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Allrad plus Autogas für Dacia Duster und Bigster: Hybrid-G 150 4×4
Dacia bietet neben der aktuellen 4×4-Variante „Mild Hybrid 130 4×4“ eine weitere Allradantriebsoption für seine Modelle Duster und Bigster. Im Hybrid-G 150 4×4 kombiniert der Hersteller in bewährter Weise einen Mildhybridantrieb mit 48-Volt-Startergenerator, Akku und einem bedarfsgeregelten Elektromotor an der Hinterachse, inklusive bivalenter LPG-Option.
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Duster und Bigster bieten von ihrer Grundkonstruktion gute Anlagen für eine überlegene Durchsetzungsfähigkeit. Ihre Fahrwerke bieten schon in der 2×4-Konfiguration eine deutlich höhere Bodenfreiheit und eine weiche Federung, Voraussetzung für eine hohe Fahrwerksbeweglichkeit. Mit dem Hybrid-G 150 4×4 verspricht der Hersteller dank zweier 50-Liter-Tanks, einem für Benzin und einem für LPG, eine kombinierte Reichweite von bis zu 1500 Kilometern im WLTP ohne Nachtanken.
Günstig und flexibel
Frontantrieb mit Verbrennungsmotor und elektrifizierter Hinterachse ist eine 4×4-Lösung, wie wir sie künftig im Allrad- und Offroad-Bereich häufiger sehen werden, solange nicht ein ständig mitlaufender Hinterachsantrieb für fahrdynamische Aufgaben benötigt wird. Seine Vorteile sind seine Einfachheit, weil eine schwere und potenziell anfällige mechanische Kraftübertragung von vorn nach hinten wegfällt, sowie eine exzellente Regelbarkeit der zweiten Achse. Letzteres ist möglich, weil statt einer starren Verbindung, die nur mit hohem Aufwand in engen Grenzen auf Drehzahlunterschiede oder verschiedene Drehmomentanforderungen reagieren kann, allein der Elektromotor geregelt werden muss. Damit bestehen höhere Freiheitsgrade sowohl bei der Drehzahl als auch beim Drehmoment. Das ermöglicht unter anderem auch eine Anzahl wählbarer Fahrmodi:
- Auto: automatischer Wechsel zwischen den Modi 4×2 und 4×4
- Eco: auf maximale Effizienz ausgelegt, wechselt bei geringer Traktion in den 4×4-Modus
- Snow: sichereres Fahren im 4×4-Modus auf rutschiger Fahrbahn
- Mud / Sand im 4×4-Modus: bestmögliche Traktion für Fahrten auf losem Untergrund
- Lock: bestmögliche Traktion trotz wechselnder ungünstiger Radlastverteilung durch besonders unebenen Untergrund
- Hill Descent Control: Automatische Steuerung von Lenkung und Geschwindigkeit beim Bergabfahren mit 3 bis 30 km/h
Dacia kombiniert die Anordnungen „P0“ und „P3“, wie Ingenieure die Hybridkonzepte je nach Lage der Elektromaschinen nennen: Vorn arbeitet in Duster oder Bigster 4WD ein 103 kW leistender Mildhybridantrieb aus einem 1,2-Liter-Ottomotor und 48-Volt-Startergenerator. Hinten setzt Dacia einen Elektromotor mit 23 kW ein. Zusammen liefert der Antrieb eine maximale Leistung von 113 kW und eine Kraft von 230 Nm aus dem Verbrennungsmotor und bis zu 87 Nm aus dem Elektromotor. Als Zwischenablage für die erzeugte oder rekuperierte elektrische Energie dient ein 48-V-Lithium-Ionen-Akku mit 0,84 kWh Kapazität.

Dacia Bigster
(Bild: Dacia)
Der Verbrennungsmotor arbeitet mit einem 6-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe, der Elektromotor mit einer Antriebskupplung und einem Zweiganggetriebe. Letzteres kann bei niedrigen Geschwindigkeiten im ersten Gang ein hohes Anfahrdrehmoment auf die Räder bringen. Bei hoher Geschwindigkeit (bis 140 km/h) verhindert der zweite Gang zu hohe Drehzahlen am Elektromotor.
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Wird kein hinterer Antrieb benötigt, wird der Hinterachsantrieb entkoppelt, um mit niedrigeren Reibungsverlusten den Kraftstoffverbrauch zu senken. Dacia gibt für den Duster Hybrid-G 150 4×4 einen kombinierten Gesamt-Benzinverbrauch von 7,3 l/100 km, für den Bigster Hybrid-G 150 4×4 7,2 l/100 km an. Laut Hersteller lädt die Batterie beim Verzögern so effizient, dass Duster und Bigster Hybrid-G 150 4×4 im Stadtverkehr bis zu 60 Prozent der Fahrzeit im rein elektrischen Modus fahren können. Dank der niedrigen LPG-Preise sollen die Betriebskosten im Vergleich zur aktuellen 4×4-Variante, dem Mild Hybrid 130 4×4, um bis zu 30 Prozent und die CO₂-Emissionen um 20 g pro Kilometer verringert werden.
Der Duster kostet als Hybrid-G 150 4×4 mindestens 27.490, der Bigster ist ab 30.690 Euro erhältlich, beide sind bereits bestellbar.
Mehr über die Marke
(fpi)
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Top 10: Die beste Handykamera im Test – Traumfotos mit Vivo, Xiaomi und Huawei
Samsung Galaxy S23 Ultra
Auf den ersten Blick hat sich beim Samsung Galaxy S23 Ultra im Vergleich zum Vorgänger wenig getan, aber die Unterschiede bei Chipsatz, Akku und Kamera sind gewaltig.
