamera an der Innenseite der Windschutzscheibe. Vor dem Ankleben sollte man die Klebestelle an der Scheibe aber unbedingt von Schmutz und Fett befreien. Außerdem sollte bei moderaten Außentemperaturen gearbeitet werden, um einen zuverlässigen Halt zu garantieren. So befestigt, hält die X210 bombenfest und man muss sich keine Sorgen machen, dass die Kamera während der Fahrt herunterfällt. Bei einer Befestigung per Saugnapf kann das schneller passieren. Das rückstandsfreie Entfernen der angeklebten Kamera ist allerdings deutlich aufwendiger.

Rückseitig befindet sich das 2,4 Zoll große Farb-LCD. Auf eine Touch-Funktion zur Bedienung wurde hier verzichtet – die ist der teureren Dash Cam X310 vorbehalten. An der rechten Gehäuseseite sind die vier Taster für die Bedienung angebracht. Die obere Taste ist der An/Ausschalter und dient zur Navigation durch die Menüs, der untere Button fungiert zum manuellen Speichern einer Aufnahme oder zur Bestätigung im Menü. Der Schacht für eine benötigte, aber nicht im Lieferumfang enthaltene microSD-Karte befindet sich auf der Unterseite. Für den Einsatz für Fotos und Videoaufnahmen empfiehlt sich generell eine microSD-Karte mit hoher Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsklasse sollte mindestens den Faktor 10 betragen. Nach dem Einlegen der Speicherkarte wird diese zunächst von der Kamera formatiert, bereits vorhandene Daten sollten entsprechend im Vorfeld gesichert werden.

Ausstattung

Im Lieferumfang enthalten sind neben der Kamera ein rund vier Meter langes USB-A-auf-USB-C-Kabel und ein USB-Netzteil für den Zigarettenanzünder. Die enorme Länge und der geringe Durchmesser des Ladekabels helfen bei einer vernünftigen Verlegung im Innenraum. Es sollte weder das Sichtfeld beeinträchtigen noch sich verheddern können. Erfahrungsgemäß verlegt man entlang der Windschutzscheibe und führt es über den Fußraum des Beifahrers zum Zigarettenanzünder oder einer ansonsten vorhandenen USB-Stromversorgung. Der mitgelieferte Adapter bietet einen zweifachen USB-Anschluss für Stecker nach Typ A.

In der Dash Cam X210 ist ein Lithium-Ionen-Akku fest integriert. Der eignet sich zwar nicht für einen dauerhaften Betrieb, hilft aber nach einem heftigen Crash die Stromversorgung so lange aufrechtzuerhalten, bis die Aufzeichnungen tatsächlich gespeichert wurden. Selbst ohne externe Stromzufuhr zeichnete die Kamera in den Tests weitere 10 bis 15 Minuten auf.

Die Akkulaufzeit reicht auch aus, um die Kamera mitzunehmen und damit zu Hause Videos kabellos über die Garmin Drive App auf dem Smartphone anzusehen oder herunterzuladen. Prinzipiell empfehlen wir aber aus Datenschutzgründen, die gespeicherten Aufnahmen regelmäßig zu löschen, wenn sie nicht benötigt werden.

Die Garmin Dash Cam X210 verfügt über GPS sowie Verbindungsmöglichkeiten über Bluetooth oder eine aktive WLAN-Verbindung mit einem Smartphone. Der integrierte Beschleunigungssensor (G-Sensor) erkennt, wann das Fahrzeug anfährt, und beginnt dann zu filmen. Außerdem registriert der Sensor starke und plötzliche Verzögerungen, etwa beim scharfen Bremsen oder bei einem Crash. Ist dies der Fall, landet das gerade aufgezeichnete Video automatisch in einem geschützten Ordner auf dem Speicher, damit dieser von der Loop-Funktion nicht überschrieben wird. Dieses automatische Überschreiben alter Daten ist für den Gebrauch der Dashcam in Deutschland essenziell, da dauerhafte Aufnahmen ohne Anlass nicht zulässig sind.

Das Modell von Garmin bietet zwei Optionen für den Loop: Die Kamera erstellt fortlaufend Clips mit einer Länge von 30 Sekunden, bis die microSD-Karte voll ist und überschreibt dann jeweils die älteste Aufnahme. Alternativ zeichnet die Kamera immer nur ein Video von 30 Sekunden auf, welches dann permanent überschrieben wird. Ausnahme sind Clips, bei denen der G-Sensor eine Gefahrensituation festgestellt hat. Diese Videos werden dann nicht überschrieben.

Wir empfehlen aus Gründen des Datenschutzes, eine einzelne Aufnahme fortlaufend zu überschreiben. Zusätzlich sollte man regelmäßig die durch den Sensor gespeicherten Clips prüfen. Auch die sollte man zeitnah löschen, wenn man sie nicht zur Klärung eines Schadensfalls benötigt.

Bedienung

Die Bedienung der Garmin Dash Cam X210 mit den vier Tasten ist intuitiv und einfach. Die beiden mittleren Tasten dienen zum Durchblättern der Menüoptionen, der unterste zum Bestätigen und zur manuellen Sicherung der aktuellen Aufnahme. Der obere Taster dient zum Ein- und Ausschalten und als Zurück-Taster im Menü.

Auch wenn es verlockend ist: Während der Fahrt verbietet sich der Griff zur Dashcam. Sollte man doch mal das Bedürfnis haben, eine Situation in Video oder Foto festzuhalten, reicht der Ausspruch „Ok, Garmin“ und die Sprachsteuerung ist aktiv. Wählbar sind die Optionen „Video speichern“, „Bild aufnehmen“, „Ton aufzeichnen“, „Zeitraffer starten“. Letztere Funktion nennt Garmin „Travelapse“. Hier nimmt die Dashcam ein Zeitraffervideo der gesamten Fahrt auf – spannend, etwa bei der Fahrt in den Urlaub. Die eigentliche Aufzeichnung beeinflusst die Sonderfunktion nicht.

Sonderfunktionen

Die Dash Cam X210 bietet zudem einige Fahrerassistenzsysteme. Dazu gehört ein Losfahralarm, der den Fahrer daran erinnert, dass etwa an der Ampel ein davorstehendes Auto wieder anfährt. Ferner gibt es einen Spurhalteassistenten sowie eine Kollisionswarnung bei zu geringem Sicherheitsabstand. Trotz verschiedener Einstellungsmöglichkeiten haben wir diese Assistenten allerdings nur kurz benutzt, da uns die ständigen Warnungen bei beabsichtigten Spurwechseln genervt haben.

