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AI-Tools im Funnel-Marketing: Neue Chancen für Gründer:innen


Was früher Wochen dauerte und ganze Teams beschäftigte, lässt sich heute fast nebenbei erledigen. Künstliche Intelligenz und Automatisierung verändern das Funnel-Marketing grundlegend. Entsprechend eröffnen sich Gründern neue Chancen, insbesondere deshalb, weil technische Hürden und somit hohe Ausgaben für Agenturen oder Software wegfallen. 

Für Funnel-Marketing, vor wenigen Jahren noch ein komplexes Zusammenspiel aus Tools, Designern und Copywritern, reicht mittlerweile oft ein Laptop und etwas Know-how aus, um Prozesse zu erstellen, die Leads automatisch ansprechen und qualifizieren. Marius Sobotta, Gründer von Projekt Freiheit, beschreibt den Wandel so: „Heute lassen sich Funnel-Vorlagen einfach per Drag-and-Drop anpassen. Die Komplexität gegenüber den letzten Jahren ist deutlich gesunken.“

Der Umbruch im Detail

Einst bedeutete der Aufbau eines Funnels reine Handarbeit, quasi jeder einzelne als ein Unikat an sich. Durch KI-gestützte Vorlagen und Automatisierungen sowie standardisierte Abläufe, die sich beliebig skalieren lassen, entfällt dieser manuelle Aufwand inzwischen. Deutlich wird der Fortschritt vor allem bei der Texterstellung. „Früher musste alles händisch geschrieben werden. Jetzt bewerkstelligt die KI, die richtige Anwendung vorausgesetzt, 90 Prozent“, sagt Sobotta.

Derartige Veränderungen sparen Zeit und legen gleichzeitig neue kreative Spielräume frei. Unternehmer haben die Möglichkeit, mit verschiedenen Sprachstilen, Zielgruppen und Angeboten zu experimentieren, ohne stundenlang an Texten zu feilen. KI liefert erste Ideen, die anschließend strategisch verfeinert werden. So bleibt der Mensch Gestalter, während die Maschine die Routinearbeit übernimmt.

Auch Designaufgaben stellen keine wirkliche Herausforderung mehr dar. Bilder für Werbeanzeigen entstehen praktisch wie von Zauberhand, Landingpages lassen sich aus Vorlagen zusammensetzen, Anpassungen sind innerhalb weniger Minuten umsetzbar. Auf dieser Basis erwächst ein Marketingprozess, der mit Effizienz und Barrierefreiheit für technische Einsteiger überzeugt. 

Faktisch greift Automatisierung heutzutage entlang der gesamten Customer Journey. Chatbots qualifizieren Anfragen, bevor das erste Gespräch stattfindet. Terminbuchungen erfolgen automatisch, E-Mails reagieren auf das Verhalten der Nutzer und Reportings aktualisieren sich selbst. Diese Verzahnung sorgt dafür, dass Marketing- und Vertriebsprozesse nahtlos ineinandergreifen. „Reportings an Kunden lassen sich vollständig an die Technik delegieren. Nahezu jede Aufgabe, die früher ein Mitarbeiter übernommen hat, ist heute automatisierbar“, verdeutlicht Sobotta.

Das Ergebnis ist eine massive Einsparung von Kosten und Zeit. „Ich benötige etwa 15 Stunden pro Woche für das operative Management. Mit zunehmender Routine sinkt dieser Aufwand weiter“, berichtet der Experte von Projekt Freiheit. Was früher Vollzeitjobs erforderte, lässt sich nun effizient im Nebenerwerb realisieren. Ein weiterer Vorteil ist die steigende Qualität, da KI-Systeme stetig dazulernen.

Strategie bleibt entscheidend

Trotz aller technologischen Fortschritte verbleibt die strategische Arbeit beim Menschen. KI kann Prozesse strukturieren, aber keine Erfahrung oder Intuition ersetzen. Erfolgreiches Funnel-Marketing erfordert weiterhin die Fähigkeit, Zielgruppen zu verstehen, Angebote richtig zu positionieren und den passenden Ton zu treffen.

„ChatGPT kann theoretisch erklären, wie Funnel-Marketing funktioniert. Aber ohne praktische Kenntnisse weiß die KI nicht, worauf es wirklich ankommt. Von jemandem zu lernen, der diese Erfahrung bereits durchlaufen hat, macht den Unterschied“, sagt Sobotta.

