Künstliche Intelligenz
Chipkrise: Außenminister Wadephul verschiebt China-Reise wegen Spannungen
Diplomatische Eiszeit zwischen Berlin und Peking: Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat kurzfristig eine für Montag und Dienstag geplante Reise nach China abgesagt. Die dortige Regierung habe außer einem Treffen Wadephuls mit seinem Ministerkollegen Wang Yi keine hinreichenden weiteren Termine bestätigt, begründete eine Sprecherin des Auswärtigen Amts den überraschenden Schritt. Dieser fällt in eine Zeit akuter Spannungen, die maßgeblich durch die neuen chinesischen Exportkontrollen für Seltene Erden befeuert werden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Deutsche Unternehmen sind besorgt über die Handelsbeschränkungen Chinas, insbesondere bei sogenannten Seltenen Erden. Diese kritischen Rohstoffe sind unverzichtbar für die Produktion von Hightech-Komponenten wie Halbleitern und Elektromotoren. Ihre Verknappung hat das Potenzial, eine neue Chipkrise auszulösen, die die deutsche Industrie empfindlich treffen würde. Dazu kommt ein weiterer akuter Konflikt: Nachdem die niederländische Regierung die Kontrolle über die bisher vom chinesischen Wingtech-Konzern geführten Halbleiter-Fertiger Nexperia übernommen hatte, untersagte Peking zunächst die Ausfuhr von Produkten des Herstellers. Das betrifft spezialisierte Chips, die in Autos Daten und Signale verarbeiten.
Wadephuls vorgesehene China-Reise wäre der erste Ministerbesuch der neuen Bundesregierung unter Kanzler Merz (CDU) in Peking gewesen. Offiziell bedauert die Exekutive die nun entfallene Gelegenheit zum persönlichen Austausch über die „gesamte Themenpalette“ und will den Kontakt über ein baldiges Telefonat zwischen Wadephul und seinem chinesischen Amtskollegen intensivieren. Berlin betont dabei das Ziel der Diversifizierung der Lieferketten, hält aber an der grundsätzlichen Kooperationsbereitschaft mit China fest.
Deutliches diplomatisches Signal
Die Reiseverschiebung wird so zu einem deutlichen diplomatischen Signal in einer Phase, in der die ökonomische Abhängigkeit Deutschlands von kritischen chinesischen Rohstoffen auf ernste geopolitische Konflikte trifft. Die Sprecherin des Auswärtigen Amts unterstrich die Bedeutung Chinas, auf Russland einzuwirken, um einen „gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine“ zu ermöglichen. Peking wiederum reagierte wiederholt scharf auf die deutsche Haltung in der Taiwan-Frage. Die dortige Regierung verlangt die strikte Einhaltung des Ein-China-Prinzips, also der Einverleibung Taiwans, während Wadephul den Status quo in der Meerenge wahren will.
Wenige Stunden vor der Reiseverschiebung des Außenministers erhöhte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche den Druck auf Peking. Die CDU-Politikerin gab bekannt, dass Berlin offiziell diplomatischen Protest gegen China wegen der Blockade von Halbleiterlieferungen einlegen werde.
„Die Chip-Knappheit trifft uns hart, weil die deutsche Wirtschaft von diesen Chips abhängig ist“, erklärte Reiche in Kiew. Damit verdeutlicht die Bundesregierung die akute Bedrohung, die von Chinas restriktiver Handelspolitik ausgeht.
Weiterlesen nach der Anzeige
EU-Kommission bleibt gesprächsbereit
Gleichzeitig forciert die EU-Kommission ihre Bemühungen um eine Entspannung: Nachdem Handelskommissar Maroš Šefčovič am Dienstag mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Wentao gesprochen hatte, kündigte die EU-Kommission für die kommende Woche hochrangige technische Treffen an. Diese sollen sowohl persönlich als auch virtuell stattfinden und zeigen, dass die Kommission den Dialog zur Lösung der Lieferkettenprobleme aufrechterhält.
Die EU gerät im aktuellen Handelskonflikt zwischen Peking und der US-Regierung unter Präsident Donald Trump zunehmend ins Kreuzfeuer. Das gilt als besonders kritisch, da die EU einen Großteil ihrer kritischen Rohstoffe – nahezu alle Seltenen Erden sowie Permanentmagnete – aus China importiert. Die Abhängigkeit von diesen Materialien macht die EU verwundbar. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) warnte angesichts dieser Lage Anfang der Woche: „Eine Krise bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen ist kein fernes Risiko mehr.“
(mma)
Künstliche Intelligenz
Handgemacht und kampfbereit: Das ist Double Fines neues Spiel „Kiln“
Tim Schafers Studio Double Fine ist mittlerweile für seine unkonventionellen Ansätze im Spieldesign bekannt. Zuletzt ließen die Entwickler Spielende als Leuchtturm durch eine farbenfrohe Fantasy-Welt wandern und auch der neueste Streich der „Psychonauts“-Macher strotzt wieder so vor kreativem und leicht schrägem Charme.
