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Wärmepumpe und Legionellen: Strategien für hygienisches Warmwasser


Dass Wärmepumpen in den allermeisten Häusern selbst im Bestand den Heizbetrieb kosteneffizient übernehmen können, haben schon sehr viele Deutsche selbst erfahren oder es zumindest aus den vielen Fallbeispielen herausgelesen. Beim Warmwasser sieht es jedoch anders aus. Bei den zum Legionellenschutz empfohlenen Temperaturen von 60 °C schaffen Wärmepumpen noch eine Arbeitszahl von gut 2 – sie sind für diesen Bereich also wesentlich teurer als Gas, Öl oder Pellets. Niedrigere Warmwassertemperaturen sind für den Komfort meistens ausreichend, können aber Probleme mit Keimen verursachen.

Um diese Zwickmühle aufzulösen, gibt es verschiedene technische Ansätze. Sie zielen darauf ab, stehendes Wasser im System zu vermeiden, den fließenden Durchsatz zu maximieren und somit die Warmwassertemperatur absenken zu können, ohne die Infektionsgefahr signifikant zu erhöhen. Hier haben sich die „Frischwasserstation“ und die passive Bauweise als „Hygienespeicher“ schon als Lösungen etabliert, es gibt aber noch andere Ansätze, vor allem in den strenger regulierten Mehrfamilienhäusern. Der typische einfache Warmwasserspeicher ist die schlechteste Lösung, und die gern als Behelf genommene temporäre Erhitzung („Legionellenschaltung“) hat sich in der Praxis als schlimmer als nutzlos herausgestellt.

  • Wärmepumpen arbeiten effizient, wenn der Temperaturhub möglichst klein ausfällt.
  • Deshalb senkt bei optimaler Heizkurve vor allem die Warmwasserbereitung die Jahresarbeitszahl.
  • Niedrigere Warmwassertemperaturen sind aus Komfortsicht meistens möglich, erhöhen aber die Legionellengefahr.
  • Ein guter Kompromiss sind technische Lösungen mit Durchlauferhitzung.

Der Artikel beleuchtet das Problem der Legionellen funktional und statistisch für Ihre bessere Einordnung der Gefahr. Er beschreibt die technischen Lösungsansätze und bewertet Vor- wie Nachteile. Und schließlich geht er kurz auf die strenger regulierte Lage in Mehrfamilienhäusern ein, aus der wir auch fürs Einfamilienhaus etwas lernen können.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Wärmepumpe und Legionellen: Strategien für hygienisches Warmwasser“.
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KI-Rechenzentren: In den USA immer mehr Stromerzeugung ohne Anschluss ans Netz


Die großen Tech-Konzerne in den USA setzen beim Bau der KI-Infrastruktur zunehmend auf Energieerzeugung, die nicht an das Stromnetz angeschlossen ist – mit potenziell weitreichenden Folgen nicht nur für den Umwelt- und den Klimaschutz. Das berichtet die Washington Post und nennt eine ganze Reihe von Projekten, die unter anderem im Auftrag von Meta, OpenAI, Oracle und sogar des Ölkonzerns Chevron entstehen. Meist würden die dabei auf Gaskraftwerke setzen, weil sie als zuverlässiger gelten als Photovoltaik oder Windenergie. Weil die effizientesten Gasturbinen aber lange Lieferzeiten hätten, würden weniger umweltfreundliche eingesetzt. Gleichzeitig sei unklar, was passiere, wenn diese dann für die regelmäßig nötigen Wartungsarbeiten abgeschaltet werden müssen.

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Der Bauboom bei KI-Rechenzentren beunruhigt in den USA schon länger. Wenn es um den immensen Strombedarf ging, wurde bislang aber vor allem darauf verwiesen, dass die Anlagen die Strompreise für alle in die Höhe treiben dürften. Dass derzeit aber ein regelrechtes „Schattennetz“ entsteht, wurde dagegen noch nicht umfangreich thematisiert. Die Washington Post erklärt, dass die geplanten Anlagen den Ausstoß an Treibhausgasen in die Höhe treiben dürften. „Das ist katastrophal für die Klimaziele“, zitiert die Zeitung einen Experten für erneuerbare Energiequellen. Hinzu kommt, dass die teils immensen Kraftwerke teilweise in Gegenden entstehen, wo so etwas nie vorgesehen war und die Bevölkerung damit nicht einverstanden ist.