Automatisierung ersetzt kein Wissen, sondern bildet eine Erweiterung der eigenen Fähigkeiten. Mit der richtigen Nutzung von Tools gelingt es, Zeit für das Wesentliche zu gewinnen: strategische Entscheidungen, kreative Ideen und den direkten Austausch mit Kunden. Gerade diese persönlichen Faktoren bleiben im digitalen Zeitalter ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Neue Chancen für Gründer und Startups

Für Firmengründer und Quereinsteiger war Marketing lange ein Bereich mit hohen Einstiegshürden. Mit der technischen Revolution ist der Zugang deutlich einfacher geworden. „Ein Funnel-Entwickler braucht im Grunde nur das entsprechende Know-how. Ein Laptop gehört 2025 zur Grundausstattung. Damit kann es losgehen“, erklärt Sobotta.

Besonders interessant: Viele neue Unternehmer starten nebenberuflich. Fünf bis zehn Stunden pro Woche reichen meistens aus, um erste Funnels zu erstellen, zu testen und zu optimieren. Durch die automatisierten Prozesse lässt sich das Geschäft schrittweise aufbauen, ohne hohe Fixkosten oder ständige Verfügbarkeit. Infolgedessen können kleine Teams mit großen Playern mithalten, weil sie flexibel reagieren, Daten schnell auswerten und Kampagnen laufend verbessern.

Die Digitalisierung gleicht damit Chancen an, die früher verwehrt blieben. Prozessverständnis wird zur tragenden Einheit, nicht mehr das monetäre Budget, was dahinter steht. Wer sich bewusst ist, wie Automatisierung und KI gezielt einzusetzen sind, kann mit wenig Aufwand eine enorme Reichweite erzielen, immer unter Berücksichtigung eines überschaubaren Risikos.

Realitätscheck

Zwar klingt die neue Einfachheit sehr verlockend, allerdings ist Automatisierung kein Selbstläufer. Tools sind nur so gut wie die Menschen, die sie bedienen. Erfolg entsteht einzig durch konsequente Umsetzung, Analyse und Anpassung. „Neustarts laufen nie von Anfang an perfekt. Das ist unmöglich. Die erfolgreichsten Unternehmer sind dennoch diejenigen, die schnell in die Umsetzung gehen, ihre Defizite zeitnah erkennen und sich weiterentwickeln“, führt Sobotta aus.

Einmal mit der Automatisierung vertraut, ermöglicht sie die Übernahme von Routineaufgaben, wenngleich menschliches Denken nie ersetzt werden kann. Mit der Bereitschaft, Erfahrungen zu sammeln, Feedback zu nutzen und kontinuierlich zu lernen, bestehen gute Chancen, im Online-Marketing Fuß zu fassen.

Ein Blick in die Zukunft

Künstliche Intelligenz hat das Funnel-Marketing demokratisiert. Was früher erfahrenen Agenturen vorbehalten war, ist heute für Gründer mit begrenztem Budget zugänglich. Die fortschreitende technologische Entwicklung hat die Hürden gesenkt, nunmehr verschiebt sich der Fokus von der Ausführung hin zur Strategie.

Das bedeutet aber auch: Mit dem richtigen Grundlagenverständnis und korrekter Anwendung schaffen sich Unternehmer einen klaren Vorsprung am Markt. KI ersetzt zwar keine Kreativität, aber sie multipliziert den Effekt guter Ideen.

Der Siegeszug der Automatisierung wird in den kommenden Jahren weiter voranschreiten. Umso besser ist es als Unternehmer, früh mit der Nutzung zu beginnen, praktische Erfahrungen zu sammeln und von günstigen Anwendungen zu profitieren. Denn das Wissen, wie Mensch und Maschine gemeinsam effizient arbeiten, bildet schon jetzt eine der Schlüsselkompetenzen für die Gründerinnen und Gründer der Zukunft.

Über den Autor
Marius Sobotta ist Geschäftsführer von Projekt Freiheit.

