Entwicklung & Code

Alibaba optimiert Android 16 für RISC-V-Chips


Entwickler der Damo Academy, einer Forschungseinrichtung der Alibaba-Gruppe, haben eigenen Angaben zufolge Android 16 (AOSP) für Chips mit offener Befehlssatzarchitektur RISC-V optimiert.

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Laut einem Beitrag auf dem chinesischen sozialen Netzwerk Weixin (WeChat) hat die Damo Academy Android 16 auf Prozessoren der XuanTie-9-Serie mit dem RVA23-Befehlssatzprofil zum Laufen gebracht. Die Forscher gaben dabei nicht konkret an, um welches Modell der Chipreihe es sich handelt. Die 9er-Serie umfasst Prozessoren mit unterschiedlicher Leistung, von einfachen Modellen bis hin zu KI-optimierten Serverprozessoren.

Im Beitrag (via The Register) sprechen die Damo-Entwickler vom einem Meilenstein und einer „neuen Ära im RISC-V-Ökosystem“ sowie einer soliden technischen Grundlage für den großflächigen kommerziellen Einsatz. Die Damo Academy gibt an, die Entwicklungsarbeit mit der ersten Gruppe strategischer XuanTie-Kunden geteilt zu haben. Sie hoffe, dass diese sie nutzen werden, um die Erforschung neuer Szenarien für den Einsatz von RISC-V-Chips in Endgeräten zu beschleunigen und die Entwicklung bis zur Produkteinführung deutlich zu verkürzen.

Die XuanTie-Plattform sei hinsichtlich ihrer Systemfähigkeiten vollständig kompatibel mit Android-Spezifikationen wie Android Verified Boot (AVB), Generic Kernel Image (GKI), generisches Systemimage (GSI) und Vendor Interface (VINTF), heißt es weiter. Ferner habe die Plattform in Tests die Stabilität der Android 16-Laufzeitumgebung, der Systemdienste und nativer RISC-V-Anwendungen auf dem XuanTie-Prozessor bewiesen, so Damo.

Es ist nicht die erste Android-Version, die auf RISC-V-Chips zum Laufen gebracht wurde. Die erste war Android 10 im Jahr 2021. Damals kam als Prozessor ein Dual Core XuanTie C910 der Alibaba-Tochter T-Head zum Einsatz. Vorteil gegenüber ARM-Chips ist, dass die RISC-V-Architektur keinen Patenten unterliegt und unter der BSD-Lizenz verfügbar ist.

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Besonders auf dem chinesischen Markt spielt RISC-V eine zunehmende Rolle, da die Unternehmen damit unabhängiger von westlichen Herstellern wie Qualcomm und Handelsrestriktionen sind. Interessanterweise forschte aber auch Qualcomm zusammen mit Bosch, Infineon, Nordic Semiconductor und NXP an der RISC-V-Chiparchitektur.

Für Google ist die offene RISC-V-Architektur ebenfalls kein Neuland: Der Konzern arbeitet aktiv daran, Android auf die offene Befehlssatzarchitektur zu portieren, womöglich um die Abhängigkeit von ARM zu verringern. Seitdem der Google-Manager Lars Bergstrom im Jahr 2023 betonte, dass das Android Open Source Project (AOSP) viel Arbeit in die Unterstützung von RISC-V-Chips investiere, hat sich jedoch wenig dahingehend getan.

Zudem hatte Google 2024 einige spezifische Kernel-Unterstützungen aus dem Android Open Source Project (AOSP) entfernt, jedoch betont Google, dass das Projekt weitergeführt werde. Ziel war es, RISC-V als erstklassige Plattform („Tier-1-Platform“) für zukünftige Android-Geräte zu etablieren.


(afl)



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