- tolles, hochwertiges Design
- hervorragendes Display
- grandiose Kamera
- wahnsinnige Leistung
- endlich wieder ein guter Akku!
- Ladegeschwindigkeit mies
- hoher/höherer Preis
Samsung Galaxy S23 Ultra im Test: Einfach das beste Smartphone
Auf den ersten Blick hat sich beim Samsung Galaxy S23 Ultra im Vergleich zum Vorgänger wenig getan, aber die Unterschiede bei Chipsatz, Akku und Kamera sind gewaltig.
Aber (ohne diesen Testbericht spoilern zu wollen) das neue Samsung Galaxy S23 Ultra ist noch einmal deutlich besser. Dabei sieht das auf den ersten Blick gar nicht so aus, schließlich sind die bedeutendsten Unterschiede scheinbar neue Farben für das aktuelle Modell. Was genau einem Feinschliff unterzogen wurde und warum das S23 Ultra das klar bessere Smartphone ist, erklären wir im Test.
Design
Es wurde bereits angedeutet: Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Vorgänger optisch kaum vom neuen Samsung Galaxy S23 Ultra. Bestenfalls im Detail lassen sich einige wenige Unterschiede ausmachen. Dann ist etwa eine der perfekt integrierten Antennenfugen im Metallrahmen anders platziert oder die nach wie vor einzeln aus dem Gehäuse hervorstehenden Kameralinsen auf der Rückseite fallen jetzt dank dunkler statt chromglänzender Einfassung weniger auf.
Außerdem ist das Display nun an den Seiten einen Hauch weniger stark um die Kante gezogen, allerdings war das schon beim Vorgänger weniger als bei anderen Smartphones der Fall. Insgesamt bietet das Galaxy S23 Ultra nun die perfekte Mischung aus hochwertigem Rund-Design und problemloser Bedienung. Der gute Eindruck, den das Gerät hinterlässt, wenn man es in der Hand hält, ist nach wie vor unerreicht.
Das macht einfach die Mischung aus riesigem, dafür aber – trotz der gleich gebliebenen Ausmaße und den 5 Gramm mehr Gewicht – beinahe noch so etwas wie handlichem und gleichzeitig hochwertigem Gehäuse. Samsung nimmt hier vielleicht keine Alleinstellung ein, denn auch andere Hersteller wie Xiaomi, Oppo, Apple oder Vivo verstehen es, extrem hochwertige Smartphones zu bauen. Doch ein Highlight sind die tolle Verarbeitung und das Design dennoch. Generell war das aber auch beim Galaxy S22 Ultra (Testbericht) schon der Fall.
Stirn- und Fußseite sind wieder flach, sodass das Smartphone mit etwas Geschick aufrecht auf eine gerade Tischplatte gestellt werden kann. Unten integriert der Hersteller darin links den zum Vorgänger identischen Stylus, der auf Druck ein Stück aus dem Aufbewahrungsschacht hervorschnellt und dann gegriffen werden kann. Daneben befindet sich einer der starken Lautsprecher, je ein Mikrofon neben dem mittig platzierten USB-C-3.2-Anschluss sowie der SIM-Einschub für zwei Nano-SIM-Karten. Etwas ungeschickt: Wer den SIM-Schlitten mittels des beigelegten SIM-Tools hervorlocken möchte, sollte dringend aufpassen, nicht das direkt daneben liegende Mikrofon zu erstechen. Die Stirnseite des Smartphones ist da deutlich einfacher: Lediglich eine perfekt in den Rahmen integrierte Antennenfuge sowie eine Mikrofonöffnung sind hier untergebracht.
Die Seiten sind ähnlich aufgebaut: Links gibt es wieder nur eine einzelne Antennenfuge zu sehen, rechts zwei davon, außerdem positioniert Samsung hier den ideal mit dem Daumen erreichbaren Power-Button sowie die darüber installierte Lautstärkewippe. Beide Tasten sitzen fest im Metallrahmen, bieten einen knackigen Druckpunkt und kurzen Tastenhub – einfach perfekt. Auf der Rückseite findet man wieder die einzeln hervorstehenden Kameralinsen. An Anordnung und Positionierung hat sich nichts geändert, aber wegen der bereits erwähnten, dunklen Einfassung der einzelnen Linsen wirkt es so, als stünden sie etwas weniger aus dem Gehäuse hervor. Und während man beim Rest der Rückseite abgesehen von den neuen Farben keinen weiteren Unterschied bemerkt, gibt es doch Änderungen.
Denn das S23 Ultra setzt hier auf das neueste Gorilla Glas Victus 2. Der Hersteller verspricht hierbei eine Verbesserung der Widerstandsfähigkeit auch bei ungünstigen Aufprallwinkeln – also den Winkeln, die grundsätzlich immer im Alltag auftreten (Murphys Law). Ausprobieren wollten wir das bei einem so schicken (und teuren) Smartphone nicht, wir raten grundsätzlich bei Smartphones sicherheitshalber zu entsprechenden Schutzhüllen. Wasser- und staubdicht ist das Samsung Galaxy S23 Ultra weiterhin nach IP68.
Übrigens: Wer über den Stillstand beim Design des Samsung Galaxy S23 Ultra meckert, sollte sich zwei Dinge vor Augen führen. Einerseits machen das andere Hersteller, darunter auch Apple, schon seit Jahren so. Andererseits ist das beim Ultra-Modell nur logisch. Denn während bei der S22-Generation S22 und S22+ mit einem vom S22 Ultra abweichenden (Kamera)Design auftraten, hat Samsung nun beim Samsung Galaxy S23 (Testbericht) und Galaxy S23+ (Testbericht) nachgezogen – sie orientieren sich nun ebenfalls am Ultra. Eine generelle Design-Überarbeitung dürfte dann einheitlich – also für alle drei Modelle – wieder im nächsten Jahr anstehen.
