Künstliche Intelligenz
Der beste Rechner für lokale KI, aber…
Sogenannte KI-Workstations wie Nvidias DGX Spark sind durch das Unified-Memory-Konzept gut für große lokale KI-Modelle geeignet. Diese Technik gibt es auch in Apple-Silicon-Macs und im direkten Vergleich arbeiten sie bei großen Sprachmodellen teils sogar schneller und extrem effizient. Bei Video- und Bildgenerierung sieht das anders aus. Wir haben zwei aktuelle Mac Studios gegen Nvidias DGX Spark und AMDs Strix Halo antreten lassen.
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Transkript des Videos
(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)
Guck mal hier, das bin ich, wie ich endlich mal KI-Zeug auf Apple-Rechnern teste. Und direkt Spoiler: Das große, sehr gute Modell gpt-oss-120B habe ich noch auf keinem Rechner, der hier auf meinem Schreibtisch stand, so schnell laufen sehen. Und da standen schon sehr viele und auch sehr teure. Interessant ist dabei: Ein Mac Studio M4 Max mit 128 GB geteiltem Speicher kostet mit knapp 4.200 Euro ungefähr genauso viel wie die Nvidia-DGX-Spark-Workstations, die mit gpt-oss-120B deutlich weniger Tokens pro Sekunde machen. Also Apple, denen man ja nachsagt, KI so ein bisschen zu verschlafen, performt viel besser als die OG-KI-Superfirma Nvidia mit ihrer KI-Workstation? Hä? Ja, beim Anzapfen von solchen großen Sprachmodellen wie gpt-oss-120B ist das auf jeden Fall ganz klar so. Aber bei anderen KI-Sachen, da sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Ich habe übrigens zusätzlich zu dem Mac Studio mit M4 Max auch noch einen M3 Ultra mit 512 GB RAM getestet und noch etliche andere Rechner. Bleibt dran, wird wirklich interessant.
Liebe Hackerinnen, liebe Internetsurfer, herzlich willkommen hier bei …
Wenn ihr euch fragt: lokale KI, ja, was soll das eigentlich bringen? Lokale KI ist super interessant, weil man da nicht mehr auf irgendwelche Anbieter aus USA oder China angewiesen ist, die vielleicht klammheimlich irgendwas ändern an den KI-Modellen. Stellt euch mal vor, ihr habt so in mühsamer Kleinarbeit komplexe Workflows auf ein bestimmtes KI-Modell in der Cloud angepasst, und dann nimmt der Anbieter das aus dem Angebot oder ändert das, und dann läuft euer Kram nicht mehr. Mit lokalen Modellen seid ihr komplett safe, weil die liegen ja bei euch auf der SSD. Problem ist nur: Diese sogenannten Open-Weights-Modelle, Open Source werden die auch manchmal genannt, aber das sind die so gut wie nie, weil man nämlich die Trainingsdaten nicht kennt. Also Open Weights, ich nenne die ab jetzt einfach lokale Modelle. Die waren lange Zeit ziemlich schlecht, aber die holen auf. Die sind auf jeden Fall noch nicht auf dem Stand der State-of-the-Art-Cloud-Modelle wie Gemini 3 oder GPT 5.2, aber man kann damit auf jeden Fall schon arbeiten. Das habe ich hier in diesem Video auch schon mal anschaulicher gezeigt, was man da so machen kann.
Und es gibt natürlich auch Bild- und Videogenerierungsmodelle, die auch lokal laufen und die ziemlich gut sind und die man zum Beispiel auch selbst feintunen kann. Die man also selbst anpassen kann, dass da wirklich der Stil rauskommt, den man gerne haben will. Ganz aktuell ist da zum Beispiel Flux.2 für Bilder aus dem Schwarzwald oder WAN 2.2. für Videos. Das Problem ist nur, und das gilt vor allem für die LLMs: Je besser die Modelle, desto mehr schnellen Speicher brauchen die meistens. Und der schnelle Grafikspeicher von Grafikkarten ist dafür zwar sehr gut geeignet, aber man kriegt im Bereich bis, sagen wir mal, 2.000 Euro für eine Grafikkarte nur maximal 32 GB. Mein aktuelles Open-Weights-LLM, gpt-oss-120B, braucht ungefähr 63 GB Speicher. Ja, schwierig. Und man kann natürlich auch normales RAM verwenden, also statt Grafikspeicher einfach DDR5-RAM, wenn man es sich leisten kann. Aber nur auf DDR5 läuft wirklich kein Modell brauchbar schnell. Seht ihr später auch in den Benchmarks, wie das läuft. Lahm.