Bei aktiver Verbindung mit dem Handy per Garmin Drive ist zudem ein Annäherungsalarm möglich. Dieser informiert die Fahrerin oder den Fahrer an personalisierte POIs (Point of interest) oder etwa Ampelblitzanlagen.

Als praktisch empfinden wir den integrierten Park-Guard. Ist der aktiv, erkennt die Dashcam Erschütterungen auch im Parkzustand und aktiviert dann eine Aufnahme. Kommt es zu einem Parkrempler hat man so immerhin eine gewisse Chance, den Park-Rowdy identifizieren zu können. Wem das nicht ausreicht, der kann sich aus der Ferne per App sogar ein Livebild der Dashcam ansehen und prüfen, ob mit dem Pkw alles in Ordnung ist.

Bildqualität

Die Linse der Dashcam bietet eine Auflösung 1440p. Das erlaubt hochauflösende Videos mit einer maximalen Auflösung 2560 × 1440 Pixel (QHD) bei 60 fps (Bildern pro Sekunde) mit HDR. Dank hoher Bildwiederholrate werden selbst schnelle Bewegungen noch einigermaßen scharf aufgenommen. Der Sichtfeld (FOV) der Kamera ist mit 140 Grad zwar kleiner als bei der Garmin Dash Cam 65W, in der Praxis ist es aber ausreichend breit. Im direkten Vergleich ist dafür der Fischaugeneffekt deutlich geringer.

Garmin Dash Cam X210

Die Bildqualität der hochauflösenden Aufnahmen erscheint uns insgesamt besser als beim Vorgängermodell, welches teils etwas grobkörnig wirkte. Die Kontraste sind ausgeprägt und die Farben wirken nun deutlich klarer und weniger verwaschen. Perfekt ist das Bild allerdings noch nicht. Gerade bei Gegenlicht und wenig Beleuchtung kommt der Dynamikumfang an seine Grenzen. Details sind in der Regel aber immer ausreichend gut erkennbar, lediglich bei Nacht gibt es Probleme mit reflektierenden Kennzeichen. Diese sind, wie auch bei der Konkurrenz, nicht immer lesbar. Insgesamt ist die Bildqualität aber auch bei Dunkelheit ordentlich.

Preis

Die UVP von Garmin für Dash Cam X210 liegt bei 299 Euro, die günstigsten Angebote laut Preisvergleich liegen bei knapp 230 Euro. Damit gehört die Garmin Dash Cam X210 zwar nicht zu den günstigen Vertretern ihrer Zunft – die satte Ausstattung, ordentliche Bildqualität und erfahrungsgemäß hohe Zuverlässigkeit rechtfertigen den Preis aber.

Fazit

Die Garmin Dash Cam X210 ist eine der am besten ausgestatteten Dashcams auf dem Markt. Neben einer hohen Bildqualität, einer hohen Zuverlässigkeit und zahlreichen mehr oder weniger nützlichen Assistenzfunktionen gefallen uns etwa die Zeitrafferfunktion und der Park-Guard. Dank der kompakten Abmessungen schränkt sie das Sichtfeld nur minimal ein und stört entsprechend nicht. Handhabung und Montage machen in der Praxis keine Probleme.

Die sehr ansehnliche Ausstattung resultiert allerdings in einem vergleichsweise hohen Preis. Mit 230 Euro ist diese Dashcam kein Schnäppchen. Hier stellt sich die Frage, ob man die gebotenen Funktionen wohl überhaupt nutzt. Ähnliche Bildqualität gibt es mittlerweile auch günstiger – hier muss man sich dann aber in der Regel bei den Sonderfunktionen einschränken.

Garmin Dash Cam Mini 3 im Test

Die Garmin Dash Cam Mini 3 verspricht eine gute Bildqualität in Full-HD und einen fairen Preis trotz äußerst kompakter Bauform. Ob die kleine Dashcam mit teureren und größeren Modellen mithalten kann, zeigt der Test.

VORTEILE

  • sehr kompakt und unauffällig
  • optional mit anderen Garmin-Kameras kombinierbar
  • günstigste aktuelle Dashcam von Garmin

NACHTEILE

  • 1080p bei nur 30 FPS
  • keine Wechselhalterung mit Magnet, nur Klebe-Pad

Die Garmin Dash Cam Mini 3 verspricht eine gute Bildqualität in Full-HD und einen fairen Preis trotz äußerst kompakter Bauform. Ob die kleine Dashcam mit teureren und größeren Modellen mithalten kann, zeigt der Test.

Garmin hat gleich eine ganze Serie an neuen Dashcams auf den Markt geworfen. Neben dem Premium-Modell X310, der Mittelklasse-Kamera X210 und dem Einsteigermodell X110 gibt es mit der Dash Cam Mini 3 auch eine Neuauflage der Pkw-Kamera im Mini-Format.

Der Einsatz von Dashcams ist in Deutschland zwar noch immer umstritten, unter Einhaltung einiger Voraussetzungen ist die Nutzung aber legal und zulässig. Im Falle eines Crashs helfen die gespeicherten Videos dann, den Unfallablauf zu rekonstruieren und so die Schuldfrage zu klären. Damit die Aufnahmen tatsächlich zulässig sind, darf die Kamera etwa nicht permanent aufzeichnen und die Videos dauerhaft speichern. Viele Dashcams, auch die von Garmin, nutzen deshalb eine Loop-Funktion für die Speicherung. Diese überschreibt ältere Aufnahmen automatisch mit aktuellen Videos, was eine langfristige Speicherung der Daten unterbindet. Damit relevante Aufnahmen nicht überschrieben werden, registriert die Kamera extreme Verzögerungen und sichert die Aufnahme dann in einem geschützten Ordner.

Die besonders kompakte Kamera Dash Cam Mini 3 filmt nicht nur das Geschehen vor dem Fahrzeug, sie hat Sprachsteuerung an Bord und kann auch etwa als Zweitkamera für die Heckscheibe genutzt werden. Ob sich das Investment von etwa 138 Euro lohnt, verraten wir im Test.

Design

Garmin setzt bei seiner neuen X-Serie auf ein insgesamt vergleichbares Design – lediglich die Dash Cam Mini 3 fällt aus dem Rahmen. Mit Abmessungen von 52 × 32 × 20 mm und einem Gewicht von nur 30 Gramm ist sie deutlich kompakter als X110, X210 und X310.