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Foto (oben): Shutterstock



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Ein Wochenende ohne Schlaf: Zu Besuch bei einem AI-Hackathon in Berlin


Ein Wochenende ohne Schlaf: Zu Besuch bei einem AI-Hackathon in Berlin

Etwas Neues schaffen in nur 2 Tagen – das war das Ziel das AI-Hackathons 2026 im Delta Campus in Berlin.
Leandra Finke / Gründerszene

Minus fünf Grad draußen. Beschlagene Scheiben drinnen. Im Eingangsbereich des Delta Campus in Berlin-Neukölln drängen sich junge Menschen mit Laptops unter dem Arm. Niemand wartet freiwillig in der Kälte. Drinnen geht es um etwas anderes: 36 Stunden Zeit, kaum Schlaf – und die Hoffnung, dass aus einer Idee mehr wird als nur Code.

Noch ist keine Zeile programmiert – aber die Gespräche im Raum verraten: Der AI-Hackathon im Delta Campus Berlin hat begonnen. Stimmen überlagern sich, Namen und Linkedin-Profile werden ausgetauscht.

Ankommen und Kontakte knüpfen.

Ankommen und Kontakte knüpfen.
Leandra Finke/ Gründerszene

Die Menge verteilt sich schließlich auf der Fläche: Runde Tische, lange Gruppentafeln, Sofa-Ecken mit tiefen Kissen – die Location für die nächsten 36 Stunden.

Laptops klappen auf, Kabel werden gesucht, Jacken über Stuhllehnen gehängt. In der offenen Küche ist ein Frühstücksbuffet aufgebaut: Croissants türmen sich in Körben. Weitere Gespräche entstehen zwischen zwei Schlucken Kaffee: Wer kann was? Immer wieder wandern Blicke durch den Raum, auf der Suche nach möglichen Mitstreitern. Kleine Grüppchen bilden sich, lösen sich auf und finden sich neu.

105 junge Menschen versammelten sich am 24. und 25. Januar zum

105 junge Menschen versammelten sich am 24. und 25. Januar zum „hacken“.
Leandra Finke

600 Bewerbungen für ursprünglich 90 Plätze haben die Veranstalter erreicht. Unter denen, die es geschafft haben, sind Ingenieure, Programmierer, Studenten, Startup-Gründer und die, die es werden wollen. Sie kommen nicht nur aus ganz Deutschland an diesem Wochenende nach Berlin, sondern teils aus London, Brasilien oder sind Teilnehmer von Erasmus-Programmen. Deshalb wird wie so üblich Englisch gesprochen. 

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Von den 105 Teilnehmenden sind nur knapp zehn Frauen dabei – ein Ungleichgewicht, das auffällt, ohne ausgesprochen zu werden. Aber typisch für die Tech-Szene in Berlin, wie Organisator Bela Wiertz von Tech Europe sagt.

Laptops, Tablets und Bildschirme werden zügig aufgebaut.

Laptops, Tablets und Bildschirme werden zügig aufgebaut.
Leandra Finke/ Gründerszene

Viele der Teilnehmenden kennen sich bereits – sind Freunde, Kommilitonen, Co-Gründer oder haben sich auf anderen Hackathons kennengelernt. 

Klare Spielregeln

Um 10.30 Uhr startet dann die Agenda: Die Sponsoren stellen sich vor und Organisator Bela Wiertz erklärt die Spielregeln des AI-Hackathons:

  1. Es dürfen bis zu fünf Menschen ein Team bilden, aber auch Einzelkämpfer sind erlaubt.
  2. Es muss ein neues Projekt gestartet werden. Das Arbeiten an bestehenden Projekten ist nicht erlaubt!
  3. Drei Tools/Technologien der Sponsoren müssen genutzt werden.
Veranstalter Bela Wiertz erklärt den Ablauf des Hackathons.

Veranstalter Bela Wiertz erklärt den Ablauf des Hackathons.
Leandra Finke/ Gründerszene

Die Challenge ist bewusst offengehalten: Etwas Neues erschaffen, Thema frei, kein vorgegebenes Problem. Der Haken – oder der Reiz – liegt in den Tools: Da drei von vier Technologien genutzt werden sollen, gibt es nicht viel Auswahl und Spielraum. Zur Auswahl stehen Chatarmin, eine AI-Lösung für Customer Service und Marketing im E-Commerce, die Frontier-Modelle von OpenAI, das No-Code-Tool Lovable zur Erstellung von Apps und Websites per Chat sowie Tower, das AI-Agenten mit verlässlichen Daten versorgt. Was daraus entsteht, liegt in den Händen der Teams.

