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Agentic Web: Verlieren Websites mit WebMCP ihre Sichtbarkeit?
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht mehr nur, wie Inhalte gefunden werden. Es geht darum, über welche technischen Wege Agents künftig überhaupt darauf zugreifen.
Strukturierte APIs statt klassischer Website-Navigation
Heute arbeiten KI-Agents meist wie Nutzer:innen. Sie scrollen, analysieren Seitenstrukturen oder interpretieren Inhalte visuell. WebMCP soll diesen Umweg verkürzen. Websites können künftig selbst festlegen, welche Aktionen ein Agent ausführen darf. Google beschreibt das als direkte Verbindung zwischen Website und Agent Workflow.
Technisch basiert WebMCP auf zwei APIs. Eine Variante deckt Standardaktionen ab, etwa Formulare oder einfache Abläufe. Die zweite ermöglicht komplexere Funktionen über JavaScript. Ein Onlineshop könnte zum Beispiel eine Produktsuche bereitstellen, die ein Agent direkt ansteuert. Ohne solche Schnittstellen müsste die KI weiterhin klicken, filtern und interpretieren. Einordnungen, etwa bei Search Engine Land, ziehen Parallelen zu Structured Data, sehen aber deutlich größere Auswirkungen, weil Agents nicht nur Inhalte lesen, sondern zusätzlich auch handeln. Google nennt mehrere Szenarien, die zeigen sollen, wie strukturierte Agent-Interaktionen aussehen könnten:
- Reisen: Agents durchsuchen Flugdaten, filtern Ergebnisse und führen Buchungen direkt aus.
- Kund:innen-Support: Support Tickets werden automatisch mit technischen Details erstellt.
- E-Commerce: Produkte werden gefunden, Optionen konfiguriert und Check-outs präzise gesteuert.
WebMCP soll vor allem eines erreichen: weniger Interface-Interaktion und mehr strukturierte Kommunikation. Entwickler:innen können bestehende HTML-Formulare erweitern oder neue Funktionen definieren, die direkt im Browser ausgeführt werden. Ein einzelner Tool Call könnte damit viele einzelne Browser-Aktionen ersetzen. Statt Filtermenüs zu klicken oder Ergebnisseiten zu scrollen, erhält ein Agent strukturierte Daten zurück.
Befürworter:innen sehen darin vor allem Effizienz. Prozesse könnten schneller laufen, weniger Rechenleistung benötigen und stabiler funktionieren. Chrome-Entwickler:innen beschreiben drei entscheidende Vorteile:
- Kontext: Der Agent versteht die aktuelle Nutzersituation.
- Fähigkeiten: Websites definieren klar, welche Aktionen möglich sind.
- Koordination: Nutzer:innen bleiben Teil des Entscheidungsprozesses.
Der Standard ist damit bewusst nicht auf vollständig autonome Agents ausgelegt, sondern auf kollaborative Workflows. Menschen bleiben im Loop, während Agents Aufgaben vorbereiten oder strukturieren.
Effizienz für Agents, neue Spielregeln für das Web
Befürworter:innen sehen darin schnellere Agent Workflows und weniger Rechenaufwand, doch Kritiker:innen warnen vor strukturellen Folgen. Wenn KI-Agents strukturierte APIs bevorzugen, entsteht ein klarer Vorteil für Websites, die WebMCP integrieren. Seiten ohne solche Schnittstellen könnten seltener genutzt werde, nicht zwingend im Ranking, sondern in der tatsächlichen Interaktion durch Agents. VentureBeat beschreibt WebMCP deshalb als möglichen Infrastruktur Schritt, der Websites zunehmend zu APIs für KI Systeme macht.
Damit verschiebt sich auch die Machtfrage im Web. Wenn Browser-Ökosysteme festlegen, wie Agents mit Websites sprechen, wandert ein Teil der Kontrolle weg vom offenen Web hin zu Plattformstandards. Für Publisher, Retailer und Marken bedeutet das neue technische Abhängigkeiten und möglicherweise weniger Einfluss auf die eigene Customer Journey. Gleichzeitig verändert sich der Kontaktpunkt zwischen Marke und Nutzer:innen. Wenn Agents Aufgaben direkt erledigen, sehen Menschen die Website selbst seltener. Das kann langfristig weniger Branding-Momente, weniger Daten und neue Herausforderungen für Monetarisierung bedeuten. Auch aus Entwickler:innenperspektive bleiben zentrale Fragen offen. Governance, Sicherheit und Interoperabilität gelten als ungeklärt, ebenso die Frage, wie offen oder kontrolliert solche Schnittstellen künftig sein werden.
Der Vorstoß reiht sich in eine größere Bewegung ein, bei der Plattformanbieter:innen das Fundament für ein agentisches Internet neu aufbauen. Während Protokolle wie das Universal Commerce Protocol vor allem Transaktionen strukturieren sollen, greift WebMCP tiefer und verändert die Art, wie Websites überhaupt erreichbar werden. Ob sich daraus ein neuer Standard entwickelt, ist offen. Sicher ist nur, dass KI-Agents zunehmend zu eigenen Zugangsebenen im Netz werden und damit stärker beeinflussen, welche Inhalte sichtbar bleiben und welche im Hintergrund verschwinden.
