Datenschutz & Sicherheit
Cyberkriminelle brechen in Logistikunternehmen ein und stehlen Fracht
Cyberkriminelle unterwandern die IT von Logistikunternehmen und stehlen deren Fracht. Darauf sind nun IT-Sicherheitsforscher gestoßen. Es handelt sich um ein Multi-Millionen-Geschäft für die Täter. Die zunehmende Vernetzung im Internet der Logistiker führt demnach zu einer Zunahme von Netz-basiertem physischem Diebstahl.
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Das erklären IT-Sicherheitsforscher von Proofpoint in einem Blog-Beitrag. Angreifer kompromittieren die Logistiker und nutzen den IT-Zugang, um auf Frachttransporte zu bieten, die Ladung dann zu stehlen und sie zu verkaufen. Eine Auffälligkeit ist demnach, dass die Akteure „Remote Monitoring and Management (RMM)“-Werkzeuge installieren, was allgemein ein Trend in der Bedrohungslandschaft ist, dem Cyberkriminelle als ersten Schritt nach Einbruch in die IT von Unternehmen derzeit folgen.
Vom IT-Einbruch zum physischen Diebstahl
Proofpoints Analysten haben ihre eigenen Beobachtungen mit öffentlich zugänglichen Informationen angereichert und kommen dadurch zu der Erkenntnis, dass die Bedrohungsakteure mit Gruppen des organisierten Verbrechens zusammenarbeiten, um Einrichtungen des Transportwesens zu kompromittieren. Im Speziellen haben sie Fracht-Fernverkehr und Fracht-Makler im Visier, um Frachtladungen zu entführen und damit physische Güter zu stehlen. „Die gestohlene Fracht wird höchstwahrscheinlich online verkauft oder nach Übersee verschifft“, erklären die IT-Analysten. Diese Straftaten können massive Einschränkungen in Lieferketten verursachen und Unternehmen Millionen kosten. Die Täter stehlen dabei alles vom Energy-Drink bis zu Elektronik.
Bei den beobachteten Angriffskampagnen haben die Täter versucht, Unternehmen zu infiltrieren und die betrügerischen Zugänge zum Bieten auf das Verfrachten von echten Gütern zu nutzen, um diese am Ende zu stehlen. Laut der Analyse beträgt der jährliche Schaden 34 Milliarden US-Dollar. Allerdings sind nicht nur die USA betroffen. Proofpoint nennt Zahlen von Munich Re, wonach globale Diebstahl-Schwerpunkte Brasilien, Chile, Deutschland, Indien, Südafrika und die USA umfassen. Zumeist sind Transporte von Nahrungsmitteln und Getränken im Visier der Kriminellen. IT-gestützter Diebstahl ist demnach eine der häufigsten Formen des Frachtdiebstahls und basiert auf Social Engineering und Kenntnissen über die Funktionsweise der Lkw- und Transportbranche.
Aktuelle Kampagne
Die nun beobachteten Fälle fingen mindestens im Juni dieses Jahres an, wobei es Hinweise darauf gibt, dass die Kampagnen der Gruppierung bereits im Januar anfingen. Die Angreifer haben eine Reihe von RMM-Tools einschließlich ScreenConnect, SimpleHelp, PDQ Connect, Fleetdeck, N-able und LogMeIn Resolve installiert, wobei diese oftmals zu zweit eingesetzt wurden: So sei PDQ Connect dabei beobachtet worden, ScreenConnect und SimpleHelp herunterzuladen und zu installieren. Es ist den Kriminellen also wichtig, sich nachhaltig in die kompromittierten Netzwerke einzunisten.
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Nach diesem initialen Zugriff forschen die Angreifer die Netzwerke aus und verteilen etwa Werkzeuge zum Mitschneiden von Zugangsdaten wie WebBrowserPassView. Die Täter scheinen über Kenntnisse zu Software, Dienstleistungen und Richtlinien rund um die Funktionsweise der Frachtlieferkette zu verfügen. Die Aktivitäten zielen offenbar darauf ab, Zugriff auf die Einrichtungen zu erlangen und Informationen zu stehlen. Die RMM-Tools helfen dabei, unter dem Radar zu fliegen und unbemerkt zu bleiben.
Die Proofpoint-Analyse zeigt noch Details zu Angriffen mittels Social-Engineering in E-Mails und nennt am Ende einige Indizien für Infektionen (Indicators of Compromise, IOCs). Insbesondere Frachtunternehmen sollten um diese Angriffe wissen und die Vorgehensweise der Täter kennen. Außerdem empfiehlt Proofpoint, IT-Sicherheitsmaßnahmen einzurichten, um erfolgreiche Angriffe zu verhindern.
Das Problem ist bislang weniger im Rampenlicht. Häufiger finden sich hingegen Meldungen etwa von Cyberattacken auf die Logistik-Branche, die zu Einschränkungen im Güterverkehr führen. Etwa Ende 2023 führte ein Cyberangriff auf Häfen in Australien dazu, dass keine Container verladen werden konnten. 30.000 Waren zwischenzeitlich dort gestrandet.
(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
„Passwort“ Folge 50: Jubiläum mit Feedback, Cloudflare und Bluetooth-Lücke
Der Security-Podcast wird 50 Folgen alt (oder doch 51?). Die Hosts freuen sich, dass die Hörer und Hörerinnen weiter Freude an „Passwort“ haben, wie sich unter anderem am Feedback zeigt. Von dem gab es in letzter Zeit besonders viel, auf das Christopher und Sylvester gerne eingehen.
