Künstliche Intelligenz
Alphabet sucht für KI-Investitionen neues Kapital von 80 Milliarden US-Dollar
Google-Mutter Alphabet plant eine massive Kapitalerhöhung von 80 Milliarden US-Dollar, um weitere Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) zu finanzieren. Das bekannte Investmentunternehmen Berkshire Hathaway des legendären Warren Buffet hat dafür bereits 10 Milliarden Dollar zugesagt. Allerdings gibt es Bedenken, dass das von Alphabet benötigte Geld an anderen Stellen des Marktes fehlen könnte, etwa für in Kürze geplante Börsengänge.
Weiterlesen nach der Anzeige
Bei der Bekanntgabe der letzten Geschäftsergebnisse Ende April hatte Alphabets Finanzchef schon erklärt, dass die Investitionsausgaben 2027 deutlich höher ausfallen werden als noch in diesem Jahr, für das bis zu 190 Milliarden Dollar geplant sind. Auch das ist bereits mehr als das Doppelte des Vorjahres. Nun sucht Alphabet jetzt bereits frisches Kapital zum Ausbau der KI-Infrastruktur und Rechenkapazitäten.
Ausweitung der KI-Investitionen
„KI treibt bei Alphabet derzeit eine Phase der Expansion voran“, schreibt Alphabet. „Das Unternehmen verzeichnet sowohl bei Unternehmen als auch bei Verbrauchern eine derart starke Nachfrage nach seinen KI-Lösungen und -Diensten, dass diese das verfügbare Angebot des Unternehmens übersteigt. Durch die Ausweitung seiner Investitionen strebt das Unternehmen an, seine grundlegende Infrastruktur zu erweitern, um die bedeutenden Wachstumschancen, die vor ihm liegen, bestmöglich zu nutzen.“
Die derzeit enorm hohe Nachfrage nach KI-Chips und -Kapazitäten soll also dafür genutzt werden, um potenzielle Kapitalgeber zu überzeugen. Schließlich entwickelt Alphabet im Gegensatz zu anderen KI-Firmen auch eigene KI-Prozessoren, bekannt als TPUs (Tensor Processing Units). Das erlaubt dem Datenkonzern, entsprechende Rechenkapazitäten auch Partnern zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig sind diese TPUs eine Alternative zu den marktbeherrschenden KI-Beschleunigern von Nvidia.
Beeinträchtigung kommender Börsengänge der KI-Branche?
Weiterlesen nach der Anzeige
Das hat den Großinvestor Berkshire Hathaway bereits soweit überzeugt, 10 der angestrebten 80 Milliarden Dollar zuzusagen. Es gibt aber auch kritische Stimmen zu einer Kapitalerhöhung dieser Größenordnung. Mandeep Singh, Leiter der Technologieforschung bei Bloomberg, mahnt, dass Alphabets Anforderungen Kapital von den Investoren konkurrierender Unternehmen abziehen könnte. Das könnte insbesondere die Börsengänge von SpaceX, OpenAI und Anthropic treffen.
„Es gibt nur eine begrenzte Menge an Kapital, die man allozieren kann – selbst an den öffentlichen Märkten“, erklärt Singh und fügte hinzu: Wenn Investoren „ihr Kapital in TPUs investieren, weil sie diesen Bereich aufgrund der Wachstumsaussichten von Google als attraktiv erachten, dann schadet dies den neuen Börsengängen, auch wenn es sich dabei um sehr wachstumsstarke Unternehmen handelt.“
Allerdings befinde sich Alphabet in einer Sonderposition, da der Google-Konzern aufgrund der eigenen TPUs nicht komplett von Nvidia abhängig ist. Das dürfte die Kapitalerhöhung selbst für vorsichtige Investoren attraktiv machen. Neben Berkshire Hathaway haben auch andere bekannte Investmentunternehmen wie JPMorgan Chase sowie Morgan Stanley Alphabet Finanzzusagen gegeben.
Lesen Sie auch
(fds)