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Künstliche Intelligenz

Disney geht nach KI-generierten Star-Wars- und Marvel-Clips gegen Bytedance vor


Hollywood geht gegen eine neue KI-Software des Tiktok-Eigentümers Bytedance vor, die realistische Videoclips erzeugen kann. Disney schickte Bytedance wegen des KI-Modells Seedance 2.0 ein Unterlassungsschreiben. Der Konzern verwies dabei darauf, dass in den per KI erzeugten Clips unerlaubt Figuren etwa aus „Star Wars“ und dem Marvel-Superhelden-Universum vorkamen, wie in Branchenkreisen nach einem Bericht der Website „Axios“ bestätigt wurde.

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Seedance 2.0 hatte diese Woche zunächst mit einem per KI erzeugten Video, das die Hollywood-Superstars Tom Cruise und Brad Pitt im Kampf auf einem Hausdach zeigt, die US-Filmbranche aufgeschreckt. Der Chef des Branchenverbandes Motion Picture Association (MPA), Charles Rivkin, forderte Bytedance auf, Urheberrechte zu wahren.

Der in China ansässige Bytedance-Konzern hatte erst vor Kurzem das US-Geschäft von Tiktok an neue Investoren abgegeben – die Kontrolle über die Video-App im Rest der Welt aber behalten.

KI, die Videos aus Text-Vorgaben generieren kann, ist in den vergangenen Jahren immer besser geworden. So brachte der ChatGPT-Entwickler OpenAI im vergangenen Jahr mit Sora 2 eine Software heraus, bei der sich Nutzer nach einem kurzen Scan mit dem Smartphone auch selbst in kurze Videoclips einbauen können.

Disney gewährte OpenAI eine Lizenz zur Nutzung der Figuren des Konzerns in den Sora-Videos und investierte eine Milliarde Dollar in die KI-Firma. Gegen andere Entwickler gingen Disney und weitere Hollywood-Konzerne rechtlich vor.

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In der Branche gibt es insgesamt die Sorge, dass KI menschliche Kreativität verdrängen könnte, zum Beispiel da es billiger wird, Szenen am Computer zu generieren, als sie zu drehen. Netflix-Inhaltechefin Bela Bajaria gibt sich jedoch betont unbesorgt. Auch wenn der Clip mit Cruise und Pitt eine „coole Actionszene“ gewesen sei – „es ist nicht wirklich das, was Leute mit Geschichten verbindet“, sagte sie dem Fernsehsender CNBC. Emotionen und die Kunst des Geschichtenerzählens könne man nicht ersetzen.

Für Netflix wiederum werde es „nie darum gehen, etwas billiger zu machen“, versicherte die Managerin des Streaming-Riesen. Bei dem Dienst wurde KI bisher punktuell in einigen Produktionen eingesetzt. Netflix ist gerade im Übernahmekampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers mit dem Rivalen Paramount. Mit deutschen Synchronsprechern liegt Netflix zudem im Clinch über die Verwendung von deren Aufnahmen für KI-Training und andere Zwecke.


(kbe)



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Sicherheit durch KI: Bruce Schneier warnt vor Monopolen und fordert Regulierung


Er hat Verschlüsselungsalgorithmen entwickelt und warnte schon 2007 vor dem nicht-zufälligen Zufallszahlengenerator im NIST-Standard Dual_EC_DRBG. Zugleich gehört Bruce Schneier zu den „Techies“, die seit Jahren raten, Sicherheit für die Nutzer auch durch Regulierung und Wettbewerbsaufsicht abzusichern. Für KI gilt das ebenso, sagt der Harvard-Forscher und Buchautor bei der Münchner Cyber Sicherheitskonferenz. Europa darf, so sein Rat, die gerade aufgestellten Regeln in diesem Bereich nicht abschwächen.

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Sie sagen, KI kann uns in ein paar Jahren vollkommen sichere Software bescheren. Aktuell aber profitieren die Angreifer, weil sie sich die Technologie zum Aufspüren von Sicherheitslücken zu Nutze machen. Werden wir uns über diese Phase hinweg retten können? Werden wir überleben?

