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AI Mode von Alibaba.com: So verändert KI den B2B-Einkauf


Der AI Mode von Alibaba.com bringt agentische KI in den B2B-Einkauf. So verändern sich Beschaffung, Lieferketten und Produktinnovation für KMU: Jetzt in unserem Interview mit Karl Wehner von Alibaba.com mehr erfahren. [Anzeige]

Karl Wehner, Managing Director von Alibaba.com für die Regionen DACH und Frankreich, ordnet den Ansatz nicht als reine Effizienzmaßnahme ein. Vielmehr gehe es um ein grundsätzlich anderes Verständnis von Beschaffung. Es gehe darum, „nicht nur einzelne Schritte schneller zu machen, sondern die gesamte Beschaffungsreise neu zu denken“ und Abläufe stärker zu vernetzen statt isoliert zu optimieren.

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Karl Wehner, Managing Director von Alibaba.com für die Regionen DACH und Frankreich, © Alibaba.com

Spezifikationen prüfen, Angebote vergleichen, Lieferant:innen recherchieren, Märkte beobachten. Im operativen Einkauf laufen viele Prozesse noch immer erstaunlich manuell ab. Besonders kleine und mittlere Unternehmen verlieren dabei Zeit, Budget und Kapazitäten. Spätestens auf dem CoCreate Event in London wurde jedoch deutlich: Alibaba.com, eine wichtige Plattform für den weltweiten digitalen Handel zwischen Unternehmen, will diesen Zustand nicht länger schrittweise optimieren, sondern strukturell verändern. Mit einem eigenen AI Mode rückt agentische KI direkt in das operative Zentrum des B2B Sourcings.


CoCreate 2025:
Alibabas erstes Flagship Event in Europa mit Kickstarter CEO

Wolken im Hintergrund, großes Werbeschild mit Albiba CoCreate-Werbung und Schriftzügen, orange und schwarz gehalten
© Alibaba

Wachstum verändert die Spielregeln

Der Paradigmenwechsel fällt in eine Phase starken Wachstums. In Europa stieg das Auftragsvolumen von Alibaba.com binnen eines Jahres um rund 57 Prozent, zugleich wuchs die Zahl aktiver Lieferant:innen weltweit um etwa 50 Prozent. Damit geraten klassische Beschaffungsmodelle stärker unter Druck. Manuelle Recherche, lineare Vergleiche und viele Abstimmungsschleifen lassen sich in diesem Tempo kaum skalieren.

Parallel wandeln sich die Erwartungen auf Käufer:innenseite. Studien von Forrester und McKinsey, auf die Alibaba.com verweist, zeigen: KI-Tools gehören im B2B inzwischen zum Arbeitsalltag. Recherche, Bewertung und Entscheidungen werden zunehmend KI-gestützt getroffen. Traditionelle Keyword-Suchen und starre User Journeys reichen dafür immer weniger aus. Bereits im Herbst kündigte Alibaba.com an, die klassische Produktsuche durch eine KI-basierte Deep Search zu ergänzen. Mit dem AI Mode geht das Unternehmen nun weiter. Agentische KI wird direkt in die User Journey eingebettet und übernimmt operative Aufgaben im Beschaffungsprozess.

Technisch stützt sich der AI Mode auf Accio, die KI-B2B-Suchmaschine von Alibaba.com. Sie wertet auch unstrukturierte Daten wie Skizzen, Dokumente oder Zertifikate kontextualisiert aus. Ziel ist es, spezialisierte Lieferant:innen sichtbar zu machen, die in herkömmlichen Suchsystemen häufig untergehen, das sogenannte „versteckte Produktregal“.

Wie Alibaba.com diesen Ansatz in der Praxis umsetzt, welche Rolle agentische KI im operativen Alltag spielt und warum das Unternehmen KI zunehmend als infrastrukturelles Element der Plattform versteht, erläutert Karl Wehner im Interview mit OnlineMarketing.de.

Interview: Wie Alibaba.com mit agentischer KI Zeit, Kosten und Komplexität im Einkauf reduziert

OnlineMarketing.de: Viele KMU kämpfen mit Zeitdruck und knappen Ressourcen. Wie hilft der AI Mode ganz konkret dabei, den Beschaffungsprozess schneller und effizienter zu gestalten? Oder: Wie kann KI genau dort unterstützen, wo heute am meisten Zeit, Geld oder Nerven verloren gehen?