Aber es gibt ja auch immer mehr Spezialrechner, die für KI ausgelegt sind. Zum Beispiel die kleine Nvidia-KI-Workstation DGX Spark, die es von etlichen OEMs gibt. Haben wir auch schon mal ein Video zu gemacht, von der Gigabyte-Version. Oder auch die AMD-Halo-Strix-Rechner, zum Beispiel Framework Desktop, da gab es auch schon mal ein Video dazu. Und die nutzen alle Unified Memory, also CPU- und GPU-Speicher sind geteilt und schneller angebunden als normaler, zum Beispiel DDR5-Speicher.
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Das Ding ist aber, dass Apple dieses Unified-Memory-Konzept schon lange nutzt. Also seit der Einführung von Apple Silicon vor fünf Jahren, also vor dem KI-Hype. Apple-Silicon-Rechner sind wegen des schnellen Speichers zumindest theoretisch super geeignet für KI. Und auch in der Praxis gilt das so langsam, da wird nämlich immer mehr Software richtig gut angepasst. Also zum Beispiel die zum Abzapfen von Sprachmodellen, also zum Beispiel für so ChatGPT-artige Anwendungen. Bild- und Videogenerierung, ja, da kommen wir später noch zu.
Erst mal Sprachmodelle, zum Beispiel das erwähnte gpt-oss-120B. Ja, und das habe ich auf zwei Apple-Rechnern getestet: einmal auf dem Mac Studio M4 Max mit 128 GB gemeinsamem Speicher für 4174 Euro. Und einmal dem Mac Studio M3 Ultra mit 512 GB gemeinsamem Speicher für 11.674 Euro. Tatsächlich sind beides aktuelle Geräte, denn wenn ihr euch jetzt wundert: Hä, M3: ist das nicht alt? Ne, tatsächlich sind beides aktuelle Geräte, denn wenn man mehr als 128 GB haben will, gibt es kein Gerät mit M4 Max, sondern dann gibt es nur den M3 Ultra. Und Ultra bedeutet in diesem Fall, dass da zwei M3-Einheiten zusammengebacken wurden, das nennt Apple Ultra Fusion. Ja, und obwohl die M4-Generation eine bessere Speicherbandbreite hat, nämlich beim M4 Max 546 GB/s, kriegt man mit dem M3 Ultra trotzdem mehr, weil es sind ja zwei M3-Einheiten, was hier insgesamt 819 GB/s entspricht.
Und was habe ich da nun genau drauf getestet? Ja, drei Sprachmodelle: ein ganz kleines Qwen3-4B, Q4 quantisiert, 2,5 GByte groß, ein mittleres Mistral Small 3.2 24B, auch Q4 quantisiert, das ist 15,2 GByte groß, und ein recht großes gpt-oss-120B mit im MXFP4-Format, 63,4 GByte groß.
So, und ich habe ja bislang die Benchmarks mit LM Studio manuell gemacht. Aber da haben mehrere Leute angemerkt, dass man noch ein bisschen mehr Tokens pro Sekunde mit der llama.cpp-Bibliothek rausholen kann. Die wird zwar von LM Studio intern auch verwendet, aber ist da trotzdem oft langsamer. Außerdem ein großer Vorteil: llama.cpp hat auch einen Benchmark eingebaut, und der differenziert zwischen dem Verstehen des Prompts, also dem Prompt Processing, PP oder Prefill, und der reinen Inferenz, also Decode oder Token-Generation, TG. Ja, und weil ich letzte Woche mehr Zeit hatte als sonst, weil ja kein Video kam, bin ich da richtig reingegangen und habe auf sechs unterschiedlichen Plattformen nicht nur llama.cpp installiert, also über die vorkompilierten Binarys, sondern ich habe llama.cpp auf jeder der Plattformen mit möglichst optimalen Compiler-Flags kompiliert. Das macht keinen riesigen Unterschied, aber bei meinem Test konnte ich da schon ein paar Prozent nachweisen, also im Vergleich zu den einfach runtergeladenen Binarys. Man kann mir also auf jeden Fall nicht vorwerfen, dass ich hier nicht fair getestet habe.
