Künstliche Intelligenz
Digitaler Euro: Die meisten Deutschen wissen nicht, was er bringen soll
Von den Plänen zur Einführung des digitalen Euros haben die Deutschen laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom zwar schon mehrheitlich gehört, aber kaum jemand scheint sie zu verstehen. Demnach gaben 52 Prozent an, schon einmal von dem digitalen Euro gehört oder gelesen zu haben. Aber nur 8 Prozent sagten auch, dass sie erklären könnten, was das sei.
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Weitere 23 Prozent wüssten in etwa, worum es sich dabei handelt. 21 Prozent sagten, dass sie den Begriff zwar schon einmal gehört haben, wissen aber nicht genau, was damit gemeint sei. Demgegenüber gaben 41 Prozent an, noch nie vom digitalen Euro gelesen oder gehört zu haben. Laut Bitkom ist die Umfrage repräsentativ, befragt wurden 1.004 Personen.
Verständliche Erklärungen nötig
„Politik, Notenbanken und Wirtschaft müssen frühzeitig verständlich erklären, wie der digitale Euro funktioniert, welche Rolle er neben Bargeld und bestehenden digitalen Zahlungsmitteln spielt und vor allem, welchen Nutzen er hat“, betonte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Der digitale Euro sei schließlich ein wichtiger Baustein für ein modernes, souveränes und wettbewerbsfähiges Zahlungssystem in Europa, so Rohleder.
Die Europäische Zentralbank (EZB) peilt derzeit die Einführung des digitalen Euros für 2029 an. Er soll künftig als digitales Zentralbankgeld das Bargeld im Euroraum ergänzen und die Abhängigkeit des Online-Zahlungsverkehrs vor allem von US-Anbietern wie Visa, Mastercard oder PayPal verringern. Das Europaparlament hat vergangene Woche nach langem Ringen seine Position zum entsprechenden Gesetzespaket verabschiedet, nun beginnen die sogenannten Trilogverhandlungen in Brüssel. Das sind die abschließenden Verhandlungen zwischen EU-Parlament, EU-Kommission und den Regierungen der Mitgliedstaaten im EU-Rat, an deren Ende ein finales Gesetz zum digitalen Euro stehen soll.
Dem Willen des Parlaments nach soll der digitale Euro für Zahlungen online wie offline zur Verfügung stehen. Ein Ersatz für Bargeld soll er aber nicht werden, Bürgern will man weiterhin die Wahl des Zahlungsmittels lassen. Neben der Ausgestaltung der Offline-Zahlungen dürften auch Fragen von Datenschutz und Anonymität, die Rolle der Geschäftsbanken, Obergrenzen beim Guthaben, Zahlungsgebühren und ähnliche Fragen Gegenstand der Verhandlungen werden. Die Kosten für das gesamte Projekt schätzt die EZB bis 2029 auf rund 1,3 Milliarden Euro, für die jährlichen Betriebskosten ab 2029 werden 320 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt. Banken und Sparkassen sehen das Projekt nach wie vor mit viel Skepsis und machen sich für den Bezahldienst Wero als bessere Alternative stark.
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(axk)