Karl Wehner: Der AI Mode wurde entwickelt, um den Beschaffungsprozess für KMU grundlegend zu vereinfachen und zu beschleunigen. Viele Stunden, die Einkäufer heute mit dem Durchforsten von Excel-Listen, der Recherche von Lieferanten, dem Verfassen von Anfragen und dem Sammeln von Marktdaten verbringen, können drastisch reduziert werden. So werden Aufgaben, die früher eine Woche dauerten, in wenigen Minuten erledigt.

Konkret versteht der AI Mode natürliche Sprachabfragen, analysiert technische Spezifikationen und vergleicht Lieferanten automatisch nach Preis, Logistikkosten, Zertifizierungen und Produktionskapazitäten. Innerhalb weniger Sekunden liefert er bereits maßgeschneiderte Empfehlungen. Durch den Einsatz agentischer KI übernimmt der AI Mode repetitive Aufgaben wie Übersetzungen, Angebotsbeantwortung, Lieferantensuche und Marktanalyse – und das rund um die Uhr. Dadurch entsteht ein nahtloses, vollständig automatisiertes Handelserlebnis. Gleichzeitig eröffnet die Technologie Zugang zu einem „verborgenen Schatz“ an spezialisierten Lieferanten und relevanten Produktvorschlägen, die mit traditionellen Suchmethoden schwer zu finden wären. Für KMU bedeutet das: Sie können ihre Produktinnovation beschleunigen und die Resilienz ihrer Lieferkette stärken – ohne ihre Teams vergrößern zu müssen.

Wenn die KI automatisch Lieferant:innen vorschlägt: Woran erkennen Unternehmen, dass diese Empfehlungen wirklich verlässlich sind und nicht nur „wahrscheinlich gut“? Und wie stellen sie sicher, dass sie frei von Bias oder fehlerhaften Daten bleiben?

Die Verlässlichkeit der Empfehlungen hat natürlich höchste Priorität. AI Mode wird durch Accio unterstützt, die weltweit erste KI-native B2B-Suchmaschine, die 2024 eingeführt und kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Accio verfügt über ein fortschrittliches multimodales Verständnis, das Bedeutungen aus unterschiedlichsten unstrukturierten Eingaben extrahieren kann – von Produktskizzen, Bildern, technischen Entwürfen über Zertifikate bis hin zu Daten über Fabrikkapazitäten und Leistungsnachweise.

Darüber hinaus nutzen wir Tausende von Schnittstellen, um Fakten zu prüfen, beispielsweise Zertifikate, und so die Vertrauenswürdigkeit von Angaben zu bewerten. Wir verknüpfen den AI Mode zudem eng mit bestehenden Alibaba.com-Diensten wie sicheren Transaktion mit Trade Assurance und dem After-Sales Service, um eine umfassende Absicherung zu bieten. Ein weiterer entscheidender Faktor ist unser kontinuierliches Lernen: Wir beobachten auf der Plattform, welche Empfehlungen tatsächlich zu Bestsellern werden. Mit dieser Rückkopplung und Reinforcement Learning können wir unsere Antworten kontinuierlich verbessern und so sicherstellen, dass die Empfehlungen nicht nur „wahrscheinlich gut“, sondern nachweislich verlässlich sind und Compliance-Anforderungen erfüllen.

Viele Unternehmen haben langjährige Lieferant:innen, auf die sie sich verlassen. Wie kann der AI Mode genutzt werden, um eine bestehende Zusammenarbeit weiterzuentwickeln oder die eigene Supply Chain zu stärken, ohne alles komplett neu aufzusetzen?

Der „AI Mode“ ermöglicht Unternehmen, ihre etablierten Lieferketten zu optimieren und resilienter zu gestalten. Zum Beispiel kann der „AI Mode“ dabei helfen, Komplementärlieferanten zu finden, die Lücken in der aktuellen Lieferkette schließen oder spezialisierte Produkte anbieten, die der Stammlieferant möglicherweise nicht führt. Durch die Analyse von Marktdaten und Lieferantenkapazitäten kann der „AI Mode“ auch neue Möglichkeiten für Produktinnovationen aufzeigen, die Unternehmen anschließend gemeinsam mit ihren langjährigen Partnern umsetzen können. Gleichzeitig unterstützt die Plattform eine breitere und belastbarere Diversifizierung der Lieferketten.

