Berlin Design Week 2026: PAGE gibt Eindrücke der Ausstellungen »Design in Wartime« und »Tolerance«. Genaues Hinschauen ist unbedingt empfohlen, weil die Themen nie an Wichtigkeit verlieren.
Mit der Menschheit gehen auch leider immer Krieg und globale Konflikte einher. Das machte der Referent Prof. Bohdan Tscherkes von der Nationalen Polytechnischen Universität Lwiw und Gastprofessor an verschiedenen Universitäten auf der Berlin Design Week direkt zu Beginn seines Vortrags klar.
»Design in Wartime«
Er widmet Teile seiner Professur-Arbeit dem ernsten und wichtigen Thema »Design in Wartime«. Dazu kuratierte er im Rahmen der Berlin Design Week auch eine Ausstellung.
Wie tief Design und Kriegführung historisch und aktuell miteinander verwoben sind, verdeutlichte Tscherkes im Talk durch einen eindringlichen visuellen Vergleich. Er stellte ein historisches Gemälde aus dem 17. Jahrhundert einer modernen Infografik von heute gegenüber.
Er zeigte ein klassisches Militärgemälde, das reitende Soldaten in dynamischen, kriegerischen Posen darstellt – die damalige Kunst, den Kampf zu inszenieren. Daneben präsentierte er ein modernes Grafik-Chart, das die Flugbahnen russischer Drohnen über der Ukraine während einer einzigen Nacht visualisiert.
Beides ist Design.
Krisenzeiten bringen je nach Zeitgeist also ganz eigene Designbereiche hervor – er benannte einige konkret: Refugee housing facilities, Shelters, Military Design, Art Therapy Design sowie Design for Recovery.
Die Ausstellung drehte sich genau um diese Ansätze räumlicher Strategien, sie zeigte 19 Arbeiten ukrainischer und österreichischer Design- und Architekturstudent:innen.
Eindrücke:
Fotos: PAGE
Tolerance: Plakatkultur mit Haltung
Im selben Gebäude konnten Besucher:innen obendrein die Tolerance Poster Show bewundern, eine internationale Wanderausstellung. Gegründet von Mirko Ilić, erstreckte sich diese über ein ganzes Stockwerk.
Insgesamt 82 ausgewählte Poster beschäftigten sich mit dem Motto Toleranz.
Wie die Poster inszeniert waren, beeindruckte, denn alle waren auf dem Boden ausgelegt, nicht an den Wänden aufgehängt. Das hatte eine ganz spezielle Wirkung, denn am frühen Abend – kurz vor der Schließung des Gebäudes – fielen die Lichtstrahlen seitlich ins Innere des Stockwerkes.
So entstanden neben der tollen Plakatkunst hübsche, natürliche Lichtkonstellationen. An manchen Stellen gab es sogar kleine Regenbögen durch das einfallende Licht – ein perfektes visuelles Zusammenspiel mit dem Ausstellungsmotto der Toleranz.
Eindrücke der Posterausstellung:
Urban Signals, Möbelkollektion Neuendorf Arterior
Fotos: PAGE
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