Entwicklung & Code
Die Produktwerker: Forecasting mit der Monte-Carlo-Simulation
Die Monte-Carlo-Simulation hilft in der Produktentwicklung dabei, Prognosen realistischer zu machen. Nicht als harte Zusage, sondern als Blick auf Wahrscheinlichkeiten und damit auf das Risiko, das in komplexer Arbeit fast immer mitschwingt. Zeit also, sich tiefer damit auseinanderzusetzen, weshalb Dominique Winter in dieser Folge mit dem Flight Levels und Kanban Coach Felix Rink aus Köln spricht.
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(Bild: deagreez/123rf.com)

Fachvorträge und Networking-Möglichkeiten: Die Product Owner Days am 5. und 6. Mai 2026 in Köln befassen sich in über 20 Vorträgen mit aktuellen Themen rund um Product Ownership, KI im Produktmanagement, User Research, Product Discovery und Product Economics.
Fundierte Vorhersagen in der Produktentwicklung
Gemeinsam starten sie bei der Frage, wann etwas fertig ist und wie belastbar so eine Aussage eigentlich ist, wenn Teams in unsicheren Umfeldern arbeiten. Von dort geht es zur Idee hinter der Monte-Carlo-Simulation. Sie ist überraschend simpel. Vergangene Ergebnisse geben Hinweise darauf, wie sich Arbeit vermutlich auch künftig verteilen wird. Statt eine einzelne Zahl zu versprechen, entsteht eine Bandbreite. Fertigstellungen aus der Vergangenheit werden in vielen Durchläufen immer wieder neu kombiniert, bis ein Muster sichtbar wird. Manche Ergebnisse tauchen oft auf, andere sind selten.
Genau diese Verteilung ist in der Produktentwicklung hilfreich, weil Schwankungen zum Tagesgeschäft gehören. Schnell wird klar, dass es weniger um exakte Termine geht als um ein besseres Gefühl für Risiko. Die Simulation zeigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein bestimmter Arbeitsumfang in einem bestimmten Zeitraum wirklich erreichbar ist. Das verändert, wie über Planung gesprochen wird. Zusagen werden zu bewussten Entscheidungen über Risiko und nicht zu Versprechen, die später unter Druck verteidigt werden müssen. Für Product Owner ist das besonders wertvoll, weil Gespräche mit Stakeholdern dadurch sachlicher werden und Erwartungen besser eingeordnet werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Daten. Entscheidend ist nicht, möglichst weit zurückzugehen, sondern eine Vergangenheit zu wählen, die der erwarteten Zukunft ähnelt. Kurze Zeiträume mit ausreichend vielen Datenpunkten liefern oft bessere Prognosen als lange Historien, in denen Sondereffekte alles verzerren. Auch eine feinere Betrachtung auf Tagesbasis kommt zur Sprache, weil sich Forecasts damit schneller aktualisieren lassen und Veränderungen im System früher auffallen.
Monte-Carlo-Simulation als laufendes Werkzeug
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Spannend wird es dort, wo die Monte-Carlo-Simulation nicht als einmaliger Schritt verstanden wird, sondern als laufendes Werkzeug. Neue Erkenntnisse, zusätzliche Arbeit oder geänderte Rahmenbedingungen fließen direkt in den nächsten Forecast ein. So entsteht ein kontinuierlicher Abgleich zwischen Realität und Erwartung. Das unterstützt aktives Risikomanagement und hilft Teams, Prioritäten immer wieder neu auszurichten, ohne jedes Mal bei null anfangen zu müssen.
Am Ende geht der Blick über die klassische Fertigstellungsfrage hinaus. Überall dort, wo vergangenes Verhalten brauchbare Hinweise auf die Zukunft gibt, kann Monte Carlo helfen, Unsicherheit greifbar zu machen. In der Produktentwicklung ist das oft genau die Art von Pragmatismus, die fehlt. Nicht kompliziert, aber deutlich verlässlicher als Bauchgefühl.
Die aktuelle Ausgabe des Podcasts steht auch im Blog der Produktwerker bereit: „Forecasting mit der Monte-Carlo-Simulation“.
