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Carsharing: Stellantis verkauft Free2move | heise online
Der Automobilkonzern Stellantis trennt sich von seinem Carsharing-Geschäft und verkauft die Tochter Free2move an den Münchner Finanzinvestor Mutares. Der Verkauf werde voraussichtlich bis Ende des Jahres über die Bühne gehen, teilte Stellantis am Dienstag mit. Zum Kaufpreis machen die Unternehmen keine Angaben.
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Free2move vereint Carsharing-Flotten in 14 Städten in Europa und den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben weltweit rund 450.000 Fahrzeuge. In Deutschland ist Free2move hauptsächlich mit einem sogenannten Freefloating-Angebot aktiv, bei dem Fahrzeuge frei im Stadtgebiet verteilt stehen.
Neuer CEO, neuer Kurs
Gerüchte über einen Verkauf der Carsharing-Tochter hatte es bereits im Herbst vergangenen Jahres gegeben. Stellantis will sich unter dem neuen CEO Antonio Filosa auf das Kerngeschäft konzentrieren und trennt sich von unrentablen Aktivitäten.
Der Verkauf erfolge im Rahmen der Konzernstrategie „FaSTLAne 2030“, teilte Stellantis mit. Rund 60 Milliarden Euro will der Konzern in eine neue modulare Fahrzeugarchitektur mit drei Plattformen investieren. Darüber hinaus will Filosa das Kerngeschäft stärken und die Kosten massiv senken.
„Indem wir uns stärker auf unser Kerngeschäft im Automobilbereich konzentrieren, stärken wir unsere Fähigkeit, langfristig Erfolge zu erzielen“, sagte Virgilio Cerutti, Head of Business Development & Partnerships bei Stellantis.
Free2move hatte 2022 den deutschen Carsharing-Pionier Share Now übernommen und große Pläne für eine europäische Expansion geschmiedet. Share Now wiederum war eine 2019 gegründete gemeinsame Tochtergesellschaft von Mercedes-Benz und BMW, in der beide Fahrzeughersteller ihre Carsharing-Angebote Car2Go und DriveNow eingebracht hatten.
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In Deutschland gibt es nach Angaben des Verbands Carsharing rund 43.000 Carsharing-Fahrzeuge in knapp 1500 Städten und Gemeinden. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von rund 2000 Fahrzeugen. Die größte Flotte hat Miles vor Stadtmobil und Free2move.
„Neue Plattform im Mobilitätssektor“
Mutares will Free2move nach der Übernahme als eigenständige Einheit weiter betreiben und „eine neue Plattform im Mobilitätssektor“ schaffen. Das Management der internationalen Flotte soll neugestaltet und die Umstellung auf batterieelektrische Fahrzeuge fortgesetzt werden, heißt es.
„Das Carsharing-Geschäft von Free2move vereint eine starke, international anerkannte Marke mit deutlichem Potenzial für operative Verbesserungen“, sagte Mutares-CIO Johannes Laumann. Er freue sich darauf, „das Unternehmen zu einer unabhängigen führenden Plattform im Mobilitätssektor weiterzuentwickeln.“
Das Ziel dürfte ein profitabler Verkauf sein. Mutares bezeichnet sich selbst als „Private Equity“-Firma, die „Unternehmen im Umbruch erwirbt, die erhebliches Potenzial zur operativen Verbesserung aufweisen und nach Stabilisierung und Neupositionierung weiterverkauft werden“.
Auf dem Mobilitätsmarkt ist eine Konzentration auf weniger Anbieter zu beobachten. Es regieren zunehmend die Großen der Branche: Bolt vermittelt neben Mietfahrzeugen auch Autos mit Fahrer und konkurriert so auch mit Uber. Der US-Riese Lyft ist nach der Übernahme von Freenow auch in Deutschland aktiv.
(vbr)
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Was aus Business Intelligence wird, wenn AI kommt
Business Intelligence (BI) steht nicht vor dem Ende, sondern vor ihrer nächsten Reifephase. Generative KI, Large Language Models und agentische Systeme verändern analytische Prozesse derzeit tiefgreifend – und verschieben dabei den Schwerpunkt von BI: Wo diese Daten strukturiert, Kennzahlen modelliert und Entwicklungen sichtbar gemacht werden, erweitern KI-Systeme diese Ebene um Kontext, Dialog, Verdichtung und Handlungsvorschläge. Gerade weil KI künftig stärker in Entscheidungsprozesse hineinwirkt, wächst der Bedarf an verlässlichen Datenmodellen, fachlich konsistenten Begriffen und nachvollziehbaren Begründungen. Genau hier setzt Decision Intelligence an: als Weiterentwicklung klassischer BI hin zu einer kontextsensitiven, erklärbaren und handlungsorientierten Entscheidungsunterstützung.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Was aus Business Intelligence wird, wenn AI kommt“.