Und jetzt endlich die Ergebnisse, worauf ihr wahrscheinlich schon die ganze Zeit wartet: Tatsächlich haben mit gpt-oss-120B die beiden Apple-Rechner die besten Prompt-Processing-Ergebnisse erzielt, die ich jemals gemessen habe, mit gpt-oss-120B: 86 und 82 Token pro Sekunde. Also wie erwartet etwas mehr beim M3 Ultra, weil höhere Speicherbandbreite als beim M4 Max. Aber eigentlich ist der M4 Max die eigentliche Überraschung, weil der beim Generieren nur eine Leistungsaufnahme von 120 Watt hatte. Und 82 Token pro Sekunde bei 120 Watt, das ist wirklich krass effizient. Der M3 Ultra braucht fast das Doppelte, aber ist immer noch viel effizienter als die Konkurrenz. Also richtig doll ineffizient ist mein Desktop-Rechner mit zugeschalteter RTX4090-Grafikkarte. Der macht tatsächlich 14-mal weniger Token pro Watt als der M4 Max. Die beiden Spezialrechner mit Nvidia DGX Spark und AMD Strix Halo, die liegen im Mittelfeld. Bei den kleineren Modellen, die halt in den superschnellen Videospeicher meiner Grafikkarte passen, ja, da kommen M3 Ultra und M4 Max nur auf Platz 2 und 3. Ich habe übrigens, wie am Anfang schon erwähnt, testweise mal die GPU deaktiviert und geguckt, wie weit man nur mit der CPU kommt. Nicht weit, bei allen den drei Sprachmodellen schon sehr langsam, wie ihr hier sehen könnt.
Achtung, Achtung, jetzt kommt ein kurzer Super-Nerd-Einschub, geht gleich wieder nochmal weiter.
Ja, ich weiß, llama.cpp nutzt GGUF-Modelle. Bei Apple kann man ja auch MLX mit vorkonfigurierten MLX-Modellen verwenden. MLX ist das Apple-Machine-Learning-Framework, also quasi der PyTorch-Konkurrent. Ich habe das mit LM Studio getestet, und tatsächlich waren da meine Ergebnisse mit gpt-oss-120B mit MLX schlechter als mit llama.cpp. Und MLX lief auch auf dem M4 Max mit gpt-oss-120B auch gar nicht, sondern nur mit GGUF. Bei den kleineren Modellen war MLX aber tatsächlich ein ganzes Stück schneller, siehe hier meine Werte. Also das solltet ihr tatsächlich bedenken, und das ist auch die Erklärung dafür, dass LM Studio auf macOS bei den meisten Modellen immer beide Varianten, also GGUF oder GGUF und MLX, anbietet. Nerd-Einschub ist vorbei.
So, das war jetzt alles die Token-Generation. Jetzt kommt noch kurz das Prompt Processing, wo es weniger auf die Speicherbandbreite ankommt. Jetzt ist der M3 Ultra zumindest mit dem großen Sprachmodell gpt-oss-120B immer noch Spitzenreiter. Bei den kleineren Modellen, da gewinnt ganz klar wieder die Nvidia-Grafikkarte, und auf dem zweiten Platz ist der Nvidia-DGX-Spark-Rechner. Einfach weil die Nvidia-Kerne mehr rohe Compute-Pferdestärken mitbringen.