Es gibt inzwischen viele KI-Tools, die Sourcing einfacher machen sollen. Was unterscheidet den Ansatz von Alibaba.com von anderen Lösungen – vor allem, wenn es um Transparenz, Datensicherheit und die Kontrolle über die eigenen Entscheidungen geht?

Der AI Mode von Alibaba.com unterscheidet sich durch die tiefe Integration von agentischer KI direkt in die gesamte User Journey; wir sehen KI als das Betriebssystem unserer Plattform. Für maximale Transparenz, Datensicherheit und Kontrolle ist der „AI Mode“ eng mit bestehenden Alibaba.com-Services wie Trade Assurance verzahnt und greift auf Tausende von Schnittstellen zur Fakten- und Zertifikatsprüfung zurück. Zudem kann unsere KI sämtliche Absprachen automatisch dokumentieren, Smart Contracts generieren und sogar Vertragsbedingungen vorschlagen, die sowohl branchenüblichen Standards entsprechen als auch den Schutz beider Parteien optimieren. Käufer und Lieferanten behalten dabei stets die volle Kontrolle über Anpassungen und Freigaben.

CoCreate Europe als realer Prüfstein

Wie konkret sich strategische Neuausrichtung von Alibaba.com bereits auswirkt, zeigte sich auf der CoCreate Europe, dem ersten europäischen Flagship Event von Alibaba.com am 14. November 2025 in London. Mehr als 2.000 Teilnehmer:innen sprachen dabei sowohl über konkrete Tools als auch über die grundlegende Frage, wie Beschaffung, Produktentwicklung und Lieferketten unter realen Marktbedingungen neu organisiert werden können.

Europäische kleine und mittlere Unternehmen stehen dabei unter spürbarem Druck. Steigende Kosten, fragile Lieferketten sowie wachsende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Compliance prägen den Alltag. Rund 90 Prozent der europäischen KMU sehen Produktinnovationen als zentralen Hebel für Wachstum, zeigt eine von Alibaba.com beauftragte Studie. Entsprechend wächst der Bedarf an schnelleren, transparenteren und datenbasierten Einkaufsprozessen.

CoCreate Europe setzte genau hier an. Unternehmen, Investor:innen und Technologie-Expert:innen diskutierten, wie Künstliche Intelligenz nicht nur Effizienz schafft, sondern Organisationen robuster macht. Besonders deutlich wurde das beim CoCreate Pitch. Mehr als 30 Finalist:innen, ausgewählt aus über 14.000 Bewerbungen, präsentierten ihre Produktideen, darunter auch mehrere Unternehmen aus Deutschland.

Die CoCreate Pitches verdeutlichen, wie eng Innovationsförderung, Nachhaltigkeit und digitale Skalierung im B2B inzwischen zusammenspielen. Im Fokus stehen marktfähige Produktideen kleiner und mittlerer Unternehmen, die mithilfe von Plattformtechnologien und KI-Tools schneller international wachsen. Deutsche Startups überzeugen dabei mit technischer Präzision, pragmatischen Geschäftsmodellen und einem Nachhaltigkeitsanspruch. Gleichzeitig wird sichtbar, welche Rolle globale B2B-Plattformen heute als zentrale Enabler und infrastrukturelles Rückgrat für datenbasiertes Sourcing übernehmen.

Das Event zeigt: KI entwickelt sich zur Voraussetzung für globales Sourcing und gehört zunehmend zum operativen Alltag. Der AI Mode von Alibaba.com setzt genau hier an und übersetzt diese Leitlinien in einen konkreten Ansatz für Einkauf und Beschaffung. Welche Schlüsse Alibaba.com daraus zieht und wie sich das auf der Plattform niederschlägt, erläutert Karl Wehner im weiteren Verlauf des Gesprächs.

Interview: Wachstum, KI und Verantwortung im europäischen B2B-Handel

Beim Alibaba.com CoCreate Event in London, das Mitte November stattfand, wurden viele B2B-Trends und neue Ideen diskutiert. Welche drei Erkenntnisse sind aus Ihrer Sicht für europäische Unternehmen besonders wertvoll?

