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Browser-Engine Servo 0.0.5 mit Post-Quanten-Kryptografie veröffentlicht


Die Open-Source-Browser-Engine Servo ist in Version 0.0.5 erschienen. Das monatliche Release bringt Unterstützung für moderne Kryptografie-Standards: Servo gibt an, als erste Browser-Engine die Post-Quanten-Algorithmen ML-KEM (Module-Lattice-Based Key-Encapsulation Mechanism) und ML-DSA (Module-Lattice-Based Digital Signature Algorithm) vollständig in der Web Crypto API implementiert zu haben. Dazu kommen AES-OCB und verbessertes AES-GCM sowie detailliertere Fehlermeldungen bei kryptografischen Operationen.

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Die quantenresistenten Verfahren schützen vor sogenannten Harvest-Now-Decrypt-Later-Angriffen, bei denen Angreifer verschlüsselte Daten sammeln, um sie später mit Quantencomputern zu entschlüsseln. ML-DSA hasht den Public Key zusätzlich, um Kollisionen und Key-Swapping-Angriffe zu verhindern. Wie das Servo-Projekt im Blog mitteilt, führt die Engine damit vor etablierten Browsern bei neuen Web-Cryptography-Algorithmen.

Bei den Web-Standards hat Servo 0.0.5 zahlreiche Verbesserungen erhalten: Die Engine unterstützt nun zum Vorladen von Ressourcen, und für bessere Kontrolle beim Seitenaufbau sowie und für Formulare. Die Funktion navigator.sendBeacon() ist nun standardmäßig aktiviert und ermöglicht zuverlässige, asynchrone Datenübertragung beim Verlassen einer Seite, ohne die Navigation zu blockieren. Außerdem wurde die OGG-Unterstützung im -Element reaktiviert, nachdem alte GStreamer-Bugs behoben worden waren.

CSS-Erweiterungen umfassen cursor-color, content: auf allen Elementen, ::details-content und :open auf

-Elementen sowie :active auf . Die Rust-basierte CSS-Engine Stylo wurde auf den Stand von Januar 2026 aktualisiert und beherrscht damit color-mix() sowie verbesserte Animationen für Borders und Overflow.

Servo 0.0.5 soll spürbare Performance-Verbesserungen bringen: Die IPC-Kanäle arbeiten effizienter, was besonders im Single-Process-Modus Geschwindigkeitsvorteile bringt. Der Socket-Timeout wurde auf 15 Sekunden gesetzt und jede Instanz benötigt vier Threads weniger als zuvor. Verbessertes Caching für SVG und animierte Bilder sowie Garbage-Collection-Optimierungen für Canvas und WebGPU beschleunigen die Darstellung. Die Verarbeitung von Nicht-ASCII-Text wurde sowohl bei Zeit als auch Speicherbedarf optimiert.

Zahlreiche Fixes erhöhen die Stabilität in den Bereichen Layout, WebGPU, Text-Input und IndexedDB. Das Block-Layout wurde überarbeitet und die JavaScript-Unterstützung erweitert: Cyclic Imports, Import Attributes und JSON Modules funktionieren nun korrekt. Die Origin API, MouseEvent.detail und Request.keepalive stehen ebenfalls zur Verfügung. IndexedDB macht Fortschritte bei Connection-Queues und Request-Granularity, muss aber weiterhin per --pref dom_indexeddb_enabled aktiviert werden.

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Für Entwickler, die Servo in eigene Anwendungen einbetten möchten, bringt Version 0.0.5 wichtige Verbesserungen: Cross-Compilation von einem Windows-Host ist nun möglich und SiteDataManager::clear_site_data() erlaubt DSGVO-konformes Löschen von gespeicherten Daten pro Host. Git-Abhängigkeiten sind jetzt gepinnt, um Reproduzierbarkeit zu gewährleisten. Die Grundlage für einen Accessibility Tree wurde gelegt, der künftig Technik rund um die Barrierefreiheit unterstützen soll.

Servo 0.0.5 ist für Windows, macOS (x86 und ARM, unsigned), Linux (mit geteilten Bibliotheken), Android und OpenHarmony verfügbar. Bei macOS ist wegen der fehlenden Signatur eine manuelle Freigabe nötig. Die Engine unterstützt nun auch HTTPS_PROXY und NO_PROXY für Netzwerk-Konfigurationen. Die vollständigen Release Notes stehen bei GitHub bereit.

Servo ist eine experimentelle Browser-Engine, die Mozilla ursprünglich 2012 startete, um moderne Webtechnologien in der Programmiersprache Rust zu implementieren. Nach einer längeren Unterbrechung gab es für das Projekt 2023 einen Neustart unter der Linux Foundation Europe mit Unterstützung von Igalia. Seit Oktober 2025 erscheinen monatliche Releases, die auf Nightly-Builds aufbauen und durch manuelle Tests ergänzt werden. Die Engine zielt darauf ab, Entwicklern eine leichtgewichtige, performante Alternative für die Einbettung von Web-Technologien in Anwendungen zu bieten.

Das erste offizielle Release 0.0.1 brachte im Oktober 2025 erstmals vorkompilierte Binaries für ARM-Macs. Die CSS-Engine Stylo, die Servo und Firefox gemeinsam nutzen, hat sich als stabil erwiesen und zeigt, wie Rust-Code in produktiven Browser-Umgebungen eingesetzt werden kann.


(fo)



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