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Best-of Kreation 2025! › PAGE online


Stylischer Fußball, sportliche Tomaten, kunterbunter Katholizismus und Sonnenlicht als Identity: Diese 15 Arbeiten haben uns 2025 besonders gefallen.

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©Smith

Das sind die 15 Projekte, die uns 2025 verblüfft haben, die uns am stärksten in Erinnerung geblieben sind und uns nachhaltig beeindruckt haben:

Auch so kann Fußball aussehen!

Was zählt, ist das Spiel und nicht das Geschlecht, sagen die Kreativen von NORD ID aus Skandinavien – und haben die dänische Frauenfußball-Liga mit einem umwerfenden Rebranding versehen. Das ist so lebendig und umwerfend schön und vibriert dabei nur so vor Dynamik, dass man sich nicht sattsehen kann.

Hier geht es zu dem mutigen – und sehr stylischen – Redesign.

Klassisches Wirtshaus trifft hippes Hotel!

Wie bringt man ein traditionelles Wirtshaus und ein modernes Boutique-Hotel zusammen? Hochburg Design zeigt, wie das geht: mit ihrem packenden Branding von Graser & hoy, zwei Betrieben, die jedes für sich ein Erlebnis sind – und erst recht zusammen. Und das im altehrwürdigen Bamberg.

Hier geht es zu dem Design, das kombiniert, was auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammengehört.

Öfter mal NO sagen!

Mit Neukölln verbindet man nicht unbedingt eine Oper. Warum man das aber sollte, zeigt das Kreativstudio Smith mit dem neuen Branding der Oper Neukölln, das so mitreißend wie einladend ist  – und sehr Neukölln!

Hier geht es zu dem herrlich unkonventionellem Opern-Design.

Endlich! JvM zeigt Fußballerinnen in ihrem eigenen Stil

Clever, launig und sehr schick – und dazu läuft Barockmusik: Jung von Matt und Google Pixel zeigen die Deutsche Frauenfußball-Mannschaft auf ganz neue Weise. Und das stylisch und pointiert, mit Perlenkette zum Trikot und Kopfball-Training inmitten von Skulpturen – und vor allem endlich befreit von den Klischees des Männerfußballs!

Hier geht es zu der emanzipatorischen Kampagne.

Neue Banknoten für die Schweiz!

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bringt eine neue Banknotenserie heraus: 12 geladene Kreativteams haben dafür Konzepte vorgelegt. Und die sind so aufregend und eindrücklich, dass die Entscheidung, an der auch die Bevölkerung teilnimmt, schwerfallen muss. Aber das nützt nichts, das Timing steht und das Ergebnis wird in den nächsten Wochen verkündet …

Hier geht es zu den aufregenden Banknoten-Designs.

Licht und Schatten werden zu einer Identity

Das Bottega in Brooklyn ist ein Café, das zum Bleiben einlädt und das mit einer Identity von Pentagram-Partner Andrea Trabucco-Campos, gefeiert für seine konzeptionellen Ideen, sein tiefes Designwissen und einem ganz aktuellen Style. Das alles zeigt auch diese Identity, die im Laufe des Tages durch den Raum wandert – und dabei unique und sehr cool ist.

Hier geht es zu der Identity, die wie eine Sonnenuhr funktioniert.

Bild: Bedow

Sportliche Typen: Bedow’s Briefmarkenset

Björn Borg, Ingemar Stenmark, Anja Pärson, Sarah Sjöström & Armand Duplantis: Zum 100. Geburtstag von Schwedens wichtigstem Sportpreis, dem Bragdguldet, hat das schwedische Kreativstudio Bedow ein Briefmarkenset gestaltet, das große schwedische Sportler:innen und Journalismus clever und elegant zusammenbringt.

Hier geht es zu dem typografisch-minimalistischen Design.

Spürst dich noch? Karl Anders rebranded das Volkstheater Wien!

Das Hamburger Branding Studio Karl Anders hat seine neue Dependance in Wien mit einem Paukenschlag eröffnet: Mit dem Creative Director Matthias Alber und mit dem Rebranding des Volkstheaters Wien, das so leuchtend wie rasant und emotional ist, Komplexität aushält – und Haltung zeigt.

Hier geht es zu dem energetischen Redesign.

Gemeinsam Kindheit gestalten: EIGA branded Kita-Träger Katholino

Wie vereint man über 500 Kitas unter einer Marke? Und wie präsentiert man Kitas in diesen herausfordernden Zeiten überhaupt? Für Katholino, dem neu gegründeten katholischen Kita-Träger, hat EIGA eine kunterbunte und mitreißende Antwort gefunden.