Keine Ahnung, ob wir überleben. Im Moment erleben wir ein Wettrüsten. Die KI vervielfacht die Chancen, Schwachstellen zu entdecken. Kriminelle und auch Regierungen nutzen das, um sich offensive Cyberwaffen zuzulegen, und das mit wachsender Geschwindigkeit und Effektivität. Allerdings hilft KI den Verteidigern. Auch sie profitieren, davon, dass Schwachstellen schneller gefunden und gepatcht werden als jemals zuvor. Kurzfristig ist der Angreifer im Vorteil. Langfristig gewinnt die Defensive. Künftig werden Sicherheitslücken schon während der Entwicklung geschlossen und sind dann für immer zu. Unser Problem ist nicht gepatchte Legacy Software, daher stehen uns harte Zeiten bevor.

Ist es nicht eine gewagte Vorhersage, dass KI Software endgültig sicher machen wird?

Optimistisch vielleicht, aber nicht unvernünftig optimistisch. KI ist inzwischen wirklich gut darin, Schwachstellen zu finden und automatisch zu patchen, und wird jeden Monat besser. Ich habe gerade eine Studie gesehen, die zeigt, wie KI Schwachstellen sogar im Objektcode entdeckt. Also praktisch in Feldcodes, ohne Kenntnis des Quellcodes. Das wird gefunden und gepatcht. Das ist völlig abgefahren. Daher glaube ich, dass Schwachstellen irgendwann der Vergangenheit angehören. Nicht morgen, es kann sein, dass es noch fünf oder 10 Jahre dauert – aber KI ist einfach zu gut darin.

Wie unterschiedlich sind entsprechende Kompetenzen verbreitet?

Ich denke, das wird am Ende in Compiler integriert. Es wird keine gesonderte Funktion mehr sein sein, genauso wie Optimierungsverfahren im Compiler stecken. Das ist das Level an Sophistication, welches wir brauchen. Im Moment haben wir Vulnerability Labs, die Schwachstellen aufspüren. Anthropic etwa testet im Moment praktisch jedes Stück öffentlicher Software. Andere machen ähnliche Dinge. Kriminelle nutzen KI-Tools ihrerseits, und daher gibt es eine Menge Schadsoftware da draußen. KI-Ransomware zum Beispiel. Dabei schreibt KI Ransomware, sucht Ziele aus, schreibt dann die notwendigen E-Mails und eröffnet das Bankkonto für die Zahlungen. Ein Knopfdruck und die KI macht Kohle für Kriminelle. Wie schnell sie darin noch besser werden, ist schwer zu sagen. Aber im Moment entwickelt sich das rasend.

Wie unterschiedlich sind die Fähigkeiten auf Seiten der Verteidiger?

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Da gibt es große Unterschiede. Es gibt natürlich jede Menge KI-Marketing-Bullshit. Viele Firmen werben mit KI, weil man das jetzt so macht. Es gibt aber eben auch wirklich clevere Ideen, beispielsweise gibt es einen Ex-Google-Mitarbeiter, der auf der Basis eines Papiers mit dem Titel „Camel“ eine Firma aufgezogen hat bei der es um Human-in-the-Loop-Agenten geht. Ich selbst berate eine Firma, die KI nutzt, um Systeme gegen Datenverlust abzusichern. Also das Meiste ist noch Marketing-Bullshit, aber es gibt kluge Innovationen.

Zugleich vergrößert der Einsatz von KI den Attack-Surface, oder?

KI ist im Grunde nur ein Programm, ein Stück Software, das auf einer Hardware läuft. Natürlich ist es anfällig für die Schwächen traditioneller Software. Das stimmt. Simon Willison spricht von der ‘lethal trifecta’: KI baut auf nicht vertrauenswürdigen Daten auf, hat Zugang zu privaten Daten, und, Drittens, agiert autonom. Wenn wir eine solche KI nutzen, sind wir angreifbar. Punkt. Aus.

Und wie schützen wir uns dagegen?

