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Instagram Leaks zu Teen Labs: Wachstum vor Jugendschutz
Geleakte interne Dokumente zeigen, wie Meta Instagram um jeden Preis für Teens attraktiv machen will. Im Wettbewerb mit TikTok wurde die Rückgewinnung von Teenagern zur Chefsache – selbst dort, wo sie in offenem Widerspruch zu öffentlich kommunizierten Versprechungen zum Jugendschutz stand.
Instagram kämpft um die jüngste Zielgruppe – mit allen Mitteln. Neue geleakte Dokumente zeigen, wie offensiv Meta in den vergangenen Jahren daran gearbeitet hat, den Rückgang bei Nutzer:innen und Nutzung durch Teenager:innen umzukehren – auch in einer Phase zunehmender öffentlicher Kritik an Sicherheitsrisiken und laufender Klagen. Recherchen der Washington Post zeichnen ein deutliches Bild: Teen-Wachstum hatte intern oberste Priorität und wurde zur Chefsache. Im Zentrum der Konkurrenz stand TikTok.
Zwischen 2023 und 2025 verfolgte Instagram laut internen Memos das ambitionierte Ziel, spätestens 2027 wieder näher an TikTok heranrücken. Die Realität sah jedoch ernüchternd aus. Interne Daten aus diesem Zeitraum zeigten, dass die täglich aktiven Teenager in Nordamerika und Europa um knapp vier Prozent zurückgingen, die monatlich aktiven sogar um mehr als acht Prozent. Trotz insgesamt wachsender Plattform blieb die junge Zielgruppe auf dem Rückzug.
Wachstum zuerst: Instagrams Gegenstrategie
Um gegenzusteuern, ordnete der Instagram-Chef Adam Mosseri laut den Dokumenten an, das Wachstum bei Teenagern über nahezu alle anderen Ziele zu stellen. Teams analysierten das Verhalten junger Nutzer:innen bis ins Detail, richteten interne „Teen Labs“ ein, verstärke die Investitionen in Reels und überarbeiteten die KI-basierten Empfehlungssysteme, um Trends schneller auszuspielen. Denn Instagram lag laut internen Studien, über die auch die auf Leaks spezialisierte Seite MadBid.com berichtet, bei der Trendadaption oft fünf bis sieben Tage hinter TikTok zurück – ein Wettbewerbsnachteil, den Meta umbedingt abbauen wollte.
Ein zentrales Problem identifizierte Meta früh: Rund 60 Prozent neuer Teen Accounts fügten am ersten Tag keine Freund:innen hinzu. Das erwies sich als entscheidender Faktor für langfristige Nutzung. Die Antwort waren Freundesempfehlungen zu priorisieren, ein früherer Aufbau sozialer Netzwerke und private Interaktionsformate wie Notes. Einzelne Funktionen zeigten Wirkung, intern räumte das Management jedoch ein, dass mehrere vergleichbare Erfolge nötig wären, um den Trend nachhaltig zu drehen.
Bis Mitte 2024 gaben laut internen Umfragen jedoch nur noch etwa 20 Prozent der Nicht-Nutzer:innen an, Instagram überhaupt in Erwägung zu ziehen. Als Hürde nannten viele den Druck, perfekt wirken zu müssen. Vor diesem Hintergrund erscheint Mosseris jüngste Intervention gegen zu inszenierte Inhalte in neuem Licht. Er warb in einem Post für authentische und ungeschönte Inhalte. Bilder und Videos, die nicht perfekt sind, vielleicht sogar unvorteilhaft wirken und erklärte sogar:
The feed of polished square images is dead.
Gleichzeitig verschärfte Meta öffentlich die eigenen Sicherheitsmaßnahmen. Teen Accounts, die es seit September 2025 auch in Deutschland gibt, elterliche Kontrollfunktionen und Inhaltsbeschränkungen sollten Vertrauen schaffen. Intern blieben die zentralen Leistungskennzahlen jedoch auf Wachstum ausgerichtet. Kritiker:innen sprechen von einem strukturellen Zielkonflikt.
„Der Hochglanz-Feed ist tot“:
Instagrams Kurs für 2026
Gen Z um jeden Preis – auch auf Kosten des Jugendschutzes?
Die Leaks machen deutlich, wie groß die Spannung zwischen Regulierung, Schutzversprechen und Wachstumszielen inzwischen ist. Für Meta steht viel auf dem Spiel. Ohne die Gen Z verliert Instagram langfristig an kultureller Relevanz. Es bedarf mindestens algorithmischer Feinschliffe und neuer Social Features, um das Blatt zu wenden. Doch die Ambitionen, junge Nutzer:innen zurückzugewinnen, drohen zentrale Fragen der Sicherheit und des digitalen Wohlbefindens zu überlagern.
Dieser Zielkonflikt dürfte nicht nur Social-Media-Kritiker:innen beschäftigen, sondern vor allem Eltern Sorge bereiten – und womöglich eine politische Debatte, die international an Fahrt gewinnt, verstärken: Die um ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Australien hat bereits ein solches Verbot für unter 16-Jährige beschlossen. In Europa forderten Frankreich, Spanien und Griechenland im Mai 2025 strengere Jugendschutzmaßnahmen, darunter verpflichtende Altersverifikationen auf allen internetfähigen Geräten. Seit Oktober setzt sich auch Dänemark für ein entsprechendes Verbot ein.
In Deutschland zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage aus dem November 2024, dass 57 Prozent der Befragten ein Mindestalter von 16 Jahren für soziale Medien befürworten. Weitere 16 Prozent sprechen sich sogar für eine Altersgrenze von 18 Jahren aus. Mit einem aktuellen Beschluss fordert auch das Europäische Parlament die EU-Kommission auf, einen Gesetzesentwurf vorzulegen. Der Druck auf Plattformen wie Instagram dürfte damit weiter steigen.
