Connect with us

Künstliche Intelligenz

Auf den Spuren Leonardo da Vincis: Erbgut entdeckt


Auf der Suche nach dem Erbgut des Renaissance-Wissenschaftlers und -Künstlers Leonardo da Vinci meldet eine Forschergruppe einen möglichen Durchbruch: Auf einer da Vinci zugeschriebenen Kreidezeichnung (nicht im Bild) haben sie männliches Erbgut gefunden. Gewissheit gibt es keine, aber schon die angewandten Methoden sind ein Meilenstein.

Weiterlesen nach der Anzeige

Am Dienstag hat eine Forschergruppe ihre Methoden und Erkenntnisse veröffentlicht. Der noch nicht unabhängig begutachtete Bericht heißt „Biological signatures of history: Examination of composite biomes and Y chromosome analysis from da Vinci-associated cultural artifacts”. Demnach haben sie der Kreidezeichnung, die als „Heiliges Kind” bekannt ist und den Kopf eins Kleinkindes zeigt, mit forensischen Methoden Erbgut-Proben entnommen. Das hatten sie an weniger wertvollen Kunstwerken geübt.

Auf dem „Heiligen Kind” haben die Forscher Erbgut von Bakterien, Pflanzen, Pilzen, Viren und auch einem Mann gefunden, besonders auf der Rückseite. Das Bild dürfe um 1474 entstanden sein, was schon ein bisschen her ist. Inzwischen dürften mehrere Männer mit dem Kunstwerk hantiert haben, weshalb der Fund nicht unmittelbar dem Zeichner zuordenbar ist. Das ist auch der Grund, warum prominentere Werke da Vincis nicht im Fokus stehen: Sie sind durch noch viel mehr Männerhände gegangen und wiederholt gereinigt worden.

Das gefundene männliche Erbgut ist allerdings nicht das Ende der Geschichte, sondern vielleicht ihr Ausgangspunkt. Zunächst konnte jener Mann, der das Bild vor zirka 25 Jahren erstanden hat, als Quelle ausgeschlossen werden.

Allerdings gibt es Briefe und andere Dokumente von Verwandten da Vincis. Auch diese wurden natürlich über die Jahrhunderte beeinflusst. In einem per Daumenabdruck aufgebrachten Wachssiegel haben die Forscher viele männliche Chromosomen gefunden. Der Abgleich von ungefähr 90.000 Basenpaaren hat ergeben, dass beide Proben, jene von der Kreidezeichnung und jene des Verwandten, aus derselben Haplogruppe E1b1b stammen, die in der Toskana verbreitet ist.

Das nicht-menschliche Erbgut ist bei der Spurensuche ebenfalls hilfreich: Es vermittelt ein Profil der in der Umgebung vorhandenen Pflanzen, Bakterien, Pilze und Viren, von Orangenbäumen bis zu Krankheitskeimen. Kein Beweis, aber ein Indiz, das völlig andere Herkunft der Zeichnung ausschließt und das Gesamtbild stützt.

Weiterlesen nach der Anzeige

Als Nächstes wollen die Forscher versuchen, mit Telomer-zu-Telemor-Seuquenzierung die DNS-Daten höher „aufzulösen”, um statt 90.000 vielleicht hunderttausende Basenpaare abgleichen zu können. Parallel laufen Arbeiten an Knochen, bei denen es sich um da Vincis Verwandte handeln könnte. Zudem wurden vor einigen Jahren 14 lebende Verwandte des Renaissance-Stars ausgemacht.

Das überrascht nicht: Zwar hatte der Florentiner, soweit bekannt, keine Kinder, aber väterlicherseits mindestens 22 Halbgeschwister, und mütterlicherseits wohl deren fünf. Leider ist der Verbleib der sterblichen Überreste der Mutter unbekannt, sonst hätten es die Erbgutjäger wesentlich leichter: Mitochondriale Spuren sind vielfach häufiger und damit einfacher zu finden und zu verarbeiten, gehen aber ausschließlich auf die Mutter zurück.

Obwohl es wohl nie gelingen wird, da Vincis Erbgut mit völliger Sicherheit zuzuordnen, hat die Forschergruppe ein Fundament gelegt für die Analyse der Bio-Signaturen jahrhundertealter Kunstwerke. Wie differenziert diese sind, veranschaulichen die Bildtafeln am Ende des Preprint-Papers. Auch für Nicht-Experten.