Moltbot ist OpenClaw:
Sehr gefährlich und hilfreich zugleich

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Jetzt stellt Facebook auch Messenger.com ein
Chattest du noch im Browser? Dann solltest du jetzt den sicheren Speicher aktivieren. Denn Facebooks Messenger.com wird eingestellt.
Nach der Windows App trifft es jetzt auch die Web-Oberfläche: Messenger.com wird ab dem 15. April 2026 nicht mehr verfügbar sein. Nutzer:innen werden künftig direkt zu Facebook weitergeleitet, um ihre Chats fortzusetzen.
Ein schwerer Abschied dürfte das für viele nicht werden – die meisten Gespräche laufen längst über die mobile App, während der Browser Messenger zuletzt eher ein Relikt aus Desktop-Zeiten war.
User chatten künftig über Facebook und Mobile
Der Messenger zählt laut Sinch Insights auf Basis von Datareportal-Zahlen aus Oktober 2025 zu den beliebtesten Messaging Apps weltweit und liegt mit über einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer:innen hinter WhatsApp mit rund drei Milliarden MAUs und WeChat mit 1,41 Milliarden Nutzer:innen auf Platz drei. Das Aus der Windows App und bald auch der dedizierten Web-Oberfläche dürfte daran kaum etwas ändern. Auf die Änderung machte unter anderem Alessandro Palizzo in einem Threads Post aufmerksam.
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Generative Engine Optimization (GEO): Wie können sich Marketingteams auf die KI-Suche vorbereiten?

AI Search und Chatbots verändern grundlegend, wie Menschen suchen – und welche Marken überhaupt noch sichtbar sind. In seinem Gastbeitrag erklärt Dominik Angerer, CEO und Co-Founder von Storyblok, welche strategischen Weichen Marketing- und Content-Verantwortliche jetzt stellen müssen, um in KI-generierten Antworten eine Rolle zu spielen.
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Vom Massen-Feed zur Micro Community: Social Media organisiert sich neu
Social Media richtet sich 2026 neu aus. Dabei spielen klassische Feeds und Reichweite eine neue Rolle und der Dialog tritt in den Vordergrund – und mit ihm auch Micro Communities und Brand-Chancen.
Lange galt Reichweite als wichtigste Währung in der Social-Media-Welt. Wer sichtbar war, galt als relevant. Doch dieses Prinzip trägt immer weniger. In überfüllten Feeds konkurrieren unzählige Inhalte um Aufmerksamkeit, während echte Auseinandersetzung zunehmend ausbleibt. Sichtbarkeit erzeugt heute weder automatisch Vertrauen noch nachhaltige Beziehungen. Parallel dazu verlagert sich die Nutzung in kleinere, klar umrissene digitale Räume. Dort zählt nicht die maximale Ausspielung, sondern inhaltliche Passung, Kontext und Anschlussfähigkeit. Micro Communities sind kein kurzfristiger Trend, sondern Ausdruck eines grundlegenden Strukturwandels.
Like-Verlust auf Instagram:
„100 Likes sind die neuen 1.000“

Wenn Reichweite an Aussagekraft verliert
Die großen Plattformen sind auf Skalierung ausgelegt. Ihre Algorithmen optimieren auf Verbreitung, nicht auf Dialog. Für Nutzer:innen entsteht daraus ein Widerspruch: Das Angebot an Inhalten wächst kontinuierlich, gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, sich aktiv zu beteiligen. Beiträge werden konsumiert, aber selten vertieft. Gespräche bleiben oberflächlich, Aufmerksamkeit verteilt sich, ohne sich zu verfestigen. Reichweite misst in diesem Umfeld vor allem Sichtbarkeit, nicht tatsächliche Relevanz.
Plattformen setzen zunehmend auf Bindung
Diese Veränderungen spiegeln sich deutlich in Weiterentwicklung der Plattformen wider. TikTok hat sein Angebot so erweitert, dass Nutzer:innen über Bereiche wie den Freunde-Feed gezielter entscheiden können, welche Inhalte sie angezeigt bekommen. Auch Instagram legt zunehmend Wert auf kleinere, geschlossene Gruppen, etwa über enge Freundeskreise, Broadcast-Kanäle oder spezielle Gruppenfunktionen, um die Interaktion in überschaubaren Kreisen zu fördern. Parallel gewinnen Plattformen an Bedeutung, deren Grundprinzip auf Austausch und Community basiert. So ermöglicht Discord einen direkten Dialog zwischen Nutzer:innen, während Reddit Räume für themenspezifische Diskussionen bereitstellt. Neuere Netzwerke wie Threads oder Bluesky legen ebenfalls einen stärkeren Fokus auf direkte Interaktion und persönliche Nähe. Durch diese bewusste Segmentierung entstehen überschaubare Kommunikationsräume, in denen User intensiver eingebunden bleiben.
