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China entdeckt riesige Lithium-Lagerstätte | heise online
China hat eine riesige Lagerstätte von Lithium-haltigen Erz in der zentralchinesischen Provinz Hunan entdeckt. Das geht aus einem Bericht des chinesischen Staatssenders CGTN von Dienstag hervor. Nach Schätzungen soll in dem Gebiet der Abbau von rund 490 Millionen Tonnen des Lithium-Erzes möglich sein. Daraus lassen sich dann etwa 1,31 Millionen Tonnen Lithiumoxid gewinnen, die für die Herstellung von Batterien für Elektroautos genutzt werden können.
Mehrere Jahre hat ein Explorationsteam des Instituts für Mineralressourcenforschung der Provinz Hunan daran gearbeitet haben, um das Lithium-Vorkommen aufzuspüren, heißt es in dem CGTN-Bericht. Dabei habe eine verbesserte geologische Bildgebung eine Rolle gespielt. Bei dem Erz handelt es sich um Lithium-haltiges Granitgestein, das zerkleinert und das Lithiumoxid durch Trennungsverfahren gewinnt. Anders als bei Lithium-Vorkommen, die in Sole vorkommen und das Lithium durch Verdampfung in großen Becken gewinnt, sei das Gewinnungsverfahren aus Erz einfacher zu handhaben. Die Verarbeitung könne schneller und kostengünstiger erfolgen. Außerdem könnten die Produktionsmengen besser kontrolliert werden.
Chinas Lithiumreserven sind 2025 auf 16,5 Prozent angestiegen. Nur Chile besitzt noch größere Reserven. Allerdings kontrolliert China mehr als 70 Prozent der weltweiten Lithium-Raffinationskapazitäten. Das verschafft dem Land eine Dominanz bei der Umwandlung von Lithium-haltigen Erz zu Stoffen, die für die Batterieproduktion von Elektroautos dringend benötigt werden. Die neu entdeckte Lagerstätte könnte diese Dominanz weiter stärken.
Weitere Lithium-Vorkommen
Die Lithiumreserven Chinas könnten sogar noch weiter ansteigen. Chinesische Ingenieure sind derzeit dabei, den rund 2800 km langen Spodumen-Gürtel in Tibet auf Lithium-haltiges Erz hin zu untersuchen. Die dort vermuteten Vorkommen könnten 30 Millionen Tonnen Lithium enthalten, so Schätzungen.
Die weltweite Nachfrage nach Lithium für die Produktion von Batterien für Elektroautos ist hoch. Westliche Staaten wollen sich deshalb von der Abhängigkeit Chinas hinsichtlich kritischer Rohstoffe lösen. Die USA und die EU haben dazu etwa ein Abkommen geschlossen, um Lieferketten für kritische Rohstoffe höchstmöglich zu diversifizieren.
Chinas Dominanz bei der Verarbeitung Lithium-haltigen Materials hat jedoch noch weitere Auswirkungen: Das Land hat in den vergangenen Jahren einen Vorsprung im Auffinden und der Erschließung von Abbauflächen sowie der Abbautechnik und Trennung erzielt. Darüber hinaus ist China führend in der Verarbeitung von Lithium und in der Produktion Lithium-haltiger Batterien für die Elektroauto-Industrie.
(olb)
Künstliche Intelligenz
Verbraucher suchen Alternativen zu US-Tech-Produkten
Wer die Restaurantrechnung per Revolut-App teilt und auf seinem Rechner den Vivaldi-Browser nutzt, mag in manchen Kreisen als spleeniger Außenseiter gelten. Doch einige Entwicklungen der vergangenen Monate haben dazu geführt, dass sich mittlerweile auch Menschen, die bisher auf digitale Produkte und Dienstleistungen von Marktführern wie Google, Paypal, Amazon oder Meta setzen, mehr Gedanken machen über Datenschutz und Abhängigkeiten.
