Digital Business & Startups
Arbeiten wir zu wenig? Zwei Unternehmer über Arbeitsmoral
„Die ganz krassen Hustler finde ich nicht mehr“: Im Podcast „Royal GS“ sprechen Nikita Fahrenholz und Martin Eyerer über Arbeit, Ehrgeiz und Produktivität.
Geht es nach Friedrich Merz, sollen die Deutschen „wieder mehr und vor allem effizienter“ arbeiten. Mit dieser Aussage löste er bundesweit Diskussionen aus. Auch Nikita Fahrenholz (Gründer von Delivery Hero & Fahrengold) und Martin Eyerer (Ex-CEO Factory Berlin, Unternehmer, Techno-DJ) sprechen darüber in der neusten Folge unseres Podcasts Royal GS.
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Auf die Produktivität kommt es an
Was bedeutet eigentlich „mehr“? Das ist die Frage, die die beiden aufwerfen. Für Eyerer ist ganz klar: „Also die reine Anzahl der Stunden ist eigentlich Quatsch, wenn man es ehrlich betrachtet.“ Entscheidend sei hingegen „die Produktivität pro Stunde“.
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Und die Produktivität, die hänge laut Eyerer mit einem entscheidenden Faktor zusammen – der Motivation beziehungsweise dem Commitment, das Mitarbeitende gegenüber dem Unternehmen haben. Laut einer Gallup-Studie, die Eyerer im Podcast zitiert, lag „der Anteil der emotional hoch gebundenen Beschäftigten in Deutschland“ im Jahr 2024 bei neun Prozent.
Wo sind all die Hustler?
Genau das ist etwas, das Fahrenholz bei manchen Menschen vermisst. „Diese ganz krassen Hustler, und auch bei den jungen Mitarbeitern, die finde ich nicht mehr. Ich habe das Gefühl, die wollen alle immer so eine gute Zeit haben.“ Bei seiner Firma Fahrengold erwarte er aber, dass Mitarbeitende sich committen. Seinem Team habe er mal gesagt: „Du wirst irgendwann wissen, was harte Arbeit ist, wenn du mal wirklich hart gearbeitet hast. Das tut dann weh“, sagt er. „Ich habe meinem Team vor ein paar Jahren gesagt: Ich erwarte, dass wir unseren Wettbewerb outhustlen. Denn das ist die einzige Währung, die am Ende zählt.“
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Fahrenholz nennt im Podcast ein Beispiel, das für ihn der Inbegriff von Entrepreneurial-Hustle ist: Ein Freund von ihm aus Brasilien „hat sich eingeschlossen in eine Strandhütte und hat vier Monate lang eine KI-Firma von Grund auf selbst gecodet“, erzählt Fahrenholz. „Jeden Tag 16 Stunden. Ich habe einen Screenshot gemacht, der sah aus wie so Robinson Crusoe, komplett verbartet, so ganz dünn.“ Aber er habe es geschafft.
Es braucht Vorbilder
Eyerer und Fahrenholz sind der Meinung, dass Fleiß sich auszahle. Dafür müsse man auch nicht immer selbst gründen. Auch in Unternehmen oder Startups kann man Karriere machen. Fahrenholz erzählt zum Beispiel von seinem COO, der als Werkstudent bei Fahrengold anfing und dafür sein Maschinenbaustudium abgebrochen hat. Auch bei Delivery Hero, was später zu einem Konzern wurde, habe er das gesehen. Er sagt, viele Mitarbeitende hätten Karrierewege eingeschlagen, die ihnen später attraktive Jobaussichten bescherten.
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Müssen wir in Deutschland also wieder „härter“ arbeiten? Mit „harter Arbeit“ ist laut Eyerer übrigens gemeint: „viel Zeit und effektiv in der Zeit.“ Das müsse differenziert betrachtet werden, sagen die beiden. Nicht jede Arbeit ist gleich. Pflegekräfte „müssen nicht noch härter arbeiten.“ Vielmehr brauche es wieder einen positiveren „Vibe“ in Deutschland meint Fahrenholz im Hinblick auf Unternehmertum, Erfolg und Arbeit. Und dafür brauchen es laut den beiden Vorbilder. Vor allem in der Politik.
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