So, aber es gibt ja nun auch noch andere KI-Anwendungsbereiche als LLMs, zum Beispiel Bild-, Videobearbeitung, Generierung und so weiter. Das machen die meisten Menschen heutzutage wohl mit ComfyUI, dieser node-basierten Open-Source-Software. Hier gelten Nvidia-GPUs als de-facto Standard, einfach weil das alles sehr CUDA-fokussiert ist, also CUDA, die Nvidia-exklusive Programmierschnittstelle. Ich war deshalb schon ziemlich positiv überrascht, dass ich auf der ComfyUI-Website direkten macOS-Installer für die Desktop-Variante gefunden habe. Da habe ich mich auf mehr Frickeln eingestellt, und es lief alles super, also zumindest die Installation. Aber als ich dann für meine Tests einfach mal das Flux.2-Template aufgerufen habe und die Modelle runtergeladen hatte, bekam ich dann einfach ganz lapidar diese Fehlermeldung. Ja, und stellt sich raus: Apple Silicon kann nicht mit FP8 umgehen, also dem 8-Bit-Gleitkomma-Format, in dem aber dummerweise so gut wie alle ComfyUI-Modelle vorliegen. Also sowohl für Bildgenerierung als auch für Videogenerierung. Man kann sich damit behelfen, Modelle im FP16-Format zu verwenden, aber das verbraucht deutlich mehr Speicher und ist auch langsamer als FP8. Also wenn man denn auch ein FP16-Modell überhaupt findet. Also man will, also ich will das, auch vielleicht einfach nur die Templates anklicken, und dann funktioniert das, und will da jetzt nicht in den Nodes dann noch so viel rumfummeln. Na ja, bei einigen Workflows reichte das in meinen Tests auch einfach aus, in der Konfiguration von ComfyUI einfach auf FP16 hier umzuschalten. Aber auch nicht immer. Na ja, ich habe auf jeden Fall Flux-Dev stabil laufend bekommen und konnte da die Geschwindigkeit messen. Ja, die Geschwindigkeit auf dem Max war nicht berauschend. Ganz grob kann man sagen: 110 Sekunden für ein Standard-Preset-Flux-Dev-Bild auf dem M4 Max. 65 Sekunden hat der M3 Ultra gebraucht. 35 Sekunden, zum Vergleich, die DGX Spark und nur 12 Sekunden meine RTX 4090.
Und ja, mit Videos fange ich gar nicht erst an, das ist alles noch frickeliger gewesen. Und leider haben bei den ComfyUI-Standard-Workflows auch der riesige Speicher der Apple-Rechner keine Vorteile. Einfach weil die Modelle, die ich da gesehen habe und die ich so kenne, also auch die Videogenerierungsmodelle, die sind so gut wie alle für Grafikkarten-Speichergrößen optimiert. Ja, meistens so im Bereich bis 16 GB, ganz selten mal zwischen 16 und 24 GB.
Also auf jeden Fall: Wenn man hauptsächlich ComfyUI-Sachen machen will, dann ist man mit einem dieser Apple-Rechner nicht wirklich gut bedient. Aber ganz wichtig: Das kann sich natürlich alles ändern. Es sind ja jetzt auf jeden Fall schon Anflüge von einem Aufbrechen des CUDA-Monopols zu spüren. Warten wir das mal ab. Als reine LLM-Abzapfmaschine sind die Mac Studios und eigentlich alle Macs mit genügend Speicher beeindruckend gut geeignet. Und eine Eins mit Sternchen kriegen die wirklich in Sachen Effizienz. Will man allerdings nur Modelle laufen lassen, die in den Speicher einer normalen Grafikkarte passen, also maximal 32 GB, dann fährt man nach wie vor günstiger und meistens auch schneller mit einem x86-Rechner mit einer dedizierten Grafikkarte.
Aber bei Modellen wie gpt-oss-120B mit 63 GB, und meiner Meinung nach fängt das in diesen Speicherbereichen oft erst an, wirklich interessant zu werden, dann gibt es zurzeit nichts Besseres als ein Mac. Also auch in Sachen Preis-Leistung. Also zumindest, wenn man einfach was kaufen will. Klar, man kann sich irgendwelche krassen Rechner frankensteinen mit gebrauchten Grafikkarten, aber das gibt es auf jeden Fall nicht von der Stange. Zumindest nicht zu den Preisen.
Bei anderen KI-Anwendungen als LLMs, ja, also zum Beispiel bei ComfyUI, ja, da ist man auf jeden Fall immer noch mit Nvidia-Hardware besser und vor allem auch unkomplizierter bedient. Mit AMD-Hardware ist es fast noch schwieriger als mit Apple-Hardware. Aber wer weiß, wie lange das alles noch so ist.