Bequemlichkeit geht oft vor
Das Bewusstsein für diese Problematik sei bei Verbrauchern zwar insgesamt nicht so groß wie bei Unternehmen und Behörden, sagt Florian Glatzner von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Er habe jedoch den Eindruck, dass viele Nutzer inzwischen „ein schlechtes Gefühl in der Magengegend“ hätten, nicht nur bei Soft- und Hardware aus China, sondern auch bei Produkten aus den USA.
Dieses Unwohlsein führe aber in den meisten Fällen nicht zu einer Änderung des Verhaltens – oder zumindest nicht sofort. Denn meist sei es einfacher, Apps und andere Produkte zu nutzen, die weit verbreitet, benutzerfreundlich und häufig sogar schon auf den Geräten voreingestellt seien. Diesen Widerspruch nennen Psychologen kognitive Dissonanz.
Ärger über Aus für Windows 10
Dabei geht es gar nicht unbedingt immer um die Sorge, ein US-Konzern könnte auf Grundlage politischer Vorgaben ohne Vorwarnung den Zugang zu den eigenen Daten sperren. Auch andere, banalere Zwänge bringen Nutzerinnen und Nutzer zum Nachdenken. Zu den Fällen, die in jüngster Zeit für einigen Ärger bei Verbrauchern gesorgt haben, zählt Glatzner die schon länger angekündigte Entscheidung von Microsoft, dass der kostenlose Support für Windows 10 am 14. Oktober endgültig endet.
Mit eventuellen Sicherheitslücken bleiben die Nutzer des Betriebssystems dann allein. Für Privatkunden gibt es – Stand jetzt – dann nur noch die Möglichkeit, gegen Gebühr für ein Jahr Sicherheitsupdates zu erhalten. Gleichzeitig sind die Mindestanforderungen, die ein Gerät erfüllen muss, damit darauf Windows 11 installiert werden kann, so hoch, dass viel ansonsten noch voll funktionsfähige Hardware ersetzt werden muss – falls die Betroffenen nicht auf ein anderes Betriebssystem umsteigen wollen. Das verursache unnötige Kosten und große Mengen von Elektroschrott, so die Kritik einiger Nutzer.
Online-Bezahldienst „made in Europe“
Bei Paypal waren vor knapp einer Woche Sicherheitssysteme ausgefallen, die betrügerische Lastschriften herausfiltern sollen. Daraufhin hatten etliche Banken in Deutschland von der Paypal-Bank in Luxemburg weitergereichte Lastschriften gestoppt. Dabei ging es um Lastschriften, bei denen Paypal das Geld vom Bankkonto der Kunden einzieht, nachdem diese etwa Waren im Internet gekauft haben. Nicht erst seit dieser großen Panne bemühen sich europäische Wettbewerber wie die Neobank Revolut oder Wero, der Dienstleister der European Payments Initiative (EPI), mit dem Argument «Made in Europe» dem Online-Zahlungsdienstleister aus den USA Konkurrenz zu machen.
Wer kennt schon Wero?
Wer die mobile Wallet Wero nutzt, braucht im Unterschied zu einer herkömmlichen Überweisung nicht die Kontonummer des Empfängers, sondern kann Geld in Echtzeit an eine Handynummer oder E-Mail-Adresse senden. Der bislang allerdings nur in Deutschland, Frankreich und Belgien nutzbare Service war zunächst nur ein Angebot für die Kundschaft von Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken, die ihn über die Apps ihrer jeweiligen Institute zur Verfügung stellten. Inzwischen gibt es eine eigenständige Wero-App.
