Künstliche Intelligenz
Deutschland-App: KI soll Anträge vereinfachen
Lange Zeit war nebulös, was die geplante Deutschland-App des Bundesdigitalministeriums (BMDS) leisten soll. Nun hat das Ministerium mehr Klarheit geschaffen: Die App soll Bürgern dabei helfen, Online-Anträge auszufüllen. Nutzer sollen dabei die bestehenden Onlinedienste zum Beispiel ihrer Kommune gar nicht mehr zu Gesicht bekommen. „Die Bürger interagieren also nur mit der App und können leichter Verwaltungsleistungen beantragen“, erklärte BMDS-Staatssekretär Markus Richter in einem Interview mit c’t.
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Im Hintergrundsystem der App sollen Crawler die Onlineportale von Behörden durchsuchen und erfassen, welche Formulare dort bereitstehen. Sprachmodelle verarbeiten die Formulare semantisch, sodass die App die Abfragen vereinfachen und Rückfragen beantworten kann. Außerdem sollen die Abfragen an die individuelle Konstellation des Nutzers angepasst werden: „Dadurch können ganze Seiten der Formulare unsichtbar werden“, sagte Richter.
Anträge im Gespräch mit einem Avatar
Nutzer können laut den aktuellen Plänen des Ministeriums zwischen drei „Interaktionsmodi“ wählen: einem vereinfachten Formular, einem Chatmodus sowie einem „KI-Avatar“, der per Sprachinteraktion durch den Antrag führt. Dafür setzt die App auf spezialisierte KI-Modelle zum Beispiel von ElevenLabs.
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Die Sorge, dass App-Nutzer aufgrund von KI-Falschaussagen zum Beispiel weniger Wohngeld erhalten, als ihnen zusteht, relativierte Richter im Interview: Schon heute gebe es fehlerhafte Anträge. Er gehe davon aus, dass die Deutschland-App die Fehlerquote reduziert, weil sie Nutzer durch den Prozess führe und Plausibilitäten prüfe.
Deutschland-App soll Open Source werden
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Zur Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, komplexe Antragsverfahren von Grund auf zu reformieren, erwiderte Richter: „Wir machen das eine, ohne das andere zu lassen.“ Das BMDS habe sich als Ministerium für Staatsmodernisierung die Vereinfachung von Prozessen auf die Fahne geschrieben. Man bewege sich aber in einer „Bestandslandschaft“ und wolle daher den Zugang zu bestehenden Verfahren vereinfachen.
Mit der Entwicklung eines Prototyps der Deutschland-App hat das BMDS die Telekom und SAP beauftragt und dadurch viel Kritik von mittelständischen Softwarefirmen hervorgerufen. Das Ministerium plant nun eine Ausschreibung und will die App als Open Source bereitstellen, „damit sie transparent und durch andere nachnutzbar ist“, wie Richter im Interview sagte.
Das vollständige Interview zur Deutschland-App sowie zum Deutschland-Stack lesen Sie bei heise+
(cwo)