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Nicht alle im Raum haben mit diesen Programmen schon gearbeitet. Deshalb gibt es kompakte Einführungen, praktische Anleitungen und Ansprechpartner mit tiefem Technikverständnis. Experten gehen von Tisch zu Tisch oder sind per Discord erreichbar, beantworten Fragen. 

„Wir suchen noch…“

Wer noch ohne Team ist, sammelt sich zum Matchmaking. Man stellt sich vor. Einige bringen bereits sehr konkrete Ideen mit, andere erst eine grobe Richtung. „Das könnte passen“ – so finden sich weitere Gruppen. Denn: Niemand will allein bleiben.

It's a Match: Hier finden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen.

It’s a Match: Hier finden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen.
Leandra Finke/ Gründerszene

Der Hackathon versteht sich nicht allein als Wettbewerb um das beste Ergebnis, sondern als Lernraum: Wie formt sich ein Team unter Zeitdruck? Wie verständigt man sich auf eine gemeinsame Idee? Wie denkt man zusammen über eine Lösung nach – und nicht nur nebeneinanderher?

Post-its, Flipcharts und Co.

Zum Lunch stehen die Teams längst fest: An den Gruppentischen wird gearbeitet – Köpfe beugen sich zusammen, Vorgehensweisen werden diskutiert, Aufgaben verteilt. Post-its wandern über Tischplatten, auf Flipcharts entstehen erste Entwürfe.

Die Burritos an der Essensausgabe werden zügig abgeholt: ein Griff, ein Nicken, zurück an den Platz. Das Essen läuft nebenbei – das Projekt nicht. Der Fokus liegt klar auf dem, was in den nächsten Stunden entstehen soll.

Dima Durah (rechts) ist eine der wenigen Teilnehmerinnen. Sie hat bereits ein Startup gegründet und arbeitet gemeinsam mit Jonathan Stöterau an einer neuen Idee.

Dima Durah (rechts) ist eine der wenigen Teilnehmerinnen. Sie hat bereits ein Startup gegründet und arbeitet gemeinsam mit Jonathan Stöterau an einer neuen Idee.
Leandra Finke/ Gründerszene

Die Gruppen sind bunt gemischt: Unterschiedliche Erfahrungslevel und Generationen arbeiten miteinander. Das Alter der Teilnehmenden liegt zwischen 18 bis Ü40, alle eint der Antrieb, den AI-Hackathon für sich zu entscheiden. 

Ideen und Herangehensweisen skizziert das Team um Ridvan Sibic (rechts).

Ideen und Herangehensweisen skizziert das Team um Ridvan Sibic (rechts).

Die Gruppe um Ridvan Sibic hat einen festen Plan: eine Idee finden, die für den Sponsor Arbio Sinn ergibt. Also das Gespräch suchen, Rückfragen stellen, verstehen, worauf es ankommt – in diesem Fall im Kontext von Reiseunterkünften.

Schritt zwei ist technisch: Welche der vergebenen Tools macht Sinn? Dann die Leitfragen: Was macht Spaß? Was würde man selbst nutzen? Was nervt im Alltag? Wo entsteht ein Wow-Effekt? Der Anspruch ist nicht maximale Komplexität, sondern Freude am Produkt. Es darf leicht sein, solange es funktioniert.

Konzentriertes Co-Working.

Konzentriertes Co-Working.
Leandra Finke/ Gründerszene

Anschließend geht es an den Bau: aus der Idee wird ein Agent. Ridvan übernimmt dabei die Rolle des Erfahrensten, lenkt, priorisiert, bremst auch mal. Erwartungen werden bewusst heruntergeschraubt, Ziele realistisch gesetzt, erklärt er. „Hier muss nicht das nächste Microsoft entstehen.“ 

Inzwischen ist es Abend geworden, 21 Uhr. Die Sonne ist längst untergegangen, der Delta Campus noch hell erleuchtet. Leere Pizzakartons stapeln sich in den Ecken, es riecht noch nach Tomatensoße. Die ersten Teilnehmer haben sich auf den Weg nach Hause oder ins Hostel gemacht. Zum Schlafen, um an Tag zwei wieder fit zu sein. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im Delta Campus nicht.

In der Küche stapeln sich XXL-Pizzakartons.

