Künstliche Intelligenz
Der beste Tuner für DAB+ im Test – Digitalradio & Internetradio für Stereoanlage
Digitalradio kann man einfach nachrüsten: Wir zeigen die besten DAB+-Adapter für die Stereoanlage mit Extras wie Bluetooth, Internetradio und gutem Klang.
Wer zu Hause in den Genuss von DAB+ kommen möchte, findet inzwischen zahlreiche preiswerte Nachrüstlösungen. Damit lässt sich auch eine ältere Stereoanlage weiterhin nutzen – ganz ohne Verzicht auf modernen Digitalradio-Empfang. Ein separater DAB+-Tuner ist dabei eine kostengünstige Option: Er dient ausschließlich als Empfänger und wird einfach über den AUX-Eingang mit der Anlage verbunden. Deutlich teurer sind hingegen Verstärker mit integriertem DAB+.
Viele dieser Tuner bieten über den reinen Radioempfang hinaus zusätzliche Funktionen wie Bluetooth zur Verbindung mit dem Smartphone oder Internetradio via WLAN. In dieser Bestenliste stellen wir fünf empfehlenswerte DAB+-Tuner aus unseren Tests vor.
Welches ist der beste DAB+ Adapter?
Neuer Testsieger ist der Telestar Digitalradio Top 400. Der DAB+-Tuner bietet ein starkes Gesamtpaket mit zwei Antennen, Internetradio und Spotify Connect zum fairen Preis von 80 Euro.
Unser Technologiesieger ist der Noxon A120+, das technisch ausgereifteste Gerät dieser Bestenliste. Der vollwertige Tuner bietet sogar einen LAN-Anschluss. Dafür kostet er mit 164 Euro doppelt so viel wie der Testsieger.
Preis-Leistungs-Sieger ist der kompakte Majority Robinson 2IR. Aktuell kostet der DAB-Tuner mit Internetradio dank 10-Prozent-Coupon nur 72 Euro.
Was genau ist DAB+?
DAB+ ist der digitale Nachfolger des UKW-Rundfunks und wurde in Deutschland bereits 2011 eingeführt. Die Abkürzung steht für Digital Audio Broadcasting und nutzt den modernen Audiocodec MPEG-4 AAC+. Im Gegensatz zu UKW basiert DAB+ auf digitaler Übertragungstechnologie und ermöglicht die Ausstrahlung mehrerer Programme auf einem einzigen Kanal. Das ist für Anbieter kosteneffizient und bietet Hörerinnen und Hörern eine größere Programmauswahl.
Ein weiterer Vorteil: Der Empfang ist rauschfrei, und es können Zusatzinformationen wie Wetterkarten, Verkehrshinweise oder Albumcover auf dem Display angezeigt werden. Die Übertragung erfolgt – wie bei UKW – terrestrisch über Antennen. Die Bitraten der Sender variieren: So sendet etwa BR24 mit 64 kbit/s, Bayern 3 mit 96 kbit/s und BR-Klassik mit 144 kbit/s.
Öffentlich-rechtliche Sender wie ARD und Deutschlandradio gehören zu den Haupttreibern von DAB+ und bieten darüber bundesweit zusätzliche Programme in hoher Qualität. DAB+ ermöglicht kostenlosen, rauschfreien Empfang ohne Internet und erweitert das Angebot deutlich über das klassische UKW hinaus.
Digitalradio verbreitet sich stetig weiter. Laut dem Digitalisierungsbericht Audio 2024 hören dreiviertel der Radiohörer in Deutschland inzwischen digitale Empfangswege wie DAB+ oder Webradio.
Was ist ein Digitalradio-Adapter?
Ein Digitalradio-Adapter ist ein Zusatzgerät, mit dem man herkömmliche HiFi-Anlagen oder Radios ohne DAB+-Empfang auf digitalen Radioempfang nachrüstet. Der Adapter empfängt DAB+ (und oft UKW) und überträgt das Audiosignal per Kabel oder Funk (Bluetooth) an die bestehende Anlage. So profitieren Nutzer von rauschfreiem Empfang, größerer Programmauswahl und Zusatzinformationen – ohne ein neues Radio kaufen zu müssen.