Zwei Antworten. Erstens: Keine Chance. Bei aktueller Transformer-Technologie (Deep-Learning-Architekturen, A. d. Red.), haben wir keine Möglichkeit, das Einschleusen von Eingabeaufforderungen zu verhindern. Meine zweite Antwort lautet: Prompt Injections sind nur der erste Schritt der Kill-Chain. Ich habe gerade über die sieben Schritte der ‘Promptware Kill-Chain’ geschrieben. Das bedeutet: Wir haben mehrere Angriffspunkte, die wir gegen solche Attacken nutzen können. Der Umstand, dass wir gegen den ersten Schritt machtlos sind, heißt nicht, dass wir uns gar nicht schützen können. Wir müssen die sieben Einzelschritte besser verstehen und uns das zunutze machen. Allerdings kämpfen wir gegen ein sehr bewegliches Ziel.

Wer kann und muss etwas tun? Sie haben auf die Schaffung öffentlicher Audit-Stellen verwiesen.

Ja, das ist eine Maßnahme, die man treffen kann. Das allein reicht aber nicht. Wie immer im Bereich Sicherheit müssen alle ihren Teil beitragen.

Würden Sie sagen, die Entwicklung von KI ähnelt der des Internets? Wir haben einen demokratisierenden Faktor – wir könnten alle Sender, beziehungsweise mit KI Programmierer werden – und zugleich übernimmt das Surveillance-Capitalism-Modell? Nur dass es bei KI schneller geht mit dem Umschalten auf Werbefinanzierung?

Die KI-Blase gleicht der Internetblase in gewisser Weise. Könnte sie platzen wie, sagen wir mal, die Blockchain-Blase? Nun ja, Blockchain war wirklich eine dumme Idee. Niemand startet heute noch eine Blockchain Firma. Die Internetblase war anders, weil das Internet im Kern eine super Idee war. Bloß waren die Firmen dumm, und möglicherweise stecken wir aktuell genau in dieser Phase. KI verändert alle Aspekte der Technologie. Aber Anthropic oder Open AI haben meiner Meinung nach kein nachhaltiges Geschäftsmodell. Wenn die Blase platzt, reißt das die Wirtschaft mit, denn die wird ja davongetragen. Andererseits hat KI als Technologie echtes Potenzial. Wir können damit unglaubliche Dinge tun. Wir dürfen einfach nicht unterschätzen, dass die großen Firmen diese Entwicklung für uns alle ruinieren können. Die Monopolisierung von KI ist ein Riesenproblem, auch wenn wir nicht die gleichen Netzwerkeffekte wie bei Social Media haben. Sie können innerhalb von Sekunden zwischen verschiedenen Modellen wechseln und wir werden nicht die gleiche KI benutzen, weil jemand anderer sie benutzt. Weniger Netzwerkeffekte, weiter sinkende Kosten, um neue Modelle zu entwickeln – ich hoffe einfach, dass die Monopolisierung atrophiert. Aber wir müssen abwarten.

In München haben sie sich als Fan eines von Schweizer Unis entwickelten Modells geoutet, das offen ist und mit nachhaltiger Energie arbeitet.

Die aktuelle Version von Apertus ist ungefähr eineinhalb Jahre hinter dem Stand der Technik zurück. Wir müssen abwarten, wie gut die Performance sein wird. Aber es ist viel billiger. Außerdem bewegen wir uns in Richtung kleinerer, spezialisierter Modelle. Niemand braucht diese großen Modelle, für die riesige Geldberge verbrannt werden.

Wie verhindern wir Monopole, falls sie nicht selbst atrophieren?

Wettbewerbsaufsicht. In den USA passiert das natürlich nicht, weil Geld und Politik zusammenstecken und die Finanzwelt das nicht will. Ich setze daher auf die EU. Ihr seid die regulatorische Superpower des Planeten.

Wirkt das tatsächlich?

Mein Gott, ja. Wenn sie einen Unternehmenszusammenschluss verhindern, dann passiert er nicht. Wenn man einen Konzern aufspaltet, hat man kleinere Einheiten. Das hat globale Effekte. Wir brauchen jemanden, der die Tech-Monopole zerschlägt, und die Vereinigten Staaten werden das nicht machen.

Das ist, was Gesetzgeber und Regulierer tun können. Sonst noch was?