Display
Auch beim Display scheint sich nicht viel geändert zu haben und tatsächlich lassen sich hier im Detail kaum Fortschritte berichten. Das macht aber nichts, denn schon der Screen des Samsung Galaxy S22 Ultra (Testbericht) ist einfach grandios. Erneut verteilen sich auf gewaltigen 6,8 Zoll bis zu 3088 × 1440 Pixel, als Technik setzt Samsung wie gehabt auf AMOLED. Damit erreicht das Panel knackscharfe 500 Pixel pro Zoll (ppi), am sinnvollsten wegen des besten Kompromisses zwischen Darstellungsqualität und Akkulaufzeit dürfte im Alltag aber die erweiterte FHD-Auflösung sein. Deutliche Qualitätseinbußen müssen Interessenten dabei nicht befürchten, auf HD+ würden wir aber nicht heruntergehen.
Samsung bietet beim S23 Ultra wieder eine adaptive Steuerung an, die die Anzahl der dargestellten Bilder pro Sekunde selbstständig zwischen 1 und 120 Bilder pro Sekunde regelt. Das sorgt je nach Darstellungsart bei bewegten Bildern für flüssige Darstellung und bei statischen Inhalten für weniger Stromverbrauch. Wie schon beim S22 Ultra ist durch die ganzen technischen Finessen die Darstellung des S23-Ultra-Screens hervorragend. Das betrifft Farbdarstellung, Kontraste und Schwarzwert ebenso wie die tolle Blickwinkelstabilität und die enorme Helligkeit des Screens. Ablesbarkeit ist selbst im direkten Sonnenlicht kein Thema. Farben, Kontraste und mehr werden zudem automatisch an die Umgebung angepasst – Samsung nennt das Vision Booster.
Beim S23 Ultra soll das OLED-Panel wieder bis zu 1750 cd/m² hell werden, neu ist hingegen der Schutz durch neuestes Gorilla Glas Victus 2. Den Extra-Button in den Anzeigeeinstellungen namens „zusätzliche Helligkeit“, der die Leuchtkraft tatsächlich noch einmal sichtbar erhöht, gibt es auch wieder.
An den Messergebnissen ändert das beim neuen S23 Ultra wenig, wir kommen auch hier wieder „nur“ auf 700 Candela im manuellen, im Automatikmodus steigt die Leuchtkraft auf über 1350 cd/m². Die Differenz dürfte wieder durch das verwendete Messgerät und den Umstand zustande kommen, dass die hohe Herstellerangabe nur bei bestimmten HDR-Inhalten erreicht werden. Wie schon beim S22 Ultra auch hier wieder der Hinweis: Hohe Helligkeit des Screens geht immer zulasten der Akkulaufzeit, doch das macht sich hier grundsätzlich weniger als beim Vorgänger bemerkbar. Genaueres verraten wir zu einem späteren Zeitpunkt im Abschnitt „Akku“.
Das Display des Samsung Galaxy S23 Ultra ist wieder State oft the Art und dürfte mindestens zu den besten Screens am Markt zählen.
Kamera
Auch wenn es sich langsam etwas abnutzt: Bei der Kamera ist das Design wie beim Vorgänger, im Detail gibt es aber große Unterschiede. So setzt Samsung nun für die Hauptkamera auf 200 Megapixel statt zuvor 108 Megapixel, der Rest, also der Weitwinkel mit 12 Megapixel und die beiden Telelinsen mit optischer 3-facher und 10-facher Vergrößerung bieten wieder 10 Megapixel. Zumindest auf dem Papier bleibt die Kamera abgesehen von der Hauptlinse also gleich.
Bei der Frontkamera ist sogar ein Rückschritt zu verzeichnen: Aus den 40 Megapixel des Galaxy S22 Ultra (Testbericht) werden nur noch 12 Megapixel beim neuen Modell. Wer jetzt kopfschüttelnd abwinkt, da mehr Megapixel bei der Hauptkamera ohnehin nichts bringen und die Frontkamera nur noch Mittelklasse-Niveau sein wird, der irrt gewaltig.
Bei einfachen Tageslichtaufnahmen brilliert Samsungs neuestes Flagship wieder mit toller Farbwiedergabe, starkem Weißabgleich, grandioser Bildschärfe und toller Bilddynamik – und dabei sprechen wir von den normalen 12-Megapixel-Aufnahmen in der Voreinstellung. 12? Genau, denn wie beim Vorgänger bleibt Samsung bei 12 Megapixel in der Werkseinstellung und nutzt die noch weiter gestiegene Pixelzahl, um dank Pixel Binning aus 16 Pixeln nun Informationen für ein verbessertes Pixel zusammenzuziehen. Das macht sich vor allem bei weniger Licht positiv bemerkbar.
Gerade Bildschärfe und Detailgrad lassen sich noch weiter anheben, indem man die Pixelzahl nach oben anpasst – zumindest bei gutem Licht funktioniert das und selbst bei Dunkelheit haben wir damit bisweilen gute Ergebnisse erzielt. Nutzer haben dabei die Wahl, Aufnahmen mit 50 Megapixel und einem Pixel-Binning-Verhältnis von 1:4 oder gar 200 Megapixel im Pixel-Verhältnis 1:1 zu erstellen.