Beteiligt waren Forscher aus den USA, der Schweiz, Österreich, Italien und Spanien. Federführend waren Harinder Singh, Seesandra V. Rajagopala, Rebecca Hart, Pille Hallast und Mark Loftus.


(ds)



Source link

Künstliche Intelligenz

Google Chrome kommt für ARM64-Linux


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Google will Linux im zweiten Quartal 2026 eine native Version von Chrome für ARM64-Linux-Geräte veröffentlichen. Damit schließt der Konzern eine Lücke, die Nutzer der Plattform seit Jahren bemängeln: Zwar war der quelloffene Chromium-Browser längst für ARM64-Linux verfügbar, doch die proprietären Google-Funktionen fehlten bislang.

Weiterlesen nach der Anzeige

Laut dem Chromium-Blog markiert der Launch „einen wichtigen Meilenstein in unserem Engagement für die Linux-Community und das ARM-Ökosystem“. Chrome für ARM64-Linux soll sämtliche Google-spezifischen Funktionen mitbringen, die Chromium fehlen: Konto-Synchronisierung für Lesezeichen, Verlauf und Tabs, direkter Zugang zum Chrome Web Store ohne Umweg über Entwicklereinstellungen, integrierte Webseiten-Übersetzung sowie Google Pay mit Autofill. Hinzu kommen Sicherheitsfunktionen wie Enhanced Protection in Safe Browsing, die mithilfe von KI vor Phishing und Malware schützen sollen, sowie der Google Password Manager mit Breach-Monitoring.

Google hatte Chrome bereits 2020 nativ für ARM-basierte Macs und 2024 für ARM-Windows bereitgestellt. Linux war die letzte große Plattform ohne native ARM64-Unterstützung. Die Installation soll über chrome.com/download möglich sein.

Wer bereits jetzt einen vollwertigen Browser auf ARM64-Linux nutzen möchte, kann Firefox nutzen: Mozilla bietet seinen Open-Source-Browser seit 2025 mit nativen ARM64-Linux-Builds an. Microsoft Edge hingegen unterstützt ARM64-Linux nach wie vor nicht offiziell; für Linux gibt es lediglich x86_64-Builds.


(fo)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Tinder jetzt auch mit Events, live und mit KI


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Offline neue Kontakte knüpfen – das ist der neue Plan von Tinder. Der Online-Dating-Dienst bietet eine ganze Reihe neuer Funktionen an. Das klassische Modell des Swipens auf dem Sofa scheint langsam abgelöst zu werden. Zuletzt hatten das auch die Nutzerzahlen bestätigt. Online-Dating ist zumindest bei jüngeren Leuten nicht mehr so beliebt wie früher.

Weiterlesen nach der Anzeige

Die Events sollen allerdings zunächst in Los Angeles getestet werden. Es geht dabei nicht um Events, die Tinder veranstaltet, sondern darum, Matches bei Events zu finden. Die App bekommt eine Discovery-Funktion, in der Veranstaltungen auftauchen. Man kann dann selbst angeben, vor Ort sein zu werden. Tinder schreibt in der Ankündigung, es könne sich sowohl um Quizabende als auch Töpferkurse handeln.

Offenbar auch außerhalb der USA soll es ein neues Video-Speed-Dating geben. Das sind Live-Video-Chat-Events, bei denen man also in Echtzeit Leute kennenlernen kann. Erste Veranstaltungen sind für das Frühjahr geplant. Drei Minuten haben Teilnehmer, sich kennenzulernen und zu entscheiden, ob es ein Match ist. Dann lässt sich die Gesprächszeit verlängern.

Und weil die Welt nicht ohne KI auskommt, setzt freilich auch Tinder auf diese Hilfe. KI soll passendere Matches vorschlagen. Chemistry nennt sich die Funktion, die zunächst in Neuseeland und Australien getestet wurde und nun in die USA und nach Kanada kommt. Warum die EU weiterhin außen vor bleibt, ist unklar.