Mehrheit der Deutschen ist dafür:
Kommt jetzt das Social-Media-Verbot für Millionen Jugendliche in der EU?
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Mediaqualität bis Influencer: Das sind die Top-Themen für Publisher, Agenturen und Werber 2026
89 Prozent der britischen Expert:innen aus dem digitalen Werbebereich sind überzeugt, dass die Eignung von Influencer:innen und Creator ein entscheidender Faktor bei der Werbung in digitalen Video-Umfeldern sein wird.
Advertiser investieren heuer laut einer IAS-Erhebung verstärkt in digitale Videos und soziale Medien. KI-generierte Inhalte setzen die Werbebranche indes weiter unter Druck.
Digitale Videos, soziale Plattformen und Mobilgeräte prägen die Mediapläne für 2026. Das zeigt der aktuelle „Industry Pulse Report
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„Erstmäääh zu Penny“: Penny macht Filialstürmung durch Schafherde zur genialen Eigen-PR
Sowas passiert nicht alle Tage: Am Montag wurde eine Penny-Filiale im unterfränkischen Burgsinn geradezu überrannt – von 50 Schafen. Der Discounter und seine Social-Media-Agentur Charles & Charlotte reagierten prompt und verwandelten den Vorfall in wahres Marketinggold.
Penny fackelte nicht lange und nutzte die landesweite Aufmerksamkeit für eine Aktion, die den Vorfall humorvoll weiterdrehte: Hans Neubert, Consulting Director bei Charles & Charlotte, organisierte spontan einen kleinen Videodreh mit ein paar Schafen aus seinem Heimatdorf, die genüsslich Obst und Gemüse aus Penny-Papiertüten mampfen. Überschrieben ist der Social-Media-Clip mit „Was danach geschah“ und der Caption „Unboxing vom määähga Wocheneinkauf“. Sowohl bei Instagram als auch bei TikTok tauschte der Discounter zudem sein Profilbild gegen das eines breit grinsenden Schafes aus und wandelte seinen bekannten Claim in der jeweiligen Bio in „Erstmäääh zu Penny“ um. Und auch ein lustiger Meme-Post mit Bildern der dicht gedrängten Schafe im Supermarkt und Sprüchen wie „Deutsche 5 Minuten vor Ladenschluss“ sorgten für viel Lob aus der Community. Die schnelle und clevere Reaktion zahlte sich aus: Auf seinem LinkedIn-Profil schreibt Neubert, dass die Posts zu der vorwitzigen Schafen plattformübergreifend innerhalb von 24 Stunden auf den Penny-Accounts mehr als 3 Millionen organische Views generiert haben. Zusätzlich zu den Online-Maßnahmen verkündete Penny, ein Jahr lang eine Patenschaft für die 50 Ausreißer-Schafe übernehmen zu wollen und sie im Rahmen dessen mit Futter zu versorgen.
Huldigung für den gelungenen Eigen-PR-Stunt gab es aus der Marketingbranche jede Menge, unter anderem von Douglas-Marketingchef Rik Strubel. Dieser postete bei LinkedIn ein KI-generiertes Video, in dem eine Schafherde sich bei dem Kosmetikhändler einen Rundum-Wohlfühltag mit Shopping und Beauty-Behandlung gönnt. An den Charme der Originalgeschichte und der echten Tiere kommt dieser Clip allerdings nicht mal ansatzweise ran.
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WhatsApp-Gruppen bekommen Rollen, Sticker und Erinnerungen
Diese 3 WhatsApp Features sorgen für Übersicht und Kreativität in Gruppen-Chats
Mit den neuen Mitglieder-Tags kannst du dir in jedem Gruppen-Chat eine eigene Rolle geben, zum Beispiel „Annas Papa“, „Kassenwart“ oder „Trainer“. Der Clou ist, dass die Tags gruppenabhängig sind. In einer Gruppe bist du Elternteil, in der nächsten Teammitglied. Gerade dort, wo sich nicht alle persönlich kennen, soll das Orientierung schaffen.
Außerdem können Nutzer:innen jetzt jedes beliebige Wort direkt in einen Sticker verwandeln, indem sie es in die Sticker-Suche eingeben. Die selbst erstellten Text-Sticker lassen sich direkt speichern und später wiederverwenden, ohne sie vorher im Chat posten zu müssen.
Auch die Organisation von Treffen wird einfacher. Wenn du in einem Gruppen-Chat ein Event erstellst, kannst du nun individuelle Erinnerungen für Eingeladene festlegen. Ob Geburtstag, Elternabend oder Video-Call – WhatsApp erinnert automatisch, bevor es losgeht.
WhatsApp stärkt Gruppenfunktionen – Konkurrenz kommt von OpenAI
Die neuen Features reihen sich in eine Serie jüngerer Updates für Gruppen ein. Erst Anfang Januar konnten erste Nutzer:innen ihren Chat-Verlauf mit neuen Gruppenmitgliedern teilen, um endlose Nachfragen zu vermeiden. Hinzu kommen seit einiger Zeit das Teilen großer Dateien bis zu zwei GB, HD-Medien, Sprach-Chats und mehr.
Gleichzeitig wächst der Konkurrenzdruck. Während WhatsApp die eigenen Gruppenfunktionen ausbaut, hat OpenAI im November vergangenen Jahres Gruppen-Chats in ChatGPT weltweit ausgerollt. Auch dort können mehrere Personen gemeinsam chatten und Inhalte bearbeiten, allerdings stärker auf Arbeit und Kollaboration ausgerichtet.
Wie auf WhatsApp:
OpenAI launcht Gruppen-Chats für ChatGPT weltweit

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