Digital Business & Startups
Diese drei Gründer bauen fliegende Rettungswagen – doch dabei soll es nicht bleiben

Das Startup Erc System baut an Fluggeräten, die senkrecht starten und landen können – ähnlich wie Lilium und Volocopter. 2031 plant es eine Zulassung.
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Neue Startup-Förderung aus Bayern: So will Söder Startups anlocken
Bayern will Startups „den blau-weißen Teppich ausrollen.“ Dafür hat das Bundesland ein neues Gremium einberufen. Wir haben mit drei Mitgliedern des Startup Councils gesprochen.
„Wir haben jetzt einen eigenen Startup Council.“ Mit diesen Worten erklärte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Mitte November 2025 – auf einer Pressekonferenz im Anschluss des bayerischen „Startup- und Technologiegipfels“ – den Start eines neuen Gremiums in Bayern, das speziell zur Förderung der Startups und Scaleups im Land eingerichtet wurde.
Zum ersten Mal getagt hat das Startup Council im Dezember.
Gründerszene hat jetzt mit drei Mitgliedern des neuen Gremiums gesprochen: Stefan Ebner, Daniel Artmann und Maximilian Böltl. Die drei CSU-Politiker sind alle Mitglied des Bayerischen Landtags und befassen sich mit Wirtschaftsthemen und Startups. Sie verraten, wie es jetzt weitergeht – und wie auch Startups außerhalb von Bayern davon profitieren können.
Was hat das neue Startup Council vor?
Das Startup Council sei grundsätzlich Teil einer größeren Strategie, Bayern zum Nummer-Eins-Standort für Startups in Europa zu machen. „Wir wollen Startups den blau-weißen-Teppich ausrollen“, sagt Böltl. Das Council soll dafür zu einer Art Problemlösungs-Runde werden.
Politik und wechselnde Vertreter der Startup- und Venture-Capital-Szene sollen dafür regelmäßig zusammenkommen, um zu besprechen, welche Lösungen es braucht, damit Startups nicht nur in Bayern gegründet werden, sondern auch dort bleiben. Denn vor allem kapitalintensive Startups verlassen Deutschland in Wachstumsphasen häufig, weil die Rahmenbedingungen woanders oft besser sind. „Dadurch ist der Return on Investment nicht immer bei uns“, sagt Daniel Artmann. „Wir wollen praxisnahe Rahmenbedingungen schaffen, damit nicht nur unsere Startups, sondern auch wir als Startup-Standort mithalten.“
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Startups fördern – ein übergreifendes Thema
Thematisch will das Council dafür auch ressortübergreifend arbeiten. Natürlich gehe es um Digitalisierungsthemen, aber auch um Finanzen, Infrastruktur und so weiter, sagt Böltl. „Das ist eine Querschnittsaufgabe.“ Dafür nehme man sich sowohl große als auch kleine Themen vor – wie einzelne bürokratische Hürden. „Wir können auch kleine Schritte machen, die uns helfen, ans Ziel zu kommen“, so Artmann.
Darüber hinaus soll das Gremium aber auch für einen „Mindset-Shift“ sorgen, so Stefan Ebner. Eines der bereits festgelegten Arbeitspakete sehe bereits vor, das Thema Entrepreneurship an Schulen zu bringen. Langfristig wolle man den Menschen „die deutsche Angst“ vor VC und vor dem Gründen nehmen – besonders in innovativen Bereichen, so Artmann.
„German Angst“ vor VC nehmen
Gleichzeitig soll auch die Wirtschaft offener für Venture Capital werden, das Startups zwangsläufig brauchen, um wachsen zu können. Man arbeite in Bayern bereits daran, dass mehr Banken, Pensionsfonds und private Stiftungen in Jungunternehmen investieren, sagt Ebner. Bayern wolle da außerdem zu einem „Rolemodel“ werden, so der CSU-Politiker. Denn alles, was das Startup Council erarbeite, sei am Ende auch für den Bund relevant.
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Welche Funktion hat das Council?
