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Desynced von Ubisoft: Black-Flag-Remake führt zu Erfolg und Entlassungen

Das Remake von Assassin’s Creed: Black Flag startet ungeachtet schlechter Nutzerrezensionen so erfolgreich wie lange kein Ableger mehr. Für Ubisoft Barcelona ändert das nichts, das Studio streicht mehr als 50 Stellen und damit gut ein Drittel aller Posten.
Gute Arbeit belohnt Ubisoft mit Freizeit, möchte man schreiben, wenn nicht die Schicksale von Menschen an der Entscheidung hängen. Sie kommt allerdings mit Vorlauf. Schon im Juni hatte Ubisoft angekündigt, im Rahmen der jüngsten Restrukturierungsmaßnahme Stellen in Barcelona zu streichen. Das Studio in Barcelona überlebt im Gegensatz zu den Standorten Winnipeg (Kanada) und Belgrad (Serbien) immerhin. Im Rahmen der neuen Strategie werden Studios einzelnen Marken zugewiesen, um die sie sich exklusiv kümmern. Für Ubisoft Barcelona ist das Rainbow Six, weshalb sich die Entlassungen auf das Assassin’s-Creed-Team beschränken. Weitere Projekte zur Marke wurden daher nicht genehmigt.
Als Momentaufnahme positiv
Die Feier zur Fertigstellung des Spiels wurde laut Informationen von Kotaku konsequent in kleinerem Rahmen gehalten. Dabei gäbe es durchaus etwas zu Feiern: Das Remake gibt in der Presseschau insgesamt ein positives Bild ab und überzeugt auch im Technik-Test auf ComputerBase. Spielerzahlen deuten zudem auf große Nachfrage nach dem Titel hin. Auf Steam erzielte Resynced in der Spitze rund 100.000 gleichzeitige Spieler. Der Vorgänger Shadows kam auf 64.825 Anwender.
So schön die Momentaufnahme ist, so sehr zeigt sie die Problemzonen bei Ubisoft auf. Ein altes Spiel mit einem alten, wenn auch in Teilen modernisierten Konzept wird heißer erwartet und stärker nachgefragt als brandneue, frische Serienteile. Das kann als Beleg für kreativen Bankrott bei Ubisoft gesehen werden oder eine Entwicklung von Spielen, die nicht mehr die großen Impulse setzen können wie noch vor einem Jahrzehnt.
Verhaltene Nutzerrezensionen
Alles rund lief beim Start des Remakes aber nicht. Ein paar Fehler behob das erste Update zügig, Spieler auf Steam teilen aber den Eindruck der Presse: Nicht jede Neuerung ist wirklich ein Gewinn und fügt sich gut in das Gesamtkonstrukt ein. Was zum Schwanken des Wertungsspiegels teils in den negativen Bereich führt, ist der Umgang mit Mikrotransaktionen. Obwohl Black Flag ein Einzelspieler-Titel ist, hat Ubisoft einen Shop mit Skins und spielerischen Vorteilen eingebaut. Vor allem Käufer der 70 Euro teuren Deluxe Edition ärgert, dass mehr als derselbe Betrag noch einmal ausgegeben werden kann und in den Menüs Assassin’s Creed Shadows beworben wird. Wer viel Geld für ein Spiel zahlt, möchte seine Ruhe haben, lässt sich daraus lesen.
Werbung in Spielen zu schalten ist jedoch die nächste Einnahmequelle, die Publisher entdecken. EA plant auf diese Weise Sportspiele weiter zu vermarkten.
Die Redaktion dankt ComputerBase-Leser „evilhunter“ für den Hinweis zu dieser Meldung!