CoCreate unterstrich ganz deutlich Erkenntnisse, die wir auch zuvor in einer von uns initiierten Studie erhalten haben: Produktinnovation ist absolut entscheidend. In der Umfrage gaben 90 Prozent der europäischen KMU an, dass Produktinnovationen für ihre Wachstumsstrategie von entscheidender Bedeutung sind. Zweitens spielen KI-Tools eine Schlüsselrolle bei der Förderung dieser Innovationen, beispielsweise in puncto Design, Beschaffung und Produktion. Drittens benötigen europäische Unternehmen zunehmend intelligentere, schnellere und transparentere Beschaffungslösungen. Dies ist eine Reaktion auf den Bedarf an Lieferkettendiversifizierung und den wachsenden Wettbewerb. Der AI Mode unterstützt hierbei und erfüllt genau diese Anforderungen.

In Europa steigen die Bestellungen und die Zahl der aktiven Lieferant:innen stark an. Gleichzeitig verlassen sich Unternehmen immer stärker auf KI-gestützte Einkaufsprozesse. Welche Risiken seht ihr dadurch und wie begegnet Alibaba.com diesen Herausforderungen?

Der starke Anstieg von Bestellungen und aktiven Lieferanten in Europa zeigt das wachsende Vertrauen in KI-gestützte Einkaufsprozesse. Das eröffnet neue Chancen: Transaktionskosten sinken, Markteintrittsbarrieren fallen und neue Akteure können leichter in den Markt eintreten. Sicherung von Qualität und Verlässlichkeit bleiben entscheidend. Die von Alibaba.com eingeführten Fakten- und Zertifikatsprüfungen stellen diese Standards sicher. Serviceleistungen wie Trade Assurance und die zuvor erwähnten Smart Contracts optimieren den Schutz beider Parteien und ermöglichen Käufern wie Lieferanten jederzeit volle Kontrolle.

Vom Tool zur Infrastruktur im B2B-Einkauf

Der AI Mode steht für einen Perspektivwechsel im B2B Sourcing. Alibaba.com setzt nicht auf punktuelle Automatisierung, sondern auf ein System, das Beschaffung strukturell neu organisiert. Für europäische KMU entsteht damit ein Werkzeug, das Zeit spart, Lieferketten resilienter macht und Innovation beschleunigt. Nicht als Ersatz menschlicher Entscheidungen, sondern als KI-gestützte Infrastruktur, die sie vorbereitet und absichert.


Wir danken Karl Wehner für das aufschlussreiche Gespräch und die Einblicke in die strategische Neuausrichtung von Alibaba.com sowie die Rolle von KI im globalen B2B Sourcing.


Zukunft der Arbeit:
Welche Rolle KI 2030 wirklich spielen wird





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Gedankenlesen mit KI: OpenAI steigt in Neuro-Tech ein


OpenAI investiert in Merge Labs, ein Startup, das an einer nicht-invasiven Schnittstelle zwischen Gehirn und KI arbeitet. Die Technologie verspricht neue Formen der Interaktion – wirft zugleich aber ethische und gesellschaftliche Fragen auf.

Der Wettlauf um die direkte Verbindung zwischen Gehirn und Computer ist in vollem Gange – und OpenAI läuft nun vorne mit. Gemeinsam mit anderen Kapitalgeber:innen hat das Unternehmen hinter ChatGPT 252 Millionen US-Dollar in Merge Labs investiert, ein Neuro-Tech-Startup, das unter anderem von OpenAI CEO Sam Altman mitgegründet wurde. Die Vision dahinter ist eine direkte Schnittstelle zwischen menschlichem Gehirn und Computer, aber ohne Implantate. OpenAI sieht darin eine neue technologische Grenze, die grundlegend verändern könnte, wie Menschen mit KI kommunizieren, lernen und interagieren.

Merge Labs will neuronale Aktivität mithilfe von Ultraschall erfassen und modulieren. Statt Elektroden im Gehirn setzt das Team auf bildgebende Verfahren, die Veränderungen indirekt messen. KI spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sie soll verrauschte Signale interpretieren, Absichten erkennen und sich an einzelne Nutzer:innen anpassen. OpenAI kündigte an, gemeinsam mit Merge an wissenschaftlichen Grundlagenmodellen zu arbeiten, um die Entwicklung zu beschleunigen. Der Ansatz besitzt enormes Potenzial, vor allem für Menschen mit neurologischen Einschränkungen, wirft aber auch ethische Fragen neu auf. Schon der Start von ChatGPT Health, über das Nutzer:innen medizinische Unterlagen sowie Apps wie Apple Health oder MyFitnessPal anbinden können, zeigt, wie ChatGPT zunehmend in hochsensible Lebensbereiche vordringt.