Das wäre das Wichtigste. Das Zweite ist Interoperabilität erzwingen. Der Digital Markets Act, der Digital Services Act der KI Act sind gut. Das muss durchgesetzt werden und man muss dem Druck aus den USA widerstehen, das nicht zu tun. Natürlich wollen die Firmen das nicht und wenn die das nicht wollen, wird Politik losgeschickt. So funktioniert das aktuelle politische System.

Was sagen Sie zur aktuell diskutierten Reform, beziehungsweise Abschwächung der Regeln?

Ich verfolge das nicht im Detail, denn ich habe keinen Einfluss darauf. Aber ich bin kein Fan davon, die Regeln abzuschwächen.

Warum muss man die Demokratie neu verkabeln?

Die Demokratie wird neu verkabelt, ob wir das wollen oder nicht. In meinem Buch spreche ich darüber, wie KI die Demokratie verändert und wie wir an vielen Stellen gar keine Wahl haben. Mir ging es darum, darüber zu schreiben, wie wir KI positiv gestalten können. Manchmal reicht für die Neuverkabelung sogar eine einzelne Person.

Oder es hilft einer Person, die Gesellschaft nach rechts zu drehen und die Demokratie zu gefährden.

KI ermächtigt. Sie ermächtigt Menschen, zu tun, was sie tun wollen. Wenn wir mehr Demokratie wollen, kann KI dabei helfen. Wenn wir weniger wollen, geht das genauso. KI entscheidet nicht über die Richtung. Darüber können wir entscheiden.

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(kbe)



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c’t-Story: Wenn Wünsche entgleisen | heise online


Es klingelte an der Tür. Zuerst einmal, zweimal, schließlich Sturm. Hilde erhob sich mühsam vom Fernsehsessel. Erbost über die Unterbrechung ihrer Lieblingssendung am frühen Samstagnachmittag ging sie zur Tür. „Hallo Hilde, darf ich hereinkommen?“, fragte eine junge Frau. Hilde musterte diese und schüttelte den Kopf: „Ist das der Enkeltrick? Ich habe keine Kinder! Oder wollen Sie mir etwas verkaufen? Ich kaufe nichts!“

„Nein, nein, ich bin es! Julia, die Tochter von Jens Neumann, vom Haus gegenüber.“


Thomas Frick

Thomas Frick

(Bild: 

Trude Trautmann

)

Trude Trautmann, Jahrgang 1961, lebt mit ihrer Familie in Süddeutschland. Das schriftstellerische Handwerk hat sie in Schreibseminaren kennengelernt. Nun verwebt sie Beobachtungen aus ihrem Alltagsgeschehen sowie familiäre Erinnerungen zu abwechslungsreichen Kurzgeschichten unterschiedlicher Genres, zudem schreibt sie Gedichte und Reiseberichte. „Wenn Wünsche entgleisen“ ist nach „Gehirnmarathon“, das in Ausgabe 21/2024 erschien, ihre zweite c’t-Story.

Hilde erinnerte sich: „Du kannst jetzt nicht hereinkommen!“


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „c’t-Story: Wenn Wünsche entgleisen“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.



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Mini-Gaming-PC Asus ROG NUC 15 im Test: Zockerbiest mit Nvidia RTX 5080


Starke Leistung im schlanken Gehäuse: Der Mini-Gaming-PC Asus ROG NUC 15 wartet mit RTX 5080 Mobile und Intel Core Ultra 9 auf.

Zocken auf einem echten Gaming-Rechner, aber ohne riesiges Gehäuse und komplexen Zusammenbau: Dieses Erlebnis versprechen Mini-Gaming-PCs, wie der Asus ROG NUC 15, der mit einer echten dedizierten Laptop-GPU aufwartet. Konkret handelt es sich um eine Nvidia Geforce RTX 5080 Mobile, die zusammen mit dem eingesetzten Intel Core Ultra 9 275HX richtig Alarm machen kann. Dazu gibt es bis zu 32 GB Arbeitsspeicher (RAM) und eine 2 TB große SSD.