Weiterlesen nach der Anzeige
„Kiln“ war die Überraschungsankündigung während der ersten Xbox Developer Direct 2026 und stammt aus dem hauseigenen Prototyping-Format „Amnesia Fortnight“, das bereits Konzepte wie „Costume Quest“ oder „Headlander“ hervorgebracht hat. Projektleiter Derek Brand beschreibt „Kiln“ als „Feier von Schöpfung und Zerstörung“, denn bevor Spielende in einer knallbunten Arena gegeneinander antreten, müssen sie für ihre Kämpfer passende Tongefäße töpfern und gestalten.
Kreative Zerstörung
Auf einer virtuellen Scheibe werden Keramikgefäße in verschiedenen Größen und Formen gestaltet – von kleinen Tellern bis zu massiven Zylindern. Die Form des selbst gebauten Töpfergefäßes bestimmt dabei den Kampfstil: Jeder Topf bringt eigene Angriffe, Spezialfähigkeiten und Bewegungsmuster mit. Kleine Gefäße etwa bieten schnelle, abprallende Attacken, große setzen hingegen auf Flächenangriffe oder wuchtige Nahkampfaktionen. Insgesamt sollen 24 verschiedene Spezialangriffe verfügbar sein.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.
Kiln from Double Fine – Official Announce Trailer
Vor dem Kampf kommt aber noch der Feinschliff: Über ein umfangreiches Anpassungssystem können Spielende Glasuren, Henkel, Muster und Aufkleber hinzufügen. Im Hauptspielmodus treten dann Teams mit je vier Spielenden gegeneinander an, um Wasser zu sammeln und den Brennofen der Gegner zu löschen. Jede der zum Start verfügbaren Karten basiert auf mythologischen Themen und bietet dazu passende Mechaniken, etwa Paketlaufbänder im Hermes-Level oder tanzende Bodenplatten auf der Dionysos-Karte.
Sprachliche Kommunikation ist im Match nicht zwingend notwendig. Stattdessen setzt das Spiel auf ein einfaches Kommunikationssystem mit Emotes und Gesten. Auch das Wechseln der Töpferform für neue Strategien soll während des Spiels möglich sein. „Kiln“ erscheint im Frühjahr 2026 für Xbox Series X|S, Xbox auf PC, Steam und Playstation 5. Unterstützt werden Xbox Cloud Gaming, Xbox Play Anywhere sowie Handheld-Plattformen. Eine geschlossene Beta ist ebenfalls geplant, für die sich Interessierte bereits anmelden können.
Weiterlesen nach der Anzeige
(joe)
Künstliche Intelligenz
Playground Games zeigt Gameplay aus „Fable“ und „Forza Horizon 6“
Das britische Studio Playground Games mausert sich zu einem der wichtigsten Teams im Xbox-Portfolio: Nachdem Playground jahrelang für seine erfolgreichen Open-World-Rennspiele der „Forza Horizon“-Reihe bekannt war, entwickelt ein zweites Team das Rollenspiel „Fable“. Am Donnerstagabend hat Playground Games zu beiden Titeln längere Gameplay-Ausschnitte veröffentlicht.
Weiterlesen nach der Anzeige
Das Playground-Kerngeschäft ist die „Forza Horizon“-Reihe. Der neue Ableger „Forza Horizon 6“ wurde im vergangenen Jahr auf der Tokyo Game Show angekündigt, nun gibt es erste Gameplay-Szenen aus dem Rennspiel. Zu sehen ist die laut Playground Games größte Karte in der Geschichte der Reihe, die dieses Mal Japan nachstellt – inklusive Jahreszweitenwechsel und mindestens 36 Ausblicken auf den Fuji.
Ansonsten stehen eher kleine Veränderungen zum Vorgänger, der in Südamerika spielte, auf dem Plan. Garagen können Spieler nun selbst bearbeiten. Zudem gibt es in Japan ein Stück Land, in dem Spieler ihre eigene Basis aufbauen können. Im Mittelpunkt des Spiels stehen weiterhin flottes Arcade-Racing und Fahrherausforderungen in der offenen Spielwelt.
In „Fable“ als Miethai spielen
Die offene Spielwelt ist auch die Brücke, die Playground zu „Fable“ baut – als eine Art Identität des Studios, die beide Spiele unter einen Hut bringt. Für die Entwicklung von „Fable“ hat Playground Games ein neues Team aufgebaut, das an die Arbeit der Lionhead Studios, wo das Original entwickelt wurde, anknüpfen will.
Dazu gehören britischer Humor und die Möglichkeit, auf unterschiedliche Art mit NPCs zu interagieren. Im Video ist zum Beispiel zu sehen, wie man Häuser aufkaufen kann, um sie dann an NPCs zu vermieten. Unliebsame Nichtspielerfiguren kann man schlicht auf die Straße werfen, was mit entsprechend unhöflichen Kommentaren quittiert wird.
