Digital Business & Startups
Dieser eine Skill entscheidet künftig über Erfolg
90 Prozent des Internets könnten bald nur noch Ablenkung sein. Warum Gründer jetzt lernen müssen, Informationen radikal zu filtern.
Felix Haas ist Unternehmer, Investor und Gründer von Bits & Pretzels, Deutschlands größtem Festival für Startups und VCs. In diesem Gastbeitrag schreibt er darüber, welcher Skill aus seiner Sicht für Gründer im Jahr 2026 entscheidend wird. Ursprünglich veröffentlichte er den Text auf LinkedIn. Wir fanden ihn aber zu gut, um ihn nur dort zu lassen und dürfen ihn mit seiner Zustimmung hier bei uns auf Deutsch veröffentlichen.
Bei einem privaten Founder-Offsite habe ich kürzlich die These aufgestellt, dass in den kommenden Jahren dieser Skill zu einem der größten Wettbewerbsvorteile für Gründer und Investoren werden könnte: die Fähigkeit, relevantes von irrelevantem Wissen zu trennen.
Denn wir ertrinken in Lärm. Endlose Newsfeeds. KI-generierte Inhalte auf jeder Plattform. Podcasts, Newsletter, Whatsapp-Gruppen, Cold Pitches, Hot Takes und „Expertenmeinungen“.
Die unbequeme Wahrheit ist aber: Die meisten Informationen werden nicht geschaffen, um dich zu informieren. Sondern um der Agenda des Absenders zu dienen: Aufmerksamkeit, Status, Reichweite, Fundraising, Recruiting, Politik oder schlicht Verkauf.
Auf dem Treffen erzählte ein hochrangiger Manager einer globalen Plattform, dass inzwischen über 90 Prozent der Social-Media-Inhalte im Grunde Werbung in Verkleidung seien. Ob die Zahl exakt stimmt oder nicht – jeder, der Zeit im Internet verbringt, merkt, wohin sich alles entwickelt.
KI beschleunigt das zusätzlich: Empörung schlägt Differenzierung. Emotion schlägt Relevanz. Engagement schlägt Wahrheit.
Was ist wirklich relevant?
Ein Musikmanager sagte dort außerdem, dass bereits mehr als 40 Prozent aller neu hochgeladenen Songs KI-generiert seien. Und das ist erst der Anfang. Schon bald wird ein relevanter Teil von allem, was wir lesen, sehen und hören, von Maschinen produziert werden.
Meine These: Der Engpass ist heute nicht mehr der Zugang zu Informationen. Der Engpass ist die Fähigkeit zu erkennen, was wirklich relevant ist. Die besten Gründer, die ich kenne, sind deshalb radikal geworden:
- Sie konsumieren weniger.
- Sie lesen langsamer.
- Sie wählen ihre Quellen extrem bewusst aus.
- Sie optimieren auf Signal statt auf Masse.
Im Investment entscheidet das Verhältnis von Signal zu Noise über Rendite. Im Unternehmertum entscheidet es über Entscheidungen und damit über Wachstum. Und in einer Welt voller künstlichem Lärm könnte genau diese Fähigkeit darüber entscheiden, wer den Bezug zur Realität behält und wer relevant bleibt.