ChatGPT Health startet und lässt User medizinische Daten und Apps verbinden

© OpenAI

Implantat oder Ultraschall: Das unterscheidet die Neurotech-Ambitionen von Altman und Musk

Gehirn-Computer-Schnittstellen sind kein neues Feld. Mit dem Investment bewegt sich OpenAI nun in einem Umfeld, das bislang unter anderem von Neuralink, dem 2016 von Elon Musk mitgegründeten Unternehmen, geprägt wurde. Bemerkenswert ist dabei, dass Sam Altman selbst früher in Neuralink investiert hatte. Das Unternehmen sammelte bislang rund 1,3 Milliarden US-Dollar an Kapital ein.

Neuralink und andere Anbieter:innen wie Synchron verfolgen überwiegend invasive Ansätze, bei denen elektrische Signale direkt aus dem Gehirn ausgelesen werden. Neuralink hat inzwischen mehr als ein Dutzend Implantate eingesetzt. Synchron wählt einen etwas weniger invasiven Weg und platziert sein System über Blutgefäße in unmittelbarer Nähe des Gehirns, ohne das Hirngewebe direkt zu durchdringen.

Merge Labs wählt hingegen einen grundsätzlich anderen Weg. Das Startup will vollständig auf Implantate verzichten und stattdessen Ultraschall nutzen, um neuronale Aktivität indirekt über Veränderungen der Hirndurchblutung zu erfassen. Der Ansatz gilt als technisch extrem anspruchsvoll, könnte langfristig jedoch sicherer und breiter einsetzbar sein. Aktuell laufen erste Sicherheitsstudien in Großbritannien mit einem miniaturisierten Ultraschallgerät aus dem Umfeld der gemeinnützigen Forschungseinrichtung Forest Neurotech, aus der Merge hervorgegangen ist.

Wenn Interaktion direkt im Kopf beginnt und was sich OpenAI davon verspricht

OpenAI begründet das Investment mit einer klaren Vision. Direktere Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine sollen den Umgang mit KI grundlegend verändern – weg von Eingaben über Touch und Voice hin zu intuitiveren, hochbandbreitigen Interfaces. Gehirn-Computer-Schnittstellen gelten in diesem Kontext als nächste Entwicklungsstufe der Mensch-Maschine-Interaktion. Kurzfristig stehen medizinische Anwendungen im Fokus, etwa die Steuerung von Computern oder Robotiksystemen durch Menschen mit Lähmungen. Im Bereich bestehender Schnittstellen arbeitet OpenAI gemeinsam mit Ex-Apple-Designer Jony Ive an neuartigen KI-Gadgets, die KI zugänglicher machen sollen.

Für OpenAI geht es jedoch um mehr als einzelne Use Cases. Sollte die Technologie marktreif werden, eröffnen sich neue Zugänge zu Interaktion, Lernen und Wahrnehmung und damit zu völlig neuen Nutzungsszenarien für KI-Systeme. Wer solche Schnittstellen mitgestaltet, beeinflusst nicht nur die Hardware, sondern auch, wie KI verstanden, gesteuert und in den Alltag integriert wird.


OpenAIs erstes KI-Gadget:
Ein Stift von Ex-Apple-Designer Jony Ive?

OpenAI Branding
Das neue OpenAI Branding vor Fotografie, © OpenAI

Technologischer Sprung mit Nebenwirkungen

Noch ist offen, welche Produkte Merge Labs konkret entwickeln will. Dass OpenAI, Bain Capital, Valve-Gründer Gabe Newell und andere früh einsteigen, zeigt aber, wie fortgeschritten und relevant die Ambitionen rund um das Thema sind. Die Verbindung von Gehirn und KI rückt damit ein Stück näher an die Realität – mit enormem Potenzial, aber auch großen ethischen und gesellschaftlichen Fragen.

Gehirndaten gelten als die sensibelste Form personenbezogener Informationen. Zudem greifen für sie bestehende Datenschutzgesetze bislang kaum. Wer Zugriff auf neuronale Signale, Gedanken oder Absichten erhält, könnte Verhalten nicht nur auslesen, sondern potenziell auch beeinflussen. Kritiker:innen warnten bereits bei der Ankündigung von Neuralink davor, dass es sich um ein Hochrisiko-Experiment mit weitreichender Macht über Körper und Geist handelt, wie tagesschau.de berichtet. Statt medizinischer Heilung droht damit ein Szenario, in dem technologische Aufrüstung zur Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe wird – mit bislang kaum geklärten Folgen für Autonomie, Sicherheit und Gleichheit.