(mai)
Entwicklung & Code
Programmiersprache Python: Performante Algorithmen entwickeln und optimieren
Plant man eine Reise durch mehrere Städte und will die kürzeste Route finden, greift man auf Algorithmen zurück, eine wohldefinierte Abfolge deterministischer Operationen. Dieser Artikel begleitet den Entwicklungsprozess eines Algorithmus, der kürzeste Wege zwischen Städten findet. Er zeigt Schritt für Schritt den Weg von der ersten Skizze über Tests und Visualisierung mit Matplotlib und NetworkX bis zur Optimierung durch geeignete Datenstrukturen. So entsteht ein Programm, das nicht nur funktional korrekt arbeitet, sondern auch performant ist.
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Michael Inden ist Java- und Python-Enthusiast mit über zwanzig Jahren Berufserfahrung. Derzeit ist er als Head of Development tätig, spricht auf Konferenzen und schreibt Fachbücher über Java und Python.
Ziel ist, in einem Straßennetz diejenigen Wege zu finden, die Städte am kürzesten verbinden. Zur Modellierung kann man Graphen verwenden. In Abbildung 1 repräsentieren Kreise mit Beschriftung die Städte und die Verbindungslinien mit Zahlen entsprechen Wegen mit Distanzen.

Ein Graph visualisiert die Abstände von Städten; die Zahlen stehen für die Entfernungen (Abb. 1).
Für diese vereinfachte Karte soll der kürzeste Weg von A nach D gefunden werden. Während man bei wenigen Städten und Verbindungen alle Möglichkeiten ausprobieren kann, wird der Ansatz aufwendiger, je mehr Städte und Verbindungen existieren. Folgende Verbindungen sind möglich, wobei 13 die schlechteste ist und 6 die beste:
A -> B -> C -> D => 5 + 1 + 7 = 13
A -> C -> B -> D => 2 + 1 + 3 = 6
A -> C -> D => 2 + 7 = 9
A -> B -> D => 5 + 3 = 8
Mit der O-Notation die Effizienz verstehen
Für eine gute Bedienbarkeit von Programmen ist relevant, wie schnell sich Berechnungen und Operationen ausführen lassen. Das gilt vor allem bei großen Datenmengen. Die O-Notation erlaubt es, Algorithmen zu klassifizieren und das Wachstum der Laufzeit (oder des Speicherbedarfs) eines Algorithmus zu beschreiben, wenn die Eingabemenge größer wird. Somit sind Effekte vorhersagbar, etwa wenn eine Liste nicht mehr 10 oder 20, sondern 100.000 und mehr Daten enthält.
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Die O-Notation hilft, die Laufzeit von Operationen einzuschätzen. Sie ordnet Algorithmen und Funktionen in Komplexitätsklassen ein. Bei O(n³) wächst die Anzahl der Schritte mit der dritten Potenz der Eingabemenge. Bei 100 Eingabedaten ergibt sich ein Aufwand von 1003 für die Berechnung, also 1.000.000 Schritte. Je niedriger die Komplexitätsklasse ist, desto besser. Weitere Klassen zeigt die Tabelle „O-Notation mit in Komplexitätsklassen eingeteilten Algorithmen“, Abbildung 2 visualisiert die Effekte.
| O-Notation mit in Komplexitätsklassen eingeteilten Algorithmen | ||
| Notation | Bedeutung, Wachstum | Beispiel |
| O(1) | konstant | Zugriff auf ein Listenelement |
| O(log n) | logarithmisch | Binärsuche |
| O(n) | linear | einfache Schleife über alle Elemente |
| O(n log n) | linear-logarithmisch | effiziente Sortieralgorithmen (etwa Mergesort) |
| O(n²) | quadratisch | zweifach verschachtelte Schleife |
| O(n3) | kubisch | dreifach verschachtelte Schleife |

Die Graphen zeigen die Anzahl der Operationen in Abhängigkeit von der Eingabegröße (Abb. 2).
Eine Klassifikation mit der O-Notation ist insbesondere wichtig, um Laufzeiten unabhängig von Hardwareausstattung, Implementierungsdetails und gewählten Programmiersprachen bezüglich ihrer Skalierungseigenschaften zu vergleichen.