Die Direktbank ING hat Wero eingeführt und auch Revolut hat Wero mittlerweile in seine App integriert. Und wenn etwas schiefgeht? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät bei der Auswahl jedweder Produkte, zu schauen „was passiert mit den eigenen Daten oder den Daten der Angehörigen?“. Eine Sprecherin der Behörde sagt: „Das BSI empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich bei der Entscheidung für ein Produkt oder eine Dienstleistung grundsätzlich nicht nur die Frage zu stellen, ob die Grundfunktionalität hilfreich ist, sondern darauf zu achten, welche Informationen der Anbieter mit Blick auf Sicherheitsvorfälle bereitstellt, etwa entsprechende Maßnahmen und Kontaktmöglichkeiten.“
Mehrheit beklagt Abhängigkeit von USA und China bei KI
Ähnlich wie bei den Zahlungsdienstleistern, wo US-Konzerne wie Paypal, Visa und Mastercard in puncto Marktanteil in Deutschland nach wie vor weit vor der europäischen Konkurrenz liegen, sieht es auf dem rasant wachsenden Feld der Künstlichen Intelligenz aus. Im Frühjahr veröffentlichte der Branchenverband Bitkom die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage. Damals sagten 68 Prozent der Befragten, dass Deutschland im Bereich KI von den USA und China zu stark abhängig sei. 60 Prozent wollten, dass Deutschland unabhängiger von US-amerikanischen KI-Unternehmen wird.
Der Studie zufolge nutzten zwei Drittel (67 Prozent) der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren zumindest gelegentlich generative KI. Im vergangenen Sommer waren es 40 Prozent. Dabei beschränkt sich die Nutzung fast ausschließlich auf die drei führenden Anbieter OpenAI (ChatGPT), Microsoft (Copilot) und Google (Gemini). Das KI-Start-up Mistral AI (Le Chat) aus Frankreich, das vor allem Open-Source-Sprachmodelle entwickelt und besonders auf Privatsphäre achtet, ist hierzulande dagegen noch weitgehend unbekannt.
Das deutsche Pendant Aleph Alpha fokussiert sich eher auf konkrete KI-Lösungen für Firmenkunden und öffentliche Auftraggeber, die hohe datenschutzrechtliche Anforderungen erfüllen müssen. Datenschutzfragen und Strategien zur Reduzierung von Abhängigkeiten beschäftigen nicht nur Verbraucher und Unternehmen, sondern werden auch politisch kontrovers diskutiert. Das BSI setzt bei digitaler Souveränität auf eine Doppelstrategie: Der EU-Markt und die eigene Digitalindustrie sollen gestärkt werden. Internationale Produkte sollen technisch so abgesichert werden, dass ein souveräner Einsatz möglich wird.
Gipfel am 18. November in Berlin
Frankreich und Deutschland wollen am 18. November gemeinsam mit der EU-Kommission in Berlin einen Gipfel zum Thema digitale Souveränität ausrichten. Der Bundesregierung geht es hier auch darum, Risiken zu minimieren. Oder, wie es Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron ausgedrückt hat: „Das ist wichtig für die Widerstandsfähigkeit unserer Volkswirtschaften.“
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(nie)
Künstliche Intelligenz
Großbritannien: Apple argumentiert gegen Regulierung mit EU als Negativbeispiel
Apple hat die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) davor gewarnt, Regeln wie in der Europäischen Union aufzustellen, wenn es um die Regulierung des App Store geht, die auch in Großbritannien ansteht. „EU-style rules“ seien „schlecht für Nutzer und schlecht für Entwickler“, so der Konzern zu den aktuellen CMA-Vorschlägen. Solche Regeln hätten in Europa dazu geführt, dass Apple Funktionen und Verbesserungen für Nutzer habe verzögern müssen. Die CMA findet, dass der Markt für Apps derzeit zu stark von Google und Apple mit Play Store und App Store dominiert wird. Die Behörde wies die Darstellung gegenüber der BBC zurück. Sie meinte, ihre neuen Regeln seien „anders als die der EU“ und seien dafür gedacht, Unternehmen zu helfen, Innovationen auf den Markt zu bringen und zu wachsen.
EU-Absetzversuche
Pikant daran: Großbritannien versucht auch noch unter der aktuellen Labour-Regierung, sich nach dem Brexit von der EU-Politik zu unterscheiden – auch wenn es wieder stärker zu einer Annäherung zwischen den Briten und dem Kontinent gekommen ist. Dass Apple mit der EU als Negativbeispiel argumentiert, ist also beachtenswert. Die CMA sieht aber keinen Grund, im App-Markt nicht einzugreifen, wie dies in immer mehr Ländern auf der ganzen Welt geschieht – von den USA über Japan bis Australien.