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Anschließend geht es um die Nachricht, dass Microsoft BitLocker-Schlüssel an Strafverfolgungsbehörden herausgibt. Das überrascht zwar die Hosts nicht sonderlich, aber viele Menschen sehen darin offenbar ein großes Risiko, das ihnen bislang nicht bewusst war. Eine gute Gelegenheit, im Podcast über BitLocker und seine Vor- und Nachteile zu reden, darüber, was Microsoft besser machen könnte, und darüber, ob die Konkurrenz es besser macht.
Danach erzählt Christopher von einem Post in Cloudflares Blog, der eigentlich demonstrieren sollte, was mit den „Workers“ des Unternehmens so alles machbar ist: angeblich ein voll funktionstüchtiger Server für das Chatprotokoll Matrix. Allerdings zeigte der Blogpost unbeabsichtigt vor allem, wie schnell man mit KI-Systemen zu einem großen Haufen Code kommt, über den man nicht mal mehr einen groben Überblick hat, und der viel von dem, was er tun soll, in Wahrheit nicht tut. Jenseits der Fehler des verantwortlichen Entwicklers wirft der Post und sein „Update“ vorrangig ein schlechtes Licht auf die Art und Weise, wie Cloudflare Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Die Geschichte ist wahrlich keine Sternstunde des höchst Security-relevanten Unternehmens und lässt die Hosts etwas konsterniert zurück.
Im weiteren Verlauf der Folge erzählt Sylvester von einer Zeichenkette, die absichtlich Anthopics generative KI „Claude“ abbrechen lässt – und sich daher bestens eignet, um darauf aufbauende Software aus dem Tritt zu bringen. Christopher hingegen berichtet von WhisperPair, einer interessanten Sicherheitslücke in vielen Bluetooth-Geräten, die „Fast Pair“ unterstützen.
Mit vier Themen sind die Hosts freilich noch lange nicht am Ende. Aber um ihren treuen Hörern und Hörerinnen zum Folgen-Jubiläum eine kleine VerschnaufpauseÜberraschung zu bieten, haben sie den Rest in eine zusätzliche Bonusfolge ausgelagert, die in einer Woche erscheint.
Die neueste Folge von „Passwort – der heise security Podcast“ steht seit Mittwochmorgen auf allen Podcast-Plattformen zum Anhören bereit.
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(syt)
Datenschutz & Sicherheit
Jetzt updaten! Angreifer übernehmen SmarterMail-Instanzen als Admin
Derzeit haben es Angreifer auf SmarterMail-Instanzen abgesehen. Sind Attacken erfolgreich, erlangen sie als Admin die volle Kontrolle. Eine reparierte Version steht zum Download bereit.
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Alle drei mittlerweile in SmarterMail 100.0.9511 geschlossenen Sicherheitslücken (CVE-2026-23760), CVE-2026-24423, CVE-2025-52691) sind mit dem Bedrohungsgrad „kritisch“ eingestuft. Alle vorigen Ausgaben sollen verwundbar sein. Der US-Sicherheitsbehörde CISA zufolge nutzen Angreifer die ersten beiden Schwachstellen bereits aus.
Ernste Gefahren
Im ersten Fall ist die Passwort-Reset-API löchrig und es kommt zu Fehlern beim Zurücksetzen von Systemadministratorkonten. Weil in diesem Kontext unzureichend geprüft wird, kommen anonyme Anfragen durch und Angreifer erstellen ohne Authentifizierung Admin-Konten. Im Anschluss können sie als Root auf den Host zugreifen, was einer vollständigen Kompromittierung gleichkommt.
Im zweiten Fall können Angreifer Verbindungen zu einem unter ihrer Kontrolle befindlichen HTTP-Server erzwingen und darüber Schadcode servieren. Die dritte Lücke ist mit dem maximalen CVSS Score 10 von 10 eingestuft. An dieser Stelle können entfernte Angreifer ohne Anmeldung Schadcode hochladen und ausführen.
In welchem Umfang die Attacken derzeit ablaufen, ist nicht bekannt. Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt auch, woran Admins bereits erfolgreich attackierte Instanzen erkennen können. In den Release Notes zu SmarterMail-Versionen finden sich nur äußerst knappe Hinweise auf die Sicherheitsprobleme.
Zumindest in einem Fall ist klar, dass Admins nach ihnen unbekannten Admin-Konten Ausschau halten und diese umgehend löschen müssen. Doch dann ist es wahrscheinlich schon zu spät, und Angreifer haben sich eine Hintertür eingerichtet. Dementsprechend müssen Admins Logdateien im Auge behalten und verdächtigen Netzwerkverkehr blockieren.
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(des)
Datenschutz & Sicherheit
Sicherheitsupdate: Unbefugte Zugriffe auf WatchGuard Firebox vorstellbar
Stimmen die Voraussetzungen, sind unbefugte Zugriffe auf verschiedene Firebox-Modelle von WatchGuard möglich. Admins sollten das verfügbare Sicherheitsupdate zeitnah installieren. Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer Geräte über diesen Weg attackieren.
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Instanzen vor möglichen Attacken schützen
In einer Warnmeldung führen die Entwickler aus, dass die Schwachstelle (CVE-2026-1498 „hoch“) Firewalls mit den Fireware-OS-Ausgaben 12.x, 12.5.x (Modelle T15 und T35) und 2025.1 bedroht. Der Beschreibung der Lücke zufolge können entfernte Angreifer ohne Authentifizierung an der LDAP-Authentifizierung ansetzen und auf eigentlich nicht einsehbare Informationen zugreifen. Verfügt ein Angreifer über eine gültige Passphrase eines legitimen Nutzers, kann er im Kontext einer Attacke als dieser Nutzer auf Instanzen zugreifen. Die Entwickler geben an, die Versionen 12.5.16, 12.11.7 und 2026.1 repariert zu haben.
Ende vergangenen Jahres sorgten Schadcode-Attacken auf WatchGuard-Firewalls für Schlagzeilen.
(des)
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