Leider, und das muss ich auch sagen, habe ich jenseits von gpt-oss-120B, also jenseits der 63 GB, keine Sprachmodelle gefunden, die deutlich besser sind, also für die sich jetzt 128 oder sogar 512 GB lohnen würden. So Sachen wie DeepSeek und Kimi K2, die sind auf jeden Fall besser, aber die brauchen halt noch mehr als 512 GB. Da muss man dann vielleicht mal mit so Clustern rumexperimentieren. Habe ich schon auf der To-do-Liste, das kommt bald, eventuell. Aber wir wissen auf jeden Fall: In der KI-Welt kann alles sehr schnell gehen. Mal sehen, was sich da in den nächsten Monaten tut. Tschüss!
c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.
(sahe)
Künstliche Intelligenz
EU hat Govsatcom gestartet: Sichere Satellitenkommunikation für Regierungen
Die Europäische Union hat Ende Januar ihr eigenes Satellitenkommunikationssystem Govsatcom in Betrieb genommen. Das System soll allen Mitgliedstaaten Zugang zu sicherer, verschlüsselter Satellitenkommunikation für Regierung und Militär gestatten. Derzeit stellen fünf EU-Länder (Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Luxemburg) acht Satelliten für den Betrieb bereit. Die Infrastruktur wird vollständig in Europa gebaut und betrieben, unter voller EU-Kontrolle.
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EU-Kommissarin Henna Virkkunen betonte auf der European Space Conference in Brüssel: „Unsere Sicherheit hängt davon ab, dass wir verbunden bleiben können, egal unter welchen Umständen. GovSatCom ist jetzt bereit, diese lebenswichtige Verbindung bereitzustellen.“ Indem die EU ihre eigenen sicheren Satellitendienste aufbaue, breche sie Abhängigkeiten auf und übernehme die volle Kontrolle über ihre digitale Sicherheit.
Deutschland spielt eine zentrale Rolle beim Aufbau der europäischen Satellitensouveränität: In Köln-Porz entsteht auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt der zentrale Govsatcom-Hub. Nordrhein-Westfalen investiert 50 Millionen Euro in die Infrastruktur, die als zentrale Schnittstelle zum geplanten IRIS²-System dienen soll.
Globale Erweiterung bis 2027 geplant
Das Govsatcom-Projekt ist in drei Phasen gegliedert. In der aktuellen ersten Phase nutzt das System die acht vorhandenen Satelliten der fünf beteiligten Mitgliedstaaten. EU-Raumfahrtkommissar Andrius Kubilius hat angekündigt, dass in Phase 2 ab 2027 Abdeckung und Bandbreite weltweit erweitert werden sollen. Dafür will die EU neue Kapazitäten von vertrauenswürdigen kommerziellen Anbietern akquirieren, die strenge Sicherheitsstandards erfüllen müssen.
Die dritte Phase sieht ab 2029 die Integration des EU-Satellitenprojekts IRIS² vor. Kubilius erklärte: „Govsatcom ist nur der Anfang. Damit bewegt sich Europa entschieden in Richtung souveräner, sicherer Satellitenkommunikation unter voller europäischer Kontrolle.“ Die militärischen Ka-Band-Frequenzen von IRIS² seien bereits in Betrieb gebracht worden, was die Bereitstellung staatlicher Dienste ermögliche.
IRIS² als langfristige Lösung
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IRIS² ist als umfassende europäische Satellitenkonstellation konzipiert, die als Alternative zu SpaceX‘ Starlink dienen soll. Das System wird aus 282 Satelliten auf verschiedenen Umlaufbahnen bestehen und soll nicht nur militärische und behördliche Kommunikation, sondern auch kommerzielle Internetdienste bereitstellen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 11 Milliarden Euro, wovon 7 Milliarden von der EU und 4 Milliarden von privaten Partnern stammen.
Das SpaceRISE-Konsortium, bestehend aus SES, Eutelsat, Hispasat, Deutsche Telekom, Orange und OHB, ist für den Aufbau verantwortlich. Zusätzlich planen die Satellitenbetreiber Airbus, Leonardo und Thales eine weitreichende Fusion ihrer Raumfahrtsparten, um gemeinsam gegen US-Konkurrenten anzutreten. Die initiale Inbetriebnahme von IRIS² ist früher als ursprünglich geplant für 2029 vorgesehen.