Mit seinem schlanken Gehäuse kann er sich zwar gut verstecken, muss das aber nicht, wenn es um die Leistung geht. Der PC ist kaum größer als eine Konsole. Dennoch behält man sich die Flexibilität eines klassischen x86-Systems. Dafür lässt sich der Hersteller aber auch fürstlich entlohnen: Für die Maximalvariante sind über 2800 Euro fällig. Wir zeigen im Test, was man dafür bekommt. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Ausstattung: Welche Hardware bietet der Asus ROG NUC 15?

Im Asus NUC ROG 15 schreitet ein Intel Core Ultra 9 275HX (Vorstellung: Anfang 2025) zur Tat, der auf 24 Kerne zurückgreifen kann. Diese setzen sich aus acht Performance-Kernen (P-Kerne; Intel Lion Cove) sowie 16 Effizienz-Kernen (E-Kerne; Intel Skymont) zusammen. Während die P-Kerne bis zu 5,4 GHz takten dürfen, beschränken sich die E-Kerne auf 4,6 GHz. Die auf High-End-Gaming ausgelegte Arrow-Lake-HX-CPU ist im N3B-Prozess (3 Nm) bei TSMC gefertigt.

Ihre standardmäßige TDP (Thermal Design Power) beträgt 55 W, kann im Boost aber auch auf bis zu 160 W ansteigen. Die maximale Betriebstemperatur liegt bei 105 Grad Celsius.

Die iGPU Intel Graphics bietet lediglich vier Xe-Kerne und taktet mit 300 bis 1900 MHz. Sie wird ebenfalls bei TSMC im N5P-Prozess gefertigt. Eine NPU für KI-Aufgaben ist ebenfalls an Bord mit 13 TOPS (Int8). Die CPU bietet 36 TOPS (Int8).

Zusätzlich zur integrierten Grafik gibt es beim ROG NUC 15 eine dedizierte Grafikkarte von Nvidia. Dabei handelt es sich um eine mobile dGPU, wahlweise die RTX 5060, 5070, 5070 Ti oder 5080. In unserem System steckt die 5080 Mobile mit 16 GB GDDR7 Speicher und 1334 TOPS (Int8) basierend auf der Blackwell-Architektur. Der GB203-Chip ist ebenfalls im N5P-Verfahren in 5 Nm bei TSMC gefertigt und bietet 8192 Kerne sowie 64 Raytracing-Kerne und 256 Tensor-Kerne. Damit ist er der Desktop-5070-Ti ähnlicher als der Desktop 5080 (6144 vs. 10.752 Kerne). Sie kann bis zu 150 W TDP erreichen und unterstützt DLSS4. Ihr Kerntakt liegt zwischen 975 und 2287 MHz, die Speicherbandbreite ist 256 Bit, womit bis zu 896 GB/s möglich sind.

Asus NUC ROG 15: Crystaldiskmark

Unser Testsystem bietet 32 GB DDR5-RAM, der in zwei 16 GB große SO-DIMM-Module mit 6400 MT/s aufgeteilt ist. Diese können ausgetauscht und insgesamt auf maximal 96 GB aufgerüstet werden. Die Basisvariante verfügt über zwei 8 GB große Module, also 16 GB insgesamt. Bei der SSD handelt es sich um eine 2 TB große M.2-SSD mit PCIe x4.0 im Format M.2-2280. Ausweislich des Speicherbenchmarks Crystaldiskmark schreibt sie mit 6441 MB/s und liest mit 6983 MB/s. Das ist sehr ordentlich. Leider belegt sie den PCIe-5.0-Slot des ROG NUC, der zweite M.2-Slot ist frei, kann aber nur PCIe 4.0.

An Anschlüssen bietet der ROG NUC 15 Thunderbolt 4/USB4 mit Diplayport 2.1, viermal USB-A 3.1 sowie je zweimal HDMI 2.1 und Displayport 2.1. Außerdem gibt es eine Ethernet-Schnittstelle mit 2,5 Gbit/s. Zur Vorderseite hin gibt es USB-C 3.2, 2x USB-A 3.1 sowie eine Klinkenbuchse (3,5 mm).

