Datenschutz & Sicherheit
Anthropic öffnet Mythos: EU-Cyberagentur soll Zugriff erhalten
Anthropic soll der EU-Agentur für Cybersicherheit ENISA Zugang zu seiner Cyber-KI Mythos gewähren und die Behörde in „Project Glasswing“ aufnehmen, berichtet Bloomberg. Darauf hatten zunächst vor allem US-Partner Zugriff, darunter Regierungsstellen, Unternehmen sowie mehrere Banken. Auch das britische AI Security Institute durfte Mythos bereits testen. Ziel ist es, mithilfe von Mythos kritische Software abzusichern, bevor vergleichbare Fähigkeiten breiter verfügbar werden. Laut Bloomberg ist ENISA die erste EU-Behörde mit Zugriff auf Mythos.
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Ein Sprecher der EU-Cybersicherheitsagentur ENISA bestätigte gegenüber der Financial Times zwar Gespräche über einen Zugang zu Mythos, betonte jedoch, dass über die Bedingungen noch verhandelt werde. Dazu gehöre auch, wie weit der Zugriff des US-Unternehmens auf EU-Systeme reicht, wenn europäische Stellen Mythos benutzen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen.
Auch die EU-Kommission bestätigte Gespräche mit Anthropic. Die Kommission habe mehrere produktive Treffen mit dem Unternehmen geführt und begrüße die jüngsten Entwicklungen zu einem möglichen Zugang, sagte ein Sprecher gegenüber Bloomberg, ohne einen Zeitplan zu nennen. Vertreter der EU-Kommission waren laut den Berichten in der vergangenen Woche nach San Francisco gereist, um mit Anthropic über eine Aufnahme in „Project Glasswing“ zu verhandeln.
Die Cyber-KI-Bedrohung endet nicht bei Mythos
Die EU hat seit der Vorstellung von Mythos im April auf Zugang gedrängt, lange Zeit jedoch erfolglos. Anthropic verwies bei der begrenzten Freigabe immer wieder auf die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit des Modells beim Auffinden von Sicherheitslücken und dem damit verbundenen Missbrauchspotenzial.
Anthropic stellte vergangene Woche eine breitere Freigabe in Aussicht, sprach dabei aber von „Modellen der Mythos-Klasse“. Die derzeit im Rahmen von Project Glasswing getestete Version „Claude Mythos Preview“ soll laut Anthropic nicht allgemein verfügbar gemacht werden.
Europäische Banken suchen derweil nach eigenen Wegen, sich auf die Cyber-KI-Bedrohung vorzubereiten. BNP Paribas etwa baute seine Partnerschaft mit dem Pariser KI-Start-up Mistral AI aus und bereitet sich auf eine neue Generation leistungsfähiger Cyber-KI-Modelle vor. Denn selbst wenn die EU Zugang zu Mythos erhält, sind die Gefahren durch KI-gestützte Cyberangriffe damit nicht gebannt.
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(tobe)