In der Küche stapeln sich XXL-Pizzakartons.
Leandra Finke/ Gründerszene

Rund 40 Menschen sind am späten Samstagabend noch da und arbeiten: Codes laufen über die Bildschirme, man hört leises Tippen auf Tastaturen. Es ist ruhiger geworden, die lebhaften Gespräche vom Mittag sind verstummt. Manche Gruppen haben sich in Glaskästen zurückgezogen, um ungestört zu arbeiten. Wer hier noch sitzt, arbeitet, denkt, tüftelt, versucht, die verbleibenden Stunden optimal zu nutzen.

Bis spät in die Nacht wird hier gecodet.

Bis spät in die Nacht wird hier gecodet.
Leandra Finke/ Gründerszene

Auf den Tischen stapeln sich Cola- und Mate-Flaschen, leere Energy-Dosen und Kaffeebecher – Koffein bringt die Verbleibenden durch die Nacht.

Durchgemacht für die Deadline

Am frühen Sonntagmorgen füllt sich der Raum im Erdgeschoss des Delta Campus. Aber nicht alle sind wieder gekommen.

Während die meisten Teilnehmer einigermaßen ausgeruht wirken, haben rund 20 von ihnen die Nacht durchgearbeitet und nur ein paar Stunden auf der Couch geschlafen – mehr nicht. Der ein oder andere legt den Kopf auf die Tischplatte, fällt über der Tastatur in einen Sekundenschlaf.

Durchgemacht hat dieses Team – mit Koffein im System.

Durchgemacht hat dieses Team – mit Koffein im System.
Leandra Finke/ Gründerszene

Bis 14 Uhr müssen alle Projekte fertig sein. Der Sonntag ist Endspurt-Zeit: Videos werden nun aufgenommen, in denen die Teams ihre Ideen und Lösungen präsentieren. Maximal zwei Minuten darf jedes Video dauern – also präzise, auf den Punkt und ohne Ausschweifungen. Danach liegt alles in den Händen der Jury, die sich aus den Sponsoren des Hackathons zusammensetzt.

Kurz vor der Deadline liegt spürbare Anspannung in der Luft. Tastaturen klappern, Mauszeiger fliegen über Bildschirme, Gruppen diskutieren noch letzte Details. Viele arbeiten bis zur allerletzten Minute, reichen ihre Projekte erst kurz vor knapp ein.

„Hast du submittet?“

Und dann: Erleichterung. Schulterklopfen, High-Fives. Stolz mischt sich mit Erschöpfung. Aber: Nicht alle sind pünktlich fertig geworden. Nicht alle haben ihr Projekt eingereicht.

Eine Stunde gilt es nun zu überbrücken bis zur Bekanntgabe der Finalisten. Die Jury zieht sich zurück – insgesamt 27 Projekte gilt es zu bewerten. Bewertet werden Kreativität und technische Komplexität. Bonuspunkte gibt es für den effektiven Einsatz von Partnertechnologien.

Manche nutzen die Stunde Freizeit, um frische Luft zu schnappen und machen einen kurzen Abstecher zur Dönerbude an der nächsten Straßenecke. Andere wiederum suchen Ablenkung im Ping-Pong-Turnier.

Ping-Pong oder lieber ein kurzer Power-Nap?

Ping-Pong oder lieber ein kurzer Power-Nap?
Leandra Finke/ Gründerszene

Das Finale

Gegen 15.30 Uhr startet schließlich die Finalistenrunde: Drei Teams werden aufgerufen und haben jeweils fünf Minuten Zeit, ihre Hackathon-Projekte auf der Bühne vor allen zu präsentieren. Es wird laut geklatscht und anerkennend genickt.

Die Sidequest des Sponsors Arbio hat dieses Team für sich entschieden.

Die Sidequest des Sponsors Arbio hat dieses Team für sich entschieden.
Leandra Finke/ Gründerszene

Das Rennen um den Hauptpreis macht schließlich Team „MedAccura“ unter der Leitung von Tim Schwarz, einem Arzt, der den Alltag in Kliniken bestens kennt. Es ist sein zweiter Hackathon.

Seine Idee: einen AI-Agenten für Health-Tech entwickeln. Das Problem: Ärzte begegnen täglich einer Vielzahl an Patienten mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern und Vorerkrankungen, sagt er. Gleichzeitig müssen sie ständig auf dem neuesten Stand der medizinischen Leitlinien sein – PDFs, die mehrere hundert Seiten umfassen, erklärt Schwarz. Eine kaum zu bewältigende Herausforderung im stressigen Klinikalltag.