DAB+-Adapter für HiFi-Anlagen bieten je nach Modell unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. Klassisch erfolgt die Verbindung über analoge Cinch-Ausgänge (rot/weiß) oder eine 3,5-mm-Klinke zum AUX-Eingang der Anlage. Einige Geräte verfügen zusätzlich über digitale Ausgänge wie optisches S/PDIF oder koaxial, was bei hochwertigen HiFi-Systemen eine bessere Signalqualität ermöglicht.
USB-Anschlüsse dienen meist zur Stromversorgung oder für Firmware-Updates – Audioübertragung per USB ist selten. Bluetooth gehört bei vielen Modellen zum Standard und erlaubt kabelloses Streaming vom Smartphone. Teilweise auch in beide Richtungen (Empfang/Senden) wie beim Technisat Digitradio 11 IR – aber nicht immer. So bietet das Albrecht DR 52 BA nur den Empfang via Smartphone, kann aber keine kabellosen Kopfhörer ansteuern. Wer maximale Klangqualität will, sollte auf verlustarme Codecs wie aptX achten.
Was ist Internetradio?
Eine spannende Ergänzung und mittelfristig auch Konkurrenz zu DAB+ ist Internetradio. Dieses streamt Radioprogramme nicht über UKW oder DAB+, sondern über eine Internetverbindung – per WLAN oder LAN. Dadurch stehen zehntausende Sender weltweit zur Auswahl, von klassischen Stationen über Genre‑Kanäle hin zu reinen Musik- oder Newsstreams. Viele Internetradios bieten zudem komfortable Senderverzeichnisse, Favoritenlisten und oft eine bessere Klangqualität als stark komprimierte UKW-Streams.
Im Unterschied dazu ist Digitalradio DAB+ ein terrestrischer Übertragungsstandard. Die Programme werden per Funk im jeweiligen Sendegebiet ausgestrahlt und kommen ganz ohne Internetverbindung aus – das ist etwa im Auto oder in Regionen mit schlechtem Breitbandnetz praktisch. Die Senderauswahl ist jedoch auf das lokale DAB+-Bouquet beschränkt. Wer internationale Sender, Spartenprogramme oder maximale Auswahl sucht, fährt mit Internetradio besser; wer Unabhängigkeit vom Internet will, profitiert von DAB+.
Damit verbunden sind praktische Anbindungsmöglichkeiten an Streaming-Dienste. Spotify Connect erlaubt es etwa, Inhalte gezielt über einen Adapter auf der Stereoanlage abzuspielen. Gesteuert wird alles über die Smartphone-App, einzige Voraussetzung: Tuner und Handy hängen im gleichen WLAN.
Wann wird UKW abgeschaltet?
Ein konkretes Abschaltdatum für UKW gibt es in Deutschland derzeit nicht. Zwar wird die Umstellung auf digitale Übertragung langfristig angestrebt, doch aufgrund der weiterhin hohen Verbreitung von UKW-Geräten im Markt ist ein vollständiger Umstieg bisher nicht absehbar. In einigen europäischen Ländern wie Norwegen wurde UKW bereits schrittweise abgeschaltet, Deutschland verfolgt jedoch einen moderateren Übergang. Die Politik setzt aktuell auf eine parallele Verbreitung beider Standards, um einen sanften Übergang zu ermöglichen.
Was ist der Unterschied zwischen DAB und DAB+?