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Ruf nach KI-Drossel: Börsen reagieren negativ, Trump winkt ab, Lob von Forschern
Nachdem sich führende KI-Unternehmen aus den USA am Wochenende dafür ausgesprochen haben, das Entwicklungstempo bei besonders leistungsfähigen KI-Modellen zu drosseln, haben die ersten Börsen in Asien mit Kursverlusten reagiert. Gleichzeitig gibt es aus der Wissenschaft Zustimmung für das Ansinnen – und Kritik von US-Präsident Donald Trump. Derweil ist weiterhin vollkommen unklar, ob dem Plädoyer konkrete Maßnahmen folgen. Anthropic-Chef Dario Amodei hatte zuvor eine koordinierte Pause vorgeschlagen, die der Branche ein bis zwei Jahre Zeit verschaffen soll, um Sicherheitsrisiken besser zu verstehen und einzudämmen. Binnen Stunden bekam er dafür Zuspruch von Rivalen wie OpenAI-Chef Sam Altman und Tech-Milliardär Elon Musk.
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Ganz unterschiedliche Reaktionen
Am Montag reagierten Aktien von Unternehmen mit Bezug zur KI-Industrie mit teils deutlichen Verlusten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. So ging es für den OpenAI-Investor SoftBank um zwischenzeitlich mehr als 13 Prozent nach unten, der Kurs des Speicherherstellers Kioxia sackte vorübergehend um fast 10 Prozent ab. SK Hynix, Samsung und andere Konzerne verloren jeweils mehrere Prozent. Vor dem Verkaufsdruck war als Reaktion auf die Kommentare vom Wochenende von mindestens einem einflussreichen Analysten gewarnt worden, schreibt die Nachrichtenagentur noch. Sie verweist aber auch darauf, dass auch Entwicklungen im Nahen Osten die Kurse drücken dürften. Dort gibt es Sorgen um die nächste wichtige Handelsroute im Roten Meer.
Vorher hatte US-Präsident Donald Trump die Sorgen aus der Branche heruntergespielt. Die USA seien China bei KI weit voraus und führend in der Welt, weil der Erfolg bei KI essenziell für die Zukunft sei, sagte Trump laut der Nachrichtenagentur dpa am Rande seines Besuchs in Irland. Man könne die Technologie mit Leitplanken versehen. Zugleich sprach Trump von „negativen Kräften“, die sich zu dem Thema äußerten. Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett nannte KI-Sicherheit demnach ein „lösbares Problem“ – bewertete die Vorschläge von Amodei aber positiv. Sie seien „ein guter Schritt vorwärts“, sagte er beim Sender Fox News. Die oppositionellen Demokraten rief Ex-Präsident Barack Obama auf, politische Strategien zu entwickeln, um diesem Thema Priorität einzuräumen.
KI-Forscher aus Deutschland haben den Vorstoß von Amodei gegenüber dem Science Media Center begrüßt. „Besonders die Konstruktion von unabhängigen Kontrollinstanzen und externen Prüfstellen finde ich sinnvoll“, meint Jonas Geiping vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme. „Die Richtung stimmt“, aber an der Umsetzung habe er Zweifel, ergänzt Thilo Hagendorff von der Universität Stuttgart.
Immerhin knüpfe Amodei sein Konzept an die Bedingung, dass die USA ihren Vorsprung vor China ausbauen: „Ein nationales KI-Wettrüsten und eine koordinierte Verlangsamung passen aber schlecht zusammen.“ Zudem gebe es viel zu wenig KI-Sicherheitsforschung. Kritik übt Philipp Hennig von der Eberhard Karls Universität Tübingen an der Geheimniskrämerei: „Wenn Amodei […] wirklich Sorgen um die Sicherheit des Internets, der globalen Wirtschaft oder gar des Menschheitsüberlebens hat, dann stehen ihm konkretere Optionen offen als die nebulöse Bitte um ‚demokratische und globale Koordination‘“, meint er.
Die Behauptung, dass es eine zehnprozentige Wahrscheinlichkeit gebe, dass KI die Menschheit auslöschen könnte, sehen die Forscher skeptisch. Geiping rät aber dazu, überzeugte Aussagen dazu aus beiden Richtungen mit Vorsicht zu genießen. Damit meint er Einschätzungen, dass es sich um pure Marketingtaktik der Firmen handelt und die Gefahr bei null Prozent liege, aber auch solche, die besagen, dass leistungsfähige KI zwangsläufig zur Apokalypse führt. Hagendorff ergänzt, dass die Prozentzahl scheinpräzise sei. Es gebe kein Verfahren, diese Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, „die Zahl klingt nach Messung, ist aber ein spekulatives Bauchgefühl“. Sie war von dem Anthropic-Forscher Evan Hubinger in die Welt gesetzt worden.