Auf der Vorderseite befinden sich die Linse und der schwenkbar gelagerte Befestigungsarm. An dessen Ende sitzt ein Klebe-Pad, welches von innen an der Windschutzscheibe geklebt wird. Damit die Kamera auch zuverlässig hält, muss die Klebestelle sauber und fettfrei sein. Außerdem sollte man bei moderaten Außentemperaturen arbeiten. So befestigt hält die kleine und leichte Kamera absolut zuverlässig – auch bei Erschütterungen und Temperaturwechseln. Bei der Befestigung per Saugnapf wäre der Halt erfahrungsgemäß weniger zuverlässig. Der Nachteil der Klebestreifen: Das rückstandsfreie Entfernen ist aufwendig. Die Kameralinse ist ab Werk mit einem Pol-Filter ausgestattet.

Ansonsten gibt es den USB-C-Port zur Stromversorgung und einen Einschub für die Speicherkarte. Eine geeignete microSD-Karte gehört allerdings nicht zum Lieferumfang. Für den Einsatz in der Dashcam empfiehlt sich generell eine microSD-Karte mit hoher Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsklasse sollte mindestens den Faktor 10 betragen. Nach dem Einlegen der Speicherkarte wird diese von der Kamera formatiert. Sind auf der Karte noch andere Daten, sollte man diese entsprechend im Vorfeld sichern.

Auf ein rückseitiges Farbdisplay mit Live-Bild und Tastern zur Bedienung muss man hier zwar verzichten – in der Praxis stört das allerdings weniger als im Vorfeld gedacht. Die Einstellungen erfolgen in der App und auch Sprachbefehle sind möglich. Die Verarbeitung und Haptik hinterlassen einen positiven und hochwertigen Eindruck.

Ausstattung

Die Dash Cam Mini 3 kommt zusammen mit einer ausführlichen Anleitung, einem rund vier Meter langem USB-A-auf-USB-C-Kabel zur Stromversorgung und einem USB-Netzteil für den Zigarettenanzünder. Eine Speicherkarte ist wie bereits erwähnt nicht im Lieferumfang enthalten.

Die großzügige Länge des flexiblen Ladekabels ermöglicht eine einigermaßen versteckte und aufgeräumte Verlegung zwischen Kamera und 12-Volt-Steckdose. Wichtig bei der Montage: Kamera und Kabel dürfen das Sichtfeld nicht beeinträchtigen und das Kabel darf sich keinesfalls in Pedalen oder Lenkrad verheddern können.

Der integrierte Beschleunigungssensor (G-Sensor) erkennt, wann das Fahrzeug anfährt, und beginnt dann zu filmen. Der Sensor registriert auch starke und plötzliche Verzögerungen, wie beim scharfen Bremsen oder bei einem Unfall. Wenn das passiert, landet das Video automatisch in einem geschützten Ordner auf der Speicherkarte. So wird es nicht von der für die Zulässigkeit benötigten Loop-Funktion überschrieben.

Garmin erlaubt hier zwei Einstellungsmöglichkeiten: Die Kamera erstellt entweder fortlaufend Clips mit einer Länge von 30 Sekunden, bis die microSD-Karte voll ist und überschreibt dann jeweils die älteste Aufnahme oder zeichnet immer nur ein Video von 30 Sekunden auf, welches dann permanent überschrieben wird. Clips, bei denen der G-Sensor eine Gefahrensituation festgestellt hat, werden generell nicht überschrieben. Wir empfehlen aus Gründen des Datenschutzes, eine einzelne Aufnahme fortlaufend zu überschreiben. Zusätzlich empfehlen wir, die vom Sensor gespeicherten Aufnahmen regelmäßig zu löschen, wenn sie nicht benötigt werden.

Bedienung

Im Test funktioniert die Bedienung per App und später auch per Sprachbefehl problemlos. Anfangs erscheint uns der Umweg übers Smartphone zwar unnötig kompliziert, letztlich muss man die Kamera aber nur einmal einrichten und die Konfigurationen vornehmen. Dann schaltet sich die Kamera ein, sobald sie mit Strom versorgt wird, und startet die Aufnahme. Sollte man eine lustige, kritische oder sonstige interessante Situationen abspeichern wollen, funktioniert das bequem per Zuruf. Hier reicht der Ausspruch „okay, Garmin“ und die Sprachsteuerung ist aktiv. Wählbar sind dann etwa die Optionen „Video speichern“ und „Bild aufnehmen“.

Sonderfunktionen

Auf Fahrerassistenzsysteme wie Abstandswarner und Spurhalteassistent muss man bei der Dash Cam Mini 3 verzichten, was wir aber gut verschmerzen können. Ohne internen GPS-Empfänger gibt es auch keinen Annäherungsalarm an personalisierte POIs (Point of interest), was wir ebenfalls nicht als störend empfinden.

Die Livebild-Funktion und der Dienst Park-Guard, bei dem die Kamera auch im Parkzustand Erschütterungen erkennt und aufzeichnet, stehen mit dem zahlungspflichtigen Abo aber zur Verfügung. Wer mehrere Kameras von Garmin nutzt, kann diese dann auch per App synchronisieren und die Aufnahmen kombinieren, um das Sichtfeld der Aufzeichnung zu erweitern. Sinnvoll wäre etwa eine zweite Kamera, welche den Verkehr hinter dem Fahrzeug aufzeichnet.

Bildqualität

Die kleine Dashcam zeichnet Videos mit einer maximalen Auflösung von 1920 × 1080 Pixel bei 30 FPS (Bildern pro Sekunde) auf – wie auch die teurere Dash Cam X110. Das Sichtfeld (FOV) ist mit 140 Grad ebenfalls identisch. Die Videos werden ausreichend weitwinklig und wirken trotzdem nur minimal verzerrt. Die Kontraste sind ausgeprägt und die Farben wirken erfreulich natürlich. Ganz zufrieden sind wir mit den Ergebnissen aber nicht. Das Bildrauschen bei Nachtaufnahmen ist ein klassisches Problem, da es hier nicht besonders ausgeprägt ist, wollen wir uns aber nicht weiter darüber beklagen.

Bei der vergleichsweise niedrigen Auflösung von 1080p hätten wir uns wenigstens eine höhere Bildwiederholrate gewünscht. Bei 60 FPS würden selbst schnelle Bewegungen noch scharf dargestellt – bei den hier nur möglichen 30 FPS sind die Details in den Standbildern leider unnötig ausgewaschen und unscharf.

Preis

Die Garmin Dash Cam Mini 3 ist im Handel für rund 137 Euro erhältlich und damit günstiger als die von der Bildqualität vergleichbare Dash Cam X110 von Garmin. Die ist zwar größer, sie hat aber ein Display und zusätzliche Assistenzsysteme an Bord.