Das neue Gremium ist an der bayerischen Staatskanzlei – also auf Regierungsebene – angesiedelt, hat aber keine direkte Entscheidungsfunktion. Das Council kann also selbst keine Entschlüsse fassen. Stattdessen nehmen die Abgeordneten, die dem Gremium angehören, eine Art Vermittler-Position zwischen Wirtschaft und Politik und Startup ein. Das funktioniere sowohl in die eine als auch in die andere Richtung, sagt Maximilian Böltl. Startups können die Abgeordneten also auch direkt ansprechen und um Unterstützung bitten. „Wir sehen uns da als Lotsen“, so Böltl.
In der Regierung habe die Arbeit des Councils zudem hohe Priorität, betont der CSU-Politiker. Markus Söder, also der Chef persönlich, habe die Gründung des Gremiums angeleiert. „Das gibt dem Thema einfach eine ganz neue Gewichtung und macht auch mehr Druck“, sagt Ebner.
Wer gehört dem Council an?
Geleitet wird das Startup Council von Staatsminister Florian Herrmann (CSU) sowie stellvertretend von Helmut Schöneberger, CEO der UnternehmerTUM und und Vizepräsident für Entrepreneurship der Technischen Universität München.
Zum „Kern“ gehören zudem vier Abgeordnete: Stefan Ebner, Daniel Artmann und Maximilian Böltl von der CSU sowie Felix Locke von den Freien Wählern.
Dazu kommt eine wechselnde Besetzung aus der Startup- und Venture Capital-Szene.
Bigger Picture
Startups aus Bayern ziehen immer mehr Geld von Investoren an – und hängen die einst unangefochtene Hauptstadt ab. Im ersten Halbjahr 2025 sammelten bayerische Wachstumsfirmen knapp 2,1 Milliarden Euro Wagniskapital ein und damit deutlich mehr als Startups aus Berlin (1,5 Milliarden), zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY.
Dabei profitierten bayerische Startups vom Boom um Rüstung und Künstliche Intelligenz (KI), schreibt EY und spricht von einer „Wachablösung“. Demnach floss vom ganzen Wagniskapital für deutsche Startups, das im ersten Halbjahr um ein Drittel auf 4,6 Milliarden Euro stieg, knapp jeder zweite Euro nach Bayern.
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Eine große Rolle spielt dabei unter anderem der Gründerhub UnternehmerTUM der TU München. Im Frühjahr 2024 zeichnete die Financial Times ihn zum besten Gründerhub in Europa aus. Der Hub hat zudem einen eigenen Venture-Capital-Fonds, der in Startups investiert, von Pre-Seed bis Series-A. Ein weiteres Angebot der TU München für angehende Gründerinnen und Gründer ist das Center for Digital Technology and Management (CDTM) in Kooperation mit der LMU, wo Studierenden unternehmerisches Know-how vermittelt werden soll.
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Laut eigenen Angaben werden mehr als 70 Unternehmen jedes Jahr an der TU München gegründet. Auch einige Unicorns sind bislang von Alumni der Universität gegründet worden – manche haben ihren Sitz inzwischen außerhalb von Deutschland.
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„Träume zu schaffen, die attraktiver sind als der Griff zu einer AK-47“
Cephas Ndubueze ist Gründer der Newsletter- und Eventplattform FOMO, die sich in Berlin und München eine feste Community aus Gründern, Investoren und Unternehmern aufgebaut hat. In Kapstadt betreibt er auch die FOMO-Whatsappgruppe. Für Gründerszene schreibt er aus Kapstadt über das Leben, Arbeiten und Netzwerken zwischen Ozean, Open Tabs und Open Minds.
„Es liegt an uns Leaders, Träume und Opportunities zu schaffen, die für junge Menschen in Afrika attraktiver sind als der Griff zu einer AK-47.“ Mit diesem Satz eröffnete Hardy Pemhiwa, CEO von Cassava Technologies, der aktuell Afrikas erste NVIDIA-basierte AI-Factory vorantreibt, die Counder Conference in Kapstadt. An seiner Seite: Michael Weis (CEO) und Leonard Stiegeler (Chairman) von Counder.