Um das ganze Ausmaß zu verdeutlichen, verweist die Zeitung auf ein Projekt im US-Bundesstaat West Virginia. Auf dem Monarch Compute Campus sollen Gaskraftwerke entstehen, die anfangs 1,5 Millionen Haushalte mit Strom versorgen könnten – in West Virginia leben insgesamt nur rund 1,8 Millionen Menschen. Wenn die Kapazität später wie geplant vervierfacht wird, wäre das „ein Vielfaches des Stroms, den alle Einwohner und Einwohnerinnen“ des ganzen Bundesstaats benötigen. Im Westen von Texas entsteht derweil ein Komplex aus dutzenden Rechenzentren, die mehr Strom benötigen werden als Chicago. Auch der soll unabhängig vom Stromnetz erzeugt werden. Ähnliche Projekte gibt es demnach in New Mexico, Pennsylvania, Wyoming, Utah, Ohio und Tennessee.

Auch wenn die Kraftwerke nicht ans Stromnetz angeschlossen werden, könnten sie Verbraucherpreise steigen lassen, erklärt die US-Zeitung noch. Sie verweist darauf, dass der Ansturm auf die nötige Technik andere Kraftwerksbetreiber unter Druck setzen könnte. Unterstützt wird der Aufbau demnach durch zahlreiche bundesstaatliche Gesetze, die Auflagen für den Bau von Kraftwerken zurückgefahren haben. Möglich ist aber, dass hier bald ein Umschwung einsetzt. Denn der Widerstand gegen die Rechenzentren wächst und sechs Bundesstaaten haben bereits Gesetze auf den Weg gebracht, um den Bau neuer, riesiger KI-Rechenzentren zu stoppen.


(mho)



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Vorstellung E-Motorrad BBM Hiro: Artenvielfalt am Schnelllader


Elektromotorräder haben sich in Europa bislang noch nicht richtig durchsetzen können, während sie in China und Indien bereits sehr positiv aufgenommen werden. Einen neuen und attraktiven Ansatz liefert die Firma BBM Motorcycles aus Spanien. Dahinter stecken die beiden französischen Brüder Guillaume und Benoit Barras, die bereits Erfahrung im Motorradbau mitbringen, denn sie haben seit 2012 unter dem Label Angry Lane Customs aufsehenerregende Umbauten und Motorrad-Klamotten entworfen. Als Standort wählten sie damals kurioserweise Hongkong.

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E-Reiseenduro_Zero_DSR_X

E-Reiseenduro_Zero_DSR_X

E-Reiseenduro Zero DSR/X

(Bild: 

Alberto Cervetti

)

Vor geraumer Zeit begannen sie sich für das Thema Elektromotorräder zu interessieren, fanden jedoch nichts auf dem Markt, was ihnen für einen Umbau gefallen hätte: zu schwer, zu wenig Reichweite, zu viel Plastik, zu lange Ladezeiten und keine Seele. Das war die Initialzündung für die Hiro. Die beiden Brüder zogen in die Nähe von Bilbao im spanischen Baskenland, wo sich das Automotive Intelligence Center befindet, ein Cluster von Firmen, die im Automotive-Bereich entwickeln.


Die neue Marke BBM Motorcycles will zukünftig das Elektromotorrad Hiro bauen. (Bild:

BBM

)

Die Barras-Brüder wollten verschiedene klassische Stilelemente mit modernem Elektroantrieb verbinden. Auf einer Plattform möchten sie zukünftig vier Modelle anbieten: die Hiro Streetfighter, die Hiro Roadster, die Hiro Café Racer und die Hiro Scrambler. Sie basieren alle auf demselben Stahl-Gitterrohrrahmen, der ein wenig an die erste Ducati Monster erinnert. BBM arbeitet für die Motorentwicklung mit dem erfahrenen belgischen Elektromotorrad-Spezialisten Saroléa zusammen. Als Antrieb dient ein 70 kW starker, flüssiggekühlter Elektromotor mit 150 Nm Drehmoment und einer Dauerleistung nicht über 35 kW, damit sie mit Führerschein A2 gefahren werden darf. Die Hiro soll angeblich 190 km/h Höchstgeschwindigkeit erreichen und von null auf 100 km/h in 3,5 Sekunden beschleunigen.