Hier geht es zu dem Markenauftritt, der so verspielt wie inklusiv ist.

Käse mit Botschaft

Schon etwas aufgefallen im Käseregal? Da sieht man jetzt Packagings, wie man sie noch nicht kannte. Mit Illustrationen von Danii Pollehn, Josephine Rais und Moritz Adam Schmitt versehen, feiern sie in der Milram Design Edition Vielfalt und Gemeinschaft.

Hier geht es zu den farbenfrohen, illustrierten Packagings.

Es ist eine dieser Kampagnen, von denen es immer weniger zu geben scheint und die mit einem kleinen Twist große Freude machen und auf das schönste die Kreativität feiern.

So wie Heinz Ketchup zu den 15. Nationalen Sportspielen Chinas. Dabei konzentrierte sich die Kreativagentur Heaven & Hell Shanghai ganz auf den Strunk von Tomaten und verwandelte ihn in zahlreiche Sportarten.

Hier ist diese wunderbar verblüffende Kampagne zu sehen.

Lesen, bis der Zug kommt: Bahn-Kampagne mit Anspruch – und KI

Das ist doch mal eine Initiative! Martin Luther Kings »I Have a Dream«, Jules Vernes »20.000 Meilen unter dem Meer« oder Malala’s aufrüttelnde Rede über Bildung: Ogilvy verwandelt das Warten auf den Zug in spannende Leseerlebnisse für alle. Die ersten Lese-Flächen sind unter anderem an Bahnhöfen in Berlin, München, Frankfurt am Main und Dresden zu sehen, weitere sind geplant.

Hier geht es zu der engagierten Kampagne.

Wherever Life Goes

Ikea zeigt einmal mehr, wie tolle Werbung geht. Und das mit einer neuen Kampagne, in der kein einziges Produkt zu sehen ist. Stattdessen erzählen kleine Preisschilder große Geschichten von den Veränderungen im Leben. Und, was für Chancen das gleichzeitig sind.

Hier geht es zu der klug reduzierten und dennoch emotionalen Kampagne.

Auch so kann Labordiagnostik aussehen!

Die gerbion GmbH & Co. KG ist auf molekulare Labordiagnostik spezialisiert – und das jetzt mit einem umwerfend lyrischen Erscheinungsbild des Stuttgarter Designstudios hellofarm. Darin geht es nicht nur die Farben, sondern auch um die starke Typografie, die auf verschiedenste organische Visuals trifft.

Hier geht es zu dem malerischen Branding von hellofarm.

Was für ein Banken-Rebranding: Koto erfindet Huntington neu

The Huntington National Bank mit Hauptsitz in Columbus, Ohio setzt mit dem Redesign der Agentur Koto neue Maßstäbe. Sie stellt die Banker als Menschen in den Mittelpunkt ihres Corporate Design stellt: nahbar, mit roten Wangen und in der Natur. Da können alle Fintechs einpacken mit ihrem innovativen Branding. Denn so etwas wie diese Bank hat sich noch keine andere getraut.

Hier geht es zu dieser ungewöhnlichen neuen Bank-Identity.

 

 



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Eric Schwarz hat keine Angst vor großen Gefühlen › PAGE online


Eric Schwarz braucht gerade mal vier Bilder, um von der Liebe zu erzählen, von Sehnsucht und Begehren und von den Zweifeln. Das ist so berührend wie erhellend – und ungemein tröstend. So wie jetzt in seinem Comicband »Fühl zu viel«.

Eric Schwarz hat keine Angst vor großen Gefühlen › PAGE online

Wir haben die Arbeiten des Illustrators und Comicautors Eric Schwarz, der zwischen Paris und Saarbrücken pendelt, vor einigen Jahren auf der Pictoplasma entdeckt.

Gefeiert war sein Talk, in dem er tief in große Gefühle eintauchte und zeigte, wie er sie in seinen lyrischen Comics in nur vier Bildern destilliert.

Meistens im monochromen Blau und immer so umwerfend offen auf den Punkt, dass man sich staunend selbst mit seinem manchmal quälenden Gedanken darin wiederfindet, man sich gesehen fühlt und durchatmet, dass man damit nicht alleine ist.

»Gefühle hinaus in die Welt zu geben, macht es viel leichter, sie loszulassen«, sagt Eric Schwarz selbst und erzählt von Liebe, Begehren und Leiden, von Sehnsüchten und Selbstzweifeln.