Die Lösung von MedAccura: ein System, in das alle Leitlinien-PDFs eingespeist werden, sodass Ärzte per Schnellsuche und mithilfe von OpenAI/ChatGPT gezielt auf relevante Passagen zugreifen können.

Gewinner und Sponsoren des ersten AI-Hackathons 2026 im Delta Campus.

Gewinner und Sponsoren des ersten AI-Hackathons 2026 im Delta Campus.
Tech Europe

Die Jury lobt: „Dieses Projekt zeichnet sich durch eine große technische Tiefe aus und wurde in kürzester Zeit realisiert. Es hat wirklich großartige Ergebnisse erzielt, die die Welt zu einem besseren Ort machen können, insbesondere Krankenhäuser.“ Das Team will das Projekt weiter verfolgen und sich auch nach dem Event wiedersehen, um zu prüfen, ob ihre Lösung in der Praxis funktionieren könnte.

Mit diesen Worten wird der Hackathon offiziell beendet. Die Jury ergänzt zum Abschluss: „Wir sind von euch allen sehr beeindruckt.“





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5 neue Startups: Soverli, Ruby Care, Talero, Ramp7, Laioutr


#Brandneu

Neue Gründerinnen und Gründer machen sich auf den Weg! Wir präsentieren heute folgende Auswahl frischer Startups, die man kennen sollte: Soverli, Ruby Care, Talero, Ramp7 und Laioutr.

5 neue Startups: Soverli, Ruby Care, Talero, Ramp7, Laioutr

Heute präsentiert deutsche-startups.de wieder frische Startups, die in letzter Zeit an den Start gegangen sind oder gerade erst ihren Stealth-Mode verlassen haben. Weitere neue Unternehmen findet ihr in unserem Newsletter  Startup-Radar.

Soverli 
Das Startup Soverli aus Zürich, von Ivan Puddu und Moritz Schneider ins Leben gerufen, hat ein Sicherheitssystem für Smartphones im Angebot. „Soverli’s parallel multi-operating system technology lets sovereign code and sensitive data run securely on smartphones – without giving up the familiar apps and functionality people rely on“, so die Jungfirma. 

Ruby Care
Bei Ruby Care aus Berlin handelt es sich um den “ersten KI-Agenten für onkologische Unterstützung”. “Unsere Plattform verbindet Krebspatienten mit einem Netzwerk qualifizierter Spezialisten für unterstützende Pflege, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und die Überlebensraten zu erhöhen”, so das von Lukasz Siemaszko gegründet Startup.

Talero
Talero aus Frankfurt am Main unterstützt Menschen dabei, “ihre Stärken zu erkennen und selbstbewusst Entscheidungen über Ausbildung und Karriere zu treffen”. “Our platform empowers individuals to uncover their true potential through interactive, story-based games that seamlessly assess IQ, EQ, and personality traits” heißt es vom Team der Gründer Amin Hashemi und Arash Keshavarzi .

Ramp7
Die Firma Ramp7 aus Mannheim, von Nina Amthor und Hardy Foerster an den Start gebracht, bietet eine Software für die Echtzeit-Budgetkontrolle für Marketing & IT. “Ramp7 digitalisiert die Schnittstelle zwischen einem auftraggebenden Unternehmen und seinen Dienstleistungspartnern: Kosten und Timings werden für beide Seiten in Realtime transparent”, heißt es.

Laioutr
Hinter Laioutr aus Berlin, von Sebastian Langer und Marcel Thiesies auf die Beine gestellt, verbirgt sich eine Frontend-Management-Plattform für Composable Commerce. Mit der von Laioutr angebotenen Lösung können “globale Händler mühelos hochwertige Storefronts erstellen und verwalten”.

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

WELCOME TO STARTUPLAND


SAVE THE DATE: Bereits am 18. März findet unsere dritte STARTUPLAND statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über Startupland

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Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3



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2026 im Zug kein Internet – warum haben wir uns daran gewöhnt?


Schlechter Empfang im ICE ist kein Zufall, sondern System. Seit über zehn Jahren scheitert Deutschland nicht an Technik, sondern an einer anderen Sache.