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Auffallend ist der große Batterieblock mit Rippen, der 12,96 kWh speichert. Er soll laut Hersteller im City-Modus, der nur 34 kW freigibt, bis zu 225 km Reichweite ermöglichen. Im Mix-City-Modus mit 51 kW sollen es 180 km sein, im Explorer-Modus mit 29 kW 170 km und im Sport-Modus mit voller Leistungsfreigabe noch 125 km. Die BBM Hiro arbeitet mit 360 Volt Betriebsspannung und setzt auf schnelles Laden statt auf riesige Reichweiten. Angeblich soll die Lithium-Ionen-Batterie an einem Schnellladeanschluss in nur 15 Minuten auf 80 Prozent kommen. Sollte es sich dabei um die Angabe 10 bis 80 Prozent handeln, müsste in diesem Fenster im Schnitt mit rund 40 kW geladen werden. Das integrierte AC-Ladegerät bietet bis zu 6,6 kW. Wer an einer 230-Volt-Steckdose lädt, muss zwei Stunden und 40 Minuten warten, um 80 Prozent zu erreichen.

Das Gewicht der Streetfighter beziffert BBM auf 200 kg, was relativ leicht für ein Elektromotorrad wäre. Der Schwerpunkt soll sich durch die Positionierung der Batterie tief unten befinden. Offensichtlich wollen die Brüder Barras der Hiro eine gute Handlichkeit mitgeben, darauf deutet auch der Lenkkopfwinkel von 66 Grad hin. Der Elektromotor ist auf dem Schwingendrehpunkt positioniert und der Endantrieb erfolgt per Kette. So bleibt der Kettendurchhang stets gleich, egal, wie weit das Motorrad einfedert. Von welchem Zulieferer die Federelemente stammen, ist nicht kommuniziert, das hintere Feder-Dämpfer-Bein ist direkt an der Aluminium-Schwinge angelenkt. Die Sitzhöhe beziffert BBM mit 790 mm, wobei sie durch die unterschiedlichen Sitzbänke bei den verschiedenen Ausführungen differieren dürfte.


Die Hiro Café Racer nimmt Anleihen an den 1970er Jahren mit Halbschalenverkleidung und Höckersitzbank. (Bild:

BBM

)

Alle vier Versionen der Hiro sollen Drahtspeichenräder den klassischen Look geben. Allerdings haben die Räder unterschiedliche Dimensionen und tragen dem Einsatzgebiet angepasste Reifen, auf den computergenerierten Fotos stammen sie von Michelin. Die Bremszangen stammen von Brembo, das ABS soll abschaltbar sein, dazu kommen Schlupfregelung und einstellbare Rekuperation. Ganz wichtig ist den Barras der CO₂-Fußabdruck, deshalb soll die Verkleidung und die Abdeckungen der Hiro auf Pflanzenbasis entstehen und recycelbar sein.

Die vier Hiros sollen ab Juli 2026 lieferbar sein und der „erwartete Preis“ – wie BBM es ausdrückt – soll 16.900 Euro betragen. Sie kann nur online geordert und konfiguriert werden. Nach der Registrierung sind 100 Euro fällig, die beim Kauf verrechnet werden, um in der Warteschlange zu bleiben.

Mehr über Elektromotorräder


(fpi)



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Laser gegen Drohnen: Deutsches Start-up setzt auf Präzision und Beweglichkeit


Das deutsche Start-up Inleap Photonics hat einen Prototyp seines „Inleap Fastlight Shield“ genannten Systems zur laserbasierten Drohnenabwehr erfolgreich getestet und eine Pre-Seed-Finanzierung bekannt gegeben. Die Finanzierungsrunde erfolgte unter Führung des High-Tech Gründerfonds (HTGF) sowie weiterer Investoren. Zur Höhe der Investition machte das Unternehmen keine Angaben.

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Das Inleap Photonics spezialisierte sich ursprünglich auf industrielle Laser-Anwendungen. Es entwickelte eine Laserstrahlführung, die um ein Vielfaches schneller als bestehende Systeme sein soll und damit Fertigungsprozesse, etwa in der Batteriezellenproduktion, effizienter macht.

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Drohnen hat das Unternehmen sein Portfolio in Richtung Verteidigung erweitert und entwickelt ein System zur laserbasierten Abwehr von Kleindrohnen der Klassen UAS Typ 1 und 2 (UAS steht für „Unmanned Aircraft System“). Diese haben im Ukraine-Krieg eine zentrale Rolle entwickelt, da sie eine permanente Aufklärung des Gefechtsfelds ermöglichen und die Zeit zwischen Zielerfassung und Bekämpfung erheblich verkürzen.

