Künstliche Intelligenz
ChatGPT als Arzt-Ersatz? Studie zeigt ernüchternde Ergebnisse
Große Sprachmodelle wie GPT-4o erreichen bei medizinischen Wissenstests inzwischen nahezu perfekte Ergebnisse. Sie bestehen die US-Ärzte-Zulassungsprüfung, fassen Patientenakten zusammen und können Symptome einordnen. Gesundheitsbehörden weltweit prüfen deshalb, ob KI-Chatbots als erste Anlaufstelle für Patienten dienen könnten – eine Art „neue Eingangstür zum Gesundheitssystem“, wie es in einem Strategiepapier des britischen NHS heißt.
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Doch die Studie „Reliability of LLMs as medical assistants for the general public: a randomized preregistered study“ von Forschern der Universität Oxford dämpft diese Hoffnungen erheblich. Die Arbeit erscheint im Fachjournal Nature Medicine, eine Vorabversion ist auf arXiv verfügbar. Das zentrale Ergebnis: Das klinische Wissen der Modelle lässt sich nicht auf die Interaktion mit echten Menschen übertragen.
1298 Teilnehmer, zehn medizinische Szenarien
Für die randomisierte, kontrollierte Studie rekrutierten die Forscher 1298 Teilnehmer aus Großbritannien. Jeder Proband erhielt eines von zehn alltagsnahen medizinischen Szenarien – etwa plötzliche starke Kopfschmerzen, Brustschmerzen in der Schwangerschaft oder blutigen Durchfall. Die Aufgabe: Einschätzen, welche Erkrankung vorliegen könnte und ob ein Arztbesuch, die Notaufnahme oder gar ein Krankenwagen nötig ist.
Die Teilnehmer wurden zufällig in vier Gruppen eingeteilt. Drei Gruppen erhielten Zugang zu je einem KI-Modell, das zu Studienbeginn aktuell war – GPT-4o, Llama 3 oder Command R+. Die Kontrollgruppe durfte beliebige Hilfsmittel nutzen, etwa eine Internetsuche.
KI allein brilliert – mit Menschen versagt sie
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Die Ergebnisse offenbaren eine bemerkenswerte Diskrepanz. Ohne menschliche Beteiligung identifizierten selbst die inzwischen nicht mehr aktuellen Sprachmodelle in 94,9 Prozent der Fälle mindestens eine relevante Erkrankung. Bei der Frage nach der richtigen Handlungsempfehlung – Selbstbehandlung, Hausarzt, Notaufnahme oder Rettungswagen – lagen sie im Schnitt in 56,3 Prozent der Fälle richtig.
Sobald jedoch echte Menschen die Modelle befragten, brachen die Werte ein. Teilnehmer mit KI-Unterstützung erkannten relevante Erkrankungen nur in maximal 34,5 Prozent der Fälle – signifikant schlechter als die Kontrollgruppe mit 47 Prozent. Bei der Wahl der richtigen Handlung schnitten alle Gruppen gleich ab: rund 43 Prozent Trefferquote, unabhängig davon, ob ein Chatbot half oder nicht.
Doppeltes Kommunikationsversagen
Die Forscher analysierten die Chat-Protokolle zwischen Nutzern und KI-Modellen, um die Ursachen zu verstehen. Sie identifizierten zwei zentrale Schwachstellen: Erstens gaben die Teilnehmer den Modellen oft unvollständige Informationen. Zweitens verstanden die Nutzer die Antworten der KI nicht richtig – obwohl die Modelle in 65 bis 73 Prozent der Fälle mindestens eine korrekte Diagnose nannten, übernahmen die Teilnehmer diese nicht zuverlässig.
Dr. Anne Reinhardt von der LMU München sieht hier eine grundsätzliche Schere: „Viele Menschen vertrauen KI-Antworten auf Gesundheitsfragen schnell, weil sie leicht zugänglich sind. Sie klingen auch sprachlich sehr überzeugend – selbst dann, wenn der Inhalt eigentlich medizinisch absolut falsch ist.“
Benchmarks führen in die Irre
Die Forscher verglichen die Leistung der Modelle auf dem MedQA-Benchmark – einem Standardtest mit Fragen aus Ärzte-Prüfungen – mit den Ergebnissen der Nutzerstudie. In 26 von 30 Fällen schnitten die Modelle bei den Multiple-Choice-Fragen besser ab als bei der Interaktion mit echten Menschen. Selbst Benchmark-Werte von über 80 Prozent korrespondierten teilweise mit Nutzer-Ergebnissen unter 20 Prozent.