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Wachstum im Dezember: Deutscher Werbemarkt startet zum Jahresende nochmal durch


Der Werbemarkt hat sich zum Jahresende nochmal aufgebäumt

Seit dem vergangenen Sommer steckt der deutsche Werbemarkt in der Krise. Doch zum Jahresende haben sich die Unternehmen offenbar nochmal ein Herz gefasst. Nach vier Rückgängen infolge sind die Brutto-Werbeausgaben im Dezember wieder angestiegen. Die Jahresbilanz fällt dennoch mau aus.

Der Blick auf die Nielsen-Jahresbilanz zeigt klipp und klar: Das Werbejahr 2025 war ein sehr durchwachsenes. Nach den Berechnungen des Hamburger

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Wikipedia goes KI: Der Kampf ums Weltwissen


Neben der bereits 2022 bekannt gewordenen Kooperation mit Google hat Wikimedia nun offengelegt, dass im vergangenen Jahr weitere Kooperationen mit großen KI-Playern geschlossen wurden. Dazu zählen Amazon, Meta, Microsoft, Mistral AI und Perplexity, wie die Organisation in einem Beitrag von Wikimedia Enterprise bekanntgibt. Dort heißt es richtungsweisend:

In the AI era, Wikipedia’s human-created and curated knowledge has never been more valuable.

Einige Kooperationen, etwa mit Ecosia, Pleias und ProRata, waren bereits zuvor bekannt. Mit der aktuellen Ankündigung ergänzt Wikimedia sie um weitere Partner:innen wie Nomic und Reef Media. Für Nutzer:innen bleibt Wikipedia unverändert offen und kostenlos. Hinter den Kulissen verschiebt sich jedoch, wie das Weltwissen der Plattform im KI-Ökosystem genutzt und verteilt wird.


Google und Co. sollen zahlen:
Wikipedia plant Bezahl-Service Wikimedia Enterprise

Wikipedia
© Jumpstory

Wie Wikipedia das menschlich kuratierte Wissen vor KI-Ausbeutung schützen will

Die Wikimedia Foundation ist das organisatorische Rückgrat hinter Wikipedia. Als gemeinnützige Stiftung verantwortet sie Technik, Recht, Finanzierung und strategische Fragen – die Inhalte selbst entstehen weiterhin durch eine weltweite Community freiwilliger Autor:innen. Wikipedia zählt heute zu den meistgenutzten Websites der Welt. Monatlich werden laut Stiftung über 65 Millionen Artikel in mehr als 300 Sprachen rund 15 Milliarden Mal aufgerufen.

Nach 25 Jahren steht Wikipedia damit exemplarisch für ein zentrales Problem des Internets 2026. Offenheit allein schützt nicht mehr vor Ausbeutung. Gleichzeitig greifen KI-Modelle diese Inhalte zunehmend automatisiert ab. Suchmaschinen, Chatbots und Sprachassistenzen nutzen Wikipedia als Wissensbasis, oft ohne direkten Kontakt zur Plattform. Genau hier setzt Wikimedia Enterprise an. Statt unkontrolliertem Scraping bietet die Stiftung einen offiziellen, kostenpflichtigen Zugang mit klaren technischen Schnittstellen und Nutzungsbedingungen.

Über Wikimedia Enterprise erhalten Unternehmen einen Zugriff auf aktuelle, strukturierte Wikipedia-Inhalte, etwa für Suchsysteme, Wissensgraphen oder sogenannte RAG-Modelle. Für die Stiftung steht dabei weniger der finanzielle Ertrag im Vordergrund. Ziel ist es, Einfluss darauf zu behalten, wie Wikipedia-Wissen weiterverwendet wird, und zugleich die eigene Infrastruktur vor wachsender technischer Belastung zu schützen.

Zwischen Regulierung und Machtspiel: Wie KI das Weltwissen auf die Probe stellt

Mit Wikimedia Enterprise reagiert die Wikimedia Foundation auf einen grundlegenden Wandel. Wikipedia wird immer seltener von Menschen besucht, aber immer häufiger von Maschinen gelesen und aufbereitet. KI-Systeme zapfen Inhalte automatisiert an, um sie in Suchmaschinen, Chatbots oder Wissensgraphen weiterzuverarbeiten. Das erschwert die Nachvollziehbarkeit von Quellen und verschiebt Aufmerksamkeit weg von der Plattform selbst. Um diesen Entwicklungen etwas entgegnen zu können, stellt Wikimedia Enterprise jetzt Wikipedia-Inhalte über APIs bereit – von Einzelabfragen über regelmäßig aktualisierte Datensätze bis hin zu Echtzeit-Streams. Ziel ist es, den unvermeidbaren KI-Zugriff zu steuern, Transparenz zu sichern und die menschliche Kuration nicht aus dem System zu drängen.