Drahtlos arbeitet das Gerät mit Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4, wobei als WLAN-Chipsatz eine Intel Killer BE1750x zum Einsatz kommt. Für kabelgebundene Internetverbindungen gibt es den Intel Killer E3200G.

Performance: Wie schnell ist der Asus ROG NUC 15?

Seit Kurzem gibt es für unseren klassischen Büro-Benchmark PCMark 10 ein neues Update. Die Ergebnisse aus dem Workflow der neuen Version 2.x sind allerdings nicht mehr mit denen des bisherigen Workflows 1.x vergleichbar, worauf Entwickler UL Solutions explizit im Changelog hinweist. Aus diesem Grund geben wir bis auf Weiteres die Ergebnisse beider Versionen an, um die Vergleichbarkeit mit zuvor getesteten Systemen aufrechtzuerhalten.

Bei Version 1.x kommt der Asus ROG NUC 15 im Mittel auf 8649 Punkte mit Spitzen bei 8813 und 8306 Punkten. Der neue Workflow führt zu deutlich höheren Ergebnissen, im Mittel sind es hier 10.743 Punkte mit Ausreißern bei 11.223 und 10.000 Punkten. Bei 3DMark Time Spy gibt es 20.813 Punkte, die sich aus 22.052 GPU- und 15.789 CPU-Punkten zusammensetzen. Das ist ein deutlich höherer Score, als bei unserem großen Desktop-Gaming-PC mit AMD Ryzen 7 5800X3D und RTX 3070 Ti. Dieser kam nur auf etwas mehr als 13.000 Punkte.

Im Benchmark Cinebench R24 erreicht das System 130 Punkte im Single-Core und 1986 Punkte im Multi-Core. Der plattformübergreifende Benchmark Geekbench 6 gibt Scores von 3018 (Single-Core) und 20.066 Punkten (Multi-Core) aus. Beim OpenCL-Test erreicht die iGPU 19.120 Punkte, die dGPU 213.857 Punkte.

Bei einem Mini-Gaming-PC nicht fehlen dürfen natürlich auch die Spieletests. Alle unsere Standardtitel zum Test laufen auf dem System mit hohen Framerates in Full-HD. Anno 1800 kommt in ultrahohen Einstellungen bei 2-facher Kantenglättung und ohne FSR (Fidelity FX Super Resolution) auf 56 bis 60 FPS. Bei Counter Strike bekommen wir selbst in höchsten Einstellungen teils über 300 FPS auf Mirage. Dabei ist vierfaches MSAA aktiviert.

The Witcher 3: Wild Hunt läuft auf dem ROG NUC 15 bei aktiviertem Raytracing ebenfalls butterweich. Bei der konkreten FPS-Anzeige gibt es hier allerdings Probleme, sodass wir keinen Wert erhalten. Die Performance kann sich aber absolut sehen lassen, Ruckler bemerken wir keine.

Einzig Probleme beschert uns Cities Skylines 2, das zwar mit ebenfalls 50 bis 60 FPS glänzt im mittleren Preset, allerdings nach kurzer Zeit komplett einfriert. Wir können uns zwar ins Hauptmenü per ESC-Taste zurück retten, das Problem tritt allerdings immer wieder auf – auch in niedrigeren Settings.

KI: Wie gut ist die NPU des Asus ROG NUC 15?

Neuerdings testen wir bei kompatiblen Systemen auch die KI-Leistung mit einem echten Benchmark. Dafür nutzen wir Procyon, der ebenfalls von UL Solutions stammt und sich als quasi-Nachfolger von PCMark 10 anschickt – der Büro-Benchmark wird aber erstmal weiter unterstützt. Procyon bietet gleich dreierlei verschiedene Tests für die KI-Leistung in verschiedenen Bereichen: Image Generation, Text Generation und Computer Vision.

Dabei können wir wählen, ob wir die iGPU, dGPU oder NPU für den Durchlauf nutzen – manchmal auch die CPU. Welche davon verfügbar sind, hängt vom sogenannten Werkzeugkit ab, welches für jeden Grafikkartenhersteller unterschiedlich ist. Unter Windows kann das allgemeine Toolkit von Microsoft ONNX-Runtime DirectML verwendet werden, jedoch ist es nicht in der Lage, die NPU anzusteuern.