Prof. Ute Schmid von der Universität Bamberg ordnet die hohe Leistung der Modelle „allein“ kritisch ein: „Etwas irreführend finde ich die Aussage, dass die Performanz der Sprachmodelle ‚alleine‘ deutlich höher ist als bei den Nutzenden. In diesem Fall wurden die Anfragen vermutlich von fachlich und mit LLMs erfahrenen Personen formuliert.“
Was müsste ein medizinischer Chatbot können?
Die Experten sind sich einig, dass spezialisierte medizinische Chatbots anders gestaltet werden müssten als heutige Allzweck-Modelle. Prof. Kerstin Denecke von der Berner Fachhochschule formuliert die Anforderungen: „Ein medizinisch spezialisierter Chatbot müsste evidenzbasierte, aktuelle Informationen bieten. Außerdem müsste er Notfallsituationen zuverlässig erkennen, individuelle Risikofaktoren berücksichtigen und transparent seine Grenzen kommunizieren. Er sollte eine strukturierte Anamnese erheben, um zuverlässig triagieren zu können. Und er sollte sich nicht dazu hinreißen lassen, eine Diagnose zu stellen.“
Die Hürden für einen solchen Einsatz seien allerdings erheblich, so Denecke: „Große Hürden sind zum einen die Regulierung – je nach Funktion als Medizinprodukt oder Hochrisiko-KI. Zum anderen sind es die Haftung, der Datenschutz sowie die technische Integration in Versorgungsprozesse.“
Tests mit echten Nutzern unerlässlich
Die Schlussfolgerung der Oxford-Forscher ist eindeutig: Bevor KI-Systeme im Gesundheitswesen eingesetzt werden, müssten sie mit echten Nutzern getestet werden – nicht nur mit Prüfungsfragen oder simulierten Gesprächen. Schmid plädiert für einen differenzierten Ansatz: „Qualitätsgeprüfte Chatbots könnten beispielsweise über die gesetzlichen Krankenkassen angeboten und von Hausarztpraxen als Erstzugang empfohlen werden. Allerdings sollten Menschen nicht gezwungen werden, diese Angebote zu nutzen.“
(mack)
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Günstige Überwachungskamera im Test: Ezviz CB8 Pro mit 4K, PTZ und Solarpanel
Die Ezviz CB8 Pro bietet 4K, PTZ und Akkubetrieb mit Solarpanel. Im Test stark bei Set-up und Laufzeit, aber limitiert bei Bildrate und WLAN-Reichweite.
Die Ezviz CB8 Pro ist eine batteriebetriebene Außenkamera mit 4K-Auflösung und motorisierter Schwenk- und Neigefunktion (PTZ). Mit 3840 × 2160 Pixeln liefert sie mehr als viermal so viele Bildpunkte wie eine Full-HD-Kamera (1920 × 1080 Pixel) – und damit eine deutlich höhere Detailgenauigkeit. Für die Bildaufnahme kommt ein 1/2,8-Zoll-CMOS-Sensor mit einer lichtstarken Blende von F1,2 zum Einsatz, der auch bei schwierigen Lichtverhältnissen eine gute Lichtausbeute verspricht. Die Nachtsicht arbeitet mit einem IR-Sperrfilter und integrierten Infrarot-LEDs, die bis zu 15 Meter weit reichen. Farbige Nachtaufnahmen sind dank einer zusätzlichen LED-Beleuchtung ebenfalls möglich. Wie sich die Kamera in der Praxis schlägt, zeigt dieser Testbericht.
Ausstattung: Ezviz CB8 Pro
Die Ezviz CB8 Pro verfügt über ein bewegliches Objektivgehäuse, das einen Schwenkbereich von 340 Grad und einen Neigebereich von 75 Grad sowie eine automatische Bewegungsverfolgung bietet. Die Stromversorgung erfolgt über einen eingebauten Akku mit 10.400 mAh. Dank der Schutzart IP65 ist die Kamera gegen Staub und Spritzwasser geschützt und für den Einsatz im Freien vorgesehen; der Betriebstemperaturbereich liegt zwischen –20 und 50 Grad Celsius.