Für eine vereinfachte Einschätzung betrachtet man bei der Bewertung nur den dominierenden Term, da bei großen Eingabegrößen kleine Konstanten oder niedrigere Terme und Faktoren vernachlässigbar sind. In der Formel n3 + 4n² + 3n + 7 folgt durch die Vereinfachungen die Laufzeitklasse O(n3).
Von der Idee zum Programm
Ein systematisches Vorgehen ist selbst für kleinere Programme und vor allem bei komplexen Softwareprojekten der Schlüssel zu funktionalem, wartbarem und performantem Code.
1. Problem verstehen und analysieren
- klären, welches Problem zu lösen ist, und es in Teilaufgaben zerlegen;
- prüfen, ob es bereits bewährte Lösungen für Teilaufgaben gibt, beispielsweise Binärsuche für performante Suchen in sortierten Datenbeständen, Dijkstra-Algorithmus für kürzeste Wege;
- Eingabe- und Ausgabedaten definieren;
- Randbedingungen und Sonderfälle berücksichtigen.
2. Planen und eine Grobstruktur entwickeln
- Problem in Teilaufgaben zerlegen;
- Abläufe in natürlicher Sprache formulieren oder skizzieren;
- geeignete Datenstrukturen wählen (Listen, Dictionaries, Heaps).
3. Implementierung
- Sourcecode in klar getrennte Funktionen oder Klassen gliedern;
- auf Lesbarkeit und Verständlichkeit achten, aussagekräftige Namen und (falls sinnvoll) ergänzende Kommentare verwenden;
- vorhandene Bibliotheken nutzen, um Entwicklungszeit zu sparen (etwa Matplotlib zur Visualisierung).
4. Testen (Dry-Run- und Unit-Tests)
- Funktionsweise ausprobieren;
- Unit-Tests schreiben, um die Funktionsweise zu prüfen und Rand- und Sonderfälle abzudecken.
5. Performance messen
- Messungen mit kleinen, mittleren und großen Datenbeständen ausführen, etwa mit 100, 10.000 und 1.000.000 Datensätzen;
- Engpässe identifizieren – sie zeigen sich allerdings meist erst bei sehr großen Datenbeständen.
6. Optimieren
Wurden in Schritt 5 Schwachstellen aufgedeckt, sollte man die Umsetzung und die gewählten Algorithmen für Teilprobleme nochmals genauer anschauen.
- O-Notation verwenden, um die Komplexität formal zu bewerten: Was läuft in Schleifen? Wie und wo erfolgt eine Suche – linear oder mit Binärsuche? Für verschiedene Aktionen kann das Laufzeiten von O(1)
, O(log n) oder O(n)bedeuten. - besser geeignete Algorithmen oder effizientere Datenstrukturen einsetzen.
Implementierung und Test miteinander verweben
In der Praxis laufen die Schritte 3 und 4 nicht immer unabhängig voneinander. Wenn sich die Ergebnisse gut vorhersagen lassen, bietet es sich an, mit dem Erstellen von Testfällen zu starten. Manchmal braucht es aber erst einmal eine Idee und einen Prototyp der Implementierung. Gerade bei größeren Programmierprojekten ergeben sich weitere Anforderungen während der Implementierungs- und Testphase.
Der folgende Ablauf hat sich in der Praxis bewährt und lässt sich auch beim Entwickeln eines Algorithmus anwenden.
Entwicklung & Code
GitLab 18.8: Duo Agent Platform jetzt allgemein verfügbar
Mit GitLab 18.8 stellt GitLab die Duo Agent Platform allgemein zur Verfügung. Sie soll Unternehmen dabei unterstützen, KI-Agenten für Planung, Entwicklung, Absicherung und Auslieferung von Software koordiniert einzusetzen.