Die CMA hatte zuletzt festgestellt, dass zwischen 90 und 100 Prozent der britischen Mobilgeräte mit Android oder iOS liefen. Beide Firmen hätten damit „effektiv ein Duopol“. Apple und Google sollen unter anderem nicht mehr verbieten dürfen, dass App-Anbieter Nutzer alternative Bezahlmethoden anbieten. Mit einer endgültigen Entscheidung ist im Oktober zu rechnen. Apple argumentierte weiter, die CMA-Regulierung könne dazu führen, dass Schutzmaßnahmen für Sicherheit und Datenschutz der Nutzer untergraben würden. Innovationen würden beschränkt und der Konzern gezwungen, „unsere Technik kostenlos an ausländische Wettbewerber“ zu geben.
Maßnahmen „speziell für Großbritannien“
Die CMA wiederhole Fehler der EU, die diese bei der Umsetzung des Digital Markets Act (DMA) gemacht habe. Die CMA betonte, die britischen Wettbewerbsregeln arbeiteten „gänzlich anders“ als in der EU. In einem Statement, das der BBC vorliegt, hieß es, es ginge darum, britischen Firmen zu helfen – „inklusive unserer erfolgreichen App-Developer-Wirtschaft“. Gleichzeitig sollten britische Konsumenten weiter von Innovationen profitieren, die in anderen Ländern eingeführt wurden.
Auch führe mehr Wettbewerb auf mobilen Plattformen nicht zu weniger Privatsphäre und Sicherheit. Man untersuche Maßnahmen speziell für Großbritannien sehr genau. Epic Games, Apples großer Gegner in einem Rechtsstreit in den USA um den App Store, hatte die CMA zuletzt kritisiert. Die Regulierung gehe nicht weit genug, weshalb man mit „Fortnite“ nicht zurück auf britische iPhones wolle, hieß es.
(bsc)
Künstliche Intelligenz
SSD im Mac mini M4 aufrüsten: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
In einem eigenen heise+-Beitrag haben wir erklärt, warum es sinnvoll und einfach sein kann, einen Mac mini M4 oder M4 Pro selbst mit SSD-Modulen aufzurüsten, statt Apples Mondpreise zu bezahlen. In diesem Artikel geht es nun darum, wie Sie den Ein- beziehungsweise Umbau praktisch selbst vornehmen können.
Dabei ist glücklicherweise nur relativ wenig Bastelgeschick gefragt. Allerdings sind später weitere Schritte notwendig, Ihren kleinen Mac wieder lauffähig zu machen. Und auch vorher gibt es einiges zu beachten.
Zeit: 30 – 60 Minuten für den Umbau, Zeit für das Backup und die Wiederherstellung
- einen zweiten Mac mit T2-Sicherheitschip oder Apple-Silicon
- Thunderbolt- oder USB-C-Kabel
- externe SSD oder Festplatte für ein Backup
- Time Machine oder Backup-Programm wie Carbon Copy Cloner
- SSD-Modul passend für den Mac mini M4 oder M4 Pro
Werkzeug:
- Schraubendreher (T3, T5, T8)
- Plastikstift (Spudger)
- Plektren oder alte EC-Karten
- ESD-Pinzette
- Magnetunterlage, Schälchen oder Eiswürfelbehälter für Schrauben
- optional: Druckluft
Backup mit Time Machine erstellen
Bevor Sie den Mac mini auseinandernehmen, sollten Sie Ihre Daten sichern. Am bequemsten geht dies mit dem Bordmittel Time Machine: Schließen Sie eine leere externe Festplatte oder SSD an Ihren Mac an, fragt macOS, ob es die Festplatte für Time Machine verwenden darf. Stimmen Sie diesem zu, beginnt wenige Minuten später automatisch das Backup. Das kann je nach Speichermedium und Datenmenge ein paar Stunden in Anspruch nehmen.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „SSD im Mac mini M4 aufrüsten: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung“.
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