Und vor allem auch von der Intensität von Liebe und davon, was sie so besonders macht.

Große Gefühle

»Fühl zu viel« hat er seinen neuen Comic-Sammelband genannt, der mit seinen visuellen und auch sprachlichen Metaphern verblüfft.

»In meiner Erinnerung warst du größer« ist zu lesen, »Morning Routine: Herausfinden, ob du meine Posts gesehen hast« oder »Du kannst dich bewegen, ich passe mich an«.

Dazu nehmen die Gefühle die unterschiedlichsten Formen an, breitet eine Blume ihre Wurzeln zu weit aus, wird die eigene Persönlichkeit Huckepack genommen, werden Steine behauen oder die Liebe wie eine Zitrone ausgepresst.

Das ist alles entwaffnend offen und verströmt jede Menge Mut, sich selbst zu öffnen.

Die monochromen Illustrationen von Eric Schwarz sind im New York Times Magazine, in der Bloomberg Businessweek oder der Dresdner Oper zu finden – und jetzt auch auf gleich 208 Seiten in seinem ersten Comicband. Und garantiert ist: danach wird man sicherlich anders fühlen.

Eric Schwarz: Fühl zu viel, 208 Seiten, Edition Moderne, 15 Euro, ISBN 978-3-03731-293-3

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»Markenführung ist dann erfolgreich, wenn Branding und Performance ineinandergreifen« › PAGE online


Warum starke Marken strategische Klarheit brauchen, Vertrauen wichtiger ist als kurzfristige Reichweite und Branding nur im Zusammenspiel mit Performance wirkt, erklärt Lutz Dietzold, Geschäftsführer des German Design Council.

»Markenführung ist dann erfolgreich, wenn Branding und Performance ineinandergreifen« › PAGE onlineBild: ©joergsteinmetz.comDer German Brand Award gibt Markenerfolgen eine Bühne. Warum ist diese Sichtbarkeit gerade heute so wichtig?

Märkte werden unübersichtlicher, Aufmerksamkeitsspannen kürzer, der Wettbewerb wird härter – darum ist gerade heute die Sichtbarkeit für Markenerfolge wichtiger denn je. Marken stehen nicht nur vor den genannten Herausforderungen, gleichzeitig sollen sie gute Produkte oder Dienstleistungen anbieten, Haltung und Orientierung vermitteln. Wer diese Aufgabe nicht selten in Teamarbeit meistert und darin herausragt, verdient Anerkennung und sollte sich zurecht feiern dürfen. Der German Brand Award schafft hier nicht nur den Rahmen, sondern setzt auch Impulse für die gesamte Branche.

Zudem entstehen rund um den Award eine einmalige Community und ein starkes Netzwerk aus kleinen wie großen Akteur:innen der Marken- und Kommunikationswelt. Sichtbarkeit durch den Award bedeutet also nicht nur Reputation, sondern auch wertvolle Vernetzung und Austausch auf Augenhöhe.

Was bedeutet »Marke« für Sie?

Schreibe ich in ein Notizbuch von Moleskine oder auf lose Zettel? Fällt meine Entscheidung auf eine Wärmepumpe von BOSCH oder einen unbekannten Hersteller? Setze ich mich auf einen Stuhl oder einen Thonet? Exemplarisch steht jede der drei Marken für Identifikation, Qualität und Orientierung. Mehr noch: Marke ist fester Bestandteil unserer Alltagskultur. Sie beeinflusst unsere Kaufentscheidungen. Mit einer Marke entstehen langfristige Bindungen – der eigentliche Gebrauchswert dahinter wird dabei häufig zweitrangig. Wenn diese Relation einem Unternehmen gelingt – Produkt, Positionierung und Purpose erfolgreich erlebbar zu machen – sprechen wir von Marke.

Aktuell sprechen wir viel darüber, dass Branding im Vergleich zu Performance in der Markenführung wieder in den Vordergrund rückt. Sehen Sie das auch so – und begrüßen Sie diese Entwicklung?

Ja, das sehe ich ganz klar in Unternehmen und nicht zuletzt an den Ergebnissen der aktuellen Managementstudie »Deutscher Markenmonitor«. Darin gibt nur etwa jede/r Siebte der 311 Teilnehmenden an, den Markenerfolg mit klaren KPIs zu messen. Welchen Einfluss Produkte und Sortimente, Services oder Vertrieb auf das Image haben, wird größtenteils nicht gemessen. Gleichzeitig haben die meisten der befragten Unternehmen keine aus der Marke abgeleiteten Vorgaben für ihre Innovationsstrategien. Dass Branding gleichzeitig wieder stärker in den Vordergrund rückt, begrüße ich ausdrücklich. Markenführung ist aber nur dann erfolgreich, wenn sie ganzheitlich ist und Branding und Performance ineinandergreifen.