DAB (Digital Audio Broadcasting) war der erste Standard für digitalen Radioempfang, DAB+ ist dessen verbesserte Nachfolgeversion. Der wesentliche Unterschied liegt im verwendeten Audiocodec: Während DAB den veralteten MPEG-1 Layer II nutzt, setzt DAB+ auf den moderneren und effizienteren AAC+-Codec. Dadurch bietet DAB+ bei gleicher Datenrate eine deutlich bessere Klangqualität und erlaubt mehr Programme pro Frequenzblock. In Deutschland hat sich DAB+ durchgesetzt – der ursprüngliche DAB-Standard spielt praktisch keine Rolle mehr.
Wie bekomme ich besseren DAB-Empfang?
DAB+-Empfang kann durch Hindernisse und Störungen beeinträchtigt werden, da das Signal auf höheren Frequenzen sendet als UKW. Besseren Empfang erreicht man meist durch einfaches Umpositionieren der Antenne (etwa ans Fenster), einen Standortwechsel im Raum oder den Einsatz einer Außenantenne. Auch ein neuer Sendersuchlauf kann helfen.
Die Empfangsqualität hängt stark von Region, Gebäudestruktur und Sendernetz ab. Auf dabplus.de können Nutzer die regionale Abdeckung prüfen. Für besseren DAB+-Empfang helfen folgende Maßnahmen:
1. Standort und Positionierung
Das Radio sollte möglichst nahe an einem Fenster oder einer Außenwand aufgestellt werden, da dicke Mauern und Stahlbeton das Signal dämpfen. Höhere Positionen – etwa auf einem Regal oder in einem oberen Stockwerk – verbessern die Empfangsqualität. Schon kleine Standortveränderungen können spürbare Unterschiede machen.
2. Antennennutzung optimieren
Teleskopantennen sollten vollständig ausgefahren und möglichst senkrecht ausgerichtet werden. Leichte Veränderungen in der Ausrichtung können den Empfang verbessern. Viele Geräte verfügen zudem über einen Anschluss für externe Antennen – eine Zimmer- oder Dachantenne bietet besonders in Randgebieten eine deutliche Verbesserung.
3. Störquellen vermeiden
Elektronische Geräte wie WLAN-Router, LED-Lampen, Ladegeräte oder Monitore können DAB+-Signale stören. Ausreichender Abstand zu solchen Geräten sowie gut abgeschirmte Kabel tragen zu einem störungsfreien Empfang bei.
4. Sendersuchlauf und Empfangscheck
Ein automatischer Sendersuchlauf kann neue oder geänderte Frequenzen erfassen. Auch ein Neustart des Geräts kann helfen, temporäre Empfangsprobleme zu beheben.
Fazit
Wer zu Hause nicht auf DAB+ verzichten möchte, muss nicht gleich eine neue HiFi-Anlage kaufen. Mit einem DAB+-Adapter lässt sich nahezu jede Stereoanlage günstig und unkompliziert auf digitalen Radioempfang nachrüsten.
Wer nicht zwingend Spotify Connect benötigt, findet mit dem Imperial Dabman i400 ebenfalls ein exzellentes Gerät. Gut gefallen hat uns auch der ehemalige Testsieger Technisat Digitradio 11 IR. Wer nur DAB+ benötigt, findet noch günstigere Varianten von Albrecht oder VR-Radio.
Mehr zum Thema gibt es in diesen Artikeln:
Künstliche Intelligenz
Telemedizin in Salzwedel: Die Praxis ohne Arzt
Das große graue Gerät piept beim Einstellen. Doch Ulrich Fehse kennt das schon, er macht das nicht zum ersten Mal. Routiniert beugt sich der 75-Jährige nach vorn, lehnt seine Stirn an die Vorrichtung und wartet, bis alles auf seine Augen eingestellt ist. „Können Sie da was lesen?“, fragt ihn die medizinische Fachangestellte vom Praxisteam. Der Patient legt los: „CNDT4.“
Weiterlesen nach der Anzeige
Ulrich Fehse ist in Salzwedel beim Augenarzt, obwohl kein Arzt da ist. Es kommt auch morgen keiner. Begleitet werden die Patienten vor Ort von fünf Frauen: Medizinische Fachangestellte, Optikermeisterinnen und Optikerinnen führen die Messungen durch. Im Anschluss werden die Daten von Augenärzten an anderen Orten ausgewertet. Die Patienten erhalten später eine Information über ihre Befundergebnisse, Folgetermine und bei Bedarf eine Überweisung zur weiterführenden Diagnostik.
