Apps & Mobile Entwicklung
Apple Foundation Modelle: Stärkste KI-Modelle laufen lokal erst ab iPhone 17 Pro
Auf der WWDC 2026 hat Apple neue KI-Funktionen in Apps und der Sprachassistentin Siri vorgestellt. Fundament der neuen Funktionen ist die nächste Generation an „hauseigenen“ Foundation-Modellen. Was diese können, wie Googles Gemini eine tragende Rolle spielt und welche iPhones unterstützt werden.
Direkt vorab: Apple setzt zwar sehr intensiv auf Googles Gemini, doch wie das Unternehmen auch in den vergangenen Monaten, etwa bei Bekanntmachung des Deals, immer wieder verkündet hatte, entwickelt Apple weiterhin eigene KI-Modelle – nur eben verwebt mit Googles Gemini-Modellen. Hierfür nutzt der Konzern auch keine öffentlichen Versionen von Gemini, sondern eigene, zusammen mit Google entwickelte Modelle. Was diese besonders macht und wie sie im Vergleich zu den öffentlichen Modellen abschneiden, bleibt noch unklar.
Multi-Modale KI-Modelle
Die neue Architektur ermöglicht es erstmals, dass Apple Intelligence multimodal auf Anfragen reagieren und auch das Internet durchsuchen kann. Die neuen Modelle werden im Zuge dessen auch erstmals Reasoning beherrschen, erklärt der Konzern. Ab sofort können Apples KI-Modelle selbst Bilder, Text und Sound verstehen.
Beide Modelle zusammen sollen es dem iPhone-Konzern ermöglicht haben, die nächste Generation von „hauseigenen“ KI-Modellen zu entwickeln, die einerseits in der neuen Siri vorhanden sind, aber auch in Safari, Fotos und Co. stecken werden. Dabei gibt es Modelle in unterschiedlichen Größen, die je nach Umfang dann sogar wie gehabt in der Cloud laufen (müssen). Lokale Modelle wird es jedoch weiterhin geben.
Diese neuen Funktionen basieren auf der nächsten Generation der Apple Foundation Modelle, die in Zusammenarbeit mit Google und deren Gemini Modellen speziell für tief integrierte Apple Intelligence Erlebnisse entwickelt worden sind. Diese neuesten Modelle laufen direkt auf den Geräten sowie auf Servern mit Private Cloud Compute.
Apple
Funktionen im Detail
Im Detail gibt es vier Funktionen, die Apple besonders hervorhebt und die auch speziell bei der neuen Siri zum Einsatz kommen. Die Funktionen werden aber auch an anderen Stellen (wie etwa Apps) verbaut, Siri ist nur die Sprachassistentin, die sie immer zur Hand hat.
Broad World Knowledge und Personal Context
Bei „Broad World Knowledge“ handelt es sich um ein Modell, das „Allgemeinwissen“, wie es Apple nennt, aus dem Internet extrahieren kann, um es im System ausgeben zu können. Mit „Personal Context“ ziehen Modelle hingegen persönliche Informationen aus Chats, Mails und sonstigen Daten des Nutzers. So können in iMessage Erinnerungseintragungen vorgeschlagen oder während eines Anrufs weitere passende Informationen zum Grund des Anrufs angezeigt werden.
On-Screen-Awareness und App-Actions
Mit „On-Screen-Awareness“ kann das KI-Modell die Inhalte auf dem Bildschirm erkennen und erstellt dafür einen Screenshot. Anfragen des Nutzers können so im Kontext der aktuellen Verwendung des Endgeräts beantwortet werden. Über „App-Actions“ erhalten die Modelle zudem die Fähigkeit, Aktionen auf dem Endgerät auszuführen. Damit ist insbesondere die Steuerung von Apps gemeint. Was bisher nur über Shortcuts funktioniert, soll nun vollautomatisiert durch KI-Modelle möglich sein. Siri soll so auch eine E-Mail direkt im Mail-Client vortippen und der Passwort-Manager unsichere Passwörter updaten können.
Weitere Verbesserungen und Funktionen
Zudem gibt es jetzt ein automatisches, KI-gestütztes systemweites Korrekturlesen. Die Bild-Modelle wurden stark verbessert und befeuern zahlreiche KI-Bild-Funktionen für Genmojis oder in der Fotos-App.
Datenschutz und Cloud-Aufteilung
Für Apple soll Datenschutz weiterhin „nicht verhandelbar“ sein. Der Konzern will für die neue Siri weiterhin auf lokale sowie Cloud-Modelle setzen. Letztere sollen jedoch keine Daten speichern und die Daten auch nur für die jeweiligen Anfragen verarbeiten. „Externe Experten“ sollen diese Datenstruktur überprüfen können. Details dazu teilt Apple auf der Keynote nicht.
Limits und beste Leistung nur auf iPhone 17 Pro
Apple führt mit den neuen Modellen erstmals Nutzungslimits für die eigenen KI-Funktionen ein. Besonders aufwendige Funktionen, die leistungsstarke Modelle in der Cloud benötigen, sollen tägliche Limits erhalten. Hier nennt der Konzern unter anderem das Generieren von Bildern. Nutzer, die über ein iCloud+-Abo verfügen, sollen höhere Limits erhalten. Genaue Details zu Token-Budget und Verbrauch nennt Apple noch nicht.
Die beste Leistung soll es zudem nur auf den aktuellsten Geräten geben: Nur das iPhone 17 Pro und das iPhone Air sollen lokal Spitzenleistung liefern. Auf dem Mac wird mindestens ein M3 und auf dem iPad ein M4 benötigt. In allen Fällen sind 12 Gigabyte an RAM Pflicht, um die neuen größeren lokalen Modelle ausführen zu können. Apple geht nicht ins Detail, welche Vorteile genau für diese Geräte und die größeren Modelle erwachsen. Es wird also vermutlich auch kleinere Modelle geben, die dann aber möglicherweise langsamer Ergebnisse generieren.
Verfügbarkeit
Die neuen Apple Foundational Modelle und damit die nächste Generation von Apple Intelligence stehen ab heute in einer ersten Entwickler-Beta von iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 zur Verfügung. Die neue Siri AI, die auch auf die neuen Modelle setzt, wird unterdessen vorerst nicht in der EU angeboten.