Der klassische Feed als Distributionsfläche, nicht als Dialograum
Der zentrale Plattform-Feed verliert zunehmend seine Rolle als Ort für echten Austausch. Als Distributionskanal funktioniert er weiterhin, als Raum für Dialog ist er jedoch nur eingeschränkt geeignet. Inhalte stehen in permanenter Konkurrenz, Reaktionen bleiben häufig oberflächlich. Viele Nutzer:innen empfinden diese Dynamik als ermüdend. Statt endlos zu scrollen, suchen sie gezielt nach Umfeldern, in denen Beiträge sichtbar bleiben und Diskussion möglich ist. Präsenz allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, ob Inhalte anschlussfähig sind. Micro Communities übernehmen hier eine zentrale Funktion: Sie reduzieren Komplexität, bündeln Themen und geben Nutzer:innen die Möglichkeit, gezielt zu entscheiden, welchen Inhalten und Stimmen sie folgen. Wirkung entsteht nicht durch Masse, sondern durch die Passung zwischen Inhalt, Thema und Umfeld. Nähe wird damit zu einem wesentlichen Relevanzfaktor.
Warum echte Beteiligung über den Erfolg von Inhalten entscheidet
Mit der Aufteilung in kleinere Kommunikationsräume verändert sich auch die Bewertung von Erfolg auf Social Media. Im Mittelpunkt steht nicht mehr die reine Sichtbarkeit, sondern die Frage, ob Inhalte Gespräche auslösen und Beteiligung fördern. Relevant sind Beiträge, die Nutzer:innen zum Reagieren, Mitdiskutieren oder Weiterdenken anregen. Wirkung entsteht dort, wo Austausch entsteht und Beziehungen wachsen, nicht durch kurzfristige Reichweitensteigerungen. Für Marken wird damit messbar, wie nachhaltig Inhalte tatsächlich wirken.
Was sich für Marken jetzt verändert
Für Marken bedeutet dieser Wandel ein Umdenken in der täglichen Praxis. Standardisierte Inhalte, die plattformübergreifend ausgespielt werden, erzielen in spezialisierten Umfeldern kaum noch Wirkung. Statt Reichweite zu maximieren, geht es darum, relevante Themenräume zu identifizieren und dort sichtbar und anschlussfähig zu werden. Inhalte müssen stärker an bestehende Diskussionen anknüpfen und sich am jeweiligen Nutzungskontext orientieren.
Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus von der reinen Veröffentlichung hin zur aktiven Begleitung von Gesprächen. Erfolgreiche Marken beteiligen sich an Diskussionen, reagieren auf Rückmeldungen und entwickeln Inhalte gemeinsam mit ihrer Community weiter. Authentizität entsteht weniger durch perfekte Inszenierung als durch Verlässlichkeit und Präsenz. Vertrauen wächst dort, wo Marken kontinuierlich zuhören und sichtbar Teil des Austauschs bleiben.
Welche Inhalte in Micro Communities funktionieren
Micro Communities reagieren sensibel auf reine Kampagnenlogik. Erfolgreich sind Inhalte, die Haltung zeigen, Diskussionen anstoßen und zum Mitdenken einladen. Dazu zählen einordnende Beiträge, die Position beziehen, statt nur zu informieren, sowie Wissensimpulse, die Raum für Rückfragen lassen. Wiederkehrende Formate schaffen Orientierung und stärken die Bindung. Transparente Einblicke in Entscheidungsprozesse, bewusst unpolierte Inhalte oder exklusive Perspektiven fördern zusätzlich Vertrauen. Formate wie Q&As oder AMAs entfalten ihre Wirkung vor allem dann, wenn sie echte Gespräche anstoßen und Beteiligung ermöglichen, statt auf maximale Sichtbarkeit abzuzielen.
Warum sich Social Media bis 2026 neu ausrichtet
Blickt man auf die kommenden Jahre, entsteht ein klarer Trend: Austausch und Wirkung entstehen immer seltener im offenen Haupt-Feed, sondern in klar umrissenen digitalen Räumen. Gespräche verlagern sich in spezialisierte Communities, thematische Teilbereiche etablierter Netzwerke und neue Plattformmodelle, die Nähe und Beteiligung gezielt fördern. Für Marken rückt damit die strategische Auswahl der eigenen Präsenz in den Vordergrund. Entscheidend ist nicht, überall sichtbar zu sein, sondern dort präsent zu sein, wo relevante Diskussionen stattfinden. Wer Dialog ermöglicht, Vertrauen aufbaut und langfristig Teil der Community wird, schafft stabile Beziehungen. Der Erfolg sozialer Kanäle misst sich künftig weniger an Reichweitenzahlen als an Wirkung im passenden Umfeld.
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