Die Counder Conference ist ein exklusives, invite-only Leadership- und Investorentreffen in Kapstadt, bei dem rund 500 ausgewählte globale Investoren, Unternehmer und Entscheidungsträger drei Tage lang zusammenkommen, um zukunftsweisende Chancen, Trends und Kooperationen zu erkunden – besonders mit Blick auf aufstrebende Märkte, Technologie, Kapitalallokation und cross-border Zusammenarbeit. Organisiert wird es vom Counder-Netzwerk.
Diese bekannten Startup-Gesichter sind da
Die Eröffnung findet in der German Residence in Bishopscourt statt. Unter den Gästen sitzen Menschen aus Deutschlands Startup-Szene: Julian Teicke (Founder von wefox), Roman Kirsch (Entrepreneur und Investor u. a. bei Bending Spoons, LAP Coffee und Ama), Thomas Bachem (Co-Founder des Deutschen Startup Verbands und Gründer der Code University), Finn Age Hänsel (Founder & MD von Sanity Group), Mark Miller (MD von Carlsquare) und Investor Carsten Puschmann.
Auffällig ist nicht, wer da ist – sondern wie sie da sind: ohne Titel auf den Badges, ohne Panels, ohne Mikrofone.
Nach der Rede gibt es kein Programm. Kein offizielles Networking. Kein Pitch. Stattdessen Gespräche, die nicht nach Agenda klingen: Woran arbeitest du wirklich? Was treibt dich gerade um? Wie kann ich helfen?
Das ist kein Zufall, sondern Design. Die Counder Conference ist extrem kuratiert – nicht, um Eindruck zu machen, sondern um Vertrauen zu ermöglichen. Ich rutsche ganz natürlich von einem Gespräch ins nächste und denke: So fühlt sich Netzwerken an, wenn es nicht nach Netzwerken aussieht.
Breakout statt Buzzwords
Der zweite Tag ist ruhig, fast entschleunigt. Jeder wählt zwei Breakout-Sessions. Ich entscheide mich für Sport & New Leagues und Digital Marketplaces. Sport, weil ich an eine einfache These glaube: ANTI-AI. Je digitaler unser Alltag wird, desto wertvoller werden echte Erlebnisse. Die Marketplace-Session leitet Ringier. Media und Plattformen sind für mich – und für FOMO – zentral.
Die zweite Runde findet in der Norval Foundation in Tokai statt, einem modernen Kunstbau mit viel Glas und Licht. Ich sitze neben dem Host, wechsle mit Robin Lingg ganz selbstverständlich ins Deutsche. Am Tisch: Tina Kleingarnert (Chairwoman of the Board bei Project A), Axel Konjack (Ringier) und Kenneth Raydon Sharpe, CEO von WestProp Holdings.
Daten bleiben King – vor allem für Marketplaces. Wer die besten Daten besitzt, kontrolliert Relevanz, Preisfindung und Vertrauen. Gleichzeitig verschiebt AI alles: Suche wandert von Webseiten zu Agents. Wenn Entscheidungen künftig über wenige Distribution-Channels wie ChatGPT laufen, verlieren klassische Listing- und Traffic-Modelle an Bedeutung. Die zentrale Frage für Marketplaces – von Jobs bis Real Estate – wird sein, wie sie ihre Daten so positionieren, dass Agents nicht an ihnen vorbeientscheiden, sondern mit ihnen arbeiten.
Und plötzlich steht da einer der berühmtesten Gründer unserer Zeit
Am Abend lädt Patrick Zimmerman und Robin Stegemann in eine Villa nach Camps Bay mit Blick auf den Atlantik ein. Ich gehe durch die große Tür: Männer in Hemden, ein Knopf offen, zwei Knöpfe offen – Casual Chic. Frauen in Abendgarderobe. Bekannte Gesichter. Berlin fühlt sich plötzlich sehr nah an. Der Raum öffnet sich, ein Infinity-Pool mit Blick über den Strand von Camps Bay, der Atlantik dunkelblau, die Sonne fast weg. Mehrere Feuerstellen, kleine Gruppen, Gespräche. Keine Bar, keine Karte – du bestellst, was du willst.