Zur Reduzierung von Fehlalarmen setzt die Kamera auf eine KI-gestützte Erkennung, die zwischen Personen und Fahrzeugen unterscheidet. Über das integrierte Mikrofon und den Lautsprecher ist eine Zwei-Wege-Kommunikation möglich. Aufnahmen lassen sich wahlweise auf einer microSD-Karte (max. 512 GB) lokal speichern oder in der Ezviz-Cloud sichern – für letztere ist ein Abonnement erforderlich.
Für die Netzwerkanbindung unterstützt die Kamera Wi-Fi 6 (802.11ax) im 2,4-GHz-Frequenzband. Zur Videokomprimierung kommt der effiziente H.265-Codec zum Einsatz, der im Vergleich zu H.264 geringere Datenmengen bei vergleichbarer Bildqualität ermöglicht. Im Lieferumfang enthalten sind die Kamera, eine Bohrschablone, Schrauben und Dübel zur Befestigung sowie ein USB-Ladekabel; ein USB-Netzteil wird nicht mitgeliefert.
Inbetriebnahme
Die Einrichtung erfolgt über die Ezviz-App, die auch für Tablets optimiert ist. Ein Einrichtungsassistent führt Schritt für Schritt durch das Set-up – nach wenigen Minuten ist die Kamera einsatzbereit.
AOV-Technologie: Lückenlose Überwachung bei geringem Stromverbrauch
Die CB8 Pro unterstützt die sogenannte AOV-Technologie (Always-On-Video), die bei batteriebetriebenen Kameras eine erweiterte Überwachung ermöglicht. Anders als herkömmliche Akkukameras, die ausschließlich bei erkannter Bewegung aufzeichnen, wechselt die CB8 Pro im AOV-Modus zwischen zwei Aufnahmemodi: In ruhigen Phasen erstellt sie in einstellbaren Intervallen Zeitrafferaufnahmen, die den zeitlichen Verlauf des überwachten Bereichs dokumentieren. Sobald eine Bewegung erkannt wird, schaltet sie in den Normalmodus und zeichnet ein Erkennungsvideo in Echtzeit auf.
Dieses Konzept bietet mehrere Vorteile: Die Erkennungsreichweite vergrößert sich gegenüber der rein PIR-basierten Bewegungserfassung etwa um den Faktor drei. Der Speicherbedarf fällt deutlich geringer aus als bei einer kontinuierlichen Daueraufzeichnung, da Zeitraffervideos weniger Datenvolumen erzeugen. Mit einer 64-GB-microSD-Karte lassen sich im AOV-Modus Aufnahmen für rund 280 Tage speichern – eine kontinuierliche 4K-Aufzeichnung würde dieselbe Karte bereits nach etwa 2,4 Tagen füllen.
Auch die Akkulaufzeit profitiert spürbar. Während eine Daueraufzeichnung den Akku innerhalb weniger Tage entladen würde, ermöglicht der AOV-Modus einen deutlich längeren Betrieb. Der Hersteller nennt mehrere Wochen – im Test hielt der Akku mit aktiviertem AOV-Modus rund 10 Tage. Im Vergleich zur Daueraufzeichnung ist das ein guter Wert.
Schwenk-, Neige- und Verfolgungsfunktion im Praxistest
Der motorisierte Kamerakopf deckt 340 Grad im Schwenk- und 75 Grad im Neigebereich ab. Im Test funktionierte die automatische Personenverfolgung einwandfrei: Erkannte Personen wurden zuverlässig zentral im Bildausschnitt gehalten und blieben gut identifizierbar.
Bei schnellen Bewegungen zeigte sich jedoch eine Einschränkung: Die maximale Bildrate von 15 Bildern pro Sekunde führt dazu, dass Details verloren gehen. Kameras mit höheren Bildraten – etwa 25 fps oder mehr – liefern in solchen Situationen schärfere Ergebnisse.