Wir beginnen beim Test zur Bildgenerierung mittels Stable Diffusion 1.5 Light, wo die iGPU 779 Punkte über Intels OpenVINO erreicht. Mit der NPU über OpenVINO gibt es 787 Punkte. Die RTX 5080 erzielt hier einen Score von 32.485 Punkten über TensorRT. Mit der ONNX-Runtime erhalten wir 19.470 Punkte.

Kommen wir nun zum Bereich der Textgenerierung mit LLMs (Large Language Models). Hier bietet Procyon die Modelle Phi 3.5, Mistral 7B, Llama 3.1 und Llama 2.

Zunächst wählen wir hier nur die NPU über OpenVINO aus und erhalten 312 (Phi), 280 (Mistral), 256 (Llama 3.1) und 252 Punkte (Llama 2). Mit der iGPU landen wir bei 372 Punkte mit Phi, 316 mit Mistral, 296 mit Llama 3.1 und 294 mit Llama 2. Anschließend testen wir die dGPU noch mit Microsofts ONNX-Runtime, wobei wir 3851 Punkte mit Phi und 3793 Punkte mit Mistral erzielen. Auf Llama 3.1 entfallen 3382 und auf Llama 2 3746 Punkte.

Wir überprüfen abschließend die Leistung noch im Bereich Computer Vision: Hier erreicht die NPU 392 Punkte bei Float16-Präzision mit OpenVINO. Mit Microsofts Windows ML Float32 sind es 333 Punkte, die iGPU schafft hier auf 145 Punkte. Die CPU kommt mit OpenVINO Float32 auf 236 Punkte. Die dedizierte Grafik zeigt 1374 Punkte mit TensorRT Float32 sowie 949 Punkte mit Microsoft Windows ML Float32.

Unsere Tests zeigen, dass die NPU nicht wesentlich stärker als die Grafik ist. Das ist aber auch gewollt: Es geht vielmehr darum, alltägliche KI-Anwendungen wie Autokorrektur, Text-to-Speech, Gesichtserkennung oder auch Microsofts Recall nahezu unbemerkt im Hintergrund zu betreiben.

Verbrauch: Wie hoch ist die Leistungsaufnahme des Asus ROG NUC 15?

Der Verbrauch des ROG NUC 15 liegt erheblich höher als bei klassischen Mini-PCs. So wird das Gerät bereits mit einem 330-W-Netzteil ausgeliefert und allein die TDP der dGPU liegt bei über 100 W. Im Idle ohne Last bezieht der Mini-Gaming-PC zumeist 40 bis 45 W. Unter Last steigt dieser auf 270 bis 309 W. Zum Vergleich: Beim Minisforum MS-S1 Max (Bestenliste) mit AMD Ryzen AI Max+ 395 (16C/32T) messen wir 5 und 7 W bei ruhendem Desktop. Bei maximaler Belastung steigt der Verbrauch kurzzeitig auf 210 W, bevor er sich dann auf 175 W einpendelt.

Lüfter: Wie laut ist der Asus ROG NUC 15?

Die Lautstärke eines Mini-Gaming-PCs ist immer im Kontext seiner Leistung zu sehen: Eine dedizierte Grafik ist zwar flotter, verursacht dafür aber auch deutlich mehr Hitze. Dafür, wie stark der ROG NUC 15 ist, geht die verursachte Lautstärke vollkommen in Ordnung. Im Idle bewegt sich das System leicht hörbar bei 34 bis 36 dB(A). Unter Volllast durch den Stresstest von Aida64 sind es dann bis zu 43 dB(A), was wir für die Leistung im Rahmen finden.

Beim Takt startet das System zunächst mit 4,3 GHz, die Temperatur liegt bei 90 Grad. Im weiteren Verlauf pendelt er sich bei 2,3 GHz ein, womit die Temperatur auf 82 Grad absinkt, später sogar auf 74 Grad bei gleichbleibendem Takt.

Software: Welches Betriebssystem ist auf dem Asus ROG NUC 15 installiert?