Alle Bilder mit der Kamera des Samsung Galaxy S23 Ultra im Test
Das wirkt sich sichtbar positiv auf die Bildschärfe aus, während die Bilddynamik bei gutem Licht erstaunlich wenig zurückgeht. Resultat sind einerseits wesentlich schärfere, detailreichere Bilder, die im Gegenzug statt um 5 MByte (4000 × 3000 Pixel) satte 16 MByte (8160 × 6120 Pixel) und sogar 45 MByte (16.320 × 12.240 Pixel) groß sind. Erstaunlich ist dabei neben der grandiosen Bildschärfe gerade bei 200 Megapixel die Geschwindigkeit, mit der ein solches Bild in den Speicher verschoben wird. Zwar dauert das insgesamt rund 2 Sekunden und vorher kann auch kein neues Bild geknipst werden, allerdings ist der Sucher wieder sofort bereit für ein neues Motiv, sodass kein Unterschied zu kleinen 12-Megapixel-Aufnahmen auffällt. Das ist stark.
Weitwinkel und Telelinsen sind qualitativ ebenfalls auf hohem Niveau, können aber wie immer nicht ganz mit der Hauptkamera mithalten. Das gilt aber nur in der Vergrößerung am PC, im Vollbild und erst recht auf dem Smartphone-Display sehen die Aufnahmen hervorragend aus. Allerdings gibt es ein kleines Problem beim 10-fachen Teleobjektiv. Viele Aufnahmen werden hier zu stark aufgehellt, Kontraste gehen verloren. Bei Aufnahmen in dunkler Umgebung ist der Weißabgleich hingegen viel zu warm. Hier sollte Samsung noch mal nacharbeiten.
Zwei Highlights wollen wir im Vergleich zum Samsung Galaxy S22 Ultra herausstellen: Nachtaufnahmen und Digitalzoom. Nachtaufnahmen zeigen jetzt noch weniger Bildrauschen, für Freihandaufnahmen sind entsprechende Bilder richtig gut. Grundsätzlich sieht die Kamera wie bei den meisten Smartphones mehr als das menschliche Auge – die „hellen“, blauen Bereiche der Nachtaufnahmen in der Bilderstrecke sind für den Autor komplett schwarz gewesen.
Wer bei Nachtaufnahmen nicht hineinzoomt, wird mit erstaunlich klaren Aufnahmen belohnt. Erst in der Vergrößerung wird klar, dass es sich doch „nur“ um eine Smartphone-Kamera handelt. Eine eindeutige Aussage, ob das nun die beste Lowlight-Performance in einem Smartphone ist, fällt ohne direkten Vergleich zur Konkurrenz schwer. Zu den besten am Markt gehört das S23 Ultra bei Nachtaufnahmen aber definitiv. Astrofotografie im sogenannten ExpertRAW-Mode reichen wir nach.
Eine andere Verbesserung bietet der Digitalzoom. Selbst, wenn entsprechend herangeholte Motive auf dem Sucher noch nicht gut aussehen, so sind sie nach der automatischen Nachbearbeitung selbst mit 30-fachem Zoom noch erstaunlich detailliert. Das ist allerdings auch stark vom Motiv abhängig. Bisweilen kommen Aufnahmen mit 30-fach-Digitalzoom heraus, bei denen man ohne weiteres Hineinzoomen glauben könnte, nah am Motiv gestanden zu haben. Den 100-fachen Zoom sollte man allerdings wie schon zuvor als Marketing Gag ignorieren.
Grund für die Verbesserungen: Samsung hat generell stark an Software und Hardware gearbeitet. So bietet der eingebaute Chipsatz von Qualcomm, der Snapdragon 8 Gen 2, offenbar einen deutlich besseren Chip zur Bildverarbeitung als der Exynos 2200 des Vorgänger-Ultra. Zudem stabilisieren die optischen Bildstabilisatoren des S23 Ultra Bewegungen nun bis zu 3 Grad statt zuvor 1,5 Grad und die Hauptkamera bietet mit jetzt f/1.7 die lichtstärkere Blende. Das alles sorgt zusammengenommen für noch bessere Bildqualität, vor allem bei schwachem Licht.
Das wirkt sich auch auf Selfies und Videos aus. Selfies wirken trotz geringerer Auflösung insgesamt natürlicher und schärfer, auch die Dynamik wurde verbessert. Videos sind von jeher ein Feld, auf dem Samsung gute Leistungen liefert. Egal, ob Schärfe, Stabilisierung, Sound oder Bildrate – das Galaxy S23 Ultra brilliert auch bei Bewegtbildern. Zudem bietet das Modell erstmals 8K-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde. Wir raten zwar immer noch zu 4K/60, aber 30 statt 24 Bilder pro Sekunde sind immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.
Letztlich sind wir von der Kamera weitestgehend begeistert. Ob die Konkurrenz hier mithalten kann, muss sich im Laufe des Jahres erst noch zeigen.
Ausstattung
Bei der Kamera klang es schon an: Samsung setzt 2023 und für die S23-Reihe endlich auch in Europa ausschließlich auf Qualcomm als Chip-Partner. Entsprechend steckt nun weltweit der Snapdragon 8 Gen 2 im Inneren des Top-Smartphones, der als „for Galaxy“-Version sogar noch etwas höher als in der Grundversion getaktet ist. Der Nachfolger der ersten Generation bietet einen Hauptkern (Kryo Prime) mit 3,2 GHz, 4x 2,8 GHz (Kryo Gold) und 3x 2 GHz (Kryo Silver). Als GPU löst die neue Adreno 740 mit moderaten Verbesserungen die Adreno 730 aus dem Chip der ersten Generation ab. In der Kombination mit 8 oder 12 GByte RAM sorgt das für überragende Leistung in Benchmarks, aber auch im Alltag.
