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Donnerstag: Meta-Schadenersatz wegen Datensammlung, Googles Investitionen in KI


Metas Datensammlung auf Drittwebseiten ist illegal. Das wurde in Deutschland jetzt erstmals rechtskräftig entschieden. Vier Klägern wurde Schadenersatz zugesprochen, denn der Facebook-Konzern hat über die Meta Business Tools Nutzerdaten beim Surfen gesammelt. Das OLG Dresden lässt Meta nicht zum Bundesgerichtshof, denn die Rechtslage sei eindeutig. Derweil haben der Umsatz und die Gewinne des Google-Konzerns erneut die Erwartungen der Wall Street übertroffen, nachdem dieser seine Geschäftszahlen vorgelegt hat. 2026 sollen die Investitionen in KI nahezu verdoppelt werden, denn das Cloud-Geschäft ist die am stärksten wachsende Abteilung Alphabets. In Europa sind Geheimdienste überzeugt, dass zwei russische Satelliten gezielt westliche Kommunikationssatelliten im All verfolgen, um den Datentransfer auszuspionieren. Denn die Satelliten werden nicht nur für Fernsehen und Internet genutzt, sondern teilweise auch für Regierungs- und Militärkommunikation – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Meta Platforms muss vier sächsischen Instagram- oder Facebook-Nutzern je 1500 Euro Schadenersatz zahlen, weil der Datenkonzern über zahllose Webseiten und Apps Dritter rechtswidrig personenbezogene Daten sammelt. Das hat das Oberlandesgericht Dresden in vier parallelen Verfahren entschieden. Es sind die ersten rechtskräftigen Entscheidungen dieser Art in Deutschland. Dafür setzt Meta weltweit seine sogenannten Meta Business Tools ein. Doch das OLG untersagt Meta ab sofort, auf Drittseiten und -apps Daten über die Kläger zu sammeln. Besonders übel für Metas Position ist, dass das OLG die Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) ausschließt, weil die rechtliche Lage so deutlich sei. Nun droht eine Lawine neuer Klagen und Urteile gegen Meta: Metas Datensammlung laut OLG Dresden illegal, keine Revision zum BGH.

Alphabet hat Umsatz und Gewinne sowohl im vierten Quartal 2025 als auch im gesamten letzten Jahr erneut gesteigert und dabei auch die Erwartungen der Analysten größtenteils übertroffen, obwohl diese bereits mit ordentlichem Wachstum gerechnet hatten. 2026 wird der Google-Konzern die Ausgaben allerdings drastisch erhöhen. Sundar Pichai, Chef von Alphabet und Google, kündigte Investitionen zwischen 175 und 185 Milliarden US-Dollar an. Das entspricht praktisch einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr und soll vorwiegend der stark wachsenden Cloud-Sparte des Konzerns zugutekommen. Erfreulich ist, dass die Google-KI mittlerweile effizienter rechnet und der Konzern 2025 mehr Mitarbeiter eingestellt hat: Alphabet erhöht Einnahmen weiter und kündigt Rekordinvestitionen in KI-Cloud an.

Russische Satelliten sollen nach Erkenntnissen westlicher Geheimdienste und Militärs gezielt die Kommunikation mindestens zwölf europäischer Satelliten abgefangen haben. Zivile und militärische Stellen beobachten seit Jahren verdächtige Manöver verschiedener Kommunikationssatelliten Russlands, wie jetzt berichtet wird. Die russischen Satelliten nähern sich dabei ihren Zielen bis auf riskante Distanzen und verharren dort oft wochen- oder gar monatelang. Geheimdienstler gehen davon aus, dass sich die Satelliten gezielt in der Funkverbindung zwischen Bodenstationen und Satelliten positionieren. Sollten dabei Steuerdaten aufgezeichnet werden, könnte jemand die Kontrolle über die Satelliten übernehmen, sagen Experten: Russland fängt Daten von europäischen Satelliten ab.