Personen- und Fahrzeugerkennung
Die KI-basierte Erkennung unterscheidet zuverlässig zwischen Personen und Fahrzeugen. Der Erfassungsbereich lässt sich in der App auf bestimmte Zonen eingrenzen – etwa auf einen Eingangsbereich. Im Test traten keine Fehlalarme auf, und Push-Benachrichtigungen wurden innerhalb weniger Sekunden zugestellt.
Gegensprechfunktion und Smart-Home-Integration
Über Mikrofon und Lautsprecher bietet die CB8 Pro eine Gegensprechfunktion, die im Test zuverlässig arbeitet. Die Sprachverständlichkeit ist allerdings – wie bei den meisten Kameralautsprechern – begrenzt.
Die Integration in Sprachassistenten wie Alexa oder Google Assistant ist möglich, erfordert jedoch das Deaktivieren der Verschlüsselung und Zwei-Faktor-Authentifizierung in der App. Dasselbe gilt für die Streamausgabe auf smarte Displays wie den Amazon Echo Show.
Weitere Funktionen im Überblick:
- Geofencing – automatisches Aktivieren oder Deaktivieren beim Verlassen oder Betreten eines definierten Bereichs
- Bild-in-Bild-Modus für die gleichzeitige Darstellung mehrerer Bereiche
- Push-Benachrichtigungen bei Alarm oder Verbindungsabbruch
- Nutzerfreigabe – die Kamera lässt sich über die App mit weiteren Personen teilen
Wegen der fehlenden Onvif-Unterstützung ist die CB8 Pro leider inkompatibel mit Dritthersteller-Lösungen wie Synology Surveillance Station. Immerhin gibt es eine cloudbasierte Integration für Home Assistant, die allerdings nicht funktioniert, wenn sich die Kamera im AOV-Modus befindet.
Speicher und Netzwerk
Aufnahmen lassen sich lokal auf einer microSD-Karte mit bis zu 512 GB speichern. Alternativ steht ein kostenpflichtiger Cloud-Speicher zur Verfügung, der mit einem siebentägigen Testzeitraum startet.
Die Kamera unterstützt Wi-Fi 6, verfügt jedoch über keine externen Antennen. Bei großer Entfernung zum Router kann die Signalstärke spürbar abnehmen, was zu Verzögerungen beim Livestream führt. Bei guter WLAN-Abdeckung wird der Livestream hingegen flüssig und ohne merkliche Latenz angezeigt.
Bildqualität und Nachtsicht
Die 4K-Auflösung sorgt für detailreiche Aufnahmen. Bei Tageslicht entstehen gut aufgelöste Bilder mit natürlichen Farben. Die maximale Bildrate liegt bei 15 fps – ein Kompromiss zugunsten der Akkulaufzeit, der bei schnellen Bewegungen jedoch sichtbar wird.
Für die Nacht stehen zwei Modi zur Verfügung: Ein integriertes Spotlight ermöglicht farbige Nachtaufnahmen, alternativ steht die klassische Infrarotbeleuchtung bereit. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen per IR fallen erwartungsgemäß weniger detailreich aus als die Farbbilder mit LED-Licht.
Zusätzlich verfügt die Kamera über Stroboskop-Lichter und eine Sirene, die sich über die App manuell auslösen lassen. Auch eine individuell aufnehmbare Sprachmeldung ist konfigurierbar. Die Helligkeit der LEDs lässt sich in der App stufenweise anpassen.
Preis
Die Ezviz CB8 Pro kostet regulär ohne Solarpanel 160 Euro. Aktuell ist sie bei Amazon für 110 Euro im Angebot. Mit Solarpanel liegt die UVP bei 190 Euro. Derzeit gibt es das Set für 120 Euro. In den vergangenen Wochen pendelte der Preis zwischen 170 und 120 Euro.
Fazit: Viel Kamera für wenig Geld
Die Ezviz CB8 Pro überzeugt durch eine unkomplizierte Installation, einen vielseitigen Funktionsumfang und die Möglichkeit des kabellosen Betriebs mit optionaler Solarunterstützung. Die Bewegungsverfolgung arbeitet im Alltag zuverlässig, stößt bei sehr schnellen Bewegungen jedoch an die Grenzen der niedrigen Bildrate. Die Bildqualität ist insgesamt gut und liefert bei ausreichend Licht viele Details.