Viele Marken haben das Ziel, »aspirational« zu sein, also Begehren, Lifestyle und emotionale Identifikation zu erzeugen. Wie gut gelingt das deutschen Marken – und wie hat sich das verändert?

Um zunächst mit einer weit verbreiteten Zuschreibung aufzuräumen: An emotionaler Identifikation fehlte es bei deutschen Marken nie. Nur lag die Emotion häufiger in Vertrauen, Qualität und handwerklicher Kredibilität à la »Made in Germany« des Industriesektors, was pauschal als rational wahrgenommen wurde – sei es über den Käfer von Volkswagen oder den Vorwerk-Staubsauger. Vor allem auch bei den Konsumgütern gab es immer schon emotional aufgeladene Marken. Ich denke da etwa an Nivea, Haribo, Persil oder Maggi, die seit den 1930ern bestimmte Gefühle transportierten – damals einen begehrenswerten Lebensstil und heute Nostalgie – und damit Ikonenstatus erreicht haben.

»Es geht verstärkt um Storytelling, um Erlebnisse und Haltung. Deutsche Marken verbinden ihre traditionellen Stärken zunehmend mit mutigen Identifikationsangeboten.«

Wie gut dies heute deutschen Marken gelingt, will ich pauschal nicht sagen. Denn unsere inländischen Markenmacher:innen sind zu international aufgestellt, um es von einer Nation abhängig zu machen. Was sich aber aus den vielen Einreichungen der vergangenen Preisverleihungen ablesen lässt, ist der veränderte Fokus: Es geht verstärkt um Storytelling, um Erlebnisse und Haltung. Deutsche Marken verbinden ihre traditionellen Stärken zunehmend mit mutigen Identifikationsangeboten.

Sie haben es gerade angeschnitten: Wann ist eine Marke erfolgreich? Lässt sich das allein am Umsatz messen?

Nicht nur, aber auch. Der Deutsche Markenmonitor 2026 belegt erstmals, dass Unternehmen mit starker Markenführung nachweislich wirtschaftlich erfolgreicher sind: Sie wachsen nachhaltiger, erzielen höhere Margen und sichern sich Wettbewerbsvorteile. Was nicht heißt, dass alle Marken gleich groß oder umsatzstark sein müssen. Klein- und Kleinstunternehmen mit regionaler Stärke oder einer spitzen Zielgruppe sind hier genauso gemeint. Unabhängig der Unternehmensgröße zielt erfolgreiche Markenarbeit heute darauf ab, Werte sichtbar zu machen und Konsument:innen durch eine sich stetig verändernde Gegenwart zu leiten. Das darüber entstehende Identifikationspotenzial ist maßgeblich für das erfolgreiche Image einer Marke. Dass sich dies auch in Wirtschaftlichkeit niederschlagen sollte, ist selbstredend.

Marke wirkt also erst einmal nach innen stärker als nach außen – und ist substanziell für eine erfolgreiche Unternehmensführung?

Absolut. Was ich anfangs aus Sicht der Konsument:innen beschrieben habe, ist aus Unternehmensperspektive das Zusammenwirken von Strategie, Design und Kommunikation. Das Ergebnis komplexer Entscheidungen, bei dem Marke als internes Führungsinstrument dient. In einer Zeit, in der Märkte fragmentierter werden, technologische und soziale Transformation Ungewissheit birgt, entscheiden nicht einzelne Kampagnen, sondern eine richtungsweisende Marke über den Erfolg eines Unternehmens. Sie wird darum auch immer wieder mit einem Kompass verglichen. Mit diesem Verständnis ist es nur konsequent, Markenmacher:innen verstärkt strategische Relevanz und Entscheidungskompetenz zuzusprechen und diese zu würdigen. Die damit einhergehenden Erfolge macht der German Brand Award nun seit zehn Jahren sichtbar.

Allein im DACH-Raum gibt es mehrere Preise, die Markenarbeit in den Fokus rücken. Warum braucht es diese Preise nach wie vor – und was macht der German Brand Award anders?