Auf dem Land gehen die Fachärzte aus
Das Vorgehen in der Altmark könnte bald auch an anderen Orten in Sachsen-Anhalt Nachahmer finden. Besonders im ländlichen Raum gehen die Fachärzte aus. Immer wieder schließen Praxen, ohne dass es einen Nachfolger gibt.
Der Medizinermangel zeigt sich unter anderem in der Augenheilkunde. Aktuell sind sieben von 159,5 Stellen in Sachsen-Anhalt nicht besetzt. Die meisten offenen Stellen (3,5) gibt es im Altmarkkreis Salzwedel. Im Norden des Landes ist zudem jeder dritte Augenarzt älter als 60 Jahre, sodass die Versorgungssituation in den nächsten Jahren noch schwieriger werden könnte.
In Salzwedel ist es trotz finanzieller Anreize nicht gelungen, einen Augenarzt zu gewinnen. Hier habe es de facto eine „Nullversorgung“ gegeben, sagt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztliche Vereinigung, Jörg Böhme.
Feedback der Patienten ist positiv
Weiterlesen nach der Anzeige
Also musste die Kassenärztliche Vereinigung selbst aktiv werden. 2024 wurde das Modellprojekt „TEAS“ ins Leben gerufen – das steht für „Telemedizinische Einheit Augenheilkunde Salzwedel“. Das Feedback der Patienten sei bisher sehr positiv, sagt Böhme.
„Das ist eine gute Sache“, betont auch Patient Ulrich Fehse zwischen zwei Untersuchungen. Seine Augenärztin in Klötze sei in den Ruhestand gegangen. Durch „Mundpropaganda“ habe er schließlich von den Möglichkeiten in Salzwedel erfahren. Seine Hausärztin hat ihn dorthin überwiesen. „Man will ja wissen, was mit den Augen ist“, sagt der 75-Jährige. Er ist froh darüber, dass es in der Region ein augenärztliches Angebot gibt und er mit dem Auto nicht noch weitere Strecken zurücklegen muss.
Befunde werden an anderen Orten ausgewertet
Das Praxisteam prüft bei Ulrich Fehse die Sehschärfe, misst den Augeninnendruck und kontrolliert Hornhaut und Bindehaut. Das alles dauert keine halbe Stunde. Nun werden die Daten verschlüsselt digital übertragen. Jedes Gerät musste entsprechend an die Technik angebunden werden. Vier Augenärzte arbeiten aktuell mit der Einrichtung in Salzwedel zusammen und schauen sich die Befunde im Nachgang an – teilweise leben sie nicht einmal in Sachsen-Anhalt.
Einer der Ärzte ist Christian Heider. Etwa zwei bis drei Stunden pro Tag sitzt er an seinem Rechner. „Es ist praktikabel“, sagt der 70-Jährige, der seine Praxis nach 30 Jahren geschlossen hat und im Ruhestand noch ein wenig aktiv sein möchte. Im Bedarfsfall stellt er den Patienten Rezepte und Überweisungen für Operationen beim Spezialisten aus. Auch die Betreuung nach den Eingriffen kann er aus der Ferne übernehmen.
Alles, was organisatorisch mit den Patienten zu klären ist, erledigt das Praxisteam. Inzwischen kommen sogar einige Patienten aus Niedersachsen nach Salzwedel.