Ich sehe bekannte Gesichter aus dem Berliner Startup-Umfeld, umarme sie, begrüße sie, bleibe kurz stehen, gehe weiter. Dann stehe ich neben jemandem, wir reden, lachen, trinken – und plötzlich wird mir klar: Es ist Nikolay Storonsky, Gründer von Revolut, zuletzt mit 75 Milliarden Dollar bewertet. Wir reden nicht über Bewertung, sondern über das Leben hier in Kapstadt, dieses wunderschöne Land, die Möglichkeiten und Chancen – für uns, aber auch für die Jugend Südafrikas. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Auch er ist einfach ein Mensch.
Brunchen mit Top-Investoren
Der dritte Tag fühlt sich spürbar anders an als die Tage zuvor. Weniger Konferenz, weniger Struktur – dafür mehr echtes Leben.
Am Morgen startet der Counder-Connect Day – bewusst ohne Mittelpunkt, dafür mit vielen gleichwertigen Optionen: Padel, Golf, Sport-Olympiade, Yacht-Touren oder Brunch bei südafrikanischen Familien. Keine Empfehlung, kein Ranking. Man entscheidet nach Gefühl. Ich entscheide mich für einen Brunch. Ohne Erwartung. Ohne Vorbereitung.
Ein paar Stunden später sitze ich auf Oakvale Farm, einem Ort, der sich eher wie ein Rückzugsraum als wie eine Event-Location anfühlt. Die Einfahrt dauert über 15 Minuten, vorbei an Grün, Weite und Stille. Ein Wasserfall zieht sich durch das Gelände, alles wirkt entschleunigt, fast entrückt. Am Tisch sitzen Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen – alle erfolgreich auf ihre eigene Art. Unterschiedliche Industrien, unterschiedliche Geschichten – aber eine spürbare Augenhöhe.
Der schwedische Investor Henrik Persson Ekdahl spricht. Die Gespräche folgen den Chatham-House-Rules. Was bleibt, sind klare Linien: erstes Unternehmen vor über 20 Jahren, IPO, Familie, Arbeit – und vor allem Hustle. Timing hilft. Glück auch. Aber Hustle wird oft unterschätzt, vielleicht weil es nicht glamourös ist. Der Brunch dauert länger als geplant. Niemand schaut auf die Uhr. Und genau das fühlt sich richtig an.
Ab zum Gala Dinner
Am Abend das Gala Dinner im World Cup Stadium. Schwarzes Hemd. Schwarze Hose. Lederboots. Sehr ich. Ich bin müde, aber ich bin da. Ich sitze mit alten Freunden aus Berlin, unter anderem mit Daniel Tippold (Founder & Managing Director von EWOR). Extrem fokussiert. Ambitioniert. Und mit EWOR bereits in mehrere Unicorns investiert. Ich muss zugeben: Als EWOR-Scout bin ich ein wenig biased.
Später lande ich neben Tristan Keyte. 35 Jahre Entertainment. Concierge für globale VIP-Experiences. Formel-1-Yacht-Partys. Coachella. Backstage. Und echtes Engagement für Südafrika. Nur ein paar Buzzwords reichen nicht aus, um diesen Mann ansatzweise zu beschreiben. 22:50 Uhr. Zeit zu gehen.
Zum Abschluss eine Party
Ich beende diese Woche mit einer weiteren Villa-Party in Camps Bay, organisiert von SKIY und Nina Kaviits. Ich war auf vielen Gatherings in meinem Leben – aber das hier gehört zu den besten. Die Location macht viel aus: Three-floor Mansion, Ocean & Mountain View, offene Räume, gefühlt zehn Meter hohe Decken. Freunde. Schöne Menschen. Gute Musik.