Fazit

Die Garmin Dash Cam Mini 3 verzichtet auf unnötige Assistenzsysteme und ein Display, was sie kompakt und trotzdem günstig macht. Statt sehr hoher Auflösung gibt es hier hohe Zuverlässigkeit und eine extra kompakte Bauform. Die Bildqualität der unauffälligen Dashcam ist gut, hat aber noch Luft nach oben. Full-HD erscheint uns zwar ausreichend, mit nur 30 Bildern je Sekunde bleiben hier allerdings die Details auf der Stecke.

Wer in erster Linie eine unauffällige und gute Kamera ohne viel Schnickschnack sucht, ist mit der Dash Cam Mini 3 sehr gut beraten. Wer ein Display, Assistenzsysteme und integriertes GPS möchte, muss mehr investieren.

Garmin Dash Cam Live im Test

Die Garmin Dash Cam Live sticht vor allem durch die Möglichkeit des Echtzeitzugriffes und der Live-Übertragung aus dem breiten Angebotsfeld der Dashcams heraus. Wie gut das neue Top-Modell ist, zeigt der Test.

VORTEILE

  • Fernzugriff mit Echtzeitübertragung möglich
  • hohe Verarbeitungsqualität
  • Sprachsteuerung

NACHTEILE

  • teuer
  • Abokosten durch LTE-Vertrag
  • Fernzugriff nicht einfach nutzbar, da dauerhaft externe Energieversorgung notwendig
  • Kamera kann remote nicht bewegt werden

Die Garmin Dash Cam Live sticht vor allem durch die Möglichkeit des Echtzeitzugriffes und der Live-Übertragung aus dem breiten Angebotsfeld der Dashcams heraus. Wie gut das neue Top-Modell ist, zeigt der Test.

Die Garmin Dash Cam Live ist eine hochwertig verarbeitete Dashcam, die Bilder per Live-Übertragung (optional) an Smartphones zur Garmin Live App senden kann. App und Gerät biete eine hohe Qualität, aber die Kamera ist mit mindestens 335 Euro recht teuer. Wer noch den LTE-Tarif dazu bucht, muss mit weiteren 11 Euro pro Monat rechnen.

Design

Die Kamera hat ein hochwertiges und unaufdringliches Design. Die genaue Maße der Dashcam sind 8 × 5 × 2 Zentimeter bei einem Gewicht von 110 Gramm. Das entspricht etwa der Größe einer Zigarettenschachtel mit aufgesetztem Objektiv. Das Display der Kamera hat eine Diagonale von 2,95 Zoll und eine Auflösung von 640 × 360 Pixel. Es handelt sich dabei um ein LCD. Die Dashcam wird mit einem Klebe-Standbein befestigt und lässt sich mit einem Kugelgelenk in alle Richtungen drehen.

Die App hat einen einfachen Aufbau und erlaubt das Speichern und Abspielen der Aufzeichnungen oder Live-Übertragungen. Über die App ist es parallel möglich, den Standort der Dashcam – und damit das Fahrzeug – zu orten.

Das Teilen der Videos ist mit der App ebenfalls möglich. Die Speicherung der Daten erfolgt auf der microSD-Karte (16 GB) oder in einem kostenpflichtigen Cloudspeicher mit der Bezeichnung „Vault-Abonnement“. Die Kosten dafür betragen 6 Euro im Monat. Die Speicherung der Videos erfolgt bei aktiver WLAN-Verbindung manuell auch ohne Abonnement parallel in der Cloud, allerdings löscht das System die Videos nach 24 Stunden.

Ausstattung

Zur Ausstattung gehören Kamera mit Halterung sowie ein kurzes und ein langes Stromkabel, das per Micro-USB verbunden wird. Außerdem ist ein USB-Adapter für den Zigarettenanzünder dabei. Teilweise sind Zigarettenanzünder mit Dauerstrom versorgt. Wenn das im jeweiligen KFZ nicht der Fall ist, sind unter Umständen weitere Kabel notwendig. Nicht dabei ist ein Saugnapf für die Dashcam, die Befestigung erfolgt über den Klebehalter.

Gibt es kein Mobilfunk-Abonnement mit Garmin, speichert die Dash Cam die Videos in der bereits eingebauten microSD-Speicherkarte. Diese hat eine Größe von 16 GB, was nicht gerade besonders großzügig ist – vor allem angesichts des Gesamtpreises der Kamera.

Damit die Kamera bei ausgeschaltetem Motor funktioniert, muss sie mit einer konstanten Energiequelle versorgt werden. Nicht bei allen Fahrzeugen liefert der Zigarettenanzünder Strom, wenn die Zündung aus ist. In dem Fall hilft ein optionales Kabel, das die Kamera mit dem OBD II-Anschluss verbindet. Es kostet noch einmal knapp 50 Euro. Alternativ dazu gibt es das KFZ-Anschlusskabel von Garmin zur Parküberwachung, bei dem die Cam direkt mit den Stromleitungen des Autos verbunden wird – wer das installiert, sollte aber wissen, was er tut. Das Kabel wechselt für 35 Euro den Besitzer.

Schade ist, dass sich die Kamera aus der Ferne nicht bewegen lässt, um das Fahrzeug komplett überwachen zu können. Allerdings ist es in größeren Fahrzeugen möglich, mehrere Kameras mit der App zu synchronisieren. Das kann im professionellen Umfeld sinnvoll sein.

Ebenfalls dabei ist ein Radarwarner. Dazu setzt die Dashcam auf eine externe Datenbank, die auch ohne Abonnement funktioniert. Die Warnung vor Radarfallen ist kostenlos mit dabei. Allerdings ist diese Funktion verboten und muss in Deutschland ausgeschaltet werden.

Sonderfunktionen

Die wichtigste Sonderfunktion der Dashcam besteht sicherlich darin, sich Live-Bilder der Kamera unterwegs anschauen zu können. Für den Zugriff dazu ist eine LTE-Verbindung notwendig. Dadurch wird die Kamera zu einer vollwertigen Dashcam inklusive der Echtzeitüberwachung des Fahrzeugs oder Bootes. Damit das funktioniert, muss die Kamera aber mit einer stabilen externen Energiequelle verbunden sein, insbesondere direkt mit der Autobatterie oder an den OBD II-Anschluss im Fahrzeug. Ohne externe Stromversorgung hält der Akku nur 30 Minuten.

Die Bilder sendet die Kamera per LTE. Allerdings ist dazu ein eigener Vertrag mit Garmin notwendig. Das „LTE-Vault-Abonnement“ kostet 11 Euro/Monat und ist nur für den Einsatz mit der Dash Cam Live verfügbar. Die Verwaltung des Abonnements erfolgt über die Garmin Drive App.