Die EU sieht in Govsatcom und IRIS² zentrale Bausteine ihrer digitalen Souveränitätsstrategie. Besonders vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und der Abhängigkeit der Ukraine von Starlink während des Krieges will Europa eigene, unabhängige Kommunikationswege sicherstellen. Auch Drittstaaten wie Großbritannien, Norwegen und die Ukraine wurden bereits eingeladen, sich an IRIS² zu beteiligen.
(vza)
Künstliche Intelligenz
Günstigste Wi-Fi-7-Fritzbox kommt mit Abstrichen
Die Fritzbox 4630 soll zeitnah zu einer Preisempfehlung von 169 Euro in den Handel gelangen. Sie ist Fritz‘ günstigster Wi-Fi-7-Router, muss dafür aber auch mit Abstrichen auskommen. Das Modell läuft nicht direkt an der Internetbuchse, sondern setzt ein separates Modem voraus. Zudem ist es trotz Wi-Fi 7 WLAN-mäßig sparsam ausgestattet.
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Der Hersteller vermarktet die Fritzbox 4630 primär für Glasfaseranschlüsse mit separatem Provider-Modem. Interessierte können sie aber auch an anderen Modems betreiben, etwa für DSL über die Telefonleitung. Dazu hat die Box einen WAN-Port, der 2,5 Gbit/s vom und zum Router überträgt. Zusätzlich gibt es drei LAN-Anschlüsse, einer mit 2,5 Gigabit pro Sekunde und zwei mit 1 Gbit/s.
Die Fritzbox 4630 funkt parallel in den 2,4- und 5-GHz-Bändern mit je zwei MIMO-Streams. Im 5-GHz-Band ergibt das eine maximale Übertragungsgeschwindigkeit von 2880 Mbit/s brutto (höchstens 80 statt 160 Megahertz Signalbreite); bei 2,4 GHz sind es nur 690 Mbit/s. Ein 6-GHz-Netz kann der Router nicht aufspannen. Die Wi-Fi-7-Funktion Multi-Link Operation (MLO) für simultane Übertragungen in den Funkbändern dürfte daher nur kleine Vorteile bringen.
Die teurere und ebenfalls modemlose Fritzbox 4690 (ab 260,61 €) erreicht doppelte WLAN-Übertragungsraten dank zusätzlicher MIMO-Streams. Zudem hat sie je einen WAN- und LAN-Port mit 10 Gbit/s sowie drei 2,5er-LAN-Anschlüsse.
Alle Fritzbox-Annehmlichkeiten an Bord
Wie üblich gibt es Annehmlichkeiten wie USB (3.2 Gen 1, früher USB 3.0 genannt, bis 5 Gbit/s), DECT-Telefonie und Smart-Home-Support. Per USB können Nutzer etwa einen Drucker oder einen Datenträger für eine eigene Mini-Cloud oder Medienserver anschließen. Mit Fritz-Repeatern oder anderen Access-Points kann die Fritzbox 4630 ein Mesh-WLAN aufspannen.
Fritz spricht in seiner Mitteilung von sofortiger Verfügbarkeit. Händler sollten sie daher zeitnah ins Programm aufnehmen. Der Hersteller selbst listet den Router bislang nicht im eigenen Webshop.
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(mma)
Künstliche Intelligenz
Technisat Digitradio 1A im Test: kleines DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion & Akku
Das DAB+-Radio Digitradio 1A von Technisat ist klein, mobil und mit der ASA-Warnfunktion für Notfälle ausgestattet. Ob das moderne Taschenradio zuverlässig funktioniert, zeigt unser Test.
Das Digitradio 3 ASA von Technisat war das erste DAB+-Radio, das für das neue ASA-Katastrophenalarmsystem zertifiziert wurde. Auch kompakte Taschenradios hat Technisat im Programm. Etwa das Viola 3, welches zwar erschwinglich und klein, aber auch schwach in Sachen Klang und Empfang ist. Das Digitradio 1A ist ebenfalls mobil, aber solider, hat die neue ASA-Katastrophenwarnfunktion zu bieten und funktioniert auch bei Stromausfall und unterwegs.