Nicht nur junge Leute. In der Menge stehen Menschen wie unter anderem Jonathan Teklu – Seriengründer mit Exit (u. a. an Holtzbrinck) und Early-Stage-Investor mit frühen Beteiligungen an Airbnb, Uber, Trade Republic, Enpal und OneFootball – und viele andere, die auf ihre eigene Weise erfolgreich sind.
Meine 3 Learnings
Nähe schlägt Reichweite: Echte Beziehungen, direkte Gespräche und Vertrauen mit wenigen Menschen bringen mehr als tausende lose Kontakte oder Views.
Zeit schlägt Tempo: Tiefe entsteht durch gemeinsame Zeit, durch Zuhören, Wiedersehen, Dranbleiben.
Vertrauen schlägt Titel: Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit zählen mehr als Positionen oder Visitenkarten.
Digital Business & Startups
Wir haben uns sehr früh auf einen klaren Produktfokus festgelegt
#Interview
In den vergangenen Jahren flossen bereits rund 15 Millionen in Sinpex. „In den vergangenen zwei Jahren hat sich das Wachstum deutlich beschleunigt. Sowohl das Team als auch das Geschäft haben sich spürbar weiterentwickelt“, sagt Gründer Camillo Werdich.

Das Münchner FinTech Sinpex, 2019 von Camillo Werdich und Jannik Metzner gegründet, bietet „automatisierte Identifikations- und Compliance-Lösungen im B2B-Umfeld“. Der französische Investor BlackFin Capital Partners und Altinvestoren wie ACE Ventures und TX Ventures investierten zuletzt 10 Millionen Euro in das Unternehmen. Insgesamt flossen nun bereits 15 Millionen in Sinpex.
Das frische Kapital „soll das Wachstum von Sinpex weiter beschleunigen, die Position als führende KYB Automatisierungsplattform in Europa festigen und die Expansion in andere EU-Märkte wie Frankreich und die Niederlande vorantreiben“.
Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Sinpex-Gründer Camillo Werdich einmal ganz ausführlich über den Stand der Dinge in seinem Unternehmen.
Wie würdest Du Deiner Großmutter Sinpex erklären?
Wir sorgen dafür, dass Banken neue Geschäftskunden reibungslos annehmen können und trotzdem alle gesetzlichen Vorgaben einhalten. Unsere Software hilft, die nötigen Prüfungen im Hintergrund zuverlässig zu erledigen. Dadurch läuft alles schneller und sicherer für den Geschäftskunden und die Bank bzw. den Zahlungsdienstleister.
War dies von Anfang an Euer Konzept?
Das zentrale Problem war uns von Anfang an klar. Wie sich dieses jedoch in eine Software übersetzen lässt, die für eine breite Vielzahl geldwäscherechtlich verpflichteter Unternehmen funktioniert, hat sich erst im Laufe der Zeit herauskristallisiert. In den ersten Jahren lag unser Fokus daher auf einzelnen Teilprozessen, etwa der Vereinfachung von Onboarding- oder Informationsextraktions-Prüfungen. Heute decken wir den gesamten KYB- und KYC-Lifecycle ab. Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden und kontinuierliches Feedback hat sich das Produkt über die Jahre deutlich weiterentwickelt und adressiert das Problem inzwischen ganzheitlich.
Wie hat sich Sinpex seit der Gründung entwickelt?
In den vergangenen zwei Jahren hat sich das Wachstum deutlich beschleunigt. Sowohl das Team als auch das Geschäft haben sich spürbar weiterentwickelt: Die Mitarbeiterzahl hat sich mehr als verdoppelt, der Umsatz nahezu verdreifacht. Heute arbeiten wir mit namhaften Finanzinstituten in mehreren europäischen Märkten zusammen. Parallel dazu haben wir unsere Technologie kontinuierlich ausgebaut und die Plattform weiter skaliert. Aktuell beschäftigt Sinpex knapp 40 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz im siebenstelligen Bereich.
Zuletzt konntet Ihr Millionen einsammeln. Wie seid Ihr mit Euren Investor:innen in Kontakt gekommen?