Ärzte werden entlastet
Das Land Sachsen-Anhalt fördert das Modellprojekt bis Ende 2026 mit rund zwei Millionen Euro. „Telemedizin trägt zu besseren Behandlungsergebnissen bei, da spezialisiertes Wissen unabhängig vom Standort verfügbar ist, Diagnosen schneller erfolgen und Therapien früher beginnen können“, sagt Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD). „Gleichzeitig entfallen für viele Patientinnen und Patienten lange Anfahrtswege.“
Und die Ministerin sieht noch einen weiteren Vorteil: Das Projekt belegt, dass bei der Diagnostik nicht immer zwingend Ärzte vor Ort erforderlich sind. Das Praxisteam könne zuarbeiten, betont die Ministerin. Das Thema Delegation von Leistungen werde immer wichtiger, auch um Fachärzte zu entlasten. Wobei auch Grimm-Benne und Böhme wissen: Das geht mit Telemedizin beim Augenarzt oder einer Kontrolle von Herzwerten einfacher als beim Orthopäden.
Welche Zukunft das Salzwedeler Projekt ab 2027 hat, ist noch offen. Ziel müsse es sein, dass das Modell in die Regelversorgung übergeht, sagt Jörg Böhme.
Darauf setzt auch Patient Ulrich Fehse. Zudem hat er einen Verbesserungsvorschlag. Es wäre schön, wenn auch ein persönlicher Kontakt zum Arzt möglich wäre, sagt der 75-Jährige. Böhme nickt. Dass ein Arzt in die Praxis kommt, ist zwar eher unwahrscheinlich. Aber eine Zuschaltung per Video hält der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung für möglich.
Neue Plattform soll kommen
Das würde auch in die Gesamtstrategie des Landes passen. Denn Patienten in Sachsen-Anhalt sollen künftig noch stärker von telemedizinischen Leistungen profitieren. Die Universitätskliniken Halle und Magdeburg bauen gerade eine neue Plattform auf, die Telekonsultationen einfacher ermöglichen soll. Das Land fördert das Vorhaben mit rund zwölf Millionen Euro.
Ziel ist, Spezialisten digital dazuzuschalten und so in die Behandlung einzubinden. Die Patienten sparen so zusätzliche Wege. Mit der Plattform sollen auch fachliche Beratungen, die Fernüberwachung von Patienten oder der Austausch von Patientendaten vereinfacht werden.
Gesundheitsministerin Grimm-Benne sagt: „Angesichts des demografischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels müssen wir uns die Möglichkeiten der Digitalisierung zunutze machen.“
(mho)
Künstliche Intelligenz
Vorsicht, Kunde: Identitätsprüfung für Online-Abos
Der Abschluss von Online-Abonnements, etwa für Nahverkehrstickets, ist oft mit Hürden verbunden. Insbesondere wenn Anbieter zusätzliche Identitätsprüfungen verlangen, können technische und rechtliche Probleme auftreten. Wir klären, welche Verfahren üblich sind, wo die Grenzen liegen und welche Besonderheiten bei Verträgen für Minderjährige gelten.
Weiterlesen nach der Anzeige
Identitätsprüfung im Netz
Um sich vor Betrug bei SEPA-Lastschriftverfahren zu schützen, setzen viele Unternehmen auf Online-Identifizierungsverfahren durch Dienstleister wie ID.Now. Damit soll sichergestellt werden, dass die Person, die den Vertrag abschließt, auch tatsächlich der Inhaber des angegebenen Bankkontos ist. Üblich sind dabei das Video-Ident-Verfahren, bei dem man seinen Ausweis in eine Kamera hält, oder alternativ die Verifizierung mittels der Online-Ausweisfunktion (eID) des Personalausweises. Die Nutzung der eID-Funktion ist dabei oft die schnellere und störungsärmere Alternative, da sie ohne Wartezeit auf einen menschlichen Mitarbeiter auskommt; sie setzt aber einen aktivierten Ausweis voraus.
Der Taschengeldparagraf
Beim Abschluss von Abos für Minderjährige entsteht oft ein praktisches Problem: Der Vertragsinhaber ist minderjährig, die Zahlungsdaten stammen aber von den Eltern. Diese Diskrepanz führt in vielen Buchungssystemen zu Fehlermeldungen, da automatische Prüfroutinen davon ausgehen, dass Kontoinhaber und Vertragspartner identisch sein müssen.