Einschränkend ist zu erwähnen, dass die Kamera kein Onvif unterstützt und sich daher nicht in Dritthersteller-Lösungen wie die Synology Surveillance Station einbinden lässt. Für Home Assistant existiert immerhin eine cloudbasierte Integration. Für eine stabile WLAN-Verbindung empfiehlt sich eine ausreichende Nähe zum Router oder der Einsatz eines WLAN-Repeaters.
Mit einem aktuellen Straßenpreis von rund 120 Euro gehört die Ezviz CB8 Pro zu den günstigsten batteriebetriebenen 4K-Überwachungskameras mit PTZ-Funktion auf dem Markt.
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Rossmann testet ersten humanoiden Roboter in der Logistik
Körperlich unangenehme und unergonomische Aufgaben problemlos und nahezu ohne Pause ausführen: Was das chinesische Unternehmen UBTech mit seinem humanoiden Roboter Walker S2 verspricht, soll er jetzt in der Logistik der Drogeriekette Rossmann unter Beweis stellen.
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Wie das Unternehmen mit Firmensitz in Burgwedel mitteilt, soll der Humanoide für ein Jahr vor Ort bei einem Pilotprojekt getestet werden. Der Roboter soll insbesondere bei repetitiven sowie körperlich unergonomischen Tätigkeiten unterstützen und damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Logistik entlasten.
Walker S2 wechselt Batterien selbst
In mehreren Projektphasen testet Rossmann, wie er in die bestehenden Abläufe der Logistik integriert werden kann – von ersten Use-Case-Szenarien über den schrittweisen Einsatz in der Praxis bis hin zur Bewertung einer möglichen Ausweitung. Der Walker S2 kann seine Batterie eigenständig wechseln und ist speziell für industrielle und logistische Anwendungen entwickelt worden. Die Batterien sind als Doppelbatteriesystem ausgeführt, sodass sich jeweils eine der Batterien im Betrieb auswechseln lässt. Eine Batterie liefert Energie für zwei Stunden langes Laufen oder etwa vier Stunden Arbeit im Stehen.
UBTech verspricht, dass der Walker S2 selbstständig erkennt, wann seine Energie zur Neige geht und wann ein Akkutausch notwendig ist, um bestimmte Arbeiten weiter ausführen zu können. Der Roboter soll so länger durchhalten und komplett autonom arbeiten können. Angestrebt ist, dass solche humanoiden Roboter in der Fertigung oder bei Dienstleistungen durchgängig rund um die Uhr einsetzbar sind.
Test in der Praxis
„Uns ist bewusst, dass rund um humanoide Robotik derzeit viel Hype entsteht – gerade deshalb wollen wir frühzeitig und auf Basis eigener Erfahrungen herausfinden, was im Alltag tatsächlich funktioniert und wo die Grenzen liegen“, erklärt Hendrik van Duuren, Geschäftsleitung Logistik bei Rossmann, dazu in einer Pressemitteilung. Rossmann teste dafür jetzt zum Beispiel, wie sich der Walker S2 sinnvoll in die eigenen Prozesse einbinden lässt, welche IT-Infrastruktur dafür notwendig ist und wie schnell neue Anwendungen programmierbar sind. „Gleichzeitig beobachten wir genau, wie unsere Kolleginnen und Kollegen die Zusammenarbeit mit dem Roboter erleben“, erklärt er weiter.
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Rossmann wolle den praktischen Nutzen für die eigene Logistik realistisch bewerten. Der einjährige Test soll auch als Grundlage für ein langfristig tragfähiges, skalierbares Einsatzkonzept für humanoide Robotik in der Rossmann-Logistik dienen.
(nen)
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Die Polizei im Nacken: Bayern jagt Verkehrsrowdys mit „Action-Cam“
Pünktlich zum Start der Motorradsaison, in der Kurvenstrecken in den Mittelgebirgen wieder tausende Zweiradfahrer anlocken, rüstet die bayerische Polizei technisch auf. An der B47 bei Amorbach, einer bei Anwohnern und Touristen gleichermaßen für ihre Lärmbelastung berüchtigten Route, präsentierte Innenstaatssekretär Sandro Kirchner (CSU) am Donnerstag das neueste Einsatzwerkzeug des Polizeipräsidiums Unterfranken: das Action-Kamera-System (AKS). Was für Hobby-Blogger und Urlauber ein nettes Gadget zur Dokumentation der eigenen Tour ist, wird in den Händen der Beamten zur Waffe gegen Verkehrsverstöße.