16.100 Punkte sind es etwa in PCmark Work 3.0, das sind knapp 3000 Punkte mehr als beim S22 Ultra. Mit satten 3800 Punkten in 3Dmark Wild Life Extreme führt das S23 Ultra sogar die Liste aller Android-Smartphones an. Dass sich diese rohe Leistung des Chipsatzes auch im Alltag positiv bemerkbar macht, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, war es aber im vergangenen Jahr beim S22 Ultra nicht. Dort kam es in der ersten Zeit immer wieder zu Mikrorucklern und kurzen Haklern, die von mangelnder Software-Anpassung erzählten. Später bekam Samsung das in der Tat mittels Patches in den Griff.
Beim neuen Samsung Galaxy S23 Ultra ist das anders, hier läuft alles von Beginn an flüssig. Dabei ist es egal, wie man das Stift-Modell fordert. Spiele, Benchmarks, Bildbearbeitung? Da scheint das Gerät nur müde zu lächeln. Ja, es gibt dabei eine minimale, punktuelle Erwärmung auf der Rückseite, die bei Dauerbelastung auch etwas zunimmt. Aber die Hitzeprobleme, die manche Snapdragon-Chipsätze in der Vergangenheit hatten, findet man im Samsung-Smartphone nicht.
Beim Starten von Apps ist das Smartphone gefühlt so schnell wie kein anderes. Ein Grund dafür dürfte der neue UFS-4.0-Speicher sein, der in allen S23-Modellen ab einer Speichergröße von 256 GByte steckt. UFS 4.0 kann rund doppelt so schnell wie UFS 3.1 sein. Apropos Speicher: Die Version mit 128 GByte wie beim Vorgänger gibt es nicht mehr, das relativiert auch den gestiegenen Preis des Modells etwas. Denn mit 256 GByte kostete der Vorgänger mit 1349 Euro auch „nur“ 50 Euro weniger als das neue Modell. Wer 512/12 GByte oder gar 1024/12 GByte Speicher will, muss mit 1579 und 1819 Euro noch einmal deutlich tiefer in die Tasche greifen. In der Vorbestellphase, die bis zum 16. Februar geht, erhalten Käufer, die direkt bei Samsung bestellen, die Modelle mit 512/12 und 1024/12 GByte zum Preis der jeweils kleineren Speicherversion.
8 GByte oder 12 GByte RAM hin oder her: Das S23 Ultra ist schnell, einfach in allen Situationen. Die restliche Hardware steht dem in nichts nach. So kommen Bluetooth 5.3, USB-C 3.2, Wi-Fi 6E, NFC und UWB zum Einsatz, 5G natürlich ohnehin. Den hochauflösenden Audiocodec aptx HD aufzunehmen, weigert sich Samsung aber weiterhin. Der Fingerabdrucksensor verrichtet seine Arbeit ebenfalls vorbildlich und an die Stereolautsprecher hat Samsung offenbar auch noch mal Hand angelegt. Denn die klingen noch etwas voller als beim ohnehin schon ausgezeichneten Vorgänger. Weitere Einblicke in die Ausstattung des Samsung Galaxy S23 Ultra gibt unsere Tabelle.
Bei der Software zeigt sich Samsung schon seit Jahren vorbildlich, das Update-Versprechen von vier Jahren für Versions- und fünf Jahren für Sicherheits-Updates steht natürlich auch für das Galaxy S23 Ultra. Der Hersteller sattelt dabei auf Android 13 auf und stülpt seine OneUI in Version 5.1 über. Die hat sich im Vergleich zum Vorgänger nur wenig geändert, aber auch hier gibt es ein paar interessante Neuerungen.
So dürfen Nutzer jetzt auf sogenannte Bixby-Routinen zurückgreifen, um den Alltag zu vereinfachen. Das Smartphone schlägt dabei Routinen vor, alternativ dürfen sie Nutzer auch manuell anstoßen. Das funktioniert wie bei Smart-Home-Steuerungen, also wie zuvor bei Samsung Smart Things (Testbericht): Der Nutzer wählt einen Auslöser und bestimmt dann, was das Smartphone anschließend tun soll. Damit lässt sich dann etwa der Blaufilter des Displays sowie der Nachtmodus ein- und der Ton des Smartphones ausschalten, wenn man ins Bett geht. Oder generell bei nur noch einem Balken WLAN-Empfang umschalten auf mobile Daten. Oder schon bei 50 Prozent Akku der Energiesparmodus einschalten. Das bietet zahllose neue Individualisierungsmöglichkeiten, wo Nutzer früher auf gezielte Umsetzung durch den Hersteller angewiesen waren.
Zudem soll sich der Sprachassistent Bixby weiter verbessert haben und nun sogar Anrufe per Textnachricht beantworten können. Diese Funktionen werden wir in den nächsten Tagen weiter ausprobieren und den Test dann hier aktualisieren.
Akku
Und schon wieder: Beim Akku bleibt mit Blick ins Datenblatt alles beim Alten. Denn wie beim Vorgänger sind erneut 5000 mAh in das schicke Gehäuse eingebaut. Aber auch hier täuscht das Datenblatt. Denn Samsung holt beim neuen S23 Ultra dank effizienterem Chipsatz und besserer Software-Anpassung deutlich mehr als beim Vorgänger raus.
