Datenschutz & Sicherheit
Anonymisierendes Linux: Tails 7.8 macht Thunderbird zur Zusatzsoftware
Die anonymisierende Linux-Distribution Tails schließt in der neuen Version 7.8 die jüngst entdeckten Kernel-Lücken. Außerdem wirft sie Thunderbird aus der Basis und bietet das Mailprogramm nun nur noch als Zusatzsoftware an.
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In der Versionsankündigung schreiben die Tails-Entwickler, dass sie Thunderbird nun wie angekündigt auslagern. Mit dem Release von Tails 7.5 Ende Febrauar hieß es, dass Thunderbird künftig als Zusatzsoftware installiert werde, um die Sicherheit zu verbessern. Die Funktionen „Zusätzliche Software“ und „Thunderbird E-Mail-Client“ müssen Interessierte beim persistenten Speicher dazu aktivieren. Bei jedem Start von Tails wird Thunderbird dann aus dem persistenten Speicher neu installiert.
Das soll dem Problem abhelfen, dass aufgrund des Thunderbird-Release-Zeitplans stets kurz nach Veröffentlichung einer neuen Tails-Fassung der E-Mail-Client bereits wieder in veralteter Fassung dabei war, die zudem mit Sicherheitslücken gespickt ist. Im persistenten Speicher lässt sich das Paket zur Installation rasch auffrischen, was Tails automatisch erledigt. Ein Dialog namens „Thunderbird Migration“ nach der Installation soll die Umstellung vereinfachen. Das Mailprogramm fliegt damit aus der Liste an Standard-Software in Tails raus.
Weitere Änderungen in Tails
Das Tails-7.8-Release stopft zudem weitere Kernel-Schwachstellen, nachdem das Notfallupdate auf Tails 7.7.3 in der vergangenen Woche bereits die DirtyFrag-Rechteausweitungslücke im Linux-Kernel ausgebessert hat. Dazu gehört etwa die Fragnesia-Lücke (CVE-2026-46300, CVSS 7.8, Risiko „hoch“). Außerdem verhindert das Update einen Sandbox-Ausbruch aus Flatpaks mittels Yelp. Der Tor-Browser ist in Version 15.0.14 dabei, die auf Firefox ESR 140.11 aufsetzt – der seinerseits einige Sicherheitslücken schließt.
Die aktuelle Version steht als Abbild für USB-Sticks bereit, mit denen man dann fremde Rechner starten und sich damit im Netz bewegen kann, ohne verräterische Spuren zu hinterlassen oder um Zensurmaßnahmen zu umgehen. Ein ISO-Image zum Brennen auf DVD oder zum Starten in der VM ist ebenfalls verfügbar.
(dmk)