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Beliebte Chat-Plattform gibt sich vorerst geschlagen


Es waren nicht nur Gamer, die Kritik an den Plänen von Discord übten, in naher Zukunft eine globale Alterskontrolle für den Dienst auszurollen. Die Pläne der beliebten Chat- und Forenplattform liegen jetzt vorerst bis auf Weiteres auf Eis.

Ursprünglich sollte schon im März eine Verifizierung des Alters der Nutzer von Discord starten. Der Aufschrei unter den Anwendern war jedoch so groß, dass man nun einen Rückzieher macht. Die Gründe für die Kritik waren vielfältig. Auch die Zahl der Anwender, die ihre Abos gekündigt haben, dürften eine wichtige Rolle für die geänderten Pläne gespielt haben. Die Integration der Altersprüfung ist jedoch nur temporär. Bis zum nächsten Anlauf soll sich einiges ändern.

Altersprüfung bei Discord: Aufgeschoben, nicht aufgehoben

In dem Blog-Post schreibt der CTO und Mitgründer von Discord, Stanislav Vishnevskiy, dass man sich bereits vor der ursprünglichen Ankündigung der Pläne bewusst war, wie kontrovers sie sein würden. Im Nachhinein habe man jedoch erkannt, dass man etwas detaillierter über die geplante Altersprüfung hätte sprechen müssen.

Viele Nutzer der beliebten Onlineplattform dachten, dass die Prüfung für alle Konten kommen würde. Das war einer der Gründe für den großen Aufschrei. Gleichzeitig distanzierte sich Discord vor einigen Tagen von seinem Partner Persona, nachdem dieser in die Kritik geraten war.

Nun will Discord klarstellen, dass nicht jeder Anwender für die Nutzung des Dienstes einen Scan des Gesichts oder einen Ausweis hochladen muss. Vishnevskiy schreibt: „Das ist zwar nicht die Realität, aber die Tatsache, dass so viele Menschen das glauben, zeigt uns, dass wir bei unserer grundlegendsten Aufgabe versagt haben: klar zu erklären, was wir tun und warum. Das ist unsere Schuld.“ Gleichzeitig will man in Zukunft andere Wege ermöglichen, mit denen Nutzer ihr Alter verifizieren können. Als Beispiel nennt man eine Kreditkarte.

Nach Angaben von Discord werden mehr als 90 Prozent der Nutzer niemals ihr Alter bestätigen müssen. Dies liegt unter anderem daran, dass die meisten Anwender niemals Zugriff auf Material wünschen, das nur für Erwachsene gemacht ist. Gleichzeitig hat man bereits Systeme im Einsatz, die vollautomatisch das Alter bestimmen. Wie genau diese funktionieren, will man später in einem technischeren Bericht dokumentieren.

Wenn Ihr zu den anderen 10 Prozent gehört, die das Alter bestätigen müssen, aber nicht wollen, wird sich nicht viel ändern. Ihr behaltet Euren Account, die Server, Eure Freundesliste, Eure Nachrichten und den Sprach-Chat. Die einzigen Dinge, die Ihr nicht sehen werdet, sind die Inhalte, die hinter der Alterschranke liegen. Außerdem könnt Ihr einige Einstellungen nicht ändern, die dafür vorgesehen sind, „Teens“ zu schützen.

Aktuell plant Discord, dass der zweite Anlauf zur Altersprüfung in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen soll. In einigen Ländern, darunter Großbritannien, Australien und bald Brasilien, ist aufgrund existierender Gesetze bereits ein System wie k-ID in Betrieb, um die Altersprüfung durchzuführen.

Mehr Transparenz

Gleichzeitig will man auch die Transparenz erhöhen, wenn es um die eigenen Partner geht. Discord-Nutzer sind hier ebenfalls bereits skeptisch. Im vergangenen Jahr gab es einen Sicherheitsvorfall bei einem Discord-Partner, bei dem unter anderem die Ausweise von 70.000 Anwendern durchgesickert sind. Mit diesem Unternehmen arbeite man nicht länger zusammen, und man habe aus dem Vorfall gelernt.

In Zukunft will das Unternehmen offenlegen, mit welchen Dienstleistern Discord zusammenarbeitet. Das soll auch die Art und Weise beinhalten, wie mit Euren Daten umgegangen wird. Gleichzeitig will man auch mehrere Anbieter zur Auswahl stellen, um die Verifizierung durchzuführen.

Man hat außerdem eine neue Anforderung festgelegt: Jeder Partner, der eine Altersbestimmung anhand eines Gesichts-Scans anbietet, muss diese vollständig auf Eurem Gerät durchführen. Erfüllt ein Unternehmen diese Anforderung nicht, wird Discord nicht mit diesem zusammenarbeiten.



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