Der German Brand Award sticht hervor, weil er nicht die lautesten Kampagnen benennt, sondern Marke ganzheitlich und als strategische Führungsaufgabe behandelt. Als Ausrichter setzt der German Design Council damit auch seinen Gründungsauftrag um: das Zusammenwirken von Design, Marke und Innovation als wirtschaftsfördernde Faktoren zu stärken. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Auf der Preisverleihung treffen CMOs auf Agenturen, politische Vertreter:innen auf Geschäftsführer:innen und Kreativteams auf potenzielle Auftraggebende. Der Tag steht im Zeichen von Wissensaustausch, Networking und dem verdienten Feiern von Erfolgen – und ich freue mich jedes Jahr aufs Neue darauf!

Der GBA wird seit 2026 verliehen. Welches sind ihre drei wichtigsten Erkenntnisse aus zehn Jahren Markenexzellenz?

In der vergangenen Dekade hat sich kaum eine andere Branche in ihrem Wesen so stark verändert und professionalisiert, wie die Markenarbeit. Damals sprachen wir noch von »digitalen Welten«, heute herrscht »Digital First«. Nach der Pandemie sollten es NFTs als Markeninstrument richten. Unternehmen setzen zunehmend auf New Work und eine mitarbeitendenzentrierte Unternehmenskultur und Markenführung. Und ein über die Jahre aufgekommenes und anhaltendes Nachhaltigkeitsbewusstsein brachte manche Traditionsmarke in Bedrängnis.

»Marken sind heute keine reinen Sender mehr. Sie versprechen Erlebnis- und Identifikationsmomente, bauen Communities und ganze Netzwerke auf.«

Wenn ich auf die Gründungsmoment des German Brand Award zurückblicke, dann lassen sich drei zentrale Erkenntnisse festhalten. Erstens: Keine Markenexzellenz ohne strategische Klarheit. Die überzeugendsten Marken entstehen dort, wo Positionierung, Unternehmenskultur und Kommunikation konsequent zusammenspielen. Und Designsprache dies übersetzt. Zweitens sehen wir, dass Vertrauen langfristig stärker wirkt als kurzfristige Aufmerksamkeit. Gerade in Transformationsprozessen und anhaltenden Krisen sind es die glaubwürdigen und konsistenten Marken, die resilient bleiben – wo wir wieder beim Kompass wären. Und drittens hat sich Markenführung deutlich weiterentwickelt: Marken sind heute keine reinen Sender mehr. Sie versprechen Erlebnis- und Identifikationsmomente, bauen Communities und ganze Netzwerke auf. Sie sind noch gefestigter in unserer Alltagskultur, als sie es bereits vor einer Dekade waren.

Last Call: Registration Deadline 27. Februar 2026

Welche Bühnenmomente der vergangenen 10 Jahre sind Ihnen im Gedächtnis geblieben?

Ich durfte eine Menge inspirierende Persönlichkeiten aus allerlei Branchen auf die Bühne bitten, die auf unterschiedlichsten Wegen ihren Beitrag zu exzellenter Markenführung im DACH-Raum geleistet haben. Eine Begegnung, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war ein Gespräch mit dem Gewinnerteam von »Unsere Bayerischen Bauern« auf der Award Show 2022. Mit Milchbauern und -bäuerinnen über Markenarbeit zu sprechen war ein einmaliger Perspektivwechsel für mich. In 2024 hatten wir dann Deutschlands einflussreichsten Rapper auf der Bühne: Kool Savas und die Agentur UMG For Brands wurden für ihre kulturell aufgeladene Kampagne zum Launch des neuen »Call of Duty«-Games gewürdigt. Härter könnten die Kontraste nicht sein, oder? Es fällt mir nicht leicht, aus den vielen Erfolgsmomenten zu filtern. Gerne denke ich aber auch an die strahlenden Gesichter der Gewinnerinnen von Bridging Gaps zurück. Die Non-Profit-Organisation, die Spenden als Mikrokredite im globalen Süden vergibt, erhielt gemeinsam mit Studio tülü den Titel »Brand Innovation of the Year«. Die damalige Creative Directorin Wiebke Meyer-Lüters hinterließ einen bleibenden Eindruck, sodass wir sie daraufhin in der Jury des German Design Award integrierten. Zuletzt will ich mit einer Erfolgsgeschichte enden, mit der mitunter alles begann: Der Pharma- und Technologiekonzern Merck überarbeitete seinen globalen Markenauftritt 2015 radikal, was damals kontrovers diskutiert wurde – und heute als mutiger Erfolgsweg gilt. Dem 350 Jahre alten Unternehmen sollte man sein Alter nicht ansehen, wohl aber seine Innovationsfähigkeit. Der German Brand Award 2016 zeichnete dieses disruptive Rebranding gleich in mehreren Kategorien aus.