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Einheitlicher Ansatz für KI in der Softwareentwicklung
GitLab reagiert damit auf ein bekanntes Problem beim Einsatz von KI in der Softwareentwicklung: KI-Tools steigern zwar die Produktivität einzelner Entwicklerinnen und Entwickler, verlieren diesen Effekt aber oft auf Teamebene. Die Duo Agent Platform orchestriert KI-Agenten deshalb innerhalb eines einheitlichen Systems und nutzt einen gemeinsamen Projektkontext aus Issues, Merge Requests, Pipelines und Security-Findings.
Lesen Sie auch
KI-Agenten, Chat und Automatisierung
Die Plattform kombiniert konversationelle KI, spezialisierte Agenten und automatisierte Workflows. Ein zentraler Baustein ist der Agentic Chat, der in der GitLab-Oberfläche und in verschiedenen Entwicklungsumgebungen zur Verfügung steht. Er unterstützt beim Erstellen von Code, bei der Analyse und Fehlerbehebung, bei Tests und Dokumentation auf Basis des aktuellen Projektkontexts.
Der Planner Agent ist nun ebenso allgemein verfügbar und soll Produktmanager in GitLab bei der Arbeit mit Work Items unterstützen. Er kann unter anderem beim Analysieren von Backlogs, beim Priorisieren (z. B. mit RICE oder MoSCoW) und beim Aufbereiten von Planungsinformationen helfen.
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Katalog, Agenten und Flows
Mit dem AI Catalog können Teams Agenten und Workflows organisationsweit bereitstellen und teilen. Vorgefertigte Agenten übernehmen typische Aufgaben wie Planung oder Sicherheitsanalyse. Flows automatisieren wiederkehrende Abläufe, etwa das Erstellen von Merge Requests, die Anpassung von CI/CD-Pipelines oder die Analyse fehlgeschlagener Builds.
Auch der GitLab Duo Security Analyst Agent ist mit GitLab 18.8 aus der Beta-Phase in die allgemeine Verfügbarkeit übergegangen. Er ermöglicht es, Schwachstellen per natürlicher Sprache im GitLab Duo Agentic Chat zu verwalten, und ist dort standardmäßig ohne zusätzliche Einrichtung verfügbar.
Betrieb und Abrechnung
Die Duo Agent Platform ist auf GitLab.com und in GitLab Self-Managed verfügbar, GitLab Dedicated soll folgen. Transparenz- und Governance-Funktionen unterstützen den Unternehmenseinsatz. Die Abrechnung erfolgt nutzungsabhängig über GitLab Credits aus einem gemeinsamen Pool. Weitere Informationen finden sich im entsprechenden Blogbeitrag.
(mdo)
Entwicklung & Code
software-architektur.tv: Spec-Driven Development mit Simon Martinelli
In dieser Episode spricht Ralf D. Müller mit Simon Martinelli über den AI Unified Process (AIUP), einen agilen und iterativen Entwicklungsansatz, der Requirements ins Zentrum stellt – nicht den Code. Martinelli zeigt, wie man mit AIUP moderne Software entwickelt, bei der Anforderungen, Spezifikationen, Code und Tests gemeinsam durch kurze Iterationen wachsen, während KI als Konsistenz-Engine dient.
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Das Duo diskutiert die zentrale Frage: Braucht es perfekte, deterministische Spezifikationen für KI-Code-Generierung? Simon Martinelli argumentiert, dass das der falsche Ansatz ist. Stattdessen ermöglicht AIUP iterative Verbesserung: Requirements treiben die Entwicklung, Spezifikationen werden detaillierter und Tests schützen das Systemverhalten, während der generierte Code sich gemeinsam mit allem anderen weiterentwickelt.
Lisa Maria Schäfer malt dieses Mal keine Sketchnotes.
Livestream am 16. Januar
Die Ausstrahlung findet am Freitag, 16. Januar 2026 live ab 13:00 Uhr statt. Die Folge steht im Anschluss als Aufzeichnung bereit. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite einbringen.
software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, Blogger sowie Podcaster auf iX und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer (Socreatory) und Ralf D. Müller (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren bindet iX (heise Developer) die über YouTube gestreamten Episoden im Online-Channel ein, sodass Zuschauer dem Videocast aus den Heise Medien heraus folgen können.
Weitere Informationen zu den Folgen finden sich auf der Videocast-Seite.
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(mdo)
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