Ein neuartiges Retina-Implantat soll Sehsignale mittels Nahinfrarotlicht wiederherstellen. Wie Wissenschaftler der türkischen Koç-Universität berichten, kommt die Technik ohne Kabel und externe Elektronik aus. Das macht sie deutlich kompakter als bisherige Ansätze. Das Implantat soll sich eines Tages an Menschen mit degenerativen Netzhauterkrankungen wie Makuladegeneration oder Retinitis pigmentosa richten. Millionen Betroffene weltweit leiden unter diesen Erkrankungen, für die es bislang keine heilende Behandlung gibt. Bisherige Retina-Implantate arbeiten meist mit hochintensivem sichtbarem Licht und benötigen umfangreiche Elektronikkomponenten, was Risiken für das empfindliche Augengewebe mit sich bringt: Ultradünnes Retina-Implantat nutzt Nahinfrarot zur Netzhaut-Stimulation.

In der heutigen Ausgabe der #heiseshow sprechen wir unter anderem über die geplante Abschaltung der GSM-Netze. Dies könnte die Erreichbarkeit von Notrufen gefährden, warnt die Vereinigung der Leitstellen. Welche technischen Probleme entstehen dadurch? Brauchen wir ein Moratorium, um die Notruf-Infrastruktur anzupassen? Zudem geht es um KI-Agenten. Auf einem Reddit-Klon diskutieren diese nun miteinander, während Menschen nur zuschauen dürfen. Was unterscheidet KI-Agenten wie OpenClaw von herkömmlichen Chatbots? Welche Erkenntnisse liefert das Experiment über autonome Systeme? Weiterhin diskutieren wir, wo wir nach 100 Jahren Fernsehen stehen. Wie hat sich das Medium von mechanischen Anfängen über Röhren bis zum Streaming entwickelt? Das sind die Themen heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: GSM-Abschaltung, OpenClaw, 100 Jahre Fernsehen.

Auch noch wichtig:

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  • Unitrees humanoider Roboter G1 hält auch niedrige Temperaturen aus. Bei Minusgraden stapfte er das Logo der Olympischen Winterspiele 2026 in den Schnee: Humanoider Roboter Unitree G1 stapft bei -47,4 °C durch Eis und Schnee.
  • Die Talfahrt für die Software-Branche an den Finanzmärkten setzt sich fort. Für den nächsten großen Ausverkauf sorgte nun wohl ein neues KI-Tool von Anthropic: Nächster schwarzer Börsentag für Software-Branche.
  • Microsoft beendet den Verkauf eigenständiger SharePoint- und OneDrive-Lizenzen. Bis 2029 sollen Kunden auf teure M365-Suites umsteigen: Microsoft zwingt Nutzer in teure Suites nach Aus für SharePoint und OneDrive.
  • Zum Jahreswechsel wurden diverse interne Informationen von Apple bekannt. Was bedeutet das für das Produktjahr 2026? Das beleuchtet unser Kommentar: Apple leakt sich diesmal selbst.
  • Hinter dem Ende gibt es noch etwas zu lachen. Auch in Staffel 2 ist „Fallout“ dann am besten, wenn es gemeine Witze macht: „Fallout Season 2“ mit Pointen, bis der Kopf platzt.
  • Dass Microsoft dem FBI Wiederherstellungsschlüssel übergibt, kriegen viele in den falschen Hals, meint Peter Siering. Das Problem ist die Erwartungshaltung, so sein Kommentar: Nein, doch, oh! Bitlocker ist unsicher.
  • Die Document Foundation hat LibreOffice 26.2 veröffentlicht. Die neue Version der freien Office-Suite bietet zahlreiche Performance-Verbesserungen: Schneller, Markdown-Support und bessere Office-Kompatibilität mit LibreOffice 26.2.
  • Die Januar-Updates haben Probleme mit dem Herunterfahren und mit Schlafmodi verursacht. Windows 10 ist ebenfalls betroffen: Auch Windows 10 von Problemen mit Herunterfahren betroffen.
  • Die ESA will die durch Weltraumschrott erzeugten Probleme verringern. Dafür lässt sie nun zwei Satelliten so abstürzen, dass das direkt beobachtet werden kann: Flugzeug soll Verglühen zweier ESA-Satelliten vor Ort beobachten.
  • Das Jahr 2025 lief für AMD erfreulich, unter anderem mit einem Verkaufsrekord von Ryzen-CPUs. Die Aktie fällt trotzdem um über 15 Prozent, obwohl AMD mehrere Rekorde meldet: Umsatz hoch, Aktie kracht runter.
  • In München eröffnet die Telekom ihr bislang größtes KI-Rechenzentrum mit Nvidia-Technik und politischer Prominenz: Telekom-Rechenzentrum soll deutsche KI-Leistung um die Hälfte steigern.


