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Berlin Design Week 2026: Design braucht eine laute Stimme, lauter als bisher › PAGE online


Der Auftakt brachte abwechslungsreiche Themen und gegensätzliche Meinungen an einen Tisch. Mit der Hauptstadt im Fokus ging es um konkrete Wünsche an die Designszene – auch über die Stadtgrenzen hinaus. Die zahlreichen Wortmeldungen aus dem Publikum machten das Panel wunderbar lebendig!

Berlin Design Week 2026: Design braucht eine laute Stimme, lauter als bisher › PAGE online
v. l. n. r.: Ake Rudolph (IDZ), Regina Hanke (BEDA), Julia Krüger (Senior Innovation Manager Kreativ- und Medienwirtschaft, Berlin Partner), Dara Sepehri (Deutscher Designtag), Alexandra Klatt (state of DESIGN GmbH, Berlin Design Week) // Foto: PAGE-Redaktion

 

20 Jahre Berlin UNESCO City of Design, 10 Jahre Berlin Design Week. Wenn das kein Grund zum Feiern, Netzwerken und Debattieren ist! Am Donnerstag startete die Berlin Design Week in Kreuzberg in der »Macherei« unter dem Motto »Design Real«. In Zeiten, in denen sich wahnsinnig viel verändert und alles ständig in Bewegung ist, scheint dieses Motto mehr als passend – wenn nicht gar absolut notwendig. Denn wir müssen reden: über alles, was sich bewegt, was Design heute eigentlich ist und wo Gestaltung verortet sein kann.

Beim Auftakt der Berlin Design Week hatte sich am vergangenen Donnerstag im Anschluss an die Short Bits zum »Design Day Panel« eine Runde unterschiedlicher Stakeholder auf der Bühne zusammengefunden.

Unter der Moderation der Gründerin und Leiterin Alexandra Klatt (state of DESIGN GmbH, Berlin Design Week) diskutierten Julia Krüger (Senior Innovation Manager Kreativ- und Medienwirtschaft, Berlin Partner), Dara Sepehri (Deutscher Designtag), Regina Hanke (BEDA) und Ake Rudolph (IDZ).

Design-Lobby, Design-Disziplinen, Design-Strategien

Und es wurde rege debattiert! Über Politik, Forschung und Design und natürlich über die Schnittstellen dazwischen. Während des Panels ging es stets hin und her, zwischen Themen, zwischen den Sprecher:innen und auch – besonders erfreulich! – zwischen Publikumsmeldungen. Es bestand ein sehr großes Interesse daran, Meinungen auszutauschen und über verschiedene Fragen zu diskutieren: Was kann die so unterschiedlichen Design-Disziplinen, mit denen wir es zu tun haben, trennen, aber was eint sie gleichermaßen? Ist Design eher ein offenes Feld oder bleiben es »abgegrenzte« Disziplinen? Wer ist eigentlich die »Design-Lobby«, wenn die Designwirtschaft in Deutschland so fragmentiert ist? Die eine Person kann es ja gar nicht geben. Manche mochten übrigens den Begriff Lobby weniger gern.

Und weiter: Was kann Design für Strategien entwickeln, um Brücken in den Markt zu bauen? Welche Vision von Design gibt es für die Zukunft? Es wurde dazu beispielsweise kommentiert, dass es die eine Vision nicht geben könne, weil Designer:in X aus einem Großkonzern völlig andere Bedürfnisse hat als Designer:in Y aus dem Freelance-Bereich.

Es gab noch viele weitere Fragen, die in diesem Rahmen nur angeschnitten werden konnten. Eines wurde jedoch klar: Der Bedarf an Austausch ist groß, da viel Umbruch und Unsicherheit herrschen.

Ist Berlin cool als Designstandort?!

Die Stimmen aus dem Publikum zeigten: Für die einen ist Berlin gar kein cooler Designstandort, für die anderen eben doch. Viele Kreative empfinden die fragmentierte Landschaft als anstrengend und unübersichtlich. Gleichzeitig bewegt sich enorm viel: Vor allem die New-Media-Szene sei in Berlin stark aufgestellt, und auch die Pictoplasma wurde als wegweisende, wichtige Veranstaltung hervorgehoben.

Die Hauptstadt musste allerdings auch Kritik einstecken und wurde als hässlich bezeichnet, was gewissermaßen stimmt, aber eben stark davon abhängt, wo genau man sich gerade befindet. Sicher ist, dass Berlin als Designstandort eigensinnig ist und – wie es eine Stimme aus dem Publikum charmant ausdrückte – ein gutes Herz hat. Manche lieben sie, manche weniger. Aber genau das macht die Stadt zu einem pulsierenden Ort, der immer wieder Zündstoff für Diskussionen parat hält.

Wünsche an die Designszene

Letztlich konnten viele gestellte Fragen natürlich nur in Teilen oder nicht richtig final beantwortet werden, was in einem circa einstündigen Panel auch nicht das primäre Ziel ist. Wichtig ist schließlich, die Fragen überhaupt zu stellen. Passend dazu forderte Moderatorin Alexandra Klatt die Runde zum Abschluss auf, ihre konkreten Forderungen an die Kreativbranche zu formulieren. Heraus kamen einige konkrete Wünsche! Darunter:

Alle Designschaffenden sollten ein Teil von Designverbänden, Netzwerken oder Kreativ-Communitys sein und so einen kleinen Beitrag zur Kreativwirtschaft und die gesamte Netzwerkkultur leisten. Gewünscht wird außerdem eine Strategie, um Design und die Szene zu transformieren und weiter voranzutreiben. Denn Design kann und sollte Brücken in die Märkte bauen. Und wir müssen uns weiter die Frage stellen, wo Design in der Zukunft Mehrwert schaffen kann. Es braucht lokal bezogen obendrein eine Art »Berlin-Strategie«.

Das Wichtigste überhaupt: Design braucht zukünftig eine sehr laute Stimme. Lauter als bisher.



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