Grundsätzlich dürfen Minderjährige im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten selbst einkaufen. Für Dauerschuldverhältnisse wie Monatsabos oder Handyverträge gilt das jedoch nicht. Solche Verträge mit wiederkehrenden Zahlungen erfordern die Zustimmung der Erziehungsberechtigten, und die Eltern müssen sie für ihre minderjährigen Kinder abschließen. Dies regelt der sogenannte Taschengeldparagraf (§ 110 BGB). Der Gesetzgeber will junge Verbraucher damit vor langfristigen Zahlungsverpflichtungen schützen, deren Konsequenzen sie möglicherweise nicht vollständig absehen können.
Grenzen der Datensammlung
Weiterlesen nach der Anzeige
Fordert ein Unternehmen über die eigentliche Identitätsprüfung hinaus die dauerhafte Hinterlegung einer Ausweiskopie, ist dies aus datenschutzrechtlicher Sicht kritisch zu bewerten, erklärt Rechtsanwalt Niklas Mühleis im c’t-Podcast. Gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gilt der Grundsatz der Datenminimierung: Unternehmen dürfen nur die Daten erheben und speichern, die für die Vertragserfüllung zwingend notwendig sind. Eine einmalige Identifizierung kann notwendig sein, eine darüber hinausgehende Speicherung des Ausweisdokuments ist es in der Regel nicht.
Unternehmen sollten nach erfolgreicher Prüfung lediglich den Fakt der erfolgten Verifizierung vermerken und die sensiblen Ausweisdaten löschen. Dabei ist auch aus Unternehmenssicht Zurückhaltung geboten, da umfangreiche Datensammlungen das Risiko von Sicherheitsvorfällen erhöhen.
Was tun bei Problemen?
Scheitert der Online-Vertragsabschluss an technischen Hürden, sollten Betroffene zeitnah den Kundenservice kontaktieren. Manchmal verfügen die Mitarbeiter an der Hotline über erweiterte Systemmöglichkeiten, um Fehler zu beheben. Allerdings sitzen auch sie mitunter vor den gleichen Fehlermeldungen wie die Kunden.
Erhält man im Zuge der Bestellung eine E-Mail mit der Aufforderung zur Identifizierung, sollte man auf den Absender und den zeitlichen Zusammenhang achten. Kommt die Mail direkt vom Unternehmen, bei dem man gerade bestellt, ist sie in der Regel legitim.
Mehr zu Online-Abos, Identifizierungsverfahren und den Grenzen der Datensammlung besprechen wir in der aktuellen Folge des c’t-Verbraucherschutzpodcast „Vorsicht, Kunde!“.
Hier können Sie den c’t-Artikel zu dem im Podcast behandelten Streitfall nachlesen
Das c’t Magazin gibt es am Kiosk, im Browser und in der c’t-App für iOS und Android. Unsere c’t-Artikel finden Sie auch im digitalen Abo heise+. Wenn Sie dieses Angebot bisher nicht kennen, können Sie jetzt günstig reinschnuppern und uns damit unterstützen. Unter heiseplus.de/podcast bekommen Sie drei Monate heise+ zum Sonderpreis. Haben Sie Lust, weitere heise-Podcasts zu hören? Sie finden sie auf der Podcast-Seite.