2026 im Zug kein Internet – warum haben wir uns daran gewöhnt?

Das miserable Internet im Zug ist ein Symbol für den schleppenden digitalen Fortschritt in Deutschland
Getty Images / Kirill Kudryavtsev

Ich sitze im ICE auf dem Weg nach Berlin. Der Hochgeschwindigkeitszug rumpelt mit 140 km/h durch den Westen Deutschlands, es ist warm und der Laptop lädt an der Steckdose. Alles da – nur das Internet ist mal wieder abwesend. Und wenn zwei 5G-Balken auftauchen, sind sie schneller weg, als man Digitalinfrastruktur sagen kann. Mails brechen ab, Recherchen laden ins Leere, Videocalls kann man vergessen. Willkommen im digitalen Entwicklungsland auf Schienen.

Das ist kein Ausreißer. Kein unglücklicher Streckenabschnitt. Das ist der Normalzustand. Und genau darin liegt das Problem. Denn das löchrige Netz im ICE ist kein technisches Detail, sondern ein Symbolbild für den Zustand der Digitalisierung in Deutschland.

Das Absurde daran: Dieses Problem ist seit mehr als zehn Jahren bekannt. Seit über einem Jahrzehnt wird darüber diskutiert, warum mobiles Internet in Zügen nicht funktioniert. Es gab Pilotprojekte, Kooperationsankündigungen, Förderprogramme, Pressemitteilungen. Und trotzdem sitze ich 2026 im Zug und starre auf eine Ladeanzeige, die sich weigert, Fortschritt zu simulieren. Hinter dem Ärger formuliert sich die Frage:

„Warum dauert in diesem Land eigentlich alles so unfassbar lange?“

Die Antwort ist unbequem, aber bekannt: Zuständigkeiten werden verteilt, bis sie verdampfen. Föderalismus wird zur Ausrede, Vergaberecht zur Innovationsbremse, Datenschutz zum Totschlagargument. Jeder erklärt, warum es kompliziert ist – niemand entscheidet, wie man es pragmatisch löst. Fortschritt wird nicht ermöglicht, sondern verwaltet.

In Deutschland wird Digitalisierung behandelt wie ein Bauantrag: formal korrekt, politisch abgesichert, juristisch wasserdicht – und garantiert zu spät. Während andere Länder Dinge einfach ausprobieren, testen, scheitern und verbessern, diskutieren wir erst einmal jahrelang über Risiken, Standards und Zuständigkeiten. Am Ende ist man dann sehr stolz darauf, dass man „gründlich“ war. Nur leider ist die Welt längst weitergezogen.

Die Bahn ist dabei kein Sonderfall, sondern exemplarisch. Die Deutsche Bahn steht für ein System, das strukturell überfordert ist: politisch gesteuert, organisatorisch komplex, mit erstaunlich wenig Konsequenzen für jahrelanges Nichterreichen klar formulierter Ziele. Das Problem ist nicht mangelnder Einsatz einzelner, sondern ein System, das Verantwortung so fein verteilt, dass sie niemand mehr trägt.

Es geht um mehr als nur das Internet

Dabei geht es längst um mehr als Bequemlichkeit oder Netflix im Zug. Digitale Infrastruktur ist strategische Infrastruktur. Wer kein stabiles Netz hat, ist abhängig – von US-Plattformen, von chinesischer Hardware, von ausländischen Cloud-Anbietern. Deutschland spricht gerne von digitaler Souveränität, von Unabhängigkeit, von technologischer Resilienz. Aber Souveränität beginnt nicht bei KI-Strategien oder Hochglanzpapieren, sondern bei funktionierenden Netzen.

Ein Land, das es nicht schafft, auf seinen wichtigsten Bahnstrecken verlässliches Internet bereitzustellen, sollte sehr vorsichtig sein, wenn es von digitaler Unabhängigkeit spricht. Wer nicht einmal die Basis hinbekommt, wird bei den komplexen Fragen zwangsläufig zum Zaungast.

Vielleicht ist das größte Problem also gar nicht das Funkloch im ICE. Sondern die bemerkenswerte Gelassenheit, mit der wir es seit über einem Jahrzehnt akzeptieren. Man hat sich daran gewöhnt. Und Gewöhnung ist der natürliche Feind von Fortschritt.





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