Bedienung

Die Bedienung der Dashcam kann mit Sprachbefehlen erfolgen. Dadurch können Nutzer ihre Hände am Fahrzeug behalten. Die generelle Verwendung der Dashcam baut aber auf die Garmin Drive App auf. Diese steht in den App-Stores für iPhones und Android-Smartphones zur Verfügung. Die App ist die Zentrale, wenn es darum geht, die Videos anzuzeigen und zu verwalten. Wenn die Kamera über ein LTE-Abonnement verfügt, ist über die App der Standort der Kamera und des Fahrzeugs zu sehen.

Bildqualität

Die Auflösung der Kamera entspricht 1440p. Sie nimmt auch Ton auf. Mit entsprechenden Einstellungen beginnt die Kamera beim Betätigen der Zündung automatisch mit der Aufzeichnung. Das Weitwinkelobjektiv hat einen Blickwinken von 140 Grad und kann Tag und Nacht-Sichten anzeigen und aufzeichnen. Die Dashcam zeichnet die ganze Fahrt auf und speichert die Videos in den Formaten GLV und MP4 auf der SD-Karte. Die Videos werden in einzelnen Minuten aufgeteilt.

Preis

Durch die hochwertige Verarbeitung und den Sonderfunktionen ist die Kamera recht teuer. Die unverbindliche Preisempfehlung von Garmin beträgt 400 Euro. Einige Händler führen die Dashcam ab 335 Euro. Das ist natürlich happig. Allerdings ist die Ausstattung sehr gut: Standortanzeige, Diebstahlarm und Park-Überwachung gibt es bei günstigen Modellen nicht.

Fazit

Die Garmin Dash Cam Live ist teuer, bietet dafür aber auch viel. Die Live-Ansicht ermöglicht die Überwachung des Autos, Wohnmobils, Bootes oder LKWs, auch wenn der LTE-Vertrag natürlich monatliche Kosten verursacht. Die Bedienung mit Sprachsteuerung ist funktional und erleichtert die Verwendung der Dashcam während der Fahrt. Aufnahmen starten etwa automatisch und die Qualität der Videos ist hoch. Es lohnt sich daher die Kamera zu kaufen, wenn man für eine Dashcam den relativ hohen Betrag von 400 Euro ausgeben möchte. Eine Remote-Steuerung wäre schön, ist aber kein K.-o.-Kriterium, der restliche Umfang kann sich sehen lassen.

Transcend Drivepro 230Q Data Privacy im Test: Dashcam für mehr Datenschutz

Die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy für knapp 95 Euro möchte als Dashcam mehr Fokus auf den Datenschutz legen. Wie gut das klappt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • einfach zu befestigen und einzurichten
  • Speicherkarte liegt bei
  • fairer Preis 

NACHTEILE

  • Gehäuse und Halterung relativ lang
  • kein USB-Kabel zur Verbindung mit PC 
  • mäßig scharfe Aufnahmen 

Die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy für knapp 95 Euro möchte als Dashcam mehr Fokus auf den Datenschutz legen. Wie gut das klappt, zeigt der Test.

Eine Dashcam kann bei einem Unfall ein hilfreiches Mittel sein, um die Schuldfrage zu klären. Lange war der Einsatz hierzulande umstritten. Verboten waren sie zwar nie, allerdings ist die Frage nach der datenschutzkonformen Nutzung strittig. Laut einem BGH-Urteil (heise online) aus dem Jahr 2018 können Aufnahmen einer Dashcam im Einzelfall bei einem Zivilprozess zugelassen werden – selbst, wenn diese rechtswidrig erstellt wurden. Das Gericht selbst gibt keine klare Vorgabe zur Handhabung der Autokamera, sondern liefert nur Hinweise, was eine datenschutzkonforme Dashcam ausmachen würde.

Zu den Rahmenbedingungen gehört unter anderem, dass die Aufnahmen nur anlassbezogen und nicht permanent erstellt werden dürfen. Transcend wirbt bei der Drivepro 230Q Data Privacy damit, die Autokamera als Sonderedition eigens für den deutschen Markt entwickelt zu haben, um den Datenschutzbestimmungen besser gerecht zu werden. Hierzu kommt etwa eine permanente Loop-Funktion zum Einsatz, auf eine Parküberwachung verzichtet der Hersteller bei dem Modell bewusst. Wir zeigen im Test, was die Dashcam für aktuell knapp 95 Euro anders macht und wie gut sie sich im Vergleich mit anderen Modellen schlägt.

Design

Die quaderförmige Dashcam aus einem Kunststoffgehäuse misst 7 x 6,3 x 3,5 Zentimeter und wiegt knapp 80 Gramm. Damit ist sie um 1,5 Zentimeter breiter und fast 3 Zentimeter höher als etwa die Garmin Dash Cam 67W, aber kompakt im Vergleich zur Nextbase 622GW. Sie nimmt schon etwas mehr Platz ein im Sichtfeld des Fahrers und ist auch von außen gut sichtbar. Alles in allem stört sie aber beim Fahren kaum.

Zur Befestigung an der Windschutzscheibe dient eine Saugnapfhalterung, die der Autokamera beiliegt. Das erlaubt eine einfache Montage. Das Abnehmen der Dashcam ist problemlos möglich und hinterlässt auch keine Rückstände an der Frontscheibe. Allerdings hält der Saugnapf nicht immer fest genug, sodass uns die Kamera während der Fahrt schon ein Mal heruntergefallen ist. Hier ist es wichtig, die entsprechende Stelle an der Frontscheibe vorher gründlich zu reinigen und wieder zu trocknen.

Zwar hält eine Halterung mit Klebefläche wie bei der Garmin Dash Cam 67W deutlich fester, diese ist dafür aber schwerer zu entfernen. Wer der Saugnapfhalterung nicht genug Vertrauen schenkt, kann für die Drivepro 230Q einen Haltearm zum Ankleben an die Windschutzscheibe als Zubehör kaufen.

Transcend Drivepro 230Q Data Privacy

Ausstattung

Zum Lieferumfang der Transcend Drivepro 230Q Data Privacy gehört neben der Saugnapfhalterung ein Stromkabel für den 12-Volt-Anschluss im Pkw und sogar eine Micro-SD-Karte mit 32 GByte Speicherkapazität – das ist nicht selbstverständlich bei anderen Herstellern. Das Kabel ist lang genug, um es hinter dem Rückspiegel entlang der Verkleidung an der Windschutzscheibe zu führen, damit es nicht störend in den Innenraum hängt und sich gegebenenfalls mit der Schaltung verheddert.

