Künstliche Intelligenz
Bericht: Meta will überschüssige Kapazität aus KI-Rechenzentren vermieten
Facebook-Mutter Meta möchte laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg ins Geschäft mit KI-Cloud-Infrastruktur einsteigen. Der Plan ist demnach, die nicht selbst benötigten Kapazitäten der derzeit massiv ausgebauten KI-Rechenzentren zu vermieten. Mit seiner „Meta Compute“-Initiative will das Unternehmen laut Bericht dabei einen Geschäftszweig aufbauen, der sowohl den Zugang zu reiner Rechenkapazität als auch zu verschiedenen KI-Modellen verkauft, die in Metas Rechenzentren laufen. Hochrangige Manager wie etwa der Infrastruktur-Chef Santosh Janardhan seien mit der Initiative betraut.
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Damit würde Meta einerseits Angeboten wie Amazon Bedrock Konkurrenz machen und andererseits auch ins Geschäftsfeld der Neoclouds wie CoreWeave und Nebius vordringen. Die Aktien der letzteren beiden Unternehmen gaben nach Veröffentlichung des Bloomberg-Berichts deutlich nach, die Meta-Aktie machte hingegen einen kurzfristigen Satz nach oben. Meta gab zu dem Bericht keine Stellungnahme ab, Bloomberg beruft sich auf anonyme Insider.
Meta-Chef Mark Zuckerberg hat laut Bloomberg bereits im Mai in einer Telefonkonferenz erklärt, dass deR Konzern die Cloud-Vermietung erwäge. „Fast jede Woche wenden sich verschiedene externe Unternehmen an uns und bitten uns entweder, einen API-Dienst einzurichten, oder fragen, ob wir Rechenleistung haben, die sie von uns zu einem Aufpreis gegenüber unseren Anschaffungskosten erwerben könnten“, sagte Zuckerberg damals. Er ergänzte: „Wir haben das bisher noch nicht getan, weil wir glauben, dass wir eine Verwendung für diese Rechenleistung haben.“ Wenn sich die Lage ändere, liege die Option aber auf dem Tisch.
SpaceX verkauft schon Cloud-Kapazitäten
Meta dürfte so ein neues Geschäftsfeld dabei helfen, seine enormen Investitionen in KI-Infrastruktur rentabel zu machen. Das Unternehmen schraubte in diesem Jahr nach nur drei Monaten die Ausgaben für KI-Infrastruktur noch einmal nach oben. Für das laufende Jahr stellt Meta nun Kapitalinvestitionen zwischen 125 Milliarden und 145 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die vorherige Spanne lag bei 115 Milliarden bis 135 Milliarden US-Dollar. 2025 gab der Konzern vor allem für den Ausbau von KI-Rechenzentren gut 72 Milliarden US-Dollar aus.
Elon Musks Unternehmenskonglomerat SpaceX agiert bereits als KI-Cloudanbieter. Die Kapazitäten des „Colossus“ genannten Rechenzentrums-Clusters, den das jetzt zu SpaceX gehörende KI-Unternehmen xAI gebaut hat, werden auch an Google, Anthropic und seit kurzem an das Start-up Reflection AI vermietet. Anthropic überweist SpaceX dafür monatlich 1,25 Milliarden US-Dollar, Google 920 Millionen US-Dollar. Manche Beobachter sehen darin auch ein klares Zeichen dafür, dass die KI-Modelle von xAI keine große Nachfrage erzielen und die gebaute Kapazität deutlich über dem eigenen Bedarf liegt.
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(axk)