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Betrug über Telegram steigt um 233 Prozent – Fake-Jobs sind das größte Problem


Die Neobank Revolut meldet einen sprunghaften Anstieg von Betrugsfällen, die über Telegram starten. Ein Bericht, der anonymisierte Daten aus dem Jahr 2025 analysiert, zeigt eine Verlagerung krimineller Aktivitäten: weg von klassischen sozialen Netzwerken, hin zu verschlüsselten Messaging-Apps. Telegram entwickelt sich dabei zur am schnellsten wachsenden Quelle für autorisierten Zahlungsbetrug.

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Meta-Plattformen wie Facebook, WhatsApp und Instagram sind weiterhin für 44 Prozent der weltweiten Betrugsfälle verantwortlich. Doch die Fälle, die auf Telegram ihren Ursprung haben, stiegen um 233 Prozent.

Sogenannte „autorisierte Betrugsfälle“ machen insgesamt 40 Prozent aller Fälle aus. Dabei manipulieren Betrüger ihre Opfer mit psychologischen Tricks, um sie zu Geldüberweisungen oder vermeintlichen Investitionen zu bewegen. Der durchschnittliche Verlust pro Opfer liegt bei autorisiertem Betrug 13-mal höher als bei Fällen, in denen Kriminelle Kontodaten ausspähen und direkt auf das Konto zugreifen.

Laut Revolut entfällt bereits ein Fünftel der weltweiten Betrugsfälle auf Telegram. In Deutschland starten 62 Prozent aller Job-Scams über die Plattform.

Die Zahl der Betrugsfälle mit gefälschten Jobangeboten hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Sie machen nun 22 Prozent der Fälle aus und liegen damit hinter Kaufbetrug (57 Prozent), also gefälschten Angeboten für Produkte oder Dienstleistungen, aber vor Investment-Scams (10 Prozent). Betrüger nutzen zunehmend KI, um überzeugendere Nachrichten zu verfassen, und setzen verstärkt auf Deepfake-ähnliche Taktiken.

Die Erkenntnisse von Revolut stimmen mit Warnungen der Finanzaufsicht Bafin und des Bundeskriminalamts überein. So warnt etwa die Bafin regelmäßig vor Anlagebetrug in Whatsapp- und Telegram-Gruppen, in denen vermeintliche „Experten“ zu Investments oder Krypto-Anlagen verleiten.

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Revolut nutzt die neuen Zahlen, um die Forderung zu bekräftigen, Social-Media-Plattformen stärker in die Abwehr und Haftung solcher Betrugsfälle einzubinden. Die Bank selbst hat zuletzt einen KI-gestützten Chatbot eingeführt, der Kunden vor dem Abschluss von Transaktionen vor möglichem Betrug warnt. Ein In-App-Banner zeigt zudem an, ob Nutzer mit Revolut oder einem Betrüger telefonieren.

Nicht nur Banken fordern von Social-Media-Konzernen mehr Engagement gegen Betrugsformen, die auf ihren Plattformen entstehen. Auch Prominente, deren Identitäten für Fake-Profile missbraucht werden, verlangen eine schnellere Erkennung und Löschung solcher Accounts. Der Druck auf Unternehmen wie Meta wächst zudem, weil Regulierungsbehörden und die EU-Kommission ihren Umgang mit Betrug genau beobachten.

Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.


(jle)



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