Zu Lutz Dietzold:

Lutz Dietzold (*1966) ist seit 2002 Geschäftsführer des German Design Council, vormals Rat für Formgebung. Zuvor war er als Berater für die Designbranche selbstständig und verantwortete die Geschäftsführung von Hessen Design inklusive strategischer Neuausrichtung der Designförderung. Seit 2011 ist Dietzold Mitglied im Beirat der Mia Seeger Stiftung sowie im Vorstand der Stiftung Deutsches Design Museum, dessen Vorsitz er 2020 übernahm. Im selben Jahr wurde er in den technisch-wissenschaftlichen Beirat der Rudolf-Diesel-Medaille berufen. Darüber hinaus engagiert er sich im Projektbeirat des Bundespreis Ecodesign des Bundesumweltministeriums und ist Mitglied zahlreicher Jurys und Gremien. Dietzold teilt sein Wissen zu den Themen Wirtschaft und Design regelmäßig in Artikeln und Vorträgen auf nationaler und internationaler Ebene. Sein Engagement erweiterte sich 2024 mit der Berufung in das Kuratorium der World Design Capital 2026. Seit 2025 ist er zudem Mitglied im Hochschulrat der Hochschule für Gestaltung Offenbach.



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Vernel im neuen Look


Vernel, eine zum Unternehmen Henkel gehörende Weichspüler-Marke, hat ein Rebranding vollzogen. Im Zuge der Überarbeitung des Packaging-Designs wurden neben dem Flaschenformat auch das Markenlogo selbst modifiziert. Zudem wurde die Produktlinie durch neue Wäschepflegeprodukte-/düfte erweitert.

Die Marke Vernel wurde erstmals 1969 im deutschen Markt lanciert, als einer der ersten Weichspüler. Heute ist die Marke Vernel in vielen europäischen Märkten präsent. Die nun vollzogene Erneuerung des Markenauftritts erfolge im Hinblick auf eine klarere Varianten-Differenzierung sowie mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit, so das Unternehmen. Der Flaschenkörper bestehe nunmehr aus 100 % recyceltem Plastik. Dank veränderter Formel sei Vernel Weichspüler nun erstmals für alle Textilien geeignet.

Die Gestaltung der Verpackung wurde dezent überarbeitet. Bei grundsätzlich ähnlichem Aufbau wurden Visualisierungen/Renderings stilistisch neu interpretiert und die unterschiedlichen Elemente wie Produktnamen (z.B. „Frischer Morgen“) und Piktogramme neu arrangiert.

Vernel Frischer Morgen Verpackung – vorher und nachher, Bildquelle: Henkel, Bildmontage: dt
Vernel Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Henkel, Bildmontage: dt

Auch das Markenlogo, eine zweizeilige scriptuale Wortmarke, wurde dezent angepasst: der Blauton ist nun etwas dunkler, der umgebende helle Schein wurde entfernt. Auf Verpackungen der neu geschaffenen Produktlinie Aromatherapie ist der Vernel-Schriftzug zudem in gold statt in dunkelblau abgebildet (siehe Produktsortiment).

Der neue Flaschenkörper ist im Vergleich zum bisherigen Format etwas kleiner jedoch sichtbar breiter. Die Füllmenge wurde von bisher 858 ml auf 1.100 ml angehoben. Die Weichspülermenge reicht nun, wie es die auf der Vorderseite abgebildete Kennzeichnung ausweist, für 50 statt für 39 Wäschen.

Bei der Drogeriekette DM wurde der Preis von 1,95 € (Literpreis 2,27 €) auf 2,95 € (Literpreis 2,68 €) angehoben (siehe Abb. unten). Auch bei anderen Händlern sind ähnliche Preisanstiege zu beobachten.

Vernel Relaunch – im Onlineshop von DM, Quelle: DM
Vernel Relaunch – im Onlineshop von DM, Quelle: DM

Das neue Vernel Portfolio soll laut Henkel ab dem 4. Februar 2026 im Handel erhältlich sein.

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Mediengalerie

Vernel Frischer Morgen Verpackung – vorher und nachher, Bildquelle: Henkel, Bildmontage: dt
Vernel Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Henkel, Bildmontage: dt
Vernel Packaging Range, Quelle: Henkel
Vernel Logo, Quelle: Henkel

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