(fds)



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Google dichtet mit KI Headlines in Suchergebnissen um


Wenn eine Überschrift in den Google-Suchergebnissen auftaucht, kann es ab jetzt sein, dass sie gar nicht mehr zu der Webseite dahinter gehört. Denn Google ändert zurzeit testweise die Überschriften von Suchergebnissen mit KI, wie das Unternehmen jetzt bestätigte. Bei den bekannten Fällen handelt es sich um journalistische Online-Artikel.

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Das Problem war Autoren des US-Tech-Magazins The Verge in den vergangenen Monaten aufgefallen. In zwei Fällen tauchten ihre Artikel in der Google-Suche mit Überschriften auf, die nicht ihre eigenen waren. Zwar ist es nicht unüblich, dass hier eine andere Überschrift gewählt wird, als die eigentliche des Artikels – diese anderen Überschriften werden aber von den Autoren oder Medienhäusern selbst vergeben, damit ein Artikel besser über Google gefunden wird.

Und vor allem entsprechen die Überschriften der Urheber auch dem, was wirklich im Text steht, der unter dem Namen des Verfassers oder der Verfasserin läuft. Das war bei den von Google umformulierten Überschriften nicht immer so. So wurde etwa die Überschrift „I used the ‘cheat on everything’ AI tool and it didn’t help me cheat on anything“ („Ich habe das Schummel-KI-Tool für alles getestet und es hat mir nirgends beim Schummeln geholfen“) geändert zu „Cheat on everything’ AI tool“ („Schummel-KI-Tool für alles“). Statt einer deutlichen Kritik des KI-Tools Cluely hörte sich die Überschrift plötzlich eher wie eine Vorstellung oder Vermarktung des Tools an. Bei einer stichprobenhaften Google-Suche aus Deutschland werden dieser und ein anderer betroffener Artikel mit ihren Originalüberschriften zurückgeliefert (Stand: 22. März 2026, 12:33 Uhr). Dass die geänderten Überschriften nur in bestimmten Regionen oder bestimmten Nutzern angezeigt werden, ist aber durchaus möglich.

Google räumte gegenüber The Verge ein, dass die beiden Überschriften durch KI geändert wurden, ebenso wie Überschriften anderer Webseiten. Das sei Teil eines „kleinen“ Experiments gewesen. Demnach sei mit KI nach Inhalten auf den besagten Webseiten gesucht worden, die einer relevanten Suchanfrage entsprechen könnten. Damit sollten die Überschriften besser an die Suchanfragen angepasst werden, um „die Interaktion mit Webinhalten zu erleichtern.“

Google betont: „Sollten wir tatsächlich etwas auf der Grundlage dieses Experiments auf den Markt bringen, würde dabei kein generatives Modell verwendet werden, und wir würden keine Überschriften mit generativer KI erstellen.“ Wie die Lösung stattdessen aussehen würde, sagt der Suchmaschinen-Riese nicht.

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The Verge befürchtet jetzt, dass Googles „Experiment“ schnell zum Standard werden könnte – so wie in den USA bei Google Discover. Im Rahmen eines anderen Experiments ersetzte Google in den USA Ende 2025 die Titel von Nachrichtentexten in der Discover-Sammlung mittels KI-Technik – und produzierte dabei teils haarsträubende Fehler. Discover gibt es auch hierzulande, Google sammelt hier Artikel von verschiedenen Onlinemedien und bietet so eine Übersicht über die jüngsten Neuigkeiten sowie lesenswerte Texte, unabhängig von deren Quelle.

In der Google-App oder auf der Mobilseite können Nutzer und Nutzerinnen diese durchscrollen, bei einem Klick landen sie direkt auf den jeweiligen Nachrichtenseiten. Doch zuletzt gaben die Discover-Texte für US-Nutzer oft völlig falsch wieder, was im verlinkten Text der jeweiligen Nachrichtenseite stand. Ohne dass die betroffenen Medien darauf Einfluss hatten. Diese Praxis ist in den USA nun zum Standard geworden, wie Google The Verge im Januar mitteilte – da sie gut zur Nutzerzufriedenheit beitrage. Ob und wie die Nutzerzufriedenheit gemessen wurde, bleibt unklar. Falsche Überschriften oder Discover-Texte dürften häufig viele Klicks produzieren, aber auch viele frustrierte Leser. Für Google dürfte nur ersteres zählen – denn ein falscher Discover-Text wird in aller Regel dem Medium des Artikels dahinter zugeschrieben.