Das LC-Display misst 2,4 Zoll in der Diagonale. Zur Standortbestimmung greift die Drivepro 230Q auf GPS und Glonass zurück, ein Bewegungssensor ist ebenfalls vorhanden sowie eine Loop-Funktion. Ein Mikrofon für Tonaufnahmen aus dem Innenraum sowie Lautsprecher für Warntöne gehören ebenfalls zur Ausstattung

Von Haus aus ist die Drivepro 230Q so eingestellt, dass nur maximal zwei Aufnahmen mit einer Länge von 1 Minute erstellt werden. Die beiden Videos werden in Betrieb fortwährend überschrieben. Der Nutzer muss also nichts Weiteres tun. Das ist sehr praktisch. Viele Dashcams anderer Hersteller sind ab Werk so eingestellt, dass sie Videoclips aufzeichnen, bis die Micro-SD-Karte voll ist. Eine Option, dass die Autokamera nur eine Aufnahme erstellt und fortlaufen überschreibt, müssen Nutzer in der Regel erst von Hand auswählen. Nicht so bei Transcend – das ist lobenswert. Zum Filmen von Landschaftsaufnahmen aus dem Auto ist die Drivepro damit aber nicht die erste Wahl.

Wie bei anderen Dashcams üblich, registriert der eingebaute G-Sensor abrupte Bremsmanöver, wie sie vor einem Unfall passieren können. In diesem Fall speichert die Kamera den Videoclip in einem geschützten Bereich ab, damit der Loop diese Aufnahme nicht wieder überschreibt. Über die rote Notfalltaste an der Dashcam sichern Nutzer das laufende Video zudem manuell ab. Mit der Zeit sammeln sich so aber möglicherweise trotzdem einige Aufnahmen an. Wir empfehlen, regelmäßig zu prüfen, welche Clips vorhanden sind und diese zu löschen, wenn sie nicht benötigt werden. Hier wäre eine automatische Löschung nach einem bestimmten Zeitraum hilfreich gewesen.

Für die Kommunikation mit einem Smartphone über die App Drivepro dient eine lokale WLAN-Verbindung über Wifi-5. Der Micro-USB-B-Anschluss an der Kamera unterstützt zudem USB 2.0 für eine Verbindung mit einem PC. Ein Kabel dafür liegt jedoch nicht bei. Die Software, um auf dem PC Aufnahmen der Dashcam anzusehen, heißt Drivepro Toolbox und steht bei Transcend kostenlos zum Download bereit.

Die Kamera verfügt zudem über einen Li-Polymer-Akku. Dieser soll einspringen, wenn bei einem Unfall die Stromversorgung abreißt, damit die Dashcam die Aufnahme noch sichern kann. Für den dauerhaften Betrieb ist der Akku nicht vorgesehen. Nachdem man den Motor abgestellt hat, empfiehlt es sich, das Kabel herauszuziehen. Denn einige Automodelle versorgen die Kamera dann trotzdem weiter mit Storm, was auf Dauer die Autobatterie entladen könnte.

Bedienung

Die Einrichtung der Kamera ist denkbar einfach. Nach der Montage und dem Einstecken in den 12-Volt-Anschluss startet die Dashcam die Aufnahme automatisch, wenn man die Zündung einschaltet. An der Autokamera selbst befinden sich vier Knöpfe zur Bedienung. Der äußerste Schalter auf der linken Seite dient als Power-Button sowie als Zurück-Taste. Der zweite Knopf dient zum Durchsuchen von Dateien der Kamera, als Pfeiltaste sowie zum Abspielen und Pausieren von Aufnahmen. Die dritte Taste öffnet die Einstellungen oder funktioniert als Pfeiltaste für nach unten. Der äußerste Schalter rechts löst einen Schnappschuss aus oder dient als Ok-Taste sowie zum Löschen von Clips.

In den Einstellungen können Nutzer die Uhrzeit und Zeitzone festlegen, die Empfindlichkeit des G-Sensors in drei Stufen anpassen sowie die Auflösung auf 720p herunterschrauben, die Belichtungswerte anpassen oder den Videostempel mit Uhrzeit und GPS-Daten ein- und ausblenden.

Eine optionale Verbindung mit dem Smartphone erfolgt über eine WLAN-Verbindung mittel der App Drivepro. Hierzu lädt man die App aus dem Google Play Store oder Apple App Store. Anschließen drückt man den An/Ausschalter auf der Kamera, bis das WLAN-Symbol erscheint und sucht über die App die Kamera. Hierzu verbindet man das Handy wie mit einem Heimnetzwerk. Das Passwort dafür zeigt die App. Anschließend kann man sich per Handy mit der dem Kamerabild verbinden oder Videoaufzeichnungen ansehen, herunterladen oder löschen. Das klappt wirklich gut.

Sonderfunktionen

Auf eine Parküberwachung verzichtet die Drivepro 230Q Data Privacy aus Gründen des Datenschutzes bewusst. Diese Funktion startet in der Regel eine Aufnahme, wenn das geparkte Fahrzeug eine Erschütterung registriert.

Transcend hat der Autokamera einige Fahrassistenzsysteme spendiert, die optional dazugeschaltet werden können. Dazu gehört etwa eine Scheinwerfererinnerung, die den Fahrer bei Dunkelheit darauf hinweist, wenn das Licht des Pkws nicht eingeschaltet ist. Es gibt zudem einen Ruhepausenalarm, der nach einem vorher bestimmten Zeitraum ab 1 Stunde aktiv wird, um den Fahrer auf eine mögliche Pause hinzuweisen. Ferner gibt es ein Auffahrwarnsystem, wenn man zu geringen Abstand hält zum nächsten Fahrzeug sowie einen Spurhalteassistenten, der sich bemerkbar macht, wenn das Auto von der Fahrbahn abkommt. Es gibt zudem eine Tempolimit-Warnung für eine zuvor einzugebende gewünschte Höchstgeschwindigkeit.

Bildqualität

Die Linse der Dashcam nutzt einen CMOS-Sensor von Sony mit integrierter Wide Dynamic Range (WDR) und zeichnet damit Videos nach H.264-Standard mit einer maximalen Auflösung von 1920 x 1080 Pixel (Full HD) bei 30 fps (Frames pro Sekunde) auf. Der Blickwinkel beträgt 130 Grad. Das ist noch ausreichend, um das Geschehen vor dem Fahrzeug abzudecken. Weniger sollte es aber nicht sein. Dashcams wie die Garmin Dash Cam 67W decken sogar 180 Grad ab, was aber eine leichte Fischaugenoptik zur Folge hat.