Ein Großteil der Gespräche entstand über bestehende Kontakte und Empfehlungen aus dem Markt. Mit BlackFin standen wir bereits seit längerer Zeit im Austausch. Im Sommer 2025 kamen dann mehrere Faktoren zusammen: ein starkes realisiertes Wachstum unsererseits, eine regulatorische Entwicklung klar in Richtung unserer Software-Lösung sowie das Interesse unserer Bestandsinvestoren ACE Ventures und TX Ventures, ihr Engagement auszubauen. Daraufhin haben wir gezielt mit einer kleinen Gruppe ausgewählter Investoren gesprochen und dann rasch Interesse und mehrere Term Sheets erhalten. Letztlich fiel unsere Entscheidung auf BlackFin, den größten europäischen Investor im Bereich Financial Services. Ausschlaggebend waren das tiefe Verständnis für die regulatorische Problemstellung, die Erfahrung mit vergleichbaren Scale-ups sowie der klare strategische Fit für unsere Vision. Die Investoren überzeugt haben am Ende wahrscheinlich unsere Produkt- und Marktreife und die Readiness, das positive Kundenfeedback und nicht zuletzt das gesamte Sinpex Team.
Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
In einer frühen Phase hat unser damaliger CTO das Unternehmen verlassen, ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als wir aktiv Kapital aufnehmen mussten. Das hat uns operativ und strategisch stark zurückgeworfen. Rückblickend war das eine der schwierigsten Phasen, weil wir Produktentwicklung, Teamstabilität und Finanzierung gleichzeitig neu ordnen mussten.
Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Drei Faktoren waren dabei entscheidend. Erstens haben wir uns sehr früh auf einen klaren Produktfokus festgelegt und stets offen und transparent mit unseren Kunden kommuniziert. Gerade in einem Markt, der häufig von überzogenen Versprechen geprägt ist, wurde diese Ehrlichkeit zu einem wichtigen Differenzierungsmerkmal. Zweitens ist es uns gelungen, ein sehr erfahrenes Team aufzubauen. Insbesondere Philipp Eska, Jan Puzicha und Werner Krahle haben für Sinpex einen entscheidenden Unterschied gemacht, nachdem mein damaliger Co-Founder ausgeschieden war. Sie haben operativ mit angepackt und unser Produkt für Wachstum vorbereitet. Drittens – und strategisch vielleicht am wichtigsten – haben wir von Beginn an auf den „Goldstandard“ im Bereich KYB gesetzt. Dabei haben wir uns bewusst gegen sekundäre Datenquellen und Datenbanken entschieden, auf die viele Anbieter zurückgreifen. Solche Abkürzungen rächen sich oft später, wenn Datenqualität oder regulatorische Anforderungen nicht mehr ausreichen. Diesen Qualitätsanspruch haben wir sowohl in der Produktentwicklung als auch in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden verfolgt. Genau dieser Ansatz unterscheidet uns heute fundamental im Markt.
Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Krisen gehören heute zwangsläufig dazu, entscheidend ist der Umgang damit. Wichtig ist, Herausforderungen nicht zu verdrängen, sondern bewusst anzunehmen, Probleme früh offen anzusprechen und Prioritäten klar zu setzen. Gerade in Phasen, in denen es sehr eng wird, darf man den Mut nicht verlieren. Langfristig zahlt sich Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, durch schwierige Phasen hindurchzugehen, mehr aus als jeder schnelle Erfolg.
Wo steht Sinpex in einem Jahr?
In einem Jahr wollen wir in weiteren europäischen Ländern fest etabliert sein, so wie wir es heute in Deutschland sind. Parallel dazu werden wir unser Team weiter ausbauen und unsere Plattform technologisch kontinuierlich weiterentwickeln, um allen Anforderungen aus der neuen EU AML Verordnung umgesetzt zu haben, damit unsere Kunden sich damit nicht rumschlagen müssen. Ziel ist es, Sinpex als festen Referenzstandard für KYB-Automatisierung in Europa zu etablieren.
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SAVE THE DATE: Bereits am 18. März findet unsere dritte STARTUPLAND statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über Startupland
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Foto (oben): Sinpex
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