c’t erreichen Sie online und auf vielen Social-Media-Kanälen
► c’t Magazin
► c’t bei WhatsApp
► c’t auf Mastodon
► c’t auf Instagram
► c’t auf Facebook
► c’t auf Bluesky
(uk)
Künstliche Intelligenz
Linux-Entwickler kooperieren für besseres Linux-Gaming
Mehrere Mitglieder der Linux-Community schließen sich zusammen, um Gaming auf dem offenen Betriebssystem voranzubringen. Ziel der Projektgruppe Open Gaming Collective ist es, einen auf Gaming-fokussierten Kernel zu entwickeln, um bisherige Insellösungen abzulösen und Gaming-Standards auf Linux zu vereinheitlichen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Zu der Gruppe gehören unter anderem Universal Blue, das Team hinter dem Gaming-Linux Bazzite, sowie Asus Linux und PikaOS. Sie wollen im Rahmen der Open Gaming Collective Komponenten wie Kernel-Patches, Input-Tools und Gaming-Packages bündeln, schreibt Universal Blue in der Ankündigung. „Anstatt dass jede Distribution eigene Patches pflegt und mit fragmentierter Hardware-Unterstützung kämpft, können Verbesserungen nun im gesamten Ökosystem geteilt werden“, heißt es dort. Die Gruppe hat bereits eine GitHub-Seite eingerichtet.
„Mehr Zeit zum Spielen“
Auf seiner Webseite bringt das Open Gaming Collective (OGC) seine Mission folgendermaßen auf den Punkt: „Distros können sich nun auf die Funktionen und das Nutzungserlebnis konzentrieren, die sie einzigartig machen, anstatt immer wieder dieselben Aufgaben zu erledigen. Kurz gesagt: Wir alle haben mehr Zeit zum Spielen.“
Als konkrete Beispiele nennt das Open Gaming Collective vereinheitlichten Support für Features wie Secure Boot und Controller-Unterstützung, darunter zum Beispiel auch Lenkräder. Die OGC-Konfiguration soll zuerst im auf Gaming konzentrierten Bazzite zum Einsatz kommen. Für Spieleentwickler könnte es durch die Konsolidierung der Features leichter werden, ihre Spiele nativ für Linux zu veröffentlichen. Bislang ist häufig die Kompatibilitätsschicht Proton notwendig, um für Windows entwickelte Titel auf Linux auszuführen.
Linux fürs Gaming
Weiterlesen nach der Anzeige
Linux wird seit einigen Jahren als Spieleplattform attraktiver und beliebter. Vor allem der Release des Steam Decks mit dem auf Linux basierenden SteamOS hat dem Betriebssystem einen Aufschwung beschert. Insgesamt bleibt der Anteil der Linux-Spieler trotz Aufschwung noch vergleichsweise gering: 3,58 Prozent der Steam-Nutzer spielen auf einem Linux-System, mehr als ein Viertel davon mit SteamOS. Ein Nachteil von Linux als Gaming-Plattform liegt weiterhin darin, dass die Anti-Cheat-Systeme vieler kompetitiver Multiplayer-Spiele Linux-Systeme nicht unterstützen.
Gute Nachrichten für Linux-Gamer kommen dagegen von GOG: Der DRM-freie Spiele-Store sucht aktuell nach einem neuen Entwickler, der den Client GOG Galaxy auf Linux bringen soll. Bislang gibt es den Client des DRM-freien Spielestores nur unter Windows und macOS – um GOG auf Linux zu nutzen, sind noch unabhängige Clients notwendig. Das könnte sich bald ändern.
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommandozeile adé: Praktische, grafische Git-Verwaltung für den Mac
-
Künstliche Intelligenzvor 1 MonatSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenHuawei Mate 80 Pro Max: Tandem-OLED mit 8.000 cd/m² für das Flaggschiff-Smartphone
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenFast 5 GB pro mm²: Sandisk und Kioxia kommen mit höchster Bitdichte zum ISSCC
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommentar: Anthropic verschenkt MCP – mit fragwürdigen Hintertüren
-
Social Mediavor 2 MonatenDie meistgehörten Gastfolgen 2025 im Feed & Fudder Podcast – Social Media, Recruiting und Karriere-Insights
-
Datenschutz & Sicherheitvor 2 MonatenSyncthing‑Fork unter fremder Kontrolle? Community schluckt das nicht
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenWeiter billig Tanken und Heizen: Koalition will CO₂-Preis für 2027 nicht erhöhen