Die Videoaufnahmen in Full HD gehen weitgehend in Ordnung, auch wenn die Bildschärfe etwas höher ausfallen könnte und die Aufnahmen leichtes Bildrauschen aufweisen. In etwa entsprechen sie dem Niveau der Garmin Dash Cam Mini 2. Verkehrsteilnehmer sind ausreichend gut zu erkennen, das Ablesen von Kfz-Kennzeichen ist auf größere Entfernung nur schwer möglich. Was für den Datenschutz gut ist, kann wiederum die Aufklärung nach einem Unfall erschweren.

Preis

Mit einem Preis ab knapp über 95 Euro gehört die Transcend Drivepro 230Q zu den günstigeren Dashcams mit GPS, G-Sensor und Loop-Funktion. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist überzeugend.

Als Zubehör gibt es eine Halterung zum Ankleben an der Windschutzscheibe für 11 Euro – diese dürfte deutlich fester sitzen als der Saugnapf, kann aber nicht ohne Weiteres entfernt werden. Es gibt zudem für 16 Euro ein Kabel, um die Dashcam dauerhaft mit der Elektrik des Autos zu koppeln, damit der 12-Volt-Steckplatz frei bleibt.

Fazit

Die Transcend Drivepro 230Q bietet alles, was eine moderne Dashcam braucht und kostet dabei vergleichsweise wenig. Der dauerhafte Loop-Modus sorgt dafür, dass Nutzer nicht versehentlich die Micro-SD-Karte mit Aufnahmen vollmachen, bei dem Persönlichkeitsrechte andere Autofahrer verletzt werden könnten.

Die Sonderfunktionen wie der Spurhalteassistent, Auffahrwarnsystem oder die Scheinwerfererinnerung sind für ältere Autos ohne entsprechende Systeme interessant. Die Einrichtung und Verbindung mit dem Smartphone ist simpel. Schade, dass kein USB-Kabel beiliegt für eine Verbindung mit dem PC. Die Bildschärfe hat zudem etwas Luft nach oben. Alles in allem ist das Paket aber in Bezug auf Ausstattung und Preis überzeugend.

Dashcam Vantrue N5 im Test

Die Vantrue Nexus 5 bietet als Dashcam insgesamt vier Kameras für die Rundum-Überwachung. So viele Linsen hatte noch keine Dashcam aus unseren Tests. Aber überzeugt das Produkt auch?

VORTEILE

  • hohe Auflösung
  • vier unabhängige Kamerabilder
  • Sprachsteuerung
  • Nachtsicht

NACHTEILE

  • aufwendige Montage
  • hoher Preis

Die Vantrue Nexus 5 bietet als Dashcam insgesamt vier Kameras für die Rundum-Überwachung. So viele Linsen hatte noch keine Dashcam aus unseren Tests. Aber überzeugt das Produkt auch?

Der Einbau erscheint zunächst kompliziert: Eine Kamera, noch eine Kamera, beide mit je einem Objektiv für drinnen und draußen, dazu 6 Meter Kabel, dann ein Zigarettenanzünder-Kabel, und das war in einem Nichtraucher-E-Auto ohne Aschenbecher und Auspuff einzubauen, das deshalb auch keinen Zigarettenanzünder mehr besitzt? Und überhaupt, wozu denn vier Objektive?

Gedacht sind die vielen Kameras zur Rundumüberwachung des Fahrzeugs, abgesehen von den Seiten: Kurier- und Taxifahrer können so ihre Fahrzeuge samt Innenraum überwachen, um Überfälle oder Diebstähle zu dokumentieren. Auch ein Baby oder Haustier auf dem Rücksitz kann so überwacht werden und im LKW die Ladung, die ja an Rastplätzen mitunter entwendet wird. Und diese Ansicht von hinten nach vorn könnte auch für Youtuber für die Aufnahme von Testfahrten interessant sein als Alternative zur Montage von normalen Videokameras mit Stativen oder Autohalterungen.

Vantrue Nexus 5 - Bilderstrecke

Design und Montage

Die Nexus 5 besteht aus zwei Teilen: Der größere kommt an die Frontscheibe, ein Zylinder mit 12,6 Zentimeter Länge und 4,2 Zentimeter Durchmesser, Display, zwei Objektiven, Infrarotbeleuchtung, Mikrofon, vier Tasten für Menüeinstellungen, Videoaufzeichnung und -wiedergabe und Wahl des anzuzeigenden Objektivs. Am Anschluss für die GPS-Einheit wird der Zigarettenanzünder-Stecker per USB-C eingestöpselt. Das USB-Kabel zur zweiten, an der Heckscheibe zu montierenden Kamera, steckt man dagegen an die Dashcam selbst. Die Autokamera kann so leicht zum Wechsel der SD-Karte oder deren externen Auslesen abgenommen werden.

Mit GPS-Einheit kommt die Frontkamera auf 243 Gramm, ohne auf 197 Gramm. Es gibt zudem noch eine große, rote Taste, hinter der auch der Speicherkartenslot und ein Reset-Knopf versteckt ist, um die Kamera ein- und auszuschalten, Notfall-Aufnahmen manuell zu starten sowie Screenshots abzuspeichern. Es werden die letzten 10 Sekunden vor einem Crash mit abgespeichert.

Der zweite Zylinder ist nur 8,5 Zentimeter lang und hat 3,2 Zentimeter Durchmesser, neben ebenfalls zwei Objektiven und Infrarotbeleuchtung ist hier nur der USB-C-Anschluss zur Frontkamera zu finden. Er wiegt nur 53 Gramm. Beide Kameras sind unauffällig und schränken kaum das Sichtfeld des Fahrers ein.

Da moderne Autos auch USB-Anschlüsse im Innenraum haben, relativiert sich das Zigarettenanzünder-Problem. Es bleibt aber die Thematik, dass eine dauerhafte Parküberwachung, die mit Bewegungsdetektion übrigens auch Aufnahmen auf das Wesentliche reduzieren kann, nur mit einem Anschluss möglich ist, der auch bei abgeschalteter Zündung noch Strom liefert. Eine kurzfristige Aufnahme bei Erschütterungen (Kollisionserkennung, um Parkrempler zu dokumentieren) ist jedoch möglich – die Kamera hat einen Akku eingebaut.

Allerdings zieht die Vantrue Nexus 5 mit ihren vier Objektiven viel Strom – zu viel für den USB-C-Port des Testfahrzeugs. Sie schaltete nach weniger als einer Minute wieder ab, um kurz darauf erneut hochzufahren und dann wieder abzuschalten, und blieb nur nach Abstecken der hinteren Kamera dauerhaft eingeschaltet. Es ist also einer der vom Hersteller empfohlenen Direktanschlüsse notwendig – sinnvollerweise am Sicherungskasten, nicht wie oft geraten wird, direkt an der Fahrzeugbatterie. Letzteres ist weder sicher noch notwendig; so hoch ist der Strombedarf der Kamera nun auch wieder nicht. Allerdings ist bei E-Autos Vorsicht geboten: Die 12-Volt-Batterie ist hier ja deutlich kleiner und könnte bei längerem Parken doch entladen werden, wenn sie nicht auch im Stand aus der Hochvolt-Batterie nachgeladen wird.