So liefert der Battery Test von PCmark bei einer festen Helligkeitseinstellung des Displays von 200 cd/m² von 80 bis 20 Prozent Akku satte 3,5 Stunden oder rund ein Drittel längere Laufzeit als beim Galaxy S22 Ultra (Testbericht) raus – das ist mit 13 Stunden eine ganze Menge! Endlich fühlt sich der Akku des Spitzenphones nicht mehr wie die Achilles-Ferse eines tollen Smartphones an. Im Test zeigte sich das Stift-Modell im harten Testalltag spürbar stärker als der Vorgänger, sodass wir als erstes Fazit zum Thema Ausdauer hier gute Noten vergeben können. Gegebenenfalls reichen wir an dieser Stelle nach einigen Tagen noch weitere Erfahrungen nach.
Bei aller Arbeit, die Samsung offensichtlich in das Galaxy S23 Ultra gesteckt hat, wurde die Ladegeschwindigkeit offenbar komplett vergessen. Sie liegt per Kabel erneut bei mageren 45 Watt, die Konkurrenz ist inzwischen jenseits von 150 Watt angekommen. Und auch beim Thema Lieferumfang beharrt Samsung störrisch auf seiner Ansicht: Gibt es nicht, soll sich der Nutzer gefälligst selbst kaufen – aus Umweltgründen, versteht sich. Diese Begründung scheint selbst die PR von Samsung nicht zu glauben, denn wie im Vorjahr schickt die an Journalisten separat ein Ladegerät (15 Watt!?) sowie ein Kabel mit USB-A zu USB-C – gerade Profis sollten das aber im Gegensatz zu Privatkäufern doch wohl ohnehin zur Verfügung haben?
Eine volle Ladung dauert bei maximal 45 Watt selbst mit einem stärkeren Ladegerät immer noch rund 1 Stunde und mit 15 Watt per Induktion etwa 1,5 Stunden. Andere Smartphones sind bereits nach 20 Minuten und weniger voll. Das ist ein Thema, das Samsung auf jeden Fall als Nächstes auf der Agenda haben sollte!
Preis
Das Samsung Galaxy S23 Ultra gibt es in drei Speicherkonfigurationen und vier Farben: 8/256 GByte, 12/512 GByte und 12/1024 GByte sowie Schwarz, Grün, Lavendel und Cream. Die UVPs beginnen je nach Speicher bei 1399 Euro und gehen über 1579 bis zu 1819 Euro. Die günstigsten Straßenpreise für 256 GByte liegen aktuell bei 1250 Euro, 512 GByte bekommt man bereits für 1279 Euro.
Das Samsung Galaxy S23 Ultra mit 512 GByte können Interessenten für 399 Euro Zuzahlung in Verbindung mit dem Tarif Vodafone Smart XL (145 GByte) für 64,99 Euro monatlich bei Gomibo bestellen. Wer sein altes Gerät eintauscht, bekommt zusätzlich einen Rabatt von 180 Euro.
Fazit
Selten ist die Qualität eines Smartphones so viel besser, als das Datenblatt (im Vergleich zum Vorgänger) vermuten lässt. Samsung hat einfach an etlichen Stellen die richtigen Stellschrauben angezogen, sodass aus dem ohnehin schon guten Galaxy S22 Ultra ein noch einmal deutlich besseres Gerät geworden ist. Da fällt es fast schon schwer, trotz fast gleichem Aussehen nur von Evolution zu sprechen.
Fassen wir zusammen: Das Design ist wie die generelle Verarbeitungsqualität überragend, das Display genauso grandios wie schon zuvor. Die Kamera ist gerade bei wenig Licht und auch beim Digitalzoom noch besser geworden, manche Aufnahmen damit sind wirklich beeindruckend. Hinzu kommt der deutliche Leistungszuwachs des Snapdragon 8 Gen 2 im Vergleich zum Exynos 2200 gepaart mit mehr Effizienz. Das schlägt sich nicht nur auf die Alltagsnutzung nieder, bei der das S23 Ultra ausnahmslos rasend schnell und souverän wirkt, sondern auch auf die Akkulaufzeit. Die ist nämlich im Jahr 2023 nicht mehr einfach nur mittelmäßig, sondern gut.
Als Wermutstropfen bleiben in unseren Augen nur die lahme Ladegeschwindigkeit und der gestiegene Preis im Vergleich zum Vorgänger. In unseren Augen ist das Samsung Galaxy S23 Ultra derzeit das (nahezu) perfekte Smartphone.
Wer eine handliche Alternative sucht, sollte sich das Samsung Galaxy S23 (Testbericht) näher ansehen. Es bietet eine fast identische Leistung, bietet aber weniger Speicher und nur eine Telelinse.
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Artemis II: NASA-Livestream zur historischen Mondumrundung ab 19 Uhr
Die vier Astronauten der Artemis-II-Mission erreichen am heutigen Sonntag den Höhepunkt ihres Flugs: Am Abend (deutscher Zeit) wird die Mondumrundung beginnen – es ist das erste Mal seit Apollo 17 im Jahr 1972, dass Menschen dem Erdtrabanten so nah kommen.
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Zahlreiche Livestreams
Wie die NASA auf ihrer Website mitteilt, beginnt der offizielle Livestream zur Mondumrundung bereits um 19 Uhr deutscher Zeit. Die Übertragung läuft kostenlos über den NASA-YouTube-Kanal, die hauseigene Plattform NASA+ sowie über Drittanbieter wie Netflix, Amazon Prime und Roku. US-Zuschauer können auch den Disney-Streamingdienst Hulu nutzen.
Zudem werden Livestreams auf den Plattformen Facebook, Twitch und X angeboten. Die NASA zeigt bei der Übertragung Live-Bilder aus der Orion-Kapsel, Visualisierungen der Flugbahn und Einblicke aus dem Mission Control Center, der Leitstelle für die Mission auf der Erde.