Einen radikal anderen Weg geht Elon Musk mit Grokipedia. Die von seiner KI-Firma xAI entwickelte Enzyklopädie versteht sich als Gegenentwurf zu Wikipedia und setzt vollständig auf KI-generierte Inhalte. Grokipedia soll – so Musks eigenes Narrativ – eine „objektivere“ Alternative zu einer angeblich politisch voreingenommenen Wikipedia sein. Kritiker:innen sehen jedoch genau das Gegenteil. Viele Einträge weisen politische Verzerrungen auf, greifen auf zweifelhafte Quellen zurück oder enthalten faktische Fehler. Hinzu kommt, dass einzelne Artikel nahezu wortgleich aus Wikipedia übernommen wurden, teils inklusive Lizenzhinweisen, ohne dass eine echte redaktionelle Überarbeitung erkennbar wäre. Gerade das Fehlen einer offenen, gemeinschaftlichen Kontrolle macht das Modell anfällig für Fehler und Verzerrungen.

Besonders problematisch ist Grokipedia vor dem Hintergrund der anhaltenden Kontroversen rund um Musks KI-Ökosystem. Der KI-Chatbot Grok, der diese Enzyklopädie speist, steht seit seinem Launch im Oktober 2025 immer wieder in der Kritik. So macht er antisemitische Aussagen und hat beispielsweise Adolf Hitler glorifiziert, was internationale Empörung auslöste. Derzeit wird er von einigen verwendet, um sexuell explizite und non-konsensuale Deepfakes von Dritten, insbesondere von Frauen und sogar Minderjährigen zu erstellen und zu verbreiten. Wie unter anderem tagesschau.de berichtet, leiteten die Europäische Union und Aufsichtsstellen in mehreren Ländern vor diesem Hintergrund Ermittlungen gegen xAI ein. In Malaysia und Indonesien wurde der Zugang zum Chatbot Grok zeitweise gesperrt. Zuletzt kündigte auch der US-Bundesstaat Kalifornien Untersuchungen gegen das Unternehmen an.

Menschliches Wissen bleibt der Kern von Wikipedia

Trotz der neuen KI-Kooperationen betont Wikimedia immer wieder, dass Wikipedia vor allem ein von Menschen getragenes Projekt ist. Die Artikel entstehen in einer vergleichsweise kleinen, ehrenamtlichen Community – und genau das macht die Plattform bis heute glaubwürdig. Gleichzeitig liegt darin eine Schwachstelle. Koordinierte Manipulationsversuche, Fake Accounts und politische Einflussnahme gehören zur Realität und können den Vertrauensstatus untergraben.

Wie solche Eingriffe ablaufen, schildert der Journalist und Co-Autor der SWR-Podcast-Dokuserie Sockenpuppenzoo: Angriff auf Wikipedia Christoph Schattleitner im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Pascal Fournier. Besonders häufig werden demnach Artikel zu historischen Ereignissen rund um den Nationalsozialismus manipuliert, die systematisch verzerrt oder umgedeutet werden sollen. Brisant wird das vor allem im Zusammenspiel mit KI. Werden verfälschte Artikel von Sprachmodellen ausgelesen und weiterverarbeitet, können sich Falschinformationen deutlich schneller und breiter verbreiten als bisher.

Um menschliche Kuration zu bewahren und auch, um solchen Maniplationen entgegenzuwirken, braucht Wikipedia paradoxerweise KI-Unternehmen, also jene Unternehmen, die den Traffic klassischer Wissensseiten zunehmend verdrängen. Weil sie den massenhaften Zugriff auf Wikipedia-Inhalte nicht aufhalten wird, versucht die Stiftung, ihn zu steuern und davon zu profitieren. Durch die Kooperationen kann Wikimedia Nutzung regeln und die menschliche Kuration absichern.


SERP Scraping und Publisher-Unmut:
Das Geschäft mit der KI-Suche von OpenAI und Perplexity





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