Weiterlesen nach der Anzeige
„Forza Horizon 6“ erscheint am 19. Mai 2026 für PC und Xbox Series X/S. Eine Playstation-Version soll im Laufe des Jahres folgen. „Fable“ kommt direkt zum Release auf die Playstation – gleichzeitig mit Xbox Series X/S und PC im Herbst 2026.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
Drei Fragen, drei Antworten: KI – der Produktivitätskick fürs Coden?
KI-gestützte Softwareentwicklung wirbelt die Branche auf. Während manche von Produktivitätsschüben schwärmen, warnen andere vor Bergen technischer Schulden. Und sogar der bislang kritische Linus Torvalds experimentiert schon in einem Nebenprojekt mit Vibe-Coding. Wie sollten sich Entwickler jetzt aufstellen? Christian Winkler, Titelautor der iX 2/2026, erklärt, wo der Dev-Job mit Sprachmodellen produktiver wird und wo die natürliche Intelligenz dann doch nicht zu ersetzen ist.
Weiterlesen nach der Anzeige

Prof. Dr. Christian Winkler beschäftigt sich speziell mit der automatisierten Analyse natürlichsprachiger Texte (NLP). Als Professor an der TH Nürnberg konzentriert er sich bei seiner Forschung auf die Optimierung der User Experience.
Vibe-Coding ist inzwischen in aller Munde: Ist das wirklich die Zukunft der Software-Entwicklung?
Vibe-Coding ist ein sehr spannender Einsatz und im Moment auf jeden Fall für schnelle Prototypen brauchbar. Damit gehört es definitiv auch zur Zukunft der Software-Entwicklung. Allerdings erscheint es mir unwahrscheinlich, dass Entwickler damit arbeitslos werden. Eher das Gegenteil könnte der Fall sein: Routineaufgaben werden in Zukunft von der KI implementiert und Entwickler können sich auf die wirklich schwierigen Probleme fokussieren. Die genannten Routineaufgaben schließen zum Glück auch ein, Tests zu implementieren. Das ist eine bei Entwicklern eher unbeliebte Aufgabe, die sich dort über die KI-Unterstützung freuen dürften.
Woran kann ich mich bei der Modellauswahl orientieren? Wie weit sind Benchmarks da eine Hilfe?
Es gibt mehrere Benchmarks wie SWE-bench oder die Coding-Benchmark der LMArena. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Modelle zu sehr auf die Benchmarks optimiert sind. Man sollte daher, wenn möglich, die Modelle selbst ausprobieren oder sich an Benchmarks orientieren, die sehr oft aktualisiert oder mit individuellen Anforderungen von Menschen überprüft werden.
Bei den US-Flaggschiff-Modellen aus der Cloud steht ja auch die Gefahr im Raum, dass man seinen sensitiven Code als Trainingsmaterial herüberreicht. Welche Alternativen haben Unternehmen dazu?
Innerhalb der EU gehostete Modelle dürften das Problem nicht haben, weil hier die Rechtssprechung anders ist. Man könnte sich also auf Anbieter beschränken, die ihre Daten in der EU halten. Einige US-Anbieter versprechen genau das. Eine Alternative wäre, selbst Modelle zu betreiben, deren Gewichte veröffentlicht sind. Mit offenen Modellen können alle Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit erfüllt werden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Christian, danke für die Antworten! Mehr Details, wie man mit KI produktiver coden kann, gibt es in der neuen iX. Außerdem prüfen wir, ob die Vibe-Coding-Plattform ihre großen Versprechungen halten kann, und geben einen Überblick über die rechtlichen Fragen wie die Haftung beim Einsatz von KI-Agenten. All das und viele weitere Themen finden Leser im Februar-Heft, das jetzt im heise Shop oder am Kiosk erhältlich ist.
In der Serie „Drei Fragen und Antworten“ will die iX die heutigen Herausforderungen der IT auf den Punkt bringen – egal ob es sich um den Blick des Anwenders vorm PC, die Sicht des Managers oder den Alltag eines Administrators handelt. Haben Sie Anregungen aus Ihrer tagtäglichen Praxis oder der Ihrer Nutzer? Wessen Tipps zu welchem Thema würden Sie gerne kurz und knackig lesen? Dann schreiben Sie uns gerne oder hinterlassen Sie einen Kommentar im Forum.
(axk)
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommandozeile adé: Praktische, grafische Git-Verwaltung für den Mac
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenArndt Benedikt rebranded GreatVita › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 3 WochenSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Entwicklung & Codevor 1 MonatKommentar: Anthropic verschenkt MCP – mit fragwürdigen Hintertüren
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenGoogle „Broadwing“: 400-MW-Gaskraftwerk speichert CO₂ tief unter der Erde
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenHuawei Mate 80 Pro Max: Tandem-OLED mit 8.000 cd/m² für das Flaggschiff-Smartphone
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenFast 5 GB pro mm²: Sandisk und Kioxia kommen mit höchster Bitdichte zum ISSCC
-
Social Mediavor 1 MonatDie meistgehörten Gastfolgen 2025 im Feed & Fudder Podcast – Social Media, Recruiting und Karriere-Insights