Wer nachts gut und sicher schlafen will, ohne Angst, im Schlaf eine Katastrophenwarnung zu verpassen – und ohne nerviges Handy am Bett –, dem hilft ein DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion. Noch gibt es nur wenige Modelle, dieses ist eins der Ersten. Was das Digitradio 1A für rund 59 Euro neben den Funktionen des neuen Warnsystems alles bietet, zeigt unser Test.
Ausstattung und Design
Mit 15,6 cm Breite, 9,2 cm Höhe und 3,34 cm Tiefe ist das Technisat-Gerät nicht größer als ein Smartphone, nur etwas dicker und passt so tatsächlich noch in etwas größere Taschen. Natürlich kann man es auch auf den Nachttisch stellen, wo es dank des eingebauten Akkus auch bei Stromausfall warnen und bis zu 10 Stunden spielen kann. Da Radiobetrieb und Akkuladen über einen 5-V-USB-C-Anschluss laufen, wird unterbrechungsfrei auf Akkubetrieb umgeschaltet. Mit nur 272 g macht es sich auch gut im Urlaubsgepäck oder beim tatsächlichen mobilen Betrieb, etwa einem Spaziergang.
Zur Lautstärke- und Sender- und Menüeinstellung ist leider kein Drehknopf, sondern ein Tastenkreuz vorgesehen, wie von Fernbedienungen bekannt. Eine solche liegt allerdings nicht bei und wäre bei einem Taschenradio auch absurd. Die Bedienung im Dunkeln sollte trotzdem einwandfrei funktionieren, die Tasten sind groß und die dimmbare, zweizeilige OLED-Anzeige gut erkennbar und der Einschaltknopf separat auf der Oberseite.
Das Radio spielt Mono; eine 3,5-mm-Klinkenbuchse dient zum Anschluss eines Kopfhörers, womit dann auch Stereobetrieb möglich ist. Eine Teleskopantenne sorgt für stabilen Empfang auf UKW und DAB+ an jedem Standort. Bluetooth oder Internetradio sind nicht vorhanden, bei einem portablen Gerät aber auch nicht sinnvoll. Die Funktionen eines Radio-/Reiseweckers vermisst man schon eher. Die Uhrzeit wird dennoch angezeigt und stellt sich automatisch, sobald Sender empfangbar sind.
Bilderstrecke: Technisat Digitradio 1A
ASA‑Warnsystem
Das Technisat Digitradio 1A hat das neue ASA-Warnsystem an Bord. Es kann aus dem Standby oder von anderen DAB+-Sendern, nicht aber bei UKW-Empfang, bei einem ASA-Alarm das Radio ein- und umschalten. Dankenswerterweise wird der Benutzer über eine kurze Einblendung informiert, ob ASA aktiv ist oder nicht, denn wie bei allen bislang lieferbaren Geräten ist diese nur in ausgeschaltetem Zustand oder im DAB+-Betrieb verfügbar.
Wenn man das Gerät nicht nur zu einem Spaziergang um den Block, sondern in die Arbeit oder auf Reisen mitnimmt, ist allerdings der Standort für ASA anzupassen, um die richtigen Meldungen zu erhalten. Außerhalb Deutschlands sind aktuell aber noch keine ASA-Meldungen verfügbar und auch in Deutschland ist ASA bislang nicht im Regelbetrieb.
Empfang und Klang
Der Empfang ist auf UKW und DAB+ gut. Dies ist wichtig, da die ASA-Warnfunktion ja nicht an unzureichendem Empfang scheitern soll. Das Gerät liefert bei 1 W Ausgangsleistung einen für die Kleinheit guten Klang ohne weitere Einstellmöglichkeiten. Über Kopfhörer ist auch Stereowiedergabe in guter Qualität möglich.
Preis
Die UVP des Digitradio 1A liegt bei 75 Euro, allerdings ist das Gerät im freien Handel schon für etwa 59 Euro erhältlich. Damit ist das Gerät zwar nicht günstig, der Preis ist aus unserer Sicht aber gerechtfertigt.
Fazit
Das Technisat Digitradio 1A ist klein und bietet neben gutem Empfang auch einen guten Klang. Zwar hat es nur wenige Funktionen, diese beherrscht es aber gut und bietet eine auch bei Stromausfall funktionierende ASA-Notfallwarnung.
Wenn man es auf Reisen mitnimmt, wird man allerdings eine Weckfunktion vermissen.
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