Bisher sieht der Zeitplan es vor, dass die Besatzung um 19:56 Uhr einen ersten Weltrekord bricht: Sie wird sich dann in der weitesten Entfernung befinden, in der ein Mensch jemals zur Erde war.
Der vorläufige Zeitplan
Orion trat am frühen Morgen deutscher Zeit in die gravitatorische Einflusssphäre des Mondes ein. Um 20:10 Uhr soll die Crew auch den bisherigen Entfernungsrekord von Apollo 13 brechen: Statt 400.171 Kilometer soll Orion mit etwa 406.772 km ihre größte Distanz zur Erde erreichen. Um 20:45 Uhr soll die Mondobservation beginnen. Später um 00.44 Uhr wird der Funkkontakt mit Artemis II erwartungsgemäß für rund 40 Minuten abreißen, wenn sich die Kapsel hinter dem Mond befindet. Die Mondumrundung selbst dauert rund 7 Stunden. Der von der NASA bekanntgegebene Zeitplan ist nur vorläufig und kann im Laufe des Fluges abweichen.
An Bord befinden sich NASA-Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover, Missionsspezialistin Christina Koch sowie Jeremy Hansen von der kanadischen Raumfahrtagentur CSA. Die Crew war am 2. April um 00:35 Uhr deutscher Zeit vom Kennedy Space Center in Florida mit der SLS-Rakete (Space Launch System) gestartet. Die gesamte Mission dauert rund zehn Tage; Orion fliegt auf einer sogenannten Figure-8-Bahn um den Mond und wieder zurück zur Erde.
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Testflug für künftige Mondlandungen
Artemis II ist als Testflug konzipiert, eine Mondlandung ist nicht vorgesehen. Die Mission soll die Systeme von SLS und Orion unter realen Bedingungen mit Besatzung validieren. Die Ergebnisse fließen direkt in die Planung von Artemis III ein, bei der erstmals seit über 50 Jahren wieder Menschen auf dem Mond landen sollen. Langfristiges Ziel des Artemis-Programms ist eine nachhaltige Präsenz auf dem Mond als Vorbereitung für bemannte Mars-Missionen.
Unser Liveticker zur Artemis-Mission:
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Edifier ES20 im Test: Mini-Bluetooth-Lautsprecher für 30 € besser als JBL Go 4
Edifier schickt mit dem ES20 einen Mini-Bluetooth-Lautsprecher ins Rennen, der im selben Preissegment wie der JBL Go 4 spielt – aber besser klingt und länger läuft.
Mini-Bluetooth-Lautsprecher liegen im Trend: Klein, leicht und günstig sollen sie großen Klang zum kleinen Preis liefern. Platzhirsche wie JBL haben sich mit dem Go 4 in Stellung gebracht, der mit rund 40 Euro zu den Tipps für Sparfüchse zählt. Mit dem ES20 hat die chinesische Konkurrenz einen Brüllwürfel am Start, der für dieselbe Summe (aktuell bei Joybuy gar nur 30 Euro) um die Gunst der Hörerschaft buhlt. Ob sich der Kauf lohnt oder Musikfans lieber zur Konkurrenz greifen sollten, finden wir in unserem Test heraus.
Design und Verarbeitung des Edifier ES20
Mit dem ES20 setzt Edifier auf ein elegantes, schlichtes Retro-Design, das an den mehr als doppelt so teuren Marshall Willen II erinnert. Der Mini-Lautsprecher ähnelt optisch einem klassischen Speaker aus den frühen HiFi-Jahren. In der oberen rechten Ecke der Vorderseite prangt eine dezente Metallplakette mit dem Edifier-Logo. Mit Maßen von 90,4 × 93,7 × 49,7 mm ist der ES20 ähnlich groß wie der JBL Go 4, wiegt mit 326 g aber 136 g mehr als das Konkurrenzmodell.
Das Gehäuse besteht aus Kunststoff mit Lederoptik, die Front hat Edifier mit einem massiven Metallgitter versehen. Insgesamt macht der Lautsprecher einen wertigen und robusten Eindruck – anders als die beiliegende Trageschlaufe, die ruhig etwas weniger filigran hätte ausfallen dürfen. Etwas unschön: Auf der Rückseite prangt ein Schild mit Modellnummer und CE-Kennzeichnung.
Eine große Farbauswahl bietet der ES20 nicht: Edifier verkauft den Speaker lediglich in Schwarz und Weiß. Andere Varianten könnten wir uns beim klassischen Design aber ehrlich gesagt auch nicht vorstellen.
Wie der JBL Go 4 ist auch der ES20 nach IP67 zertifiziert. Der Lautsprecher übersteht also das Eintauchen in einem Meter Wassertiefe für bis zu 30 Minuten, ohne Schaden zu nehmen. Staubdicht ist das Gehäuse ebenfalls.
Wie gut klingt der Edifier ES20?
Beim direkten Leistungsvergleich hat der ES20 gegenüber dem JBL Go 4 die Nase vorn: Statt 4,2 Watt schafft er 6 Watt, auch wenn er damit noch deutlich hinter dem Teufel Boomster Go und dem Marshall Willen II zurückliegt – die dafür aber auch spürbar teurer sind. Beim Frequenzbereich zieht der ES20 allerdings den Kürzeren: 93 Hz bis 19 kHz sind ein etwas enttäuschender Wert, zumal der JBL Go 4 90 Hz bis 20 kHz bietet.