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(mho)
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iCloud-Verschlüsselung: US-Politiker fordern Ende der britischen Geheimhaltung
Der Konflikt zwischen der britischen Regierung und dem Tech-Riesen Apple wegen des Zugriffs auf verschlüsselte Nutzerdaten belastet die diplomatischen Beziehungen zwischen London und Washington. In einem ungewöhnlich scharfen Brief fordern der demokratische US-Senator Ron Wyden und der republikanische Kongressabgeordnete Warren Davidson das britische Sondergericht für Sicherheitsbehörden zu mehr Transparenz auf. Die Politiker werfen dem britischen Innenministerium vor, mit extremen Geheimhaltungsvorschriften die verfassungsmäßige Kontrollfunktion des US-Kongresses zu untergraben und so das Verhältnis der beiden verbündeten Nationen unnötig zu verschlechtern.
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Der Ursprung der Auseinandersetzung reicht bis Anfang 2025 zurück, als das britische Innenministerium Apple auf Basis des umstrittenen Investigatory Powers Act eine „technische Befähigungsanordnung“ zustellte. Die Behörden verlangten von dem US-Konzern einen Mechanismus, mit dem verschlüsselte iCloud-Backups weltweit aufgedeckt werden könnten.
Apple reagierte rasch und zog im Folgemonat seine Funktion Advanced Data Protection (ADP) und die damit verbundene Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für britische Nutzer zurück. Zugleich reichte das Unternehmen Beschwerde beim Investigatory Powers Tribunal (IPT) ein. Diese erste Klage verpuffte rechtlich aber, nachdem das Innenministerium die ursprüngliche Anordnung zurückzog und durch eine engere Anweisung ersetzte, die sich nur auf die Daten britischer Nutzer bezog.
Neuer Anlauf vor dem Geheimgericht
Im August legte Apple nach und reichte eine neue Beschwerde bei dem Geheimgericht ein. Darin stellt der iPhone-Bauer die Befugnis der britischen Regierung infrage, überhaupt derartige globale oder weitreichende Überwachungsanordnungen auszusprechen und es auch auf iCloud-Backups in unverschlüsselter Form abzusehen. Für diesen Monat ist eine entscheidende Anhörung zur Verfahrensführung angesetzt, weiß der Guardian. Auf diese Sitzung zielt der Brief der US-Politiker.
Bereits 2025 hatten Wyden und Davidson zusammen mit weiteren Abgeordneten das Gericht aufgefordert, das Verfahren öffentlich zu führen. Die damalige Intervention zeigte Wirkung: Wenige Wochen später lehnte das Tribunal den Antrag der Regierung ab, den Fall komplett geheim zu halten. Es entschied, dass zumindest die Grundzüge der Klage und die Namen der Parteien im Sinne einer transparenten Justiz veröffentlicht werden dürfen.
Der neue Vorstoß aus den USA hinterfragt wiederum die Verfahrensführung. Apple hatte den US-Kongress darüber informiert, dass das britische Innenressort ihm zwar erlaubt habe, die Spitze des US-Justizministeriums und dessen Stab über technische Details zu informieren. Für das gewählte Parlament in Washington bestehe dagegen weiter eine weitgehende Auskunftssperre.
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Maulkorberlass geht gar nicht
Wyden und Davidson sehen darin einen unhaltbaren Übergriff. Es sei völlig unangemessen, dass eine ausländische Exekutive versuche, die Gewaltenteilung innerhalb der US-Regierung zu missbrauchen oder Geheimhaltungsanordnungen zu nutzen, um die verfassungsmäßigen Rechte des Kongresses auszuhebeln.
In ihrem Schreiben argumentiert das Duo auch mit britischer Verfassungstradition. Schon im 18. Jahrhundert habe William Pitt der Ältere das Parlament als oberstes Untersuchungsorgan der Nation bezeichnet. Kein Kabinett dürfe seine Entscheidungen der parlamentarischen Kontrolle entziehen. Die britische Regierung könne nicht zu Hause die parlamentarische Aufsicht loben und gleichzeitig auf Maulkörbe setzen, um die verfassungsmäßige Autorität des US-Kongresses zu beschneiden.
Ferner warnen die Politiker vor den Gefahren einer Aufweichung von Verschlüsselung: Das Schwächen von Sicherheitsarchitekturen schaffe kritische Einfallstore, die von feindlichen Staaten ausgenutzt werden könnten. Der Kongress werde beim Erfüllen seiner Pflicht zur Abwehr nationaler Sicherheitsrisiken eingeschränkt, wenn ausländische Knebelerlasse verhinderten, dass Tech-Konzerne Rede und Antwort stehen.
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