Entwicklung & Code
Claude mischt sich ein: Der neue proaktive KI-Kollege für Slack
Anthropic hat mit Claude Tag eine neue Integration für sein KI-Modell Claude vorgestellt. Der Dienst startet zunächst in Slack und soll dort als Teammitglied in ausgewählten Kanälen arbeiten. Nutzer können @Claude in einem Channel ansprechen, Aufgaben anstoßen und das Modell mit freigegebenen Tools, Daten und auch Codebasen verbinden. Claude soll dabei den Kontext aus dem Kanal aufbauen, relevante Informationen behalten und Aufgaben auch über längere Zeiträume verfolgen. Die Beta startet ab sofort für Claude-Enterprise- und Team-Kunden.
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Claude als gemeinsamer Kanal-Agent
Claude Tag unterscheidet sich nach Angaben von Anthropic deutlich von einem klassischen Chatbot. In einem Slack-Channel arbeitet nicht jeder mit einer eigenen Instanz, sondern alle Beteiligten greifen auf dieselbe Claude-Instanz zu. Wer später in die Unterhaltung einsteigt, kann an frühere Arbeit anknüpfen, ohne den Kontext erneut erklären zu müssen. Das System zerlegt Aufgaben in Schritte und antwortet nach Abschluss in einem Slack-Thread. Anthropic positioniert Claude Tag offiziell als stärker teamorientierte Weiterentwicklung von Claude Code.
Ein zentrales Merkmal ist die Fähigkeit, über den aktuellen Chat hinaus zu lernen. Der Agent speichert Informationen aus den Kanälen, in denen er aktiv ist. Mit entsprechender Berechtigung kann das Modell zudem Wissen aus anderen Slack-Kanälen und Datenquellen verknüpfen, wobei private Kanäle ausgenommen bleiben. Dieses übergeordnete, kanalübergreifende Wissen soll dem Modell die nötige Kontexttiefe verleihen, um komplexe Aufgaben konsistent zu bearbeiten.
Proaktiv statt nur reaktiv
Neu ist außerdem ein optionaler proaktiver Modus. Ist dieser aktiviert, hebt Claude relevante Informationen aus verbundenen Kanälen und Tools hervor und weist auf ins Stocken geratene Aufgaben hin. Zudem arbeitet das System asynchron: Nach dem Anstoßen einer Aufgabe kann der Agent diese über Stunden oder Tage hinweg autonom weiterverfolgen, während der Nutzer parallel an anderen Themen arbeitet. Aufgaben lassen sich so effizient delegieren.
Für den Einsatz in Organisationen können Administratoren genau steuern, auf welche Tools und Daten das Modell in welchen Kanälen zugreifen darf. Claude wird dabei als separate Identitäten verwaltet: Ein für den Vertrieb eingerichtetes Modell erhält keinen Zugriff auf Engineering-Daten und umgekehrt. Zur Kostenkontrolle und Nachvollziehbarkeit lassen sich Obergrenzen für den Token-Verbrauch auf Organisations- und Kanalebene festlegen. Zudem protokolliert das System alle Aktivitäten samt Anfragesteller.
Start in Slack
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Claude Tag ersetzt die bisherige Claude-in-Slack-App. Enterprise- und Team-Kunden, die auf das neue System umsteigen möchten, müssen ihren Workspace neu verbinden, die Zugriffsberechtigungen definieren und ein monatliches Budget festlegen. Für die Migration haben Administratoren 30 Tage Zeit, um sich anzumelden. Anthropic empfiehlt, den Testlauf zunächst in einem privaten Channel zu starten. Berechtigte Enterprise- und Team-Organisationen erhalten zudem ein Einführungsguthaben, damit das gesamte Unternehmen Claude Tag ausprobieren kann.
Das System nutzt zum Start Opus 4.8. Anthropic plant, Claude Tag künftig auch außerhalb von Slack anzubieten. Der Anbieter selbst setzt Claude Tag bereits intern ein, etwa für die Codeerstellung, die Auswertung von Produktmetriken oder die Analyse von Support-Tickets. Nach Unternehmensangaben entstehen 65 Prozent des Codes im Produktteam bereits durch die interne Version von Claude Tag.
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(fo)