Darüber hinaus stellen diese Kleindrohnen ein wachsendes Risiko für zivile und kritische Infrastruktur dar, da sie kostengünstig verfügbar und mit geringem Aufwand einsetzbar sind. Energieanlagen, Flughäfen oder Industriekomplexe lassen sich aus der Distanz ausspähen oder mit improvisierten Sprengladungen angreifen. Der geringe Preis, die kleine Baugröße und die niedrige Flughöhe erschweren die Abwehr mit konventionellen Mitteln oder machen diese wirtschaftlich ineffizient.

Laserbasierte Systeme gelten als mögliche Alternative, da sie lediglich Strom statt ballistischer Munition verbrauchen, niedrige Kosten pro Abschuss versprechen und sich präzise auf kleine Flugobjekte richten lassen. In dicht bebauten urbanen Räumen könnten sie damit eine Ergänzung zu klassischen Flugabwehrsystemen sein – sofern freie Sicht besteht und das System ausreichend Wirkzeit hat.

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Inleap Photonics wurde 2023 aus dem Laser Zentrum Hannover e. V. heraus gegründet. Das Start-up entwickelt eine Drohnenabwehr auf Basis seiner in der Industrie erprobten Technologie. Deren Kerninnovation liege in einer schnellen und präzisen Laserstrahllenkung mit extrem kleinem Fokusdurchmesser, sagt Mitgründer und CEO Marius Lammers. „Dadurch kann die Wirkung gezielt auf kritische Komponenten einer Drohne konzentriert werden, was sehr kurze Abfangzeiten ermöglicht und gleichzeitig die erforderliche Gesamtleistung reduziert.“


Ein Bild des kastenförmigen Lasersystems Inleap Fastlight Shield

Ein Bild des kastenförmigen Lasersystems Inleap Fastlight Shield

Der Prototyp in voller Größe.

(Bild: Inleap Photonics)

Durch die hohe Energiekonzentration am Zielpunkt liege die erforderliche Laser-Ausgangsleistung bei unter 10 Kilowatt. Konventionelle Laser-Abwehrsysteme gegen Drohnen arbeiten dagegen häufig im Bereich von etwa 50 bis 100 Kilowatt, um ausreichend Energie auf größere Distanzen einzubringen. Die Abwehrdistanz liegt, abhängig von Zielgröße und Umgebungsbedingungen, bei bis zu 3 Kilometern, sagt Lammers. Die Energiekosten pro Abschuss sollen unter einem Euro liegen. Ob sich das System am Ende rechnet, hängt jedoch von den Anschaffungskosten und der Einsatzhäufigkeit ab.

Auch in puncto Größe und Mobilität könnte die Laserabwehr von Inleap Photonics Vorteile bieten, da sie laut Lammers „europalettengroß“ sei und sich damit auch für temporäre Einsatzorte und mobile Schutzszenarien eigne. Für die Zielerfassung setzt das Start-up auf KI-gestützte Schwachstellenerkennung. Die Wirkung erfolge in unter einer Sekunde durch gezielte Bestrahlung. Dieser präzise und kontrollierte Ansatz unterscheidet sich Lammers zufolge von bestehenden Systemen, die häufig flächiger und weniger zielgerichtet wirkten.

Auf seiner Webseite wirbt das Unternehmen mit einer 2.500-fach schnelleren Laserstrahllenkung und einer theoretischen Abwehrleistung von bis zu 300 Drohnen pro Minute. Die tatsächliche Wirksamkeit ist aber auch hier von Sichtbedingungen (Nebel, Rauch, Regen) und einer robusten Zielverfolgung abhängig.

Mit dem Kapital der Pre-Seed-Finanzierung möchte Inleap Photonics seine Infrastruktur ausbauen und den Übergang vom Prototypenbau zur Serienfertigung schaffen, sagt Lammers. Letztere soll nach aktuellen Plänen ab 2027 gewährleistet sein. Der Zeitplan hänge unter anderem von regulatorischen Vorgaben und Anforderungen potenzieller Kunden ab, sagt der CEO. Aus diesem Grund spricht das Start-up bewusst von einem „schrittweisen Markteintritt“.

Laserbasierte Drohnenabwehr wird international bereits erprobt, etwa mit Israels Iron Beam oder dem US-System DE-M-SHORAD. In Europa treiben Konsortien mit Industriepartnern wie Rheinmetall und Leonardo im Projekt TALOS-TWO eine eigene Lösung voran, die allerdings erst gegen Ende des Jahrzehnts verfügbar sein soll. Auch Großbritannien meldete mit DragonFire erfolgreiche Tests, während kommerzielle Anbieter wie EOS bereits Aufträge entgegennehmen.


(tobe)



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