Für Journalisten und Internet-Autoren sind diese Entwicklungen ein großes Problem. Denn was von Googles KI ersetzt wird, wurde vorher mit viel Arbeit sorgfältig formuliert – mit dem Ziel, Interesse am Artikel zu wecken, aber auch keine falschen Erwartungen. Wenn Google das nun mit fehlerhaften Discover-Texten oder Überschriften in der Google-Suche unterwandert, kann der Ruf der Medienhäuser darunter leiden.


(nen)



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Bahn-Vorstand macht Deutschlandticket für ICE-Verluste verantwortlich


Das Deutschlandticket steuert auf eine neue Ära zu, doch der Weg dorthin gleicht einer politischen Berg- und Talfahrt. Aktuelle Daten aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken verdeutlichen die hohe Popularität des Angebots: Im gesamten Jahr 2025 wurden insgesamt rund 170,8 Millionen Tickets verkauft. Allein im Oktober und November waren es je 14,7 Millionen.

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Das markiert eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren: 2023 wurden seit der Einführung im Mai insgesamt 64,3 Millionen Stück abgesetzt; 2024 stieg die Zahl auf 156,2 Millionen. Trotz dieses Zuspruchs wird das populäre Öffi-Abo im politischen Berlin unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) primär als finanzielle Last diskutiert. Diese Sichtweise stößt bei Fahrgastverbänden auf scharfe Kritik.

Auffällig ist laut der aktuellen Statistik der Exekutive die Resilienz der Fahrgäste gegenüber Preissteigerungen. War das Ticket 2023 und 2024 noch für 49 Euro zu haben, kletterte der Preis zum 1. Januar 2025 auf 58 Euro nach oben. Dennoch erreichten die Verkaufszahlen einen neuen Höchststand.

Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) rechnet nun vor, dass die staatlichen Zuschüsse von jeweils 1,5 Milliarden Euro durch Bund und Länder im Verhältnis zum Nutzen gering ausfielen. Heruntergebrochen auf die einzelnen Abonnenten entspräche dies einer jährlichen Förderung von lediglich 17,56 Euro. Zum Vergleich: Die staatliche Subventionierung eines einzelnen Elektroautos mit mindestens 3000 Euro könnte rechnerisch über 170 Jahre lang ein Deutschlandticket finanzieren.

Inmitten dieser Debatte sorgt eine interne Schuldzuweisung bei der Deutschen Bahn für zusätzlichen Zündstoff. Michael Peterson, DB-Vorstand für den Fernverkehr, machte das Deutschlandticket in einem Interview für signifikante Fahrgastverluste in ICEs verantwortlich. Rund 15 Millionen Kunden seien durch das günstigere Nahverkehrsangebot aus den Fernzügen „abgezogen“ worden.

Fahrgastvertreter wie Detlef Neuß von Pro Bahn bezweifeln diese Darstellung gegenüber Correctiv. Es dränge sich der Verdacht auf, dass die Pauschalofferte als Sündenbock für hausgemachte Probleme herhalten müsse. Die Bilanz der Bahn für 2025 spricht eine deutliche Sprache: Berichten zufolge erwirtschaftete der Konzern einen Verlust von 2,3 Milliarden Euro, wobei allein die Fernverkehrssparte mit Abschreibungen in Milliardenhöhe belastet sein soll.

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Auch Carl Waßmuth vom Bündnis „Bahn für alle“ sieht die Ursachen eher in der maroden Infrastruktur und mangelhaftem Wagenmaterial als im Erfolg des umkämpften Tickets.

Die Bundesregierung scheint derweil wenig Interesse an einer detaillierten Analyse für Kündigungsgründe zu haben. Auf die Frage nach den Auswirkungen der Preiserhöhung auf 58 Euro zum Januar 2025 erklärte sie lediglich, die Nutzerzahlen seien laut Datenmonitor nur kurzzeitig geringfügig gesunken. Konkrete Daten zu Kündigungswellen liegen dem Verkehrsministerium laut eigener Aussage nicht vor, da die Statistik lediglich die monatlichen Gesamtstückzahlen ausweist.

