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DJI EV50: Neue Transportdrohne trotzt dem Everest
DJI hat seine neue Transportdrohne EV50 unter Extrembedingungen am Mount Everest eingesetzt. Bei einer Forschungsmission für die Peking-Universität stieg das eVTOL (electric Vertical Take‑Off and Landing) auf bis zu 8.861 Meter und transportierte mehrfach Messtechnik für Untersuchungen der hoch gelegenen Troposphäre.
Zwölf Transporte in zwölf Tagen
Die DJI EV50 kam auf der Nordseite des Mount Everest im chinesischen Qomolangma-Naturreservat zum Einsatz. Über einen Zeitraum von zwölf Tagen transportierte die Drohne insgesamt zwölfmal Ozon-Messtechnik des College of Environmental Sciences and Engineering der Peking-Universität vom Bergsteiger-Basislager aus.
Die Forscher wollten damit Schadstoffe in der besonders hoch gelegenen Troposphäre untersuchen. Nach Angaben von DJI setzte die Universität für entsprechende atmosphärische Messungen erstmals eine Drohne ein. Die EV50 musste dabei nicht einfach nur einen festen Zielpunkt anfliegen. Um mit den komplexen Windverhältnissen zurechtzukommen, absolvierte sie spiralförmige Steigflüge und wechselnde Flugmuster.
Bei einem der Einsätze erreichte die Transportdrohne eine maximale Flughöhe von 8.861 Metern. Der längste zusammenhängende Steigflug umfasste 3.730 Höhenmeter. Zum Vergleich: Der Gipfel des Mount Everest liegt offiziell auf 8.848,86 Metern. Die EV50 hat den Gipfel allerdings nicht überflogen, sondern ist nur auf die genannte Höhe aufgestiegen.
Erste eVTOL-Transportdrohne von DJI
Bei der EV50 handelt es sich um die erste eVTOL-Transportdrohne von DJI. Das Kürzel steht für „electric Vertical Take-Off and Landing“ und bezeichnet Fluggeräte mit elektrischem Antrieb, die senkrecht starten und landen können.
Im Unterschied zu klassischen Multicoptern setzt die EV50 zusätzlich auf Tragflächen für den Vorwärtsflug. Das Konzept soll längere Distanzen effizienter überbrücken, ohne eine Start- oder Landebahn zu benötigen. Aviation Week nennt für die Drohne eine Nutzlast von bis zu 50 kg, einen 270 Liter großen Frachtraum und eine Reichweite von bis zu 150 km ohne Zuladung. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 160 km/h liegen. DJI selbst nennt diese technischen Eckdaten in der Mitteilung zur Everest-Mission nicht.
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DJI FlyCart 100 (Bild: DJI)
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Drei Drohnentypen am Everest
Die EV50 war nur ein Teil von insgesamt drei DJI-Missionen am Mount Everest. Auf der Südseite setzte das Unternehmen die FlyCart 100 für Transportaufgaben ein. Die Schwerlastdrohne beförderte zwischen Basislager und Camp 1 insgesamt rund 10 Tonnen Material und Abfall.
Ein einzelner Flug dauerte laut DJI rund acht Minuten. Für dieselbe Strecke benötigen Sherpas zu Fuß normalerweise sechs bis acht Stunden und müssen dabei einen gefährlichen Eisbruch durchqueren. Bei Tests erreichte die FlyCart 100 auf mehr als 6.300 Metern Höhe noch eine Nutzlast von bis zu 47 kg.
Zusätzlich wurde die Matrice 4E zur Kartierung des Khumbu-Eisbruchs eingesetzt. Sie erfasste laut DJI mehr als drei Quadratkilometer Gelände in rund 3,5 Stunden und lieferte hochauflösende Daten für Routenplanung, Gefahrenüberwachung und mögliche Rettungseinsätze.
EV50 ist noch nicht regulär erhältlich
Wann DJI die EV50 regulär auf den Markt bringen will, bleibt offen. In der eigenen Mitteilung nennt der Hersteller nur die Verfügbarkeit der FlyCart 100 und der Matrice-4-Serie. Für die EV50 fehlen dagegen Angaben zu Verkaufsstart und Preis.
Der Einsatz am Mount Everest zeigt dennoch, in welche Richtung DJI die neue Drohnenklasse entwickeln will. Statt kurzer Transporte mit reinen Multicoptern sollen künftig auch längere Strecken in schwer zugänglichen Regionen ermöglicht werden.