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Das Projekt setzt laut dem bayerischen Innenministerium auf Diskretion und Unmittelbarkeit. Ein ziviles Polizeimotorrad auf Basis der BMW S 1000 XR mischt sich unter den fließenden Verkehr. Darauf sitzen geschulte Beamte, die ein Auge für riskante Fahrmanöver und manipulierte Auspuffanlagen haben sollen. Bei Verstößen aktiviert der nicht als solcher erkennbare Polizist eine angebrachte GoPro-Kamera. Die Aufzeichnung läuft ab diesem Moment kontinuierlich mit und dokumentiert das gesamte Fahrverhalten des Verdächtigen, bis er gestoppt wird.
Damit soll das System ein lückenloses digitales Protokoll liefern, das im späteren Gerichtsverfahren als objektives Beweismittel dienen könnte. Kirchner zufolge hat sich die Technik in mehrjährigen Testphasen bewährt. Sie führe zu einer deutlich realistischeren Beurteilung der Situation durch die Justiz.
Beweissicherung vs. informationelle Selbstbestimmung
Doch wo Kameras im öffentlichen Raum zum Einsatz kommen, ist die Debatte über den Datenschutz und die Verhältnismäßigkeit nicht weit. Die bayerische Polizei betont zwar, dass die Kamera erst bei einem konkreten Verdacht eingeschaltet wird. Dennoch bewegt sich das System in einem sensiblen Bereich der permanenten Überwachungsmöglichkeit.
Kritiker geben zu bedenken, dass die Grenzen zwischen einer anlassbezogenen Aufnahme und einer verdachtsunabhängigen Vorratsdatenspeicherung auf dem Asphalt verschwimmen könnten. Die Polizei hebt auch den „verkehrserzieherischen Effekt“ hervor: Dem Fahrer wird das Fehlverhalten direkt bei der Kontrolle auf dem Display bildlich vor Augen geführt. Doch für Datenschützer kommt die Einführung solcher Systeme einem weiteren Puzzlestück auf dem Weg zum gläsernen Fahrer gleich.
Die rechtlichen Hürden für solches Dashcam-Material sind in Deutschland traditionell hoch. Grundsätzlich kollidiert die permanente Aufzeichnung mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Private Dashcams dürfen daher oft nur kurzzeitige, anlassbezogene Aufnahmen erstellen. Auch die Polizei muss sicherstellen, dass AKS strengen rechtsstaatlichen Vorgaben folgt.
Ein Beweisverwertungsverbot droht, wenn Aufnahmen ohne hinreichenden Tatverdacht oder unter Verletzung des Verhältnismäßigkeitsprinzips entstanden sind. Die bayerische Lösung versucht, diesen Spagat hinzubekommen, indem die Beamten die Aufnahme manuell starten. Das soll den Eingriff in die Grundrechte unbeteiligter Dritter minimieren.
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Hohe Investitionen für die Verkehrssicherheit
Die Kosten für ein AKS-Motorrad von BMW sind mit rund 48.000 Euro beachtlich. Allein das Kamerasystem schlägt dabei mit etwa 10.000 Euro zu Buche. Die Politik rechtfertigt diesen finanziellen Aufwand mit der Notwendigkeit, die Unfallzahlen zu senken. Allein im Jahr 2025 wurden in Bayern über 5170 Motorradfahrer verletzt, 96 Unfälle endeten tödlich. Das AKS-Motorrad soll dabei helfen, „Rowdys“ aus dem Verkehr zu ziehen. Diese gefährden durch riskante Überholmanöver oder illegale Umbauten an der Maschine nicht nur sich selbst und Dritte, sondern sorgen auch für eine massive Lärmbelästigung.
Kirchner hob zugleich hervor, dass Politik und Polizei keine pauschale Kriminalisierung aller Biker anstrebten. Vielmehr gehe es darum, durch gezielte Einzelmaßnahmen harte Sanktionen wie Beschlagnahmungen oder Fahrverbote durchzusetzen, ohne die rücksichtsvolle Mehrheit durch Streckensperrungen zu bestrafen.
(mma)
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