Doch die besten Werte auf dem Papier nützen nichts, wenn der tatsächliche Klang enttäuscht. Wie sieht es also in der Praxis aus? Aufgrund der gleichen Preisklasse und ähnlichen Spezifikationen haben wir den ES20 im direkten Soundduell gegen den JBL Go 4 antreten lassen. Das Ergebnis ist eindeutig.
In unserem Test des JBL Go 4 hatten wir kritisiert, dass bei Phil Collins‘ In The Air Tonight der Sound matschig und dumpf klang, mit kratzigen und verzerrten Höhen. Der ES20 macht erstaunlicherweise einen besseren Job: Die Höhen sind klarer, der Bass wirkt weniger verwaschen. Auch bei hoher Lautstärke geht der Klang noch in Ordnung, auch wenn man in dieser Preisklasse keine Höhenflüge erwarten darf. Lediglich bei den Beats ab Minute 3:30 kommt der Edifier an seine Grenzen und liefert ein schrilles, unangenehmes Klangbild.
Bachs Cello-Suite Nr. 1 in G-Dur macht den Unterschied noch deutlicher, denn auch hier ist der ES20 der JBL-Konkurrenz überlegen. Klingt das Cello beim Go 4 erneut verwaschen und dumpf, wirkt der Sound beim ES20 klarer und sauberer.
Dasselbe Bild ergibt sich bei gesprochenen Inhalten: Der JBL Go 4 wirkt ein wenig, als hätte man ihn mit einem Kissen gedämpft, während Podcasts und Hörbücher beim ES20 klarer, auf hoher Lautstärke aber fast schon zu schrill klingen. Insgesamt würden wir den ES20 klar bevorzugen, wenn es rein um den Klang geht.
Was die Codecs anbelangt, gibt es zwischen beiden Speakern keinen Unterschied: Beide unterstützen lediglich den Standard-Codec SBC. Einen AUX-Eingang bietet der ES20 nicht, dafür aber ein eingebautes MEMS-Mikrofon mit Noise-Cancelling. Dadurch eignet sich der Edifier ES20 auch als Freisprecheinrichtung fürs Smartphone.
Bedienung und App des Edifier ES20
Anders als JBL setzt Edifier beim Bedienpanel auf betont schlichtes Design. Vier schmale Tasten an der Oberseite des Gehäuses dienen zum Einschalten sowie zur Steuerung von Wiedergabe und Lautstärke. Eine separate Taste steuert die Beleuchtungsleiste auf der Rückseite, die mit variablen Farben und fünf Effekten für Atmosphäre sorgen soll.
Leider fehlt dem Bedienpanel eine eigene Beleuchtung. Weil die Tasten zudem kaum hervorgehoben sind, lassen sie sich nur schwer ertasten – die Bedienung im Dunkeln wird dadurch erschwert. Immerhin informieren fünf kleine LEDs über den Ladestand des Akkus, ein nützliches Feature.
Der ES20 ist mit der Edifier ConneX App kompatibel (Google Play Store und App Store). Nach dem Download sucht die App direkt nach Geräten in der Nähe und koppelt den ES20 innerhalb weniger Sekunden. Wer möchte, kann außerdem gleich das aktuelle Firmware-Update aufspielen.
Die App bietet alle Steuerungsmöglichkeiten des Bedienpanels und erweitert sie um vier Soundmodi: Musik, Games, Film und Outdoor. Damit lässt sich der Klang an die jeweilige Situation anpassen.
Auch die Lichteffekte lassen sich über die App steuern, wobei sich die Farben sehr präzise einstellen lassen. Praktisch: Eine automatische Abschaltfunktion bietet sechs Zeitintervalle zwischen 10 Minuten und 1,5 Stunden.
Der Akku des Edifier ES20
Der ES20 bringt über 100 g mehr auf die Waage als der JBL Go 4 – ein Blick auf die Akkulaufzeit verrät, warum. Während der JBL-Speaker nur sieben Stunden im Standard-Modus durchhält, schafft der ES20 satte 15 Stunden bei 50 Prozent Lautstärke. Deaktiviert man die LED-Beleuchtung, reicht der Akku bei 80 Prozent Lautstärke noch für knapp 10 Stunden. Die Ladedauer über das beiliegende USB-C-Kabel liegt bei etwa zwei Stunden.
Die Ladestandsanzeige in Form von fünf LEDs an der Oberseite ist zusammen mit der hohen Akkulaufzeit ein echter Pluspunkt, der in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist.
Was kostet der Edifier ES20?
Der Edifier ES20 kostet laut UVP genauso viel wie der JBL Go 4: knapp 40 Euro. Aktuell ist die schwarze Variante sogar für 30 Euro (Joybuy) erhältlich.
Fazit
Wenn wir uns zwischen dem JBL Go 4 und dem Edifier ES20 entscheiden müssten – beide sind zum vergleichabren Preis am Markt –, fällt das Urteil klar aus: Der ES20 bietet das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Klangqualität ist höher, der Akku leistungsfähiger, und eine Freisprechfunktion bringt nur der ES20 mit.
Etwas schade: Die Edifier ConneX App bietet keinen richtigen Equalizer, sondern lediglich vorgefertigte Soundprofile. Auch die Trageschlaufe wirkt nicht hochwertig und das Bedienpanel hätte eine eigene Beleuchtung oder zumindest eine deutlich abgehobene Haptik gebrauchen können.
Als Alternativen bieten sich der noch günstigere JLab Pop Party an, bei dem Nutzer allerdings auf eine IP67-Zertifizierung verzichten müssen. Wer mehr Budget hat, sollte sich den Teufel Boomster Go oder den Marshall Willen II anschauen, die vor allem klanglich überzeugen.
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