Digital Business & Startups

Dieser Student will euch zu Influencern machen


Ein Social-Media-Trend hat Klaas Wibker für ein Geschäftsmodell inspiriert, bei dem auch kleine Accounts Geld mit Posts verdienen können.

Klaas Wibker studiert Jura in leipzig und entwickelt zehn Wochen lang im Sommercamp eine Consumer-App.
Foto: Martin U. K. Lengemann; Collage: Amelie Prusseit

Er scheint keine Chance zu haben gegen die großen Player. Klaas Wibker gründet im Frühjahr 2026 sein KI-gestütztes Flugportal Tomtravel – und tritt an gegen Branchen-Riesen wie Check24 und Fluege.de. Die haben enorme Werbebudgets. Klaas aber ist Jurastudent, launcht seine App alleine neben der Uni. Also sucht der 23-Jährige einen neuen Weg. Er will günstige Kampagnen schalten, die viele Menschen erreichen.

Seit einer Woche baut Klaas die App dafür: Seine Plattform soll Unternehmen mit Social-Media-Usern zusammenbringen. Marken stellen Kampagnen ein, Nutzerinnen und Nutzer produzieren passende Inhalte und werden je nach Reichweite ihrer Videos bezahlt. Die App soll damit Normalos zu Influencern machen.

Klaas ist Fellow unseres Sommercamps „Gründerszene sucht die Supergründer“. Zehn Wochen lang bauen acht Teilnehmende mithilfe verschiedener KI-Modelle eigene Consumer-Apps.

Gründerszene sucht die Supergründer“ ist ein zehnwöchiges Startup-Fellowship von Gründerszene. Acht ausgewählte Fellows entwickeln in Berlin mit Künstlicher Intelligenz Consumer-Startups – von der Idee bis zum ersten Produkt. Während des Programms arbeiten die Fellows gemeinsam im Axel-Springer-Hochhaus und werden von erfahrenen Unternehmern, Investoren und Experten begleitet. Partner wie OpenAI, Vercel, Dash0 und DHL unterstützen sie mit Technologie, Know-how und Mentoring. Gründerszene dokumentiert die gesamte Reise mit Artikeln, Videos und Social-Media-Inhalten – und zeigt hautnah, wie heute die nächste Generation von Startups entsteht.

“Mein Ziel war ganz klar, das Produkt nach dieser Woche fertig zu haben”, sagt Klaas. Denn „heute kann praktisch jeder am Wochenende mit KI eine Anwendung programmieren.“

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Ein Online-Marktplatz für Social-Media-Werbung

Seine Plattform soll Unternehmen und Social-Media-Nutzer zusammenbringen: Die Unternehmen stellen Kampagnen mit einem festgelegten Budget auf die Plattform. Die User produzieren passende Videos und werden je nach Reichweite bezahlt – bis das Budget der Kampagne aufgebraucht ist.

Die Idee leitet Klaas ab von einem Internet-Trend: Clipping. Nutzer schneiden dabei kurze Ausschnitte aus fremden Videos oder Livestreams. Sie veröffentlichen die Clips dann auf Tiktok oder Instagram und schneiden Werbung in die Inhalte rein. Es gibt sogar extra Online-Marktplätze, die Aufträge vermitteln: Unternehmen zahlen Geld, damit die sogenannten „Clipper“ ihre Logos in die Clips einbauen.

Das Konzept ist umstritten, weil die „Clipper“ häufig gegen das Urheberrecht verstoßen. Klaas denkt es um. „Ich möchte dieses Prinzip auf seriöse Marken übertragen“, sagt er. „Nutzer sollen dadurch ein echtes Nebeneinkommen aufbauen können.“ Seine User sollen Werbung jedoch in ihre eigenen, selbst produzierten Inhalte einfügen. Geld will Klaas verdienen mit einer Gebühr, die Werbetreibende zahlen.

Das Programmieren mithilfe Künstlicher Intelligenz hat sich Klaas selbst beigebracht.
Gründerszene

Mit seiner App will er auch Menschen motivieren, online zu posten. „Ich glaube, viele Menschen trauen sich nicht, ihre Meinungen, Gedanken oder Erfahrungen öffentlich zu teilen. Dabei findet inzwischen ein großer Teil unseres Lebens im Internet statt”, sagt er. “Vielleicht kann diese Plattform Menschen motivieren, selbst Content zu erstellen und die Social-Media-Landschaft vielfältiger zu machen.”

Skills fürs Skalieren

„KI erklärt einem fast alles, was man wissen muss”, sagt Klaas. Das eigentliche Problem beginne erst danach. “Ein Produkt zu bauen, bedeutet noch lange nicht, ein Unternehmen aufgebaut zu haben. Ein Unternehmen entsteht erst, wenn es Kunden gewinnt, Geld verdient und wächst.” Um zu lernen, wie er das erreicht, “habe ich mich hier beworben”.

Für seine App klärt Klaas in der ersten Woche die rechtlichen Grundlagen. Er erstellt die Datenschutzerklärung, AGB und Hinweise zur Datenlöschung. Parallel baut er die Website auf. Danach stellt Klaas die Anträge für die Schnittstellen von Tiktok und Meta. Darüber will er die Aufrufzahlen der Videos automatisch erfassen. Auf dieser Grundlage erfolgt später die Vergütung der Creator.

Außerdem entwickelt Klaas einen Prüfmechanismus. Ein Large Language Model kontrolliert, ob eingereichte Videos den Richtlinien der jeweiligen Marken entsprechen – und ob die Beiträge korrekt als Werbung gekennzeichnet sind. Außerdem bindet der 23-Jährige einen Zahlungsdienstleister ein.

Jetzt wartet Klaas auf die Freigabe der Schnittstellen. Danach will er die Plattform testen. Den Anfang macht eine Kampagne für sein eigenes Flugportal. Läuft alles wie geplant, soll der Marktstart kurz darauf folgen. Dann beginnt die nächste Aufgabe. Klaas muss Marken gewinnen. Und er braucht Creator, die Inhalte für die Kampagnen produzieren.

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Klaas‘ Top-Learning nach einer Woche

Klaas‘ wichtigstes Learning: „Gerade im Geschäftsleben spricht man oft mit erfahrenen Geschäftsführern oder Unternehmern. Als junger Gründer muss man sich trotzdem zutrauen, auf Augenhöhe aufzutreten. Das ist wahrscheinlich mein größtes Learning aus dieser Woche.”

Das erste Fazit: “Es macht einfach Spaß. Eigentlich kann man den ganzen Tag mit der KI arbeiten und das Produkt weiter verbessern. Irgendwann erreicht man nur das Token-Limit – dann geht man eben schlafen.“

Ziel für die zweite Woche: „Ich brauche zwei Dinge: Marken, die Kampagnen einstellen, und Creator, die Content produzieren. Mein erster Schritt wird sein, gezielt Unternehmen anzuschreiben und ihnen vorzuschlagen, die Plattform mit einem überschaubaren Budget zu testen“, sagt er. „Sobald erste Kampagnen online sind und Budgets bereitstehen, werden hoffentlich auch die ersten Creator dazukommen.“

„Gründerszene sucht die Supergründer“ powered by Dash0DHL, OpenAI & Vercel.





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