Nur das Kabel von vorn nach hinten zu verlegen, einmal quer durchs Auto unter dem Autohimmel entlang, bleibt knifflig. Das ist das Schicksal aller Dashcams mit Linsen an der Heckscheibe – eine Drahtlos-Übertragung wäre zwar denkbar, doch dann wäre die Frage der Stromversorgung ungelöst. Die Kameras werden selbstklebend befestigt, womit ein häufiger Fahrzeugwechsel nicht so leicht möglich ist, aber dafür hoffentlich auch das plötzliche Lösen in Kurven entfällt, wie man es von mit Saugnäpfen befestigten Modellen kennt. Die Kameras können dank Zwischenfolien dennoch auch wieder von den Scheiben gelöst werden.

Wichtig ist allerdings der richtige Montageort – je nach Auto gibt es diesen auch gar nicht. Vorn sollte man den GPS-Fuß auf der entsprechend mit dunklen Punkten markierten und für Funkwellen durchlässigen Fläche hinter dem Rückspiegel montieren – dann stört die Kamera auch nicht die normale Sicht. Angesichts des Weitwinkelobjektivs kommen dann aber unter Umständen die bewussten dunklen Punkte mit ins Bild. Montiert man den GPS-Fuß dagegen außerhalb der Markierung, ist der GPS-Empfang nicht so gut.

Hinten ist es noch schwieriger: Um im Innenraum ein brauchbares Bild zu erzielen, muss die Kamera möglichst weit oben an der Heckscheibe montiert werden, damit sie überhaupt über Hutablage, hintere Kopfstützen und Kindersitze hinwegblicken kann. Dann allerdings wird das Bild der hinteren Außenkamera bei Designs mit überstehendem Dach stark eingeschränkt und diese kann nur noch auf die Fahrbahn blicken.

Ausstattung und Bildqualität

Das Display mit 3,2 Zoll ist größer als bei anderen Dashcams. Eine Touchfunktion hat es nicht, die aber während der Fahrt ohnehin nicht empfehlenswert ist. Die eingebaute Sprachbedienung ist weit besser geeignet, die Kamera in kritischen Situationen zu aktivieren – allerdings ist sie nur in Englisch, Russisch, Japanisch und Chinesisch möglich. Das Display-Menü ist dagegen auch in Deutsch verfügbar.

Bei einem Unfall springt die Kamera automatisch an – die Empfindlichkeit ist einstellbar, von „stark gebremst“ bis „Crash“ –, und natürlich kann sie auch im Loop aufnehmen. Angesichts der Datenmenge sollte die SD-Karte dazu nicht zu klein sein, da die Karte dann sehr schnell verschleißt. Alle 14 Tage soll man sie ohnehin neu formatieren, bis zu 512 GB sind verwendbar. Der Loop ist auf eine Minute begrenzbar.

Die Hauptkamera bietet 2K-Auflösung (2592 × 1944 Pixel), die anderen drei Linsen Full-HD (1920 × 1080 Pixel). Das ist ausreichend, noch höhere Auflösungen würden bei vier Kanälen zu Speicherproblemen führen. Ein Sony Starvis Bildsensor sorgt bei der Frontkamera für gute Aufnahmequalität; die restlichen Objektive sind einfacher bestückt. Ein Polfilter kann als Zubehör gekauft und auf die Hauptkamera aufgeschraubt werden; auch eine Fernbedienung ist als Zubehör lieferbar, Wi-Fi zur Kommunikation mit der App auf dem Smartphone ist mit 2,4 und 5 GHz verfügbar. Zudem liegt ein USB-Kabel (USB-C auf USB-A) bei, um die Aufzeichnungen zu einem PC überspielen zu können. Warnaufkleber sollten Diebe und Vandalen abschrecken – oder aber darauf hinweisen, die Kamera ebenfalls zu stehlen.

Die Bildqualität überzeugt, der Ton ist aber dumpf, jedoch noch gut verständlich. Die Framerate ist maximal 30 Hertz beschränkt, die Auflösung kann bis auf 720p (Half HD) heruntergefahren werden, um Speicherplatz zu sparen. Niedrigere Frame- und Bitraten sind möglich, um noch mehr Speicherplatz zu sparen und Zeitrafferaufnahmen zu machen. Die Aufzeichnung kann auch mit den in Europa üblichen 50 Hertz Netzfrequenz statt den US-amerikanischen 60 Hertz synchronisiert werden, damit nächtliche Aufnahmen mit Straßenbeleuchtung nicht flimmern. Auch die aktuell gefahrene und per GPS gemessene Geschwindigkeit kann in die Aufzeichnungen eingeblendet werden.

Vantrue Nexus 5 - Bilderstrecke

Die Außenaufnahmen sind auch nachts in Farbe zu erkennen. Innenaufnahmen sind dank Infrarotbeleuchtung auch im Dunkeln möglich, dann natürlich nur in Schwarz-Weiß. Die Belichtung kann nach eigenem Geschmack feinjustiert werden, damit entweder der Himmel blau bleibt und nicht ausbleicht oder auch dunkle Ecken stets erkennbar bleiben.

Interessant ist, dass der erwähnte Stecker für den Zigarettenanzünder nicht nur mit den üblichen 12 Volt funktioniert, sondern auch mit den 24 Volt einer LKW-Stromversorgung. Zudem liefert er noch einen weiteren USB-A-Port mit 5 Volt und 2,4 Ampere.

Preis

Mit einem Listenpreis von knapp 380 Euro und Straßenpreisen ab 280 Euro ist die Vantrue Nexus 5 klar im oberen Preissegment angesiedelt. Dafür bietet sie allerdings eine starke Ausstattung und hohe Bildqualität. Bei Amazon bekommt man derzeit die Dashcam mit vier Linsen mit einem Coupon im Wert von 60 Euro für 310 Euro.

Fazit

Die Vantrue Nexus 5 ist eine gute Wahl, wenn man die Features wirklich alle benötigt. Neu und ein Alleinstellungsmerkmal ist hier die Innenansicht von hinten nach vorn. Will man nur den Raum außen vor dem Fahrzeug aufnehmen, um Unfälle oder unsichere Fahrer zu dokumentieren, reicht ein einfacheres Modell.

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