Auf dem ASUS ROG Nuc 15 ist Windows 11 in Version 24H2 vorinstalliert. Das System kommt ohne zusätzliche Bloatware, die Lizenz ist aktiviert. Unser routinemäßiger Virentest mit Windows Defender bleibt ohne Malware-Befund. Auch der Betrieb von Linux auf dem System ist möglich. Wir deaktivieren dafür zunächst Secure Boot, da wir sonst nicht ohne MOK-Key-Enrollment von USB-Stick starten können. Das BIOS lässt sich mittels F2-Taste aufrufen, F10 führt zur Boot-Übersicht.

Asus ROG NUC 15 – BIOS

Danach wählen wir auf unserem Ventoy-USB-Stick das auf Ubuntu basierende Tuxedo OS aus. Nach kurzer Einrichtung kommen wir zum KDE-Desktop und können dort WLAN, Bluetooth und Audio nutzen. Auch die Auflösung wird richtig erkannt. Leider aber wacht das System aus dem Standby-Modus nicht mehr zuverlässig auf. Ein Umstand, den wir auch beim Minisforum MS-S1 Max bemängeln mussten. Die Grafik hängt sich auf und der Mauszeiger fliegt stotternd über einen schwarzen Hintergrund. Hier hilft nur das Zwangs-Aus per Power-Button.

Gehäuse: Wie ist die Verarbeitung des Asus ROG NUC 15?

Das Gehäuse des ROG NUC 15 besteht aus wertig verarbeitetem, schwarzem Kunststoff. An der Seite findet sich Öffnungen zur Luftzufuhr sowie ein transparentes Element, durch welches die integrierte RGB-Beleuchtung zu sehen ist. Diese hat die Form des ROG-Logos und leuchtet in Regenbogenfarben. Die gegenüberliegende Seite ist hingegen durchgehend schwarz und ist durchzogen vom ROG-Schriftzug, welcher gleichzeitig eine Lüfteröffnung ist.

Asus ROG NUC 15 – Geöffnetes Gehäuse mit RAM & SSD

Das Gehäuse ist so konstruiert, dass der PC vertikal ausgerichtet ist. Dafür ist ein stabiler Standfuß angebracht. Die Maße betragen 56,5 x 282,4 x 187,7 mm.

An die Komponenten im Gehäuseinneren kommt man nach dem Lösen von fünf Schrauben: Eine davon befindet sich bei den rückwärtigen Anschlüssen, eine an der linken Seite und drei auf der Unterseite. Danach lässt sich das Gehäuse einfach aufschieben. Dabei sollte man etwas vorsichtig sein, um nicht das Kabel der Beleuchtung im Seitenteil abzureißen.

Preis: Was kostet der Asus ROG NUC 15?

Unser Testgerät stellt mit Intel Core Ultra 9 275HX, Nvidia Geforce RTX 5080 Mobile und 32/2000 GB die Maximalkonfiguration des ROG NUC 15 dar. Der Preis dafür liegt bei satten 2857 Euro. Andere Varianten mit dieser CPU gibt es mit RTX 5070 oder 5070 Ti für 2200 Euro oder 2204 Euro. Die Basisvariante mit Intel Core Ultra 7 255HX, RTX 5060 und 16/1000 GB erhält man ab 1779 Euro.

Fazit

Der Asus NUC ROG 15 ist ein mehr als beeindruckender Mini-Gaming-PC mit viel Leistung im kompakten Konsolen-Formfaktor. Das Tandem aus Nvidia-GPU und Intel-Ultra-CPU sorgt für viel Spielspaß. Zudem hat Asus das System von der Kühlung gut abgestimmt, sodass der PC nicht zu laut wird, aber auch sein Potenzial ausschöpfen kann. Verarbeitung und Anschlussausstattung tun ihr Übriges.

Der Mini-Gaming-PC ist bei allem Lob aber definitiv nichts für schmale Geldbeutel. Denn mit über 2800 Euro für unsere Variante, in jedem Fall aber über 1700 Euro für die Basisvariante, befinden sich die Kosten in astronomischen Höhen. Dafür bekommt man ein gut austariertes System mit einem hervorragenden Gesamtpaket.



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