Auch zu Fragen über die Verteilung zwischen Chipkarten und Smartphone-Nutzung sowie über Betrugsquoten herrscht in der Regierungsantwort weitgehend Leere. Für die kommenden Jahre ist die Finanzierung zwar durch das Regionalisierungsgesetz bis 2030 mit jährlich 1,5 Milliarden Euro gesichert. Doch die politische Vision für eine echte Verkehrswende scheint zu fehlen. Verbände verlangen eine konsequente Aktivierung von Verbesserungspotenzialen – insbesondere vor dem Hintergrund der weiteren Preissteigerung auf 63 Euro zum Januar 2026.

Ziel muss es laut ÖPNV-Befürwortern sein, das Ticket nicht nur als sozialen Puffer, sondern als zentralen Baustein eines modernen, leistungsfähigen Nahverkehrs zu begreifen. Die steigenden Nutzerzahlen bestätigen jedenfalls den Bedarf an einem attraktiven und unkomplizierten Angebot in diesem Bereich.

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(nen)



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Project Genie ausprobiert: Googles Weltmodell, das Gaming-Aktien purzeln lässt


Ein einfacher Prompt erzeugt eine idyllische Welt, die man Sekunden später persönlich erkunden kann, und zwar mit einem Charakter nach eigenen Wünschen: Mit diesem Konzept versetzte Googles Project Genie am 30. Januar 2025 die Börse in Panik. Der GTA-Publisher Take-Two verlor 10 Prozent an Wert, die Spiele-Engine Unity sogar 21 Prozent. Investoren witterten eine einfache Alternative zur Spielentwicklung. Auf den ersten Blick erscheint das wie eine Überreaktion. Derzeit befindet sich der Prototyp noch im experimentellen Stadium, weshalb sich der generierte Erkundungstrip auf eine Länge von rund einer Minute beschränkt und nur eine stark eingeschränkte Interaktivität bietet. Dennoch ist es bereits überaus faszinierend, mit dem Web-Interface von Project Genie zu experimentieren.

Im Hintergrund kommt Googles „General Purpose World Model“ Genie 3 zum Einsatz. Es generiert nicht nur Bilder oder Videos, sondern auch dreidimensionale, begehbare Welten. Als Vorlage genügen zwei Prompts oder auf Wunsch auch der Upload eines Fotos. Nach nur rund 30 Sekunden Wartezeit flattert man etwa als Vogel über die Hamburger Speicherstadt, läuft in der Ego-Perspektive durch den Wald oder steuert eine Forelle durch den Teich. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt, sofern das gewünschte Szenario im Trainingsmaterial enthalten ist. Nach dem interaktiven Ausflug lässt sich eine Videoaufzeichnung als MP4-Datei herunterladen. Die Auflösung beträgt derzeit 1280 × 704 Pixel bei 20 Bildern pro Sekunde (fps). Sound fehlt vorerst leider komplett. Zudem müssen Nutzer mit einem sichtbaren Wasserzeichen leben.

  • Googles Project Genie erzeugt in Sekunden nahezu fotorealistische 3D-Welten, die sich unmittelbar erkunden lassen.
  • Das bislang nur in den USA verfügbare Tool ließ mit seinen eindrucksvollen Bildern bereits die Börsenkurse großer Spielestudios purzeln.
  • Wir haben es ausprobiert und prüfen, wie viel Interaktivität und Einsatzmöglichkeiten die Technik bereits eröffnet.

Derzeit gibt es jedoch hohe Hürden bei der Nutzung: Das ausschließlich in der Cloud nutzbare Modell ist vorerst nur in den USA verfügbar – und auch dort nur für Inhaber des 250 Dollar teuren Premium-Abos „Google AI Ultra“. Dann darf man allerdings unbegrenzt viele Szenarien erstellen. Mit einem US-Google-Account und einem VPN konnten wir das Angebot bereits ausprobieren, um in Googles KI-Fantasiewelten abzutauchen. In diesem Erfahrungsbericht untersuchen wir die Faszination hinter dieser noch experimentellen Technik, ihren aktuellen Nutzwert für Spiele oder Videos und ihre technischen Einschränkungen. Zusätzlich geben wir Tipps für Prompts und schätzen ein, ob das Weltmodell der traditionellen Spielentwicklung in absehbarer Zukunft gefährlich werden könnte.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Project Genie ausprobiert: Googles Weltmodell, das Gaming-Aktien purzeln lässt“.
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