Die Match Group, die hinter Tinder und auch der Dating-App Hinge steckt, hat eine Kooperation mit OpenAI. Entsprechend dürften GPT-Modelle für die KI-Funktionen genutzt werden. Um welche Version es sich genau handelt, ist allerdings ebenfalls nicht bekannt.

Lesen Sie auch

Um Chemistry zu nutzen, kann man Tinder – oder eben OpenAI – Zugriff auf die eigene Fotobibliothek geben. Daraus leitet die KI dann „Insights“ ab, die auf die Persönlichkeit schließen. Der Learning-Mode soll in Echtzeit lernen, bei welchen Typen man einen grünen Daumen gibt und entsprechend eher weitere Personen vorschlagen, die dazu passen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Zur Sicherheit und als Identitätsnachweis muss jeder Nutzer und jede Nutzerin künftig eine Selfie-Prüfung durchlaufen – die wird nun global eingeführt.

KI überprüft zudem bereits das Geschriebene. Bei potenziell verletzender Sprache fragt Tinder nach, ob man das wirklich abschicken möchte. Wer eine erhaltene Nachricht unangemessen findet, kann dies direkt melden. Möglicherweise respektlose Inhalte werden verpixelt.

Zu den bereits vorhandenen Modi, College-Mode und Double-Date-Mode, führt Tinder einen Music-Mode ein. Dahinter verbirgt sich, dass man sein Konto mit dem von Spotify verbinden kann und ein Gegenüber den eigenen Musikgeschmack entdecken kann. Außerdem gibt es künftig einen Astrology-Mode – dabei geht es, na klar, um passende Sternzeichen. Nicht, dass einem Krebs noch ein Widder vorgeschlagen wird.


(emw)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

DFA: Nächstes EU-Gesetzeswerk vor dem Kippen?


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

In den kommenden Monaten sollte er eigentlich vorgestellt werden: ein Vorschlag der EU-Kommission für besseren Verbraucherschutz. Doch seit Monaten wird daran gezweifelt, ob es den „Digital Fairness Act“ (DFA) so wirklich braucht. Mit einem offenen Brief fordern 115 Wissenschaftler und 85 Organisationen von der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten nun ein klares Bekenntnis zu einem starken Digital Fairness Act. Zu den Unterzeichnern gehören neben den Verbraucherschutzorganisationen auch der Chaos Computer Club (CCC), LobbyControl, Save the Children und die Deutsche Umwelthilfe.

Weiterlesen nach der Anzeige

Die Unterzeichner fordern in ihrem Brief, der heise online vorliegt, unter anderem „verbindliche Vorschriften für Dark Patterns, süchtig machendes Design, unlautere Personalisierung, Influencer-Marketing und unlautere Praktiken in Videospielen“. Wesentlicher Bestandteil des DFA dürften vor allem verbraucherrechtliche Regelungen werden, also konkrete Regelungen zum Verbrauchervertragsrecht und zu unlauteren Werbemethoden, aber auch zur Zusammenarbeit der zuständigen Stellen über die Einzelstaatsgrenzen hinaus.

Die Europäische Union strebt einen einheitlichen digitalen Binnenmarkt an, bei dem Unternehmen und Verbraucher möglichst keinen mitgliedstaatsspezifischen Vorschriften, sondern einem EU-weit einheitlichen Rechtsrahmen unterliegen sollen. Innerhalb der EU-Kommission und auf Seiten der IT-Wirtschaft wurden bereits mehrfach Umfang und Notwendigkeit des Digital Fairness Act diskutiert.

Die für Deutschland im Rat der Mitgliedstaaten zuständige Justiz- und Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte sich vor einem Monat noch klar für einen starken DFA ausgesprochen. Im schwarz-roten Koalitionsvertrag sind zumindest weite Teile des Vorhabens als wünschenswert benannt.

Allerdings wird derzeit in Brüssel im Zuge von Deregulierungsvorhaben wie dem Digital-Omnibus über eine weitere Vereinheitlichung und Verschlankung der EU-Gesetzgebung verhandelt. Bei dieser könnten auch Teile des geplanten DFA bereits vorweggenommen, und andere Teile wie die Influencer-Vorgaben könnten im Rahmen der anstehenden Überarbeitung der Richtlinie über Audiovisuelle Mediendienste (AVMD) adressiert werden.


(afl)



Source link

Weiterlesen

Beliebt